Differin Gel 50 G

Differin Gel 50 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Adapalenum.

Hilfsstoffe:

Crème: Conserv.: E216, E218, Phenoxyethanolum; Excipiens ad unguentum.

Gel: Propylenglycolum; Conserv: E218, Phenoxyethanolum; Excipiens ad gelatum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Crème resp. Gel mit Adapalenum 1,0 mg/g.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Crème: Zur äusserlichen Anwendung bei leichter bis mittelschwerer Komedonen-Akne im Gesicht, auf Brust und Rücken.

Gel: Zur äusserlichen Anwendung bei leichter bis mittelschwerer Komedonen-Akne im Gesicht, auf Brust und Rücken, wenn Komedonen, Papeln und Pusteln vorhanden sind.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung (Tagesdosis)

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Differin Gel oder Crème wurde bei Kindern unter 12 Jahren nicht untersucht.

Differin Crème oder Gel wird einmal täglich nach der Reinigung der Haut am besten vor dem Zubettgehen mit dem Finger auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen.

Spezielle Dosierungsanweisung

Beim Auftreten von lokalen Reizungen kann die Anwendungshäufigkeit von Differin je nach Schweregrad 2 Wochen lang auf jeden zweiten Tag reduziert werden. Gegebenenfalls sollte Differin bis zum Abklingen der Symptome vorübergehend abgesetzt werden.

Bei Patienten, bei denen die Therapie kurzfristig unterbrochen bzw. die Applikationshäufigkeit verringert wurde, kann dann mit der Therapie wieder begonnen bzw. die Applikationsfrequenz wieder erhöht werden, wenn die Gründe für die vorhergenannten Massnahmen entfallen sind.

Therapiedauer

Die klinische Besserung wird in einem Zeitraum von 4 bis 8 Wochen sichtbar und setzt sich während der weiteren Behandlung fort, die 12 Wochen dauern kann.

Korrekte Art der Anwendung

Differin Crème und Gel sind nur zur äusserlichen Anwendung bestimmt.

Die Verwendung von Augen- und Lippenkosmetika ist gestattet. Make-up-Kosmetika sollten jedoch auf wässriger Basis beruhen, Farbkosmetika wie Tönungscrèmes und Puder sind erlaubt, aber es sollten nur nicht-ölige Feuchthaltemittel für trockene Gesichtshaut verwendet werden.

Kontraindikationen

Differin ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe der Crème resp. des Gels gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Differin sollte nicht mit Augen, Mund und Schleimhäuten in Kontakt gebracht werden. Differin sollte nicht auf offene Wunden, Ekzeme und bei akutem Sonnenbrand aufgetragen werden.

Bei versehentlichem Kontakt der Augen mit Differin sollten diese mit reichlich lauwarmem Wasser gespült werden.

Phototoxizität (siehe «Interaktionen»).

Differin Gel enthält:

-Methylparahydroxybenzoat (E218), das allergische (eventuell nach Behandlungsabschluss auftretende) Reaktionen verursachen kann.

-Propylenglykol, das hautreizend wirken kann.

Differin Crème enthält Methylparahydroxybenzoat (E218) und Propylparahydroxybenzoat (E216), die allergische (eventuell nach Behandlungsabschluss auftretende) Reaktionen verursachen können.

Interaktionen

Pharmakokinetische/Pharmakodynamische Interaktionen

Adapalen ist praktisch stabil gegenüber Sauerstoff und Luft und chemisch nicht reaktiv. Zwar haben umfangreiche Studien bei Tier und Mensch gezeigt, dass Adapalen weder über phototoxische noch über photoallergische Eigenschaften verfügt, Erfahrungen mit Adapalen nach längerem Sonnenbad oder nach Bestrahlung mit UV-Licht liegen jedoch nicht vor; daher sollte längeres Sonnenbaden und UV-Bestrahlung zusammen mit der Adapalen-Anwendung unterbleiben.

In klinisch-experimentellen Studien wurde der kumulative Reizindex bei kombinierter Gabe im Abstand von 12 Stunden von Differin Crème oder Gel mit 10% Benzoylperoxid-Gel, einer 1% Clindamycin- oder einer 4% Erythromycin-Lösung geprüft und festgestellt, dass diese drei Kombinationen hierbei als nicht irritierend zu klassifizieren sind.

Die perkutane Absorption von Adapalen ist gering, daher sind Wechselwirkungen mit systemisch verabreichten Arzneimitteln unwahrscheinlich.

Es gibt keine Hinweise, dass die Wirkung oral gegebener Arzneimittel wie z.B. Kontrazeptiva und Antibiotika durch die topische Anwendung von Differin beeinträchtigt wird.

Da Differin lokale Reizungen hervorrufen kann, ist bei gleichzeitiger Anwendung von Produkten für ein Peeling, abrasiven Seifen und Reinigern, stark austrocknenden Substanzen, Adstringentien oder reizend wirkenden Produkten, die Duftstoffe und Alkohol enthalten, eine Verstärkung dieser Hautirritationen möglich.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

In Untersuchungen am Tier nach oraler Verabreichung wurde Reproduktionstoxizität bei hoher systemischer Exposition nachgewiesen.

Die klinische Erfahrung mit lokal angewendetem Adapalen während der Schwangerschaft ist beschränkt. Die wenigen verfügbaren Daten deuten nicht auf schädliche Auswirkungen auf Embryo bzw. Fötus hin. Aufgrund der beschränkten Datenlage und da trotz topischer Anwendung eine geringe systemische Exposition möglich ist, sollte Differin in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn dies ist klar notwendig.

Wird eine Schwangerschaft festgestellt oder vermutet, ist die Behandlung umgehend zu beenden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Adapalen in die tierische oder menschliche Muttermilch übergeht. Deshalb sollte Differin in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen sind nicht zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Differin kann die folgenden unerwünschten Reaktionen hervorrufen (System und Organklassen nach MeDRA):

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig (≥1/100 bis <1/10): Trockene oder gereizte Haut, brennende Hautempfindungen, Erythem.

Gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100): Kontaktdermatitis, unangenehme Hautempfindungen, Sonnenbrand, Pruritus, Hautabschuppung, Akne.

Einzelfälle (Daten aus der Post-Marketing-Überwachung): allergische Dermatitis (allergische Kontaktdermatitis), Hautschmerzen, Hautschwellungen, Irritationen des Augenlides, Augenliderythem, Pruritus des Augenlides, Ödem des Augenlides.

Überdosierung

Differin ist nur für die äusserliche Anwendung bestimmt. Eine mehrmals tägliche Anwendung verbessert nicht den therapeutischen Erfolg, dagegen können eine ausgeprägte Rötung und Schuppung der Haut auftreten.

Die Symptome sind reversibel.

Die akute Toxizität bei der Maus nach oraler Gabe liegt bei 10 ml/kg Körpergewicht. Sollten grössere Mengen der Crème oder des Gels versehentlich verschluckt werden, so sollte eine Magenentleerung vom Arzt vorgenommen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D10AD03

Wirkungsmechanismus, Pharmakodynamik

Adapalen ist eine chemisch stabile, retinoidähnliche Substanz mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Wie Tretinoin lagert sich Adapalen an speziellen Zellkern-Rezeptoren an, im Unterschied zu Tretinoin jedoch nicht an Rezeptorproteine des Cytosols.

Adapalen wirkt nach topischer Applikation in einem experimentellen Akne-Tiermodell (Rhino-Mouse) komedolytisch. Die Rhino-Maus ist durch das zahlreiche Auftreten Komedo-ähnlicher Strukturen in der Haut charakterisiert.

Es beeinflusst ebenfalls eine abnormale epidermale Differenzierung und Keratinisierung; beide Vorgänge spielen in der Pathogenese der Akne eine wesentliche Rolle. Adapalen normalisiert die Kohäsion der follikulären Epithelzellen und vermindert dadurch die Bildung von Mikrokomedonen.

Die entzündungshemmende Wirkungsweise besteht in einer Hemmung der zielgerichteten (chemotaktischen) und der ungezielten (chemokinetischen) Bewegung humaner polymorphkerniger Leukozyten auf entzündliche, chemische Stimuli sowie in der Hemmung des Lipoxygenasemetabolismus der Arachidonsäure mit der Bildung von Entzündungsmediatoren.

Crème

Adapalen Crème wirkt nicht sehr ausgeprägt auf entzündliche Läsionen (Papeln, Pusteln), sondern vor allem auf Komedonen.

Pharmakokinetik

Absorption

Die systemische Adapalen-Absorption über die Haut ist beim Menschen gering. In klinischen Studien bleiben die Plasmaspiegel nach Mehrfachapplikation unterhalb der Nachweisgrenze von >0,15 ng/ml, geringe Mengen (maximal 0,06% des Applizierten) fanden sich im Harn bzw. Stuhl.

Metabolismus/Elimination

Die Hauptmetabolisierungsschritte sind vornehmlich 0-Demethylierung, Hydroxylierung und Konjugation.

Adapalen wird hauptsächlich durch die Galle ausgeschieden.

Präklinische Daten

Grosse Mengen Adapalen rufen nach oraler Verabreichung keine unerwünschten neurologischen, kardiovaskulären oder respiratorischen Effekte hervor.

Die orale Gabe von Adapalen bei Ratten und Kaninchen in relativ hoher Dosierung (25 mg × kg–1 × d–1 oder höher, entsprechend der 625fachen maximal zu erwartenden täglichen Dosis für eine Frau von 50 kg) induzierte in beiden Tierarten ein geringes Auftreten fötaler Missbildungen. Nach oraler Gabe von 5 mg × kg–1 × d–1 (entsprechend der 125fachen maximal zu erwartenden klinischen Dosis) wurden keine Missbildungen des Fötus festgestellt.

Auch embryotoxische Untersuchungen wurden an Ratten und Kaninchen nach topischer Applikation durchgeführt, die einen mindestens 35- bis 120fach höheren Adapalenplasmaspiegel im Vergleich zum klinischen Gebrauch ergaben. Bei diesen Plasmaspiegeln wurde beim Tier eine geringe Zunahme von Föten mit zusätzlichen Rippen- oder Wirbelzahlen beobachtet; schwerwiegende Missbildungen traten aber nicht auf. Es wurde gezeigt, dass das Vorhandensein einer erhöhten Rippenzahl bei Ratten keinerlei Auswirkungen auf die nachfolgende Entwicklung oder Reproduktionsfähigkeit der Nachkommen hatte.

In Tierstudien an Kaninchen (bis 6 Monate) und an Mäusen (bis 2 Jahre) wurde Adapalen nach topischer Applikation gut vertragen. Die wesentlichen toxikologischen Störungen nach oraler Applikation beim Tier lassen sich mit einer Vitamin-A-Hypervitaminose erklären; es handelt sich um Störungen im Knochenstoffwechsel, eine Erhöhung der alkalischen Phosphatase und leichte Anämien.

Adapalen erwies sich als nicht mutagen.

In Tierstudien, die die gesamte Lebenszeit umfassten, wurden Mäuse topisch und Ratten oral mit Adapalen behandelt. Die Ergebnisse zeigten, dass Adapalen kein karzinogenes Potential für den Menschen besitzt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «Verwendbar bis:» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern. Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren!

Zulassungsnummer

54731, 52867 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Galderma Schweiz AG, CH-4622 Egerkingen/Schweiz

Stand der Information

August 2014

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