Rohypnol Filmtabl 1 Mg M Farbzusatz 10 Stk

Rohypnol Filmtabl 1 Mg M Farbzusatz 10 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Flunitrazepamum

Hilfsstoffe: Lactosum, color. Indigotin (E 132), excipiens pro compresso obducto

Eine Filmtablette enthält 117 mg verwertbare Kohlenhydrate.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Grüne Filmtablette zu 1 mg Flunitrazepam

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Rohypnol wird für die Kurzzeittherapie von Schlafstörungen (Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und zu frühes Erwachen am Morgen) verwendet. Wie alle Hypnotika soll es nur bei Schlafstörungen von klinisch signifikantem Schweregrad eingesetzt werden.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung sollte dem Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten sowie der Art der Schlafstörung bestmöglich angepasst werden.

Generell wird immer die niedrigste wirksame Dosis über einen möglichst kurzen Zeitraum verwendet.

Es wird empfohlen, womöglich die Behandlung mit der Dosis von 0,5 mg/Tag zu beginnen und nur bei Misserfolg die Dosierung zu steigern.

Im Allgemeinen empfehlen sich folgende Dosierungen:

Erwachsene: 0,5 - 1 mg/Tag;

Betagte Patienten: 0,5 mg/Tag; Patienten mit reduziertem Allgemeinbefinden sollten zu Beginn auch mit 0,5 mg/Tag therapiert werden.

Kinder und Jugendliche: Rohypnol darf nur Erwachsenen verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).

Diese Dosen können, falls erforderlich, je nach Verträglichkeit und klinischem Erfolg, bei Erwachsenen auf 2 mg/Tag und bei betagten Patienten bis auf 1 mg/Tag gesteigert werden. Bei den meisten Patienten sind nach wenigen Tagen keine Schlafmittel mehr notwendig.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz und bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz muss die Dosis reduziert werden.

Bei Patienten mit chronischer kardiorespiratorischer Insuffizienz (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») beträgt die empfohlene Dosis 0,5 mg/Tag.

Das Arzneimittel ist unmittelbar vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Die Therapiedauer muss so kurz wie möglich sein und soll in der Regel vier Wochen (inkl. Ausschleichphase) nicht überschreiten, doch kann in gewissen Fällen eine Verlängerung der Behandlung nötig sein. Diese erfolgt jedoch nur nach wiederholter Beurteilung der Situation und der zugrunde liegenden Ursache der Schlafstörung.

Es empfiehlt sich ein ausschleichendes Absetzen von Rohypnol während 2 Wochen (= Bestandteil der Therapiedauer, siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

▪Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung

▪Myasthenia gravis

▪bekannte Allergie gegenüber Benzodiazepinen

▪schwere respiratorische Insuffizienz

▪schwere chronische Hyperkapnie

▪Patienten, die in ihrer Vergangenheit alkohol- oder drogenabhängig waren oder mit Alkohol oder Drogen Abusus betrieben oder betreiben

▪Schlafapnoe-Syndrom

▪Schlaflosigkeit bei Kindern und Jugendlichen

▪schwere Leberinsuffizienz

▪Benzodiazepine sind nicht zu empfehlen zur Behandlung von Psychosen

▪Benzodiazepine dürfen nicht alleine zur Behandlung von Depressionen oder Angstneurosen verbunden mit einer Depression eingesetzt werden. Auf die Suizid-Risiken in Verbindung mit diesen Krankheiten ist zu achten. In solchen Fällen sollte zunächst die Grundkrankheit behandelt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Gleichzeitige Anwendung von Alkohol und zentral dämpfenden Arzneimitteln

Die gleichzeitige Anwendung von Rohypnol mit Alkohol und/oder anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln sollte vermieden werden. Ein solcher gleichzeitiger Gebrauch kann potentiell zu einer Verstärkung der klinischen Effekte von Rohypnol führen (z.B. starke Sedation, klinisch signifikante Atemdepression und/oder Kreislaufdepression) (siehe «In-teraktionen»).

Anamnese von Alkohol- und Arzneimittelmissbrauch

Benzodiazepine sind nicht zur Anfangsbehandlung einer psychiatrischen Erkrankung empfohlen (siehe «Kontraindikationen»).

Bei Patienten mit chronischer respiratorischer Insuffizienz muss die Dosis aufgrund des Risikos einer Atemdepression tiefer angesetzt werden.

Auch ist bei bekannter kardiorespiratorischer Insuffizienz Vorsicht geboten, da Sedativa wie Rohypnol eine bestehende Atemdepression verstärken können (siehe auch «Kontraindikationen» und «Dosierung/Anwendung»).

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz und bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ist Vorsicht geboten (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Bei älteren Patienten mit hirnorganischen Veränderungen ist vorsichtig zu dosieren, um der erhöhten Medikamentempfindlichkeit Rechnung zu tragen.

Rohypnol Filmtabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Rohypnol Filmtabletten nicht einnehmen.

Vigilität, Reaktionsbereitschaft

Bei ungenügender Schlafdauer (weniger als 8 Stunden) ist das Risiko einer verminderten Aufmerksamkeit sowie einer anterograden Amnesie erhöht.

Abhängigkeit

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen. Dieses Risiko ist erhöht bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und bei prädisponierten Patienten, bei Patienten mit vorangegangener Diagnose eines Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauches (siehe «Kontraindikationen»). Die Entzugssymp-tomatik tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und beschränkt sich in leichteren Fällen auf Tremor, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Angst, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Es können aber auch Symptome wie Schwitzen, Muskel- und Bauchkrämpfe, Wahrnehmungsstörungen sowie in seltenen Fällen Delirien und zerebrale Krampfanfälle auftreten.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungs-dauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.

Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum zum Beispiel in der Regel nicht länger als vier Wochen) eingenommen werden. Ob eine Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden.

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Falle ein ausschleichendes Absetzen, in dem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Über Abusus und Toleranz (Verminderung der Wirkung und entsprechender Dosissteigerung nach einigen Wochen Behandlung) wurde berichtet. Amnesie und paradoxe Reaktionen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Interaktionen

Wird Rohypnol mit anderen zentral wirksamen Pharmaka vom Typus der Neuroleptika, Antidepressiva, Antiepileptika, Tranquilizer, Anxiolytika, Sedativa, Hypnotika, Antihistaminika, Analgetika (besonders Opiaten) und Anästhetika kombiniert, so ist zu beachten, dass es den zentral-sedativen Effekt dieser Präparate verstärken kann. Bei Opioid-Analgetika ist eine Steigerung der euphorisierenden Wirkung möglich, wodurch eine psychische Abhängigkeitssymptomatik verstärkt werden kann.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit zentral dämpfenden Wirkstoffen (inklusive Alkohol) können gesteigerte Effekte auf Sedation, Atmung und Kreislauf auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Rohypnol und Alkohol potenzieren sich gegenseitig. Rohypnol darf nicht zusammen mit Alkohol oder anderen Hypnotika eingenommen werden.

Siehe Abschnitt «Überdosierung» hinsichtlich Warnhinweisen für andere zentral dämpfende Arzneimittel, einschliesslich Alkohol.

Vorsicht bei gleichzeitiger Verabreichung von Substanzen, welche bestimmte Leberenzyme (insbesondere Cytochrom P450-abhängige Enzyme) hemmen, da die Hemmung dieser Enzyme die Wirkung von Rohypnol verstärken kann.

Rohypnol darf zusammen mit oralen Antidiabetika und Antikoagulantien gegeben werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Fetus. Rohypnol sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Bei der Anwendung von Benzodiazepinen während der Spätphase der Schwangerschaft oder während der Geburt können beim Neugeborenen unerwünschte Wirkungen wie Hypothermie, Hypotonie oder Atemdepression auftreten. Später kann das Neugeborene Entzugssymptome entwickeln.

Stillzeit

Der Wirkstoff von Rohypnol tritt in die Muttermilch über. In der Stillzeit soll Rohypnol nicht angewendet werden, oder es soll abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Rohypnol hat einen ausgeprägten Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit Maschinen zu bedienen.

Rohypnol soll nur unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen werden und es muss auf eine ausreichende Schlafdauer geachtet wer-den, da sonst die Aufmerksamkeit beeinträchtigt sein, sowie das Risiko, eine anterograde Amnesie zu erfahren, erhöht sein kann.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen betreffen das Nervensystem und können bei ca. 1 bis 7% der Patienten auftreten.

Organklasse

Häufigkeit

Nervensystem

-Schläfrigkeit

-Kopfschmerzen

-Schwindel

-Albträume

-Müdigkeit

-Trockener Mund

-Ataxie

-Muskelschwäche

-Verminderte Aufmerksamkeit

-Verwirrtheit

7.3%

2.9%

2.8%

1.7%

1.6%

1.2%

<1%

<1%

<1%

<1%

Augen

-Diplopie

<1%

Gastrointestinale Störungen

-Gastrointestinale Beschwerden

gelegentlich

Haut

-Hautreaktionen inkl. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Ausschlag, Angioödem und Hypotension

gelegentlich

Reproduktionssystem und Brust

-Veränderung der Libido

gelegentlich

Erfahrungen nach der Markteinführung

Immunsystem

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Ausschlag, Angioödem und Hypotension können auftreten.

Psychiatrische Störungen

Verwirrtheitszustände und unerwünschte Veränderungen des Gefühlslebens traten vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Sie sistieren normalerweise im Laufe der Therapie. Gelegentlich wird über Störungen der Libido berichtet.

Depression: eine vorbestehende Depression kann während einer Benzodiazepinbehandlung demaskiert werden.

Psychiatrische und «paradoxe» Reaktionen: paradoxe Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation, Erregbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wut, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, inadäquates Verhalten und andere unerwünschte Verhaltensformen wurden nach Einnahme von Benzodiazepinen und Benzodiazepinähnlichen Substanzen beobachtet. Diese Reaktionen können sehr ausgeprägt sein. Sie traten eher bei älteren Personen auf.

Abhängigkeit: chronischer Gebrauch kann auch bei therapeutischer Dosierung zur Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit führen. Ein abruptes Absetzen kann eine Entzugssymptomatik hervorrufen oder Reboundphänomene auslösen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Über missbräuchliche Verwendung wurde berichtet.

Nervensystem

Benommenheit während des Tages, Kopfschmerzen, Schwindel, verminderte Aufmerksamkeit und Ataxie werden am häufigsten genannt. Sie traten meist zu Beginn der Behandlung auf und sistierten im Laufe der Therapie. Eine anterograde Amnesie kann schon bei therapeutischen Dosen auftreten, wobei das Risiko bei höheren Dosen gesteigert ist. Amnestische Effekte können mit inadäquatem Verhalten einhergehen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Augen

Diplopie wurde als häufigste unerwünschte Wirkung genannt. Sie trat meist zu Beginn der Behandlung auf und sistierte im Laufe der Therapie.

Herz

Herzversagen inklusive Herzstillstand

Atmungsorgane

Atemdepression

Gastrointestinale Störungen

Über gastrointestinale Störungen wurde gelegentlich berichtet.

Haut

Über Hautreaktionen wurde gelegentlich berichtet.

Muskelskelettsystem

Muskelschwäche kann zu Beginn der Behandlung auftreten, sistierte jedoch gewöhnlich im Laufe der Therapie.

Allgemeine Störungen

Müdigkeit kann zu Beginn der Behandlung auftreten, sistierte jedoch häufig im Laufe der Therapie.

Bei Patienten, die Benzodiazepine einnehmen, wurden vermehrt Stürze und Frakturen berichtet. Das Risiko ist bei gleichzeitiger Einnahme von Sedativa (einschliesslich alkoholischer Getränke) sowie bei älteren Patienten erhöht.

Überdosierung

Symptome

Benzodiazepine führen im Falle einer Überdosis häufig zu Benommenheit, Ataxie, Dysarthrie und Nystagmus. Eine Überdosis mit Rohypnol ist selten lebensgefährlich, wenn das Arzneimittel alleine eingenommen wurde, kann aber zu Areflexie, Apnoe, Hypotension, Atem- und Kreislaufdepression sowie zum Koma führen. Tritt ein Koma ein, dauert dieses im Allgemeinen wenige Stunden, es kann aber auch langwieriger und zyklisch sein, insbesondere bei älteren Patienten. Die atemdepressiven Wirkungen von Benzodiazepinen sind bei Patienten mit Atemwegserkrankungen schwerwiegender.

Benzodiazepine erhöhen die Wirkungen anderer zentral dämpfender Substanzen, einschliesslich Alkohol.

Behandlung

Die Vitalfunktionen des Patienten überwachen und die je nach klinischem Zustand des Patienten angezeigten unterstützenden Massnahmen einleiten. Bei den Patienten kann insbesondere eine symptomatische Behandlung der kardiorespiratorischen oder zentralnervösen Wirkungen erforderlich sein.

Eine weitere Resorption sollte mit geeigneten Methoden verhindert werden, z.B. durch Behandlung mit Aktivkohle innerhalb von 1-2 Stunden. Bei benommenen Patienten ist unbedingt ein Atemwegsschutz erforderlich, falls Aktivkohle verwendet wird. Im Falle einer gemischten Einnahme mehrerer Arzneimittel kann eine Magenspülung in Betracht gezogen werden, allerdings nicht als Routinemassnahme.

Falls die ZNS-Dämpfung schwerwiegend ist, sollte die Verabreichung von Flumazenil (Anexate®), einem Benzodiazepinantagonisten, erwogen werden. Die Verabreichung sollte jedoch unter engmaschiger Überwachung erfolgen. Es können Krampfanfälle auftreten. Das Präparat besitzt eine kurze Halbwertzeit (rund eine Stunde), deshalb müssen Patienten, denen Flumazenil verabreicht worden ist, auch nach Ausklingen der Wirkungen überwacht werden. Flumazenil ist nach der Einnahme von Arzneimitteln, welche die Schwelle für Krampfanfälle senken (z.B. trizyklische Antidepressiva), mit grösster Vorsicht anzuwenden. Für weitere Informationen über die korrekte Anwendung von Flumazenil (Anexate®) soll die Fachinformation des Präparats konsultiert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05CD03

Wirkungsmechanismus, Pharmakodynamik und klinische Wirksamkeit

Flunitrazepam, die fluorierte und N-methylierte Analogsubstanz zu Nitrazepam, ist eine psychotrope Substanz aus der Klasse der 1,4-Benzodiazepine mit vorherrschend hypnotischer Wirkung und ausserdem sedierenden, anxiolytischen, muskelrelaxierenden, antikonvulsiven und die Psychomotorik verlangsamenden Effekten. Rohypnol hat eine sehr rasch einsetzende schlafvermittelnde und sedierende Wirkung von ausgeprägter Intensität. Als spezifischer GABA-Agonist bindet Flunitrazepam mit hoher Affinität an die Benzodiazepinrezeptoren BZ1 und BZ2 im ZNS. Flunitrazepam beeinflusst die GABA-ergen Transmissionen schon in wesentlich kleineren Dosen als andere Benzodiazepin-Derivate. Flunitrazepam zeigt einen dosis- und zeitabhängigen amnestischen Effekt.

Rohypnol bewirkt schon in niedrigen Dosen rasches Einschlafen; der Schlaf wird vertieft und hält 6-8 Stunden an.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Flunitrazepam praktisch vollständig absorbiert. 10-15% werden durch einen Liver-first-pass-Effekt metabolisiert, so dass die absolute Bioverfügbarkeit bei 70-90% liegt. Die maximalen Plasmakonzentrationen von Flunitrazepam liegen bei 6-11 ng/ml und erscheinen 0.75-2 Stunden nach der oralen Verabreichung einer Einzeldosis von 1 mg auf nüchternen Magen.

Effekte der Nahrungsmittelaufnahme auf die Absorption wurden nicht untersucht. Die gleichzeitige Aufnahme von Nahrung könnte die Absorption von Flunitrazepam verringern.

Die Pharmakokinetik von Flunitrazepam ist im Dosisbereich 0.5-4 mg linear.

Distribution

Die subchronische und chronische Verabreichung von Rohypnol per os führt nur zu einer leichten Kumulation von Flunitrazepam im Plasma (Kumulationsfaktor: 1.6 – 1.7). Konzentrationen im Fliessgleichgewicht werden nach 5 Tagen erreicht; danach bleiben die minimalen und maximalen Konzentrationen auch bei fortgesetzter Einnahme konstant. Die Konzentrationen im Fliessgleichgewicht des aktiven N-Desmethyl-Metaboliten sind fast identisch zur Muttersubstanz.

Das Verteilungsvolumen im Fliessgleichgewicht beträgt 3 - 5 L/kg.

Flunitrazepam wird zu 78% an Plasmaproteine gebunden.

Flunitrazepam wird schnell in die Cerebrospinalflüssigkeit aufgenommen.

Flunitrazepam durchdringt die menschliche Plazenta- und Blut-Milch-Schranke langsam und in geringem Ausmass nach einer Einzeldosis.

Metabolismus

Flunitrazepam wird im Organismus praktisch vollständig metabolisiert. Als Hauptmetaboliten entstehen 7-Amino-flunitrazepam und N-Desmethylflunitrazepam. Der Letztere ist beim Menschen pharmakolo-gisch aktiv, aber schwächer als Flunitrazepam und seine Plasmakon-zentrationen, die im Fliessgleichgewicht bei einer Dosierung von 2 mg erreicht werden, sind tiefer, als die für den Metaboliten minimal aktiven Konzentrationen.

Elimination

Beide Metaboliten werden als Glukuronide grösstenteils renal ausgeschieden. Ungefähr 80% der radioaktiv markierten Substanz werden im Urin und ca. 10% in den Faeces ausgeschieden.

Der Hauptmetabolit im Urin ist 7-Aminoflunitrazepam. Weniger als 2% der Dosis werden renal als unveränderte Substanz und als N-Desmethylflunitrazepam ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertzeit von Flunitrazepam liegt zwischen 16 und 35 Stunden. Die Eliminationshalbwertzeit von 7-Amino-flunitrazepam beträgt 10 bis16 Stunden, diejenige von N-Desmethylflunitrazepam 28 Stunden.

Die totale Plasmaclearance beträgt 120 - 140 ml pro Minute.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Alter

Die Pharmakokinetik unterscheidet sich bei älteren Patienten nicht.

Nierenfunktionsstörungen

Bei niereninsuffizienten Patienten kumulieren die Metaboliten nach wie-derholter Gabe etwas stärker als bei Nierengesunden. Die Dosis muss daher reduziert werden.

Präklinische Daten

Karzinogenität

Karzinogenitätsstudien von zwei Jahren Dauer sind mit Mäusen und Ratten durchgeführt worden, denen orale Dosen von bis zu 25 bzw. 50 mg/kg/Tag verabreicht wurden. Die histopathologische Untersuchung verschiedener Gewebeproben aus den zwei Studien ergab keine offenkundigen Hinweise auf eine karzinogene Wirkung von Flunitrazepam.

Mutagenität

Flunitrazepam ist in einer Reihe von Genotoxizitätstests mit Bakterien und Säugern auf eine mutagene Wirkung hin untersucht worden. Während bei den Bakterien eine mutagene Wirkung festgestellt wurde, liefer-ten die Tests mit Säugerzellen in vitro und in vivo keine Hinweise auf eine genotoxische Wirkung. Die Wirkung auf Bakterien wird für Expositi-onsbedingungen beim Menschen als nicht relevant eingestuft.

Fertilitätsstörungen

Studien mit Ratten, denen Dosen von bis zu 25 mg/kg/Tag verabreicht wurden, ergaben keine unerwünschten Wirkungen auf die Fertilität und die frühen embryonalen Entwicklungsstadien.

Teratogenität

Studien mit Ratten (Dosierung bis zu 25 mg/kg/Tag), Kaninchen (Dosierung bis zu 5 mg/kg/Tag) und Mäusen (Dosierung bis zu 100 mg/kg/Tag) ergaben selbst in schlafinduzierenden Dosen keine teratogene Wirkung von Flunitrazepam.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Nicht zutreffend

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C lagern.

Hinweise für die Handhabung

Nicht zutreffend

Zulassungsnummer

54'959 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

CPS Cito Pharma Services GmbH, 8610 Uster

Stand der Information

September 2014

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