Moclo A Filmtabl 300 Mg 60 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Moclobemidum.

Hilfsstoffe: excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Moclo A 150: Filmtablette (mit Bruchrille) à 150 mg Moclobemid.

Moclo A 300: Filmtablette (mit Bruchrille) à 300 mg Moclobemid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung depressiver Syndrome.

Behandlung der sozialen Phobie.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

a) Depressive Syndrome

Als Initialdosis werden 300 mg/Tag empfohlen, wobei die Dosis im Allgemeinen auf zwei bis drei Gaben nach dem Essen verteilt wird. Bei schweren Depressionen kann die Dosis bei Bedarf bis auf 600 mg täglich erhöht werden.

Zur Behandlung von schweren Depressionen ist Moclobemid 3-mal täglich zu verabreichen.

Dosissteigerungen sollten nicht vor Ablauf einer Woche vorgenommen werden, da bis zu diesem Zeitpunkt die Bioverfügbarkeit noch zunimmt (siehe «Pharmakokinetik»).

Bei der Umstellung auf Moclobemid sollte die Dosierung in der ersten Woche nicht mehr als 300 mg/Tag betragen.

Die Behandlung sollte mindestens 4 bis 6 Wochen dauern, um die Wirksamkeit des Arzneimittels beurteilen zu können.

b) Soziale Phobie

Die empfohlene Dosis von Moclobemid beträgt 600 mg pro Tag, auf 2–3 Gaben verteilt. Damit die Wirkung des Arzneimittels ermittelt werden kann, sollte die Behandlung wenigstens 4 Monate betragen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei betagten Patienten sowie bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion ist keine besondere Anpassung der Dosis von Moclo A erforderlich. Bei schweren Störungen des Leberstoffwechsels aufgrund einer Lebererkrankung oder durch mikrosomale Monooxygenase-Hemmung durch andere Arzneimittel wie z.B. Cimetidin sollte die Tagesdosis von Moclo A zum Erreichen der üblichen Plasmaspiegel auf die Hälfte oder auf ein Drittel reduziert werden (siehe «Kinetik spezieller Patientengruppen»).

Moclo A ist in der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren nicht geprüft und kann daher nicht empfohlen werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Akute Verwirrtheitszustände. Moclo A ist kontraindiziert bei einer Selegilin-Therapie.

Moclo A sollte nicht gleichzeitig mit serotoninerg wirksamen Arzneimitteln wie selektiven Serotoninwiederaufnahme-Hemmern (SSRI), trizyklischen Antidepressiva etc. eingenommen werden (siehe «Interaktionen»). Nach Beendigung einer Behandlung mit SSRIs und vor Behandlungsbeginn mit Moclo A wird eine Auswaschphase von 4- bis 5facher Dauer der Halbwertszeit des Wirkstoffs und dessen aktiver Metaboliten empfohlen.

Die Kombination mit Pethidin ist kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine Depression geht einher mit einem erhöhten Risiko von Suizidgedanken, Selbstverletzungen und vollendetem Suizid. Auch unter antidepressiver Therapie kann es zu einer Verstärkung von Suizidgedanken und Suizidverhalten kommen. In Übersichten von kontrollierten Studien zeigt sich die höchste Gefährdung bei Beginn der Therapie und vorwiegend auch bei Kindern und Jugendlichen.

Patienten unter Behandlung mit Antidepressiva müssen deshalb engmaschig in Bezug auf Zeichen einer Depressionsverschlechterung, insbesondere von suizidalem Verhalten sowie von Unruhe oder psychomotorischer Agitiertheit überwacht werden; dies vor allem zu Beginn der Behandlung und bei Dosisänderungen. Auch nach der Beendigung der Behandlung müssen Patienten gut kontrolliert werden, da solche Symptome sowohl als Zeichen eines Entzugs wie auch eines beginnenden Rückfalls auftreten können.

Es ist bekannt, dass Patienten mit suizidalem Verhalten in der Vorgeschichte sowie Patienten, die vor Behandlungsbeginn vermehrt Suizidphantasien aufweisen, einem höheren Risiko für suizidale Gedanken oder Suizidversuche unterliegen und daher unter der Therapie besonders sorgfältig überwacht werden sollten. Eine Metaanalyse placebokontrollierter klinischer Studien von Antidepressiva an Erwachsenen mit psychiatrischen Erkrankungen hat gezeigt, dass bei Patienten unter 25 Jahren, die mit Antidepressiva behandelt wurden, verglichen mit Placebo, das Risiko für suizidales Verhalten erhöht ist.

Die Angehörigen der Patienten sollen auf dieses Risiko aufmerksam gemacht werden und Instruktionen erhalten, wie sie sich bei verdächtigen Symptomen verhalten sollen.

Eine antidepressive Therapie ist nicht geeignet, eine wegen Selbstgefährdung indizierte Hospitalisation zu vermeiden. Vor allem zu Beginn der Therapie soll das Arzneimittel in der kleinsten angemessenen Packungsgrösse verschrieben werden, um das Risiko einer Selbstgefährdung zu vermindern.

Andere psychiatrische Diagnosen als eine Depression können ebenfalls mit einem erhöhten Risiko von Suizidverhalten einhergehen und es sind deshalb die gleichen Vorsichtsmassnahmen zu beachten wie bei der Behandlung einer Depression.

Über Einzelfälle von anaphylaktoiden Reaktionen wurde berichtet. Zu den möglichen Symptomen zählen Urtikaria, Angioödem, Asthma, Blutdruckabfall u.a. Sie erfordern gegebenenfalls rasche Therapiemassnahmen (Adrenalin s.c. etc.) und das Absetzen von Moclobemid.

Bei Patienten, deren klinisches Hauptmerkmal Erregtheit oder Agitiertheit ist, ist allenfalls die Kombination mit einem Sedativum zu erwägen. Besondere Sorgfalt ist diesbezüglich bei Patienten mit bipolaren Störungen geboten.

Wie bei anderen Antidepressiva ist eine Exazerbation schizophrener Symptome bei der Behandlung von Patienten mit schizophrenen oder schizoaffektiven Psychosen möglich. Die Behandlung mit Langzeitneuroleptika sollte bei diesen Patienten nach Möglichkeit aufrechterhalten bleiben.

Theoretische pharmakologische Überlegungen lassen vermuten, dass Monoaminoxidasehemmer bei Patienten mit Thyreotoxikose oder Phäochromozytom hypertensive Reaktionen auslösen können. Da mit Moclobemid diesbezüglich bisher keine Erfahrungen bestehen, wird Moclobemid bei diesen Patientengruppen nicht empfohlen.

Vorsicht ist auch bei Patienten mit unkontrollierter Hypertonie geboten.

Die Behandlung mit Moclo A erfordert keine Diätrestriktionen bei Patienten mit normalen Essgewohnheiten. Patienten wird geraten, auf die Einnahme grosser Mengen tyraminreicher Nahrungsmittel zu verzichten.

Vigilität/Reaktionsbereitschaft: Die Reaktion des einzelnen Patienten (z.B. Schwindel, vgl. «Unerwünschte Wirkungen») sollte in der frühen Behandlungsphase, besonders bei höherer Dosierung überwacht werden.

Die gleichzeitige Verabreichung von Moclobemid mit Dextrometorphan, welches in Hustenmitteln enthalten sein kann, wird nicht empfohlen (siehe «Interaktionen»).

Arzt und Patient sollten sich bewusst sein, dass bei Alkoholismus (fortgesetzte Alkoholeinnahme) die Erfolgsaussichten einer Behandlung der sozialen Phobie mit Moclo A sehr gering sind.

Interaktionen

Opiate

Beim Tier potenziert Moclobemid die Wirkung von Opiaten. Mit einer gleichzeitigen Gabe von Moclobemid und Morphin, Fentanyl und Analoga sowie Codein liegen nur wenige Erfahrungen vor.

Die Dosierung dieser Präparate muss deshalb gegebenenfalls angepasst und sie sollten nur unter sorgfältiger Kontrolle verwendet werden.

Von der Kombination mit Dextromethorphan oder Dextropropoxyphen wird abgeraten.

Die Kombination mit Pethidin ist kontraindiziert.

Andere MAO-Hemmer

Moclobemid darf nicht zusammen mit Selegilin oder anderen MAO-Hemmern gegeben werden (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Cimetidin

Cimetidin – wie wahrscheinlich alle anderen mikrosomalen Monooxygenase-Hemmer – verzögert den Stoffwechsel von Moclobemid. Die übliche Dosierung von Moclo A sollte daher bei Patienten, die Cimetidin einnehmen, auf die Hälfte oder ein Drittel reduziert werden.

Serotoninerge Substanzen

Bei Patienten, die Moclo A erhalten, sollten zusätzliche Arzneimittel, die die Serotoninkonzentration erhöhen, beispielsweise viele andere Antidepressiva oder andere serotoninerg wirksame Arzneimittel (SSRI’s, Clomipramin, Triptane, L-Tryptophan, Tramadol, Linezolid, Lithium, Fentanyl, Hypericum) vermieden werden (vgl. auch «Kontraindikationen»). Der Grund hierfür ist, dass in einzelnen Fällen eine Kombination schwerwiegender Symptome (Serotoninsyndrom) wie Hyperthermie, Verwirrtheit, Hyperreflexie, Agitation, Tremor, Ataxie, Hyperhidrosis, Diarrhö, Schüttelfrost und Myoklonie beobachtet wurde, die für eine serotoninerge Überaktivität sprechen. Wenn derartige Symptome kombiniert auftreten, sollten die Patienten von einem Arzt engmaschig überwacht und gegebenenfalls stationär eingewiesen werden. Eine entsprechende Behandlung ist einzuleiten.

Andere Antidepressiva

Eine Umstellung von Moclo A auf trizyklische nicht-serotoninerge Antidepressiva bzw. umgekehrt ist bei entsprechender Vorsicht ohne Karenzperiode – d.h. von einem Tag auf den anderen – möglich. Bei Umstellung auf Moclo A sollte in der ersten Behandlungswoche eine Tagesdosis von 300 mg nicht überschritten werden.

Benzodiazepine

In einer Interaktionsstudie mit dem Benzodiazepin Diazepam führte Moclobemid bei Steady-state-Bedingungen zu einer Verdoppelung der Plasmakonzentrationen von Diazepam und dem aktiven Hauptmetaboliten, N-Desmethyl-Diazepam (Nordiazepam), wahrscheinlich aufgrund einer Inhibition von CYP2C19 durch Moclobemid.

Die Plasmakonzentrationen von Moclobemid selbst blieben unverändert. Ein Risiko solcher Interaktionen besteht auch mit anderen Benzodiazepinen mit ähnlichem Metabolismus.

Moclobemid hemmt das hepatische Enzym CYP450 2D6, bzw. die Debrisoquin-Hydroxylase. Dieses Enzym ist für den Metabolismus zahlreicher Substanzen, wie z.B. trizyklische Antidepressiva, Dextromethorphan, gewisse Antiarrhythmika, zahlreiche Neuroleptika u.a. verantwortlich. Dadurch kann es zu einer Wirkungsverstärkung dieser Substanzen kommen. Der Einfluss einer Hemmung von CYP450 2D6 auf den Metabolismus von Moclobemid scheint nicht relevant (siehe «Pharmakokinetik»).

Sympathomimetika

Es besteht die Möglichkeit, dass die pharmakologische Wirkung von systemisch angewendeten sympathomimetischen Stoffen oder Anorexika während einer gleichzeitigen Behandlung mit Moclobemid verstärkt und verlängert werden kann (Risiko einer hypertensiven Krise).

Triptane

Moclobemid verzögert die Metabolisierung von Triptanen (z.B. Sumatriptan) ohne ihre maximalen Plasmakonzentrationen zu erhöhen. Die pharmakologische Wirkung der Triptane kann möglicherweise bei Patienten, die mit Moclobemid behandelt werden, verlängert werden. Dieser Umstand könnte in manchen Fällen ein grösseres Dosierungsintervall erlauben.

Nahrungsmittel

Wegen seiner reversiblen und selektiven Wirkung hat Moclo A nur ein geringfügiges Potential von Interaktionen mit Tyramin, wie in tier- und humanpharmakologischen Studien gezeigt wurde (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Potenzierung der blutdrucksteigernden Wirkung war noch geringer oder trat überhaupt nicht auf, wenn Moclobemid nach dem Essen verabreicht wurde.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Feten gezeigt, aber man verfügt bislang über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Da die Erfahrungen mit der Anwendung von Moclobemid in der Schwangerschaft noch ungenügend sind, wird die Anwendung vorderhand nicht empfohlen. Obschon nur geringe Mengen von Moclobemid in die Muttermilch übergehen (ungefähr 1⁄30 der Erwachsenendosis), sollte Moclo A während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund des gelegentlichen Auftretens von Schwindel, Kopfschmerzen und des sehr seltenen Auftretens von Krampfanfällen können die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Im Einzelfall ist es schwierig zu entscheiden, ob es sich um unerwünschte Wirkungen des Arzneimittels handelt, weil gleiche Symptome durch die Krankheit ausgelöst werden können. Solche unerwünschten Wirkungen können bei fortgesetzter Behandlung spontan verschwinden.

Häufigkeiten der unerwünschten Wirkungen nach Organklassen geordnet:

Blut und Lymphsystem

Sehr selten: Blutdyskrasien.

Immunsystem

Sehr selten: Anaphylaktische Reaktionen.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Schlafstörungen und Angstgefühle.

Selten: Verwirrtheitszustände, die nach Absetzen der Therapie rasch verschwinden, Unruhe und Agitiertheit, Reizbarkeit.

Einzelne Fälle von Suizidphantasien und suizidalem Verhalten sind unter antidepressiver Therapie oder kurz nach Absetzen der Behandlung gemeldet worden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nervensystem

Gelegentlich: Schwindel und Kopfschmerzen.

Selten: Periphere Neuropathien sowohl motorischer als auch sensibler Art.

Sehr selten: Krampfanfälle, Serotoninsyndrom (siehe «Interaktionen»).

Augen

Selten: Sehstörungen.

Herz

Selten: Blutdruckveränderung (Hypertonie, Hypotonie).

Gefässe

Selten: Flushing.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Übelkeit, trockener Mund.

Selten: Völlegefühl, Magenbrennen, Diarrhö und Obstipation.

Leber und Galle

Sehr selten: Hepatitis.

Haut

Gelegentlich: Hautreaktionen wie Ausschlag, Pruritus und Rötung, Urtikaria.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr selten: Gynäkomastie, Galaktorrhö.

Untersuchungen

Gelegentlich: Geringer Anstieg der Leberenzyme ohne klinische Auswirkung.

Überdosierung

Die Behandlung einer Überdosierung sollte in erster Linie auf die Erhaltung der Vitalfunktionen abzielen.

Eine Mischintoxikation von Moclobemid mit weiteren serotoninergen Arzneimitteln oder Sympathomimetika kann, entsprechend deren Toxizität, lebensbedrohlich sein (bezüglich serotoninerger Symptome siehe «Interaktionen»; daneben epileptische Anfälle, Kreislaufsymptome). Daher sollten diese Patienten stationär aufgenommen und engmaschig überwacht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AG02

Wirkungsmechanismus

Moclobemid ist ein Antidepressivum, welches das monoaminerge Neurotransmittersystem im Gehirn beeinflusst. Seine Wirkung kommt durch eine reversible Hemmung der Monoaminoxidase – und zwar vorzugsweise der Monoaminoxidase A – zustande. Dadurch wird der Stoffwechsel von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin reduziert, was erhöhte extrazelluläre Konzentrationen dieser neuronalen Überträgerstoffe zur Folge hat. Der belebende Effekt von Moclo A auf die Stimmung und die psychomotorische Aktivität bewirkt eine Linderung von Symptomen wie Dysphorie, Erschöpfung, Antriebsmangel und Konzentrationsschwierigkeiten. Diese Wirkungen des Präparats beginnen in den meisten Fällen innerhalb der ersten Behandlungswoche. Obschon Moclo A in tieferen Dosen keine sedierenden Eigenschaften aufweist, verbessert es die Schlafqualität von depressiven Patienten innerhalb weniger Tage. Moclo A beeinträchtigt die Aufmerksamkeit nicht. Kurzzeit- und Langzeitstudien mit Tieren weisen auf eine niedrige Toxizität hin. Es wurden keine toxischen Wirkungen auf Leber und Herz beobachtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Moclobemid vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt in den Pfortaderkreislauf absorbiert. Durch den Effekt der ersten Leberpassage wird die systemisch verfügbare Dosisfraktion (Bioverfügbarkeit F) dosisabhängig herabgesetzt (40–80%). Diese Verminderung ist nach Einzeldosen (F: 60%) ausgeprägter als nach Mehrfachverabreichungen (F: >80%).

Distribution

Moclobemid ist lipophil. Das Verteilungsvolumen beträgt zirka 1,0 l/kg. Die Bindung an Plasmaproteine – hauptsächlich an Albumin – beträgt 50%. Die Spitzenkonzentrationen des Präparats im Plasma stellen sich normalerweise etwa eine Stunde nach Verabreichung ein. Nach mehrfachen Gaben nimmt die Plasmakonzentration von Moclobemid während der ersten Behandlungswoche zu und stabilisiert sich anschliessend. Bei Erhöhung der Tagesdosis steigt die Konzentration im Fliessgleichgewicht überproportional an.

Metabolismus

Der Wirkstoff wird fast vollständig metabolisiert. Der Stoffwechsel erfolgt weitgehend über oxidative Reaktionen am Morpholinteil des Moleküls. Pharmakologisch wirksame Abbauprodukte, sind beim Menschen nur in sehr geringen Konzentrationen im Körperkreislauf vorhanden. Die Hauptmetaboliten im Plasma sind ein Lactam- und ein N-oxid-Derivat.

Moclobemid wird teilweise durch die polymorphen Isoenzyme CYP450 2C19 (Mephenytoin Polymorphismus) und CYP450 2D6 (Debrisoquin-Polymorphismus) metabolisiert. Daher könnte der Metabolismus von Moclobemid bei genetisch bedingten oder Arzneimittel-induzierten langsamen Metabolisierern beeinflusst werden. Zwei Studien, die durchgeführt wurden, um den Einfluss dieser Effekte zu untersuchen, zeigen, dass diese aufgrund der vielfältigen alternativen Metabolisierungswege therapeutisch nur für den Mephenytoin-Polymorphismus (CYP450 2C19) relevant ist und eine Dosierungsanpassung notwendig werden kann.

Elimination

Moclobemid wird rasch durch die metabolischen Prozesse aus dem Körper ausgeschieden. Die totale Clearance beträgt zirka 20–50 l/h. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt zwei bis vier Stunden. Weniger als 1% einer Dosis wird unverändert durch die Nieren ausgeschieden. Die gebildeten Metaboliten werden ebenfalls renal eliminiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Absorption und Distribution sind bei älteren Patienten unverändert.

Nierenfunktionsstörung

Nierenerkrankungen verändern die Eliminationscharakteristik von Moclobemid nicht.

Leberfunktionsstörung

Die Metabolisierung ist bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Lebererkrankung reduziert.

Präklinische Daten

Mutagenes und kanzerogenes Potential

Mutagenitätsstudien in vitro (Ames-Test, Chromosomenaberrationstests in Hamsterzellen und humanen Lymphozyten, Induktion von DNA-Reparatur in Rattenhepatozyten und humanen Fibroblasten) wie auch in vivo (Mikrokerntest am Knochenmark der Maus) ergaben bis zu hohen Konzentrationen resp. Dosen keine Anzeichen einer mutagenen Wirkung von Moclobemid.

Karzinogenitätsstudien an Mäusen mit Dosen bis 250 mg/kg und an Ratten mit Dosen bis 225 mg/kg ergaben keine Hinweise auf ein relevantes kanzerogenes Potenzial von Moclobemid.

Reproduktionstoxizität

In reproduktionstoxikologischen Untersuchungen an Ratten und Kaninchen wurden bis zu leicht maternotoxischen Dosen keine embryotoxischen und teratogenen Effekte festgestellt. Die geringfügig erniedrigte Überlebensrate der gesäugten Jungtiere bei hohen maternalen Dosen ist wahrscheinlich auf die pharmakologische Wirkung der Substanz zurückzuführen und ist deshalb ohne Relevanz für den Menschen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Präparat ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Zulassungsnummer

55547 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch.

Domizil

Rotkreuz.

Stand der Information

August 2010.

Verwendung dieser Informationen

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