Asazine Filmtabl 400 Mg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Mesalazinum (5-Aminosalizylsäure, 5-ASA).

Hilfsstoffe

Magensaftresistente Tabletten: 76.4 mg, resp. 152.8 mg Lactose Monohydrat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Talkum, Povidon, Magnesiumstearat (pflanzlich), Triethylcitrat, Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:2), Eisenoxid gelb (E 172), Eisenoxid rot (E 172), Macrogol, excip. pro compr. obd.

Suppositorien: Hartfett, excip. pro supp.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Magensaftresistente Tabletten, 400 resp. 800 mg.

Suppositorien, 500 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Magensaftresistente Tabletten

Zur Akutbehandlung oder Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa (Colitis, Rektosigmoiditis und Proktitis).

Suppositorien

Zur Akutbehandlung der Proktitis ulcerosa (bis 20 cm vom Anus).

Kann auch zur Akutbehandlung oder Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa im Bereich des Rektosigmoid oder bei schmerzhaft entzündlichen Komplikationen bei Hämorrhoiden wie Anitis, Kryptitis, anale Papillitis und Rhagaden verwendet werden.

Dosierung/Anwendung

Bei Colitis ulcerosa (Colitis, Rektosigmoiditis und Proktitis).

Erwachsene

Akuter Schub: 1 Asazine magensaftresistente Tablette zu 800 mg morgens, mittags und abends oder 1 Asazine Suppositorium morgens, mittags und abends.

Bei besonders schweren Krankheitsbildern und bei therapieresistenten Fällen kann die Tagesdosis bis auf 6 magensaftresistente Tabletten zu 800 mg erhöht werden. Asazine magensaftresistente Tabletten können mit Asazine Suppositorien kombiniert verabreicht werden.

Rezidivprophylaxe: während der anfallsfreien Phase ist eine Langzeitbehandlung angezeigt, um Rezidive zu vermeiden: 1 Asazine magensaftresistente Tablette zu 400 mg morgens, mittags und abends; oder 1 Asazine Suppositorium morgens und abends. Die Suppositorien sollen nach dem Stuhlgang tief in den Anus eingeführt werden.

Die Langzeitbehandlung mit Asazine sollte auch in der Rezidivprophylaxe konsequent durchgeführt werden.

Die magensaftresistente Tabletten sind zur oralen Therapie und müssen intakt eingenommen werden. Die magensaftresistenten Tabletten dürfen keinesfalls zerkaut oder gebrochen werden. Die Einnahme sollte möglichst vor einer Mahlzeit mit einem Glas Flüssigkeit erfolgen.

Wird eine Dosis oder werden mehrere Dosen ausgelassen, ist die nächste Dosis wie gewohnt einzunehmen.

Bei schmerzhaft-entzündlichen Komplikationen bei Hämorrhoiden

Während der akuten Phase morgens und abends 1 Asazine Suppositorium. Nach Abklingen der akuten Symptome sollen die Suppositorien für mindestens 1 Woche weiter verabreicht werden.

Ältere Patienten

Ausser bei schwerwiegend beeinträchtigter Leber- und Nierenfunktion kann die angegebene Dosierung für Erwachsene verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Studien mit älteren Patienten wurden nicht durchgeführt.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht ausreichend untersucht.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Mesalazin oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Bekannte Allergien gegen Salizylate.

Schwere Leberfunktionsstörungen.

Schwere Nierenfunktionsstörungen (GFR <30 ml/min./1.73 m2).

Kinder unter 2 Jahren.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nierenfunktionsstörungen

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit erhöhten Blutharnstoffwerten oder Proteinurie. Die Möglichkeit von Mesalazin-induzierter Nierenschädigung muss bei Patienten in Betracht gezogen werden, die Nierenfunktionsstörungen während der Behandlung entwickeln.

Bei allen Patienten werden vor Beginn und während der Behandlung mit Asazine Nierenuntersuchungen empfohlen. Während der Therapie werden Kontrollen innerhalb von 14 Tagen nach Beginn der Behandlung, und danach monatlich für die folgenden drei Monate empfohlen. Kurze Untersuchungsintervalle früh nach Beginn der Asazine Therapie lassen seltene akute allergische Nierenschädigungen erkennen. Bei Abwesenheit einer akuten allergischen renalen Reaktion können die Untersuchungsintervalle auf halbjährlich und jährlich nach fünf Jahren erweitert werden.

Bei Auftreten von Nierenfunktionsstörungen sollte die Behandlung mit Asazine sofort beendet werden und die Patienten sollten sofort ärztlichen Rat einholen.

Dyskrasie

Sehr selten ist über schwerwiegende Dyskrasie berichtet worden. Ein Blutstatus mit vollständigem Blutbild sollte vor Beginn und während der Therapie erhoben werden. Während der Therapie werden Kontrollen innerhalb von 14 Tagen nach Beginn der Behandlung, und danach monatlich für die folgenden drei Monate empfohlen. Bei normalem Befund werden vierteljährliche Kontrollen empfohlen. Beim Auftreten zusätzlicher Krankheitszeichen sind weitere Kontrolluntersuchungen erforderlich. Dieses Vorgehen gilt insbesondere, wenn ein Patient während der Behandlung Anzeichen oder Symptome entwickelt die auf Dyskrasie hinweisen wie zum Beispiel unerklärte Blutungen, Hämatome, Purpura, Anämie, anhaltendes Fieber oder Halsschmerzen. Bei Verdacht oder Vorliegen einer Dyskrasie sollte die Behandlung mit Asazine sofort abgebrochen werden und die Patienten sollten sofort ärztlichen Rat einholen.

Leberfunktionsstörungen

Es gibt Berichte über erhöhte Leberenzymwerte bei Patienten die mit Mesalazin-haltigen Präparaten behandelt worden sind. Vorsicht ist geboten wenn Asazine Patienten mit Leberfunktionsstörungen verabreicht wird.

Blutuntersuchungen (Leberfunktionsparameter wie ALT und AST) sollten vor und während der Behandlung nach Ermessen des Arztes durchgeführt werden. Als Richtlinie werden Nachkontrollen 14 Tage nach Beginn der Behandlung, sowie 2 bis 3 zusätzliche Kontrollen nach jeweils weiteren 4 Wochen empfohlen. Bei normalen Befunden werden Kontrolluntersuchungen alle 3 Monate empfohlen. Bei Auftreten zusätzlicher Krankheitszeichen ist eine sofortige Kontrolluntersuchung erforderlich.

Kardiale Überempfindlichkeitsreaktionen

Selten ist bei Asazine über Mesalazin-induzierte kardiale Überempfindlichkeitsreaktionen (Myo- und Perikarditis) berichtet worden. Asazine darf nicht verabreicht werden bei bekannter früherer Mesalazin-induzierter kardialer Überempfindlichkeit. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit früherer Myo- oder Perikarditis allergischer Genese unabhängig von deren Ursache.

Lungenerkrankung

Patienten mit einer Lungenerkrankung, insbesondere Asthma, sollten während der Behandlung mit Asazine besonders sorgfältig überwacht werden.

Überempfindlichkeit gegenüber Sulfasalazin-haltigen Präparaten

Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Sulfasalazin sollte die Behandlung mit Asazine nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle begonnen werden. Sollten akute Unverträglichkeitserscheinungen wie z.B. Krämpfe, Abdominalschmerzen, Fieber, schwere Kopfschmerzen oder Hautausschläge auftreten, ist die Behandlung sofort abzubrechen.

Magen- und Darmulzera

Aus theoretischen Gründen sollte bei diagnostiziertem Magen- oder Darmulkus die Behandlung mit Vorsicht begonnen werden.

Kohlenhydrat-Intoleranz

Patienten mit der seltenen vererbbaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Asazine nicht einnehmen.

Tabletten im Stuhl

Eine begrenzte Zahl von Meldungen über intakte Tabletten im Stuhl liegt vor. Diese scheinbar intakten Tabletten könnten in manchen Fällen weitgehend leere Hüllen des Tablettenüberzuges sein. Sollten wiederholt Tabletten im Stuhl beobachtet werden, sollte der Patient seinen Arzt konsultieren.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist die Anwendung von Asazine nur bei Vorliegen einer normalen Nieren- und Leberfunktion empfohlen und sollte generell mit Vorsicht erfolgen (siehe «Kontraindikationen»).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Asazine wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend untersucht.

Interaktionen

Es liegen isolierte Berichte über eine vermeintlich veränderte Blutgerinnung (INR-Werte) nach gemeinsamer Verabreichung mit Cumarinen (Phenprocoumon, Warfarin) vor.

Mesalazin kann die myelosuppressiven Effekte von Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Thioguanin verstärken. Lebensbedrohliche Infektionen können auftreten. Patienten sollten sorgfältig auf Anzeichen einer Infektion und Myelosuppression beobachtet werden. Besonders zu Beginn einer solchen Kombinationstherapie sowie in regelmässigen Abständen (wöchentlich) sollte das Blutbild mit besonderer Berücksichtigung der Leukozyten-, Thrombozyten- und Lymphozytenzahl kontrolliert werden.

Wenn die Zahl der Leukozyten nach einem Monat stabil ist, erscheinen monatliche Blutuntersuchungen für die folgenden drei Monate und danach vierteljährliche Kontrollen adäquat.

Abgesehen von Interaktionsstudien mit Purinantimetaboliten bei Erwachsenen und Kindern wurden keine anderen Wechselwirkungsstudien bei Erwachsenen oder Kindern durchgeführt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Asazine bei schwangeren Frauen vor. Jedoch wurden bei einer begrenzten Zahl von Mesalazin exponierten schwangeren Frauen (627) keine negativen Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder Gesundheit der Föten/Neugeborenen gefunden. Zurzeit sind keine weiteren relevanten epidemiologischen Daten verfügbar. In einem Einzelfall wurde unter Langzeitanwendung einer hohen Dosis Mesalazin (2–4 g, oral) während der Schwangerschaft Nierenversagen bei einem Neugeborenen beobachtet.

Studien an Tieren mit oraler Mesalazin Applikation lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schliessen. Asazine sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen das potentielle Risiko übersteigt.

Stillzeit

In der menschlichen Muttermilch wurden niedrige Konzentrationen von Mesalazin und seinem N-Acetyl-Metaboliten nachgewiesen. Die klinische Signifikanz hiervon ist nicht bekannt. Bislang liegen nur begrenzte Erfahrungen während der Stillzeit bei Frauen vor. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Durchfall beim Säugling können nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte Asazine während der Stillzeit nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen das potenzielle Risiko übersteigt. Falls der Säugling Durchfall entwickelt, sollte das Stillen beendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Relevante Auswirkungen sind nicht zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Über allergische Reaktionen in Bezug auf Herz, Lungen, Leber, Nieren, Pankreas, Haut und Unterhautzellgewebe wurde berichtet.

Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Sulfasalazin ist die Behandlung bei Auftreten akuter Symptome einer Unverträglichkeit wie Krämpfe, Abdominalschmerz, Fieber, starker Kopfschmerz oder Exanthem unverzüglich zu beenden.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig: ≥1/10, häufig: ≥1/100 und <1/10, gelegentlich: ≥1/1'000 und <1/100, selten: ≥1/10'000 und <1/1'000, sehr selten: <1/10'000, unbekannt (nicht bestimmbar aus der verfügbaren Information).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Eosinophilie (als Teil einer allergischen Reaktion).

Sehr selten: Verändertes Blutbild (aplastische Anämie, Agranulozytose, Panzytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Thromozytopenie).

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen wie allergisches Exanthem, Arzneimittelfieber, Lupus erythematosus-Syndrom, Pancolitis.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerz.

Häufig: Schwindel.

Gelegentlich: Parästhesie.

Sehr selten: Periphere Neuropathie.

Erkrankungen des Herzens

Selten: Myokarditis, Perikarditis.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Sehr selten: Allergische und fibrotische Lungenreaktionen (einschliesslich Dyspnoe, Husten, Bronchospasmus, Alveolitis, pulmonale Eosinophilie, Lungeninfiltration, Pneumonitits), interstitielle Pneumonie, eosinophile Pneumonie, Lungenerkrankung.

Unbekannt: Pleuritis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Erbrechen, Übelkeit, Dyspepsie, Abdominalschmerz, Diarrhö.

Gelegentlich: Flatulenz.

Sehr selten: Akute Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Veränderung der Leberfunktionsparameter (Erhöhung der Transaminasen und Cholestase-Parameter), Hepatitis, cholestatische Hepatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Exanthem.

Gelegentlich: Urtikaria, Pruritus.

Sehr selten: Alopezie.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Arthralgie.

Gelegentlich: Myalgie.

Unbekannt: Lupus-ähnliches Syndrom mit Perikarditis und Pleuroperikarditis als prominente Symptome sowie Hautausschlag.

Erkrankung der Nieren und Harnwege

Sehr selten: Nierenfunktionsstörung einschliesslich akuter und chronischer interstitieller Nephritis und Niereninsuffizienz, nephrotisches Syndrom, Nierenversagen, das bei frühem Absetzen der Behandlung reversibel sein kann.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und Brüste

Sehr selten: Oligospermie (reversibel).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Fieber.

Gelegentlich: Brustschmerzen.

Unbekannt: Mesalazin Intoleranz mit erhöhtem C-reaktivem Protein und/oder Exazerbation der Erkrankung. Lokalreaktion (nur bei Suppositorien)

Untersuchungen

Unbekannt: Erhöhte Kreatininwerte im Blut, Gewichtsverlust, Kreatinin-Clearance erniedrigt, Amylase erhöht, Sedimentationsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen erhöht, Lipase erhöht, Blut Harnstoff Stickstoff (BUN) erhöht.

Eine nicht bekannte Anzahl der oben genannten Nebenwirkungen hängt wahrscheinlich eher mit der zugrunde liegenden chronisch-entzündlichen Darmerkrankung als mit der Behandlung mit Asazine zusammen. Dies gilt besonders für gastrointestinale Nebenwirkungen und Arthralgie.

Bei Patienten, bei denen während der Behandlung eine Nierenfunktionsstörung auftritt, sollte an eine Mesalazin-induzierte Nephrotoxizität gedacht werden, die nach Absetzen der Behandlung reversibel sein kann.

Um eine Dyskrasie infolge der Entwicklung einer Knochenmarkdepression zu vermeiden, sollten die Patienten sorgfältig überwacht werden.

Die gleichzeitige Verabreichung von Azathioprin, 6-MP oder Thioguanin kann über eine Verstärkung der myelosuppressiven Effekt eine Leukopenie auslösen.

Überdosierung

Es gibt wenige Daten zur Überdosierung (z.B. beabsichtigter Suizid mit einer hohen oralen Dosis Mesalazin). Diese weisen nicht auf eine renale oder hepatische Toxizität hin. Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A07EC02

Wirkungsmechanismus

Asazine enthält Mesalazin (5-Aminosalizylsäure), welches antiinflammatorische Eigenschaften aufweist, deren Wirkmechanismus nicht völlig geklärt ist. Es resultiert eine Reduktion pro-inflammatorischer Prozesse in der entzündeten Darmmukosa.

Pharmakodynamik

Mesalazin inhibiert in therapeutisch relevanten Konzentrationen die Migration polymorph-kerniger Leukozyten sowie zelluläre Lipoxygenase. Dadurch wird in Makrophagen der Darmwand die Produktion pro-inflammatorischer Leukotriene (LTB4, 5-HETE) unterdrückt. Unter experimentellen Bedingungen wurde Cyclo-oxygenase und dadurch die Freisetzung von Thromboxan B2 und Prostaglandin E2 gehemmt; die klinische Relevanz dieser Effekte ist nicht bekannt.

Mesalazin hemmt die Bildung von plättchenaktivierendem Faktor (PAF). Kürzlich wurde die durch Mesalazin ausgelöste Aktivierung des PPAR-γ Rezeptors aufgezeigt, die einer nucleären Aktivierung intestinaler Entzündungsreaktionen entgegenwirkt. Mesalazin ist auch ein Antioxidans; es verringert nachweislich die Bildung reaktiver Sauerstoffprodukte und fängt freie Radikale ab.

Klinische Wirksamkeit

Die Akutbehandlung der Colitis ulcerosa wurde an 529 Patienten mit milden bis mittelschweren Symptomen untersucht. Von sechs kontrollierten Studien waren zwei Plazebo-kontrolliert, vier Studien waren Referenz-kontrolliert oder dienten der Dosisfindung. Die Behandlungsdauer variierte zwischen vier und sechs Wochen. Allen Patienten gemeinsam war das Vorliegen von sigmoidoskopisch belegter Erkrankung. Das Ansprechen auf die Therapie wurde anhand von klinischen Untersuchungen, Patienten Selbstkontrollen sowie klinischen Befunden (Sigmoidoskopie Bewertungen) täglich oder im Abstand mehrerer Wochen kontrolliert. Beide Plazebo-kontrollierten Studien erreichten ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten von Mesalazin.

Die Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa wurde an 503 Patienten untersucht. Von vier kontrollierten Studien war eine Plazebo-kontrolliert und drei Referenz-kontrolliert. Die Behandlungsdauer variierte zwischen vier und elf Monaten. Studienendpunkt war das Auftreten eines Rückfalls mit sigmoidoskopischer Kontrolle. Die Plazebo-kontrollierte Studie erreichte ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten von Mesalazin.

Die Wirkung von rektal appliziertem Mesalazin (Asazine Suppositorien) wurde in vier doppelblinden Studien an total 318 Patienten geprüft. Drei Studien untersuchten die Wirksamkeit bei der Akutbehandlung von milder bis mittelschwerer Proktitis und Proktosigmoiditis; davon waren zwei Studien Placebo-kontrolliert und eine Referenz-kontrolliert. Die Behandlungsdauer betrug vier Wochen. Beide Plazebo-kontrollierten Studien erreichten ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten von Mesalazin. Die vierte kontrollierte Studie untersuchte den Effekt einer einjährigen Rezidivprophylaxe. Es wurde ein signifikant besseres Ergebnis für 0,5 g sowie 1 g Mesalazin gegenüber Placebo gefunden.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Einnahme von Mesalazin (Asazine) erreicht der Wirkstoff unverändert das terminale Ileum. Ab einem pH >7 wird der Wirkstoff freigesetzt. Die Absorption wurde unter Steady-state Bedingung an 38 gesunden Probanden sowie 14 Patienten mit Colitis ulcerosa in Remission untersucht. Die mittlere Absorption (kumulative Ausscheidung im Urin) beträgt 26%. Mesalazin wird zu 40% und N-Acetyl-mesalazin zu 80% an Plasmaproteine gebunden.

Nach einmaliger rektaler Gabe von 0,5 g Mesalazin (Asazine) wurde für den Wirkstoff und dessen Hauptmetaboliten N-Acetyl-mesalazin [Werte in Klammern] folgende Parameter bestimmt: Cmax 271 ± 26 ng/ml [528 ± 50 ng/ml], Tmax 2,4 ± 0,3 h [3,9 ± 0,4 h], AUC 1737 ± 381 ng/ml × h [5756 ± 1657 ng/ml × h].

Distribution

Distributionsstudien liegen nicht vor.

Metabolismus

Mesalazin wird bereits beim Übertritt in die Darmmukosa präsystemisch zu N-Acetyl-Mesalazin metabolisiert. Ein Teil des freien Mesalazins wird in der Leber sowie von Darmbakterien N-acetyliert.

Elimination

Mesalazin sowie N-Acetyl-mesalazin werden hauptsächlich mit den Faeces ausgeschieden. Die renale Ausscheidung erfolgt hauptsächlich als N-Acetyl-mesalazin und beschränkt sich auf den absorbierten Teil, der zirka 26% einer oral verabreichten Dosis entspricht.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Kinetik spezieller Patientengruppen (z.B. bei Leber- und Niereninsuffizienz, genetische Polymorphismen) ist nicht untersucht.

Präklinische Daten

Für Mesalazin wurde keine Mutagenität oder klastogene Aktivität im Ames Test sowie keine Kanzerogenität in Tierversuchen festgestellt. In einer Untersuchung am Knochenmark der Maus konnte keine Mikronucleus Induktion nachgewiesen werden. In humanen Lymphocyten konnte für den Hauptmetaboliten N-Acetyl-mesalazin weder eine Mikronucleus Induktion noch ein Austausch von Schwester Chromatiden nachgewiesen werden. In Studien an der Ratte (360 mg/kg) oder Kaninchen (480 mg/kg) wurden keine Anhaltspunkte für ein erhöhtes teratogenes Risiko gefunden. In Ratten beiderlei Geschlechtes veränderte Mesalazin die Fertilität nicht. Die Ergebnisse von Reproduktionsstudien an weiblichen Versuchstieren ergaben keine negativen Hinweise auf Fertilität, Gestation, Wehen, Geburt, Laktation oder Lebensfähigkeit.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Asazine magensaftresistente Tabletten nicht über 25 °C lagern und in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Asazine Suppositorien bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern und in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Zulassungsnummer

53108, 55497 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Tillotts Pharma AG, 4310 Rheinfelden.

Stand der Information

Oktober 2015.

Verwendung dieser Informationen

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