Dalmadorm Tabl 30 Mg 30 Stk

Dalmadorm Tabl 30 Mg 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Flurazepamhydrochlorid.

Hilfsstoffe: mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, D-Mannitol-Pulver, Hypromellose, Magnesiumstearat, Stearinsäure, Talk, Ethylcellulose, Macrogol 6000, Macrogol 400, Farbstoffe: Eisenoxid (E172), Titanoxid (E 171).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Dalmadorm Filmtablette mit Zierbruchrille enthält 30 mg.

1 Dalmadorm mite Filmtablette mit Zierbruchrille enthält 15 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Schlafstörungen

Einschlafstörungen, häufiges nächtliches Erwachen, zu frühes Aufwachen am Morgen; Schlafstörungen in Verbindung mit Angstzuständen und infolge chronischer Krankheiten.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Die übliche Dosierung von Dalmadorm für Erwachsene beträgt 15 oder 30 mg; es empfiehlt sich, die Dosis individuell anzupassen und grundsätzlich die kleinste wirksame Dosis zu verwenden.

Dalmadorm sollte unmittelbar vor dem Schlafengehen mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden.

Die Filmtabletten weisen eine Zierbruchrille auf. Sie dürfen für eine erleichterte Einnahme geteilt werden, nicht aber zur Dosierung einer halben Einheit.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere oder geschwächte Patienten

Bei älteren oder geschwächten Patienten beträgt die Dosierung in der Regel 15 mg/Tag. Über die Dauer der Anwendung siehe «Abhängigkeit». Eine mögliche Kumulation ist zu berücksichtigen (siehe Metabolismus).

Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion ist – wie allgemein üblich – Vorsicht geboten und gegebenenfalls die Dosierung zu verringern. Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen sollten nicht mit Benzodiazepinen behandelt werden, da hierdurch das Risiko einer Enzephalopathie erhöht wird.

Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz

Eine niedrigere Dosis wird auch für Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz aufgrund des Risikos einer Atemdepression empfohlen.

Kinder

Dalmadorm findet in der Pädiatrie keine Anwendung.

Kontraindikationen

Dalmadorm ist kontraindiziert bei

  • Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, anderen Benzodiazepinen oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung;
  • Myasthenia gravis;
  • schwerer pulmonaler Insuffizienz und Atemdepression;
  • Schlafapnoe-Syndrom;
  • phobischen oder obsessiven Zuständen;
  • chronischer Psychose;
  • schwerer Leberinsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Toleranzentwicklung

Nach wiederholter Einnahme von Benzodiazepinen über einige Wochen kann es zu einem gewissen Verlust der Wirksamkeit (Toleranz) kommen.

Abhängigkeit

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zur Entwicklung von psychischer und physischer Abhängigkeit führen. Das Risiko steigt mit der Dosis und speziell mit der Dauer der Behandlung. Insbesondere bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte oder bei Patienten mit ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen ist das Risiko erhöht. Eine regelmässige Kontrolle dieser Patienten ist wichtig, die routinemässige Wiederholung der Verschreibung sollte vermieden und die Behandlung sollte schrittweise beendet werden.

Entzugserscheinungen

Entzugserscheinungen wurden nach abruptem Absetzen sogar bei Patienten beobachtet, die während einer kurzen Dauer mit normalen therapeutischen Dosen behandelt wurden. Dabei können Depression, Nervosität, aussergewöhnliche Angst, Spannungszustände, Tremor, Ruhelosigkeit, Verwirrung, Stimmungsveränderungen, Rebound-Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schwitzen, Diarrhöe, Kopfschmerzen, Muskel- schmerzen, Muskel- und Bauchkrämpfe auftreten. In schweren Fällen können auch folgende Symptome hervorgerufen werden: Verfremdete Wahrnehmung der Umwelt, Persönlichkeitsstörungen, Hyperakusis, Taubheit und Kribbeln in den Extremitäten, Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und physischem Kontakt, Halluzinationen oder epileptische Anfälle. In seltenen Fällen kann der Entzug nach überhöhten Dosierungen auch Verwirrungszustände, psychotische Erscheinungen und Konvulsionen hervorrufen. Über Missbrauch von Benzodiazepinen wurde berichtet.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Fall ein ausschleichendes Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Rebound-Schlaflosigkeit und Angstgefühl

Nach Absetzen der Medikation kann die ursprüngliche Symptomatik, welche zu einer Behandlung mit einem Benzodiazepin führte, in verstärkter Form erneut auftreten. Sie kann von anderen Reaktionen wie Stimmungsveränderungen, Angstgefühl oder Schlafstörungen und Unruhe begleitet sein. Da abruptes Abbrechen der Behandlung das Risiko für Entzugs- oder Rebound-Phänomene erhöht, wird eine schrittweise Reduktion der Dosis empfohlen.

Amnesie

Benzodiazepine können anterograde Amnesien verursachen. Der Zustand tritt üblicherweise 1-2 Stunden nach der Einnahme auf und kann mehrere Stunden andauern. Um das Risiko zu senken, sollten die Patienten auf eine ausreichend lange, ununterbrochene Schlafdauer (7–8 Stunden) achten. Wenn ein Patient während der Periode der höchsten Wirkung des Arzneimittels geweckt wird, kann die Erinnerung vermindert sein.

Psychiatrische und «paradoxe» Reaktionen

Über anormale Reaktionen auf Benzodiazepine wurde berichtet. Seltene Auswirkungen auf das Benehmen können paradoxe, aggressive Ausbrüche, Aufregung, Verwirrung, Unruhe, Erregbarkeit, Reizbarkeit, Wahnvorstellungen, Wutausbrüche, Alpträume, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenes Verhalten sowie das Manifestieren  einer vorbestehenden Depression mit suizidalen Tendenzen sein. An Patienten mit Persönlichkeitsstörungen sollten Benzodiazepine deshalb nur mit grösster Vorsicht verschrieben werden. Bei Auftreten der Reaktionen sollte das Arzneimittel abgesetzt werden. Die Reaktionen können ziemlich schwerwiegend sein. Sie treten eher bei Kindern und älteren Patienten auf.

Dauer der Behandlung

Abhängig von der Indikation sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein und 4 Wochen (einschliesslich der Ausschleichphase) nicht überschreiten. Eine Weiterführung der Behandlung sollte erst nach erneuter Überprüfung der Situation erfolgen. Eine längere Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (z.B. mit Panikzuständen) indiziert und der Nutzen im Vergleich zu Risiken weniger klar.

Patienten sollen zu Therapiebeginn über die begrenzte Dauer der Behandlung informiert werden, zudem sollte ihnen die allmähliche Verringerung der Dosis genau erklärt werden.

Es ist auch wichtig, die Patienten über mögliche Entzugserscheinungen aufzuklären, so dass die Angst vor solchen Symptomen – falls sie beim Absetzen des Arzneimittels auftreten - verringert werden kann.

Werden Benzodiazepine mit einer langen Wirkungsdauer verwendet, sollte vor einem Wechsel auf ein Benzodiazepin mit kurzer Wirkungsdauer gewarnt werden, da Entzugserscheinungen auftreten könnten.

Spezielle Patientengruppen

Dalmadorm sollte nicht als alleinige Behandlung von Depression oder von Angst in Verbindung mit Depression angewendet werden. Unter Umständen kann die depressive Symptomatik verstärkt und so das Risiko eines Suizids verstärkt werden.

Dalmadorm wird nicht zur primären Behandlung von psychotischen Erkrankungen empfohlen.

In Fällen eines erlebten Verlustes oder Trauerfalls könnte die psychologische Anpassung durch Benzodiazepine behindert sein.

Dalmadorm ist bei Patienten mit spinaler oder zerebellarer Ataxie nicht indiziert.

Ältere Patienten sollten eine geringere Dosis erhalten (s. «Dosierung/Anwendung»). Aufgrund der muskelrelaxierenden Wirkung besteht ein Risiko für Stürze und in der Folge von Frakturen bei älteren Menschen.

Patienten mit chronischer respiratorischer Insuffizienz sollten aufgrund der dämpfenden Wirkung auf das respiratorische System eine geringere Dosis erhalten.

Bei akuter Vergiftung mit Alkohol, Sedativa, Hypnotika, Analgetika oder Psychopharmaka (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium) sollte Dalmadorm nicht verabreicht werden.

Vorsicht bei älteren Patienten sowie Patienten mit Leberfunktionsstörungen, fortgeschrittener Niereninsuffizienz oder dekompensierter Herzinsuffizienz, da diese Patienten Flurazepam unter Umständen kumulieren und langsamer ausscheiden.

Benzodiazepine sollten bei Patienten mit Arzneimittel-, Alkohol- und Drogenmissbrauch in der Anamnese nur mit äusserster Vorsicht angewendet werden.

Dalmadorm ist nicht für Kinder indiziert. Falls es aus zwingenden Gründen notwendig sein sollte, sollten Benzodiazepine an Kinder und Jugendliche erst nach sorgfältiger Nutzen-Risikoanalyse verschrieben werden.

Vigilität, Reaktionsbereitschaft

Je nach Dosis und individueller Empfindlichkeit kann das Reaktionsvermögen (zum Beispiel im Strassenverkehr) auch noch am Tage nach der abendlichen Einnahme beeinträchtigt sein.

Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung von Benzodiazepinen, einschliesslich Flurazepam, und zentraldämpfenden Arzneimitteln wie Barbituraten, Psychopharmaka, Sedativa, Hypnotika, Anxiolytika, Antidepressiva,  narkotischen Analgetika, sedierenden Antihistaminika, Antikonvulsiva, Anästhetika, Antihypertensiva und Betablockern führt zu einer gegenseitigen Verstärkung der zentraldämpfenden Wirkung. Bei narkotischen Analgetika (z.B. Opiaten) kann es auch zu einer Verstärkung der Euphorie und damit zu einer Verstärkung der psychischen Abhängigkeit kommen. Ältere Patienten benötigen besondere Aufsicht.

Die Verabreichung von Theophyllin oder Aminophyllin kann die sedierende Wirkung von Benzodiazepinen beeinträchtigen.

Wird Dalmadorm in Kombination mit Antiepileptika verabreicht, v.a. mit Hydantoinen und Barbituraten bzw., Kombinationen davon, können unerwünschte Wirkungen und Toxizität vermehrt hervortreten. Das Einstellen der Dosierung in der ersten Zeit der Behandlung muss deshalb mit besonderer Vorsicht erfolgen.

Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol sollte vermieden werden. Die Wirkung von Dalmadorm kann durch die Kombination mit Alkohol auf unvorhersehbare Weise verändert und verstärkt werden. Dies beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Die gleichzeitige Einnahme mit muskelrelaxierenden Arzneimitteln kann die entspannende Wirkung von Flurazepam verstärken.

Bekannte Inhibitoren von Leberenzymen, z.B. Cimetidin, Omeprazol und Disulfiram können die Clearance von Benzodiazepinen verringern und ihre Wirkung verstärken. Bekannte Induktoren von Leberenzymen, z.B. Rifampicin, können die Clearance von Benzodiazepinen verstärken.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Dalmadorm bei Schwangeren. Es gibt Hinweise für Risiken des menschlichen Fötus durch Benzodiazepine.

In tierexperimentelle Studien mit Dalmadorm fand sich eine Reproduktionstoxizität (nähere Angaben s. «Präklinische Daten»). Während der Schwangerschaft darf das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Patientinnen im gebärfähigen Alter sollten aufgefordert werden, eine geplante oder während der Behandlung mit Dalmadorm eingetretene Schwangerschaft sofort mitzuteilen, damit über eine Weiterführung bzw. einen Abbruch der Behandlung entschieden werden kann.

Die Verabreichung hoher Benzodiazepin-Dosen im letzten Schwangerschaftsdrittel oder während der Geburt kann zu Unregelmässigkeiten im fötalen Herzrhythmus und zu Hypotonie, Trinkschwäche, Hypothermie und einer mässigen Atemdepression beim Neugeborenen führen. Neugeborene von Müttern, die während der späteren Phase der Schwangerschaft über längere Zeit Benzodiazepine einnahmen, können eine physische Abhängigkeit entwickelt haben. Es besteht deshalb die Gefahr eines Entzugssyndroms nach der Geburt.

Stillzeit

Da der Wirkstoff in die Muttermilch übertritt, sollte während der Stillzeit auf Dalmadorm verzichtet werden; bei notwendiger regelmässiger Einnahme wird Abstillen empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass Dalmadorm, wie alle Arzneimittel derselben Klasse, die Ausführung von anspruchsvollen Tätigkeiten verändern kann. Sedierung, Amnesie, verminderte Konzentrationsfähigkeit und beeinträchtigte Muskelfunktion können sich auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Arbeiten mit Maschinen in unterschiedlichem Ausmass nachteilig auswirken, abhängig von der Dosierung, Verabreichung, Schlafmuster und persönlicher Empfindlichkeit. Dies gilt in besonderem Masse nach unzureichender Schlafdauer.

Patienten sollten auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass Alkohol die Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit verstärken und deshalb während der Behandlung vermieden werden sollte.

Unerwünschte Wirkungen

Häufige unerwünschte Wirkungen sind u.a. Schläfrigkeit während des Tages, Gefühlsarmut, verminderte Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelschwäche, Ataxie und Doppeltsehen. Diese Erscheinungen sind dosisabhängig, treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden im Allgemeinen  nach wiederholter Einnahme oder nach einer Anpassung der Dosierung. Ältere Patienten sind gegenüber der Wirkung zentraldämpfender Arzneimittel speziell empfindlich.

Bei der Bewertung der unerwünschten Wirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000), «nicht bekannt» (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Blut- und Lymphsystem

Unbekannt: Blutstörungen (z.B. Thrombozytopenie, Leukopenie, Agranulozytose, Panzytopenie).

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeit (z.B. Angioödem).

Psychiatrische Störungen

Häufig: Gefühlsarmut.

Gelegentlich: residuale Sedierung und bei älteren oder geschwächten Patienten Verwirrungszustände.

Selten: Paradoxe Exzitationen.

Unbekannt: Verwirrtheit, Halluzinationen, Abhängigkeit, Entzugssyndrom, Rebound-Effekte, Depression, paradoxe Reaktionen wie Angst, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Albträume, Unruhe, Aufregung, Reizbarkeit, Aggression, Delusion, psychotische Störungen, anormales Verhalten, emotionale Störungen, Selbstmordversuche, Suizidgedanken.

Nervensystem

Häufig: Schläfrigkeit, verminderte Aufmerksamkeit, Ataxie, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Dysgeusie.

Unbekannt: Extrapyramidale Störungen, anterograde Amnesie.

Augen

Selten: Sehstörungen (z.B. Doppeltsehen).

Ohr und Innenohr

Selten: Vertigo.

Gefässe

Selten: Hypotonie.

Atmungsorgane

Selten: Atemdepression, insbesondere während der Nacht.

Gastrointestinale Störungen

Selten: Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Übelkeit, bittere Geschmacksempfindung.

Leber und Galle

Sehr selten: Gelbsucht, erhöhte Leberenzyme.

Haut

Selten: Hautreaktionen (z.B. Ausschlag).

Muskelskelettsystem

Häufig: Muskelschwäche. Aufgrund der muskelrelaxierenden Wirkung gibt es ein Risiko für Stürze und in der Folge von Frakturen bei älteren Menschen.

Nieren und Harnwege

Selten: Harnverhalten.

Reproduktionssystem und Brust

Selten: Störungen der Libido.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Müdigkeit.

Überdosierung

Wenn nur Dalmadorm eingenommen wurde, besteht im Allgemeinen keine Lebensgefahr es sein denn, dass es mit anderen ZNS-wirksamen Substanzen – einschliesslich Alkohol – eingenommen wurde.

Symptome

Intoxikationen mit Benzodiazepinen sind gewöhnlich – in Abhängigkeit von der aufgenommenen Dosis – durch verschiedene Stadien der zentralen Dämpfung gekennzeichnet, die von Schläfrigkeit, geistiger Verwirrtheit, Dysarthrie und Lethargie, Sehstörungen und Dystonie bis hin zu Ataxie, Bewusstlosigkeit, zentraler Atem- und/oder Kreislaufdepression, selten zu Koma und sehr selten zum Tod reichen können.

Behandlung

Bei der Behandlung einer Arzneimittelüberdosierung sollte immer in Betracht gezogen werden, dass allenfalls mehrere Substanzen zu sich genommen wurden.

Allgemein unterstützende und symptomatische Massnahmen sind angezeigt. Nach einer Überdosierung mit Benzodiazepinen sollte innerhalb einer Stunde Erbrechen induziert werden, wenn der Patient bei Bewusstsein ist. Bei bewusstlosen Patienten soll eine Magenspülung mit entsprechendem Schutz der Atemwege durchgeführt werden. Ist die Entleerung des Magens nicht erfolgversprechend, sollte Aktivkohle gegeben werden, um die Absorption zu verringern. Besondere Aufmerksamkeit muss in der Intensivversorgung der respiratorischen und kardiovaskulären Funktion gewidmet werden. Für die Verwendung im Notfall ist Flumazenil (Anexate®) ein spezifisches Antidot. Die Verabreichung sollte jedoch im Spital unter engmaschiger Überwachung erfolgen. Speziell bei Patienten, welche Benzodiazepine über längere Zeit einnahmen und bei einer Überdosierung mit zyklischen Antidepressiva sollte das Risiko von Konvulsionen im Zusammenhang mit der Flumazenil-Gabe bedacht werden. Bei Auftreten von Exzitation sollen keine Barbiturate eingesetzt werden.

Der Nutzen einer Dialyse wurde nicht untersucht.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05CD01

Wirkungsmechanismus

Beim Tier hemmt Dalmadorm die pressorische Antwort auf die elektrische Stimulation des Hypothalamus und erhöht die Reizschwelle von Amygdala und Hypothalamus.

Beim Menschen verlängert Dalmadorm die Schlafdauer, verkürzt die Einschlafzeit und vermindert die Häufigkeit nächtlichen Erwachens.

Die Dosis von 30 mg Flurazepam per os verkürzt den REM-Schlaf eher wenig. Ein REM-Schlaf-Rebound ist nach dem Absetzen nicht festgestellt worden. Dagegen wird eine Verkürzung des Schlafstadiums IV beobachtet.

Einmonatige Studien im Schlaflabor zeigten, dass auch bei ununterbrochener Anwendung von Dalmadorm keinerlei Wirkungsabfall zu verzeichnen war.

Pharmakodynamik

Flurazepam ist eine psychotrope Substanz aus der Klasse der 1,4-Benzodiazepine und bindet mit hoher Affinität an spezifische Benzodiazepinrezeptoren im ZNS. Flurazepam verstärkt die hemmende Wirkung der GABA-ergen Übertragung auf unterschiedliche Neuronenverbände. Hieraus resultieren die spannungs-, erregungs- und angstdämpfenden Eigenschaften sowie sedierenden und hypnotischen Effekte. Darüber hinaus zeigt Flurazepam den Muskeltonus dämpfende und antikonvulsive Eigenschaften.

Pharmakokinetik

Absorption

Flurazepam wird aus dem Magen-Darm-Trakt rasch und nahezu vollständig absorbiert und rasch in pharmakologisch wirksame Metaboliten übergeführt.

Distribution

Nach oraler Gabe von 30 mg Flurazepam können im Serum nur Spuren der unveränderten Substanz nachgewiesen werden.

Man muss annehmen, dass Flurazepam, beziehungsweise dessen Metaboliten, wie andere Benzodiazepine beim Menschen die Plazentarschranke überschreiten und auch in die Muttermilch übertreten.

Die Proteinbindung von Flurazepam in vivo beträgt 91%, diejenige von N-Desalkylflurazepam 97%.

Metabolismus

Ein wirksamer Metabolit, Hydroxyethylflurazepam, ist nur während weniger Stunden nach der Applikation nachweisbar, seine Eliminationshalbwertzeit beträgt rund eine Stunde, das Verteilungsvolumen 1,4 l/kg.

Ein weiterer wirksamer Metabolit im Serum ist N-Desalkylflurazepam. Seine Eliminationshalbwertzeit beträgt 40-100 Stunden, das Verteilungsvolumen 0,41 l/kg. Längere Eliminationszeiten finden sich mit zunehmendem Alter. Bei ununterbrochener täglicher Applikation erreicht N-Desalkylflurazepam nach 7-10 Tagen einen Plateauwert (Fliessgleichgewicht), der etwa fünfmal höher ist als die Konzentration 24 Stunden nach einer Einzeldosis.

Elimination

Die Metaboliten werden hauptsächlich mit dem Harn ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Benzodiazepine sollten Kindern und Jugendlichen nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses verordnet werden.

Präklinische Daten

Akute Toxizität

S. «Überdosierung».

Chronische Toxizität

Die wiederholte tägliche orale Gabe von Flurazepammonohydrochlorid-Base an Ratten und Hunden über einen Zeitraum von 6 bzw. 12 Monaten führte in einer Dosierung von 90 mg/kg KG/Tag zur Abnahme des Körpergewichts, Anstieg der Serum-GOT und der alkalischen Phosphatase sowie zu einer Erhöhung des Lebergewichtes und Fettinfiltration in der Leber.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Dalmadorm wurde nur unzureichend bezüglich mutagener Wirkungen untersucht. Die bisher durchgeführten Tests verliefen allerdings negativ. Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Die pränatale Exposition von Dalmadorm ergab in Tierstudien (Mäusen, Ratten, Kaninchen) bis 30 mg/kg KG keinen Anhalt für ein teratogenes Potential. Ab 3 mg/kg KG wurden erhöhte Resorptionsraten beobachtet. Retardierende Effekte bei der F1-Generation traten nach Applikation von 27 mg/kg KG (Ossifikationsstörungen) und 30 mg/kg KG (Körpergewichtsdepressionen) auf. Eine Einschränkung der Fertilität bei Ratten wurde nicht nachgewiesen. Flurazepammonohydrochlorid ist placentagängig und erscheint in der Muttermilch.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Entfällt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Entfällt.

Zulassungsnummer

40536 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharmaceuticals Switzerland GmbH, Wangen-Brüttisellen.

Stand der Information

März 2014.

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