Prodafem Tabl 5 Mg 3 X 12 Stk

Prodafem Tabl 5 Mg 3 X 12 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Medroxyprogesteronacetat.

Hilfsstoffe: Lactosum monohydricum, Maydis amylum, Talcum, Saccharum, Calcii stearas, Paraffinum liquidum, Color.: E110 Gelborange S (Tabletten 2.5 mg) resp. E132 Indigotin (Tabletten 5 mg).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 2.5 mg, 5 mg und 10 mg Medroxyprogesteronacetat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hormonsubstitutionstherapie: Als Ergänzung der Oestrogentherapie in der Prä- und Postmenopause.

Menopausale vasomotorische Störungen bei Patientinnen, bei denen Oestrogene kontraindiziert sind.

Dysfunktionelle Blutungen, beruhend auf einer Störung des hormonalen Gleichgewichts (z.B. in der Prämenopause), nach Ausschluss organischer Ursachen.

Diagnostische Anwendung: Zur Diagnose der primären und sekundären Amenorrhoe (Gestagen-Test. Vor Durchführung des Tests muss ein negativer immunologischer Schwangerschaftstest vorliegen).

Dosierung/Anwendung

Hormonsubstitutionstherapie

Für die Behandlung postmenopausaler Beschwerden soll stets die niedrigste wirksame Dosierung verwendet und so kurz wie möglich behandelt werden. Die Entscheidung über die zu verwendende Gestagendosis (siehe nachfolgende Dosierungsempfehlungen) erfolgt bei jeder Patientin individuell durch den Arzt.

Sequentielle Anwendung von Prodafem in Kombination mit einem Oestrogen:

a) Zyklische Verabreichung von Prodafem und Oestrogen:

In den letzten 10-12 Tagen einer 3-wöchigen Oestrogentherapie wird zusätzlich täglich 1 Tablette Prodafem 5 mg bzw. 10 mg gegeben. Danach folgt eine einwöchige therapiefreie Phase, bevor wieder mit der Einnahme des Oestrogens begonnen wird.

b) Sequentielle Verabreichung von Prodafem und kontinuierliche Verabreichung von Oestrogen:

Bei kontinuierlicher Oestrogentherapie wird in den ersten 10-12 Tagen des Kalendermonats zusätzlich täglich 1 Tablette Prodafem 5 mg bzw. 10 mg verabreicht.

Bei der sequentiellen Verabreichung von Prodafem sollte es zwischen dem 3. und 7. Tag nach Absetzen von Prodafem zu einer gestagenen Abbruchblutung kommen.

Kontinuierliche Anwendung von Prodafem in Kombination mit einem Oestrogen:

Zusammen mit der kontinuierlichen Oestrogentherapie wird ebenfalls kontinuierlich täglich 1 Tablette Prodafem 2,5 mg bzw. 5 mg verabreicht.

Die Anwendung dieses Dosierungsschemas wird frühestens drei Jahre nach der letzten Menstruation empfohlen.

Die kontrollierten klinischen Studien zu diesem Dosierungsschema wurden hauptsächlich mit konjugierten Oestrogenen durchgeführt; es liegen noch wenige Daten zur Langzeitanwendung vor.

Vasomotorische Störungen bei Patientinnen, bei denen Oestrogene kontraindiziert sind

Täglich 1 bis 2 Tabletten Prodafem 10 mg.

Dysfunktionelle Blutungen

Täglich 1 Tablette Prodafem 5 mg resp. 10 mg während 10 Tagen führt im Verlauf der Behandlung zum allmählichen Sistieren der dysfunktionellen Blutungen. 3-7 Tage nach Absetzen des Medikamentes kommt es zu einer gestagenen Entzugsblutung. In den nächsten 2 bis 3 Zyklen wird ab dem 16. Tag täglich 1 Tablette zu 5 mg resp. 10 mg während 10 Tagen verabreicht. Anschliessend wird die Medikation abgesetzt, um zu beobachten, ob spontane Menstruationen auftreten.

Diagnose der primären und sekundären Amenorrhoe

Täglich 1 Tablette Prodafem 5 mg resp. 10 mg während 10 Tagen. Hat vorgängig eine Proliferation des Endometriums durch adäquate Mengen von endogenem Oestrogen stattgefunden, sollte innerhalb von 3 bis 7 Tagen eine gestagene Entzugsblutung auftreten. Dies spricht für eine intakte Hypothalamus-Hypophysen-Ovar‑Endometrium-Achse.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche:

Prodafem ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bestimmt.

Ältere Patientinnen:

Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktion:

Prodafem darf bei Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»).

Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Prodafem ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Da Medroxyprogesteron nur zu einem geringen Anteil renal eliminiert wird, ist bei leicht- bis mässiggradiger Niereninsuffizienz wahrscheinlich keine Dosisanpassung erforderlich. Bei schwerer Niereninsuffizienz sollte die Behandlung mit Vorsicht erfolgen.

Kontraindikationen

Prodafem Tabletten sind kontraindiziert:

  • bei Thrombophlebitis, thromboembolischen Störungen oder Hirnschlag, auch in der Anamnese
  • bei vermuteter oder bestehender Schwangerschaft sowie als Schwangerschaftstest
  • bei Fehlgeburt oder unvollständigem Abort
  • bei nachgewiesenen oder vermuteten Neoplasien der Brust oder der Geschlechtsorgane (gestagenabhängige Tumore)
  • bei ungeklärten gynäkologischen Blutungen
  • bei Leberfunktionsstörungen
  • Porphyrie
  • bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Medroxyprogesteronacetat oder einen anderen Inhaltstoff

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anamnese und medizinische Untersuchung

Vor der ersten Anwendung sowie regelmässig während der Anwendung sollten Nutzen und Risiko der Therapie für die Patientin gegeneinander abgewogen werden. Hierzu gehört eine umfassende Anamnese (einschliesslich Familienanamnese) und eine allgemeine und gynäkologische Untersuchung.

Die Frequenz und Art dieser Untersuchungen sollten gemäss den schweizerischen gynäkologischen Guidelines und unter Berücksichtigung individueller Gesichtspunkte erfolgen. Diese sollten im Allgemeinen die Untersuchung von Blutdruck, Mammae, Abdomen und Beckenorgane einschliesslich routinemässiger Zervixzytologie umfassen.

Insbesondere sind die Kontraindikationen und Vorsichtsmassnahmen zu beachten.

Beim Vorliegen eines der im Folgenden beschriebenen Umstände muss der Nutzen der Anwendung von Gestagenen individuell gegen die möglichen Risiken abgewogen und mit der Frau vor deren Entscheid zur Verwendung von Prodafem besprochen werden. Die Frau muss dazu aufgefordert werden, ihren Arzt zu unterrichten, falls einer oder mehrere der nachstehend aufgeführten Umstände erstmalig auftreten oder sich verschlimmern sollten.

Thromboembolische Erkrankungen

Epidemiologische Studien über den Langzeiteffekt einer kombinierten Hormonersatztherapie bei postmenopausalen Frauen zeigen ein erhöhtes Risiko für venöse und arterielle thromboembolische Ereignisse wie tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Myokardinfarkt und Schlaganfall. Die Übertragbarkeit der Befunde der nachfolgend genannten Studien mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen auf eine Monotherapie mit oralem Medroxyprogesteronacetat ist unbekannt.

  • Koronare Herzkrankheit: Zwei grosse klinische Studien zeigten insgesamt keinen günstigen Effekt in der Primärprophylaxe (WHI CEE/MPA Substudy) und Sekundärprophylaxe (HERS: Heart and Estrogen/Progestin Replacement Study) kardiovaskulärer Ereignisse und ein möglicherweise erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse gegenüber Placebo im ersten Jahr der Anwendung.Der WHI Studienarm «CEE/MPA» zeigte ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (definiert als nicht-letale Myokardinfarkte und Tod durch koronare Herzkrankheit) bei Frauen, welche mit konjugierten Östrogenen (CEE) und Medroxyprogesteronacetat (MPA) behandelt wurden gegenüber Placebo (37 gegenüber 30 pro 10'000 Lebensjahre).
  • Schlaganfall: Der WHI Studienarm CEE/MPA zeigte ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall bei Frauen, welche mit konjugierten Östrogenen (CEE) und Medroxyprogesteronacetat (MPA) behandelt wurden gegenüber Placebo (29 gegenüber 21 pro 10'000 Lebensjahre). Ein erhöhtes Risiko wurde vom ersten Jahr der Behandlung an beobachtet und bestand über die gesamte Beobachtungsdauer.
  • Venöse thromboembolische Erkrankungen: Der WHI Studienarm CEE/MPA zeigte gegenüber Placebo bei Frauen, welche mit konjugierten Östrogenen (CEE) und Medroxyprogesteronacetat (MPA) behandelt wurden, eine Verdopplung der Zahl venöser thromboembolischer Ereignisse. Das erhöhte Risiko wurde vom ersten Jahr der Behandlung an beobachtet und dauerte über die gesamte Beobachtungsdauer.

Während der Behandlung mit Prodafem muss sorgfältig auf erste Anzeichen einer solchen Erkrankung geachtet werden. Beim Auftreten solcher Symptome muss das Präparat sofort abgesetzt werden. Die Patientin muss angewiesen werden, bei Symptomen eines thromboembolischen Ereignisses (wie z.B. schmerzhafte Schwellung eines Beines, plötzliche Schmerzen im Brustkorb, Atemnot) den Arzt umgehend aufzusuchen.

Brustkrebs

Es gibt Hinweise, dass die Anwendung kombinierter Östrogene/Gestagene bei postmenopausalen Frauen das Brustkrebsrisiko erhöht. Die WHI Studie (Studienarm CEE/MPA) zeigte, dass das Risiko an Brustkrebs zu erkranken mit der Dauer der Hormontherapie zunimmt und nach Absetzen der HRT kontinuierlich innerhalb von 10 Jahren abnimmt.

Das Risiko für Anwenderinnen von Gestagen-Mono-Präparaten ist möglicherweise mit demjenigen für Anwenderinnen einer kombinierten Östrogen-Gestagen-Substitutionstherapie vergleichbar, die zurzeit vorhandenen Daten lassen jedoch keine abschliessende Risiko-Beurteilung zu. Der Grund für das erhöhte Risiko bei den Hormon-Anwenderinnen könnte eine frühzeitige Diagnose, biologische Effekte der Präparate oder eine Kombination von beidem sein.

Solange ein biologischer Effekt als mögliche Ursache für die beobachtete Risikoerhöhung nicht ausgeschlossen werden kann, sollte bei Frauen mit vorbestehendem Mammakarzinom oder mit Vorliegen von Risikofaktoren (z.B. entsprechender Familienanamnese) sowie bei Frauen, bei denen ein Mammakarzinom während der Anwendung von Prodafem diagnostiziert wird, eine individuelle Nutzen-Risiko-Analyse durchgeführt werden.

Ovarialkarzinom

Einige epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass eine Therapie mit Östrogenen alleine oder in Kombination mit Gestagenen für 5 Jahre oder länger bei postmenopausalen Frauen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Ovarialkarzinomen verbunden ist. Nach Absetzen der Hormontherapie kehrt das Risiko wieder auf den Ausgangswert zurück. In wie weit diese Ergebnisse auch auf eine Gestagen-Monotherapie übertragbar sind, ist nicht bekannt.

Demenz

Die WHIMS (Women's Health Initiative Memory Study, ein Studienarm der WHI) zeigte unter konjugiertem Östrogen (CEE) alleine oder in Kombination mit Medroxyprogesteronacetat (MPA) für postmenopausale Frauen ab dem Alter 65 von Jahren ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer vermuteten Demenz oder einer milden kognitiven Beeinträchtigung.

Die Anwendung einer Hormontherapie zur Prävention einer Demenz bzw. von kognitiven Beeinträchtigungen wird daher nicht empfohlen. Es ist nicht bekannt, in wie weit diese unter einer kombinierten HRT beobachteten Befunde auch für eine Monotherapie mit Medroxyprogesteronacetat relevant sind.

Depression

Patientinnen mit Depressionen in der Anamnese müssen während einer Behandlung mit Prodafem sorgfältig beobachtet werden. Depressive Verstimmungen ähnlich dem prämenstruellen Syndrom können auftreten. Sollten unter der Behandlung mit Prodafem schwere Depressionen auftreten, so ist das Präparat abzusetzen.

Diabetes

Gestagene können die periphere Insulinresistenz und die Glukosetoleranz beeinflussen. Die vorliegenden Daten ergeben jedoch keine Hinweise, dass bei Diabetikerinnen unter Anwendung eines Gestagen-Monopräparates eine Änderung des Therapieschemas erforderlich ist. Trotzdem sollten Diabetikerinnen in den ersten Monaten der Behandlung mit Prodafem sorgfältig überwacht werden.

Flüssigkeitsretention

Die Behandlung mit Gestagenen kann, v.a. bei Verabreichung höherer Dosen, zu Flüssigkeitsretention und Gewichtszunahme führen. Patientinnen mit vorbestehenden Erkrankungen, die dadurch verschlimmert werden können (wie z.B. Asthma, Migräne, Herz- oder Nierenfunktions-störungen, Epilepsie), müssen sorgfältig überwacht werden.

Verringerung der Knochenmineraldichte

In mehreren Studien wurde bei Jugendlichen und jungen Frauen, welche zur Kontrazeption MPA in Form einer Depot-Injektionslösung erhielten, eine erhebliche, signifikante (zum Teil langsam reversible) Abnahme der Knochenmineraldichte (BMD) beobachtet. Es wird davon ausgegangen, dass dies dadurch bedingt ist, dass MPA-Injektionen den Serum-Östrogenspiegel verringern und sich der Knochenstoffwechsel auf diesen niedrigeren Östrogenspiegel einstellt. Für Frauen, welche MPA mit der lndikation «menopausale vasomotorischen Störungen bei Patientinnen, bei denen Oestrogene kontraindiziert sind», erhalten, liegen keine kontrollierten Studien vor. Jedoch kann eine negative Wirkung von MPA auf den Knochenmineralstoffwechsel in dieser hinsichtlich Knochenmineraldichte kritischen Altersgruppe angenommen werden.

Bei Frauen mit Risikofaktoren für Osteoporose (z.B. Stoffwechsel- und Malabsorptionserkrankungen, chronischer Alkohol- bzw. Nikotinabusus, ausgeprägtes Osteoporoserisiko in der Familienanamnese oder Langzeitbehandlung mit anderen Arzneimitteln, welche die Knochendichte verringern können, z.B. Antikonvulsiva oder Kortikosteroide) kann eine Behandlung mit MPA das Risiko zusätzlich erhöhen.

Es wird empfohlen, bei allen Frauen auf eine ausreichende Kalzium- und Vitamin-D- Versorgung zu achten. Die BMD soll regelmässig kontrolliert werden. In jedem Fall muss das Nutzen/Risiko-Verhältnis vor jeder Behandlung und regelmässig während der Behandlung sorgfältig evaluiert werden.

In folgenden Fällen ist Prodafem unverzüglich abzusetzen:

  • erstmaliges Auftreten migräneartiger oder ungewohnt starker Kopfschmerzen.
  • Verschlechterung des Sehvermögens oder Diplopie. In diesem Fall muss die Patientin ophthalmologisch untersucht werden, um das Vorliegen eines Sehnerv-Papillenödems oder vaskulärer Retina-Läsionen auszuschliessen, bevor mit der Medikation fortgefahren wird.
  • Auftreten eines Exophthalmus.
  • Störungen der Leber- oder Gallenfunktion (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).

Weitere Vorsichtsmassnahmen

  • Beim Auftreten ungeklärter vaginaler Blutungen sollten organische Ursachen in Betracht gezogen und entsprechende diagnostische Abklärungen durchgeführt werden.
  • Unter der kontinuierlichen Anwendung von Prodafem in der Hormonsubstitutionstherapie kann es initial zu (unregelmässigen) Blutungen bzw. Schmierblutungen kommen. Diese Blutungen sistieren für gewöhnlich einige Monate nach Therapiebeginn.
  • Die Behandlung mit Prodafem kann bei prämenopausalen Patientinnen das Eintreten des Klimakteriums verschleiern.
  • Frauen, die gleichzeitig wegen einer Hyperlipidämie behandelt werden, sollten sorgfältig überwacht werden.
  • Der Einfluss einer Langzeitbehandlung mit Medroxyprogesteronacetat auf die Funktion von Hypophyse, Ovarien, Uterus, Nebennieren und Leber wurde nicht systematisch untersucht.
  • Über folgende Symptome bzw. Erkrankungen wurde sowohl während der Schwangerschaft als auch während der Anwendung von Sexualsteroiden berichtet, wobei ein Zusammenhang mit einer Gestagenanwendung nicht erwiesen ist: Ikterus und/oder Pruritus in Verbindung mit Cholestase, Cholelithiasis; Porphyrie; systemischer Lupus erythematodes; hämolytisch-urämisches Syndrom; Sydenham'sche Chorea; Herpes gestationis; otosklerosebedingter Gehörverlust.
  • Gelegentlich kann ein Chloasma auftreten, speziell bei Frauen, die ein Chloasma gravidarum hatten. Frauen, die dazu neigen, sollten während der Verwendung von Prodafem Sonnenlichtexposition und andere ultraviolette Strahlung meiden.
  • Der Patientin soll empfohlen werden, auf übermässigen Alkohol- und Nikotinkonsum zu verzichten.
  • Der in den Prodafem 2.5 mg Tabletten enthaltene Azofarbstoff Gelborange (E110) kann Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und der Atmungsorgane auslösen, insbesondere bei Patientinnen mit Asthma, chronischer Urtikaria oder Überempfindlichkeit gegenüber nicht-steroidalen Antirheumatika. Bei diesen Patientinnen sollten die Tabletten zu 2.5 mg daher mit Vorsicht angewendet werden.
  • Prodafem Tabletten enthalten Lactose und sollten bei Patientinnen mit hereditärer Galaktose-Intoleranz, Laktose-Intoleranz oder Glukose-/Galaktose-Malabsorption nicht verabreicht werden.
  • Prodafem Tabletten enthalten Saccharose und sollten bei Patientinnen mit hereditärer Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharose-Isomaltose-Intoleranz nicht verabreicht werden.

Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Medroxyprogesteronacetat

Medroxyprogesteronacetat wird in-vitro hauptsächlich mittels Hydroxylierung durch CYP3A4 metabolisiert. Die gleichzeitige Verabreichung von CYP3A4-Induktoren kann daher zu einer Reduktion der Plasmaspiegel von Medroxyprogesteronacetat und zu Durchbruchblutungen und einer möglicherweise reduzierten Wirksamkeit führen.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Medroxyprogesteronacetat und Aminoglutethimid (Induktor von CYP3A4, CYP2C8/9 und CYP2C19) wurden die Medroxyprogesteronacetat-Plasmaspiegel um ca. 70% reduziert. Weitere Beispiele für CYP3A4-Induktoren sind Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Felbamat, Modafinil, Oxcarbazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin, Rifampicin, Ritonavir, Topiramat und Johanniskraut-Präparate (Hypericum perforatum).

Einfluss von Medroxyprogesteronacetat auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Über eine leichte Reduktion der Plasma-Clearance von Warfarin, einem Substrat von CYP1A2, CYP2C9 und CYP3A4 nach wiederholten Dosen von 1000 mg Medroxyprogesteronacetat wurde berichtet. Die klinische Relevanz dieser Beobachtung für Prodafem ist nicht bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft:

Die Einnahme von Prodafem ist während einer Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der Einnahme des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Tritt unter der Anwendung eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und der Arzt/die Ärztin zu konsultieren.

Die vorhandene Datenlage über die Anwendung von Prodafem während der Schwangerschaft ist ungenügend, so dass mögliche unerwünschte Wirkungen nicht abgeschätzt werden können. In Tierversuchen mit Medroxyprogesteronacetat wurde eine Virilisierung weiblicher Foeten und eine Feminisierung männlicher Foeten beobachtet (vgl. «Präklinische Daten»). Epidemiologische Studien haben jedoch weder ein erhöhtes Risiko von Geburtsschäden bei Kindern gezeigt, deren Mütter vor der Schwangerschaft eine Östrogen-Gestagen-Kombination angewendet haben, noch teratogene Effekte, wenn solche Arzneimittel versehentlich während der Schwangerschaft angewendet wurden.

Stillzeit:

Gestagenhaltige Monopräparate zeigten keinen negativen Einfluss auf Menge und Qualität der Muttermilch. Vorhandene Daten mit gestagenhaltigen Monopräparaten deuten nicht auf ein Risiko für gestillte Säuglinge hin.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine diesbezüglichen Studien durchgeführt. Bei einer Behandlung mit Medroxyprogesteronacetat können jedoch unerwünschte Wirkungen wie Müdigkeit, Schläfrigkeit oder Schwindel auftreten (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»), welche die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können.

Unerwünschte Wirkungen

Immunsystem

Anaphylaktische bzw. anaphylaktoide Reaktionen einschliesslich Angioödem (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Flüssigkeitsretention, Gewichtsveränderungen, bei hohen Dosen Hyperkalzämie.

Psychiatrische Störungen

Nervosität, Depressionen, Libidoveränderungen.

Nervensystem

Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit.

Herz/Gefässe

Thromboembolische Erkrankungen (wie Thrombophlebitis, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall, Thrombose von Netzhaut- und Mesenterialgefässen).

Gastrointestinale Störungen

Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Flatulenz.

Leber und Galle

Cholestatischer Ikterus.

Haut

Rash, Pruritus, Urtikaria, Akne, Hirsutismus, Alopezie, Chloasma.

Reproduktionssystem und Brust

Empfindlichkeit oder Spannungsgefühl der Brust, Galaktorrhoe, Durchbruchblutungen, unregelmässige Blutungen, Amenorrhoe, Schmierblutungen (bei kontinuierlicher Prodafem-Gabe in der HRT), Steigerung der vaginalen Sekretion, histologische Veränderungen an Uterus und Ovarien (z.B. Zervixerosion).

Allgemeine Störungen

Müdigkeit, Ödeme, Pyrexie, Vollmondgesicht.

Überdosierung

Bisher wurden keine Symptome einer akuten Überdosierung mit Prodafem beobachtet. Bei Patienten unter Medroxyprogesteronacetat-Dosen, wie sie zur Behandlung von Neoplasmen eingesetzt werden (über 400 mg/Tag) traten gelegentlich cushingoide Symptome auf.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03DA02

Wirkungsmechanismus

Der Wirkstoff von Prodafem ist Medroxyprogesteronacetat, ein Derivat des endogenen Gestagens Progesteron. Medroxyprogesteronacetat besitzt neben gestagenen auch androgene, antiöstrogene, antigonadotrope und adrenokortikoide Eigenschaften.

Bei Frauen mit adäquaten Oestrogenspiegeln wandelt Medroxyprogesteronacetat das Endometrium von der proliferativen in die sekretorische Phase um. In der Hormonsubstitutionstherapie in der Peri- und Postmenopause wird so eine Hyperplasie des Endometriums verhindert und das unter alleiniger Oestrogentherapie erhöhte Risiko eines Endometriumkarzinoms reduziert.

Oral verabreichtes Medroxyprogesteronacetat kann in höheren Dosen die Gonadotropin-Sekretion und somit die Ovulation beeinflussen. In den hier empfohlenen Anwendungen und Dosierungen bietet es jedoch keinen antikonzeptionellen Schutz.

Klinische Wirksamkeit

Medroxyprogesteronacetat hat einen günstigen Einfluss auf vasomotorische Störungen im Klimakterium, wie Hitzewallungen und Schweissausbrüche.

Pharmakokinetik

Absorption

Medroxyprogesteronacetat (MPA) wird rasch aus dem Magen-Darm-Trakt absorbiert. Nach oraler Gabe werden die Spitzenwerte durchschnittlich innerhalb von etwa 2-6 Stunden erreicht.

Die Einnahme von MPA unmittelbar vor oder unmittelbar nach einer Mahlzeit führte nur zu einem geringen Anstieg der Exposition gegenüber der Nüchterneinnahme (Zunahme der AUC um maximal 33%).

Distribution

Medroxyprogesteronacetat wird zu etwa 90 bis 95% an Plasmaproteine gebunden. Bei Plasmakonzentrationen im Bereich von 10 bis 50 ng/ml (entspricht den Cmax, die nach der Verabreichung einer oralen Einzeldosis von 10-250 mg erreicht werden) beträgt das Verteilungsvolumen 59 ± 156 l bzw. 20 ± 31 l. Medroxyprogesteronacetat weist eine hohe Affinität zu den Erythrozyten auf, was im Hinblick auf die Aufrechterhaltung hoher Plasmaspiegel nach oraler Verabreichung als wichtig gilt.

Medroxyprogesteronacetat passiert die Blut-Hirn- sowie die Plazenta-Schranke. Nach oraler Verabreichung konnte kein Medroxyprogesteronacetat in der Muttermilch nachgewiesen werden. Nach der intramuskulären Verabreichung einer Dosis von 150 mg wurden jedoch geringe Konzentrationen in der Muttermilch von stillenden Frauen gefunden.

Metabolismus

Medroxyprogesteronacetat wird überwiegend hepatisch über das mikrosomale Isoenzym CYP3A4 (mittels Hydroxylierung und Demethylierung) metabolisiert. Ferner erfolgt eine Konjugation mit Glucuronsäure und Sulfat.

Elimination

Die terminale Halbwertszeit beträgt etwa 30 bis 60 Stunden. Der Wirkstoff wird hauptsächlich über die Galle mit den Faezes ausgeschieden. Bis zu 44% einer oralen Dosis sind im Urin nachgewiesen worden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es liegen keine Daten zur Pharmakokinetik von Medroxyprogesteronacetat bei Patientinnen mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen vor.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit Medroxyprogesteronacetat zur Toxizität nach wiederholter Gabe, zur Genotoxizität und zum karzinogenen Potential ergaben keine eindeutigen Hinweise auf besondere Risiken für den Menschen.

Gestagenartige Substanzen zeigten in Reproduktionsstudien bei Tieren einen embryoletalen Effekt. In Tierversuchen zeigten hohen Dosen von Medroxyprogesteronacetat eine virilisierende Wirkung auf weibliche Foeten und eine feminisierende Wirkung auf männliche Foeten.

Reproduktionstoxikologische Studien in Ratten, Mäusen und Kaninchen ergaben keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung. Für Risiken beim Menschen siehe Rubrik «Schwangerschaft/Stillzeit».

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die folgenden Labortests können durch die Einnahme von Prodafem beeinträchtigt werden:

Gonadotropin-, Progesteron-, Oestrogen-, Hydrocortison-Plasmakonzentrationen, Pregnandiol-Urinspiegel, Glukosetoleranz-, Schilddrüsenfunktion-, Metyrapon-Test, Prothrombin sowie Gerinnungsfaktoren VII, VIII, IX und X.

Bei der Einsendung von Mamma-Biopsien sowie endometrialer oder endozervikaler Gewebsproben muss der Pathologe über die Gestagenbehandlung informiert werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

30773 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

Juni 2015.

LLD V008

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