Cedax Susp 36 Mg/ml 30 Ml

Cedax Susp 36 Mg/ml 30 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Kapseln

Wirkstoff: Ceftibutenum anhydricum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro capsula.

Pulver zur Herstellung einer Suspension

Wirkstoff: Ceftibutenum anhydricum.

Hilfsstoffe: Saccharum, Aromatica, Conserv.: Natrii benzoas (E 211); Excipiens ad pulverem corresp. suspensio reconstituta.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Kapsel enthält 400 mg Ceftibuten.

1 Flasche zu 30 ml und 60 ml enthält 1080 mg resp. 2160 mg Ceftibuten was nach Zubereitung der Suspension einer Konzentration von 36 mg/ml entspricht. 1 ml gebrauchsfertige Suspension enthält 200,8 mg Saccharose.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Cedax kann zur Behandlung der folgenden Infektionen, sofern sie durch empfindliche Keime verursacht werden, eingesetzt werden:

  • Infektionen des oberen Respirationstraktes, einschliesslich Pharyngitis, Tonsillitis, akute Sinusitis und Scharlach bei Erwachsenen und/oder Kindern, Otitis media bei Kindern.
  • Infektionen des unteren Respirationstraktes, wie akute exazerbierende chronische Bronchitis bei Erwachsenen.

Für Infekte mit Penicillin-resistenten Pneumokokken ist Cedax nicht das Mittel der Wahl (hohe MHK90).

  • Harnwegsinfekte bei Erwachsenen und Kindern.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Erwachsene

Für Infektionen des Respirationstraktes und Harnwegsinfekte wird 1 Kapsel von 400 mg Cedax 1-mal täglich empfohlen.

Kinder

Für Kinder wird die orale Suspension empfohlen. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 9 mg Ceftibuten/kg Körpergewicht/Tag (siehe Tabelle), wobei die Tagesdosis von maximal 400 mg nicht überschritten werden sollte.

Kinder mit einem Körpergewicht über 45 kg oder älter als 12 Jahre können die empfohlene Erwachsenendosis erhalten.

Körpergewicht

Alter

Tagesdosis

5 kg

6 Monate

45 mg

10 kg

1-2 Jahre

90 mg

20 kg

6-7 Jahre

180 mg

40 kg

11-12 Jahre

360 mg

>45 kg

>12 Jahre

400 mg

Säuglinge

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cedax bei Säuglingen unter dem 6. Lebensmonat wurden noch nicht ausreichend untersucht.

Geriatrische Patienten

Für Patienten dieser Altersgruppe gelten die Dosierungsempfehlungen für Erwachsene mit normaler Nierenfunktion.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei renaler Insuffizienz

Die Pharmakokinetik von Cedax ist bei Patienten mit normaler Nierenfunktion und bei leichten bis mittleren Nierenfunktionsstörungen kaum verändert, so dass eine Dosismodifikation lediglich bei einer Kreatinin-Clearance von unter 50 ml/min erforderlich ist. Richtlinien zur Dosismodifikation bei dieser Patientengruppe entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle.

Tabelle: Modifikation der Cedax-Dosis bei erwachsenen Patienten mit Nierenfunktionsstörungen:

Kreatinin-Clearance (ml/min)

≥50

30-49

5-29

Cedax-Dosis pro 24 Std.

400 mg

200 mg

100 mg

Bevorzugt man stattdessen eine Anpassung der Dosierungshäufigkeit, dann kann man bei einem Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 30-49 ml/min alle 48 Stunden (2 Tage) bzw. bei einer Kreatinin-Clearance von 5-29 ml/min jeweils alle 96 Stunden (4 Tage), eine Cedax-Dosis von 400 mg verabreichen.

Patienten unter Hämodialyse

Cedax ist leicht dialysierbar. Bei Dialyse-Patienten, die zwei- oder dreimal wöchentlich dialysiert werden, sollte unmittelbar nach jeder Dialysebehandlung eine Einmaldosis von 400 mg Cedax verabreicht werden.

Therapiedauer

Die Behandlungsdauer schwankt in der Regel zwischen fünf und zehn Tagen. Zur Behandlung von Infektionen durch Streptococcus pyogenes sollte Cedax in der empfohlenen Dosierung über mindestens 10 Tage verabreicht werden.

Anwendung

Cedax sollte möglichst vor oder nach (ca. 1-2 Stunden) den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Kapseln sind unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) zu schlucken. Die aus dem Pulver zubereitete Suspension (siehe «Sonstige Hinweise – Hinweise für die Handhabung») wird mit Hilfe der beiliegenden Dosierspritze unverdünnt eingenommen. Bei magenempfindlichen Patienten empfiehlt sich die Einnahme nach dem Essen.

Kontraindikationen

Cedax ist bei Patienten mit bekannter Cephalosporinallergie oder Überempfindlichkeit gegenüber einem der Hilfsstoffe kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Antibiotika der Cephalosporingruppe sollten bei Patienten mit bekannter Penicillinallergie oder dem Verdacht auf eine solche Allergie nur mit äusserster Vorsicht verabreicht werden. Etwa 5% der Patienten mit nachgewiesener Penicillinallergie entwickeln eine Kreuzreaktion gegenüber Antibiotika der Cephalosporingruppe. Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) wurden vereinzelt beschrieben, wobei die Patienten sowohl Penicilline als auch Cephalosporine verabreicht bekamen. Falls eine allergische Reaktion unter Cedax auftritt, sollte die Therapie sofort wieder abgesetzt werden und entsprechende Massnahmen eingeleitet werden. Bei einer schweren Anaphylaxie ist eine adäquate Notfallbehandlung gemäss des klinischen Zustandes indiziert.

Unter der Behandlung mit Antibiotika wie Cedax kann die Veränderung der Darmflora zu einer antibiotikabedingten Diarrhöe, u.a. auch zu einer durch das Toxin von Clostridium difficile ausgelösten pseudomembranösen Colitis führen. Entweder während oder nach der antibiotischen Behandlung kann eine mittelschwere bis schwere oder gar lebensbedrohliche Diarrhöe mit oder ohne Dehydratation auftreten. Bei jedem Patienten, bei dem unter der Behandlung mit einem Antibiotikum wie Cedax eine persistierende Diarrhöe festgestellt wird, sollte diese Diagnose auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden. Orales Vancomycin gilt als Mittel der Wahl.

Bei Personen mit anamnetisch bekannten schweren Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes (chronische Colitis) sollte Cedax mit Vorsicht verordnet werden.

Interaktionen

Interaktionsstudien wurden für Cedax und folgende Substanzen durchgeführt: hoch dosiertes Aluminium-Magnesium Antacid, Ranitidin und intravenös verabreichtes Theophyllin. Signifikante Interaktionen wurden bis anhin nicht beobachtet. Der Effekt von Cedax auf den Plasmaspiegel oder die Pharmakokinetik von oral verabreichtem Theophyllin ist nicht bekannt. Weitere signifikante Interaktionen wurden bis jetzt nicht berichtet.

Cephalosporin, einschliesslich Ceftibuten, kann in seltenen Fällen die Prothrombinaktivität herabsetzen, besonders bei Patienten, die vorgängig mit oralen Antikoagulantien stabilisiert wurden. Bei Risikopatienten sollte die Prothrombinzeit oder der International Normalized Ratio (INR) überwacht werden und nach Bedarf exogenes Vitamin K verabreicht werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung. Es wurden keine entsprechenden kontrollierten Studien an Schwangeren durchgeführt, und die Anwendung des Präparates während der Schwangerschaft ist deshalb mit Vorsicht zu handhaben.

Stillzeit

Obschon Ceftibuten sich nach einer einmaligen oralen Gabe von 200 mg in der Milch stillender Mütter nicht nachweisen lässt, sollte das Präparat während der Stillzeit vorsichtshalber nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund möglicher unerwünschter Wirkungen kann Cedax die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

In klinischen Studien mit Cedax traten die meisten der beobachteten Nebenwirkungen gelegentlich auf und waren mässig stark ausgeprägt und reversibel. Zu den am häufigsten geschilderten Nebenwirkungen zählten gastrointestinale Beschwerden mit Übelkeit (<3%) und Diarrhöe (2%) (bei Kindern im Alter von 2 Jahren und darunter 8%, cave: Dehydratation) sowie Kopfschmerzen (2%).

Sehr häufig (≥1/10); Häufig (<1/10, ≥1/100); Gelegentlich (<1/100, ≥1/1000); Selten (<1/1000, ≥1/10'000); Sehr selten (<1/10'000)

Infektionen und Infestationen

Gelegentlich: Moniliasis, Vaginitis.

Nach Markteinführung beobachtet: Auftreten von Clostridium difficile verbunden mit mässiger bis schwerer Diarrhöe (pseudomembranöse Colitis).

Unter Behandlung mit anderen Cephalosporinen beobachtet und unter Cedax nicht auszuschliessen: Superinfektionen.

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Hämoglobinabfall, Eosinophilie.

Selten: Leukopenie, Thrombozytose.

Mit anderen Cephalosporinen beobachtet und unter Cedax nicht auszuschliessen: Verlängerung der Prothrombin/INR-Zeit, aplastische Anämie, Hämorrhagie, Panzytopenie, Neutropenie und Agranulozytose.

Immunsystem

Serumkrankheitsähnliche Störungen.

Unter Behandlung mit anderen Cephalosporinen beobachtet und unter Cedax nicht auszuschliessen: Allergische Reaktionen, einschliesslich Anaphylaxie, Bronchospasmus, Dyspnoe, Ausschlag, Urtikaria, Photosensibilität, Pruritus, Angioneurotisches Ödem, Steven-Johnson Syndrome, Erythema multiforma, Epidermolysis acuta toxica (Lyell-Syndrom).

Stoffwechsel – und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Anorexie.

Nervensystem

Gelegentlich: Parästhesie, Schwindel, Müdigkeit, Schlaftrunkenheit.

Bei Kindern zusätzlich: körperliche Unruhe, Hyperkinese, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Schüttelfrost.

Selten: Krampfanfälle.

Nach Markteinführung beobachtet: Psychosen, Aphasie.

Atmungsorgane

Gelegentlich: verstopfte Nase, Dyspnoe

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: dyspeptische Beschwerden, Geschmacksstörungen, Gastritis, Erbrechen, Schmerzen im Abdomen, Obstipation, Mundtrockenheit, Aufstossen, Blähungen, Stuhlverlust.

Nach Markteinführung beobachtet: Melaena.

Unter Behandlung mit anderen Cephalosporinen beobachtet und unter Cedax nicht auszuschliessen: Schwere Diarrhöe, Antibiotika assoziierte Colitis einschliesslich pseudomembranöse Colitis.

Leber und Galle

Nach Markteinführung beobachtet: Ikterus.

Haut

Gelegentlich: Pruritus, Rash, Urtikaria.

Bei Kindern zusätzlich: gelegentlich Windeldermatitis.

Nach Markteinführung beobachtet: Epidermolysis acuta toxica (Lyell-Syndrom).

Nieren und ableitende Harnwege

Gelegentlich: Dysurie.

Bei Kindern zusätzlich: gelegentlich Hämaturie.

Mit anderen Cephalosporinen beobachtet und unter Cedax nicht auszuschliessen: Nierenfunktionsstörungen, toxische Nephropathie, erhöhtes Bilirubin, positiver direkter Coombs Test, Glykosurie, Ketonurie.

Untersuchungen

Gelegentlich: vorübergehender Anstieg von AST (SGOT) und ALT (SGPT).

Selten: erhöhte LDH.

Überdosierung

Nach einer versehentlichen Überdosierung von Cedax wurden keine toxischen Erscheinungen beobachtet. Eine Magenspülung kann indiziert sein; ansonsten gibt es kein spezifisches Antidot. Durch Hämodialyse können signifikante Mengen an Cedax aus der Blutbahn entfernt werden. Die Wirksamkeit einer Peritoneal-Dialyse wurde nicht geprüft.

Bei gesunden erwachsenen Testpersonen, die Cedax als Einmaldosen bis zu 2 g verabreicht bekamen, stellte man keine ernsthaften Nebenwirkungen fest; alle klinischen Parameter und Laborbefunde lagen im Normalbereich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01DA39

Wirkungsmechanismus

Cedax ist ein halbsynthetisches Cephalosporin der 3. Generation für die orale Anwendung. Die bakterizide Wirksamkeit beruht auf Hemmung der Zellwandsynthese.

Cedax entfaltet in vitro ein Wirkungsspektrum gegen gramnegative und grampositive Mikroorganismen. Aufgrund seiner chemischen Struktur ist Ceftibuten gegenüber β-Lactamasen äusserst stabil. Zahlreiche β-lactamaseproduzierende Mikroorganismen, die gegenüber Penicillinen und anderen Cephalosporinen stabil sind, können durch Ceftibuten in ihrem Wachstum gehemmt werden.

Ceftibuten ist gegenüber plasmidvermittelten Penicillinasen und Cephalosporinasen äusserst stabil. Gegenüber bestimmten chromosomal vermittelten Cephalosporinasen, wie sie bei Keimen wie Citrobacter, Enterobacter und Bacteroides vorkommen, ist es jedoch empfindlich. Ceftibuten bindet sich vorzugsweise an PBP-3 von E. coli, was bei ¼ bis ½ der minimalen Hemmkonzentration (MHK) zur Bildung filamentöser Formen und beim 2-fachen der MHK zur Lyse führt. Bei ampicillinempfindlichen und -resistenten E. coli-Formen ist die minimale bakterizide Konzentration (MBK) nahezu identisch mit der MHK.

Üblicherweise empfindliche Spezies:

Gram-negative Mikroorganismen:

Escherichia coli

Klebsiella pneumoniae

Klebsiella oxytoca

Proteus mirabilis

Morganella morgannii

Serratia marcescens

Citrobacter koseri

Spezies bei denen erworbenen Resistenzen ein Problem darstellen können:

Gram-negative Mikroorganismen:

Enterobacter cloacae

Enterobacter aerogenes

Citrobacter freundii

Von Natur aus resistente Spezies:

Gram-negative Mikroorganismen:

Acinetobacter spp.

Bacteroidae spp.

Pseudomonas aeruginosa

Gram-positive Mikroorganismen:

Staphylococcus aureus

Streptococcus pneumoniae (Penicillin-resistent)

Listeria spp.

Enterococcus faecalis/faecium

Zur Vorhersage der Empfindlichkeit von Pneumokokken-Isolaten gegenüber Ceftibuten kann die Empfindlichkeit gegenüber Penicillin dienen, da Penicillin-resistente Pneumokokken meist auch gegenüber Ceftibuten resistent sind.

Empfindlichkeitsuntersuchungen

Empfindlichkeitsuntersuchung mittels Dilution (Broth Dilution Susceptibility Testing)

Quantitative Methoden werden angewendet um antimikrobielle minimale Hemmkonzentrationen zu bestimmen (MHK). Diese MHK-Werte erlauben eine Schätzung der Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber antimikrobiellen Substanzen. Die MHK-Werte sollten mittels eines standardisierten Verfahrens bestimmt werden. Die standardisierten Verfahren basieren auf einer Dilutionstestmethode mit standardisierten Inokulumkonzentrationen und standardisierten Konzentrationen von Ceftibuten Pulver. Die Resultate sollen gemäss den folgenden EUCAST Grenzwerten interpretiert werden:

EUCAST MHK Grenzwerte:

Organismus

Empfindlich

Resistent

Enterobacteriaceae, nur Harnwegsinfekte

≤1 mg/l

>1 mg/l

Haemophilus influenzae

≤1 mg/l

>1 mg/l

Empfindlichkeitsuntersuchung mittels Disk-Diffusion

Quantitative Methoden, welche die Messung von Hemmhofdurchmessern erfordern, erlauben ebenfalls eine Schätzung der Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber antimikrobiellen Substanzen. Eines dieser standardisierten Verfahren erfordert die Verwendung standardisierter Inokulumkonzentrationen und Papier-Disks imprägniert mit 30 µg Ceftibuten. Die Resultate sollen gemäss den folgenden EUCAST Grenzwerten interpretiert werden:

EUCAST Disk-Diffusionsgrenzwerte (Hemmhofdurchmesser in mm):

Organismus

Empfindlich

Resistent

Enterobacteriaceae, nur Harnwegsinfekte

≥23 mm

<23 mm

Haemophilus influenzae*

≥25 mm

<25 mm

* Verwendung von Mueller Hinton Agar mit 5% defibrinisiertem Pferdeblut und 20 mg/l β-NAD (MH-F)

Qualitätskontrolle

Standardisierte Verfahren wie Dilutions- und Disk-Diffusionstestmethoden erfordern die Verwendung von Laborqualitätskontrollstämmen.

Dilutionstest:

Organismus

Qualitätskontrollbereiche (mg/l)

Zielwert

Bereich

Escherichia coli ATCC 25922

0,25 mg/l

0,12-0,5 mg/l

Haemophilus influenzae ATCC 49766

0,03 mg/l

0,016-0,06 mg/l

Disk-Diffusionstest (30 µg Ceftibuten Disk):

Organismus

Qualitätskontrollbereiche (mm)

Zielwert

Bereich

Escherichia coli ATCC 25922

31 mm

27-35 mm

Haemophilus influenzae NCTC 8486

33 mm

30-36 mm

Pharmakokinetik

Absorption

Urinanalysen haben bei Mehrfachdosierung (400 mg/Tag) eine Resorptionsrate von ≥90% ergeben; der grösste Teil wird unverändert mit dem Harn ausgeschieden. Nach einmaliger Gabe von 200 mg respektive 400 mg betrugen die mittleren Plasmaspitzenkonzentrationen nach 2-3 Stunden 10 µg/ml bzw. 17 µg/ml.

Bei mehrmaliger Dosierung tritt keine nennenswerte Akkumulation des Wirkstoffes auf. Die Bioverfügbarkeit von Ceftibuten ist unabhängig vom Alter ab dem 6. Lebensmonat (ältere Patienten siehe «Kinetik spezieller Patientengruppen»).

Distribution

Ceftibuten wird an Plasmaproteine gebunden (62-64%).

Ceftibuten penetriert in das Gewebe und in die Körperflüssigkeiten. In der Hautbläschenflüssigkeit war die Ceftibuten-Konzentration hoch oder sogar höher als im Plasma. Bei pädiatrischen Patienten mit akuter Otitis media wurden in der Mittelohrflüssigkeit Konzentrationen erreicht, die etwa vergleichbar waren mit der Plasmakonzentration oder diese gar überschritten. Die Ceftibuten-Konzentrationen in der Lunge betrugen etwa 40% der Plasmakonzentrationen. Die Konzentration im Nasensekret lag bei etwa 46%, die im Trachealsekret bei etwa 20%, im Bronchialsekret bei etwa 24%, in der Flüssigkeit nach einer Bronchoalveolar-Lavage bei etwa 6% und im dabei gewonnenen Zellrückstand bei etwa 81% der Plasmakonzentration.

Elimination

Die Plasmaeliminations-Halbwertszeit von Ceftibuten schwankt unabhängig von der Dosis oder dem Dosierungsschema zwischen zwei und vier Stunden, wobei die mittlere Halbwertszeit 2,5 Stunden beträgt.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei geriatrischen Testpersonen erreichte die Ceftibuten-Konzentration nach der fünften Gabe eines zweimal täglichen Dosierungsschemas einen Steady-State. Die mittleren AUC-Werte lagen bei dieser Altersgruppe etwas höher als bei jüngeren Erwachsenen, wobei nach mehrmaliger Verabreichung dies nur zu einer geringfügigen Akkumulation des Wirkstoffes führte.

Die Pharmakokinetik von Ceftibuten ändert sich bei einer chronisch aktiven Hepatitis, einer Leberzirrhose, einer alkoholbedingten Hepatopathie oder sonstigen, mit einer Leberzellnekrose einhergehenden Lebererkrankung nicht signifikant.

AUC und Plasmahalbwertszeit von Ceftibuten steigen mit zunehmender Niereninsuffizienz an. Bei funktionell anephrischen Patienten (Kreatininclearance <5 ml/min) liegen die AUC-Werte und die Halbwertszeit um das 7- bis 8-fache höher als bei Gesunden. Durch eine einzige Dialysebehandlung wurden etwa 65% der Ceftibutenkonzentration im Plasma eliminiert.

Präklinische Daten

Ceftibuten zeigte in Studien zur Genotoxizität, einschliesslich des Ames-Plattentests und des Noumi-IMF-Tests bei Bakterien und in in-vitro- und in-vivo-Chromosomenaberrationstests in Säugetierzellen, keinerlei mutagenes Potential.

Orale Ceftibuten-Dosen von bis zu 2000 mg/kg/Tag (das 222-fache der therapeutischen Erwachsenen-Dosis) beeinflussten bei Ratten weder die Fertilität noch die Reproduktionsfähigkeit.

Die Reproduktionsleistung war bei der F0- und F1-Generation unauffällig. Der Geburtsvorgang und das Stillverhalten waren ebenfalls unauffällig.

Untersuchungen auf teratogene Wirkungen ergaben bei Ratten und Kaninchen nach oralen Ceftibuten-Dosen von bis zu 4000 mg/kg/Tag bzw. 40 mg/kg/Tag keinen Hinweis auf fetale Missbildungen.

Langzeitstudien bei Tieren zur Untersuchung des kanzerogenen Potentials von Ceftibuten wurden bisher nicht durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Laborwertveränderungen: Positiver Befund beim direkten Coombs-Test, falsch positiver Urin-Glucose-Test.

Hinweis für den Diabetiker

Die Suspension enthält pro 1 ml 200,8 mg Zucker (Saccharose) und ist deshalb für Diabetiker nicht geeignet.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Die gebrauchsfertige Suspension kann 14 Tage lang im Kühlschrank bei 2-8 °C aufbewahrt werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren!

Cedax Kapseln/Cedax Pulver zur Herstellung einer Suspension sind bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufzubewahren.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung der oralen Suspension

Die Flasche gut schütteln, um das Pulver aufzulockern und damit die Auflösung des Pulvers zu erleichtern. Bei der 30-ml-Packung den Messbecher bis genau zur 28-ml-Markierung mit Leitungswasser auffüllen. Bei der 60-ml-Packung den Messbecher bis genau zur 53-ml-Markierung mit Leitungswasser auffüllen. Die Hälfte des Wassers in die Flasche geben, die Flasche gut verschliessen, auf den Kopf drehen und gut schütteln. Dann das verbleibende Wasser in die Flasche geben und wiederum kräftig schütteln. Dies ergibt 30 ml oder 60 ml gebrauchsfertige Suspension. Bei Zubereitung gemäss den Anweisungen des Herstellers enthält die orale Suspension von Cedax 36 mg/ml Ceftibuten (180 mg/5 ml). Vor jedem Gebrauch ist die Flasche erneut zu schütteln. Mit der Dosierspritze, die in kg Körpergewicht graduiert ist, das aufgrund des Körpergewichtes erforderliche Volumen der Suspension aufziehen. Den Kolben aus der Spritze ziehen, bis das dem Kind entsprechende Gewicht in kg am oberen Spritzenrand erscheint und dann die Suspension dem Kind verabreichen. Für Kinder mit einem Gewicht von mehr als 20 kg muss dieser Vorgang wiederholt werden, bis die Gesamtdosis aufgrund des Körpergewichtes verabreicht ist.

Die Dosierspritze ist nach dem Gebrauch mit Wasser auszuspülen.

Die gebrauchsfertige Suspension ist im Kühlschrank (2-8 °C) 14 Tage haltbar. Die nicht aufgebrauchte Suspension soll nach 14 Tagen vernichtet werden.

Zulassungsnummer

52059, 52060 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

MSD Merck Sharp & Dohme AG, Luzern.

Stand der Information

März 2015.

CCDS-MK3972-MTL-022015/MK3972-CHE-2015-010277

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