Dialgine 500mg 10 Tabletten

Dialgine 500mg 10 Tabletten

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Paracetamolum, Coffeinum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Tablette enthält:

Paracetamolum 500 mg, Coffeinum 50 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von leichten bis mässig starken Schmerzen (Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Schmerzen im Bereich von Gelenken und Bändern, Rückenschmerzen, Schmerzen nach Verletzungen).

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: 1–2 Tabletten, Applikationsintervall 4–8 Stunden. Man kann die Tabletten in etwas Wasser auflösen und einnehmen. Nie nüchtern einnehmen.

Maximale Tagesdosis: 8 Tabletten = 4 g Paracetamol.

Die tägliche Maximaldosis darf nicht überschritten werden.

Um eine Überdosis zu vermeiden, muss bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Medikamenten überprüft werden, dass diese kein Paracetamol enthalten.

Dieses Präparat eignet sich nicht für Kinder und Jugendliche.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit auf Paracetamol und verwandte Substanzen. Überempfindlichkeit auf Xanthine.

Schwere Leberfunktionsstörungen/akute Hepatitis.

Schwere Nierenfunktionsstörungen.

Hereditäre konstitutionelle Hyperbilirubinämie (Morbus Meulengracht).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist geboten bei:

Nieren- oder Leberinsuffizienz.

Hämolytische Anämie bei Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel.

Gleichzeitiger Gebrauch von potentiell lebertoxischen oder leberenzyminduzierenden Medikamenten.

Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Vorsicht ist geboten bei Alkoholüberkonsum. Alkohol kann die Hepatotoxizität von Paracetamol steigern, dies insbesondere bei gleichzeitiger Nahrungskarenz. In solchen Fällen kann bereits eine therapeutische Paracetamoldosis zu Leberschädigung führen.

Der Patient muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass Schmerzmittel nicht ohne ärztliche Verordnung über längere Zeit regelmässig eingenommen werden dürfen. Längerdauernde Schmerzen bedürfen einer ärztlichen Abklärung.

Die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, kann zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.

Der Patient ist darauf hinzuweisen, dass bei chronischer Einnahme von Analgetika Kopfschmerzen auftreten können, die zu erneuter Einnahme und damit wiederum zum Unterhalt der Kopfschmerzen führen können (sogenanntes Analgetikakopfweh).

Aufgrund des arrhythmogenen Potentials von Coffein ist bei Patienten mit Arrhythmien und/oder Palpitationen besondere Vorsicht geboten.

Interaktionen

Paracetamol

Enzyminduktoren wie Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Isonicotinsäurehydrazid (INH) und Rifampicin steigern die Hepatotoxizität von Paracetamol.

Alkohol: Siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Mittel, welche die Magenentleerung verlangsamen (z.B. Propanthelin), senken die Resorptionsgeschwindigkeit.

Mittel, welche die Magenentleerung beschleunigen (z.B. Metoclopramid), steigern die Resorptionsgeschwindigkeit.

Chloramphenicol: Die Eliminationshalbwertszeit von Chloramphenicol wird durch Paracetamol um das 5-fache verlängert.

Salicylamid: Salicylamid verlängert die Eliminationshalbwertszeit von Paracetamol und vermehrt den Anfall lebertoxischer Metabolite.

Chlorzoxazon: Bei gleichzeitiger Anwendung von Paracetamol und Chlorzoxazon steigt die Hepatotoxizität beider Substanzen.

Zidovudin: Durch die gleichzeitige Anwendung von Zidovudin und Paracetamol wird die Neigung zu einer Neutropenie verstärkt.

Coffein

Reduzierung der Wirkung von Sedativa wie Barbiturate, Antihistaminika.

Verminderte Elimination von Theophyllin.

Synergische Wirkung gegenüber den tachykarden Wirkungen von z.B. Sympathomimetika, Thyroxin.

Erhöhung der Ausscheidung von Lithium.

Erhöhung des Abhängigkeitspotentials von Substanzen vom Ephedrin-Typ.

Orale Kontrazeptiva, Cimetidin und Disulfiram verlangsamen die Reduktion von Coffein in der Leber. Barbiturate und Rauchen beschleunigen sie.

Die gleichzeitige Verabreichung von Gyrase-Hemmern des Typs C-Chinolone kann die Elimination von Coffein und dessen Metabolit Paraxanthin verzögern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Bei der Anwendung von Dialgine in der Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten.

Auf Grund bisheriger Erfahrungen gilt eine Paracetamol-Einnahme in korrekter Dosierung während der Schwangerschaft bezüglich des Risikos von Funktions- und Organschäden, Missbildungen oder Adaptationsstörungen z.Zt. als wenig bedenklich.

Coffein in hohen Dosen hat im Tierversuch unerwünschte Effekte (wie Skelettanomalien, Wachstumsstörungen) auf den Föten gezeigt. Es existieren jedoch keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.

Epidemiologische Studien über Effekte der Einnahme von Coffein auf die Schwangerschaft zeigten keine Verbindung zwischen einer täglichen Einnahme von ca. 10 mg Coffein/kg KG und einer Zunahme an angeborenen Anomalien.

Es sind keine kontrollierten Studien mit der Kombination vorhanden, weder am Tier noch am Menschen.

Paracetamol und Coffein treten in die Muttermilch über. Die Paracetamol-Konzentration in der Muttermilch ist ähnlich wie die momentane Konzentration im Plasma der Mutter. Es sind jedoch keine bleibenden, nachteiligen Folgen für den Säugling bekannt. Während der Stillzeit kann das Befinden und Verhalten des Säuglings durch mit der Muttermilch aufgenommenes Coffein beeinträchtigt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Langjährige Erfahrungen mit dem Wirkstoff und der Kombination zeigten in der empfohlenen Dosierung noch nie eine negative Wirkung auf die Reaktionsfähigkeit.

Unerwünschte Wirkungen

Blut und blutbildende Organe

Selten (>1/10'000 und <1/1000): Allergisch bedingte Thrombozytopenie, Leukopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, Neutropenie, hämolytische Anämie.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich (>1/1000 und <1/100): Erythematöse, urtikarielle Hautreaktionen und Hautrötungen.

Selten (>1/10'000 und <1/1000): Allergische Reaktionen wie Quincke-Oedem, Atemnot, Bronchospasmus, Schweissausbruch, Übelkeit, Blutdruckabfall bis hin zum Schock.

Ein kleiner Teil (5–10%) der Patienten mit Acetylsalicylsäure-induziertem Asthma oder anderen Manifestationen einer sogenannten ASS-Intoleranz kann in ähnlicher Weise auch auf Paracetamol reagieren (Analgetika-Asthma).

Zentralnervensystem

Selten (>1/10'000 und <1/1000): Schlaflosigkeit, Unruhe, Kopfweh.

Kardiale Beschwerden: Tachykardie.

Magen-Darm-Trakt

Gelegentlich (>1/1000 und <1/100): Magenbeschwerden wie Blähungen, Diarrhöe, Erbrechen.

Leber: siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Überdosierung».

Haut- und subkutane Gewebe

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom.

Überdosierung

Im Vordergrund stehen die toxischen Reaktionen von Paracetamol. Die erforderliche Behandlung richtet sich dementsprechend nach dem Ausmass der Paracetamol-Intoxikation.

Paracetamol

Nach oraler Einnahme von 7,5–10 g Paracetamol bei Erwachsenen und von 150–200 mg/kg beim Kind (bei prädisponierten Patienten wie z.B. solchen mit erhöhtem Alkoholkonsum oder verminderter Glutathionreserve bei Nahrungskarenz schon in geringeren Dosen) kommt es zu akuten Vergiftungserscheinungen an Zellen der Leber und des Nierentubulus in Form von lebensgefährlichen Zellnekrosen.

Plasmakonzentrationen von >200 µg/ml nach 4 Std., von >100 µg/ml nach 8 Std., von >50 µg/ml nach 12 Std. und von >30 µg/ml nach 15 Std. führen zu Leberschäden mit tödlichem Verlauf im Coma hepaticum. Die Hepatotoxizität steht in direkter Abhängigkeit zur Plasmakonzentration.

Symptome einer starken Überdosis

1. Phase (= 1. Tag): Übelkeit, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Appetitlosigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl.

2. Phase (= 2. Tag): Subjektive Besserung, Lebervergrösserung, erhöhte Transaminase- und Bilirubinwerte, Thromboplastinzeit verlängert.

3. Phase (= 3. Tag): Transaminasewerte stark erhöht, Ikterus, Hypoglykämie, Leberkoma.

Therapie

Eine wirksame Therapie sollte bereits bei Verdacht auf eine Intoxikation unverzüglich eingeleitet werden und folgende Massnahmen umfassen:

Magenspülung (ist nur innerhalb der ersten 1 (–2) Std. sinnvoll), nachfolgend Verabreichung von Aktivkohle.

Oraler Gabe von N-Acetylcystein. In Situationen, wo die orale Applikation des Antidots nicht oder nicht gut möglich ist (z.B. durch heftiges Erbrechen, Bewusstseinstrübung), kann dieses intravenös verabreicht werden.

Paracetamolkonzentration im Plasma messen (nicht früher als 4 Std. nach Einnahme).

Coffein

Plasmakonzentrationen ab etwa 15–20 µg Coffein/ml können toxische Reaktionen bewirken.

Symptome

Magenschmerzen, Delirium, Schlaflosigkeit, Diurese, Dehydratation.

Therapie

Neben resorptionsverhindernden Massnahmen (Emesis, Lavage) richtet sich die Behandlung einer Überdosierung mit Coffein nach den Symptomen. Zentralnervöse Symptome und Krampfanfälle bei Überdosierung von Coffein können mit Benzodiazepinen, eine supraventrikuläre Tachykardie kann mit Betablockern behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02BE51

Wirkungsmechanismus

Paracetamol

Der Wirkungsmechanismus für Paracetamol ist nicht eindeutig geklärt. Für die analgetische Wirkung ist nachgewiesen, dass die Hemmung der Prostaglandin-Synthese zentral stärker ist als peripher. Paracetamol verfügt über keine ausgeprägte antiphlogistische Wirkung und hat keinen Einfluss auf die Hämostase oder die Magenschleimhaut.

Coffein

Coffein ist ein Xanthinderivat.

Es gibt Hinweise, dass Coffein in Kombination mit Paracetamol die analgetische Wirkung von Paracetamol verstärkt. Der genaue Wirkungsmechanismus ist noch nicht geklärt.

Coffein induziert eine Konstriktion von cerebralen Blutgefässen. Coffein wirkt vorwiegend als Antagonist an Adenosinrezeptoren. Dadurch wird die hemmende Wirkung des Adenosins im ZNS vermindert. Coffein selbst besitzt kein analgetisches Potential.

Pharmakodynamik

Paracetamol: Analgetikum und Antipyretikum.

Coffein: Zentralstimulierend.

Pharmakokinetik

Resorption

Paracetamol wird nach oraler Verabreichung rasch und vollständig resorbiert. Die Resorption erfolgt im wesentlichen im Dünndarm.

Die Bindung an Plasmaproteine ist bei therapeutischer Dosierung schwach.

Mit einer oralen Einzeldosis von 500 mg Paracetamol/50 mg Coffein in Form von Dialgine Tabletten wurde für Paracetamol ein maximaler Plasmaspiegel von 6,1 µg/ml (Cmax) in 0,5 h (tmax) erreicht. Für Coffein wurde ein maximaler Plasmaspiegel von 0,997 µg/ml (Cmax) in 1 h (tmax) erreicht.

Verteilung

Paracetamol

Das Verteilungsvolumen liegt bei ungefähr 1 l/kg Körpergewicht. Nach der Resorption verteilt sich Paracetamol homogen in den meisten Körperflüssigkeiten. Die Bindung an die Plasmaproteine ist bei therapeutischer Dosierung schwach (<20%); bei Überdosierung kann sie bis zu 50% ausmachen.

Coffein

Coffein verteilt sich im ganzen Körper, passiert rasch die Blut-Hirn- und die Placentaschranke und tritt in die Muttermilch über. Der Coffeinspiegel in der Muttermilch macht 60–90% des Plasmaspiegels aus. Das Verteilungsvolumen beträgt 0,6 l/kg. Die Plasmaproteinbindung ist schwach (<50%). Oral verabreichtes Coffein ist praktisch vollständig bioverfügbar.

Seine plasmatische Halbwertszeit beträgt 3–8 Stunden. Seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.

Metabolismus und Elimination

Paracetamol

Die Metabolisierung findet im wesentlichen in der Leber statt. Die Metaboliten – vor allem Konjugate der Glucuronsäure (60–80%) und der Schwefelsäure (20–40%) – sind inaktiv und werden über die Nieren ausgeschieden. Eine kleine Fraktion (<4%) wird von Cytochrom P 450 oxidiert und in einen Metaboliten umgewandelt, der hepatotoxisch sein könnte. Er wird normalerweise durch Konjugation mit Glutathion ausgeschieden.

Die Ausscheidung erfolgt im wesentlichen über die Nieren. Ca. 3–5% von Paracetamol werden unverändert ausgeschieden. In 24 Stunden sind 98% der Paracetamoldosis über den Harn ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt beim gesunden Erwachsenen 1–3 Stunden.

Coffein

Coffein hat eine Halbwertszeit von 3,6 h. Der Hauptmetabolit ist 1,7-Dimethylxanthin. Weitere Ausscheidungsprodukte sind 1-Methylharnsäure, 1-Methylxanthin, 1,3-Dimethylharnsäure, 7-Methylxanthin und 5-Acetylamino-6-formylamino-3-methyluracil. Als Folge einer diastatischen Induktion haben Raucher eine höhere Biotransformationskapazität als Nichtraucher. Coffein wird bei Schwangeren und bei Patienten mit alkoholbedingter Leberzirrhose langsamer ausgeschieden. Coffein und seine Metaboliten werden vor allem über die Nieren ausgeschieden, lediglich 1–5% der Dosis in unveränderter Form.

Präklinische Daten

Paracetamol

Toxikologische Studien zeigten keine Effekte auf Reproduktion und keine teratogene Wirkung bei den mit Paracetamol behandelten Tieren.

In verschiedenen Untersuchungen wurde ein genotoxisches Potential festgestellt. Auf Grund der mutmasslichen Mechanismen, welche diese Effekte auslösen können, kann aber davon ausgegangen werden, dass bei Dosen unterhalb bestimmter Grenzwerte keine genotoxischen Wirkungen auftreten, wobei aber bei verminderter Glutathionreserve tiefere Schwellenwerte möglich sind.

Die Schwellenwerte, ab denen im Tierversuch eine genotoxische Wirkung gezeigt werden konnte, liegen jedoch klar im toxischen Dosisbereich, welcher Leber- und Knochenmarkschädigungen verursacht. Zudem sind nicht-hepatotoxische Dosen (bis zu 300 mg/kg bei der Ratte und 1000 mg/kg bei der Maus) nicht karzinogen. Es kann deshalb praktisch ausgeschlossen werden, dass therapeutische Dosen eine genotoxische oder karzinogene Wirkung haben.

Coffein

Bei sehr hohen Konzentrationen, ohne Beziehung mit dem täglichen Verbrauch, zeigte Coffein eine mutagene Wirkung in gewissen in vitro Tests ohne metabolische Wirkung. Mit metabolischer Wirkung ist Coffein weder in vivo noch in vitro mutagen. Bei therapeutischen Dosen und Genussmittelgebrauch von Coffein ist die experimentelle Mutagenität nicht zu beachten.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Paracetamol kann falsche positive Resultate beim Test von 5-Hydroxyindolessigsäure im Harn verursachen.

Coffein verursacht eine falsche positive Erhöhung bei Messungen von Urat mit der Bittner-Methode.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel ist ausser Reichweite von Kindern, bei Raumtemperatur (15–25 °C) zu lagern.

Zulassungsnummer

56422 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Intermedica SA – CH- 1701 Fribourg

Stand der Information

März 2014

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