Sporanox Loes 10 Mg/ml 150 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Itraconazolum.

Hilfsstoffe: Hydroxypropyl-β-cyclodextrin, Sorbitol, Propylenglykol, Caramelaroma (E 150), Vanillin, Aromatika, Saccharinnatrium, Excipiens ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 ml Orale Lösung enthält 10 mg Itraconazolum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Orale und/oder oesophageale Candidosen bei HIV-positiven oder anderen immungeschwächten Patienten.

Zur Prophylaxe von Pilzinfektionen, bei welchen eine Empfindlichkeit auf Itraconazol zu erwarten ist, wenn eine Standardbehandlung nicht befürwortet werden kann,

  • bei Patienten mit maligner Blutbildveränderung;
  • bei bevorstehender Knochenmarktransplantation;
  • bei denen eine Neutropenie (<500/mm³) zu erwarten ist.

Derzeit liegen ungenügende klinische Wirksamkeitsdaten bezüglich einer Wirkung von oralem Sporanox auf Aspergillosen vor.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Um eine optimale Resorption des Wirkstoffes zu erzielen, ist Sporanox Orale Lösung zwischen den Mahlzeiten einzunehmen. Der Patient sollte darauf hingewiesen werden, das Essen bis mindestens 1 Stunde nach der Einnahme von Sporanox Orale Lösung zu unterlassen.

Bei der Behandlung von oraler und/oder oesophagealer Candidosis ist darauf zu achten, dass die Lösung zuerst im Mund hin und her bewegt (ca. 20 Sekunden) und erst dann geschluckt wird. Nach dem Schlucken sollte nicht gespült werden.

Die Flasche von Sporanox Orale Lösung ist mit einem kindersicheren Verschluss versehen und muss wie folgt geöffnet werden: Plastikschraubverschluss nach unten drücken und gleichzeitig im Gegenuhrzeigersinn drehen.

Ein Messbecher wird mit Sporanox Orale Lösung mitgeliefert. Verwenden Sie den Messbecher so, wie er auf der Flasche sitzt. Achten Sie darauf, dass die Seite mit der Graduierung (die Seite, die weniger fasst) oben ist; dies ist die Seite, die Sie befüllen müssen. Wenn der Pfeil auf der Seite nach oben zeigt, ist die richtige Seite nach oben gerichtet.

Orale Candidosen

200 mg (2 Messbecher) täglich (auf ein bis zwei Einnahmen verteilt) während einer Woche. Tritt nach einer Woche keine Besserung ein, soll die Behandlung um eine weitere Woche verlängert werden.

Oesophageale Candidosen

100–200 mg (1–2 Messbecher) täglich während mindestens 3 Wochen. Nach Verschwinden der Symptome muss die Behandlung noch für 2 Wochen weitergeführt werden.

Orale und/oder oesophageale Fluconazol-resistente Candidosen

100–200 mg (1–2 Messbecher) 2× täglich während zwei Wochen. Tritt nach zwei Wochen keine Besserung ein, soll die Behandlung um weitere zwei Wochen verlängert werden. Die Dosierung von täglich 400 mg Itraconazol soll jedoch nicht länger als 14 Tage durchgeführt werden, falls keine Besserung eintritt.

Prophylaxe von Pilzinfektionen

2,5 mg/kg Körpergewicht 2× täglich. In klinischen Studien wurde die Prophylaxebehandlung unmittelbar vor der Zytostatika-Behandlung bzw. 1 Woche vor der Knochenmarktransplantation begonnen. Die Behandlung wurde bis zur Erholung der Neutrophilenzahl (>1000/mm³) fortgesetzt.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder/Jugendliche

Die klinischen Daten zum Einsatz von Itraconazol bei Kindern und Jungendlichen sind limitiert. Sporanox Orale Lösung soll in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden, ausser der potentielle Nutzen übersteigt das mögliche Risiko.

Ältere Patienten

Da nur wenige klinische Daten über die Anwendung von Sporanox Orale Lösung bei älteren Patienten vorliegen, wird empfohlen, Sporanox Orale Lösung bei diesen Patienten nur anzuwenden, wenn der erwartete Nutzen einer Behandlung die möglichen Risiken übersteigt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bezüglich der Anwendung von oral eingenommenem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sind nur wenige Daten verfügbar. Die Exposition gegenüber Itraconazol kann bei manchen Patienten mit Niereninsuffizienz vermindert sein. In dieser Patientengruppe ist das Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden (siehe «Pharmakokinetik», Abschnitt «Spezielle Patientengruppen»).

Eingeschränkte Leberfunktion

Bezüglich der Anwendung von oral eingenommenem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind nur wenige Daten verfügbar. In dieser Patientengruppe ist das Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden (siehe «Pharmakokinetik», Abschnitt «Spezielle Patientengruppen»).

Kontraindikationen

  • Sporanox Orale Lösung sollte bei Patienten mit Anzeichen einer ventrikulären Funktionsstörung, wie dekompensierter Herzinsuffizienz oder einer durchgemachten dekompensierten Herzinsuffizienz, nicht angewendet werden, ausser zur Behandlung von lebensbedrohenden oder anderen schwerwiegenden Infektionen und wo gleichzeitig Alternativen nicht eingesetzt werden können (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
  • Die Komedikation von Sporanox Orale Lösung ist mit einer Reihe von CYP3A4-Substraten kontraindiziert. Durch Erhöhung der Plasmaspiegel dieser Arzneimittel bei gleichzeitiger Anwendung von Itraconazol besteht ein erhöhtes Risiko für potentiell schwerwiegende (einschliesslich letaler) unerwünschte Wirkungen wie verlängertes QT-Intervall, ventrikuläre Tachyarrhythmien und Torsade de Pointes (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).Eine Komedikation mit folgenden Arzneimitteln ist deshalb kontraindiziert:
    • einige Antiarrhythmika wie z.B. Dronedaron, Chinidin, Ivabradin, Ranolazin,
    • einige HMG-CoA-Reduktasehemmer wie Lovastatin und Simvastatin,
    • Ergotalkaloide wie Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin und Methylergometrin,
    • bestimmte Psychopharmaka wie Quetiapin, Sertindol, Triazolam, orales Midazolam,
    • bestimmte Calciumkanalblocker wie Lercanidipin, Nisoldipin,
    • Colchicin bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion,
    • andere Arzneimittel wie Mizolastin, Eplerenon.
  • Schwangerschaft (ausser in lebensbedrohenden Situationen) (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme von Sporanox sowie während eines ganzen Menstruationszyklus (d.h. 5–7 Wochen) nach Behandlungsende zuverlässige kontrazeptive Massnahmen befolgen.
  • bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Itraconazol oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Kardiale Effekte

In Studien an gesunden Probanden wurde nach intravenöser Gabe von Itraconazol eine vorübergehende asymptomatische Abnahme der linksventrikulären Auswurffraktion festgestellt. Dies normalisierte sich bis zur nächsten Infusion. Für die oralen Formulierungen ist die klinische Relevanz dieses Befundes unbekannt.

Itraconazol besitzt einen negativ inotropen Effekt und wurde mit Berichten über Herzinsuffizienz in Verbindung gebracht. Bei den Spontanmeldungen trat Herzinsuffizienz bei einer Dosierung von täglich 400 mg Itraconazol häufiger auf als bei niedrigeren Tagesdosen. Dies lässt vermuten, dass das Risiko für eine Herzinsuffizienz mit steigender Itraconazol-Dosis zunehmen könnte.

Sporanox Orale Lösung darf bei Patienten mit einer bestehenden oder durchgemachten Herzinsuffizienz nicht eingesetzt werden, ausser der Nutzen übersteigt klar das Risiko.

Für diese individuelle Nutzen-Risiko-Beurteilung sollen Faktoren wie Schweregrad der Erkrankung, für die Sporanox Orale Lösung eingesetzt werden soll, Dosierungsschema (z.B. Tagesdosis) und individuelle Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz mit berücksichtigt werden. Solche Risikofaktoren sind: Herzerkrankungen (wie koronare und valvuläre Herzerkrankungen), signifikante Lungenleiden (wie chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Nierenversagen und andere Erkrankungen, die eine Ödembildung verursachen. Patienten mit derartigen Risikofaktoren müssen über mögliche Symptome einer Herzinsuffizienz informiert und dürfen nur mit Vorsicht behandelt werden. Sie müssen während der Behandlung auf Anzeichen einer Herzinsuffizienz überwacht werden. Falls entsprechende Symptome während der Behandlung auftreten, muss Sporanox Orale Lösung abgesetzt werden.

Calcium-Kanal-Blocker können einen negativ inotropen Effekt haben, welcher jenen von Itraconazol verstärken kann. Zusätzlich kann Itraconazol den Metabolismus von Calcium-Kanal-Blockern behindern. Deshalb ist bei der gleichzeitigen Verabreichung von Itraconazol und Calcium-Kanal-Blockern wegen des erhöhten Risikos einer Herzinsuffizienz Vorsicht geboten.

QT-Dauer

Die Kombination von Itraconazol mit über CYP3A4 metabolisierten Arzneimittel, die bekanntermassen das QT-Intervall verlängern, kann potentiell letal verlaufende ventrikuläre Tachyarrhythmien einschliesslich Torsade de Pointes, eine potentiell tödlich verlaufende Arrhythmie, verursachen. Eine solche Komedikation ist daher kontraindiziert.

Hepatische Effekte

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Sporanox Orale Lösung traten sehr seltene Fälle von schwerer Lebertoxizität auf, einschliesslich vereinzelter Fälle von fatalem akutem Leberversagen. Meist waren Patienten betroffen, welche eine vorbestehende Lebererkrankung aufwiesen, aufgrund einer systemischen Indikation behandelt wurden, an anderen schwerwiegenden Beschwerden litten und/oder andere hepatotoxische Medikamente einnahmen. Einige Patienten wiesen keine ersichtlichen Risikofaktoren für Lebererkrankungen auf. Einige dieser Fälle wurden im ersten Behandlungsmonat beobachtet, einige innerhalb der ersten Woche. Eine Überwachung der Leberfunktion sollte bei Patienten, die Sporanox erhalten, in Betracht gezogen werden. Die Patienten sollen angewiesen werden, alle Symptome, die auf eine Hepatitis hinweisen unverzüglich ihrem Arzt mitzuteilen wie z.B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Bauchschmerzen oder dunkel gefärbter Urin. Bei diesen Patienten muss die Behandlung sofort abgebrochen werden und die Leberfunktion soll überprüft werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bezüglich der Anwendung von oralem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind nur wenige Daten verfügbar (siehe «Pharmakokinetik» - Abschnitt «Spezielle Patientengruppe»). Bei Patienten mit erhöhten Leberenzymwerten oder aktiven Leberbeschwerden sowie Patienten, bei denen eine hepatotoxische Reaktion auf andere Arzneimittel aufgetreten ist, wird von der Behandlung mit Sporanox Orale Lösung dringend abgeraten, es sei denn, es besteht eine schwerwiegende oder lebensbedrohliche Situation, in welcher der erwartete Nutzen das Risiko klar übersteigt.

In solchen Fällen ist eine besonders engmaschige Überwachung der Leberfunktion erforderlich.

Bei Patienten mit anderen Leberfunktionsstörungen in der Anamnese sollte das Arzneimittel nur unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bezüglich der Anwendung von oral eingenommenem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sind nur wenige Daten verfügbar. Die Exposition gegenüber Itraconazol kann bei manchen Patienten mit Niereninsuffizienz vermindert sein. In dieser Patientengruppe ist das Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden.

Gastrointestinale Effekte

Aufgrund der etwas häufigeren Auslösung von Diarrhoe mit Sporanox Orale Lösung ist Vorsicht bei Patienten mit bereits vorbestehender Diarrhoe angezeigt. Insbesondere ist zu beachten, dass eine Diarrhoe die intestinale Absorption von Itraconzanol beeinträchtigen kann.

Patienten mit unmittelbar lebensbedrohenden systemischen Pilzinfektionen

Aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften von Sporanox Orale Lösung wird die Initierung einer Therapie bei Patienten mit unmittelbar lebensbedrohenden systemischen Pilzinfektionen nicht empfohlen.

Patienten mit schwerwiegender Neutropenie

Zur Behandlung von oralen und/oder oesophagealen Candidosen bei Patienten mit schwerwiegender Neutropenie liegen keine Untersuchungen vor.

Neuropathie

Falls das Auftreten einer Neuropathie auf Sporanox Orale Lösung zurückgeführt werden kann, sollte die Therapie abgebrochen werden.

Hörverlust

Unter Behandlung mit Itraconazol wurden Fälle von vorübergehendem oder permanentem Hörverlust berichtet. Mehrere dieser Patienten wurden gleichzeitig mit Chinidin behandelt, welches in Komedikation mit Itraconazol kontraindiziert ist. Der Hörverlust verschwindet für gewöhnlich nach Behandlungsstopp, kann jedoch bei manchen Patienten anhalten.

Interaktionspotential (siehe «Interaktionen»)

Die gleichzeitige Gabe von bestimmten Arzneimitteln mit Itraconazol kann die Wirksamkeit von Itraconazol und/oder des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels verändern und lebensbedrohliche unerwünschte Wirkungen bis hin zu plötzlichen Todesfällen verursachen. Arzneimittel, die in Kombination mit Itraconazol kontraindiziert sind oder deren Anwendung nicht oder nur mit Vorsicht empfohlen wird, sind in den Rubriken «Kontraindikationen» und «Interaktionen» aufgelistet.

Kombination mit inhalativen Kortikoiden

Die Kombination von Itraconazol mit inhalativen Steroiden, wie z.B. Fluticason oder Budesonid, kann zur Nebennierensuppression oder zum Auftreten eines Cushing-Syndroms führen, insbesondere wenn gleichzeitig orale Steroide wie z.B. Prednison verabreicht werden. Die Patienten sind diesbezüglich klinisch zu überwachen, ggf. muss die Dosierung der Steroide angepasst werden.

Kreuz-Reaktionen

Über Kreuz-Reaktionen zwischen Itraconazol und anderen Azol-Antimykotika liegen nur begrenzte Informationen vor. Daher sollte Sporanox Orale Lösung bei Patienten mit Hypersensibilität gegenüber anderen Azolen mit Vorsicht verschrieben werden.

Kreuzresistenz

Wenn bei systemischer Candidose Fluconazol-resistente Candida-Stämme vermutet werden, kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese Stämme empfindlich gegenüber Itraconazol sind. Daher wird vor Beginn einer Therapie mit Itraconazol ein Sensitivitätstest empfohlen.

Pädiatrische Population

Da nur wenige klinische Daten über die Anwendung von Sporanox Orale Lösung bei Kindern und Jugendlichen vorliegen, wird die Anwendung von Sporanox Orale Lösung in dieser Altersgruppen nicht empfohlen, ausser der erwartete Nutzen einer Behandlung übersteigt die möglichen Risiken.

Prophylaxe von Pilzinfektionen

Es liegen keine kontrollierten Daten zur Wirksamkeit bei Kindern mit Neutropenie vor. Wenige klinische Daten von Sporanox Orale Lösung mit einer Dosis von 5 mg/kg Körpergewicht täglich, verteilt auf zwei Gaben, sind verfügbar. Die Inzidenz von unerwünschten Wirkungen wie Diarrhoe, Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber, Exanthem und Mukositis war höher als bei Erwachsenen. Jedoch ist nicht klar, ob dies in Zusammenhang mit der Behandlung mit Sporanox Orale Lösung oder mit einer Chemotherapie gebracht werden kann.

Ältere Patienten

Da nur wenige klinische Daten über die Anwendung von Sporanox Orale Lösung bei älteren Patienten vorliegen, wird empfohlen, Sporanox Orale Lösung bei diesen Patienten nur anzuwenden, wenn der erwartete Nutzen einer Behandlung die möglichen Risiken übersteigt. Die mit zunehmendem Alter möglicherweise eingeschränkte Leber-, Nieren- und kardiale Funktion sowie eventuelle Komedikationen sollten bei der Therapieentscheidung sowie bei der Wahl der Dosis berücksichtigt werden.

Austauschbarkeit

Es wird nicht empfohlen, Sporanox/- G Kapseln und Sporanox Orale Lösung gegeneinander auszutauschen, da bei gleicher Dosierung die Exposition gegenüber Itraconazol nach Gabe der oralen Lösung höher ist als nach Gabe der Kapseln.

Interaktionen

Itraconazol wird hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert. Andere Substanzen, die ebenfalls durch CYP3A4 metabolisiert werden oder die dessen Aktivität verändern (Enzyminduktoren oder –inhibitoren), können die Pharmakokinetik von Itraconazol beeinflussen. Auf die gleiche Weise kann Itraconazol die Pharmakokinetik anderer Substanzen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, verändern. Itraconazol ist ein potenter CYP3A4-Inhibitor und ein Inhibitor von P-Glycoprotein. Es wird empfohlen, sich bei Gabe von Begleitmedikationen in den entsprechenden Fachinformationen über die Metabolisierungswege und über die eventuell erforderlichen Dosisanpassungen zu informieren. Dies gilt insbesondere bei Patienten mit multiplen Komedikationen sowie bei solchen mit gleichzeitiger Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion.

Arzneimittel, die die Plasmakonzentrationen von Itraconazol verringern können

Es ist zu beachten, dass bei einigen Arzneimitteln, welche die Pharmakokinetik von Itraconazol beeinträchtigen können, umgekehrt auch deren Pharmakokinetik durch die gleichzeitige Gabe von Itraconazol beeinflusst werden kann. Siehe daher auch «Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen durch Itraconazol erhöht werden können».

In klinischen Interaktionsstudien führte die gleichzeitige Gabe von Itraconazol zusammen mit potenten CYP3A4-Induktoren zu einer Reduktion der Bioverfügbarkeit von Itraconazol und Hydroxy-Itraconazol um 60-90%, sodass die Wirksamkeit weitgehend reduziert sein kann. Aus diesem Grund ist die gleichzeitige Gabe von potenten Induktoren von CYP3A4 mit Itraconazol nicht ratsam. Ist eine gleichzeitige Anwendung unvermeidbar, sollte während der Komedikation der klinische Verlauf besonders sorgfältig überwacht und bei Hinweisen auf eine unzureichende Wirksamkeit eine alternative antimykotische Therapie gewählt werden. Falls ein potentieller CYP3A4 Induktor innerhalb der letzten 2 Wochen verabreicht wurde, wird empfohlen, ein alternatives, nicht über CYP3A4 metabolisiertes Antimykotikum zu verwenden.

Beispiele für solche Substanzen sind:

  • Antibakterielle Substanzen: Isoniazid, Rifabutin, Rifampicin.
  • Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin.
  • Antivirale Substanzen: Efavirenz, Nevirapin.
  • Sonstige: Johanniskraut-Präparate (Hypericum perforatum).

Arzneimittel, welche die Plasmakonzentrationen von Itraconazol erhöhen können

CYP3A4-Inhibitoren können die Bioverfügbarkeit von Itraconazol erhöhen. Bei gleichzeitiger Anwendung von potenten oder mässigen CYP3A4-Inhibtoren mit Sporanox Orale Lösung ist Vorsicht geboten. Patienten, die Itraconazol zusammen mit potenten CYP3A4- Inhibitoren einnehmen, müssen engmaschig auf Symptome für verstärkter oder verlängerter pharmakologischer Wirkungen von Itraconazol überwacht werden; gegebenenfalls muss die Itraconazol-Dosis reduziert werden. Eventuell sollten auch die Itraconazol Plasmakonzentrationen bestimmt werden.

Beispiele für solche Substanzen sind:

  • Antibakterielle Substanzen: Clarithromycin, Erythromycin, Ciprofloxacin.
  • Antivirale Substanzen: Indinavir, Ritonavir, Telaprevir.

Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen durch Itraconazol erhöht werden können

Itraconazol und sein Hauptmetabolit Hydroxy-Itraconazol können den Metabolismus von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, sowie den P-Glycoprotein-vermittelten Arzneimitteltransport hemmen, wodurch die Plasmakonzentrationen der betreffenden Arzneimittel und/oder deren aktiver Metaboliten erhöht sein können. Diese erhöhten Plasmakonzentrationen können sowohl die therapeutischen als auch die unerwünschten Wirkungen dieser Arzneimittel verstärken oder verlängern. Details zu den einzelnen Wirkstoffen siehe Tabelle unten.

Über CYP3A4 metabolisierte Arzneimittel, die bekanntermassen das QT-Intervall verlängern, können bei gleichzeitiger Gabe von Itraconazol kontraindiziert sein, da die Kombination ventrikuläre Tachyarrhythmien einschliesslich Torsade de Pointes, verursachen kann.

Nach Beendigung der Behandlung sinken die Plasmakonzentrationen von Itraconazol je nach Dosis und Dauer der Behandlung innerhalb von 7 bis 14 Tagen auf nahezu nicht nachweisbare Konzentrationen. In der Folge sinken auch die Plasmaspiegel der gleichzeitig verabreichten CYP3A4-Substrate allmählich ab. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Substanzen mit engem therapeutischem Fenster (wie z.B. Cyclosporin) sollten daher nach dem Absetzen von Itraconazol die Plasmaspiegel dieser Substanzen überwacht und ggf. die Dosis angepasst werden.

Bei Patienten mit Leberzirrhose oder bei Patienten, die zusätzlich weitere CYP3A4-Inhibitoren erhalten, kann der Rückgang der Plasmakonzentrationen noch langsamer verlaufen. Dies ist bei Einleitung einer Therapie mit Arzneimitteln, deren Metabolismus durch Itraconazol beeinflusst wird, zu beachten.

In den nachfolgenden Tabellen werden Arzneimittel, bei welchen die gleichzeitige Anwendung zusammen mit Itraconazol zu einer Erhöhung von deren Plasmaspiegel führen kann, klassifiziert als «kontraindiziert», «nicht empfohlen» (d.h. von einer gleichzeitigen Anwendung wird generell abgeraten, ausser in lebensbedrohlichen Fällen, wo der Nutzen klar die potenziellen Risiken überwiegt) und «mit Vorsicht anwenden». Letzteres umfasst Substanzen, bei deren gleichzeitiger Anwendung eine besonders sorgfältige Überwachung des Patienten bezüglich erwünschter und unerwünschter Wirkungen sowie ggf. Plasmaspiegelbestimmungen erforderlich sind. Unter Umständen kann eine Dosisanpassung des Interaktionspartners erforderlich sein (siehe hierzu die Fachinformation jeweiligen Präparates). Für Arzneimittel der Kategorie «kontraindiziert» und «nicht empfohlen» ist anzumerken, dass nicht nur keine gleichzeitige Anwendung zusammen mit Itraconazol erfolgen darf, sondern dass ggf. die betreffende Substanz auch bis zu zwei Wochen nach Absetzen einer Itraconazol-Behandlung nicht angewendet werden darf.

Beispiele für Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen durch Itraconazol erhöht werden können, geordnet nach Arzneimittelklassen und mit Empfehlungen bezüglich einer gleichzeitigen Gabe von Itraconazol:

Arzneimittelklasse

Kontraindiziert

Nicht empfohlen

Mit Vorsicht anwenden

Analgetika

Fentanyl,Methadon

Alfentanil,Buprenorphin i.v.und sublingual Oxycodon,Sufentanil

Antiarrhythmika

Dronedaron,Chinidin

Digoxin

Antiinfektiva (Antibakteriell und antiviral)

Rifabutina,Simeprevir

Maraviroc,Indinavirb,Ritonavirb,Saquinavir

Antikoagulantien und Thrombozyten­aggregations­hemmer

Ticagrelor

Rivaroxaban

Apixaban,Cumarin,Dabigatran

Antikonvulsiva

Carbamazepina

Antidiabetika

Repaglinid,Saxagliptin

Migränemittel

Ergotalkaloide wie z.B.Dihydroergotamin,Ergometrin,Ergotamin,Methylergometrin

Eletriptan

Antineoplastische Mittel

Axitinib,Dabrafenib,Dasatinib,Ibrutinib,Nilotinib,Sunitinib,Trabectedin,Irinotecan,Lapatinib

Bortezomib,Busulfan,Docetaxel,Erlotinib,Gefitinib,Imatinib,Ixabepilon,Ponatanib,Vinca-Alkaloide

Psychopharmaka

Midazolam oral,Sertindol,Triazolam,Quetiapin

Alprazolam

Aripiprazol,Haloperidol,Midazolam i.v.,Risperidon,Reboxetin

Calcium-Kanal-Blocker

Lercanidipin,Nisoldipin

Felodipin

Andere Dihydropyridin-Derivate (wie z.B. Lacipidin), Verapamil

kardiovaskuläre Therapeutika, andere

Ivabradin,Ranolazin,Sildenafil, zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie

Aliskiren,Tadalafil, zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie

Bosentan,Nadolol,Riociguat

Antiemetika

Domperidon

Aprepitant

Immunsuppressiva

Everolimus,Sirolimus,Temsirolimus

Ciclosporin,Dexamethason,Methylprednisolon,Tacrolimus

HMG-CoA-Reduktasehemmer

Lovastatin,Simvastatin

Atorvastatin

Atemwegstherapeutika

Salmeterol

Budesonid,Ciclesonid,Fluticason

Urologika

Darifenacin,Vardenafil,Tamsulosin

Fesoterodin,Oxybutynin,Sildenafil, zur Behandlung der erektilen Dysfunkion,Solifenacin,Tadalafil,Tolterodin

Sonstige

Eplerenon, Mizolastin

Conivaptan,Tolvaptan,Salmeterol

Alitretinoin (orale Formulierung),Bilastine,Cinacalcet

a siehe auch «Arzneimittel, die die Plasmakonzentrationen von Itraconazol verringern können»

b siehe auch «Arzneimittel, die die Plasmakonzentrationen von Itraconazol erhöhen können»

Arzneimittel, deren Plasmakonzentrationen durch Itraconazol erniedrigt werden können

In einer publizierten Studie führte die gleichzeitige Gabe von Itraconazol mit dem NSAID Meloxicam zu einer Reduktion der Meloxicam-Exposition (AUC) der maximalen Plasmakonzentration um ca. 37% bzw. um 64%. Der Mechanismus dieser Interaktion ist nicht bekannt.

Wirkung auf die Plasmaproteinbindung

Itraconazol liess in vitro die Plasmaproteinbindung folgender Wirkstoffe unbeeinflusst: Imipramin, Propranolol, Diazepam, Cimetidin, Indometacin, Tolbutamid, Sulfamethazin.

Chemisch-physikalische Interaktionen im Darm

Allfällige Wechselwirkungen zwischen dem mizellenbildenden Hilfsstoff Hydroxypropyl-β-cyclodextrin, welcher in Sporanox Orale Lösung enthalten ist, und gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln wurden nicht untersucht.

Pharmakodynamische Interaktionen

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Itraconazol und Calcium-Kanal Blockern ist wegen des erhöhten Risikos einer Herzinsuffizienz Vorsicht geboten. Zusätzlich zu möglichen pharmakokinetischen Interaktionen, bei welchen das metabolisierende Enzym CYP3A4 involviert ist, können Calcium-Kanal-Blocker einen negativ inotropen Effekt haben, welcher denjenigen von Itraconazol verstärken kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Fertilität

Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Behandlung mit Itraconazol einen primären Einfluss auf die Fertilität hat (siehe «Präklinische Daten»).

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Einnahme von Sporanox sowie während eines ganzen Menstruationszyklus (d.h. 5–7 Wochen) nach Behandlungsende zuverlässige kontrazeptive Massnahmen befolgen.

Schwangerschaft

Sporanox Orale Lösung darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden ausser in lebensbedrohenden Fällen, wenn dies eindeutig erforderlich ist.

In Tierstudien passierte Itraconazol die Plazenta und war teratogen und embryotoxisch (siehe «Präklinische Daten»).

Humandaten zum Gebrauch von Sporanox während der Schwangerschaft sind limitiert. Aus Post-Marketing Erfahrungen wurden Fälle von angeborenen Abnormalitäten berichtet. Diese Fälle schlossen das Skelett, den Urogenitaltrakt, kardiovaskuläre und ophthalmologische Missbildungen, sowie chromosomale und multiple Malformationen ein. Ein kausaler Zusammenhang mit der Anwendung von Sporanox konnte nicht bewiesen werden.

Stillzeit

Itraconazol tritt in kleinen Mengen in die Muttermilch über. Der erwartete Nutzen einer Behandlung mit Sporanox Orale Lösung sollte daher gegen die möglichen Risiken des Stillens abgewogen werden. Im Zweifelsfall soll während der Behandlung mit Sporanox Orale Lösung nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zur Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen durchgeführt. Unter Behandlung mit Itraconazol wurde über unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Seh- und Hörstörungen berichtet, welche die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zur Bedienung von Maschinen einschränken können (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Die in klinischen Studien und während der Marktüberwachung am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen mit Sporanox Orale Lösung waren: Schwindel, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit sowie Fieber. Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen waren: schwerwiegende allergische Reaktionen, Herz­versagen/Herz­insuffizienz/Lungen­ödem, Pankreatis, schwere Hepatotoxizität (einschliesslich Fällen von letalem akutem Leberversagen) und schwere Hautreaktionen.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen, welche in klinischen Studien und in der Post-Marketing-Überwachung unter Behandlung mit Sporanox Orale Lösung beobachtet wurden, nach Organsystemen und Häufigkeit geordnet angegeben. Das Sicherheitsprofil, insbesondere aber die Häufigkeit der einzelnen unerwünschten Wirkungen unterschieden sich teilweise in Abhängigkeit von der Darreichungsform von Itraconazol (d.h. in Abhängigkeit auch von der Indikation). Im Anschluss an die unerwünschten Wirkungen, welche unter der oralen Lösung beobachtet wurden, sind daher jene Effekte angegeben, welche (nur) unter anderen Darreichungsformen berichtet wurden.

Definition der Häufigkeitskategorien: sehr häufig: ≥1/10; häufig: ≥1/100, <1/10; gelegentlich: ≥1/1000, <1/100; selten: ≥1/10'000, <1/1000; sehr selten: <1/10'000, nicht bekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden):

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie.

Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Nicht bekannt: anaphylaktische Reaktionen, angioneurotisches Ödem, Serumkrankheit.

Stoffwechsel und Ernährung

Gelegentlich: Hypokaliämie.

Nicht bekannt: Hypertriglyceridämie.

Nervensystem

Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen, Dysgeusie.

Gelegentlich: periphere Neuropathie, Parästhesien, Hypästhesien.

Nicht bekannt: Tremor.

Augen

Gelegentlich: Sehstörungen (einschliesslich Verschwommensehen und Diplopie).

Ohr

Gelegentlich: Tinnitus.

Nicht bekannt: vorübergehender oder permanenter Hörverlust.

Herz-Kreislauf

Gelegentlich: Herzversagen.

Respirationstrakt

Häufig: Husten, Dyspnoe.

Nicht bekannt: Lungenödem.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe, Dyspepsie.

Gelegentlich: Obstipation.

Selten: Pankreatitis.

Leber/Galle

Häufig: (reversible) Erhöhung der Leberenzyme.

Gelegentlich: Leberversagen, Hyperbilirubinämie.

Nicht bekannt: schwere Lebertoxizität (einschliesslich akutem Leberversagen mit letalem Ausgang).

Haut

Häufig: Exanthem.

Gelegentlich: Pruritus, Urtikaria.

Nicht bekannt: Alopezie, Photosensitivität, exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, toxisch epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson Syndrom, akute generalisierte exanthermatöse Pustulose, Immunkomplexvaskulitis.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Arthralgie, Myalgie.

Nicht bekannt: Erhöhung des Kreatinphosphokinase-Wertes im Blut.

Reproduktionssystem und Brust

Gelegentlich: Menstruationsstörungen.

Nicht bekannt: erektile Funktionsstörung.

Allgemeine Störungen

Häufig: Fieber.

Gelegentlich: Ödeme.

Im Folgenden werden zusätzlich unerwünschte Wirkungen aufgelistet, über die in klinischen Studien mit anderen Darreichungsformen von Itraconazol berichtet wurde.

Infektionen: Infektionen der oberen Atemwege.

Immunsystem: Anaphylaktoide Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Hyperglykämie, Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie.

Psychiatrische Störungen: Verwirrtheitszustände.

Nervensystem: Schläfrigkeit.

Herz/Gefässe: Tachykardie, Hypertonie, Hypotonie, linksventrikuläre Insuffizienz.

Atmungsorgane: Dysphonie.

Gastrointestinale Störungen: Flatulenz.

Leber und Galle: Ikterus, Hepatitis.

Haut: Hyperhidrose.

Nieren und Harnwege: Pollakisurie, eingeschränkte Nierenfunktion, Harninkontinenz.

Allgemeine Störungen: Schmerzen (z.B. im Brustbereich), Erschöpfung, Schüttelfrost.

Sicherheit in der pädiatrischen Population

Die Sicherheit von Sporanox Orale Lösung wurde in 5 offenen klinischen Studien an insgesamt 250 pädiatrischen Patienten im Alter von 6 Monaten bis 14 Jahren untersucht. Diese Patienten erhielten mindestens eine Dosis Sporanox Orale Lösung zur Prophylaxe von Pilzinfektionen oder zur Behandlung von Mundsoor oder systemischen Pilzinfektionen.

Basierend auf den gepoolten Sicherheitsdaten dieser klinischen Studien waren die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen bei pädiatrischen Patienten: Erbrechen (36,0%), Pyrexie (30,8%), Diarrhöe (28,4%), Mucositis (23,2%), Hautausschlag (22,8%), Bauchschmerzen (17,2%), Übelkeit (15,6%), Hypertonie (14,0%) und Husten (11,2%). Das Sicherheitsprofil war im Allgemeinen zwischen den pädiatrischen und den erwachsenen Patienten vergleichbar, die Inzidenzen der unerwünschten Wirkungen waren jedoch bei den pädiatrischen Patienten höher.

Überdosierung

Die im Falle einer Überdosierung berichteten unerwünschten Ereignisse entsprachen im Allgemeinen den in der Rubrik «Unerwünschte Wirkungen» beschriebenen unerwünschten Ereignissen (siehe dort).

Es ist kein spezifisches Antidot verfügbar, und Sporanox Orale Lösung ist nicht dialysierbar. Im Falle einer Überdosierung sollen supportive Massnahmen ergriffen werden. Falls notwendig, kann Aktivkohle verabreicht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J02AC02

Itraconazol ist ein synthetisches Antimykotikum aus der Klasse der Triazole. Es wirkt gegen Dermatophyten, Hefen, Aspergillen und verschiedene andere pathogene Pilzarten.

Itraconazol wirkt nicht gegen Zygomyceten (z.B. Rhizopus spp., Rhizomucor spp., Mucor spp. und Absidia spp.), Fusarium spp., Scedosporium spp. und Scopulariopsis spp.

Der antimykotische Effekt von Sporanox Orale Lösung kommt durch eine selektive Hemmung der Ergosterol-Biosynthese in der Pilzzellmembran und eine dadurch resultierende Permeabilitätsveränderung zustande, was zum Absterben der Pilzzelle führt.

In vitro Aktivität von Itraconazol gegen Pilze

Die MHK-Bestimmung erfolgte mittels Dilutionsmethode. Als Medium wurde für Pityrosporum ovale Dixon-Nährsubstrat und für alle anderen Pilze Hirn-Herz-Infusions-Bouillon verwendet. Die Kulturen wurden bei 25 °C (Pilze) resp. 37 °C (Hefen) während 2 Wochen inkubiert. Die minimale Hemmkonzentration (MHK90) entspricht jener Konzentration, bei welcher von ≥90% der getesteten Stämme das Wachstum signifikant gehemmt wurde.

(Die Aussagekraft der in vitro Aktivität bezüglich zu erwartendem Therapieerfolg ist sehr begrenzt)

Empfindlichkeit

Sehr empfindlich: MHK90 ≤1 µg/ml: ++

Mässig empfindlich: MHK90 >1 µg/ml ≤10 µg/ml: +

Unempfindlich: MHK90 >10 µg/ml: 0

Gattung

Art

Anzahl Stämme

MHK90µg/ml

Empfindlichkeit

Dermatophyten

Epidermophyton

floccosum

10

0.01

++

Microsporum

spp.

50

0.1

++

Trichophyton

mentagrophytes

48

1

++

Trichophyton

rubrum

127

0.1

++

Andere Trichophyton

spp.

36

0.1

++

Hefen

Candida

albicans

1076

1

++

Candida

glabrata

159

0.1

++

Candida

krusei

43

1

++

Candida

tropicalis

68

0.1

++

Candida

parapsilosis

65

1

++

Andere Candida

spp.

62

1

++

Andere Candida

spp. (17 Spezies)

1592

1

++

Cryptococcus

neoformans

27

0.1

++

Pityrosporum

pachydermatis

18

0.01

++

Pityrosporum

ovale

22

0.1

++

Dimorphe Pilze

Blastomyces

dermatitidis

3

0.1

++

Histoplasma

capsulatum

1

0.01

++

Paracoccidioides

brasiliensis

5

0.01

++

Sporothrix

schenckii

12

0.1

++

Chromoblastomykosen¹

16

0.1

++

Schimmelpilze-Eumyceten

Aspergillus

fumigatus

66

1

++

Aspergillus

niger

5

100

0

Andere Aspergillus

spp.

16

1

++

Dematiaceae²

14

0.1

++

Fusarium

spp.

8

>100

0

Hendersonula

toruloidea

3

100

0

Absidia

corymbifera

3

1

++

Mucor

spp.

3

100

0

Pseudoallescheria

boydii

4

1

++

Rhizopus

spp.

3

100

0

Scopulariopsis

brevicaulis

14

>100

0

Trichosporon

beigelii

7

1

++

Aktinomycetalen

Actinomadura

spp.

2

100

0

Actinomyces

israelii

2

>100

0

Nocardia

spp.

3

>100

0

Various

spp.

10

>100

0

¹ Cladosporium carrionii, Fonsecaea spp., Phialophora verrucosa.

² Exophiala jeanselmei, Cladosporium spp., Phaeoannellomyces werneckii, Aureobasidium pullulans, Alternaria alternata, Helminthosporium solani, Curvularia spp., Piedraia hortae, Bipolaris hawaiiensis.

Resistenzentwicklung

Es wurde über Itraconazol-resistente Stämme von Aspergillus fumigatus berichtet.

Die Erkenntnisse über Mechanismen und Entstehung der Resistenz gegenüber Azolen sowie die Verbreitung der resistenten Organismen sind noch sehr unvollständig.

Eine Azolresistenz scheint sich langsam zu entwickeln und ist oft ein Resultat von mehreren genetischen Mutationen. Es wurden Mechanismen, wie eine Überexpression von ERG11-Gen, welches für das Zielenzym 14α-Demetylase kodiert, beschrieben. Punktmutationen im ERG11-Gen, welches zu einer verminderten Affinität des Zielenzyms und/oder eine Überexpression der Transporter-Gene führen, resultieren in einem erhöhten Efflux. Eine Kreuzresistenz zwischen den Azolen wurde in Candida spp. beobachtet. Eine Resistenz gegenüber einem Fungizid aus der Azolklasse bedeutet jedoch nicht zwingend Resistenz gegenüber den anderen Fungiziden der Azolen. Es wurde über Itraconazol-resistente Stämme von Aspergillus fumigatus berichtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Itraconazol wird nach Gabe der Sporanox Orale Lösung rasch resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration wird innerhalb von 2.5 Stunden nach Nüchtern-Einnahme erreicht. Die Pharmakokinetik von Itraconazol ist nicht linear.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Itraconazol aus Sporanox Orale Lösung beträgt ungefähr 55% bei Einnahme unmittelbar nach einer vollständigen Mahlzeit und ist bei Nüchterneinnahme um 30% erhöht.

Bei Mehrfachgabe kommt es zur Akkumulation im Plasma. Steady State Konzentrationen werden innerhalb von 15 Tagen erreicht, mit einer Cmax (maximale Plasma-Konzentration) von 2 µg/ml nach oraler Gabe von 200 mg einmal täglich.

Sporanox Kapseln und Sporanox Orale Lösung sind nicht bioäquivalent.

Die Exposition gegenüber Itraconazol ist nach Gabe der oralen Lösung höher als nach Gabe derselben Dosis in Form der Kapseln.

Distribution

Im Plasma liegt Itraconazol zu 99,8% an Proteine (vor allem Albumin) gebunden vor. Der Hauptmetabolit Hydroxy-Itraconazol liegt ebenfalls zu 99.6% proteingebunden vor.

Das durchschnittliche Verteilungsvolumen von Itraconazol beträgt >700 l, was auf seine ausgedehnte Distribution in die Gewebe hinweist. Itraconazol besitzt auch eine ausgeprägte Affinität zu Lipiden.

Die Konzentrationen in Lunge, Niere, Leber, Knochen, Magen, Milz und Muskel waren zwei- bis dreimal, jene in verhornten Geweben (insbesondere der Haut) bis zu viermal höher als im Plasma. Die Konzentration im Liquor ist deutlich niedriger als im Plasma. Itraconazol tritt in kleinen Mengen in die Muttermilch über.

Metabolismus

Itraconazol unterliegt einer intensiven Verstoffwechselung in der Leber, die zu zahlreichen Metaboliten führt. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass CYP3A4 als wichtigstes Enzym am Stoffwechsel von Itraconazol beteiligt ist.

Hauptmetabolit ist Hydroxy-Itraconazol, dessen antimykotische Aktivität in vitro mit jener von Itraconazol vergleichbar ist. Die Plasmaspiegel des Hydroxy-Metaboliten sind ungefähr doppelt so hoch wie jene von Itraconazol.

Elimination

Itraconazol wird innerhalb einer Woche in Form unwirksamer Metaboliten zu ungefähr 35% im Urin und annähernd 54% im Stuhl ausgeschieden. Die renale Ausscheidung von Itraconazol und seinem aktiven Metaboliten Hydroxy-Itraconazol beträgt weniger als 1% einer intravenösen Dosis. 3–18% unveränderte Muttersubstanz wurden mit den Faezes ausgeschieden.

Die totale Clearance beträgt nach i.v Verabreichung 278 ml/min. Die Clearance von Itraconazol nimmt bei höherer Dosierung ab, weil seine Metabolisierung in der Leber durch Sättigung begrenzt ist.

Die terminale Halbwertzeit von Itraconazol beträgt nach einer Einzeldosis ca. 16-28 Stunden und nimmt bei wiederholter Gabe auf 34–42 Stunden zu.

Nach Beendigung der Behandlung sinkt der Itraconazol-Plasmaspiegel innerhalb von 7-14 Tagen auf ein Niveau nahe der Nachweisgrenze, abhängig von der Dosis und der Behandlungsdauer.

Hydroxypropyl-β-cyclodextrin

Die Bioverfügbarkeit des in Sproranox Orale Lösung enthaltenden Hilfsstoffes Hydroxypropyl-β-cyclodextrin nach oraler Gabe beträgt nur 0.5%, und auch bei täglicher Applikation kommt es nicht zu einer Akkumulation. Daher muss – auch bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion – nicht mit einer Toxizität dieses Hilfsstoffes gerechnet werden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Eingeschränkte Leberfunktion

Mit Sporanox Orale Lösung wurden keine Studien bei Leberinsuffizienz durchgeführt. Insbesondere liegen keine Daten nach Mehrfachgabe von Itraconazol bei Patienten mit Leberzirrhose bzw. über eine Langzeitanwendung in einer solcher Population vor.

Eine orale Einzelgabe (100 mg Kapsel) wurde an 12 Patienten mit Leberzirrhose und an 6 gesunde Probanden verabreicht. Die durchschnittliche Cmax von Itraconazol war bei Patienten mit Leberzirrhose signifikant (um 47%) vermindert. Die durchschnittliche terminale Halbwertszeit war bei den Patienten mit Leberzirrhose im Vergleich zu den gesunden Personen verlängert (37 Stunden versus 16 Stunden). Insgesamt war die Itraconazol-Exposition (AUC) zwischen den Patienten mit Leberzirrhose und den gesunden Personen vergleichbar.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bezüglich der Anwendung von oral zugeführtem Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sind nur wenige Daten verfügbar.

Nach einer intravenösen Einzeldosis waren die terminalen Halbwertszeiten bei Patienten mit milder (CrCl 50-79 ml/min), mittlerer (CrCl 20-49 ml/min) und schwerer (CrCl <20 ml/min) Einschränkung der Nierenfunktion mit 48 Stunden ähnlich zu den Werten gesunder Patienten (mittlerer Bereich von 42-49 Stunden). Die gesamte Itraconazol-Exposition (AUC) war bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Einschränkung der Nierenfunktion um 30% bzw. 40% vermindert gegenüber Patienten mit normaler Nierenfunktion.

Bezüglich einer Langzeitanwendung von Itraconazol bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sind keine Daten verfügbar. Itraconazol ist nicht dialysierbar.

In einer Studie an insgesamt n=19 Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz zeigten weder eine Hämodialyse noch eine kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse einen signifikanten Einfluss auf Cmax und AUC von Itraconazol. Insgesamt zeigt die Pharmakokinetik von Itraconazol bei diesen Patienten eine grosse interindividuelle Variabilität.

Kinder/Jugendliche

In einer pharmakokinetischen Studie an n=33 pädiatrischen Patienten im Alter von 6 Monaten bis 16 Jahren wurde die Pharmakokinetik von Itraconazol nach intravenöser Applikation einer Einzeldosis von 2.5 mg/kg untersucht. Es wurde keine Altersabhängigkeit der AUC oder der Gesamtkörper-Clearance von Itraconazol beobachtet, jedoch ein schwacher Zusammenhang zwischen Alter und Verteilungsvolumen, Cmax sowie terminaler Eliminationsrate. Die scheinbare Clearance und das scheinbare Verteilungsvolumen schienen mit dem Körpergewicht in Beziehung zu stehen.

Zur oralen Anwendung von Itraconazol bei Kindern und Jugendlichen liegen nur limitierte Daten vor.

Präklinische Daten

Es gibt keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial von Itraconazol.

Obwohl Itraconazol bei Ratten und Mäusen kein primäres Karzinogen ist, war bei männlichen Ratten bei Langzeitgabe von 25 mg/kg/Tag (dem Dreifachen der maximal empfohlenen humanen Dosis, MRHD) die Inzidenz von Weichteil-Sarkomen erhöht. Dies erklärt man sich mit der Zunahme nicht-neoplastischer chronischer entzündlicher Reaktionen des Bindegewebes als Folge eines erhöhten Cholesterinspiegels und Cholesterinablagerung im Bindegewebe.

Es gibt keine Hinweise für primären Einfluss von Itraconazol auf die Fertilität männlicher oder weiblicher Ratten bei einer Dosierung von bis zu 40 mg/kg/Tag (5-fache MRHD). Höhere Dosen (5–20-fache MRHD) von Itraconazol führten sowohl bei Mäuser als auch bei Ratten zu Embryotoxizität und Teratogenität. Letztere machte sich bei Ratten in grösseren Skelettdefekten, bei Mäusen in Encephalozelen und Makroglossie bemerkbar.

Die wiederholte orale Gabe von (embryotoxischen) Dosen ≥40 mg/kg/Tag Itraconazol führte bei Mäusen zu einer markanten Unterdrückung der humoralen als auch der zellvermittelten Immunantwort.

Bei jungen Hunden beobachtete man nach Langzeitgabe von Itraconazol einen verminderten Knochenmineralgehalt im ganzen Skelett.

In drei Toxizitätsstudien an Ratten induzierte Itraconazol (2.5-fache MRHD) Knochendefekte mit herabgesetzter Aktivität der platten Knochen, Verdünnung der Kompakta der Röhrenknochen und erhöhter Brüchigkeit.

HP-β-CD ist nicht mutagen. Die chemische Struktur von HP-β-CD lässt auch keinen Verdacht auf eine genotoxische Aktivität aufkommen. In vivo und in vitro Tests zu DNA-Schädigungen, Genmutationen und Chromosomen- Aberration zeigten keine genotoxische Aktivität. In Studien an Nagetieren beobachtete Adenokarzinome in Pankreas und Dickdarm wurden als klinisch geringfügig relevant beurteilt.

HP-β-CD zeigte weder die Fertilität beeinflussende noch direkt embryotoxische oder teratogene Effekte.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Bitte aufgedrucktes Verfalldatum beachten.

Besondere Lagerungshinweise

Sporanox Orale Lösung soll bei einer Temperatur von unter 25 °C aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen ist Sporanox Orale Lösung 14 Tage haltbar.

Zulassungsnummer

53806 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

August 2015.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.