Dostinex Tabl 0.5 Mg 8 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cabergolinum.

Hilfsstoffe: Leucinum, Lactosum anhydricum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 0.5 mg Cabergolinum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Primäres Abstillen: zur Verhinderung des physiologischen Milchflusses nach Entbindung, sofern medizinisch indiziert.

Sekundäres Abstillen: zur Unterdrückung eines bereits vorhandenen Milchflusses, sofern medizinisch indiziert.

Hyperprolaktinämische Störungen

  • Dysfunktionen, die mit Hyperprolaktinämie assoziiert sind: Amenorrhoe, Oligomenorrhoe, Anovulation und Galactorrhoe;
  • Prolaktin-sezernierende Hypophysenadenome (Mikroprolaktinome);
  • idiopathisch;
  • Syndrom der leeren Sella.

Dosierung/Anwendung

Dostinex wird oral verabreicht. Bei allen Indikationen sollte Dostinex mit einer Mahlzeit eingenommen werden, um die gastrointestinale Toleranz zu verbessern.

Abstillen

Primäres Abstillen: Dostinex soll innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Entbindung eingenommen werden. Die empfohlene Dosis beträgt 1 mg. Sie sollte in einer einzigen Dosis (2 Tabletten zu 0.5 mg) eingenommen werden.

Sekundäres Abstillen: ½ Tablette (0.25 mg) Dostinex soll alle 12 Stunden über zwei Tage verabreicht werden, d.h. insgesamt 4x ½ Tablette (Gesamtdosis 1 mg). Die Einzeldosis soll nicht höher als 0.25 mg sein. 

Behandlung hyperprolaktinämischer Störungen

Die empfohlene Initialdosis von Dostinex liegt bei 0.5 mg pro Woche, entweder als Einmaldosis von 1 Tablette oder in 2 Teildosen (z.B. am Montag und Donnerstag je ½ Tablette). Die wöchentliche Dosis kann schrittweise erhöht werden, vorzugsweise in monatlichen Abständen um 0.5 mg, bis die optimale therapeutische Wirkung erreicht ist. Die therapeutische Dosis liegt normalerweise bei 1 mg (0.25-2 mg) pro Woche. Bei Patienten mit Hyperprolaktinämie wurden Dostinex-Dosen bis zu 4.5 mg/Woche eingesetzt. Jedoch wird bei Patienten, die auf 2 mg Dostinex pro Woche nicht angesprochen haben, selten mit höheren Dosen ein therapeutischer Effekt erreicht. Die höchste tolerierte Dosis bei Patienten mit Hyperprolaktinämie wurde bislang nicht ermittelt. Wenn die wöchentliche Dosis 1 mg Dostinex übersteigt, wird empfohlen, sie in mehrere Teildosen pro Woche aufzuteilen. 

Um die niedrigste wirksame Dosis bestimmen zu können, sollten die Patienten während der Dosistitration genau überwacht werden.

Unerwünschte Wirkungen sind im Allgemeinen dosisabhängig. Patienten, die dopaminerge Präparate schlecht vertragen, sollten eine Initialbehandlung mit einer reduzierten Dosis (d.h. 0.25 mg Dostinex 1x pro Woche) erhalten; danach soll die Dosis schrittweise erhöht werden, bis die therapeutische Dosis erreicht wird. Im Falle schwerer oder persistierender unerwünschter Wirkungen sollte die Dosis vorübergehend reduziert und dann schrittweise wieder erhöht werden (d.h. um 0.25 mg pro Woche alle 14 Tage).

Der Serumprolaktinspiegel sollte einmal pro Monat bestimmt werden. Die Spiegel normalisieren sich üblicherweise 2-4 Wochen nach Erreichen der therapeutischen Dosis.

Wird Dostinex abgesetzt, kommt es normalerweise zu einem Rezidiv der Hyperprolaktinämie. Jedoch kam es bei einigen Patienten während mehrerer Monate zu einer persistierenden Suppression der Prolaktinspiegel. Bei den meisten Frauen persistierten die ovulatorischen Zyklen mindestens 6 Monate lang nach Abbruch der Dostinex-Behandlung. 

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht geprüft (siehe «Kontraindikationen»). 

Ältere Patienten

Die Unbedenklichkeit wurde nicht geprüft. 

Leber- und Niereninsuffizienz

Die Wirkung und Unbedenklichkeit von Dostinex wurde bei Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankungen nicht untersucht.

Kontraindikationen

Pulmonale, pericardiale und/oder retroperitoneale fibrotische Erkrankungen in der Vorgeschichte.

Anatomischer Befund einer Herzklappenerkrankung (z.B. Klappensegelverdickung, restriktive Herzklappenveränderung, gemischt restriktive-stenotische Herzklappenveränderung in der Echokardiographie).

Schwere Leberinsuffizienz oder Cholestase.

Gleichzeitige Behandlung mit starken oder moderaten CYP3A4-Inhibitoren (wie z.B. Itraconazol, Voricanozol, Clarithromycin, Erythromycin. Siehe auch «Interaktionen»).

Kinder und Jugendliche.

Überempfindlichkeit gegen Mutterkornalkaloide oder einen der Hilfsstoffe von Dostinex.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Behandlung sollte unter fachärztlicher Überwachung eingeleitet werden. Der Nutzen einer fortgesetzten Behandlung sollte regelmässig unter Berücksichtigung des Risikos fibrotischer Reaktionen und einer Herzklappenerkrankung überprüft werden (siehe unter «Fibrose und Herzklappenerkrankung» sowie unter «Kontraindikationen», und «Unerwünschte Wirkungen»).

Da eine Hyperprolaktinämie inklusive Amenorrhoe/Galaktorrhoe und Infertilität mit Hypophysentumoren assoziiert sein kann, ist vor Behandlungsbeginn eine komplette Evaluation der Hypophyse erforderlich.

In Analogie zu anderen Ergotderivaten sollte Dostinex bei Frauen mit Präeklampsie oder einer postpartalen Hypertonie nicht eingesetzt werden.

Dostinex sollte mit besonderer Vorsicht verabreicht werden, falls beim Patienten eine oder mehrere der folgenden Erkrankungen vorliegen:

  • Schwere Herz-Kreislauferkrankungen
  • Raynaud Syndrom
  • Hypotonie
  • Magen-Darm-Ulcera
  • Gastrointestinale Blutungen
  • Psychotische Krankheitszustände in der Anamnese

Da nach Gabe von Dostinex ein symptomatischer Blutdruckabfall auftreten kann, muss die Einnahme weiterer blutdrucksenkender Mittel vorher abgeklärt werden. 

Fibrose und Herzklappenerkrankungen

Seröse und fibrotische entzündliche Erkrankungen wie Pleuritis, Pleuraerguss, Pleuraschwarte, Lungenfibrose, Perikarditits, Perikarderguss, Herzklappenerkrankung oder retroperitoneale Fibrose wurden nach längerer Anwendung von Ergotaminderivaten wie Cabergolin beobachtet. Herzklappenerkrankungen traten vorwiegend bei einer Dosis auf, die die empfohlene Dosis zur Behandlung von hyperprolaktinämischen Störungen übersteigt, und waren mit der kumulative Dosis assoziiert. In einigen Fällen wurde über eine Verbesserung der Herzklappenerkrankung nach dem Absetzen von Cabergolin berichtet.

In einigen Fällen wurde eine abnorm erhöhte Erythrozytensenkungsgeschwindigkeit beobachtet, in diesem Fall wird eine Röntgenaufnahme des Thorax empfohlen. Die Messung des Serum-Kreatinins kann ebenfalls hilfreich sein in der Diagnose fibrotischer Erkrankungen.

Es wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung mit Dostinex bei allen Patienten eine kardiovaskuläre Untersuchung, einschliesslich Echokardiographie, vorzunehmen, um eine okkulte Herzklappenerkrankung auszuschliessen.

Fibrotische Erkrankungen können sich schleichend manifestieren. Deshalb sollte während der Behandlung insbesondere auf folgende Symptome bzw. Befunde geachtet werden: pleuropulmonale Erkrankungen, Niereninsuffizienz und Herzinsuffizienz. Die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen (z.B. körperliche Untersuchung, sorgfältige Herzauskultation, Röntgenaufnahme, zusätzliche Echokardiographie, CT) sollte individuell festgelegt werden.

Dostinex soll abgesetzt werden, wenn seröse oder fibrotische entzündliche Erkrankungen diagnostiziert werden oder eine Echokardiographie eine neu aufgetretene oder verschlimmerte Herzklappen-Regurgitation, eine restriktive Herzklappenveränderung oder eine Klappensegelverdickung aufzeigt. 

Störungen der Impulskontrolle wie z.B pathologische Spielsucht, zwanghaftes Geldausgeben oder Kaufen, gesteigerte Libido, Hypersexualität oder zwanghaftes Essen wurden bei Patienten, die mit Dopaminagonisten wie Cabergolin behandelt wurden, berichtet. Diese Symptome waren im Allgemeinen bei Dosisreduktion oder Absetzen der Behandlung reversibel. Patienten und Betreuungspersonen sollten auf das mögliche Auftreten solcher Symptome aufmerksam gemacht werden. Bei Patienten, die solche Symptome entwickeln, sollte eine Dosisreduktion oder ein Ausschleichen der Therapie erwogen werden. 

Cabergolin wurde mit Schläfrigkeit in Verbindung gebracht. Bei der Behandlung von Parkinson Patienten werden Dopamin Agonisten mit plötzlichen Schlafattacken in Zusammenhang gebracht. Eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der Therapie sollte in diesem Falle in Erwägung gezogen werden. 

Da die biliäre Exkretion den wichtigsten Eliminationsweg darstellt, dürfen Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion nicht mit Dostinex behandelt werden (siehe «Kontraindikationen»). Leberfunktionstests sollten bei Patienten unter Langzeitbehandlung regelmässig durchgeführt werden. 

Dostinex stellt bei Frauen mit hyperprolaktinämischem Hypogonadismus die Ovulation und Fertilität wieder her. Da eine Schwangerschaft möglicherweise vor dem Wiedereintreten der Menstruation auftreten kann, ist ein Schwangerschaftstest mindestens alle 4 Wochen während der amenorrhoischen Phase angezeigt, sowienach dem Wiedereintreten der Menstruation jedes Mal dann, wenn die Menstruation um mehr als drei Tage verzögert ist. 

Frauen, die nicht schwanger werden möchten, sollen während und nach der Behandlung mit Dostinex mechanische Kontrazeptionsmethoden anwenden, bis es wieder zu einer Anovulation kommt. 

Dostinex Tabletten enthalten Lactose. Daher sollten Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption Dostinex nicht einnehmen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Eine gleichzeitige Behandlung mit CYP 3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Voriconazol) oder Makrolidantibiotika (z.B. Clarithromycin, Erythromycin) kann überhöhte Cabergolinspiegel zur Folge haben. Eine solche Komedikation ist daher kontraindiziert. 

Pharmakodynamische Interaktionen

Obwohl keine Interaktion zwischen Dostinex und anderen Ergotalkaloiden festgestellt worden ist, wird ein gleichzeitiger Einsatz dieser Präparate nicht empfohlen.

Da Dostinex seine therapeutische Wirkung über eine direkte Stimulation der Dopaminrezeptoren ausübt, sollte es nicht gleichzeitig mit Präparaten verabreicht werden, die eine dopaminantagonistische Wirkung haben (wie Phenothiazine, Butyrophenone, Thioxanthene, Metoclopramid), da sonst die prolaktinsenkende Wirkung von Dostinex reduziert werden kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Studien an Versuchstieren haben keine teratogene Wirkung gezeigt. In den klinischen Studien kam es zu über 100 Schwangerschaften bei Frauen, die wegen hyperprolaktinämischer Störungen behandelt wurden. Dostinex wurde allgemein während der ersten 8 Wochen nach der Konzeption eingenommen. Bei den auswertbaren Schwangerschaften kam es in etwa 85% zu Lebendgeburten und in ca. 10% der Fälle zu einem Spontanabort. Drei Fälle kongenitaler Anomalien (Down Syndrom, Hydrocephalus, Malformation der unteren Extremitäten) gaben Anlass für einen therapeutischen Abort. Ausserdem wurden drei Fälle einer leichten Anomalie bei den Lebendgeborenen festgestellt. Diese Häufigkeitsraten sind vergleichbar jenen der Allgemeinbevölkerung und jenen bei Frauen unter Anwendung anderer Präparate zur Ovulationsinduktion.

Aufgrund dieser Daten scheint die Anwendung von Dostinex nicht mit einem erhöhten Risiko einer Fehlgeburt, Frühgeburt, Mehrlingsgeburt oder kongenitalen Anomalien assoziiert zu sein. Da jedoch die klinischen Erfahrungen limitiert sind, wird empfohlen, dass Frauen, die gerne schwanger werden möchten, erst einen Monat nach dem Absetzen von Dostinex schwanger werden sollten. Wird eine Frau während der Behandlung schwanger, sollte Dostinex nach Bestätigung der Schwangerschaft sofort abgesetzt werden.

Wird eine Frau während der Behandlung mit Dostinex schwanger, sollte sie auf Anzeichen einer Hypophysenvergrösserung untersucht werden, da es während einer Schwangerschaft zur Expansion eines vorbestehenden Hypophysentumors kommen kann. 

Stillzeit

Bei Ratten werden Cabergolin und/oder seine Metaboliten in die Milch sezerniert. Weil nicht bekannt ist, ob Cabergolin auch beim Menschen in die Muttermilch übertritt, sollte während der Behandlung mit Dostinex nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unter Behandlung mit Cabergolin wurden Schläfrigkeit und Schlafattacken beobachtet (schon während der ersten Tage der Einnahme), insbesondere bei Patienten mit Morbus Parkinson, wobei selten über plötzliches Einsetzen von Schlaf während einer Tätigkeit, in manchen Fällen ohne Vorwarnung, berichtet wurde. Die Patienten sollten hierüber informiert und darauf hingewiesen werden, dass beim Lenken von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen während der Behandlung mit Cabergolin Vorsicht geboten ist. Patienten, welche Schläfrigkeit und Schlafattacken zeigten, dürfen kein Fahrzeug lenken und keine Tätigkeiten ausüben, bei denen eine Einschränkung der Aufmerksamkeit ihre eigene Sicherheit oder jene anderer Personen gefährden könnte.

Unerwünschte Wirkungen

Daten aus kontrollierten klinischen Studien während 6 Monaten mit Dosen von 1-2 mg Dostinex pro Woche (in zwei wöchentlichen Teildosen verabreicht) wiesen auf eine Häufigkeit von 68% unerwünschter Wirkungen unter Dostinex hin. Die Symptome waren allgemein leichter bis mässiger Natur und verschwanden meist trotz fortgesetzter Behandlung.

Schwere unerwünschte Reaktionen traten mindestens einmal bei 14% der Patienten auf, zu einem Therapieabbruch infolge unerwünschter Wirkungen kam es jedoch nur bei 3% der Patienten. Nach dem Absetzen von Dostinex bildeten sich die Reaktionen meistens innerhalb weniger Tage zurück. 

Die unerwünschten Wirkungen aus klinischen Studien und aus der Marktüberwachung sind nachfolgend nach Systemorganklassen aufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥10%), häufig (≥1% und <10%), gelegentlich (≥0.1% und <1%), selten (≥0.01% und <0.1%), sehr selten (≥0.001%), nicht bekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht angegeben werden). 

Blut- und Lymphsystem

Nicht bekannt: verminderte Hämoglobinwerte.

Immunsystem

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depressionen, Halluzinationen, Verwirrtheit.

Nicht bekannt: Aggression, Störung der Impulskontrolle (wie pathologische Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität; siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), psychotische Störungen.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (30%), Schwindel (19%).

Häufig: Parästhesien, Dyskinesien.

Herz und Gefässe

Häufig: Hitzewallungen.

Gelegentlich: symptomatische Hypotonie, Ohnmacht, Angina pectoris.

Sehr selten: Herzklappenveränderungen, Pericarditis, Pericarderguss.

Atmungsorgane

Sehr selten: Dyspnoe, Pleuraerguss, Lungenfibrose, respiratorische Insuffizienz.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Nausea (31%).

Häufig: Bauchschmerzen, Obstipation, Erbrechen.

Nicht bekannt: Dyspepsie, Gastritis.

Leber und Galle

Gelegentlich: Veränderungen der Leberfunktionstests.

Haut

Selten: Erythromelalgie.

Sehr selten: Rash, Alopezie.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Beinkrämpfe.

Nieren und Harnwege

Sehr selten: Kreatininerhöhung.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Brustschmerzen.

Allgemeine Störungen

Häufig: Asthenie, Müdigkeit.

Gelegentlich: Ödeme.

Erfahrungen aus der Post-Marketing-Periode

Unter Anwendung von Cabergolin wurde über seröse und fibrotische entzündliche Erkrankungen wie Pleuritis, Pleuraerguss, Pleuraschwarte, Lungenfibrose, Perikarditits, Perikarderguss, Herzklappenerkrankung und retroperitoneale Fibrose berichtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Es liegen keine Erfahrungen mit einer Cabergolin-Überdosierung vor. Eine Überdosierung mit Dostinex könnte zu Symptomen führen, die auf einer Hyperstimulation der Dopaminrezeptoren beruhen wie: Nausea, Erbrechen, Magenbeschwerden, Hypotonie, kognitive oder Wahrnehmungsstörungen.

Allgemeine supportive Massnahmen sollten ergriffen werden, um den nicht absorbierten Wirkstoff zu entfernen und – wenn nötig – den Blutdruck zu stabilisieren.

Zusätzlich kann die Gabe eines Dopaminantagonisten erwogen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G02CB03 

Wirkungsmechanismus

Cabergolin ist ein dopaminerges Ergolinderivat mit einer langanhaltenden prolaktinsenkenden Wirkung. Es wirkt über eine direkte Stimulation der D2-Dopaminrezeptoren auf der Stufe der laktotropen Zellen der Hypophyse, was eine Hemmung der Prolaktinsekretion zur Folge hat. 

Pharmakodynamik

Bei Ratten wird die Prolaktinsekretion mit oralen Dosen von 3-25 µg/kg gesenkt, in vitro mit Konzentrationen von 45 pg/ml. Zusätzlich übt Dostinex in oralen Dosen, die über jenen zur Senkung des Serumprolaktinspiegels liegen, einen zentralen Effekt über eine Stimulation der D2-Rezeptoren aus. Die persistierende prolaktinsenkende Wirkung von Dostinex wird auf die lange Verweildauer am Zielorgan zurückgeführt, wie anhand der langsamen Elimination der Gesamtradioaktivität aus der Hypophyse nach einer oralen Einmaldosis bei Ratten beobachtet werden konnte (Halbwertszeit von ca. 60 Stunden).

Die pharmakodynamischen Wirkungen von Dostinex wurden an gesunden Probanden, puerperalen Frauen und Patienten mit Hyperprolaktinämie untersucht. Nach einer oralen Einmaldosis von (0.3-1.5 mg) kam es in allen drei Gruppen zu einem signifikanten Rückgang des Serumprolaktinspiegels. Die Wirkung setzte innerhalb von drei Stunden ein und hielt bei den Probanden und Patienten mit Hyperprolaktinämie 7-28 Tage bei puerperalen Frauen 14-21 Tage lang an. Die prolaktinsenkende Wirkung ist dosisabhängig, sowohl bezüglich der Intensität der Wirkung als auch der Wirkungsdauer.

Cabergolin zeichnet sich durch eine selektive Wirkung aus. Ein Effekt auf die basale Sekretion anderer Hypophysenhormone und von Cortisol konnte nicht nachgewiesen werden.

Cabergolin führt ausserdem zu Blutdrucksenkung. Die hypotone Wirkung von Dostinex tritt gewöhnlich während der ersten sechs Stunden nach der Einnahme auf. Sie ist dosisabhängig sowohl bezüglich Inzidenz, als auch bezüglich der Blutdrucksenkung. 

Klinische Wirksamkeit

Dostinex verhindert den physiologischen Milchfluss durch die Hemmung der Prolaktinsekretion. Eine einmalige Dosis von 1 mg am ersten Tag nach der Entbindung verhinderte bei 70-90% der Frauen die Milchsekretion wie auch die Vergrösserung der Brustdrüse bzw. die Schmerzen der Brustdrüse.

Bei ungefähr 77% der behandelten Frauen mit schon vorhandener Laktation war die Behandlung mit Dostinex bezüglich Unterdrückung des Milchflusses und Linderung der Brustschwellung und Schmerzen erfolgreich, bei ca. 23% kam es zu einem Rebound-Phänomen.

Unter einer Dauertherapie mit in wöchentlichen Dosen von 1 mg und 2 mg Dostinex wurde bei etwa 84% der behandelten Patienten mit Hyperprolaktinämie der Prolaktinspiegel normalisiert. Bei 83% der behandelten Frauen mit Amenorrhoe erzielte man wieder regelmässige Menstruationen. Das Wiedereinsetzen der Ovulation wurde anhand der Serum-Progesteronspiegel bestimmt. Bei 89% der Frauen,  kam es zu einem Wiedereinsetzen der Ovulation. Eine allfällige Galaktorrhoe bildete sich bei 90% der Frauen zurück. Bei 60% der männlichen und weiblichen Patienten mit Mikro- oder Makroprolaktinomen wurde ein Rückgang der Tumorgrösse festgestellt.

Pharmakokinetik

Das pharmakokinetische Profil von Dostinex wurde an gesunden Männern und Frauen sowie an Patientinnen mit Hyperprolaktinämie untersucht. 

Absorption

Nach oraler Gabe von markiertem Cabergolin wurde die Radioaktivität rasch absorbiert, allerdings mit hoher individueller Streuung. Die höchste Radioaktivität wurde zwischen 0.5 und 4 Stunden nach Gabe von ³H-Cabergolin bzw. zwischen 2 und 3 Stunden nach 14C-Cabergolingabe gemessen.

Die absolute Bioverfügbarkeit beim Menschen ist nicht bekannt.

Nahrung scheint die Absorption und Bioverfügbarkeit von Cabergolin nicht zu beeinflussen.

Aufgrund der langen Eliminationshalbwertszeit wird der Steady-State nach 4 Wochen erreicht. Die mittleren maximalen Plasmaspiegel von Cabergolin sind im Steady-State 3× höher als nach oraler Einmalgabe. 

Distribution

Die Plasmaproteinbindung beträgt 41-42%, das Verteilungsvolumen 1070-1410 L/kg.

Es ist nicht bekannt, ob Cabergolin in die Muttermilch sezerniert wird. 

Metabolismus

Cabergolin wird rasch und intensiv metabolisiert. Der Hauptmetabolit im Urin ist 6-Allyl-8-β-carboxyergolin. Drei weitere Metaboliten wurden im Urin nachgewiesen. Die Metaboliten sind in vitro ebenfalls aktiv, jedoch schwächere Hemmer der Prolaktinsekretion als Cabergolin. 

Elimination

Die Eliminationshalbwertzeit betrug bei gesunden Probanden 63-68 Stunden und bei Patienten mit Hyperprolaktinämie 79-115 Stunden.

10 Tage nach oraler Gabe von radioaktiv markiertem ³H-Cabergolin wurden im Urin 18% und in den Fäzes 72% der Radioaktivität gefunden. Mit 14C-Cabergolin kam es zu ähnlichen Resultaten. Der Anteil des unveränderten Cabergolins lag im Urin bei 2-3% der applizierten Dosis, der Anteil des Hauptmetaboliten 6-Allyl-8-β-carboxyergolin bei 4-6% und der weiteren Metaboliten bei weniger als 3%. 

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pharmakokinetische Daten bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz sowie bei älteren Patienten liegen nicht vor.

Präklinische Daten

Nahezu alle Befunde aus der Reihe präklinischer Studien zur Sicherheit beruhen auf dem zentralen dopaminergen Effekt von Cabergolin oder der Prolaktin-Langzeithemmung in Species (Nagern) mit einer zum Menschen unterschiedlichen spezifischen hormonalen Physiologie. Es bestehen jedoch grosse Sicherheitsabstände gegenüber der therapeutischen Exposition beim Menschen.

In den Studien zur Kanzerogenität wurde ein leichter Anstieg der Häufigkeit folgender wirkstoffbedingter Tumore festgestellt:

Mäuse, weibliche Fortpflanzungsorgane: Zervix-Leiomyom, Uterus-Leiomyom, Uterus-Leiomyosarkom;

Ratten, weibliche Fortpflanzungsorgane: Plattenepithelkarzinom der Zervix, Uterus-Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom des Uterus;

Ratten, männliche Fortpflanzungsorgane: interstitielles Adenom der Testes.

Da die hormonellen Mechanismen wahrscheinlich Species spezifisch sind, ist die Relevanz dieser Tumore für den Menschen unbekannt.

Ausführliche in vivo- und in vitro-Untersuchungen zum Nachweis von Gen- und Chromosomenmutationen ergaben für Cabergolin keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. 

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C im Originalbehälter und ausserhalb der Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

51756 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

September 2013.

LLD V004

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