Insulin Insuman Infusat Inj Loes 5 X 3.15 Ml

Insulin Insuman Infusat Inj Loes 5 X 3.15 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Insulinum humanum solutum (GT) 100 Internationale Einheiten (3.571 mg).

Hilfsstoffe: Zincum, Glycerolum, Trometamolum, Poloxamer 171; Conserv.: Phenolum 2,7 mg, Aqua ad solutionem pro 1 ml.

Das in Insuman Infusat enthaltene Humaninsulin wird gentechnologisch mittels Escherichia coli K12 hergestellt.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Patronen mit 3.15 ml Injektionslösung: 1 ml enthält 3.5 mg Insulinum humanum corresp. 100 Internationale Einheiten.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Diabetes mellitus, sofern die Behandlung mit Insulin erforderlich ist und aus medizinischen Gründen die Verwendung einer extern tragbaren Insulin-Spritzenpumpe H-Tron V100 angezeigt ist.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung mit Insuman Infusat muss von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden. Die angestrebten Blutzuckerspiegel und die Insulindosierung sind individuell festzulegen und auf die Ernährung des Patienten, seine körperliche Aktivität und seine Lebensweise abzustimmen.

Die Verwendung von Insuman Infusat erfordert insbesondere, dass der Patient die Handhabung der H-Tron V100 und die Stoffwechselselbstkontrolle beherrscht.

Insuman Infusat eignet sich auch zur Behandlung von hyperglykämischem Koma und Ketoazidose sowie zur peri- und intraoperativen Einstellung von Patienten mit Diabetes mellitus.

Für Kinder und Jugendliche sollte die Behandlung von einem pädiatrischen Diabetologen verfolgt werden. Insbesondere sollte das Ziel in den ersten Jahren neben der Senkung der Pics des postprandialen Blutzuckers eine Verminderung des Risikos hypoglykämischer Episoden sein. Deshalb werden je nach Alter verschiedene Insulinkombinationen empfohlen. Der Glucosespiegel muss bei Kindern in häufigen Intervallen bestimmt werden (4 bis 6 mal pro Tag).

Übliche Dosierung

Beim Einsatz der extern tragbaren Insulin-Spritzenpumpe H-Tron V100 wird ein Teil der Insulintagesdosis kontinuierlich infundiert («Basalrate»), der Rest in Form von Bolusinjektionen vor den Mahlzeiten verabreicht. Die ausführlichen Informationen über die H-Tron V100, ihre Funktionen und die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen sind deren Gebrauchsanweisung zu entnehmen.

Es gibt keine festen Regeln für die Insulindosierung. Dosis und Infusionsprogramm werden individuell vom Arzt festgelegt. Der durchschnittliche Insulinbedarf liegt jedoch oft bei 0,5-1,0 Internationale Einheiten pro kg Körpergewicht pro Tag. Allerdings kann der tägliche Bedarf an Insulin bei Patienten, die eine Insulinresistenz zeigen (z.B. während der Pubertät oder bei obesen Patienten) erhöht sein oder bei Patienten, die eine Residualsekretion endogenen Insulins haben (z.B. während partieller Remission), erniedrigt sein (siehe auch «Pharmakokinetik»).

Der Insulin-Basalbedarf liegt dabei bei 40-60% des Tagesbedarfs, der Rest wird verteilt als Bolusinjektionen vor den Mahlzeiten verabreicht.

Wenn von anderen Insulinpräparaten auf Insuman Infusat umgestellt wird, kann es notwendig werden, die Dosierung anzupassen. Dies gilt z.B. bei

  • Umstellung von tierischem Insulin auf Humaninsulin (Dosisreduktion kann notwendig werden, weil eine geringere Affinität des Humaninsulins zu den Insulinantikörpern besteht).
  • Umstellung von einem Regime mit längerwirkenden Insulinen (konventionelle oder intensivierte, konventionelle Therapie) auf ein Regime mit kontinuierlicher Verabreichung von Normal-Insulin.

Die Notwendigkeit zur Dosisanpassung (z.B. Dosisreduktion) kann bereits unmittelbar nach der Umstellung bestehen. Sie kann sich aber auch langsam über mehrere Wochen entwickeln. Während der Umstellung und in den ersten Wochen danach ist eine besonders engmaschige Stoffwechselüberwachung erforderlich. Bei Patienten, die infolge Insulinantikörpern hohe Insulindosen benötigen, ist zu erwägen, die Umstellung unter ärztlicher Überwachung und stationären oder vergleichbaren Bedingungen vorzunehmen.

Eine sekundäre Dosisanpassung kann notwendig werden, wenn infolge einer verbesserten Stoffwechsellage die Insulinempfindlichkeit zu- und der Insulinbedarf abnimmt, sich das Gewicht oder die Lebensweise des Patienten ändern, sich andere Umstände ergeben, die eine verstärkte Neigung zu Hypo- oder Hyperglykämie bedingen oder interkurrente Erkrankungen auftreten.

Anwendung

Insuman Infusat ist für die Verwendung in der Insulin-Spritzenpumpe H-Tron V100 bestimmt. Es kann subkutan oder intravenös infundiert werden. Hierzu dürfen nur Tetrafluorethylen- oder Polyethylen-Katheter verwendet werden. Die Infusion muss immer unter aseptischen Bedingungen erfolgen. Die Dauer der Behandlung wird vom Arzt bestimmt.

Bei s.c. Anwendung ist die Infusionsstelle zur Vermeidung von Rötungen und Knötchenbildung an der Infusionsstelle regelmässig (im allgemeinen alle 1-3 Tage) zu wechseln. Die Patienten dürfen aber den Injektionsbereich (z.B. Wechsel von Bauchwand zu Oberschenkel) nur nach Absprache mit dem Arzt wechseln, denn die Insulinresorption und folglich der blutglukosesenkende Effekt kann von Injektionsbereich zu Injektionsbereich verschieden sein.

Vor der Verwendung muss die Kartusche von Insuman Infusat 1-2 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Vor Beginn der Infusion sind Luftblasen zu entfernen (siehe Gebrauchsanweisung H-Tron V100).

Eine intravenöse Therapie mit Insuman Infusat ist möglich, erfolgt aber in der Regel nur im Rahmen spezieller Therapieschemata zur Behandlung von diabetischem Koma oder Ketoazidose, oder für die peri- und intraoperative Einstellung. Dieses Regime erfordert ein engmaschiges Monitoring (metabolische Situation, Säure-Basen- und Elektrolytstatus, Vitalparameter etc.) unter intensivmedizinischen oder vergleichbaren Bedingungen.

Kontraindikationen

Im Prinzip darf Insuman Infusat bei Patienten mit einer Allergie gegen das enthaltene Insulin oder gegen einen der Hilfsstoffe nicht eingesetzt werden. Für überempfindliche Patienten, bei denen keine Alternative, d.h. besser vertragene Insulinzubereitung zur Verfügung steht, darf Insuman Infusat nur unter engmaschiger Überwachung und nötigenfalls antiallergischer Behandlung weiterverwendet werden.

Bei Patienten mit einer Allergie gegen tierisches Insulin empfiehlt sich vor der Umstellung auf Insuman Infusat eine intradermale Testung, weil immunologische Kreuzreaktionen möglich sind.

Insulin darf nicht bei drohender oder manifester Hypoglykämie gegeben werden. Im Falle einer Hypoglykämie sollte die Insulinpumpe vorübergehend abgeschaltet werden - wenigstens solange, bis der Patient das Bewusstsein vollständig wiedererlangt hat.

Insuman Infusat darf nicht in Peristaltikpumpen mit Silikonschläuchen eingesetzt werden. Zu den Kontraindikationen für den Einsatz der H-Tron V100 siehe Gerätehandbuch.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten, die eine H-Tron V100 tragen, müssen deren Handhabung beherrschen sowie mögliche Funktionsstörungen erkennen und in einem solchen Falle richtig reagieren können.

Beim insulinbehandelten Diabetiker besteht grundsätzlich das Risiko leichter oder schwerer Hypoglykämien. Dies kann seine Aufmerksamkeit und insbesondere die Sicherheit beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Dies gilt besonders zu Beginn der Behandlung, bei Präparatewechsel, unregelmässigen Insulinapplikationen oder unregelmässiger Nahrungsaufnahme, sowie allgemein bei nicht optimaler Einstellung, wo es zu starken Blutzuckerschwankungen v.a. Hypoglykämien kommen kann. Der Diabetiker muss hierauf aufmerksam gemacht werden und auch darauf, dass Alkoholeinnahme die Gefahr zusätzlich erhöht (u.a. durch Hemmung der Glykogenolyse in der Leber).

Ebenso ist bei früher durchgemachten schweren Hypoglykämien das Risiko grösser, dass sich solche wiederholen.

Um einer Hypoglykämie frühzeitig begegnen zu können, ist der Patient zu instruieren, immer Traubenzucker, Würfelzucker o.ä. mit sich zu führen. Er soll auch seinen Diabetikerausweis mittragen.

In bestimmten Situationen, so u.a. auch nach Umstellung von tierischem auf humanes Insulin, können die Warnsymptome der Hypoglykämie abgeschwächt sein (siehe unter «Unerwünschte Wirkungen»).

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat oder Änderungen des Dosierungsschemas sollen nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und Instruktion erfolgen.

Besondere Vorsicht, sowie eine verstärkte Überwachung des Blutzuckers ist bei Patienten geboten, bei denen hypoglykämische Episoden von besonderer klinischer Bedeutung sein können, wie z.B. Patienten mit signifikanten Stenosen der Koronararterien oder der hirnversorgenden Blutgefässe (Risiko kardialer bzw. zerebraler Komplikationen bei Hypoglykämie) sowie bei Patienten mit proliferativer Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt sind (Gefahr der vorübergehenden Erblindung infolge Hypoglykämie).

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann der Insulinbedarf infolge des verminderten Insulinabbaus verringert sein. Bei älteren Patienten kann eine fortschreitende Verschlechterung der Nierenfunktion zu einer stetigen Abnahme des Insulinbedarfs führen.

Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion kann der Insulinbedarf aufgrund der reduzierten Kapazität zur Glukoneogenese und des verringerten Insulinabbaus vermindert sein.

β-Blocker können die üblichen Hypoglykämie-Warnsymptome abschwächen bzw. maskieren.

Alkoholkonsum kann die Hypoglykämie-Gefahr erhöhen (Hemmung der hepatischen Glukoneogenese). Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Kohlenhydratgehalt alkoholischer Getränke auch einen Anstieg des Blutglukosespiegels verursachen könnte.

Marihuana-Konsum kann möglicherweise eine Verschlechterung der Glukosetoleranz bewirken. (Andere illegale Substanzen wurden nicht getestet), (andere Interaktionen s. Rubrik «Interaktionen»!).

Interaktionen

  1. Der Insulinbedarf kann vermindert sein in Gegenwart von Substanzen, welche die Insulinwirkung verbessern (Insulinsensitivität erhöhen), die Insulinsekretion steigern, die hepatische Glukoneogenese hemmen oder die intestinale Glukoseaufnahme beeinflussen. Bei gleichbleibender Insulinmenge besteht somit erhöhte Hypoglykämie-Gefahr durch gleichzeitige Einnahme von:Oralen Antidiabetika; Alkohol; ACE-Hemmern (z.B. Captopril und Enalapril); antiarrhythmischen Substanzen wie Disopyramid; α-Blockern und Clonidin; SSRI; Fenfluramine; MAO-Hemmern; trizyklischen Antidepressiva; Salicylaten und (selten) anderen NSAIDs; Fibraten; Tetracyclinen; Pentamidin (Hypoglykämie, gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie); Anti-Malariamitteln (Chinin, Chloroquin, Mefloquin); Sulfonamiden (z.B. Cotrimoxazol); Cimetidin und Ranitidin.
  2. Der Insulinbedarf kann erhöht sein bei gleichzeitiger Anwendung der folgenden Substanzen bzw. Substanzgruppen:Orale Kontrazeptiva und andere Oestrogen- oder Progestagen-Präparate; Kortikosteroide und ACTH; GH (Somatotropin); Danazol; Schilddrüsenhormone; Sympathikomimetika (vor allem β2-Sympathikomimetika wie Ritodrin, Salbutamol, Terbutalin, aber auch α-selektive Sympathikomimetika, sowie nicht selektive wie Epinephrin); Diazoxid; Nikotinsäure und -Derivate; Chlorpromazin (vor allem in hohen Dosen) und andere Phenothiazin-Derivate; Diuretika (z.B. Thiazid-Diuretika, Indapamid und Furosemid); Anti-retrovirale Substanzen; Immunsuppressive Substanzen (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus); atypische Antipsychotika
  3. Bei Anwendung der folgenden Substanzen kann die Insulinwirkung je nach Dosis verstärkt bzw. abgeschwächt werden:Octreotid-, Salicylsäure-Derivate, Lithium-Salze (selten).β-Blocker können zu einer Verstärkung der Insulinresistenz aber auch, in gewissen Fällen zu einer Hypoglykämie führen. Ausserdem können die Hypoglykämie-Warn-Symptome abgeschwächt bzw. maskiert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Insulin durchdringt die Placentarschranke nicht. Die Insulintherapie der Mutter stellt kein Risiko für das Ungeborene oder den gestillten Säugling dar, und sie ist zur medikamentösen Einstellung des Diabetes in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet.

Bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft ist die Diabeteseinstellung besonders sorgfältig zu kontrollieren, am besten mit Hilfe von Blutzuckermessungen durch die Patientin selbst.

Im ersten Drittel der Schwangerschaft kann der Insulinbedarf sinken, danach steigt er mehr oder weniger stark an; er fällt rasch nach der Geburt auf den Bedarf vor der Schwangerschaft oder darunter ab.

Bei stillenden Frauen kann eine Anpassung von Insulindosis und Diät notwendig werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund einer Hypo- oder Hyperglykämie oder z.B. aufgrund von Sehstörungen kann die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten herabgesetzt sein. Dies kann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z.B. beim Fahren eines Autos oder beim Bedienen von Maschinen) ein Risiko darstellen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeiten der unerwünschten Wirkungen werden wie folgt angegeben: «sehr häufig» (>10%), «häufig» (>1%, <10%), «gelegentlich» (>0.1%, <1%), «selten» (>0.01%, <0.1%) und «sehr selten» (<0.01%).

Stoffwechselerkrankungen und Ernährung

Hypoglykämie

Zu einer Hypoglykämie, einer häufigen bis sehr häufigen Nebenwirkung der Insulintherapie, kann es kommen, wenn die Insulindosis den Insulinbedarf übersteigt. Schwere Hypoglykämien, insbesondere wenn sie wiederholt auftreten, können zu neurologischen Schäden führen. Anhaltende oder schwere Hypoglykämien können lebensbedrohlich sein.

Die Symptome einer Hypoglykämie (Blutzuckerabfall unter 2‑3 mmol/l) sind:

Neurovegetative Zeichen: Schwitzen, Hungergefühl, Zittern (neurovegetative Warnsymptome), Blässe, Herzklopfen, Kopfschmerzen.

Neuroglykopenische Zeichen: Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Verwirrtheit u.a.), Bewusstseinsstörungen, Koordinations-, Seh- und Sprachstörungen. Diese können über Benommenheit und Somnolenz bis zur Bewusstlosigkeit fortschreiten. Die Hypoglykämie kann auch zu epileptischen Anfällen führen oder sich wie ein zerebraler Insult, z.B. mit (meist vorübergehender) Hemiparese, Aphasie, positivem Babinskizeichen, manifestieren.

Abgeschwächte/veränderte Warnsymptome: Besonders bei Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte, aber auch bei lang bestehendem Diabetes (u.U. mit Neuropathie), bei Präparatewechsel u.a. können die Warnsymptome der Hypoglykämie verändert und die neurovegetativen Symptome abgeschwächt sein oder erst spät auftreten. Dies wurde von einigen Patienten auch nach Umstellung von tierischem auf humanes Insulin, aber auch sonst gelegentlich bei Präparatewechsel, beobachtet.

Der insulinbehandelte Diabetiker und seine Umgebung sind deshalb zu instruieren, dass sich eine Hypoglykämie auch überraschend und als erstes durch neuroglykopenische Zeichen wie Konzentrationsstörungen, Unruhe, Verhaltensauffälligkeiten und Bewusstseinsstörungen anzeigen kann, was dazu führen kann, dass er eventuell nicht früh genug mit Einnahme von Zucker reagiert.

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat soll nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle und nach genauer Instruktion erfolgen. Auch das Behandlungsschema soll nur nach Absprache mit dem Arzt oder auf seine Anweisung geändert werden.

Als Ursachen einer Hypoglykämie kommen in Frage: Auslassen einer Mahlzeit, Erbrechen, Durchfall, aussergewöhnliche körperliche Anstrengung, Insulinüberdosierung, endokrine Krankheiten wie Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypothyreose u.a.

Therapie der Hypoglykämie: siehe unter «Überdosierung».

Nach jeder schweren Hypoglykämie ist die Diabeteseinstellung zu überprüfen; der Patient ist anzuweisen, den Arzt so bald als möglich über jede durchgemachte schwere Hypoglykämie zu orientieren.

Hyperglykämie

Ein Anstieg des Blutzuckerspiegels, Hyperglykämie, Ketoazidose und Hyperosmolarität können auftreten, wenn z.B. die Insulindosis im Hinblick auf die Kohlenhydratzufuhr zu niedrig ist, die Wirkung des Insulins nachgelassen hat (z.B. infolge falscher Lagerung), die Insulinzufuhr gestört ist (z.B. Störung der Pumpe, Katheterverstopfung), die körperliche Aktivität reduziert wird, die Insulinempfindlichkeit infolge emotionalen oder körperlichen Stresses (z.B. bei Verletzungen, Operationen, fieberhaften Infektionen oder anderen Erkrankungen) verringert ist oder gleichzeitig Medikamente mit blutzuckersteigernder Wirkung gegeben werden (siehe «Interaktionen»).

Zeichen einer hyperglykämischen Stoffwechselentgleisung sind: Durst, Polyurie, Glykosurie, Ketonurie, Müdigkeit, trockene Haut, Gesichtsrötung, Appetitlosigkeit, Hypotonie und Tachykardie. Insbesondere bei Symptomen wie Erbrechen, Bauchschmerzen, schnelle tiefe Atmung, Somnolenz oder Koma muss immer auch an eine begleitende Ketoazidose gedacht werden. Eine schwere Hyperglykämie und Ketoazidose kann lebensbedrohlich werden. Eine Ketoazidose kann sich in Abhängigkeit von der Insulinverfügbarkeit innerhalb von Stunden bis Tagen entwickeln. Sobald mögliche Anzeichen einer Hyperglykämie oder Ketoazidose bemerkt werden, müssen Blutglukose und Keton im Urin bestimmt und gegebenenfalls unverzüglich Gegenmassnahmen eingeleitet werden.

Augen

Eine deutliche Veränderung der Blutzuckereinstellung kann vorübergehende Sehstörungen verursachen, die durch eine vorübergehende Veränderung des Quellungszustandes und damit der Brechkraft der Augenlinse bedingt sind. Eine abrupte Verbesserung der Stoffwechsellage kann zur vorübergehenden Verschlechterung einer Retinopathie führen.

Haut und Unterhautgewebe

Als Folge der Insulinverabreichung kann es im Injektionsbereich zur Lipodystrophie kommen und die Insulinresorption im betroffenen Bereich verzögert sein. In klinischen Studien entwickelten Patienten häufig eine Lipohypertrophie und nur gelegentlich eine Lipoatrophie. Ein ständiger Wechsel der Infusionsstelle kann helfen, diese Reaktionen abzuschwächen oder zu vermeiden.

An der Einstichstelle kam es in klinischen Studien häufig zu leichten und vorübergehenden Reaktionen. Diese können sich in Form von Rötungen, Schmerzen, Juckreiz, Nesselausschlag, Schwellungen oder Entzündungen äussern. Generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen vom Sofort-Typ auf Insulin oder einen der Hilfsstoffe sind sehr selten. Sie können z.B. mit generalisierten Hautreaktionen, Angioödem, Bronchospasmus, Blutdruckabfall und Schock einhergehen und lebensbedrohlich sein.

Untersuchungen

Die Gabe von Insulin kann die Bildung von Insulin-Antikörpern auslösen. Selten macht es das Vorhandensein solcher Insulin-Antikörper notwendig, die Insulindosis anzupassen.

Insulin verursacht selten bis gelegentlich eine Natriumretention und Ödeme. Als Folge einer stärkeren akuten Senkung des Blutglukosespiegels (z.B. im Rahmen der Behandlung einer Ketoazidose oder eines hyperglykämisch-hyperosmolaren Zustandes) kann sich eine Hypokaliämie (mit z.B. kardialen Komplikationen) oder ein Hirnödem entwickeln.

Überdosierung

Überdosierung von Insulin kann zu einer schweren, unter Umständen lang anhaltenden und lebensbedrohlichen Hypoglykämie führen.

Leichte hypoglykämische Episoden können in der Regel durch die orale Zufuhr von Kohlenhydraten ausgeglichen werden. Es kann aber auch eine Anpassung der Insulindosis, der Ess- oder Sportgewohnheiten erforderlich werden.

Schwerere Hypoglykämien mit diabetischem Koma, Krampfanfällen oder neurologischen Ausfällen können mit intramuskulären/subkutanen Glukagongaben oder intravenösen Gaben von konzentrierter Glukoselösung behandelt werden. Wiederholte Kohlenhydrataufnahme und eine Überwachung können erforderlich sein, da die Hypoglykämie nach scheinbarer klinischer Erholung wieder auftreten kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A10AB01

Insuman Infusat enthält Humaninsulin (Normal-Insulin) in neutraler Lösung. Es wurde für den Einsatz in der extern tragbaren Insulin-Spritzenpumpe H-Tron V100 entwickelt. Es ist besonders stabilisiert, um den Wirkungsverlust, der unter den mechanischen und thermischen Stressbedingungen in solchen Infusions-Systemen droht, zu reduzieren.

Pharmakodynamik

Die blutzuckersenkende Wirkung setzt innerhalb von 30 Minuten nach subcutaner Injektion ein. Die maximale Blutzuckersenkung wird zwischen 1-4 Stunden erreicht und die Wirkung dauert während 7-9 Stunden nach Injektion an.

Pharmakokinetik

Bei Stoffwechselgesunden beträgt die Serumhalbwertszeit des Insulins etwa 4 bis 6 Minuten.

Sie ist bei schwerer Niereninsuffizienz verlängert. Die Pharmakokinetik von Insulin spiegelt jedoch nicht seine Stoffwechselwirkung wider. Das pharmakokinetische Profil von Insuman wurde am diabetischen Kind oder Jugendlichen nicht untersucht. Dennoch legen für andere Insuline verfügbare Daten nahe, dass das pharmakokinetische Profil beim Kind und beim Jugendlichen dem des Erwachsenen ähnlich ist.

Präklinische Daten

Es liegen keine für die Verschreibung relevanten Befunde aus präklinischen Studien vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Insuman Infusat darf wie alle Insulin-Zubereitungen nicht mit Lösungen gemischt werden, die reduzierende Substanzen (z.B. Thiole und Sulfite) enthalten. Ferner ist zu berücksichtigen, dass neutrale Normal-Insuline bei pH-Werten von etwa 4,5-6,5 ausfallen.

Insuman Infusat darf nicht mit anderen Insulinen gemischt werden.

Es ist darauf zu achten, dass weder Alkohol noch andere Desinfektionsmittel in die Insulin-Lösung gelangen.

Haltbarkeit

Insuman Infusat darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar, farblos, ohne sichtbare Partikel und von wasserartiger Konsistenz ist. Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichnetem Datum verwendet werden.

Im Gebrauch befindliche Patronen können 2 Wochen lang verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vor direktem Licht geschützt zwischen +2 °C und +8 °C (im Kühlschrank) aufbewahren, nicht gefrieren lassen!

Zulassungsnummer

53965 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

September 2009.

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