Dipiperon Tabl 30 Stk

Dipiperon Tabl 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Pipamperonum ut Pipamperoni dihydrochloridum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette enthält 40 mg Pipamperon (entsprechend 48 mg Pipamperondihydrochlorid).

Weisse, runde, flache Tablette mit schräger Kante, einer Bruchkerbe und der Aufschrift «JANSSEN» auf einer Seite.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Chronische Psychosen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Die Dosierung hat einschleichend zu erfolgen. Die optimale Erhaltungsdosis wird individuell bestimmt. Bei einer Erhaltungstherapie ist die minimale effektive Dosis durch regelmässige Dosisanpassungen zu bestimmen.

Bei chronischen Psychosen werden im Allgemeinen 120–360 mg täglich benötigt. Die Behandlung beginnt mit 3× 1 Tablette täglich und wird innerhalb von 2–3 Wochen bis auf 3× 3 Tabletten täglich gesteigert.

Die Tabletten werden mit wenig Wasser während oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Es wird empfohlen, die Therapie mit Dipiperon bei älteren Patienten mit niedriger Dosierung, z.B. mit der Hälfte der empfohlenen Anfangsdosis einschleichend zu beginnen und falls notwendig diese graduell zu erhöhen. Der Blutdruck sollte regelmässig überprüft werden. Die mittlere empfohlene Dosis bei dieser Patientengruppe ist 20 bis 40 mg (½ bis 1 Tablette) 3× täglich. Falls notwendig, kann diese Dosis überschritten werden.

Leber und Niereninsuffizienz

Dipiperon wird bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Dipiperon wird in der Pädiatrie nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Dipiperon ist kontraindiziert bei ZNS-Depression (z.B. Koma, akute Alkohol-, Schlafmittel-, Analgetika-, Psychopharmaka-Intoxikationen) und bei Patienten, welche überempfindlich auf einen der Inhaltsstoffe oder auf ein anderes Butyrophenon reagiert haben.

Dipiperon soll bei der Parkinsonschen Krankheit nicht angewendet werden. Im Übrigen siehe auch unter «Interaktionen».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Plötzliche Todesfälle bei Patienten, die Antipsychotika erhielten

Von psychiatrischen Patienten, welche antipsychotische Arzneimittel, einschliesslich Dipiperon, einnahmen, sind seltene Fälle von plötzlichem und unerklärlichem Tod gemeldet worden. Inwieweit ein Zusammenhang mit Dipiperon besteht, ist unklar.

Erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen

Bei älteren Patienten mit Demenz-bedingter Psychose, die mit Neuroleptika behandelt werden, besteht ein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Die Analyse von siebzehn Placebo-kontrollierten Studien (modale Dauer von 10 Wochen, vor allem Patienten unter atypischen Antipsychotika), ergab ein zwischen 1,6- bis 1,7-mal erhöhtes Mortalitätsrisiko bei Verum-behandelten Patienten gegenüber den mit Placebo behandelten Patienten. Während einer typischen 10 Wochen dauernden, kontrollierten Studie lag die Mortalitätsrate in der Verum-Gruppe bei etwa 4,5%, verglichen mit einer Rate von etwa 2,6% in der Placebo-Gruppe. Obwohl die Todesursachen unterschiedlich waren, schienen die meisten Todesfälle entweder kardiovaskulärer (z.B. Herzversagen, plötzlicher Herztod) oder infektiöser (z.B. Pneumonie) Art. Beobachtungsstudien zeigen, dass, ähnlich wie bei atypischen Antipsychotika, die Behandlung mit konventionellen Antipsychotika die Sterblichkeit erhöhen kann. In welchem Ausmass die beobachtete Erhöhung der Sterblichkeit in den Beobachtungsstudien dem Antipsychotikum oder den Patientencharakteristika zuzuordnen ist, ist noch unklar.

Kardiovaskuläre Wirkungen

Von QT-Intervall-Verlängerung und schweren ventrikulären Arrhythmien, einschliesslich Torsade de pointes, wurden in sehr seltenen Fällen unter Dipiperon-Einnahme berichtet. Vorsicht ist geboten, wenn andere Ursachen für QT-Intervall-Verlängerungen vorliegen, wie angeborene Verlängerung des QT-Intervalls, Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie, Bradykardie, vorbestehende Herzerkrankungen oder Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen und gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern können, wie Antiarrhythmika der Klasse Ia (z.B. Quinidin) und III (z.B. Amiodaron).

Dipiperon sollte bei Patienten mit kardiovaskulären Krankheiten wegen der Gefahr einer Hypotonie mit Vorsicht angewendet werden.

Besonders zu Beginn der Behandlung kann Dipiperon zu einer vorübergehenden orthostatischen Hypotonie führen.

Patienten mit Neigung zu orthostatischen Kreislaufstörungen (v.a. ältere Patienten) müssen vorsichtig einschleichend dosiert werden, Blutdruck-Kontrollen können notwendig sein.

Thromboembolie-Risiko

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Dipiperon identifiziert und Präventivmassnahmen ergriffen werden.

Tardive Dyskinesien

Wie allgemein bei Neuroleptika können bei Patienten mit Langzeittherapie oder nach Beendigung der Therapie tardive Dyskinesien auftreten. Das Syndrom ist hauptsächlich durch unwillkürliche rhythmische Bewegungen der Zunge, des Gesichts, des Mundes oder des Kiefers charakterisiert.

Die Symptome können persistieren und scheinen bei einigen Patienten irreversibel. Das Syndrom kann maskiert werden durch eine Wiederaufnahme der Behandlung, wenn die Dosierung erhöht wird oder wenn auf ein anderes antipsychotisches Arzneimittel gewechselt wird. Die Behandlung sollte dann so rasch als möglich abgebrochen werden.

Malignes Neuroleptisches Syndrom (MNS)

In seltenen Fällen traten unter der Behandlung mit Dipiperon Fälle von MNS auf. Dies ist eine seltene idiosynkratische Antwort, charakterisiert durch Hyperthermie, generalisierte Muskelsteifheit, vegetative Funktionsstörungen und Bewusstseinsveränderungen. Die Hyperthermie ist oft ein frühes Zeichen dieses Syndroms. Jegliche antipsychotische Therapie sollte dann sofort beendet werden und es sollte mit einer geeigneten unterstützenden Therapie und sorgfältiger Überwachung begonnen werden.

Extrapyramidale Symptome

Wie allgemein bei Neuroleptika können extrapyramidale Symptome wie Tremor, Rigidität, Hypersalivation, Bradykinese, Akathisie, akute Dystonie auftreten. Das Auftreten von extrapyramidalen Effekten ist proportional zur Dosis, aber variiert sehr von Patient zu Patient. Insbesondere ältere Patienten können sensibel sein. Eine Dosisreduktion, falls möglich, oder die Verabreichung anticholinerger Medikation hilft bei der Kontrolle der Symptome.

Krampfanfälle/Konvulsionen

Dipiperon kann die Krampfschwelle erniedrigen und sollte deshalb mit Vorsicht bei Epileptikern angewendet werden. Bei diesen Patienten kann es notwendig sein die Dosierung der antikonvulsiven Therapie anzupassen.

Während der Therapie mit Dipiperon sollte auf Alkohol verzichtet werden wegen gegenseitiger Wirkungsverstärkung.

Schwerwiegende immunologische Hautreaktionen

Von einer toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN) und/oder dem Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) wurde in sehr seltenen Fällen berichtet.

Endokrine Wirkungen

Hormonale Effekte aller antipsychotischen neuroleptischen Arzneimittel schliessen die Hyperprolaktinämie, die eine Galaktorrhö, Gynäkomastie und Oligo- oder Amenorrhö verursachen kann, mit ein.

Weitere Hinweise

Wie alle antipsychotischen Substanzen sollte Dipiperon bei einer im Vordergrund stehenden Depression nicht alleine gegeben werden. Es kann mit Antidepressiva kombiniert werden, um solche Zustände zu behandeln, bei denen eine Depression kombiniert mit einer Psychose (z.B. Wahn, Halluzination) auftritt.

Bei Patienten mit Leber- bzw. Niereninsuffizienz wird Dipiperon nicht empfohlen.

Dipiperon wird in der Pädiatrie nicht empfohlen.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapplactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Dipiperon nicht einnehmen.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malapsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Dipiperon nicht einnehmen.

Interaktionen

Von QT-Intervall-Verlängerung und schweren ventrikulären Arrhythmien, einschliesslich Torsade de pointes, wurde in sehr seltenen Fällen unter Pipamperon-Einnahme berichtet. Die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln sollte vermieden werden, die das QT-Intervall verlängern können, wie z.B. Antiarrhythmika der Klasse Ia (z.B. Quinidin) und III (z.B. Amiodaron), Makrolid-Antibiotika, Antihistaminika, Antidepressiva oder die zu einer Hypokaliämie führen können (z.B. bestimmte Diuretika).

Dipiperon kann eine Sedierung, verursacht durch gewisse Arzneimittel (z.B. Barbiturate, Benzodiazepine, Antihistaminika, Opiate) oder durch Alkohol, verstärken.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Antihypertensiva ist zu beachten, dass Dipiperon die blutdrucksenkende Wirkung verstärken kann.

Dipiperon hemmt die Wirkung von Dopamin-Agonisten, wie Bromocriptin, Lisurid und L-Dopa.

Die Kombination mit Medikamenten, welche die Krampfschwelle des Gehirns herabsetzen, sollte vermieden werden. Gleichzeitige Gabe enzyminduzierender Stoffe (z.B. Phenytoin, Barbiturate) kann zu tieferen Plasmaspiegeln von Pipamperon führen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Dipiperon wies bei Ratten und Kaninchen keine teratogene Wirkung auf. Einzelne Fälle von Geburtsfehlern sind nach fötaler Exposition gegenüber Dipiperon gemeldet worden; die Sicherheit bei schwangeren Frauen ist nicht eindeutig gezeigt worden.

Deshalb soll Dipiperon nur verabreicht werden, wenn es eindeutig erforderlich ist.

Bei Neugeborenen, deren Mütter während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschliesslich Pipamperon) einnahmen, besteht nach der Geburt das Risiko für extrapyramidalmotorische und/oder Entzugssymptome. Diese Symptome bei Neugeborenen können Agitation, ungewöhnlich erhöhten oder verminderten Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Probleme beim Füttern einschliessen.

Diese Komplikationen können einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Bei einigen Fällen waren sie selbst limitierend, in anderen Fällen benötigten die Neugeborenen eine Überwachung auf der Intensivstation oder eine längere Hospitalisation.

Ist während der Schwangerschaft ein Absetzen der Behandlung erforderlich, soll dies möglichst nicht abrupt geschehen.

Es ist nicht bekannt, ob Pipamperon in die Muttermilch übergeht. Während der Anwendung von Dipiperon sollte nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es ist zu beachten, dass Dipiperon die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen im Strassenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen beeinträchtigen kann.

Unerwünschte Wirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1000, <1/100; selten (≥1/10'000, <1/1000); sehr selten (<1/10'000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Daten aus offenen klinischen Studien: Die Sicherheit von Dipiperon (40–800 mg/Tag) wurde in zwei offenen klinischen Studien mit 71 Patienten untersucht. In der ersten Studie waren die Indikationen Demenz oder eine psychiatrische Störung (Schizophrenie, manische Depression, Korsakoff-Syndrom, Schwermut). In der zweiten Studie waren die Indikationen psychiatrische Störungen (Schizophrenie, Erregung, Depression).

Nachstehend findet sich eine Auflistung der in klinischen Studien und nach Markteinführung berichteten Nebenwirkungen.

Störungen des Blutsystems

Sehr selten: Leukopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeit.

Endokrine Störungen

Sehr selten: Hyperprolaktinämie (einschliesslich erhöhte Prolaktinspiegel).

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depressionen (5,6%).

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig: Somnolenz (22,5%), Zahnradphänomen (11,3%).

Häufig: Hypertonie (8,5%), Akathisie (8,5%), oculogyrische Krise (7,0%), Opisthotonus (2,8%), Dyskinesie (2,8%).

Sehr selten: Krämpfe (schliesst Krämpfe und Grand-Mal-Anfall ein), malignes neuroleptisches Syndrom, Parkinsonismus, Synkope, tardive Dyskinesie, Tremor.

Funktionsstörungen des Herzens

Häufig: Tachykardien (8,5%).

Sehr selten: Kammerflimmern; in einzelnen Fällen Asystolien.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig: orthostatische Hypotonien (5,6%).

Sehr selten: Hypotonie.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Sehr selten: Epistaxis.

Gastro-Intestinale Störungen

Häufig: Erbrechen.

Funktionsstörungen der Haut

Häufig: Urtikaria (1,4%).

Sehr selten: Hautausschlag, toxische epidermale Nekrolyse.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Häufig: muskuläre Spastizität (1,4%).

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Häufig: Amenorrhö (2,8%).

Sehr selten: Galaktorrhö, Gynäkomastie (einschliesslich Brustanschwellung), Oligomenorrhö, Priapismus.

Allgemeine Störungen

Häufig: Gangstörungen (7,0%), Asthenie (7,0%).

Sehr selten: Fatigue, Hypothermie, Ödeme (einschliesslich Gesichtsödeme und periphere Ödeme), Fieber.

Untersuchungen

Sehr selten: Erhöhung der hepatischen Enzyme.

Unerwünschte Wirkungen, welche unter Neuroleptika beobachtet wurden

Extrapyramidalmotorische und/oder Entzugserscheinungen beim Neugeborenen

In utero Exposition gegenüber Antipsychotika wurde mit unerwünschten Wirkungen beim Neugeborenen assoziiert, wie Agitation, ungewöhnlich erhöhtem oder vermindertem Muskeltonus, Tremor, Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen oder Problemen beim Füttern einschliessen.

Funktionsstörungen des Herzens

Es wurde im Zusammenhang mit Antipsychotika selten über kardiale Effekte wie Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, Torsades de pointes, ventrikuläre Arrhythmien einschliesslich Kammerflimmern, ventrikulärer Tachykardie und Herzstillstand, berichtet. Weiter traten ungeklärte plötzliche Todesfälle auf.

Funktionsstörungen der Gefässe

Es wurde im Zusammenhang mit Antipsychotika über Fälle von venösen Thromboembolien, einschliesslich Fälle von pulmonalen Embolien und tiefer Venenthrombosen, berichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Allgemeine Störungen

Es wurde im Zusammenhang mit Antipsychotika über Fälle von Hyperhidrosis und Hypersalivation berichtet.

Überdosierung

Anzeichen und Symptome

Nach einer Überdosierung wurden unerwünschte Nebenwirkungen wie extrapyramidale Symptome, Krampfanfällen, Hypotonie, Tachykardie, Somnolenz, Kraftlosigkeit, Erbrechen und Müdigkeit, die bekanntlich auch bei normaler Dosierung auftreten, berichtet.

Im Falle einer Überdosierung wurden zusätzliche Reaktionen berichtet, wie Herzkreislaufstillstand, Torsades de Pointes, respiratorisches Versagen, Koma, Gehirnödem, Anoxie, zerebrale Ischämie, Azidose, paralytischer Darmverschluss, Übelkeit, Durchfall, Aggressionszustände, Desorientiertheit, Blässe, Unwohlsein, Miosis und anomale gastrointestinale Geräusche.

Im Rahmen von Überdosierung wurde über Todesfälle berichtet.

Behandlung

Bei Überdosierung empfehlen sich folgende Gegenmassnahmen: Magenentleerung und Verabreichung von Aktivkohle. Es gibt kein spezifisches Antidot. Aufgrund des Risikos einer QT-Intervall-Verlängerung ist ein EKG-Monitoring unter konstanter Überwachung notwendig. Es ist eine unterstützende und symptomatische Behandlung empfohlen. Die Atemwege sind offen zu halten und wenn notwendig soll beatmet werden. Einer assoziierten Hypotonie resp. einem Kreislaufkollaps können durch unterstützende Massnahmen wie intravenöse Infusion von Flüssigkeit, Plasma oder konzentriertes Albumin und Gabe von vasokonstriktorischen Wirkstoffen, Dopamin oder Dobutamin entgegengewirkt werden. Exprapyramidale Symptome sollten mit einem Anticholinergikum behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05AD05

Wirkungsmechanismus

Dipiperon ist ein Neuroleptikum aus der Substanzklasse der Butyrophenone. Es blockiert neben den Dopamin (D2)-Rezeptoren die Noradrenalin (α1)-Rezeptoren und die Serotonin (5-HT2)-Rezeptoren. Dipiperon ist ein sedierendes Neuroleptikum und hat nur wenig anticholinerge Wirkungen. Allein oder in Kombination mit anderen potenten Neuroleptika hat Dipiperon einen günstigen Einfluss auf eine gestörte Wahrnehmung, Autismus und auf eine rigide Persönlichkeit. Dipiperon hat einen positiven Einfluss auf psychotische Störungen (Schizophrenie).

Pharmakokinetik

Absorption

Pipamperon wird rasch aus dem Gastrointestinal-Trakt resorbiert. Nach der Einnahme einer 40-mg-Tablette wird die maximale Plasmakonzentration von 47,4 ng/ml nach 1,8 Stunden erreicht.

Distribution

Die menschliche Plasmaprotein-Bindungskapazität von Pipamperon ist gering und beträgt ca. 36%.

Metabolismus

Pipamperon wird hauptsächlich durch oxidative N-Dealkylierung, Piperidin-Oxidation und Keton-Reduktion metabolisiert. Im Plasma können keine Metaboliten von Pipamperon nachgewiesen werden.

Elimination

Es wird von einer Halbwertszeit von 17 bis 22 Stunden bei gesunden Probanden und älteren Individuen berichtet. Die Elimination erfolgt zur Hauptsache über die Nieren in Form von Metaboliten.

Präklinische Daten

Es wurde gezeigt, dass Pipamperon in in vitro-Studien kardiale HERG-Kanäle blockierte und das Aktionspotential bei isolierten, perfundierten Kaninchenherzen verlängerte. In in vivo-Studien an anästhesierten Meerschweinchen verlängerte Pipamperon nicht das QTc-Intervall und hatte keinen signifikanten Effekt auf die EKG-Morphologie.

Die Untersuchungen der Toxizität nach Einmaldosierung in verschiedenen Spezies zeigten, dass Pipamperon gut toleriert wurde und eine breite Sicherheitsspanne aufweist. Nach wiederholter oraler Gabe zeigten die Resultate zur chronischen Toxizität eine generell Dosis abhängige Reduktion der Gewichtszunahme, Nahrungsaufnahme und allgemeinen Aktivität, welche als Folgen der sedativen pharmakologischen Eigenschaften des Arzneimittels eingeschätzt werden, ähnlich wie bei anderen Neuroleptika des Butyrophenontyps.

Eine Zunahme des relativen Gewichtes der Niere, Leber und des Gehirns (nur bei Ratten) wurden bei Ratten und Hunden beobachtet, zudem eine leichte Änderung klinischer Laborparameter in einer subchronischen Studie an Ratten. Eine Zunahme der Brustdrüsenaktivität wurde bei beiden Geschlechtern festgestellt, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Erhöhung der Prolaktin-Sekretion verursacht durch den Dopamin-antagonistischen Effekt von Pipamperon zurückzuführen ist.

Die langfristige Verabreichung an Ratten (18 Monate) und Hunde (12 Monate) führte zu keiner erhöhten Inzidenz von Tumoren.

In vitro und in vivo-Chromosomenstudien liefern keinerlei Hinweise auf ein genotoxisches Potenzial.

Die in den Reproduktionsstudien festgestellte allgemeine Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfunktion steht möglicherweise in direktem Zusammenhang mit der sedierenden Wirkung des Arzneimittels; bei maternal toxischer Dosierung wurde eine geringgradige Embryotoxizität sowie ein potenziell verzögernder Einfluss auf die Embryonalentwicklung festgestellt.

Zusammenfassend entsprachen die klinischen Anzeichen insgesamt der pharmakologischen Aktivität von Pipamperon bzw. standen damit in Zusammenhang; daher liess sich für die meisten dieser Studien am Tier kein NOAEL (No Adverse Effect Level) festlegen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Tabletten sind ausser Reichweite von Kindern und bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufzubewahren.

Zulassungsnummer

30269 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

EUMEDICA Pharmaceuticals AG, Basel, BS.

Stand der Information

Oktober 2014.

Verwendung dieser Informationen

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