Dalacin V Vag Cr 2 % Tb 40 G

Dalacin V Vag Cr 2 % Tb 40 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Clindamycinum ut clindamycini phosphas.

Hilfsstoffe: Sorbitani stearas, Polysorbatum 60, Propylenglycolum, Acidum stearicum, Alcohol cetostearilicus, Cetylis palmitas, Paraffinum liquidum, Conserv.: Alcohol benzylicus, Aqua purificata.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 g Vaginalcreme enthält 20 mg Clindamycin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von bakteriellen Vaginosen («Aminkolpitis», «Gardnerella‑Vaginitis»), die durch Clindamycin empfindliche Keime verursacht sind.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene Dosierung beträgt eine Applikatorfüllung Dalacin V 2% (= ca. 5 g, entsprechend 100 mg Clindamycin) intravaginal vor dem Zubettgehen während 3 Tagen. Bei Versagen oder Rezidiv kann eine 7‑tägige Therapie angeschlossen werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder/Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dalacin V 2% wurden bei Kindern und Jugendlichen nicht systematisch untersucht.

Ältere Patientinnen

Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Leber- und Niereninsuffizienz

Dalacin V 2% wurde bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz nicht untersucht. Aufgrund der geringen Resorption bei vaginaler Anwendung ist vermutlich keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Dalacin V 2% ist kontraindiziert bei Patientinnen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Clindamycin, Lincomycin oder einem der Hilfsstoffe des Arzneimittels sowie bei Patientinnen mit Antibiotika assoziierter Kolitis in der Vorgeschichte.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor der Therapie mit Dalacin V 2% muss das Vorliegen von gegenüber Clindamycin resistenten Erregern (z.B. Candida albicans, Trichomonas vaginalis) ausgeschlossen werden.

Durch die Verwendung von Clindamycin können sich nicht‑empfindliche Organismen, vor allem Hefen, stark vermehren.

In seltenen Fällen wurde oral oder parenteral appliziertes Clindamycin, wie die meisten anderen Antibiotika, mit schwerer Diarrhoe in Verbindung gebracht, in seltenen Fällen auch mit einer pseudomembranösen Kolitis. Bei der vaginalen Anwendung werden jedoch nur geringe Wirkstoffmengen resorbiert (ca. 4% der applizierten Clindamycin-Dosis). Tritt eine relevante oder persistierende Diarrhoe auf, sollte die Behandlung abgebrochen und entsprechende diagnostische und therapeutische Massnahmen getroffen werden.

Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, während der Anwendung von Dalacin V 2% auf (vaginalen) Geschlechtsverkehr und die vaginale Anwendung anderer Produkte (z.B. Tampons oder Vaginalduschen) zu verzichten.

Dalacin V 2% enthält als Hilfsstoffe Mineralöle, welche die Stabilität (Reissfestigkeit) von Produkten aus Latex oder Kunststoffen (Kondome, Diaphragmen, etc.) und damit deren Sicherheit beeinträchtigen können.

Interaktionen

Mit Dalacin V 2% wurden keine spezifischen Interaktionsstudien durchgeführt.

Clindamycin ist ein Substrat des hepatischen Enzyms CYP3A4. Aufgrund der geringen systemischen Verfügbarkeit nach vaginaler Applikation (siehe «Pharmakokinetik») wird jedoch unter der Anwendung von Dalacin V 2% nicht von klinisch relevanten pharmakokinetischen oder pharmakodynamischen Interaktionen ausgegangen. Aus Vorsichtsgründen sollte Dalacin V 2% aber aufgrund der neuromuskulär blockierenden Eigenschaften von Clindamycin bei Patientinnen, welche mit anderen neuromuskulären Blockern behandelt werden, nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Über die gleichzeitige Anwendung mit anderen vaginalen Präparaten liegen keine Informationen vor.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine adäquaten, kontrollierten Studien an Schwangeren im ersten Schwangerschaftstrimenon vor. Die Befunde klinischer Studien, in welchen Schwangere im zweiten und/oder dritten Trimenon mit Clindamycin behandelt wurden, lieferten keine Hinweise auf eine Schädigung des Foeten.

Wird Dalacin V 2% Vaginalcreme während des zweiten und dritten Trimenons angewendet, wird von einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit für eine Schädigung des Foeten ausgegangen.

Bei der Anwendung von Dalacin V 2% während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Während des ersten Schwangerschaftstrimesters soll das Präparat nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.

Beim Umgang mit dem Applikator sollte in der Schwangerschaft besonders vorsichtig vorgegangen werden, um unnötige Manipulationen am Muttermund zu vermeiden.

Stillzeit

Clindamycin tritt nach oraler oder parenteraler Applikation in die Muttermilch über. Es ist nicht bekannt, ob dies auch nach vaginaler Anwendung gilt. Eine Anwendung von Dalacin V 2% während der Stillzeit wird daher nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Studien zum Einfluss von Dalacin V auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen wurden nicht durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien bei vaginaler Applikation beobachtet, wobei die Häufigkeit folgendermassen definiert wurde: sehr häufig (≥10%), häufig (≥1%-<10%), gelegentlich (≥0.1%-<1%), selten (≥0.01%-<0.1%), sehr selten (<0.01%) und nicht bekannt (Häufigkeit kann aufgrund der verfügbaren Informationen nicht angegeben werden).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr häufig: Vulvovaginale Candidiasis und andere Pilzinfektionen (11%).

Häufig: Harnwegsinfekte.

Gelegentlich: Vulvovaginale Trichomonaden-Infektion, bakterielle Infektionen der Vagina.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (in Einzelfällen auch generalisiert).

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt: Hyperthyreose.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Benommenheit, Dysgeusie.

Gelegentlich: Schwindel.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Epistaxis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Abdominalschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Obstipation.

Gelegentlich: Flatulenz, Halitosis.

Nicht bekannt: Dyspepsie, pseudomembranöse Kolitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Rash, Pruritus.

Gelegentlich: Erythem, Urtikaria.

Nicht bekannt: Makulopapulöses Exanthem.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Rückenschmerzen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Glukosurie, Proteinurie.

Gelegentlich: Dysurie.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: Schmerzen oder andere Beschwerden an Vulva und/oder Vagina, Fluor vaginalis, Vulvovaginitis, Menstruationsstörungen (z.B. Metrorrhagie).

Gelegentlich: Unterleibsschmerzen.

Nicht bekannt: Endometriose.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt: Entzündungen, generalisierte Schmerzen.

Beim Auftragen auf Schleimhäute sind aufgrund des Propylenglycolgehalts lokale Reizungen möglich.

Bei systemischer Applikation von Clindamycin wurde darüber hinaus über folgende unerwünschte Wirkungen berichtet: Eosinophilie, Agranulozytose, Leukopenie, Thrombopenie, Neutropenie, anaphylaktoide Reaktionen, Angioödem, Arzneimittelfieber, DRESS-Syndrom (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms), Oesophagitis, Oesophagus-Ulzera, Anomalien der Leberfunktionstests, Hepatitis, Ikterus, morbilliformes Exanthem, Erythema multiforme, exfoliative und vesikulobullöse Dermatitis, Stevens-Johnson Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse, Akute Generalisierte Exanthematische Pustulose (AGEP), Polyarthritis.

Überdosierung

Das in Dalacin V 2% enthaltene Clindamycin Phosphat kann bei vaginaler Anwendung in ausreichenden Mengen resorbiert werden, um systemische Effekte zu erzeugen, wie sie oben beschrieben werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Im Falle einer Überdosierung sind gegebenenfalls allgemeine symptomatische bzw. supportive Massnahmen angezeigt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G01AA10

Wirkungsmechanismus

Clindamycin (7‑Chlor‑7‑Desoxy‑Lincomycin) ist ein Derivat des aus Streptomyces lincolnensis gewonnenen Lincomycins. Es bindet an die 50S‑Untereinheit bakterieller Ribosomen und hemmt dadurch die Proteinsynthese. Die Wirkung ist primär bakteriostatisch, je nach Konzentration und Empfindlichkeit des Erregers aber auch bakterizid. Der Phosphatester ist in vitro nicht aktiv. In vivo wird er schnell in die aktive Base Clindamycin hydrolysiert.

Clindamycin ist wirksam in der Behandlung von durch empfindliche anaerobe oder grampositive aerobe Bakterien hervorgerufenen Infektionen. In vitro wurde die Wirksamkeit bei folgenden an der bakteriellen Vaginose beteiligten Keime nachgewiesen: Gardnerella vaginalis (MHK 0.02–2 mg/l), Mobiluncus spp (MHK 0.004–0.032 mg/l), Bacteroides spp (MHK 0.007–2 mg/l), Mycoplasma hominis (MHK 0.06–3.1 mg/l), Peptostreptococcus spp (MHK 0.03–2 mg/l).

Resistenzen/reduzierte Wirksamkeit

Zwischen Clindamycin und Lincomycin wurde eine Kreuzresistenz festgestellt.

In vitro wurde ausserdem ein Antagonismus zwischen Clindamycin und Erythromycin nachgewiesen.

Pharmakokinetik

Absorption

Clindamycin wird bei vaginaler Anwendung nur schwach absorbiert.

Bei gesunden Probandinnen wurden nach einmaliger Applikation von 100 mg Clindamycinphosphat als Vaginalcreme maximale Serumkonzentrationen von 20 ng/ml (3–93 ng/ml) gemessen. Durchschnittlich wurden 3% (0.1-7%) der vaginal verabreichten Dosis systemisch resorbiert.

Bei Frauen mit bakterieller Vaginose unterschied sich die Resorptionsrate nach einer 100 mg-Dosis mit etwa 4% (0.8-8%) nicht in relevanter Weise von jener bei Gesunden.

Distribution

Die Serum-Proteinbindung von Clindamycin beträgt zwischen 60 und 94%.

Metabolismus

Clindamycin wird in der Leber extensiv metabolisiert. Die Metaboliten weisen unterschiedliche antibakterielle Wirksamkeit auf, wie z.B. N-Demethyl-Clindamycin (pharmakologisch aktiver als Clindamycin) und Clindamycinsulfoxid (weniger aktiv als Clindamycin).

Elimination

Die Ausscheidung von Clindamycin erfolgt zu ca. ⅔ mit den Fäzes und zu ca. ⅓ mit dem Urin. Die Plasma-Halbwertszeit (t½) beträgt ca. 3 h.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es liegen keine Daten vor.

Präklinische Daten

Mutagenität, Kanzerogenität

Die durchgeführten Tests zur Genotoxizität beinhalteten einen Micronukleus-Test bei Ratten und einen Ames-Test mit Salmonella. Beide Tests waren negativ.

Tierexperimentelle Langzeitstudien zur Evaluation des karzinogenen Potentials wurden mit Clindamycin nicht durchgeführt.

Fertilitätsstörungen

Fertilitätsuntersuchungen bei Ratten unter oraler Behandlung mit Dosierungen bis zu 300 mg/kg/Tag (31mal höher als die humane Exposition, basierend auf mg/m2) zeigten keine Effekte auf Fertilität oder Paarungsbereitschaft.

Reproduktionstoxizität

In embryo-foetalen Entwicklungsstudien mit oral angewandtem Clindamycin an Ratten bzw. mit subkutan appliziertem Clindamycin an Ratten und Kaninchen, konnte – ausser in Dosen, welche eine maternale Toxizität bedingten - keine Entwicklungstoxizität festgestellt werden. Die Sicherheitsabstände zu klinischen Expositionen waren jedoch sehr gering.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Es sind keine physikalischen Inkompatibilitäten bekannt. Die gleichzeitige vaginale Anwendung anderer Präparate wird nicht empfohlen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalpackung bei Raumtemperatur (15‑25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Gebrauchsanweisung für den Applikator

Der Applikator wird auf die Tube aufgeschraubt und die Vaginalcreme vorsichtig in den Zylinder gedrückt. Wenn dieser bis zum Anschlag des Kolbens gefüllt ist, Applikator von der Tube abschrauben. Die Patientin sollte für die Einführung der Creme auf dem Rücken liegen. Das offene Ende des Applikators wird soweit wie möglich in die Vagina eingeführt und mit dem Kolben die Vaginalcreme ausgedrückt.

Zulassungsnummer

52119 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

November 2015.

LLD V007

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