Dancor Tabl 20 Mg 60 Stk

Dancor Tabl 20 Mg 60 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Nicorandilum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 10 mg (mit Bruchrille, teilbar) und 20 mg (mit Zierbruchrille, nicht teilbar).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Dancor wird angewendet zur symptomatischen Behandlung von stabiler Angina pectoris bei erwachsenen Patienten ohne ausreichende Kontrolle mit First-Line-Therapien gegen Angina (wie etwa Betablockern und/oder Kalziumantagonisten) oder mit einer Kontraindikation oder Unverträglichkeit für solche Therapien.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Dosierungsanweisungen

Im Allgemeinen 2× täglich 1 Tabl. Dancor 10 verabreichen.

Bei ungenügendem Ansprechen können bis 2× täglich 1 Tablette Dancor 20 verabreicht werden.

Die Tabletten sollen jeweils morgens und abends, unzerkaut, mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Die Einnahme kann unabhängig von der Nahrungsaufnahme erfolgen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei Patienten, die besonders zu Kopfschmerzen neigen, kann mit einer Initialdosis von 5 mg 2× täglich während 2-7 Tagen begonnen werden.

Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung notwendig.

Ältere Patienten

Es gibt keine speziellen Dosierungsempfehlungen für ältere Patienten. Wie bei allen Arzneimitteln wird empfohlen, die niedrigste wirksame Dosis anzuwenden.

Kinder und Jugendliche

Dancor wird nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen, da die Sicherheit und Wirksamkeit von Dancor in dieser Patientengruppe nicht gezeigt ist.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe;
  • Patienten mit Schock (einschliesslich kardiogenem Schock), schwerer Hypotonie oder Linksherzinsuffizienz mit niedrigem Füllungsdruck oder kardialer Dekompensation;
  • Hypovolämie;
  • gleichzeitige Anwendung von Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (wie Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»; «Interaktionen»), da dies zu einem schweren Blutdruckabfall führen kann;
  • gleichzeitige Anwendung von Stimulatoren der löslichen Guanylat-Cyclase (wie z.B. Riociguat), da dies zu einem schweren Blutdruckabfall führen kann;
  • akutes Lungenödem.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Ulzerationen

Über gastrointestinale Ulzerationen, Haut- und Schleimhautulzerationen wurde bei der Anwendung von Nicorandil berichtet (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Gastrointestinale Ulzerationen

Durch Nicorandil bedingte Ulzerationen können an verschiedenen Stellen beim selben Patienten auftreten. Diese erweisen sich als therapieresistent und sprechen zumeist nur auf einen Abbruch der Behandlung mit Nicorandil an. Falls Ulzerationen auftreten, sollte daher die Behandlung mit Nicorandil dauerhaft abgesetzt werden (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»). Ärzte sollten sich der Bedeutung einer rechtzeitigen Diagnose von durch Nicorandil bedingten Ulzerationen und eines raschen Absetzens der Behandlung mit Nicorandil im Falle eines Auftretens solcher Ulzerationen bewusst sein. Auf Grundlage verfügbarer Informationen kann nach Anwendungsbeginn von Nicorandil ein Auftreten von Ulzerationen entweder schon kurz nach Behandlungsbeginn mit Nicorandil stattfinden oder aber erst mehrere Jahre nach Beginn der Behandlung mit Nicorandil.

Gastrointestinale Blutungen in der Folge einer gastrointestinalen Ulzeration wurden unter Nicorandil berichtet. Bei Patienten, die gleichzeitig Acetylsalicylsäure oder NSARs (nichtsteroidale Antiphlogistika) anwenden, besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen wie etwa gastrointestinale Blutungen. Bei der Erwägung einer gemeinsamen Anwendung von Acetylsalicylsäure oder NSARs und Nicorandil ist daher entsprechende Vorsicht geboten (vgl. «Interaktionen»).

Im fortgeschrittenen Stadium können sich diese Ulzera auch zu Perforationen, Fisteln oder Abszessen entwickeln. Bei Patienten mit Divertikulose könnte unter Behandlung mit Nicorandil ein besonders hohes Risiko für Fistelbildung oder Darmperforationen bestehen.

Gastrointestinale Perforationen in Verbindung mit einer gleichzeitigen Anwendung von Nicorandil und Kortikosteroiden wurden ebenfalls beschrieben. Bei Erwägung einer gleichzeitigen Anwendung von Kortikosteroiden ist daher Vorsicht geboten.

Augenulzerationen

Sehr seltene Fälle von Konjunktivitis, Bindehautulkus und Hornhautulkus wurden in Verbindung mit Nicorandil beschrieben. Die Patienten sollten über die Zeichen und Symptome informiert werden und engmaschig auf Hornhautulzerationen überwacht werden. Im Falle von Ulkusbildung(en) sollte Nicorandil abgesetzt werden (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Hyperkaliämie

Unter Behandlung mit Nicorandil wurde in sehr seltenen Fällen eine schwere Hyperkaliämie beschrieben. Nicorandil sollte in Kombination mit anderen Arzneimitteln, welche die Kaliumspiegel erhöhen, vor allem bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Nierenfunktionsstörung, mit entsprechender Vorsicht angewendet werden (vgl. «Interaktionen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Arzneimittel mit blutdrucksenkender Wirkung

Vorsicht ist bei gleichzeitiger Anwendung von Nicorandil mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln geboten (vgl. «Interaktionen»).

Herzinsuffizienz

Aufgrund fehlender Daten ist bei der Anwendung von Nicorandil bei Patienten mit Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III oder IV entsprechende Vorsicht geboten.

Funktionsstörungen der Leber

Nicorandil kann in sehr seltenen Fällen Funktionsstörungen der Leber verursachen.

Phosphodiesterase-5-Inhibitoren

Aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkung (Hemmung des Abbaus von cGMP) potenzieren Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (wie Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten und anderen NO-Donatoren, was zu schwerwiegender, häufig therapieresistenter Hypotension führen kann. Daher ist die Einnahme von Phosphodiesterase-5-Inhibitoren während der Behandlung mit Dancor kontraindiziert. Der Patient muss über diese potentiell lebensbedrohende Interaktion informiert werden.

Arzneimittel mit Kaliumkanal-blockierender Wirkung

Die potentiell Kaliumkanal-blockierende Wirkung von Sulfonylharnstoffen und der damit verbundene antagonistische Effekt zu Nicorandil sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Besonders stark ist der Effekt bei derjenigen Untergruppe von Sulfonylharnstoffen, zu der auch Glibenclamid gehört. Bei der Behandlung von Typ II-Diabetikern mit dem Risiko akuter koronarer Erkrankungen sollte dies bei der Auswahl des geeigneten Antidiabetikums berücksichtigt werden.

Glucose-6-phosphat-Dehydrogenasemangel

Dancor sollte bei Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehydrogenasemangel mit entsprechender Vorsicht angewendet werden. Nicorandil wirkt teilweise durch seine organische Nitrat-Gruppe. Die Metabolisierung organischer Nitrate kann zur Bildung von Nitriten führen, welche bei Patienten mit Glucose-6-phosphat-Dehydrogenasemangel eine Methämoglobinämie auslösen können.

Interaktionen

Es konnten in Tierexperimenten und Untersuchungen beim Menschen keine pharmakologischen und pharmakokinetischen Interaktionen von Nicorandil mit Acenocumarol, Rifampicin und Cimetidin beobachtet werden. Interaktionen mit β-Blockern, Calciumantagonisten, Digoxin sowie einer Kombination von Digoxin mit Furosemid wurden nicht speziell untersucht.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei gleichzeitiger Anwendung von anderen gefässerweiternden Arzneimitteln (Vasodilatatoren, Kalziumantagonisten) oder blutdrucksenkenden Arzneimitteln (wie z.B. β-Blockern), trizyklischen Antidepressiva und Alkohol deren blutdrucksenkende Wirkung verstärkt wird.

Dapoxetin sollte bei mit Nicorandil behandelten Patienten aufgrund einer möglichen Verminderung der orthostatischen Toleranz mit Vorsicht verschrieben werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Nicorandil und Kortikosteroiden ist Vorsicht geboten, da Fälle von gastrointestinalen Perforationen berichtet wurden.

Bei Patienten mit gleichzeitiger Anwendung von NSARs einschliesslich Acetylsalicylsäure sowohl zur kardiovaskulären Prophylaxe als auch entzündungshemmenden Anwendung besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen wie etwa gastrointestinale Ulzerationen, Perforationen und Blutungen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nicorandil sollte in Kombination mit anderen Arzneimitteln, welche die Kaliumspiegel erhöhen können, mit entsprechender Vorsicht angewendet werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Die blutdrucksenkende Wirkung von akut und chronisch applizierten Nitraten und anderen NO-Donatoren wird durch Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (wie Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) verstärkt. Daher ist die Einnahme von Phosphodiesterase-5-Inhibitoren während der Behandlung mit Dancor kontraindiziert. Falls dennoch Phosphodiesterase-5-Inhibitoren eingenommen wurden, ist die Anwendung von Dancor während 24 h nach Einnahme dieser Substanzen kontraindiziert.

Eine gleichzeitige Anwendung von Nicorandil und Stimulatoren der löslichen Guanylat-Cyclase (wie z.B. Riociguat) kann zu einem schweren Blutdruckabfall führen und ist deshalb kontraindiziert (vgl. «Kontraindikationen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Nicorandil bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien zeigten keine teratogenen Effekte (vgl. Präklinische Daten). Während der Schwangerschaft darf das Medikament nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Beim Tier tritt ein geringer Anteil in die Muttermilch über. Es ist nicht bekannt, ob Nicorandil beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Daher ist die Anwendung von Dancor in der Stillzeit nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dancor hat einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Durch die blutdrucksenkende Wirkung und durch Nicorandil induzierten Schwindel und Schwächegefühl können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein. Diese Wirkung kann in Verbindung mit Alkohol oder mit der Anwendung von anderen Arzneimitteln mit blutdrucksenkender Wirkung verstärkt werden. Die Patienten müssen daher darauf hingewiesen werden, keine Fahrzeuge oder Maschinen zu bedienen, falls diese Symptome auftreten.

Unerwünschte Wirkungen

Folgende unerwünschte Wirkungen können nach Einnahme von Dancor 10/20 auftreten. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig ≥10%; häufig ≥1%, <10%; gelegentlich ≥0.1%, <1%; selten ≥0.01%, <0.1%; sehr selten <0.01%; nicht bekannt: basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Hyperkaliämie (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», «Interaktionen»).

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Insbesondere während der ersten Tage der Behandlung und dosisabhängig, vorübergehend Kopfschmerzen (22-48%).

Häufig: Schwindel und allgemeines Schwächegefühl (Müdigkeit, Benommenheit).

Augenerkrankungen

Sehr selten: Konjunktivitis, Bindehautulkus, Hornhautulkus (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Einzelfälle: Diplopie.

Herz-/Gefässerkrankungen

Häufig: Tachykardie; kutane Vasodilatation mit Flush.

Gelegentlich: Blutdruckabfall (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Selten: Abdominalschmerzen, gastrointestinale Ulcera wie Stomatitis, Aphthosis, Mundulcera, Zungenulcera, Dünndarmulcera, Dickdarmulcera und anale Ulcera. Diese können in fortgeschrittenem Stadium perforieren, Fisteln entwickeln oder zu Abszessen führen, oder gastrointestinale Blutungen und Gewichtsverlust verursachen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nicht bekannt: Gastrointestinale Blutungen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Affektionen der Leber- und Gallenblase

Sehr selten: Leberfunktionsstörungen wie Hepatitis, Cholestase oder Gelbsucht.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Hautausschlag, Juckreiz.

Sehr selten: Angioneurotisches Ödem; Haut- und Schleimhautulcera (v.a. perianal, genital und parastomal) (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Photosensibilität.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Myalgien.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung ist mit einer peripheren Vasodilatation und einem Blutdruckabfall mit Reflextachykardie zu rechnen.

Bei extremem Blutdruckabfall sind allgemeine Massnahmen durchzuführen, wie z.B. Hochlagern der Beine. Ergänzend kann Volumen substituiert und Adrenalin bzw. andere kreislaufstabilisierende Substanzen appliziert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C01DX16

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Nicorandil, der Wirkstoff von Dancor, ist ein Koronartherapeutikum. Nicorandil hat zwei unterschiedliche Wirkmechanismen, welche zu einer Relaxation der glatten, tonischen Gefässmuskulatur im venösen und arteriellen Kreislaufschenkel führen. Die kaliumkanalöffnende Wirkung von Nicorandil führt zu einer Hyperpolarisierung der glatten Muskelzellen, was eine Vasodilatation der Koronararterien und der peripheren Arterien und damit eine Nachlastsenkung bewirkt. Zusätzlich erfolgt eine Kardioprotektion durch Nachahmung der ischämischen Präkonditionierung. Durch die Nitratwirkung kommt es zu einer Vasodilatation der Venen mit einer Vorlast-Senkung und einer Dilatation der Koronararterien und dadurch zu einer Abnahme des linksventrikulären Füllungsdruckes.

Die Koronarien werden auch direkt durch Nicorandil beeinflusst. Normale und stenotische Koronarsegmente werden durch Nicorandil dilatiert. Zusätzlich wird durch die Absenkung des enddiastolischen Drucks die Wandspannung als extravaskuläre Komponente des Koronarwiderstandes herabgesetzt. Insgesamt ergibt sich daraus eine Verbesserung der O2-Bilanz im Myokard mit Verbesserung der Durchblutung.

Nicorandil hat keinen direkten Effekt auf die myokardiale Kontraktilität.

Klinische Wirksamkeit

Stabile Angina pectoris

Einzeldosisstudien haben die Wirksamkeit von oralem Nicorandil (5-60 mg) bei Patienten mit stabiler Belastungsangina gezeigt. Dabei wurde die Zeit bis zum Einsetzen der Angina pectoris signifikant verlängert (20-80%), die ST-Strecke signifikant gesenkt (25-90%) sowie die Dauer des Belastungstests verlängert (bis zu 36%).

Kurzzeitanwendung von oralem Nicorandil (2-12 Wochen) in Dosierungen von 5 mg dreimal täglich bis zu 10-40 mg zweimal täglich verbessert die Testparameter (z.B. Zeit bis zum Einsetzen der Angina pectoris) und reduziert die Symptome bei Patienten mit stabiler Belastungsangina sowohl in offenen und placebokontrollierten Studien als auch im Vergleich zu anderen Angina pectoris-Therapeutika. Die Häufigkeit von Angina pectoris-Anfällen wurde um ca. 50% reduziert.

In Langzeitstudien wurde ein Anhalten der Wirksamkeit von Nicorandil über ein Jahr beobachtet.

Die Wirksamkeit ist dosisabhängig, wobei eine Stabilisierung der Angina pectoris bei 60-80% der Patienten, die mit 2× täglich 20 mg, bzw. bei 20% derjenigen, die mit 2× täglich 10 mg behandelt wurden, erreicht werden konnte.

In einer offenen Langzeitstudie konnten sowohl die Zeit bis zum Einsetzen der Angina pectoris, die Dauer, als auch die Senkung der ST-Strecke verbessert werden (um 4, 14 bzw. 33%). Die Anzahl der Patienten, die nach 12 Monaten mehr als drei Angina pectoris-Anfälle pro Woche hatten, konnte von 64% auf 24% gesenkt werden.

Instabile Angina pectoris

Orales Nicorandil (2× täglich 20 mg oder 4× täglich 5-10 mg) ist auch bei Patienten mit instabiler Angina pectoris, die auf vorhergehende antianginöse Therapie (z.B. mit Isosorbidnitraten, Nifedipin, Diltiazem) nicht ansprechen, wirksam.

In einer Multicenter-Doppelblindstudie (n = 188) reduzierte Nicorandil das Auftreten von vorübergehenden myokardialen Ischämien und Tachyarrhythmien bei Patienten mit instabiler Angina pectoris, wobei die Patienten während 28 Tagen 2× täglich 20 mg Nicorandil bzw. Placebo einnahmen. Es traten insgesamt 37 schmerzhafte oder stille myokardiale Ischämien in 11 Patienten (12.4%) unter Nicorandil auf. 21 Patienten (21.1%) unter Placebo waren von 74 Episoden betroffen (p = 0.0028/Episoden; p = 0.12/Anzahl Patienten). Drei Episoden von nicht-verlängerter ventrikulärer Tachykardie und 4 Episoden von supraventrikulärer Tachykardie traten bei Nicorandil-behandelten Patienten im Vergleich zu 31 bzw. 15 Episoden bei Kontrollpatienten (p <0.001 bzw. p = 0.017) auf.

Die Mortalität und die Häufigkeit eines Myokardinfarktes wurden nicht signifikant beeinflusst.

Reduktion von Komplikationen bei koronarer Herzkrankheit

In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 5126 Patienten mit Belastungsangina und einer Standard-antianginösen Therapie randomisiert auf entweder Nicorandil oder Placebo. Die mittlere Follow-up-Dauer betrug 1.6 Jahre. Im kombinierten primären Endpunkt (tödliche koronare Herzkrankheit, nicht-tödlicher Myokardinfarkt, ungeplante Hospitalisierung wegen pektanginöser Beschwerden) zeigte sich ein signifikantes Ergebnis zugunsten von Nicorandil mit einem Hazard Ratio von 0.83 (0.72 bis 0.97; p = 0.014). Von den sekundären Endpunkten zeigte der kombinierte Endpunkt bestehend aus kardialem Tod und nicht letalem Myokardinfarkt keinen signifikanten Unterschied. Dagegen traten der kombinierte Endpunkt «akutes Koronarsyndrom» (bestehend aus KHK-Tod, nicht-tödlichem Myokardinfarkt, instabile Angina pectoris) sowie alle kardiovaskulären Ereignisse unter Nicorandil signifikant weniger häufig auf als unter Placebo.

Pharmakokinetik

Absorption

Nicorandil wird nach oraler Verabreichung unabhängig von der Nahrungsaufnahme schnell und vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt absorbiert. Maximale Konzentrationen im Plasma werden nach etwa 30-60 Minuten erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 75%. Nicorandil unterliegt keinem signifikanten hepatischen First-Pass-Effekt. Die Plasmakonzentration zeigt eine lineare Abhängigkeit von der Dosis.

Distribution

Nicorandil ist nur schwach an Humanplasmaproteine gebunden (freie Fraktion >75%).

Bei laktierenden Tieren geht etwa 1% der verabreichten Menge in die Muttermilch über.

Metabolismus

Der Hauptabbau von Nicorandil führt über eine Nitratabspaltung in den Nicotinamid-Stoffwechsel und mündet so in den körpereigenen Vitaminhaushalt.

Elimination

Die Plasmakonzentrationsabnahme lässt zwei verschiedene Phasen erkennen. Neben einer schnellen Eliminationsphase (t½ = 1 Stunde), die etwa 96% der Wirkstoffmenge im Plasma betrifft, kann eine langsame Eliminationsphase zwischen der 8. und 24. Stunde beobachtet werden. Nur etwa 1% der applizierten Dosis wird unverändert und bis zu 8% nach Abspaltung der Nitratgruppe renal eliminiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Daten zur Pharmakokinetik bei Kindern und Jugendlichen liegen nicht vor. Es sind bisher keine Einflüsse auf die Kinetik bei älteren Patienten und Patienten mit Lebererkrankungen oder gestörter Nierenfunktion bekannt. Auch Cimetidin und Rifampicin, die die mikrosomalen Enzyme der Leber inhibieren bzw. induzieren können, haben keinen signifikanten Einfluss auf die Kinetik von Nicorandil.

Präklinische Daten

Tierexperimentelle Untersuchungen mit deutlich maternotoxischen Dosen, die weit über den üblichen humantherapeutischen Dosen lagen, zeigten eine gewisse Reproduktionstoxizität wie erniedrigte Anzahl Implantationen, erhöhte embryonale oder fötale Todesrate sowie eine höhere Mortalität der Nachkommen. Es wurden keine teratogenen Effekte gefunden und weder Paarungsfähigkeit noch Schwangerschaftsrate waren beeinträchtigt.

Unter experimentellen Bedingungen zeigte Nicorandil in Mutagenitäts- und Karzinogenitätsstudien keine Effekte.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind nicht bekannt.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Eine Beeinflussung diagnostischer Methoden ist bislang nicht bekannt.

Haltbarkeit

Dancor darf nur bis zu dem mit EXP auf der Packung bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel trocken, nicht über 25 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Dancor ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Aus diesem Grunde sollen die Tabletten bis zur Einnahme in den Blistern belassen werden. Für nicht entnommene Tabletten in angebrochenen Blistern ist während 10 Tagen ein ausreichender Feuchtigkeitsschutz gewährleistet. Nicht aufgebrauchte Blister, die während mehr als 10 Tagen angebrochen sind, bitte fachgerecht entsorgen. Die Durchdrückpackung enthält neben den Dancor Tabletten in einem speziell gekennzeichneten Abschnitt eine wirkstofffreie Trockenmitteltablette aus Kieselgel, die nicht eingenommen werden darf. Eine evtl. versehentliche Einnahme dieser Trockensubstanz ist zwar unbedenklich, kann aber zu einem falschen Einnahmemodus der wirkstoffhaltigen Tablette und somit zum Verfehlen des Therapiezieles führen.

Zulassungsnummer

51593 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

Juli 2016.

Verwendung dieser Informationen

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