Budenofalk Kaps 3 Mg 50 Stk

Budenofalk Kaps 3 Mg 50 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Budesonid.

Hilfsstoffe: Color.: E 127, Excip. pro capsula.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln mit magensaftresistenten Pellets zu 3 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

1) Zur Einleitung einer Remission bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Schüben des Morbus Crohn mit Befall des terminalen Ileums und des proximalen Colons. Bei Patienten mit schweren Schüben von Morbus Crohn und solchen mit Befall des proximalen Magen-Darm-Traktes bzw. des distalen Colons, erscheint eine Therapie mit Budenofalk 3 mg nicht zweckmässig. Bei extraintestinalen Krankheitssymptomen ist eine Wirkung von Budenofalk 3 mg aufgrund seiner lokalen Wirkung nicht zu erwarten.

2) Kollagene Colitis.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

1. Morbus Crohn

Erwachsene: 1-mal täglich 3 Kapseln morgens oder, wenn es für den Patienten geeigneter ist, 3× täglich 1 Kapsel (morgens, mittags, abends) ca. ½ Std. vor den Mahlzeiten einnehmen.

2. Kollagene Colitis

Erwachsene: die empfohlene Tagesdosis ist 3 Kapseln 1-mal täglich morgens ca. ½ Stunde vor dem Frühstück.

Kinder: Budenofalk 3 mg soll von Kindern nicht eingenommen werden, da ungenügende Erfahrungen mit dieser Altersgruppe vorliegen.

Korrekte Art der Einnahme

Die Kapseln mit den magensaftresistenten Pellets unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) vor den Mahlzeiten einnehmen.

Therapiedauer

Die Therapiedauer beträgt in der Regel 8 Wochen. Budenofalk 3 mg soll nicht abrupt, sondern allmählich abgesetzt werden. In der 1. Woche soll die Dosis auf 2 Kapseln (morgens und abends), in der 2. Woche auf 1 Kapsel (morgens) reduziert werden. Danach kann die Einnahme sistiert werden.

Kontraindikationen

Budenofalk 3 mg darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen Budesonid oder einem anderen Bestandteil des Präparates; schweren Leberfunktionsstörungen, oder bakteriellen, fungalen oder viralen Infektionen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist geboten bei latenter Tbc oder positiver Tuberkulinreaktion, da die Krankheit während einer Corticosteroidtherapie aktiviert werden kann; diese Patienten sollten unter Langzeittherapie mit Steroiden prophylaktisch tuberkulostatisch behandelt werden.

Die Behandlung mit Budenofalk 3 mg kann zu tieferen systemischen Steroid-Spiegeln führen als diejenige mit konventionellen oralen Kortikosteroiden. Der Wechsel von einer anderen Steroid-Therapie kann zu Symptomen wie bei Änderungen von systemischen Steroid-Spiegeln führen.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Hypertonie, Diabetes mellitus, Osteoporose, Magen-Darm-Geschwüre, Glaukom, Katarakt; Diabetes und Glaukom in der Familienanamnese.

Infektionen

Die Unterdrückung der Entzündungsreaktion und Immunabwehr erhöht das Risiko von Infektionen und deren Schweregrad. Das klinische Erscheinungsbild kann oft atypisch sein und schwere Infektionen wie Sepsis und Tuberkulose können maskiert sein und ein vorgerücktes Stadium erreichen bevor sie erkannt werden.

Windpocken

Windpocken müssen speziell beachtet werden, da diese normalerweise ungefährliche Krankheit bei immunsupprimierten Patienten fatale Folgen haben kann. Patienten ohne Windpocken in der Vorgeschichte sollen jeden Kontakt zu Patienten mit Windpocken oder Herpes zoster meiden und nach einer Exposition unverzüglich den Arzt konsultieren.

Bei Kindern müssen die Eltern über diese Massnahmen informiert werden. Eine passive Immunisierung mit Varicella zoster Immunglobulin (VZIG) ist bei exponierten, nicht immunen Patienten erforderlich, wenn diese systemische Kortikosteroide einnehmen oder innerhalb der letzten 3 Monate eingenommen haben; dies sollte innert 10 Tagen nach Windpocken-Exposition erfolgen. Falls die Diagnose Windpocken bestätigt wird, muss sie unverzüglich durch Spezialisten behandelt werden. Kortikosteroide dürfen nicht abgesetzt werden und die Dosis muss evt. erhöht werden.

Lebendvakzine

Lebendvakzine sollen an Personen mit ungenügender Immunantwort nicht gegeben werden. Die Antikörper-Reaktion auf andere Vakzine kann reduziert sein. Kortikosteroide können die Hypophysen-Nebennieren-Achse supprimieren und die Stress-Antwort reduzieren.

Bei Operationen oder anderen Stressfaktoren ist es empfehlenswert, den Patienten zusätzlich systemische Kortikosteroide zu verabreichen.

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen können die Glucocorticosteroid Blutspiegel erhöht sein.

Die gleichzeitige Behandlung mit Ketoconazol oder anderen CYP3A4 Inhibitoren muss vermieden werden (siehe «Interaktionen»).

Amöbiasis

Corticosteroide können eine latente Amöbiasis aktivieren. Deshalb wird empfohlen, eine latente oder aktive Amöbiasis vor Beginn der Corticosteroidtherapie bei allen Patienten auszuschliessen, die sich in den Tropen aufgehalten haben oder an einer ungeklärten Diarrhö leiden.

Salicylate

Vorsicht ist ebenfalls geboten bei gleichzeitiger längerdauernder Behandlung mit Salicylaten wegen des erhöhten Risikos von gastrointestinalen Ulzerationen und Blutungen, die bis zur Perforation gehen können, wobei jede Verringerung der Dosis des Glucocorticoids wegen des Risikos einer Salicylatvergiftung vorsichtig vorgenommen werden sollte.

Interaktionen

Pharmakodynamische Interaktionen

Herzglykoside: Die Glykosidwirkung kann durch Kaliummangel verstärkt werden.

Saluretika: Die Kaliumausscheidung kann verstärkt werden.

Pharmakokinetische Interaktionen

Cytochrom P450, CYP3A4-Inhibitoren: Ketoconazol 200 mg 2×/d p.o. erhöht die Plasmakonzentrationen von gleichzeitig verabreichtem Budesonid (3 mg ED) ca. um das 6-fache. Bei Verabreichung von Ketoconazol 12 h nach der Budesonid-Einnahme erhöht sich die Plasmakonzentration auf ca. das 3-fache. Da nicht genügend Daten zur Dosisempfehlung vorliegen, soll die gleichzeitige Einnahme vermieden werden. Auch andere potente CYP3A4 Inhibitoren können die Plasmakonzentrationen von Budesonid erhöhen. Ausserdem soll auf die gleichzeitige Einnahme von Grapefruitsaft verzichtet werden.

CYP3A4-Induktoren, wie z.B. Rifampicin, Phenytoin: Präparate wie Carbamazepin können die systemische aber auch die lokale Verfügbarkeit von Budesonid an der Darm-Mukosa verringern. Eine Anpassung der Budesonid-Dosis kann nötig sein.

CYP3A4 Substrate: Stoffe, welche durch CYP3A4 verstoffwechselt werden, können in Konkurrenz zu Budesonid treten. Dies kann zu erhöhten Budesonid-Plasmaspiegeln führen, sofern die Konkurrenzsubstanz eine stärkere Affinität zu CYP3A4 hat. Andererseits kann Budesonid stärker an CYP3A4 binden, was zur Folge hat, dass die Plasmaspiegel der Konkurrenzsubstanz erhöht sein können und deshalb eine Dosisanpassung/Reduktion dieser Substanzen nötig macht.

Erhöhte Plasma-Konzentrationen und verzögerte Wirkung von Kortikosteroiden wurden bei Frauen mit Östrogen- oder Kontrazeptiva-Einnahme beobachtet. Bei niedrig dosierten oralen Kontrazeptiva wurde diese Wirkung nicht beobachtet.

Cimetidin in empfohlenen Dosen und in Kombination mit Budesonid hat einen leichten, jedoch nicht signifikanten Effekt auf die Pharmakokinetik von Budesonid.

Omeprazol hat keinen Effekt auf die Pharmakokinetik von Budesonid.

Steroid bindende Substanzen: Theoretisch mögliche Wechselwirkungen mit steroid-bindenden Kunstharzen, wie Colestyramin und Antazida sind nicht auszuschliessen. Bei gleichzeitiger Einnahme mit Budenofalk 3 mg kann es zu einer Abschwächung der Budesonid-Wirkung kommen. Daher sollten diese Präparate zeitversetzt um mindestens 2 Std. eingenommen werden.

Cumarinderivate: Die Antikoagulantienwirkung kann abgeschwächt werden.

Nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika: Die gastrointestinale Blutungs- und Ulkusgefahr kann erhöht sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Wie alle Glucocorticoide passiert auch Budesonid die Plazentaschranke. Bei einer längerdauernden Behandlung während der Schwangerschaft sind deshalb intrauterine Wachstumsstörungen nicht auszuschliessen, und bei einer Behandlung zum Ende der Schwangerschaft besteht für den Fötus das Risiko einer Atrophie der Nebennierenrinde. Daher sollte Budenofalk 3 mg, wie alle Corticosteroide, während der Schwangerschaft – und besonders in den ersten drei Monaten – nicht verabreicht werden, es sei denn dies sei eindeutig erforderlich.

Es ist nicht bekannt, ob Budesonid in die Muttermilch übergeht. Deshalb soll während der Behandlung mit Budenofalk 3 mg nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es ist keine Beeinträchtigung bekannt.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden Häufigkeitsdefinitionen werden verwendet

Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, <1/100), selten (>1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000).

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Ödeme an Beinen, Cushing Syndrom.

Nervensystem

Sehr selten: Pseudotumor cerebri (benigne intrakranielle Hypertension) bei Jugendlichen.

Gastrointestinale Störungen

Sehr selten: Verstopfung.

Muskelskelettsystem

Sehr selten: diffuse Muskelschmerzen und -schwäche, Osteoporose.

Allgemeine Störungen

Sehr selten: Müdigkeit, Malaise.

Einige unerwünschte Wirkungen sind nach Langzeitexposition aufgetreten.

Folgende Nebenwirkungen können auftreten, welche typisch für systemische Glukokortikosteroide sind. Diese hängen von der Dosierung, Therapiedauer, gleichzeitigen oder vorgängigen Behandlung mit Glukokortikosteroiden und der individuellen Empfindlichkeit ab.

Immunsystem

Gelegentlich: bei der Umstellung von systemisch wirksamen Glucocorticoiden auf das lokal wirksame Budenofalk 3 mg kann es zu einer Verstärkung bzw. zum Wiederauftreten extraintestinaler Manifestationen (vor allem an Haut und Gelenken) kommen.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Cushing-Syndrom: Vollmondgesicht, Stammfettsucht; verminderte Glukosetoleranz, Diabetes mellitus, Natriumretention mit Ödembildung, vermehrte Kaliumausscheidung, Inaktivität bzw. Atrophie der NNR, Wachstumsverzögerung bei Kindern, Störung der Sexualhormonsekretion (z.B. Amenorrhö, Hirsutismus, Impotenz).

Psychiatrische Störungen

Gelegenlich: Depressionen, Gereiztheit, Euphorie.

Augen

Gelegentlich: Glaukom, Katarakt.

Gefässe

Gelegentlich: Hypertonie, Erhöhung des Thromboserisikos, Vaskulitis (Entzugssyndrom nach Langzeittherapie).

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Magenbeschwerden, Duodenalulkus, Pankreatitis.

Haut

Gelegentlich: allergisches Exanthem, Striae rubrae, Petechien, Ekchymosen, Steroidakne, verzögerte Wundheilung, Kontaktdermatitis.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: aseptische Knochennekrose (Femur-, Humeruskopf).

Überdosierung

Bisher sind keine Fälle einer Überdosierung mit Budesonid bekannt. Aufgrund der Eigenschaften von Budenofalk 3 mg mit dem Wirkstoff Budesonid ist eine Überdosierung mit toxischen Folgeschäden äusserst unwahrscheinlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A07EA06

Wirkmechanismus

Der genaue Wirkmechanismus von Budesonid in der Behandlung des M. Crohn ist nicht bekannt. Daten von klinisch-pharmakologischen und kontrollierten klinischen Studien weisen darauf hin, dass die Wirkung von Budenofalk 3 mg Kapseln vornehmlich lokal an der Darmschleimhaut erfolgt.

Pharmakodynamik

Budesonid ist ein Glukokortikosteroid mit einem hohen lokalen entzündungshemmenden Effekt. Im Vergleich zu klinisch äquivalenten Dosen von systemischen Glucokortikosteroiden erzeugt Budesonid signifikant weniger HPA Axis Suppression und beeinflusst Entzündungsmarker weniger.

Budesonid zeigt einen dosisabhängigen Einfluss auf die Cortisol-Plasmaspiegel.

Klinische Wirksamkeit

Budenofalk 3 mg Kapseln wurden teils in offenen, mehrheitlich jedoch in doppelblinden Studien gegen systemisch wirkende Glucocorticosteroide als Standardtherapie hinsichtlich therapeutischer Wirksamkeit und Nebenwirkungsrate bei aktivem Morbus Crohn geprüft.

Eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Dosisfindungs-Studie mit Budenofalk 3 mg wurde bei insgesamt 104 Patienten während 6 Wochen durchgeführt. Die Dosis lag bei 6, 9 und 18 mg Budenofalk 3 mg täglich. Hier zeigte sich, dass bei einer Dosis von 9 mg Budenofalk 3 mg (3× 3 mg) pro Tag mit einer Remissionsrate von 55% und einer Nebenwirkungsrate von 21% das beste Nutzen/Risikoverhältnis bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Krankheitsaktivität resultierte.

In einer weiteren randomisierten, doppelblinden, multizentrisch durchgeführten Studie wurde Budenofalk 3 mg vs. 6-Methylprednisolon an insgesamt 67 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Krankheitsaktivität während 8 Wochen geprüft. Die Dosis lag bei 9 mg Budenofalk (3× 3 mg) pro Tag. Die Dosis von 6-Methylprednisolon wurde von einer Anfangsdosis von 48 mg/d in der ersten Woche stufenweise bis auf 8 mg/d in der 8. Woche reduziert. Die Remissionsraten für Budenofalk 3 mg (56%) waren am Ende dieser Studie gegenüber 6-Methylprednisolon geringer (73%), hingegen lagen die steroidbedingten Nebenwirkungsraten (29% bei Budenofalk 3 mg im Vergleich zu 70% bei 6-Methylprednisolon) für Budenofalk 3 mg günstiger.

Eine dritte randomisierte, doppelblinde und multizentrisch durchgeführte Studie mit Budenofalk 3 mg vs. Prednison wurde bei insgesamt 201 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Krankheitsaktivität während 8 Wochen durchgeführt. Die Dosis lag bei 9 mg Budenofalk (3× 3 mg) täglich, die Anfangsdosis Prednison bei 40 mg täglich während 2 Wochen mit anschliessender wöchentlicher Reduktion um 5 mg. Am Ende der Behandlungsperiode waren die Remissionsraten (51% bei Budenofalk 3 mg; 52,5% bei Prednison) äquivalent, während die steroidbedingten Nebenwirkungen bei Budenofalk 3 mg bei 44%, bei Prednison bei 66% lagen.

Die besten Resultate mit Budenofalk 3 mg zeigten sich bei der Patientengruppe mit leichten bis mittelschweren Schüben eines Morbus Crohn mit Befall des terminalen Ileums und Colon ascendens. Im Vergleich zu den systemisch wirkenden Standardsubstanzen traten unter Budenofalk 3 mg in allen Studien signifikant weniger steroidbedingte Nebenwirkungen auf.

Die Wirksamkeit einer 1× täglich verabreichten Dosis von 9 mg Budenosid (9 mg OD) im Vergleich zu einer 3× täglichen Gabe von 3 mg Budesonid (3 mg TID) wurde in einer randomisierten, doppel-blinden, double-dummy Studie an Patienten mit leicht bis mässig schwerem Morbus Crohn (200< CDAI <400) im terminalen Ileum und/oder Colon ascendens untersucht.

Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten, die nach 8 Wochen in Remission waren (CDAI <150).

Insgesamt wurden 471 Patienten in die Studie eingeschlossen (full analysis set FAS), davon 439 Patienten in die «per protocol» (PP) Analyse. Zwischen beiden Behandlungsgruppen bestanden keine relevanten Unterschiede. Bei der konfirmatorischen Analyse waren 71,3% der Patienten der 9 mg OD Gruppe und 75, 1% der Patienten in der 3 mg TID Gruppe in Remission (PP) (p: 0,01975). Damit war die Nicht-Unterlegenheit von 9 mg Budesonid in einer täglichen Einmaldosis im Vergleich zu 3× täglich 3 mg Budesonid gezeigt.

Medikations-spezifische ernste Nebenwirkungen (SAE) wurden nicht berichtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Budenofalk magensaftresistente Pellets haben eine verzögerte Freigabe von 2–3 h. Bei gesunden Probanden und Crohn-Patienten wurden Plasmaspiegel von 1–2 ng/ml nach ca. 5 h nach Einnahme von 1 Kapsel Budenofalk 3 mg vor der Mahlzeit gemessen. Die maximale Freisetzung erfolgt im terminalen Ileum und im Zökum, die grössten Entzündungsorte bei M. Crohn.

Bei Ileostomie-Patienten ist die Freisetzung von Budenofalk 3 mg vergleichbar mit gesunden Probanden oder Crohn-Patienten. Es konnte gezeigt werden, dass 30–40% des freigesetzten Budesonids im Ileostomie-Beutel gefunden wurde, was bedeutet, dass ein substanzieller Anteil Budesonid ins Colon gelangt.

Gleichzeitige Einnahme einer Mahlzeit kann die Magenpassage der Pellets um 2–3 h verzögern und die Wirkstofffreisetzung um 4–6 h verzögern, ohne die Absorptionsraten zu verändern.

Distribution

Das Verteilvolumen von Budesonid beträgt ca. 3 l/kg. Die Plasmaproteinbindung beträgt durchschnittlich 85–90%.

Metabolismus

Budesonid wird in der Leber sehr rasch verstoffwechselt (ca. 90%). Dabei entstehen zwei Hauptmetabolite, 6β-Hydroxy-Budesonid und 16α-Hydroxy-Prednisolon, deren Wirkung weniger als 1% derjenigen von Budesonid beträgt.

Elimination

Die durchschnittliche Halbwertszeit beträgt 3–4 h. Die systemische Verfügbarkeit bei gesunden Probanden wie auch bei nüchternen Patienten mit M. Crohn beträgt ca. 9–13%. Die Clearance-Rate beträgt ca. 10–15 l/min für Budesonid, gemessen mit HPLC.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Je nach Art und Schweregrad der Lebererkrankung und in Anbetracht der Tatsache, dass Budesonid via CYP3A4 verstoffwechselt wird, kann die Metabolisierung von Budesonid herabgesetzt sein. Es ist daher möglich, dass die systemische Verfügbarkeit bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion erhöht ist, wie dies auch bei Patienten mit Autoimmunhepatitis (AIH) der Fall ist.

Präklinische Daten

Präklinische Daten aus Studien der akuten, subchronischen und chronischen Toxizität mit Budesonid zeigten eine Regression der Thymusdrüsen und der Nebennieren sowie reduzierte Lymphozyten.

Budesonid zeigte in einer Reihe von in vitro und in vivo Tests keine mutagenen Wirkungen.

In Langzeitstudien an Ratten wurde eine leicht erhöhte Anzahl basophiler Leberfoci beobachtet.

Kanzerogenitätsstudien zeigten eine erhöhte Inzidenz von primären hepatozellulären Neoplasien, Astrozytomen (bei männlichen Ratten) und Mammatumoren (weibliche Ratten). Diese Tumoren entstehen wahrscheinlich durch die erhöhte metabolische Belastung der Leber und durch anabole Effekte. Diese Befunde sind auch von anderen Glukokortikosteroid-Studien an Ratten bekannt und stellen einen Klasseneffekt dar. Ähnliche Wirkungen wurden weder in klinischen Studien noch von Spontanmeldungen bekannt.

Bei trächtigen Tieren zeigte Budesonid, wie andere Glukokortikosteroide auch, Anomalien der Fötalentwicklung. Die Übertragbarkeit auf den Menschen wurde nicht untersucht (siehe auch «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerhinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

53259 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Vifor SA, 1752 Villars-sur-Glâne.

Stand der Information

Juni 2015.

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