Gluc Braun Inf 5 % O Best 20 Ecobag 500 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Glucose.

Hilfsstoff: Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1000 ml Lösung enthalten:

Glucose
5%10%20%40%
Glucose alsg50100200400
(≈ Glucose monohydrat)g(55)(110)(220)(440)
Aqua ad iniectabilia q.s. adml1000100010001000
pH3,5–6,53,5–6,53,5–6,53,5–6,5
OsmolaritätmOsm/l27855511102220
EnergiegehaltkJ/l837167033506700
kcal/l2004008001600

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Glucose 5%, Glucose 10%

Teilweise Deckung des Kohlenhydratbedarfs, Zufuhr von Wasser, Hypersalämien, hypoglykämische Zustände, Trägerlösung für kompatible Elektrolytlösungen oder Medikamente.

Glucose 20%, Glucose 40%

Zufuhr von Kohlenhydraten, hypoglykämische Zustände, Energiezufuhr bei der parenteralen Ernährung.

Dosierung/Anwendung

Die Glucoselösungen werden intravenös verabreicht. Glucose 5% und Glucose 10% können periphervenös verabreicht werden.

Die Zufuhr von Glucose 20% und 40% hat wegen der hohen Osmolarität über einen zentralen Venenkatheder zu erfolgen.

Die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Bedarf und der Stoffwechsellage. Die Infusionsmenge soll 500 mg Glucose/kg KG/h nicht überschreiten. Die maximale Tagesdosis liegt bei 6 g Glucose/kg KG (Erwachsene).

Kontraindikationen

Alle Lösungen

Hyperglykämie, hypotone Dehydratation, Hyperhydratationszustände, Hypokaliämie, Acidosen.

Hyperosmolare Lösungen (20% – 40%), zusätzlich

Anurie, bei Hirn- oder Rückenmarksblutungen, bei Patienten, die unter Delirium tremens mit gleichzeitiger Dehydratation leiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Relative Kontraindikationen

Keine.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine hochdosierte Glucosezufuhr ist aufbauend zu beginnen. Bei abruptem Absetzen hochdosierter oder rascher Glucoseinfusionen besteht die Gefahr reaktiver Hypoglykämien. Sie können durch ausschleichende Beendigung der Infusion vermieden werden.

Besondere Vorsicht bei Herz- und/oder Niereninsuffizienz.

Die Flüssigkeits- und Elektrolytbilanz, der Säuren/Basen-Haushalt und der Blutzucker sollten genau überwacht werden.

Spezielle Warnung bei zuckerkranken Patienten

Mit rascher Infusion einer hyperosmotischen Glucose-Lösung können hyperosmolare Zustände auftreten.

Das Bewusstsein des Patienten überwachen.

Interaktionen

Schleifendiuretika und Thiazide verschlechtern die Glucosetoleranz; dasselbe kann durch hormonale Kontrazeptiva bedingt sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Unter diesen Umständen soll das Medikament nur mit Vorsicht verabreicht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen sind vor allem im Fall einer Überdosierung zu erwarten.

Hypokaliämie ist insbesondere möglich.

Eine zu rasche und zu hohe Glucosezufuhr kann zur Hyperglykämie, u.U. zum hyperosmolaren Koma führen. Gefährdet sind vor allem Patienten mit einer Glucoseverwertungsstörung, z.B. Patienten mit latentem oder manifestem Diabetes mellitus oder Patienten im Postaggressionsstoffwechsel.

Bei hochdosierter Zufuhr ist ausserdem ein Anstieg des Serumlactats möglich, vor allem wenn die Sauerstoffversorgung ungenügend ist.

Bei alleiniger/energiebedarfsdeckender Glucosezufuhr im Rahmen der parenteralen Ernährung wurden kohlenhyd­ratinduzierte Hypertriglyceridämien, u.U. hepatische Fettinfiltrationen beobachtet, sowie die Neigung zur Hyperventilation bzw. eine erschwerte Entwöhnung vom Respirator.

Die periphervenöse Infusion einer hyperosmotischen Glucoselösung kann zu einer Venenentzündung oder Thrombose führen.

Überdosierung

Störung

Abhängig vom Infusionsvolumen und der Glucosekonzentration der Lösung führen Überdosierungen zu:

Hyperglykämie, Hypervolämie;

Hyperhydratation (Glucose 5–10%);

Glycosurie, hyperosmolaren Zuständen, Dehydratation (Glucose 20–40%);

Lactatanstieg;

kohlenhydratinduzierte Hypertriglyceridämie;

Steatose;

Hyperventilation.

Therapeutische Massnahmen

Sollten Überdosierungs-Symptome auftreten, ist die Infusion sofort zu unterbrechen. Es sind die physiologischen Parameter des Patienten zu bestimmen und die entsprechenden therapeutischen Massnahmen einzuleiten.

Hypervolämie, Hyperhydratation: Forcierte Diurese mittels eines passenden Diuretikums (z.B. Furosemid).

Hyperglykämie: Insulin spritzen. (Achtung: Es besteht die Möglichkeit einer sekundären Hypoglykämie.)

Hyperosmolare Zustände, Dehydratation: passende Massnahmen gemäss Flüssigkeits-, Glucose- und Elektrolyt-Bilanz sowie Säuren-Basen-Haushalt des Patienten;

Dosisreduzierung, partielle Substitution durch andere Kalorienträger (z.B. Fett) zur Entlastung des Kohlenhydrat­stoffwechsels.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B05BA03, Kohlenhydrate

Glucose B. Braun sind sterile, pyrogenfreie Lösungen von Glucose in Wasser für die parenterale Zufuhr von Kalorien und Flüssigkeit.

Pharmakokinetik

Absorption, Distribution, Metabolismus, Elimination

Distribution

Intra- und extrazellulär.

Metabolismus

Intravenös verabreichte Glucose unterliegt entweder dem Aufbau zu Glykogen oder dem glykolytischen Abbau zu Pyruvat bzw. Lactat. Unter aeroben Bedingungen wird Pyruvat vollständig zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert. Glucose dient ausserdem zur Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels und zur Biosynthese wichtiger Körperbestandteile.

Elimination

Die Endprodukte der vollständigen Oxidation von Glucose werden hauptsächlich über die Lunge (Kohlendioxid) und die Niere (Wasser) eliminiert. Die renale Elimination von Glucose als solcher ist möglich, ausserhalb pathologischer Stoffwechselsituationen (z.B. Diabetes mellitus, Postaggressionsstoffwechsel) aber ohne quantitative Bedeutung.

Brennwert: 4 kcal/g.

Oxidationswasser: 0,6 ml/g.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei reduzierter Glucosetoleranz können Hyperglykämie und renale Glucoseverluste auftreten. Diese Erscheinungen lassen sich jedoch in der Regel durch Dosisreduzierungen oder Insulingabe vermeiden.

Präklinische Daten

Keine Angaben.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Glucose-Lösungen dürfen nicht mit Blutprodukten gemischt werden. Blut und Glucose dürfen nicht durch dasselbe Infusionsbesteck infundiert werden.

Haltbarkeit

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und in der Originalverpackung bis zum auf der Etikette aufgedruckten, mit «Exp.» bezeichneten Verfalldatum haltbar.

Hinweise für die Handhabung

Nur unbeschädigte Behälter und klare Lösungen verwenden.

Glucose 5%- und Glucose 10%-Lösungen können als Trägerlösungen gewisser kompatibler Medikamente benutzt werden.

Glucose 5% und Glucose 10% sind mit den folgenden B. Braun Zusatzampullen kompatibel (1 Zusatzampulle pro 500 ml Trägerlösung): Argininhydrochlorid, Dopamin, Glucose 50%, Kaliumchlorid, Kaliumlactat, Kaliumphosphat, Magnesiumchlorid, Natriumbicarbonat, Natriumchlorid.

Wenn Glucose 5% oder Glucose 10% als Trägerlösung für ein Medikament benutzt werden müssen, sollte die Kompatibilität vor der Infusion getestet werden.

Die Lösung sofort nach dem Mischen infundieren.

Zulassungsnummer

29550 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

B. Braun Medical AG, Sempach.

Stand der Information

März 2003.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.