Kuenzle Abfuehrtee Btl 20 Stk

Kuenzle Abfuehrtee Btl 20 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Sennesfrüchte 33,3%, Fenchelfrüchte süss 20%, Anisfrüchte 16,6%, Korianderfrüchte 16,6%, Kümmelfrüchte 6,6%, Süssholzwurzel 6,6%.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kräuterteemischung in getrockneter und fein geschnittener Qualität in Doppelkammerbeutel entspr. 13 mg. Hydroxyanthracenderivate, pro Teebeutel, berechnet als Sennosid B.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kurzfristige Behandlung von gelegentlicher Verstopfung (z.B. Kostumstellung, Ortwechsel oder Bettruhe). Erkrankungen, bei denen kurzfristig eine leichte Defäkation mit weichem Stuhl erwünscht ist.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: 1-bis 2 Tassen (1 Filterbeutel pro Tasse) abends vor dem Schlafengehen warm trinken. Wirkungseintritt nach ca. 8-10 Stunden.

Kontraindikationen

Bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (entzündliche Erkrankungen des Darmes und des Magens, wie z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Appendizitis, abdominale Schmerzen unbekannter Ursache, darf das Präparat nicht eingenommen werden. Kleinkinder sowie Überempfindlichkeit gegen die Bestandteile.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren darf nur auf ärztliche Verordnung erfolgen. Die wahllose Einnahme von Laxantia (> 2 Wochen) kann zu Gewöhnung führen. Missbrauch mit nachfolgenden Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten (zu hohe Dosierung die zu einem flüssigen Stuhl führen) kann unerwünschte Folgen nach sich ziehen: Abhängigkeit, eventuell verbunden mit der Notwendigkeit zur Dosissteigerung, eine Störung des Wasser- und Elektrolythaushaltes (hauptsächlich Hypokaliämie) sowie ein atonisches Colon mit beeinträchtigter Funktion.

Interaktionen

Aufgrund der möglichen Hypokaliämie (insbesondere bei Langzeitgebrauch) sind Interaktionen mit Digitalisglykosiden (Verstärkung der Toxizität), Antiarrhythmica vom Typ I (proarrhythmische Wirkung) und gewissen Antihistaminika wie Terfenadin (Arrhytmien) zu erwarten. Bei gleichzeitiger Gabe von anderen Arzneimitteln, die eine Hypokaliämie nach sich ziehen (z.B. Diuretika,Kortikosteroide), wird diese verstärkt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Das Präparat sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei zwingender Indikation in der empfohlenen Dosierung angewendet werden. Es gibt keine Hinweise für eine Stimulation der Uterusaktivität oder für embryotoxische Wirkung. Obwohl Spuren der Metaboliten in der Muttermilch erscheinen, sind laxative Wirkungen beim gesunden Säugling unwahrscheinlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Kein Einfluss

Unerwünschte Wirkungen

Nebenwirkungen sind bei vorgeschriebener Dosierung von Anthrachinondrogen auf eine zu starke, unerwünschte abführende Wirkung beschränkt, die von Schmerzen im Unterleib (Blähungen, Krämpfe, Durchfälle) begleitet sein kann. In diesen Fällen ist die Dosis zu reduzieren. Der Harn kann nach Einnahme dieser Laxantien eine intensive Färbung aufweisen. Die gelbe oder rote (pH-abhängige) Verfärbung des Urins durch Metaboliten ist harmlos. Der chronische Gebrauch kann die Pigmentierung des Colons (Pseudomelanosis coli) verursachen, die harmlos ist und sich nach Unterbrechung der Behandlung zurückbildet.

Überdosierung

Symptome:

Bei starker Überdosierung sind Krämpfe und Diarrhöen mit Flussigkeits- und Elektrolytverlusten zu erwarten, die ersetzt werden sollten.

Therapie:

Reichliche Gabe von Adsorbentien (carbo medicinalis) und Ausgleich der Wasser- und Elektrolytverluste (speziell Kalium und Natrium) sowie die Überwachung des Herzkreislauftsystems sichern, symptomatische Behandlung mit Spasmolytika bei abdominalen Krämpfen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code AO6AB56

Wirkungsmechanismus

Anthracenderivate induzieren eine aktive Sekretion von Elektrolyten und Wasser in das Darmvolumen, und sie hemmen die Resorption von Elektrolyten und Wasser aus dem Dickdarm. So wird über eine Volumenzunahme des Darminhaltes der Füllungsdruck im Darm verstärkt und die Darmperistaltik angeregt. Der Eintritt der Wirkung erfolgt normalerweise ca. 8-10 Stunden nach Einnahme.

Pharmakokinetik

Für dieses Präparat liegen keine Daten vor.

Gemäss Literatur werden die verabreichten Hydroxyanthracenderivate erst nach der Spaltung der Glykosidbindungen im Darm und nachdem sie von Bakterien zu Anthronen bzw. Anthranolen reduziert wurden, wirksam. Deshalb Wirkungseintritt nach etwa 8-10 Stunden. Die Hauptmenge der Anthrachinonderivate wird über die Faeces ausgeschieden. Nur geringe Mengen der wasserlöslichen Glykoside werden im oberen Bereich des Darmtraktes resorbiert, in der Leber ab- und umgebaut und als Glucuronide oder Sulfate mit der Galle oder über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden, infolgedessen dieser, je nach Acidität, gelb oder braun gefärbt sein kann .

Präklinische Daten

Keine Daten wurden durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Keine Daten wurden durchgeführt.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die mögliche Verfärbung des Harnes kann die Auswertung diagnostischer Tests beeinträchtigen.

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis auf der Packung mit «Verwendbar bis» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Künzle's Abführtee soll trocken und bei Temperaturen unter 25°C gelagert werden.

Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

56197 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Kräuterpfarrer Künzle AG, CH-6572 Magadino

Stand der Information

Dezember 2002

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.