Venofer Inj Loes 100 Mg/5ml 5 Amp 5 Ml

Venofer Inj Loes 100 Mg/5ml 5 Amp 5 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Ferrum ut Ferri oxidum saccharatum.

Hilfsstoff

Aqua ad iniectabilia q.s. ad solut.

Osmolarität: ca. 1250 mOsm/l; pH-Wert: 10,5–11,0.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung zur i.v. Verabreichung.

Eine Ampulle zu 5 ml enthält 100 mg Eisen.

Eine Durchstechflasche zu 5 ml enthält 100 mg Eisen.

Eine Durchstechflasche zu 2,5 ml enthält 50 mg Eisen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Eisenmangel bei Patienten, bei denen eine orale Eisentherapie ungenügend wirksam oder nicht durchführbar ist, wie:

  • Bei Unverträglichkeit oraler Eisenpräparate.
  • Bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa), die sich durch eine orale Eisentherapie verschlimmern können.
  • Bei therapierefraktären Eisenmangelzuständen mit Verdacht auf unzuverlässige Einnahme oraler Eisenpräparate.

Venofer soll nur verabreicht werden, wenn die Indikation durch entsprechende Untersuchungen gesichert ist. Geeignete Laboranalysen sind Hämoglobin, Serumferritin, Transferrinsättigung.

Wegen fehlender Erfahrung wird die Verabreichung von Venofer an Kinder unter 3 Jahren nicht empfohlen.

Dosierung/Anwendung

Venofer darf nur langsam intravenös verabreicht werden.

Venofer darf NICHT subkutan oder intramuskulär verabreicht werden.

Während und nach jeder Anwendung von Venofer müssen die Patienten sorgfältig auf Anzeichen oder Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen überwacht werden. Eine entsprechende Notfallbehandlung muss gewährleistet sein (weiteres siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die kumulative Dosis von Venofer muss für jeden Patienten individuell berechnet werden und darf nicht überschritten werden. Die Berechnung der Dosis ist vom Körpergewicht und Hb-Wert abhängig.

Wenn die notwendige Gesamtdosis die maximal zulässige Einzeldosis von 200 mg (Injektion) oder 500 mg (Infusion) übersteigt, muss die Verabreichung der Gesamtdosis aufgeteilt werden.

Berechnung der Dosierung

Die kumulative Gesamtdosis von Venofer, entsprechend dem Gesamteisendefizit (mg), wird durch den Hämoglobinwert (Hb) und das Körpergewicht (KG) bestimmt. Die Venofer-Dosis muss für jeden Patienten entsprechend dem Gesamteisendefizit individuell berechnet werden, welches sich wie folgt nach der Ganzoni-Formel berechnet:

Gesamteisendefizit [mg] = [KG [kg] × (Soll Hb - Ist Hb) [g/dl] × 2,4*] + Speichereisen [mg].

Unter 35 kg KG: Soll Hb = 13 g/dl resp. Speichereisen = 15 mg/kg KG.

35 kg KG und darüber: Soll Hb = 15 g/dl resp. Speichereisen = 500 mg.

* Faktor 2,4 = 0,0034 (Eisengehalt des Hb = 0,34%) × 0,07 (Blutvolumen = 7% des KG) × 1000 (Umrechnung von [g] in [mg]) × 10.

Zu verabreichende Gesamtmenge Venofer (in ml) = 19500.png

Zu verabreichende Gesamtmenge Venofer (ml) nach Körpergewicht und Hb-Istwert:

KGZu verabreichende Gesamtmenge Venofer(20 mg Eisen pro ml)
Hb 6,0 g/dlHb 7,5 g/dlHb 9,0 g/dlHb 10,5 g/dl
10 kg15,0 ml15,0 ml12,5 ml10,0 ml
15 kg25,0 ml22,5 ml17,5 ml15,0 ml
20 kg32,5 ml27,5 ml25,0 ml20,0 ml
25 kg40,0 ml35,0 ml30,0 ml27,5 ml
30 kg47,5 ml42,5 ml37,5 ml32,5 ml
35 kg62,5 ml57,5 ml50,0 ml45,0 ml
40 kg67,5 ml60,0 ml55,0 ml47,5 ml
45 kg75,0 ml65,0 ml57,5 ml50,0 ml
50 kg80,0 ml70,0 ml60,0 ml52,5 ml
55 kg85,0 ml75,0 ml65,0 ml55,0 ml
60 kg90,0 ml80,0 ml67,5 ml57,5 ml
65 kg95,0 ml82,5 ml72,5 ml60,0 ml
70 kg100,0 ml87,5 ml75,0 ml62,5 ml
75 kg105,0 ml92,5 ml80,0 ml65,0 ml
80 kg112,5 ml97,5 ml82,5 ml67,5 ml
85 kg117,5 ml102,5 ml85,0 ml70,0 ml
90 kg122,5 ml107,5 ml90,0 ml72,5 ml

Hb-Sollwert

Unter 35 kg KG:Soll Hb = 13 g/dl
35 kg KG und darüber:Soll Hb = 15 g/dl

Zur Umrechnung von Hb (mM) in Hb (g/dl) ist Ersteres mit 1,6 zu multiplizieren.

Wenn die notwendige Gesamtdosis die maximal zulässige Einzeldosis von 200 mg (Injektion) oder 500 mg (Infusion) übersteigt, muss die Verabreichung aufgeteilt werden.

Übliche Dosierung

Erwachsene: 5–10 ml Venofer (100–200 mg Eisen) ein- bis dreimal wöchentlich. Verabreichungsdauer und Verdünnungsverhältnis siehe unter «Anwendung».

Kinder über 3 Jahre: Es liegen Daten in beschränktem Umfang für Kinder unter Studienbedingungen vor. Wenn eine klinische Notwendigkeit vorliegt, wird empfohlen, eine Dosierung von 0,15 ml Venofer (3 mg Eisen) pro kg Körpergewicht höchstens dreimal wöchentlich nicht zu überschreiten. Verabreichungsdauer und Verdünnungsverhältnis siehe unter «Anwendung».

Maximal verträgliche Einzel- und Wochendosierung

Erwachsene

Als Injektion Gabe der pro Tag maximal verträglichen Dosis höchstens dreimal wöchentlich:

  • 10 ml Venofer (200 mg Eisen) injiziert während mindestens 10 Minuten.

Als Infusion Gabe der pro Tag maximal verträglichen Dosis höchstens einmal wöchentlich:

  • Patienten mit einem Körpergewicht über 70 kg: 500 mg Eisen (25 ml Venofer) während mindestens 3 ½ Stunden
  • Patienten mit einem Körpergewicht von 70 kg und darunter: 7 mg Eisen/kg Körpergewicht während mindestens 3 ½ Stunden

Die im Kapitel «Anwendung» vorgeschriebenen Infusionszeiten müssen strikt eingehalten werden, auch wenn der Patient nicht die maximal verträgliche Einzeldosis erhält.

Bleibt der Behandlungserfolg aus (Anstieg des Hämoglobins um etwa 0,1 g/dl Blut/Tag und etwa 1,0–2,0 g/dl nach 1–2 Wochen), so ist die ursprüngliche Diagnose zu überprüfen und ein weiterbestehender Blutverlust auszuschliessen.

Anwendung

Venofer darf nur intravenös mittels Tropfinfusion, langsamer Injektion oder direkt in den venösen Teil des Dialysegerätes verabreicht werden.

Venofer darf nicht intramuskulär oder subkutan verabreicht werden.

Wenn die notwendige Gesamtdosis die maximal zulässige Einzeldosis übersteigt, muss die Verabreichung der Gesamtdosis aufgeteilt werden.

Intravenöse Tropfinfusion

Venofer darf nur in steriler 0,9% m/V Natriumchloridlösung (NaCl-Lösung) verdünnt werden. Die Verdünnung muss unmittelbar vor der Infusion erfolgen, und die Lösung soll wie folgt infundiert werden:

Venofer-Dosis(mg Eisen)Venofer-Dosis(ml Venofer)Maximales Verdünnungsvolumen der sterilen 0,9% m/V NaCl-LösungMinimale Infusionszeit
50 mg2,5 ml50 ml8 Minuten
100 mg5 ml100 ml15 Minuten
200 mg10 ml200 ml30 Minuten
300 mg15 ml300 ml1,5 Stunden
400 mg20 ml400 ml2,5 Stunden
500 mg25 ml500 ml3,5 Stunden

Intravenöse Injektion

Venofer kann durch langsame intravenöse Injektion mit einer Geschwindigkeit von 1 ml unverdünnter Lösung pro Minute verabreicht werden, wobei pro Injektion 10 ml (200 mg Eisen) nicht überschritten werden dürfen. Der Arm des Patienten soll nach der Injektion gestreckt werden. Eine paravenöse Injektion ist zu vermeiden, da der Austritt von Venofer an der Injektionsstelle zu Schmerzen, Entzündungen, Gewebenekrosen und potentiell lang anhaltender Braunverfärbung der Haut führen kann, siehe auch unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Injektion in den venösen Teil des Dialysegeräts

Venofer kann während einer Hämodialysesitzung direkt in den venösen Teil des Dialysegerätes verabreicht werden, wobei dieselben Bedingungen wie für die intravenöse Injektion gelten.

Kontraindikationen

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
  • Anämie, die nicht auf Eisenmangel zurückzuführen ist (z.B. hämolytische Anämie, megaloblastische Anämie infolge Vitamin B12-Mangel, Störungen der Erythropoese, Knochenmarkhypoplasie, Bleianämie).
  • Hinweise auf Eisenüberladung (Hämochromatose, Hämosiderose) oder erbliche Eisenverwertungsstörungen (sidero-achrestische Anämie, Thalassämie, Porphyria cutanea tarda).
  • 1. Schwangerschaftstrimester.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Intravenöse Verabreichung von parenteralen Eisenpräparaten kann akute Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp hervorrufen (anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen), die möglicherweise letal sein können.

Solche Reaktionen wurden auch nach vorherigen komplikationslos vertragenen Applikationen parenteraler Eisenpräparate berichtet. Bei Patienten, die Überempfindlichkeitsreaktionen auf Eisendextran durchgemacht haben, darf Venofer nur in zwingenden Situationen und unter strengen Vorsichtsmassnahmen verabreicht werden.

Die Behandlung mit Venofer sollte nur nach sorgfältiger Indikationsstellung durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt verordnet werden.

Venofer sollte nur angewendet werden, falls medizinisches Fachpersonal, das anaphylaktische Reaktionen bewerten und behandeln kann, sofort verfügbar ist, sowie nur in einer Einrichtung, in der alle Vorrichtungen zur Reanimation vorhanden sind. Patienten sollten aktiv vor jeder Applikation von Venofer nach früheren unerwünschten Wirkungen intravenöser Eisenpräparate befragt werden.

Typische Symptome akuter Überempfindlichkeitsreaktionen sind: Blutdruckabfall, Tachykardie (bis hin zum anaphylaktischen Schock), respiratorische Symptome (Bronchospasmen, Ödeme von Larynx und Pharynx, u.a.) abdominale Symptome (Bauchkrämpfe, Erbrechen, u.a.) oder Hautsymptome (Urtikaria, Erythem, Pruritus, u.a.).

Patienten sollten während und über mindestens 30 Minuten nach der Applikation von parenteralen Eisenpräparaten auf Anzeichen und Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion beobachtet werden. Sollten während der Applikation allergische Reaktionen oder Anzeichen einer Unverträglichkeit auftreten, muss die Behandlung sofort gestoppt werden.

Zur medikamentösen Notfallbehandlung akuter anaphylaktischer/anaphylaktoider Reaktionen wird als erstes Adrenalin, z.B. 0.3 mg-weise i.m., empfohlen. Antihistaminika und/oder Kortikosteroide (späterer Wirkungseintritt) erst danach.

Das Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen ist erhöht bei Patienten mit bekannten Allergien einschliesslich Arzneimittelunverträglichkeit, anamnestisch schwerer Asthma, Ekzem und sonstigen Atopien, sowie bei Patienten mit immunologischen oder entzündlichen Erkrankungen (z.B. systemischer Lupus Erythematodes, rheumatoide Arthritis).

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion soll parenterales Eisen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden. Die parenterale Eisengabe soll bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vermieden werden, bei welchen eine Eisenüberladung ein auslösender Faktor ist. Zur Verhinderung einer Eisenüberladung wird eine sorgfältige Überwachung des Eisenstatus empfohlen.

Bei Patienten mit erhöhtem Ferritinwert kann parenterales Eisen den Verlauf einer bakteriellen oder viralen Infektion ungünstig beeinflussen.

Bei akuten oder chronischen Infektionen ist bei parenteraler Eisengabe Vorsicht geboten. Bei Patienten mit chronischen Infektionen ist eine Nutzen-Risiko-Beurteilung vorzunehmen. Bei Patienten mit Bakteriämie wird empfohlen, die Verabreichung von Venofer zu beenden.

Eine paravenöse Injektion ist zu vermeiden, da der Austritt von Venofer an der Injektionsstelle zu Schmerzen, Entzündungen, Gewebenekrosen und potentiell lang anhaltender Braunverfärbung der Haut führen kann. Falls dies eintritt, muss die Verabreichung von Venofer unverzüglich unterbrochen werden.

Blutdruckabfälle wurden häufig im Zusammenhang mit der intravenösen Verabreichung von Eisen beobachtet. Deshalb sollte die Infusion mit Vorsicht verabreicht werden.

Bei Patienten mit Störungen der Leberfunktion, dekompensierter Leberzirrhose, Hepatitis epidemica, Osler-Rendu-Weber-Syndrom, infektiösen Nierenerkrankungen in der akuten Phase, unkontrolliertem Hyperparathyreoidismus ist bei der Verabreichung von Venofer besondere Vorsicht geboten.

Interaktionen

Venofer ist nur indiziert, wenn eine orale Eisentherapie nicht durchführbar oder ungenügend wirksam ist. In diesem letzten Fall wird empfohlen, Venofer nicht gleichzeitig mit oralen Eisenpräparaten zu verabreichen, da die Resorption von oral verabreichtem Eisen vermindert sein kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen nur ungenügende Daten aus der Anwendung von Eisensaccharose bei Schwangeren im ersten Trimester vor. Daten aus der Anwendung von Venofer bei Schwangeren im zweiten und dritten Trimester (303 Schwangerschaftsausgänge) ergaben keine Sicherheitsbedenken für die Mutter oder das Neugeborene.

Es ist bisher nicht bekannt, ob der in Venofer vorliegende Eisen(III)-hydroxid Saccharose Komplex die Plazenta passiert. An Transferrin gebundenes Eisen passiert jedoch die Plazentaschranke und an Laktoferrin gebunden tritt es in die Muttermilch über.

Untersuchungen über den Einfluss auf den Eisenhaushalt des Neugeborenen liegen nicht vor.

Venofer ist im ersten Schwangerschaftstrimester kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen») und im 2. und 3. Trimester nur bei zwingender Indikation anzuwenden.

Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist vor Anwendung während der Schwangerschaft erforderlich, da Überempfindlichkeitsreaktionen zu einer besonderen Gefährdung von Mutter und Kind führen kann (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Für die Berechnung der benötigten Eisenmenge sollte das Körpergewicht vor dem Beginn der Schwangerschaft herangezogen werden, um eine mögliche Überdosierung zu vermeiden.

Zur Ausscheidung von Eisen in der Muttermilch beim Menschen liegen nach intravenöser Verabreichung von Eisensaccharose begrenzte Daten vor. In einer klinischen Studie erhielten 10 gesunde stillende Mütter mit Eisenmangel 100 mg Eisen in Form von Eisensaccharose. Vier Tage nach der Behandlung war der Eisengehalt der Muttermilch nicht angestiegen, und es bestand kein Unterschied zur Kontrollgruppe (n=5). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Neugeborene/Säuglinge über die Muttermilch gegenüber Eisen aus Venofer exponiert werden; daher ist eine Nutzen-Risiko-Abwägung vorzunehmen.

Für Daten aus tierexperimentellen Studien, siehe «Präklinische Daten».

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Es ist unwahrscheinlich, dass Venofer einen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder auf das Bedienen von Maschinen hat. Falls jedoch nach der Verabreichung von Venofer Symptome wie Schwindel, Verwirrtheit oder Benommenheit auftreten, sollten betroffene Patienten nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen, bis die Symptome abgeklungen sind.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigste in klinischen Studien mit Venofer beobachtete unerwünschte Arzneimittelwirkung war Dysgeusie, welche mit einer Rate von 4,5 Ereignissen pro 100 Studienteilnehmende auftrat. Weitere häufige unerwünschte Wirkungen waren Übelkeit, Hypotonie, Hypertonie und Schmerzen an der Injektionsstelle, die mit einer Rate von 1 bis 2 Ereignissen pro 100 Teilnehmende auftraten.

Die wichtigsten schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit Venofer sind Überempfindlichkeitsreaktionen, welche in klinischen Prüfungen mit einer Rate von 0,25 Ereignissen pro 100 Teilnehmende auftraten. Überempfindlichkeit vom Soforttyp (anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen) waren selten. Im Allgemeinen sind anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen sehr ernst zu nehmende Nebenwirkungen, die letal sein können (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Symptome beinhalten, unter anderem, Kreislaufkollaps, Blutdruckabfall, Tachykardie, respiratorische Symptome (Bronchospasmen, Ödeme von Larynx und Pharynx, u.a.) abdominale Symptome (Bauchschmerzen, Erbrechen, u.a.) oder Hautsymptome (Urtikaria, Erythem, Pruritus, u.a.).

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei 4046 Patienten in klinischen Studien in zeitlichem Zusammenhang mit der Verabreichung von Venofer berichtet, wodurch ein kausaler Zusammenhang angenommen werden kann. Die Häufigkeit der unten aufgeführten unerwünschten Arzneimittelwirkungen wird klassifiziert als häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000) und selten (<1/1000, ≥1/10'000).

Infektionen und Infestationen

Selten: Pneumonie.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Gelegentlich: Polyzythämie1).

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Selten: Eisenüberladung.

Nervensystem

Häufig: Dysgeusie.

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schwindel, brennendes Gefühl, Parästhesien, Hypästhesien.

Selten: Synkope, Migräne, Somnolenz.

Funktionsstörungen des Herzens

Gelegentlich: Hypotonie und Kollaps, Tachykardie

Selten: Palpitationen.

Funktionsstörungen der Gefässe

Häufig: Hypotonie, Hypertonie.

Gelegentlich: Thrombophlebitis, Phlebitis.

Selten: Hitzegefühl.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Dyspnoe.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Gelegentlich: Chromaturie.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit.

Gelegentlich: Erbrechen, Bauchschmerzen, Diarrhö, Obstipation.

Selten: Mundtrockenheit.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Pruritus, Ausschlag.

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen)

Gelegentlich: Muskelkrämpfe, Myalgie, Arthralgie, Extremitätenschmerzen, Rückenschmerzen.

Selten: Beschwerden in Gliedmassen, Muskelspasmen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle.

Gelegentlich: Schüttelfrost, Asthenie, Müdigkeit, Schmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle, Irritationen an der Injektionsstelle, Extravasation an der Injektionsstelle, Verfärbung an der Injektionsstelle, Brennen an der Injektionsstelle, Schwellung an der Injektionsstelle.

Selten: Hitzegefühl, Schmerzen im Brustkorb, Fieber, Juckreiz an der Injektionsstelle, Hämatom an der Injektionsstelle.

Untersuchungen

Gelegentlich: Gamma-Glutamyltransferase erhöht, Alaninaminotransferase erhöht, Aspartataminotransferase erhöht, pathologische Leberfunktionswerte.

Selten: Serumferritin erhöht1), Kreatinin im Blut erhöht, Laktatdehydrogenase im Blut erhöht.

1) Möglicherweise als Folge einer Eisenüberdosis oder Eisenüberladung

Aus Spontanberichten kommen folgende Nebenwirkungsmeldungen nach dem Inverkehrbringen

Häufigkeit nicht bekannt: Bewusstseinstrübung, oberflächliche Venenthrombose, Muskel-Hypotonie, Hyperhidrosis, Bradykardie.

Überdosierung

Eine Überdosierung kann zu einer Eisenüberladung führen, die als Hämosiderose manifest werden kann. Eine Überdosierung sollte im Ermessen des behandelnden Arztes mit einem Eisenchelatbildner oder nach dem ärztlichen Standardvorgehen behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B03AC

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Eisensaccharose, der Wirkstoff von Venofer, besteht aus einem polynukleären Eisen(III)-hydroxid-Kern, welcher von einer grossen Zahl nicht kovalent gebundener Saccharosemoleküle umgeben ist. Der Komplex hat ein gewichtsgemitteltes Molekulargewicht (Mw) von ca. 43 kDa. Der polynukleäre Eisenkern besitzt eine ähnliche Struktur wie der Kern des physiologischen Eisenspeicherproteins Ferritin. Der Komplex ist so aufgebaut, dass verwertbares Eisen für die Eisentransport- und Eisenspeicherproteine im Körper (d.h. Transferrin resp. Ferritin) unter kontrollierten Bedingungen bereitgestellt wird.

Nach intravenöser Verabreichung wird der polynukleäre Eisenkern aus dem Komplex vorwiegend vom retikuloendothelialen System in Leber, Milz und Knochenmark aufgenommen. In einem zweiten Schritt wird das Eisen zur Synthese von Hb, Myoglobin und eisenhaltigen Enzymen verwendet oder primär in der Leber als Ferritin gespeichert.

Klinische Wirksamkeit

In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass das hämatologische Ansprechen auf intravenös verabreichten Eisen(III)-hydroxid Saccharose Komplex schneller erfolgt als auf oral verabreichte lösliche Präparate.

Pharmakokinetik

Distribution

Die Ferrokinetik von mit 52Fe und 59Fe markierter Eisensaccharose wurde in 6 Patienten mit Anämie und chronischem Nierenversagen untersucht. In den ersten 6–8 Stunden wurde 52Fe von der Leber, von der Milz und vom Knochenmark aufgenommen. Die Aufnahme der Radioaktivität durch die an Makrophagen reiche Milz wird als repräsentativ für die retikuloendotheliale Eisenaufnahme angesehen.

Nach intravenöser Injektion einer Einzeldosis von 100 mg Eisen in Form von Eisensaccharose bei gesunden Freiwilligen wurden die maximalen totalen Serumeisenkonzentrationen 10 Minuten nach der Injektion erreicht, wobei die durchschnittliche Konzentration 538 μmol/l betrug. Das Verteilungsvolumen des zentralen Kompartiments entsprach gut dem Plasmavolumen (ca. 3 Liter).

Metabolismus

Nach der Injektion dissoziiert die Saccharose grösstenteils, und der polynukleäre Eisenkern wird vorwiegend vom retikuloendothelialen System der Leber, der Milz und des Knochenmarks aufgenommen. Vier Wochen nach der Applikation lag die Erythrozyten-Eisenutilisation zwischen 68 und 97%.

Elimination

Der Eisen-Saccharose-Komplex hat ein gewichtsgemitteltes Molekulargewicht (Mw) von ca. 43 kDa, was ausreichend hoch ist, um eine renale Elimination zu verhindern. Die renale Eisenelimination in den ersten 4 Stunden nach Injektion einer Venofer-Dosis von 100 mg Eisen entsprach weniger als 5% der Dosis. Nach 24 Stunden war die totale Eisenserumkonzentration wieder auf die Ausgangswerte vor der Applikation zurückgegangen. Die renale Elimination der Saccharose betrug ca. 75% der verabreichten Dosis.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es ist bisher nicht bekannt, welchen Einfluss Störungen der Nieren- und Leberfunktion auf die pharmakologischen Eigenschaften des Eisen(III)-hydroxid Saccharose Komplexes haben (Hinweis: s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität und Reproduktions- und Entwicklungstoxizität lassen die limitierten präklinischen Daten keine unmittelbare Gefahren für den Menschen erkennen.

In Studien zur embryo-fötalen Toxizität, in welchen die Tiere Eisen-übersättigt wurden, war Eisensaccharose in Dosen, die zur Toxizität mütterlicherseits führten, assoziiert mit geringen Skelettanomalien in Rattenföten.

Präklinische Daten weisen auf keine direkten oder indirekten schädlichen Wirkungen auf das gestillte Kind hin. Bei laktierenden Ratten, welche mit 59Fe-markierter Eisensaccharose behandelt wurden, wurden eine geringe Ausscheidung von Eisen in die Milch und ein geringer Übergang von Eisen auf die Nachkommen beobachtet. Es ist unwahrscheinlich, dass nicht metabolisierte Eisensaccharose in die Muttermilch übergeht.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Venofer darf nur mit steriler 0,9% m/V Kochsalzlösung unter aseptischen Bedingungen gemischt werden. Bei Mischung mit anderen Lösungen oder Arzneimitteln könnte es zu Ausfällungen und/oder Interaktionen kommen. Es ist nichts über die Kompatibilität mit Behältnissen bekannt, die nicht aus Glas, Polyethylen oder PVC bestehen.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Keine bekannt.

Haltbarkeit

Die Ampullen oder Durchstechflaschen sind nach Anbruch sofort zu verwenden. Die mit steriler 0,9% m/V Kochsalzlösung hergestellten verdünnten Lösungen sollen aus mikrobiologischen Gründen sobald als möglich verabreicht werden. Sie dürfen nicht über 25 °C gelagert werden und müssen innerhalb von 12 Stunden verabreicht werden.

Venofer darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vorgeschriebene Lagerbedingungen: Nicht über 25 °C, vor Licht geschützt. Die Venofer Lösung darf nicht gefrieren oder grosser Hitze ausgesetzt werden.

Hinweise für die Handhabung

Die Ampullen oder Durchstechflaschen sind vor Gebrauch einer Sichtprüfung auf Sedimente und Beschädigungen zu unterziehen. Nur Behältnisse mit einer homogenen und sedimentfreien Lösung dürfen verwendet werden.

Zulassungsnummer

15398 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Vifor (International) AG, St. Gallen.

Stand der Information

April 2015.

Verwendung dieser Informationen

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