Pentasa Depotgran 1 G Btl 150 Stk

Pentasa Depotgran 1 G Btl 150 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Mesalazinum (5-Aminosalicylsäure).

Hilfsstoffe

Depot-Tabletten: Excipiens pro compresso.

Depot-Granulat: Excipiens ad granulatum pro charta.

Suppositorien: Excipiens pro suppositorio.

Klysma: Antioxydans: Natrii disulfis (E223).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Depot-Tabletten zu 500 mg und 1 g.

Depot-Granulat, Sachets zu 1 g und 2 g.

Suppositorien zu 1 g.

Klysma zu 1 g/100 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Depot-Tabletten

Akutbehandlung oder Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa, Proctosigmoiditis, Proctitis.

Depot-Granulat

Akutbehandlung der Colitis ulcerosa, Proctosigmoiditis, Proctitis.

Pentasa Suppositorien

Akutbehandlung der aktiven ulcerativen Proktitis.

Pentasa Klysma

Akutbehandlung einer leichten bis mittelschweren Colitis ulcerosa bei Befall des Rektums und des Sigmoids.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Pentasa Depot-Granulat und Depot-Tabletten

Zur Behandlung des akuten Schubs

Depot-Tabletten zu 500 mg und 1 g, Depot-Granulat zu 1 g und 2 g: maximal 4 g täglich in 2–4 Einzeldosen zu den Mahlzeiten.

In klinischen Studien war die Dosierung von 4 g/d derjenigen von 2 g/d überlegen. Die Behandlung der akuten Colitis ulcerosa mit dem Depot-Granulat ist nur über 8 Wochen untersucht worden.

Pentasa Klysma: 1 Klysma (1 g Mesalazin) täglich jeweils abends vor dem Schlafengehen während 2-4 Wochen.

Zur Rezidivprophylaxe

Depot-Tabletten zu 500 mg: 3× täglich ½ Tablette mit den Mahlzeiten.

Die Wirksamkeit des Granulats in der Rezidivprophylaxe ist nicht untersucht worden.

Pentasa Suppositorien: 1 Suppositorium (1 g Mesalazin) 1-2 mal täglich während 2-4 Wochen.

Kinder und Jugendliche

Suppositorien: Die Anwendung und Sicherheit von Pentasa Suppositorien bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden.

Pentasa Klysma: Die Anwendung und Sicherheit von Pentasa Klysma bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden.

Depot-Tabletten und Depot-Granulat: Es wurde keine Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit in der Pädiatrie durchgeführt. Bei Jugendlichen kann die Erwachsenendosis verabreicht werden.

Bei Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren gibt es begrenzte Erfahrung mit Dosen von 30 mg/kg/Tag in der Akutbehandlung. Eine maximale Tagesdosis von 2 g sollte nicht überschritten werden.

Wie bei Erwachsenen sollte diese Dosis für die Rezidivprophylaxe halbiert werden.

Bei Kindern unter 2 Jahren ist Pentasa kontraindiziert.

Anwendungshinweis

Pentasa Depot-Tabletten: während der Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit einnehmen. Die 500 mg Depot-Tabletten sind mit einer Bruchrille versehen und können geteilt werden. Die 1 g Depot-Tablette hat keine Bruchrille und kann nicht geteilt werden. Bei Schluckschwierigkeiten können die Depot-Tabletten vorgängig in einem Esslöffel oder Glas mit Wasser dispergiert und sofort eingenommen werden. Depot-Tabletten nicht zerreiben und nicht kauen.

Pentasa Depot-Granulat: Inhalt eines Sachets in den Mund leeren und mit Flüssigkeit herunterspülen. Nicht zerkauen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Mesalazin, andere Bestandteile des Präparates oder Salicylate. Schwere Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen.

Bei Kindern unter 2 Jahren, bei Patienten mit Magen- oder Duodenalulzera sowie bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung soll Pentasa nicht eingesetzt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Es ist Vorsicht geboten bei Patienten, die auf Sulfasalazin allergisch reagieren (Risiko einer Salicylatallergie). Beim Auftreten einer akuten Überempfindlichkeitsreaktion wie Abdominalkrämpfe, akute Abdominalschmerzen, Fieber, starke Kopfschmerzen oder Hautausschlägen ist die Behandlung unverzüglich abzubrechen.

Vorsicht ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion geboten. Leberfunktionsparameter wie ALT oder AST sollten nach Ermessen des behandelnden Arztes vor und während der Behandlung durchgeführt werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird empfohlen, das Präparat nicht anzuwenden. Die Nierenfunktion sollte besonders während der Initialphase regelmässig überwacht werden (z.B. Serumkreatinin). Bei Patienten, die während der Therapie eine Nierenfunktionsstörung entwickeln, sollte an eine Mesalazin-induzierte Nephrotoxizität gedacht werden. Die Nierenfunktion sollte bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen als nephrotoxisch bekannten Präparaten noch häufiger überwacht werden.

Vorsicht ist geboten beim Auftreten von kardialen Überempfindlichkeitsreaktionen.

Patienten mit Erkrankungen der Lunge, insbesondere Asthma, sollten während der Behandlung sorgfältig überwacht werden.

Selten wurden über Mesalazin induzierte Überempfindlichkeitsreaktionen (Myo- und Perikarditis) berichtet.

Schwere Blutdyskrasien sind im Zusammenhang mit Mesalazin sehr selten beschrieben worden. Bluttests (Differentialblutbild) sollten nach Ermessen des behandelnden Arztes vor und während der Behandlung durchgeführt werden. Die gleichzeitige Anwendung von Mesalazin mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin kann das Risiko für Blutdyskrasien erhöhen (siehe auch «Interaktionen»). Bei Verdacht auf diese Nebenwirkungen muss die Behandlung unterbrochen werden.

Interaktionen

Die gleichzeitige Anwendung von Pentasa mit Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Tioguanin hat in diversen klinischen Studien zu einer erhöhten Leukopenie-Rate geführt; eine Interaktion scheint zu existieren. Der genaue Interaktionsmechanismus ist jedoch unbekannt. Regelmässige Überwachung der Leukozytenzahl wird empfohlen und das Dosierungsschema der Thiopurine sollte entsprechend angepasst werden.

Die blutzuckersenkende Wirkung der Sulfonylharnstoffe und die durch Cumarine ausgelösten gastrointestinalen Blutungen können verstärkt werden. Die Methotrexattoxizität kann erhöht werden. Die urikosurische Wirkung von Probenecid und Sulfinpyrazon kann, ebenso wie die diuretische Wirkung von Furosemid und die Spironolacton-Wirkung, vermindert werden. Die tuberkulostatische Wirkung von Rifampicin kann abgeschwächt sein. Eine Verstärkung der unerwünschten Wirkungen von Glukokortikoiden am Magen durch Mesalazin ist möglich.

Möglicherweise kann Mesalazin die Resorption von Digoxin vermindern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es ist bekannt, dass Mesalazin die Plazentaschranke passiert; die Plasmakonzentration in der Nabelschnur beträgt ca. einen Zehntel derjenigen des mütterlichen Plasmas. Der Metabolit Acetyl-Mesalazin wird in der Nabelschnur und im mütterlichen Plasma in derselben Konzentration gefunden. Verschiedene Beobachtungsstudien konnten keine teratogenen Wirkungen zeigen und erlauben keinen Schluss auf mögliche Risiken für den Menschen. Pentasa sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn dies ist unbedingt erforderlich.

Bei Neugeborenen, deren Mutter mit Pentasa behandelt wurde, sind Veränderungen des Blutbildes (Panzytopenie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie) beobachtet worden.

Tierexperimentelle Studien haben weder teratogene noch mutagene Wirkungen gezeigt. (Siehe Rubrik «Präklinische Daten»).

Stillzeit

Mesalazin tritt in die Muttermilch über. Die Konzentration ist geringer als im Blut der Mutter, hingegen liegt der Metabolit Acetyl-Mesalazin in ähnlichen oder höheren Konzentrationen vor.

Es sind derzeit nur wenige Daten zur oralen Anwendung während der Stillzeit verfügbar. Es wurden keine kontrollierten Studien mit Pentasa während der Stillzeit durchgeführt. Überempfindlichkeitsreaktionen beim Kind wie z.B. Diarrhö können nicht ausgeschlossen werden. Pentasa kann während der Stillzeit angewendet werden, jedoch nur, wenn nach Meinung des Arztes der potentielle Nutzen für die Mutter die mögliche Gefährdung des Kindes aufwiegt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund möglicher Nebenwirkungen wie Nausea und Schwindel kann Pentasa die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten in klinischen Studien auftretenden Nebenwirkungen sind Diarrhö (3%), Nausea (3%), Abdominalschmerz (3%), Kopfschmerzen (3%), Erbrechen (1%) und Hautausschlag (1%).

Gelegentlich können Überempfindlichkeitsreaktionen und Arzneimittelfieber auftreten.

Bei Anwendung der Suppositorien und Klysmen können lokale Reaktionen wie Pruritus, Beschwerden im Rektalbereich und Stuhldrang auftreten.

Nebenwirkungsfrequenz, basierend auf klinischen Studien und Erfahrungen nach der Markteinführung (nach Systemorganklassen und Häufigkeit geordnet [häufig: ≥1% und <10%, gelegentlich: ≥0,1% und <1%, selten: ≥0,01% und <0,1%, sehr selten: <0,01%]):

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Sehr selten: Eosinophilie (als Teil einer allergischen Reaktion), verändertes Blutbild inklusive Anämie, aplastische Anämie, Leukopenie mit Granulozytopenie und Neutropenie bis hin zur Agranulozytose, Thrombozytopenie, Panzytopenie.

Störungen des Immunsystems

Einzelfälle: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.

Sehr selten: Periphere Neuropathie.

Funktionsstörungen des Herzen

Selten: Myo*- und Perikarditis*.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Sehr selten: Allergische und fibrotische Lungenreaktionen (inkl. Dyspnoe, Husten, Bronchospasmus, allergische Alveolitis, eosinophile Pneumonie, interstitielle Lungenerkrankung, pulmonale Infiltration, Pneumonitis).

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Diarrhö, Abdominalschmerzen, Nausea, Erbrechen.

Selten: Erhöhte Amylasewerte, akute Pankreatitis*, Flatulenz.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Sehr selten: Hepatotoxizität (inkl. Hepatitis*, cholestatische Hepatitis, Zirrhose, Leberversagen). Erhöhte Leberenzym- und Bilirubinwerte inkl. Cholestaseparameter.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Ausschlag inkl. Urtikaria, Erythem.

Sehr selten: Reversible Alopezie.

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen)

Sehr selten: Myalgie, Arthralgie, Lupus-erythematodes-ähnliche Reaktionen.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Sehr selten: Nierenfunktionsstörungen (einschl. akute und chronische interstitielle Nephritis*, nephrotisches Syndrom), Verfärbung des Urins, Niereninsuffizienz.

Reproduktionssystem

Sehr selten: Oligospermie (reversibel).

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Einzelfälle: Arzneimittelfieber.

* Der Mechanismus von Mesalazin-induzierter Myo- und Perikarditis, Pankreatitis, Nephritis und Hepatitis ist unbekannt, könnte aber allergischen Ursprungs sein.

Überdosierung

Bedingt durch die galenischen Eigenschaften von Pentasa und die substanzspezifischen pharmakokinetischen Eigenschaften von Mesalazin stehen nur geringe Mengen des Wirkstoffes für eine systemische Wirkung zur Verfügung. Somit ist auch bei Einnahme hoher Dosen nicht unbedingt mit Intoxikationserscheinungen zu rechnen. Prinzipiell müssten ähnliche Symptome auftreten, wie sie von Salicylatvergiftungen bekannt sind: gemischte Acidose-Alkalose, Hyperventilation, Lungenödem, Dehydration durch Schwitzen und Erbrechen, Hypoglykämie.

Anwendung am Menschen: es sind keine Fälle von Überdosierung bekannt.

Therapie: Bei gemischter Azidose-Alkalose: Wiederherstellung des Säure-Base-Gleichgewichts entsprechend der Situation sowie Elektrolytsubstitution. Bei Dehydration durch Schwitzen und Erbrechen: Flüssigkeitszufuhr. Bei Hypoglykämie: Glucosezufuhr. Engmaschige Kontrolle der Nierenfunktion.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A07EC02

Wirkungsmechanismus

5-Aminosalicylsäure hemmt die Prostaglandinsynthese und Lipoxygenase sowie die Motilität von Leukozyten und damit die Freisetzung verschiedener für die Entzündungsreaktion wichtiger Mediatoren. Der genaue Wirkungsmechanismus auf die entzündlichen Veränderungen bei Colitis ulcerosa ist jedoch nicht bekannt.

Pharmakokinetik

Die Freisetzung der pharmakologisch aktiven 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) aus den Tabletten und dem Granulat erfolgt langsam und unabhängig von bakterieller Aktivität im Bereich des gesamten Darmlumens, vom Duodenum bis zum Rektum.

Pentasa Suppositorien geben den Wirkstoff im Rektum frei.

Bei Pentasa Klysma handelt es sich um eine Suspension in leicht saurem Milieu (pH 4,8). In diesem Milieu befindet sich ca. 20% des Mesalazin in Lösung. Ungefähr 80% des Wirkstoffes liegt in suspendierter Form vor und führt dadurch zu einer verzögerten Wirkstofffreigabe. Die Applikation von Pentasa Klysmen gewährleistet eine hohe lokale Konzentration des Wirkstoffes im Rektum, im Sigma und in Teilen des Kolons.

Pharmakokinetik

Absorption

Bei oraler Verabreichung von Pentasa Depot-Tabletten oder Depot-Granulat wird Mesalazin vom Magen bis zum Rectum im gesamten Darmtrakt gleichmässig freigesetzt. Die Wirkstofffreisetzung wird durch das Darmmilieu (pH) und die Passagezeit nicht beeinflusst.

Es wird nur ein geringer Teil der aktiven Substanz resorbiert.

Oral verabreichtes Mesalazin wird zu ca. 28% resorbiert, der Rest bleibt für eine topische Wirkung verfügbar, um dann in den Fäces ausgeschieden zu werden. Die mittleren Plasmaspiegel unter steady state-Bedingungen nach täglichen Gaben von 1,5 g, 4 g und 6 g Pentasa betragen 2 µmol/l, 8 µmol/l und 12 µmol/l für Mesalazin resp. 6 µmol/l, 13 µmol/l und 16 µmol/l für den Metaboliten N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure.

Nach Verabreichung von 1 g Mesalazin mittels Suppositorien oder Klysma werden nur etwa 15% im Urin als 5-ASA und als Hauptmetabolit (Acetyl-5-ASA) wiedergefunden. Bei Suppositorien beträgt die systemische Absorption ca. 10%. Die systemische Resorption aus dem Klysma beträgt im Durchschnitt etwa 20% weniger als nach oraler Gabe von Pentasa Tabletten. Der nicht resorbierte Wirkstoffanteil entfaltet seine Wirkung lokal.

Distribution

Die Verteilung von Mesalazin im menschlichen Körper ist nicht vollständig geklärt. Beim Tier geht Mesalazin im Anschluss an eine Applikation per os oder i.v. in die Nieren über. Das scheinbare Verteilungsvolumen (Vd) von Mesalazin beim Erwachsenen beträgt ungefähr 0,2 l/kg.

In vitro bindet sich Mesalazin zu 42% und sein acetylierter Metabolit zu 78% an Plasmaproteine. Bei rektaler Verabreichung spielt die Plasmaproteinbindung eine untergeordnete Rolle.

Bei oraler Verabreichung von Sulfasalazin (einer Vorstufe von Mesalazin) passieren sowohl Mesalazin als auch N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure die Placentaschranke. Allerdings sind die Mesalazin-Konzentrationen in der Nabelschnur und im Fruchtwasser sehr gering.

Nach Gabe von Sulfasalazin wurden von Mesalazin geringe Konzentrationen und von seinem acetylierten Metaboliten höhere Konzentrationen in der Muttermilch gemessen.

Metabolismus

Die resorbierte Fraktion wird in der Darmschleimhaut und in der Leber rasch zu Acetylmetaminosalicylsäure (N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure) biotransformiert.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit (t½) von Mesalazin und seinem Hauptmetaboliten N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure beträgt im Falle von Mesalazin 0,5–1,5 Std. und im Falle seines Metaboliten 5–10 Std.

Im Anschluss an eine Applikation per os werden ca. 20% der verabreichten Dosis im Urin ausgeschieden, und zwar hauptsächlich in Form von N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure.

Der resorbierte acetylierte Metabolit wird rasch von den Nieren eliminiert und im Urin ausgeschieden (90% in 24 Std.). Die nichtresorbierte Fraktion, welche den grössten Teil der aktiven Substanz ausmacht, wird im Stuhl ausgeschieden.

Über die renale Clearance von Mesalazin liegen keine Daten vor. Bei oraler Verabreichung von Mesalazin an Patienten mit gutem Gesundheitszustand beträgt die scheinbare renale Clearance von N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure ca. 2,8–4,3 ml/min pro kg (Bandbreite: 1 bis 6 ml/min. pro kg). Die renale Clearance dieses Metaboliten kann im Falle von Colitis ulcerosa oder Enteritis regionalis Crohn herabgesetzt sein.

Nach der Applikation von Pentasa Suppositorien wurde im Urin ausschliesslich AC-Mesalazin, aber kein freies Mesalazin gefunden.

Präklinische Daten

In Studien zur Toxizität bei wiederholter täglicher Verabreichung von Mesalazin wurden in höheren Dosen toxische Effekte an der Niere bei allen Species gefunden. Der NOAEL bei der Maus, der Ratte und beim Affen waren 2500 mg/kg/Tag, 480 mg/kg/Tag und 125 mg/kg/Tag.

Bezüglich Leber oder hämatopoietisches System wurde keine signifikante Toxizität bei Tieren beobachtet, welche mit Mesalazin behandelt wurden. Bei der gastrointestinalen Toxizität, welche vornehmlich bei hoch dosierten Tieren auftrat, kann nicht eindeutig beurteilt werden, ob es sich um eine direkte Substanzwirkung oder um eine sekundäre Folge der Substanztoxizität handelt.

Mutagenität/Kanzerogenität

Testsysteme in vitro- und in-vivo-Untersuchungen haben keine mutagene oder klastogene Wirkung gezeigt.

An Ratten und Mäusen durchgeführte Untersuchungen zum tumorigenen Potential zeigten keinen substanzabhängigen Anstieg der Tumorinzidenz.

Reproduktionstoxizität

Tierstudien mit oralem Mesalazin ergaben keine direkten oder indirekten Hinweise auf negative Auswirkungen von Mesalazin auf Fertilität, Schwangerschaft, embryo-fötale Entwicklung, Niederkunft oder postnatale Entwicklung.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Suppositorien und Klysmen sollen in den verschweissten Folien (Licht- und Sauerstoffschutz) gelagert werden und dürfen erst unmittelbar vor Gebrauch entnommen werden.

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) im Originalbehälter vor Licht geschützt lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

47502, 53431, 55834, 50725 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Ferring AG, 6340 Baar.

Stand der Information

März 2015.

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