Ketesse Filmtabl 25 Mg 40 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Dexketoprofen.

Hilfsstoffe: Excip. pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weisse, runde Tablette mit Bruchrille zu 25 mg Dexketo­profen (als Dexketoprofen-Trometamol).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Symptomatische Behandlung von Schmerzen leichten bis mittleren Schweregrades wie Schmerzen der Skelettmuskulatur, Zahnschmerzen oder Dysmenorrhö.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Erwachsene

Abhängig von der Art und der Intensität der Schmerzen, beträgt die empfohlene Dosierung alle 8 Stunden eine Tablette zu 25 mg. Die tägliche Gesamtdosis sollte 75 mg nicht überschreiten. Ketesse Tabletten sind nicht für eine Langzeitbehandlung vorgesehen und die Behandlung muss auf die symptomatische Periode beschränkt werden.

Die Einnahme zusammen mit Nahrung verzögert die Absorptionsgeschwindigkeit des Arzneimittels (siehe «Pharmakokinetik»), so dass bei akuten Schmerzen die Einnahme 30 Minuten vor den Mahlzeiten empfohlen wird.

Kinder und Jugendliche

Da ungenügende klinische Erfahrungen vorliegen und daher Sicherheit und Wirksamkeit nicht belegt sind, soll Ketesse nicht an Kinder und Jugendliche verabreicht werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten wird generell empfohlen, die Behandlung mit einer niedrigeren Dosierung einzuleiten und nach Bedarf und bei guter Verträglichkeit zu steigern.

Leberfunktionsstörungen

Patienten mit leichten bis mittelschweren hepatischen Dysfunktionen (Child-Pugh-Score 5–9) sollen die Behandlung mit reduzierter Dosis beginnen und sorgfältig überwacht werden. Ketesse Tabletten sollen bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score 10–15) nicht eingesetzt werden.

Nierenfunktionsstörungen

Die Anfangsdosis soll bei Patienten mit leicht eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 50–80 ml/min) auf 50 mg pro Tag reduziert werden. Ketesse Tabletten sollen bei Patienten mit mittelschweren und schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance <50 ml/min) (siehe «Kontraindikationen») nicht eingesetzt werden.

Kontraindikationen

Das Präparat darf nicht verabreicht werden an Patienten mit:

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung;

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Asthma, Bronchospasmen, akuter Rhinitis, Entstehung von Nasenpolypen, Urtikaria oder Angioödemen nach der Einnahme von Substanzen mit ähnlicher Wirkung (Acetylsalicylsäure oder anderen nichtsteroidalen Analgetika/Antirheumatika);

aktiven oder vermuteten Ulzera oder einer Vorgeschichte von Ulcus oder chronischer Dyspepsie;

aktiven Magen- und/oder Duodenalulzera oder gastrointestinalen oder anderen Blutungen sowie Blutgerinnungs­störungen;

entzündlichen Darmerkrankungen (wie M. Crohn, Colitis Ulcerosa);

Bronchialasthma in der Vorgeschichte;

schwerem Herzversagen;

schwerer Herzinsuffizienz (NYHA III-IV);

mittelschwerer bis schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <50 ml/min);

schwerer Leberfunktionsstörungen (Leberzirrhose und Aszites; Child-Pugh-Score 10–15);

hämorrhagischer Diathese oder anderen Koagulopathien sowie bei Patienten unter antikoagulativer Behandlung;

Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (resp. Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine);

drittes Trimenon der Schwangerschaft und während der Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeiner Warnhinweis für die Anwendung von systemischen nicht-steroidalen Antirheumatika

Gastrointestinale Ulzerationen, Blutungen oder Perforationen können während der Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2 selektiv oder nicht, jederzeit auch ohne Warnsymptome oder anamnestische Hinweise auftreten. Um dieses Risiko zu verringern, sollte die tiefste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Für gewisse selektive COX-2-Hemmer wurde in Placebo-kontrollierten Studien ein erhöhtes Risiko für thrombotische kardio- und zerebrovaskuläre Komplikationen gezeigt. Es ist noch nicht bekannt, ob dieses Risiko direkt mit der COX-1/COX-2-Selektivität der einzelnen NSAR korreliert.

Da für Dexketoprofen zurzeit keine vergleichbaren klinischen Studiendaten unter maximaler Dosierung und Langzeittherapie vorliegen, kann ein ähnlich erhöhtes Risiko nicht ausgeschlossen werden. Bis zum Vorliegen von entsprechenden Daten sollte Dexketoprofen bei klinisch gesicherter koronarer Herzkrankheit, zerebrovaskulären Erkrankungen, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder bei Patienten mit erheblichen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Auch wegen diesem Risiko sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden. Die renalen Effekte der NSAR umfassen Flüssigkeitsretention mit Ödemen und/oder arterielle Hypertonie. Bei Patienten mit beeinträchtigter Herzfunktion und anderen Zuständen, die zur Flüssigkeitsretention prädisponieren, sollte Dexketoprofen deshalb nur mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika oder ACE-Hemmer einnehmen, sowie bei erhöhtem Risiko einer Hypovolämie.

Die Sicherheit für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht ausreichend untersucht worden.

Vorsichtig anwenden bei Patienten mit Allergien in der Anamnese.

Bei Patienten, die an Allergien wie z.B. Asthma bronchiale (siehe «Kontraindikationen») leiden oder gelitten haben, kann durch Ketesse ein Bronchialspasmus oder eine andere allergische Reaktion ausgelöst werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Ketesse mit anderen NSAR, einschliesslich selektiven Cyclooxygenase-2-Hemmern, sollte vermieden werden.

Nebenwirkungen können reduziert werden, indem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung» und gastrointestinale und kardiovaskuläre Risiken weiter unten).

Gastrointestinale Blutungen, Ulcera oder Perforationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse in der Anamnese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf. Wenn bei Patienten, die Ketesse erhalten, Blutungen oder Ulcera auftreten, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Bei höheren NSAR-Dosen ist das Risiko für gastrointestinale Blutungen, Ulzerationen oder Perforationen, bei Patienten mit einer Ulkus-Vorgeschichte – insbesondere wenn Blutungen oder Perforation auftraten (siehe Rubrik «Kontraindikationen») – und bei älteren Patienten erhöht.

Das Arzneimittel ist mit Vorsicht anzuwenden bei älteren Patienten, die am Allgemeinen anfälliger für Nebenwirkungen sind. Die Folgen, z.B. gastrointestinale Blutungen und/oder Perforationen sind dosisabhängig, können häufiger schwer sein, auch mit letalem Ausgang (siehe Rubrik «Kontraindikationen»), und ohne vorherige Warnsymptome oder eine entsprechende Vorgeschichte jederzeit während der Behandlung auftreten. Diese Patienten sollten die Behandlung mit der niedrigst möglichen Dosis beginnen.

NSAR sollten bei Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen in der Vorgeschichte mit Vorsicht angewendet werden, da sich ihr Zustand verschlimmern kann (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»).

Patienten mit gastrointestinalen Symptomen oder Erkrankungen in der Vorgeschichte sollten auf Verdauungsstörungen, im Speziellen auf gastrointestinale Blutungen überwacht werden.

Bei diesen Patienten sollte eine Kombinationstherapie mit schützenden Wirkstoffen (z.B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmern) erwogen werden. Dies gilt auch für Patienten, die gleichzeitig eine Therapie mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure benötigen, oder andere Arzneimittel, die wahrscheinlich das gastrointestinale Risiko erhöhen (siehe weiter unten und Rubrik «Interaktionen»).

Patienten mit gastrointestinalen Problemen in der Vorgeschichte, insbesondere, wenn es ältere Patienten sind, sollten über jegliche ungewöhnliche abdominale Symptome berichten (insbesondere gastrointestinale Blutungen) besonders zu Behandlungsbeginn.

Zur Vorsicht sollte Patienten geraten werden, die gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die das Risiko von Ulzerationen oder Blutungen erhöhen können, wie orale Kortikosteroide, Antikoagulanzien, wie Warfarin, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer oder Thrombozytenaggregationshemmer, wie Acetylsalicylsäure (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Alle nicht-selektiven NSAR können die Plättchenaggregation hemmen und die Blutgerinnungszeit über die Prostaglandinsynthesehemmung verlängern. Die gleichzeitige Verabreichung von Dexketoprofen-Trometamol mit prophylaktischen Dosen von niedermolekularem Heparin in der postoperativen Phase wurde in kontrollierten klinischen Studien untersucht und es wurde kein Einfluss auf die Koagulationsparameter festgestellt. Patienten, die jedoch andere hämostatische Behandlungen (wie Warfarin oder andere Cumarine oder Heparin) erhalten, sollen während der Verabreichung von Ketesse sorgfältig überwacht werden.

Eine angemessene Überwachung und Beratung von Patienten mit Hypertonie und/oder leichter bis mittelschwerer dekompensierter Herzinsuffizienz in der Anamnese sind erforderlich, da Flüssigkeitseinlagerung und Ödeme in Verbindung mit NSAR-Therapie berichtet wurden.

Klinische Studien und epidemiologische Daten legen nahe, dass die Anwendung von manchen NSAR (insbesondere in hohen Dosen und bei Langzeitbehandlung) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für das Auftreten von arteriellen thrombotischen Ereignissen (z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) verbunden ist. Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um ein solches Risiko für Dexketoprofen-Trometamol auszuschliessen.

Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, manifester ischämischer Herzerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskulärer Erkrankung sollten mit Dexketoprofen-Trometamol nur nach sorgfältiger Abwägung behandelt werden. Vergleichbare Abwägungen sollten auch vor Beginn einer länger dauernden Behandlung von Patienten mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) vorgenommen werden.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von NSAR wurde sehr selten über schwere Hautreaktionen (einige mit letalem Ausgang) berichtet, einschliesslich exfoliativer Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Dem höchsten Risiko für diese Nebenwirkungen scheinen Patienten zu Behandlungsbeginn ausgesetzt zu sein; die Reaktion trat in den meisten Fällen erstmals innerhalb des ersten Behandlungsmonats auf. Ketesse sollte beim ersten Auftreten von Hautausschlag, Schleimhautläsionen oder anderen Zeichen einer Überempfindlichkeit abgesetzt werden.

Wie alle NSAR kann Dexketoprofen den Harnstoffstickstoff- und Kreatininwert im Plasma erhöhen. Wie andere Prostaglandinsyntheseinhibitoren kann das Arzneimittel Nebenwirkungen im renalen System verursachen, wie Glomerulonephritis, interstitielle Nephritis, Papillarnekrose, nephrotisches Syndrom bis zum akuten Nierenversagen.

Wie bei anderen NSAR kann die Einnahme des Arzneimittels zu einer vorübergehenden geringen Erhöhung der Leberwerte und zu einem signifikanten Ansteigen der SGOT und SGPT führen. Bei einem relevanten Anstieg dieser Parameter muss die Therapie abgebrochen werden.

Vorsicht ist angezeigt bei Patienten mit eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Herzfunktion oder wenn andere, eine Wasserretention begünstigende Umstände vorliegen. Bei diesen Patienten kann die Anwendung von NSAR zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion und zur Wasserretention führen. Vorsicht ist auch geboten bei Patienten, die Diuretika erhalten oder solchen, die zu Hypovolämie neigen, da bei ihnen ein erhöhtes Nephrotoxizitätsrisiko besteht. Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Herzerkrankungen in der Anamnese, insbesondere bei solchen mit früheren Episoden von Herzinsuffizienz, weil bei diesen ein erhöhtes Risiko einer erneuten Herzinsuffizienz besteht. Ältere Patienten leiden häufiger unter Beeinträchtigung der Nieren-, Herz-Kreislauf- oder Leberfunktion; deshalb sollten Leber- und Nierenfunktion überwacht werden.

Ketesse soll mit Vorsicht eingesetzt werden bei Patienten, die an Erkrankungen des Blutbildes, systemischem Lupus erythematodes oder gemischten Bindegewebserkrankungen leiden.

Wie andere NSAR kann Dexketoprofen die Symptome einer Infektion maskieren.

In Einzelfällen ist im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung von NSAR eine Verschlechterung von Weichteilinfektionen beschrieben worden. Daher sollte der Patient angewiesen werden, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen, wenn während der Therapie Symptome einer bakteriellen Infektion neu auftreten oder sich verschlimmern.

Wie andere NSAR kann die Anwendung von Dexketo­profen-Trometamol die weibliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen und wird für Frauen, die schwanger werden möchten, nicht empfohlen. Bei Frauen, die Probleme haben, schwanger zu werden oder sich Untersuchungen zur Fruchtbarkeit unterziehen, sollte erwogen werden, Dexketoprofen-Trometamol abzusetzen. Ketesse darf bei Frauen während dem 1. und 2. Trimester der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn dies sei unbedingt notwendig.

Interaktionen

Die folgenden Wechselwirkungen gelten allgemein für nicht-steroidale Analgetika/Antirheumatika (NSAR).

Nicht empfohlene Kombinationen

Die Kombination mit anderen NSAR erhöht die gastrointestinalen Nebenwirkungen dieser Arzneimittel. Deshalb wird empfohlen, Ketesse Tabletten nicht zusammen mit Salicylaten (hohe Dosen ≥3 g/Tag), anderen NSAR und anderen Arzneimitteln mit ulzerogenen Nebenwirkungen einzunehmen. Praktisch alle Wechselwirkungen von NSAR mit anderen Arzneimitteln sind auf den hohen Grad der Plasmaeiweissbindung dieser Arzneimittel und auf die gegenseitige Beeinflussung ihrer renalen Ausscheidung zurückzuführen. Diese Wirkungen sind von der systemisch erreichten Konzentration der NSAR abhängig.

Ketesse Tabletten können die Wirkung von Antikoagulantien, wie Warfarin, durch Verdrängung aus ihrer Eiweissbindung potenzieren. Deshalb ist die gleichzeitige Verabreichung kontraindiziert.

Heparine: Erhöhtes Blutungsrisiko (durch Hemmung der Plättchenfunktion und Schädigung der gastroduodenalen Mucosa). Wenn die Kombination zwingend erforderlich ist, sollte eine engmaschige klinische Beobachtung und Kontrollen der Laborwerte durchgeführt werden.

Kortikosteroide: Es besteht ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Ulzerationen oder Blutungen.

Das Arzneimittel kann die renale Lithium-Ausscheidung vermindern. Die Wechselwirkung von NSAR mit Lithium ist potenziell gefährlich, so dass die gemeinsame Anwendung vermieden werden sollte. Ist das nicht möglich, muss der Lithiumspiegel während der Einleitung, der Erhaltung und dem Absetzen der Ketesse-Behandlung überwacht werden.

Methotrexat in hohen Dosen (≥15 mg/Woche): Erhöhte hämatologische Toxizität von Methotrexat durch verminderte renale Ausscheidung.

Die gemeinsame Anwendung von Ketesse Tabletten und langwirksamem Hydantoin und Sulfonamiden ist zu vermeiden, da die toxischen Effekte dieser Wirkstoffe potenziert werden können.

Unter Vorsicht einzusetzende Kombinationen

NSAR können die Wirkung einiger Diuretika, antibakteriell wirksamer Aminoglykoside und auch einiger Antihypertensiva, z.B. Betarezeptorenblocker, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten und ACE-Hemmer, vermindern.

Bei Patienten mit verminderter Nierenfunktion (z.B. dehydrierten Patienten oder älteren Patienten mit verminderter Nierenfunktion) kann die gleichzeitige Gabe von Cyclooxigenase-Hemmern mit ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten oder antibakteriell wirksamen Aminoglykosiden eine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion bewirken. Bei einer kombinierten Verabreichung von Dexketoprofen mit einem Diuretikum ist es wichtig, dass sichergestellt wird, dass der Patient ausreichend hydriert ist und dass die Nierenfunktion überwacht wird (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Methotrexat in tiefen Dosen (<15 mg/Woche): Erhöhte hämatologische Toxizität von Methotrexat durch die verminderte renale Ausscheidung. In den ersten Wochen der kombinierten Gabe sollen die Blutwerte wöchentlich überprüft werden. Eine erhöhte Aufmerksamkeit ist bei bereits schwachen Nierenfunktionsstörungen sowie bei älteren Patienten geboten.

Pentoxifyllin: Erhöht die Blutungsbereitschaft. Die Blutgerinnungszeit soll deshalb häufiger überprüft werden.

Einige NSAR steigern den hypoglykämischen Effekt von Sulfonylharnstoffen durch Verdrängung aus der Plasma­eiweissbindung.

Zidovudin: Verstärkt die Beeinträchtigung der Erythropoese über Wirkung auf die Retikulozyten mit der möglichen Folge einer schweren Anämie eine Woche nach dem Start der NSAR. Blutstatus und Retikulozytenzahl sollten eine bis zwei Wochen nach dem Beginn der Gabe von NSAR überprüft werden.

Zu beachten

Betarezeptorenblocker: Die Behandlung mit NSAR kann den antihypertensiven Effekt über die Prostaglandinsynthesehemmung vermindern.

Cyclosporin und Tacrolimus: Die Nephrotoxizität kann von NSAR über durch renales Prostaglandin vermittelte Effekte erhöht sein. Während einer Kombinationstherapie muss die Nierenfunktion kontrolliert werden.

Thrombolytika: verstärkte Blutungsbereitschaft.

Thrombozytenaggregationshemmer und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): Erhöhtes Risiko für gastrointestinale Blutungen.

Probenecid: Die Plasmakonzentrationen von Dexketo­profen können bei gemeinsamer Verabreichung mit Probenecid ansteigen, was auf eine Hemmung der renalen tubulären Sekretion und der Glucuronidierung zurückgeführt werden kann. Die Dosis von Dexketoprofen muss angepasst werden.

Herzglykoside: NSAR können den Plasmaspiegel der Herzglykoside erhöhen.

Mifepriston: Bedingt durch das theoretische Risiko, dass Prostaglandinsynthesehemmer die Wirksamkeit von Mifepriston beeinträchtigen können, sollten während 8–12 Tagen nach einer Mifepriston-Gabe keine NSAR verwendet werden.

Chinolon Antibiotika: Tierexperimentelle Daten weisen darauf hin, dass hohe Dosen von Chinolonen in Kombination mit NSAR das Risiko für das Auftreten von Konvulsionen erhöhen.

Es wurden keine Wechselwirkungen beobachtet, wenn Ketesse Tabletten zusammen mit üblichen Antazida verabreicht wurden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Ketesse Filmtabletten sind kontraindiziert im 3. Trimester der Schwangerschaft und während der Stillperiode.

Schwangerschaft

Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryofetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt. Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte Inzidenzen verschiedener Missbildungen, einschliesslich kardiovaskulärer Missbildungen, bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten. Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Dexketoprofen nur gegeben werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Dexketo­profen von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es während des ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.

Während des dritten Schwangerschaftstrimesters ist Dexketoprofen kontraindiziert. Alle Prostaglandinsynthesehemmer können:

den Fetus folgenden Risiken aussetzen:

– kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);

– Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten kann.

Mutter und Kind folgenden Risiken aussetzen:

– mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozytenaggregationshemmender Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann;

– Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten Geburtsvorganges.

Stillzeit

NSAR treten in die Muttermilch über. Vorsichtshalber darf Dexketoprofen deshalb von stillenden Frauen nicht eingenommen werden. Ist die Behandlung unerlässlich, ist der Säugling auf Flaschennahrung umzustellen.

Fertilität

Die Anwendung von Dexketoprofen kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger werden möchten nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchgeführt werden, sollte das Absetzen von Dexketoprofen in Betracht gezogen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Das Arzneimittel kann Schwindel und Müdigkeit verursachen und daher einen leichten bis mässigen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen haben.

Unerwünschte Wirkungen

Sämtliche in klinischen Studien und nach der Markteinführung berichteten unerwünschten Wirkungen, die mindestens einen möglichen Zusammenhang mit Dexketoprofen-Trometamol haben, sind folgend geordnet nach Organsystemen aufgeführt.

Blut- und lymphatische Erkrankungen

Sehr selten (<0,01%): Neutropenie, Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten (<0,01%): Anaphylaktische Reaktion einschliesslich anaphylaktischer Schock.

Unbekannte Häufigkeit: Larynxödem.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich (0,1–1%): Schlafstörungen, Angst.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig (1–10%): Kopfschmerzen, Schwindel.

Gelegentlich (0,1–1%): Benommenheit.

Selten (0,01–0,1%): Parästhesien.

Augenerkrankungen

Sehr selten (<0,01%): Verschwommenes Sehen.

Ohrerkrankungen

Sehr selten (<0,01%): Tinnitus.

Herzerkrankungen

Gelegentlich (0,1–1%): Palpitationen.

Sehr selten (<0,01%): Tachykardie.

Gefässerkrankungen

Selten (0,01–0,1%): Hypertonie, periphere Ödeme.

Sehr selten (<0,01%): Hypotonie.

Erkrankungen der Atmungsorgane

Selten (0,01–0,1%): Bradypnoe.

Sehr selten (<0,01%): Bronchospasmus, Dyspnoe.

Gastrointestinale Erkrankungen

Häufig (1–10%): Nausea und/oder Erbrechen, abdominale Schmerzen, Diarrhö, Dyspepsie.

Gelegentlich (0,1–1%): Gastritis, Obstipation, trockener Mund, Flatulenz.

Selten (0,01–0,1%): Peptische Ulcera, Hämorrhagie oder Perforation, Anorexie.

Sehr selten (<0,01%): Pankreasschädigung.

Hepatobiliäre Erkrankungen

Selten (0,01–0,1%): Erhöhte Leberenzymwerte.

Sehr selten (<0,01%): Leberschädigung.

Unbekannte Häufigkeit: Hepatitis.

Haut- und subkutane Gewebserkrankungen

Gelegentlich (0,1–1%): Hautausschlag.

Selten (0,01–0,1%): Urticaria, Akne, vermehrtes Schwitzen.

Sehr selten (<0,01%): Schwere Reaktionen der Haut und Schleimhäute wie Steven Johnson oder Lyell Syndrom, Angioödeme, dermatologische Reaktionen, Photosensibilisierung, Pruritus.

Erkrankungen der Nieren und des Harntraktes

Selten (0,01–0,1%): Polyurie.

Sehr selten (<0,01%): Nierenschädigung (Nephritis oder nephrotisches Syndrom).

Unbekannte Häufigkeit: Akutes Nierenversagen.

Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane und der Brust

Selten (0,01–0,1%): Frauen: Menstruationsstörungen; Männer: Prostatabeschwerden.

Allgemeine Erkrankungen

Gelegentlich (0,1–1%): Müdigkeit, Hitzewallungen, Schmerzen, Asthenie, Muskelsteifheit, Unwohlsein.

Selten (0,01–0,1%): Rückenschmerzen, Synkope.

Sehr selten (<0,01%): Gesichtsödeme.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen könnten auftreten, da sie mit anderen NSAR beobachtet wurden und vermutlich mit der Hemmung der Prostaglandinsynthese im Zusammenhang stehen: Asthma, Vertigo, Benommenheit, Tinnitus, Pruritus, Urticaria, verschwommenes Sehen, aseptische Meningitis, die vor allem bei Patienten mit Lupus erythematodes oder gemischten Bindegewebserkrankungen auftritt, hämatologische Reaktionen (Purpura, aplastische und hämolytische Anämie sowie selten Agranulozytose und medulläre Hypoplasie).

Überdosierung

Die Symptome einer Überdosierung sind nicht bekannt. Bei ähnlichen Arzneimitteln traten gastrointestinale Störungen (Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen) und neurologische Störungen (Schläfrigkeit, Drehschwindel, Desorientierung, Kopfschmerzen) auf.

Im Fall einer Überdosierung sollte eine sofortige Magenspülung durchgeführt und eine symptomatische Therapie eingeleitet werden. Dexketoprofen-Trometamol ist dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M01AE17

Dexketoprofen-Trometamol ist das Tromethaminsalz der S-(+)-2(3-benzoylphenyl)-propionsäure, ein analgetisch, antientzündlich und antipyretisch wirkendes Arzneimittel, das zur Gruppe der nicht-steroidalen Analgetika/Antirheumatika gehört. Ketesse Tabletten haben einen schnellen Wirkungseintritt.

Der Wirkungsmechanismus der nicht-steroidalen Analgetika/Antirheumatika wird auf die Verminderung der Prostaglandinsynthese durch Hemmung der Cyclooxygenase zurückgeführt. Ausserdem kann die Hemmung der Synthese der Prostaglandine andere Entzündungsmediatoren, beispielsweise die Kinine, beeinflussen und auf diese Weise indirekt die Hauptwirkung additiv ergänzen.

Im Allgemeinen sind die NSAR racemische Mischungen aus den zwei Enantiomeren. Die pharmakologische Wirkung beruht jedoch vorwiegend auf der S-(+)-Form. Die R-(–)-Form unterliegt jedoch auch metabolischen Prozes­sen wie Bioinversion und Lipidakkumulation und wird zudem im gleichen Mass an Plasmaproteine gebunden.

Die relative Potenz der beiden Enantiomere bezüglich Pharmakodynamik wurde beim Menschen bisher nicht quantifiziert.

Pharmakokinetik

Absorption

Dexketoprofen-Trometamol wird schnell und fast vollständig resorbiert. Das Tromethamin-Salz hat eine höhere Absorptionsrate als Dexketoprofen. Nach oraler Gabe von Dexketoprofen-Trometamol wird beim Menschen Cmax nach durchschnittlich 30 Minuten (15 bis 60 min) erreicht. In pharmakokinetischen Studien mit mehrfacher Verabreichung wurde gezeigt, dass die AUC-Werte nach der letzten Gabe des Arzneimittels nicht grösser waren als nach Einmaldosierung, also keine Akkumulation stattfindet.

Es liegen keine Angaben zur absoluten Bioverfügbarkeit vor. Nach einer oralen Einzeldosis von 25 mg Dexketo­profen als Trometamol-Salz beträgt die AUC0–8 4,14 mg/l pro Stunde und die Cmax 3,1 mg/l.

Bei der gleichzeitigen Gabe mit Nahrung, sinkt der Cmax signifikant und die Absorptionsgeschwindigkeit wird reduziert (erhöhte tmax), die Fläche unter der Dosis-Zeit-Kurve (AUC) bleibt jedoch gleich. Deshalb wird empfohlen, dass Patienten mit akuten Schmerzen die Ketesse Tabletten vor dem Essen einnehmen.

Distribution

Dexketoprofen-Trometamol hat eine hohe Plasmaproteinbindungsrate. Das Verteilungsvolumen liegt durchschnittlich unter 0,25 l/kg. Die Halbwertszeit der Distribution beträgt 0,35 Stunden.

Metabolismus

Nach der Gabe von Dexketoprofen-Trometamol wird im Urin nur das S-(+)-Enantiomer gefunden, was zeigt, dass es beim Menschen nicht in die R-(–)-Form umgewandelt wird. Dexketoprofen-Trometamol wird fast ausschliesslich über einen Phase II-Metabolismus zu reversiblen Acylglukuroniden umgewandelt.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit für Dexketoprofen-Trometamol beträgt 1,65 Stunden. Die Substanz wird zu 80% renal in der Form von Glucuronokonjugaten ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen liegen keine Studien mit Ketesse vor. Für das Racemat (Ketoprofen) wurde jedoch gezeigt, dass bei älteren Patienten die Clearance vermindert und somit die AUC und Cmax erhöht sind (siehe auch «Spezielle Dosierungsanweisungen» und Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Präklinische Daten aus konventionellen Studien zu Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei Mehrfachgabe, Genotoxizität und immunpharmakologischer Toxizität zeigen keine spezielle Gefährdung für den Menschen, ausser den in den anderen Abschnitten bereits erwähnten. Die chronischen Toxizitätsstudien an Mäusen und Affen ergaben einen NOAEL (No Observed Adverse Effect Level) von 3 mg/kg/Tag. Die am häufigsten aufgetretenen Nebenwirkungen waren dosisabhängige gastrointestinale Erosionen und Ulcera.

Die reproduktionstoxikologischen Effekte sind im Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit» aufgeführt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Präparat darf nicht länger als bis zu dem auf der Packung mit «EXP» (= Verfall) angegebenen Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Tabletten sind trocken und vor Licht geschützt bei Raumtemperatur (unter 30 °C) aufzubewahren.

Zulassungsnummer

54752 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

A. Menarini AG, Zürich.

Stand der Information

Juli 2011.

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