Dafnegil Vaginalcreme 10 Mg/g 40 G

Dafnegil Vaginalcreme 10 Mg/g 40 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Ciclopiroxolamin.

Hilfsstoffe

Vaginalcrème: Konservierungsmittel: Benzylalkohol, Excip. ad ung.

Ovula: Konservierungsmittel: Benzoesäure (E 210), Excip. ad ovulum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Vaginalcrème 1%: 10 mg/g.

Ovulum: 100 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Vulvovaginalmykosen (Candida-Infektionen).

Dosierung/Anwendung

Crème

Erwachsene tragen täglich eine Dosis von 5 g auf, vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen, während 6 Tagen oder, falls erforderlich, bis zu maximal 14 Tagen.

Anwendung: Applikator auf Tube schrauben und durch Drücken auf die Tube füllen. Applikator danach tief in die Scheide einführen und Inhalt durch Drücken des Kolbens ausstossen.

Zur Vermeidung von Reinfektionen ist auch die Haut um Scheide und After mit wenig Crème zu behandeln. Applikator nach jeder Anwendung mit heissem Wasser ausspülen.

Um Rückfälle zu vermeiden, ist der Partner ebenfalls zu behandeln, selbst wenn er keine Symptome aufweist. Dazu wird eine dünne Crème-Schicht auf Glied, Eichel und Vorhaut aufgetragen.

Die Anwendung und Sicherheit von Dafnegil Vaginalcrème bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht systematisch geprüft worden.

Ovula

Erwachsene führen während 6 Tagen ein Ovulum abends vor dem Schlafengehen tief in die Scheide ein. Die Packung enthält hygienische Fingerlinge.

Die Anwendung und Sicherheit von Dafnegil Vaginalovula bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht systematisch geprüft worden.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe.

Ophtalmologische Anwendung. Kinder unter 6 Jahren.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Dafnegil wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht systematisch geprüft und wird daher für die Behandlung dieser Patientengruppe nicht empfohlen.

Nur vaginal und auf die Genitalien des Partners auftragen. Eine anhaltende Exazerbation des Brennens und Juckens während der Behandlung kann auf eine Überempfindlichkeitsreaktion auf das Arzneimittel hindeuten. In diesem Fall ist die Behandlung abzubrechen.

Interaktionen

Der gleichzeitige Gebrauch von Dafnegil und einem Diaphragma oder einem Präservativ zur Empfängnisverhütung ist zu vermeiden, da einerseits die Oberfläche des Diaphragmas verändert und die Reissfestigkeit des Präservativs herabgesetzt und andererseits die Wirksamkeit von Dafnegil beeinträchtigt werden können.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für den Fötus gezeigt, und auch bei der Anwendung von ­Ciclopiroxolamin bei schwangeren Frauen wurden keine unerwünschten Wirkungen für den Fötus beobachtet.

Dafnegil darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies sei eindeutig erforderlich.

Zum Übertritt von Ciclopiroxolamin in die Muttermilch liegen keine Angaben vor. Aus diesem Grund sollte das Produkt bei stillenden Frauen nur mit Vorsicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Gelegentlich können Juckreiz oder ein Gefühl des Bren­nens auftreten. Diese Erscheinungen sind auf die erhöhte Empfindlichkeit der entzündeten Schleimhaut zurückzuführen und verschwinden im allgemeinen nach 2 oder 3 Behandlungstagen.

Selten tritt eine allergische Kontaktdermatitis auf.

Überdosierung

Aufgrund der geringen systemischen Absorption von ­Ciclopiroxolamin besteht kein Risiko zur Überdosierung.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G01AX12

Wirkungsmechanismus

Die fungizide Wirkung von Ciclopiroxolamin, dem Wirkstoff von Dafnegil, beruht einerseits auf der Verhinderung der Aufnahme der zur Entwicklung der Pilzzelle unentbehrlichen Ionen und Substrate durch die Zelle und andererseits auf einer Veränderung der Membran der Zelle.

Dafnegil bewirkt sowohl bei proliferierenden als auch bei nicht proliferierenden Pilzzellen einen Wachstumsstop mit anschliessendem Zelltod.

In vitro wirkt Ciclopiroxolamin gegen Hefen, Dermatophyten, Aktinomyzeten, Schimmelpilze und andere pathogene Pilze sowie gegen bestimmte gram+ und gram– Bakterien.

Die minimale Hemmkonzentration (MHK) für Candida albicans liegt bei 0,9–3,9 µg/ml.

Ciclopiroxolamin reichert sich in den Hefezellen an und verringert deren Anheften an das Vaginalepithelium. Die chemisch wirksamen Konzentrationen sind in vivo nach lokaler Anwendung leicht zu erreichen.

Dafnegil greift nicht in das physiologische mikrobiologische Gleichgewicht der Vagina ein und verschont insbesondere den Lactobacillus acidophilus.

Pharmakokinetik

Absorption

Obwohl Ciclopiroxolamin nach lokaler Anwendung bis in die tiefen Haut- und Schleimhautschichten vordringt, treten nur geringe Mengen in den systemischen Kreislauf über.

Die tägliche vaginale Anwendung von 5 g Crème zu 1% während 7 Tagen ergibt maximale Serumwerte von unter 0,8 µg/ml.

Die Absorption zeigt interindividuelle Schwankungen, die auf den jeweiligen Zustand der infizierten Schleimhaut zurückzuführen sind.

Elimination

Der absorbierte Wirkstoff wird glukurokonjugiert und hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.

Präklinische Daten

Reproduktionstoxizität

Untersuchungen haben gezeigt dass Ciclopiroxolamin auch in hohen Dosen weder bei Muttertieren noch bei der Leibesfrucht zu Schäden führt. Auch Fertilität oder postnatale Entwicklung werden nicht beeinträchtigt.

Mutagenität/Kanzerogenität

Die Befunde von in-vitro- und in-vivo-Untersuchungen zur Mutagenität zeigen an, dass ein mutagenes Potential von Ciclopirox unter den Bedingungen der klinischen Anwendung hinreichend sicher auszuschliessen ist. Es wurden keine Kanzerogenitätsstudien durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Während der Menstruation setzt die Chelatbildung mit dem Eisen im Blut die antimikrobische Wirkung von Ciclopiroxolamin herab.

Hinweise

Die Patientin ist auf die Wichtigkeit einer guten Intimhygiene hinzuweisen (die Leibwäsche ist häufig zu wechseln und zur Keimbeseitigung zur Kochwäsche zu geben).

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

53761, 53762, 54494 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Medinova AG, 8050 Zürich.

Stand der Information

März 2009.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.