Muse Urethrastab 500 Mcg 6 Stk

Muse Urethrastab 500 Mcg 6 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Alprostadilum.

Hilfsstoffe: Polyethylenglycol 1450, excip. ad gelatum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Urethrastab.

Alprostadilum 250 µg, 500 µg oder 1000 µg pro praeparat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

  1. Behandlung von Erektionsstörungen.
  2. Als Adjuvans zur Beurteilung der vaskulären Penisfunktion mit Hilfe der Doppler-Duplex-Ultrasonographie.

Dosierung/Anwendung

1. Behandlung von Erektionsstörungen

Beginn der Behandlung: Jeder Patient muss von einem Arzt über die korrekte Anwendung von Muse instruiert werden. Während der Dosisfindung muss der Patient auf eventuelle Symptome einer Hypotonie überwacht werden. Danach soll die tiefste noch wirksame Dosierung, d.h. jene Dosis, die zu einer für den Geschlechtsverkehr ausreichenden Erektion führt, verschrieben werden.

Die empfohlene Initialdosis beträgt 500 µg. Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosierung auf 1000 µg erhöht oder auf 250 µg vermindert werden, bis beim Patienten ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt wird. Es dürfen innerhalb von 24 h maximal 2 Dosen verabreicht werden, wobei eine tägliche Dosis von 1000 µg nicht überschritten werden sollte. Nachdem sich der Arzt davon überzeugt hat, dass der Patient das Verfahren mühelos und zuverlässig anwenden kann, wird ihm die geeignete Dosis für die Anwendung zu Hause verschrieben.

Korrekte Art der Applikation: Unmittelbar vor der Anwendung sollte der Patient Wasser lassen und seinen Penis leicht ausschütteln, um den noch verbliebenen Urin zu entfernen. Eine feuchte Harnröhre erleichtert die Anwendung von Muse und ist zur Auflösung des Präparates erforderlich.

Den Folienbeutel öffnen und Muse aus dem Beutel gleiten lassen. Den Beutel zur Entsorgung des Muse-Applikators aufbewahren. Die Schutzkappe vom Applikatorstiel abnehmen, indem man den Applikatorkörper festhält und ihn dann durch Drehen und Ziehen von der Schutzkappe trennt. Vermeiden Sie, auf den Applikatorknopf zu drücken oder den Applikatorstiel und die Spitze zu berühren. Prüfen Sie Muse und das Wirkstoffpellet am Ende des Stiels. Heben Sie die Schutzkappe auf, um später den Muse-Applikator entsorgen zu können. Der Penis sollte beim sitzenden oder stehenden Patienten nach oben gezogen und auf seine volle Länge gedehnt werden (dies ist erforderlich, um die Harnröhre in eine gerade Position zu bringen). Langsam den Stiel bis zur Manschette in die Harnröhre einführen. Kommt es zu einem unangenehmen Gefühl oder zu einem Ziehen, den Applikator ein wenig zurückziehen und dann vorsichtig wieder einführen.

Nach Einführen des Applikators den Knopf oben bis zum Anschlag langsam hinunterdrücken. Dies ist wichtig, damit das Präparat vollständig freigesetzt wird. Den Applikator in dieser Position 5 Sekunden lang halten. Den Applikator dann langsam hin und her bewegen und ihn anschliessend herausziehen, während der Penis nach oben zeigt. Wird zuviel Druck ausgeübt, kann die Harnröhrenwand verletzt werden, so dass es zu einer Blutung kommt. Nach Herausziehen des Applikators sich an der Spitze des Stiels vergewissern, dass das Präparat auch tatsächlich in die Harnröhre abgegeben wurde. Sollte noch eine geringe Menge des Präparates am Ende des Applikators zurückgeblieben sein, den Applikator wieder vorsichtig in die Harnröhre einführen und den Vorgang wiederholen. Anschliessend den Penis nach oben halten und auf seine volle Länge dehnen; ihn dann fest zwischen den Händen mindestens 10 Sekunden lang rollen. Sollte der Patient ein Brennen verspüren, wird empfohlen, den Penis weitere 30–60 Sekunden oder bis zum Verschwinden des Brennens zu rollen. Nach Verabreichung von Muse sollte der Patient 10 Minuten lang sitzen, stehen oder gehen, bis es zu einer Erektion kommt.

Die Schutzkappe wieder auf den leeren Muse-Applikator setzen, diesen in den geöffneten Folienbeutel stecken, der dann gefaltet und mit dem normalen Haushaltsmüll entsorgt wird.

Zu einer Behandlungsdauer von mehr als 1 Jahr liegen nur beschränkte Erfahrungen vor.

2. Als Adjuvans zur Beurteilung der vaskulären Penisfunktion mit Hilfe der Doppler-Duplex-Ultrasonographie

Muse kann als Adjuvans zur Beurteilung der vaskulären Penisfunktion mit Hilfe der Doppler-Duplex-Ultrasonographie angewandt werden. Wie nachgewiesen werden konnte, hat eine Muse-Dosis von 500 µg eine vergleichbare Wirkung auf die Penisarteriendilatation und auf den maximalen systolischen Geschwindigkeitsfluss wie 10 µg intrakavernös injiziertes Alprostadil. Der Patient sollte solange in der Praxis/Klinik bleiben, bis sich die Erektion zurückgebildet hat.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Ältere Patienten

Muse wurde bei älteren Patienten nicht speziell untersucht. Es sind jedoch aufgrund der bisherigen Erfahrungen wahrscheinlich keine Dosisanpassungen erforderlich.

Frauen und Kinder

Das Präparat darf von Frauen und Kindern nicht angewendet werden.

Niereninsuffizienz

Muse wurde bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Leberinsuffizienz

Muse wurde bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden. Aufgrund des Metabolisierungsweges von Alprostadil sind jedoch vermutlich keine Dosisanpassungen erforderlich.

Kontraindikationen

Muse darf bei männlichen Patienten mit folgenden Erkrankungen nicht angewendet werden:

Abnorme Penisanatomie (Urethrastriktur, Penisdeviation, schwere Hypospadie oder schwere Kurvatur), Balanitis, akute oder chronische Urethritis.

Erkrankungen mit einem erhöhten Priapismusrisiko (Sichelzellenanämie oder ererbte Disposition, Thrombozythämie, Polyzythämie, multiples Myelom; Disposition für Thrombose).

Muse sollte bei männlichen Patienten, bei denen eine sexuelle Aktivität nicht ratsam ist, nicht angewendet werden.

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Alprostadil oder einem anderen Bestandteil des Arzneimittels.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Zugrundeliegende medizinische Ursachen der Erektionsstörung, die behandelbar sind, sollten vor Einleitung der Muse-Behandlung diagnostiziert und entsprechend therapiert worden sein.

Ein inkorrektes Einführen von Muse kann zu einer Verletzung der Harnröhrenschleimhaut und zu kleineren Harnröhrenblutungen führen. Antikoagulierte Patienten wurden mit Muse sicher behandelt. Trotzdem sollte bei Patienten, die mit Antikoagulantien behandelt werden oder Blutungsstörungen aufweisen, vor der Anwendung von Muse das Nutzen-Risiko-Verhältnis individuell abgeschätzt werden, da ein erhöhtes Risiko in Bezug auf Harnröhrenblutungen bestehen kann.

Patienten, bei denen eine Erektion länger als vier Stunden andauert, müssen sich sofort bei ihrem behandelnden Arzt melden, damit eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann.

Es wird daher empfohlen, dem Patienten eine Telefonnummer des behandelnden Arztes oder einer spezialisierten urologischen Klinik mitzuteilen. Bereits bei der Einleitung der Behandlung soll der Arzt die eventuell nötige Intervention bestimmen. Verlängerte Erektionen können das erektile Gewebe des Penis zerstören und zu einer irreparablen Impotenz führen.

Bei klinischen Versuchen mit Muse wurden selten Priapismus (rigide Erektionen ≥6 Stunden) und länger anhaltende Erektionen (rigide Erektionen von 4 Stunden und <6 Stunden) angegeben. Dennoch stellen diese Zwischenfälle ein mögliches Risiko der pharmakologischen Therapie dar. Bei Patienten mit Priapismus ist die Dosis gegebenenfalls zu reduzieren bzw. die Behandlung vollständig abzubrechen.

Bei Patienten, die aufgrund verlängerter Erektionen mit α-adrenergen Substanzen behandelt werden müssen, kann bei gleichzeitiger Monoamino-Oxydasehemmer-Therapie eine hypertensive Krise ausgelöst werden (siehe Kapitel «Überdosierung»).

Selten wurde bei Patienten, welche Muse anwendeten, über fibrotische Veränderungen im Penis berichtet. Ein Kausalzusammenhang ist nicht definitiv belegt. Trotzdem muss, insbesondere bei Langzeittherapie, mit dem Auftreten solcher Veränderungen gerechnet werden.

Es liegen keine Daten über die Anwendung von Muse bei Patienten mit Penisimplantaten vor.

Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass es nach Applikation des Muse-Urethrastabs zu einer Hypotonie kommen kann. In einigen Fällen wurden Synkopen beobachtet, diese traten in der Regel innerhalb einer Stunde nach Applikation auf. Die unerwünschten Kreislaufwirkungen wurden überwiegend bei der medizinisch überwachten Behandlung beobachtet (d.h. zu Therapiebeginn) und wurden bei der Anwendung zuhause seltener angegeben.

Patienten und ihre Partner sollten darüber informiert werden, dass Muse keinen Schutz gegenüber der Übertragung sexuell übertragbarer Krankheiten bietet. Sie sollten über Schutzmassnahmen informiert werden, die erforderlich sind, um sich vor der Verbreitung sexuell übertragbarer Erreger, einschliesslich HIV, zu schützen. Die Anwendung von Muse greift Kondome nicht an.

Da unter Gabe von Muse kleinere Mengen von Alprostadil zum natürlich vorkommenden PGE1 gelangen können, das bereits im Samen vorhanden ist, wird empfohlen, bei Frauen im gebärfähigen Alter eine geeignete Kontrazeption anzuwenden. Muse sollte nicht verabreicht werden, wenn die Partnerin schwanger ist, es sei denn, ein Kondom wird benutzt.

Patienten sind darauf hinzuweisen, dass keinerlei Erfahrungen bei der Anwendung von Muse bei Homosexuellen zur Verfügung stehen. Sämtliche hier aufgeführten Erfahrungswerte beziehen sich auf vaginalen Geschlechtsverkehr.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Interaktionsstudien mit Alprostadil wurden nicht durchgeführt. Aufgrund der Art der Metabolisierung von Alprostadil sind pharmakokinetische Interaktionen unwahrscheinlich.

Pharmadynamische Interaktionen

Systemische Wechselwirkungen sind aufgrund der niedrigen Alprostadil-Konzentration im peripheren Kreislauf unwahrscheinlich, jedoch könnte die Anwendung von Arzneimitteln, die sich auf die Erektionsfunktion negativ auswirken, die Reaktion auf Muse beeinflussen. Abschwellende Präparate und Appetitzügler können die Wirkung von Muse verringern.

Bei Patienten unter Antikoagulantien oder solchen mit Blutungsstörungen kann u.U. das Risiko einer Harnröhrenblutung erhöht sein (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten, welche blutdrucksenkende Mittel in Kombination mit Muse einnehmen, können ein erhöhtes Risiko für hypotone Reaktionen haben. In seltenen Fällen wurde bei Patienten, welche gleichzeitig Muse anwendeten und vasoaktive Arzneimittel einnahmen, über Hypotonie oder Synkopen berichtet. Dieser Effekt kann bei älteren Patienten häufiger auftreten und sollte auch bei der Beurteilung der Fahrtüchtigkeit berücksichtigt werden.

Die Anwendung von Muse bei Patienten mit Penisimplantaten wurde bisher nicht untersucht.

Schwangerschaft/Stillzeit

Durch Muse können kleine Mengen Alprostadil zu dem im Samen natürlich vorkommenden PGE1 hinzukommen. Falls die Partnerin schwanger ist, sollte deshalb beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzt werden, um eine Reizung der Vagina und ein Risiko für den Fetus zu vermeiden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Da insbesondere während der Titrationsphase selten Schwindel und Synkopen auftraten, ist ein potentielles Risiko nicht auszuschliessen. Patienten sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass beim Auftreten von Hypotension und Synkopen das Reaktionsvermögen im Strassenverkehr und beim Arbeiten an Maschinen beeinträchtigt wird.

Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit angegeben, welche unter der Anwendung von Muse in klinischen Studien und/oder nach der Marktzulassung beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert:

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000), nicht bekannt: basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Tachykardie.

Gefässerkrankungen

Häufig: Symptomatische Hypotonie (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gelegentlich: Synkopen.

Selten: Anschwellen der Beinvenen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Schmerzen in den Beinen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Penisschmerzen (32%).

Häufig: Hodenschmerzen.

Selten: Perineale Schmerzen, fibrotische Veränderungen des Penis (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Beim Patienten selbst

Sehr häufig: Brennen der Harnröhre (12%).

Häufig: kleinere Harnröhrenblutungen.

Bei der Partnerin

Häufig: Juckreiz oder Brennen im Bereich der Vagina. Es ist nicht bekannt, ob dies in einem Kausalzusammenhang mit der Anwendung von Muse steht oder eine Folge der Wiederaufnahme des Geschlechtsverkehrs darstellt.

Überdosierung

Symptomatik

Bei einer Überdosierung mit Alprostadil kann es zu symptomatischer Hypotonie, anhaltenden Penisschmerzen und in seltenen Fällen zu Priapismus kommen. Die Patienten sollten bis zum vollständigen Verschwinden der Symptomatik unter ärztlicher Kontrolle bleiben.

Behandlung des Priapismus

Sollte es zu einer länger anhaltenden Erektion von mehr als 4 Stunden kommen, so muss der Patient den Arzt aufsuchen. Folgende Massnahmen können ergriffen werden:

  1. Der Patient sollte auf dem Rücken oder auf der Seite liegen. Zwei Minuten lang eine Eispackung auf jeden der inneren Oberschenkel legen (dies kann einen Reflex bewirken, der die Venenklappen öffnet). Sollte es nach 10 Minuten zu keiner Reaktion kommen, die Behandlung abbrechen.
  2. Erweist sich diese Behandlung als unwirksam und hält die ständige Erektion länger als 6 Stunden an, sollte eine Aspiration des Blutes aus den Schwellkörpern durchgeführt werden. Unter aseptischen Bedingungen wird eine 19–21er Butterfly-Nadel in das Corpus cavernosum eingeführt und 20–50 ml Blut aspiriert. Auf diese Weise kann der Penis abschwellen. Falls erforderlich kann diese Massnahme an der anderen Seite des Penis wiederholt werden.
  3. Tritt keine Besserung ein, wird eine intrakavernöse Injektion eines α-adrenergenen Präparates empfohlen. Blutdruck und Puls sollen hierbei ständig überwacht werden. Extreme Vorsicht ist bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit, unkontrollierter Hypertonie oder zerebraler Ischämie geboten sowie bei Patienten, die Monoaminoxidasehemmer einnehmen. In letzterem Fall müssen Einrichtungen zur Behandlung einer hypertensiven Krise vorhanden sein. Eine Lösung aus 200 µg/ml Phenylephrin sollte zubereitet und jeweils 0,5–1,0 ml dieser Lösung alle 5–10 Minuten injiziert werden. Alternativ kann eine Lösung aus 20 µg/ml Adrenalin verwendet werden. Falls erforderlich, kann sich eine weitere Aspiration von Blut durch dieselbe Butterfly-Nadel anschliessen. Die maximale Phenylephrin-Dosis sollte 1 mg, die maximale Adrenalin-Dosis 100 µg (5 ml der Lösung) nicht überschreiten. Auch bei diesen Massnahmen ist ein laufendes Monitoring von Blutdruck und Puls unbedingt erforderlich.
  4. Alternativ kann Metaraminol angewendet werden, es ist jedoch zu bedenken, dass in diesem Zusammenhang tödliche Hypertoniekrisen angegeben wurden.

Sollte der Priapismus auch nach dieser Massnahme noch anhalten, ist der Patient sofort in chirurgische Behandlung zu geben.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G04BE01

Muse ist ein steriles, transurethrales Einmal-Anwendungssystem, bei dem der männlichen Harnröhre Alprostadil zugeführt wird.

Alprostadil ist in Polyethylenglycol suspendiert und liegt in Form eines Urethral-Stabs (Durchmesser 1,4 mm, Länge 3 mm oder 6 mm) vor, der in der Spitze des Polypropylen-Applikators enthalten ist.

Alprostadil ist chemisch mit Prostaglandin E1 identisch; seine Wirkung umfasst u.a. eine Relaxation der glatten Muskulatur der Schwellkörper, eine Vasodilatation der Blutgefässe in den erektilen Geweben der Corpora cavernosa sowie einen Durchblutungsanstieg in der Schwellkörperarterie, was zu einer Erektion des Penis führt.

In einer publizierten Studie wurde jeweils die niedrigste intraurethral applizierte Alprostadil-Dosis bestimmt, welche zu einer ausreichenden Erektion führte. Diese Dosis lag für 1% der Patienten bei 125 µg, für 27% bei 250 µg, für 32% bei 500 µg und für 6% bei 1000 µg. Bei den übrigen 34% der Patienten konnte auch mit der höchsten zugelassenen Dosierung keine für eine Penetration ausreichende Erektion erreicht werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Ca. 80% des über Muse verabreichten Alprostadils werden innerhalb von 10 Minuten über die Harnröhrenschleimhaut resorbiert.

Metabolismus

Alprostadil wird lokal und im Pulmonalkapillarbett rasch metabolisiert. Daher sind die peripheren Plasmakonzentrationen niedrig bis nicht nachweisbar.

Elimination

Die Halbwertszeit von Alprostadil beträgt weniger als 10 Minuten. Die Metaboliten werden über den Urin (90% innerhalb von 24 Stunden) und im Stuhl ausgeschieden. Es gibt keinen Hinweis für eine Gewebsretention von Alprostadil oder seinen Metaboliten.

Präklinische Daten

Bei Ratten wurde nach hohen Prostaglandin E1-Dosen eine erhöhte Zahl fetaler Resorptionen festgestellt, was vermutlich auf Stress der Muttertiere beruhte. Hohe Alprostadil-Konzentrationen (400 µg/ml) hatten keine Wirkungen auf die Motilität oder Lebensfähigkeit menschlicher Spermien in vitro. Bei Kaninchen wurde nach der höchsten untersuchten intravaginalen Dosis von 4 mg keine Schädigung der Feten und keine Wirkung auf die Fortpflanzungsfunktion beobachtet.

Bei der Mehrzahl der in vitro und in vivo Untersuchungen zur Genotoxizität von Alprostadil erhielt man negative Ergebnisse. Dabei handelte es sich um einen Mutagenitätstest an Bakterien (Ames-Test mit Salmonella typhimurium), die unplanmässige DNA-Synthese bei primären Rattenhepatozyten, den HPRT-Genmutationstest an Ovarialzellen des chinesischen Hamsters, den alkalischen Eluations-Test, den Schwesterchromatidaustausch-Test (alle in vitro Tests) sowie den Mikronukleustest bei Maus und Ratte (in vivo Tests).

In zwei weiteren in vitro-Untersuchungen, dem Maus-Lymphom-Vorwärtsmutationstest und dem Chromosomenaberrationstest an Ovarialzellen des chinesischen Hamsters, ergaben sich mit Alprostadil grenzwertig positive bzw. positive Ergebnisse hinsichtlich einer Chromosomenschädigung.

Im Hinblick auf die Vielzahl negativer Ergebnisse und das Fehlen von Hinweisen auf Gentoxizität bei zwei in vivo Tests ist es zweifelhaft, ob den positiven Befunden in den beiden letztgenannten in vitro Untersuchungen eine relevante biologische Bedeutung zukommt.

Insgesamt ist das Risiko einer genotoxischen Wirkung beim Menschen nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht vollständig auszuschliessen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ungeöffnete Folienbeutel im Kühlschrank bei 2–8 °C aufbewahren. Nicht über 30 °C lagern. Muse kann über einen Zeitraum von max. 14 Tagen vor Anbruch bei Temperatur nicht über 30 °C gelagert werden.

Die Beutel bestehen aus Folie/Laminat, die Applikatoren aus strahlungsresistentem Polypropylen für medizinische Zwecke.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

54525 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Stand der Information

März 2015.

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