Flector Ep Gran 50 Mg Btl 10 Stk

Flector Ep Gran 50 Mg Btl 10 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: diclofenacum epolaminum.

Hilfsstoffe: aspartamum (E951), aromatica, excipiens ad granulatum pro charta.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Granulat in Beutel, diclofenacum epolaminum 65 mg pro charta, corr. diclofenacum natricum 50 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Kurzzeitbehandlung folgender akuter schmerzhaften und entzündlichen Erkrankungen:

Migräneanfälle mit oder ohne Aura;

posttraumatische schmerzhafte Entzündungen wie z.B. nach Verstauchungen;

postoperative Entzündungen und Schmerzen nach zahnärztlichen oder orthopädischen Eingriffen;

schmerzhafte und/oder entzündliche Zustände in der Gynäkologie, z.B. primäre Dysmenorrhö, Adnexitis;

schmerzhafte Wirbelsäulensyndrome;

extraartikulärer Rheumatismus;

als Adjuvans bei akuten schmerzhaften entzündlichen Infektionen von Hals, Nase oder Ohren, z.B. Pharyngotonsillitis, Otitis.

Entsprechend den allgemeinen medizinischen Prinzipien sind zur Behandlung der Grundkrankheiten geeignete therapeutische Massnahmen zu ergreifen.

Fieber allein ist keine Indikation.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: in der Regel beträgt die Dosis 1 Beutel zu 50 mg 2–3× pro Tag, je nach Schwere der Erkrankung. Für leichtere Fälle und Kinder über 14 Jahren sind gewöhnlich 50–100 mg pro Tag ausreichend.

Bei primärer Dysmenorrhö beträgt die Tagesdosis, individuell angepasst, im Allgemeinen 50–150 mg; die Initialdosis ist zunächst mit 50–100 mg zu wählen und falls erforderlich kann die Dosis im Verlauf mehrerer Menstruationszyklen bis auf maximal 200 mg pro Tag angehoben werden. Die Therapie sollte beim Auftreten der ersten Symptome beginnen und entsprechend der Symptomatik einige Tage dauern.

Migräne: empfohlen wird die Einnahme einer Initialdosis von 50 mg bei den ersten Anzeichen eines drohenden Migräneanfalls. Falls die Schmerzlinderung ca. 2 h nach Einnahme der ersten Dosis nicht ausreichend ist, kann eine weitere Dosis zu 50 mg eingenommen werden. Falls erforderlich können in Abständen von 4–6 h weitere Dosen zu 50 mg eingenommen werden, wobei die Maximaldosis von 200 mg innerhalb von 24 h nicht überschritten werden darf.

Kinder: wegen seines hohen Wirkstoffgehaltes wird Flector EP Granulat für die Anwendung bei Kindern unter 14 Jahren nicht empfohlen.

Gebrauchsanweisung: Beutelinhalt in einem halben Glas Wasser lösen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung;

Anamnese von Bronchospasmus, Urtikaria oder allergieähnlichen Symptomen nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR).

Drittes Trimenon der Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Aktive Magen- und/oder Duodenalulcera oder gastrointestinale Blutungen.

Entzündliche Darmerkrankungen (wie M. Crohn oder Colitis ulcerosa).

Schwere Leberfunktionsstörungen (Leberzirrhose und Aszites).

Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min).

Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III–IV).

Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (resp. Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemeiner Warnhinweis für die Anwendung von systemischen nicht-steroidalen Antirheumatika

Gastrointestinale Ulzerationen, Blutungen oder Perforationen können während der Behandlung mit nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR), COX-2 selektiv oder nicht, jederzeit auch ohne Warnsymptome oder anamnestische Hinweise auftreten. Um dieses Risiko zu verringern, sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Für gewisse selektive COX-2-Hemmer wurde in Placebo-kontrollierten Studien ein erhöhtes Risiko für thrombotische kardio- und zerebrovaskuläre Komplikationen gezeigt. Es ist noch nicht bekannt, ob dieses Risiko direkt mit der COX-1/COX-2-Selektivität der einzelnen NSAR korreliert. Da für Diclofenac zur Zeit keine vergleichbaren klinischen Studiendaten unter maximaler Dosierung und Langzeittherapie vorliegen, kann ein ähnlich erhöhtes Risiko nicht ausgeschlossen werden. Bis zum Vorliegen von entsprechenden Daten sollte Diclofenac bei klinisch gesicherter koronarer Herzkrankheit, zerbrovaskulären Erkrankungen, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder bei Patienten mit erheblichen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Auch wegen diesem Risiko sollte die kleinste wirksame Dosis während der kürzest möglichen Therapiedauer verabreicht werden.

Die renalen Effekte der NSAR umfassen Flüssigkeitsretention mit Ödemen und/oder arterieller Hypertonie. Bei Patienten mit beeinträchtigter Herzfunktion und anderen Zuständen, die zur Flüssigkeitsretention prädisponieren, sollte Diclofenac deshalb nur mit Vorsicht angewendet werden. Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika oder ACE-Hemmer einnehmen sowie bei erhöhtem Risiko einer Hypovolämie.

Zusätzlich für Flector EP Granulat

Eine strenge Indikationsstellung und sorgfältige ärztliche Überwachung erfordern Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden, mit Hinweisen auf Magen-Darm-Geschwüre in der Anamnese oder mit Leberfunktionsstörung.

Durch die Freisetzung des Wirkstoffes bereits im Magen kann es zur lokalen Irritation der Magenschleimhaut kommen.

Gastrointestinale Blutungen oder Ulzerationen/Perforationen haben bei älteren Patienten meist schwerwiegendere Konsequenzen. Sie können während der Behandlung jederzeit auch ohne Warnsymptome und ohne anamnestische Hinweise auftreten.

In den seltenen Fällen, in denen unter der Behandlung mit Flector EP Granulat gastrointestinale Ulzerationen oder Blutungen auftreten, ist das Präparat abzusetzen.

Wie auch bei anderen NSAIDs können die Werte eines oder mehrerer Leberenzyme während der Behandlung mit Flector EP Granulat ansteigen. Dies wurde unter Diclofenac in klinischen Studien beobachtet und kann bei etwa 15% der Patienten eintreten, ist aber selten von klinischen Symptomen begleitet. Die klinische Bedeutung dieses Phänomens ist unbekannt. In der Mehrheit dieser Fälle handelt es sich um Erhöhungen im Grenzbereich. Gelegentlich (bei 2,5%) wurden mässige Erhöhungen beobachtet (≥3–<8× die obere Normgrenze), während die Inzidenz deutlicher Erhöhungen (≥8× die obere Normgrenze) im Bereich von ungefähr 1% blieb. In den oben genannten klinischen Studien kam es in 0,5% nebst Leberenzymerhöhungen zu klinisch manifesten Leberschädigungen. Die Enzymerhöhungen waren im Allgemeinen nach Absetzen des Präparates reversibel.

Wie bei anderen NSAIDs sollten auch bei Flector EP Granulat bei der Langzeittherapie die Leberwerte regelmässig kontrolliert werden.

Flector EP Granulat sollte abgesetzt werden, falls eine Leberfunktionsstörung anhält oder sich verschlimmert und falls klinische Zeichen und Symptome einer Lebererkrankung (z.B. Hepatitis) sowie andere Manifestationen (z.B. Eosinophilie, Hautausschlag usw.) auftreten.

Zusätzlich zu Leberenzymerhöhungen ist über seltene Fälle von schweren Leberreaktionen, inkl. Ikterus und in Einzelfällen tödlich verlaufende fulminante Hepatitis berichtet worden. Hepatitis kann ohne Prodromalsymptome auftreten. Bei Patienten mit hepatischer Porphyrie ist Flector EP Granulat mit Vorsicht anzuwenden, da das Arzneimittel eine Attacke auslösen kann.

Aufgrund der wichtigen Funktion der Prostaglandine für die Aufrechterhaltung der Nierendurchblutung ist besondere Vorsicht geboten bei Patienten mit eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion, bei alten Patienten, bei Patienten, die Diuretika einnehmen, und bei Patienten mit Flüssigkeitsmangel im Extrazellularraum jeglicher Ursache, z.B. während der peri- oder postoperativen Phase grosser chirurgischer Eingriffe.

Als vorsorgliche Massnahme wird, wenn in solchen Fällen Flector EP Granulat Verwendung findet, die Überwachung der Nierenfunktion empfohlen. Nach Absetzen der Therapie wird normalerweise der Zustand vor Behandlung wiederhergestellt.

Bei Patienten in hohem Alter ist aus grundsätzlichen medizinischen Überlegungen Vorsicht geboten.

Vor allem wird empfohlen, bei gebrechlichen älteren Patienten oder solchen mit einem niedrigen Körpergewicht die niedrigste wirksame Dosierung zu verwenden.

Im Allgemeinen erweist sich die Behandlung mit Flector EP Granulat in den erwähnten Indikationen nur während einiger Tage als notwendig. Wenn jedoch Flector EP Granulat abweichend von den Anwendungsempfehlungen über einen längeren Zeitraum angewendet wird, ist es ratsam, wie bei anderen hochwirksamen nichtsteroidalen Antiphlogistika, Blutbildkontrollen durchzuführen.

Aufgrund der pharmakodynamischen Eigenschaften kann Flector EP Granulat – wie auch andere nichtsteroidale Antirheumatika – die Symptome einer Infektion verschleiern.

Wie andere nichtsteroidale Antirheumatika kann auch Flector EP Granulat vorübergehend die Thrombozytenaggregation hemmen. Patienten mit einer Gerinnungsstörung sollten sorgfältig überwacht werden.

Wie bei anderen nichtsteroidalen Antiphlogistika können allergische Reaktionen, einschliesslich anaphylaktischer/anaphylaktoider Reaktionen, auch dann auftreten, wenn das Arzneimittel zuvor noch nicht angewandt wurde.

Interaktionen

Lithium, Digoxin: Diclofenac kann bei gleichzeitiger Anwendung die Plasmaspiegel von Lithium oder Digoxin erhöhen.

Diuretika: verschiedene nichtsteroidale Antiphlogistika können die Wirkung von Diuretika hemmen. Die gleichzeitige Behandlung mit kaliumsparenden Diuretika kann den Kaliumspiegel im Serum erhöhen, dessen Überwachung deshalb erforderlich ist.

Nichtsteroidale Antiphlogistika: die gleichzeitige systemische Anwendung verschiedener nichtsteroidaler Antiphlogistika oder von Glukokortikoiden kann die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen erhöhen.

Antikoagulantien: obwohl klinische Untersuchungen keine Anhaltspunkte dafür zu geben scheinen, dass Diclofenac die Wirkung von Antikoagulantien beeinflusst, liegen vereinzelte Berichte über ein erhöhtes Blutungsrisiko bei gleichzeitiger Anwendung von Diclofenac und Antikoagulantien vor. Deshalb wird empfohlen, solche Patienten sorgfältig zu überwachen. Wie andere nichtsteroidale Antiphlogistika kann Diclofenac in hoher Dosis (200 mg) die Thrombozytenaggregation vorübergehend hemmen.

Orale Antidiabetika: klinische Studien haben gezeigt, dass Diclofenac gleichzeitig mit oralen Antidiabetika verabreicht werden kann, ohne deren klinische Wirkung zu beeinflussen. Vereinzelt wurde jedoch über hypoglykämische und hyperglykämische Reaktionen nach Verabreichung von Diclofenac berichtet, die eine Anpassung der Antidiabetika-Dosierung nötig machten.

Methotrexat: Vorsicht ist geboten, wenn nichtsteroidale Antiphlogistika weniger als 24 Stunden vor oder nach einer Behandlung mit Methotrexat verabreicht werden, da der Methotrexat-Blutspiegel ansteigt und die Toxizität von Methotrexat erhöht werden kann.

Cyclosporin: die Wirkung von nichtsteroidalen Antiphlogistika auf die Prostaglandine der Niere kann die Nephrotoxizität von Cyclosporin erhöhen.

Chinolin-Antibiotika: vereinzelt wurde über Konvulsion berichtet, die möglicherweise auf die gleichzeitige Anwendung von Chinolinen und nichtsteroidalen Antirheumatika zurückzuführen war.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryofetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kardiale Missbildungen und Gastroschisis nach der Anwendung eines Prostaglandinsynthesehemmers in der Frühschwangerschaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.

Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantären Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte Inzidenzen verschiedener Missbildungen, einschliesslich kardiovaskulärer Missbildungen bei Tieren berichtet, die während der Phase der Organogenese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten.

Während des ersten und zweiten Schwangerschaftstrimesters sollte Diclofenac nur gegeben werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Falls Diclofenac von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es während des ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimesters angewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.

Während des dritten Schwangerschaftstrimesters ist Di­clofenac kontraindiziert. Alle Prostaglandinsynthesehemmer können:

den Fetus folgenden Risiken ausetzen:

– kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);

– Nierenfunktionsstörungen, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten.

Mutter und Kind folgenden Risiken aussetzen:

– mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmender Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auftreten kann;

– Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten Geburtsvorganges.

Fertilität

Die Anwendung von Diclofenac kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen und wird daher bei Frauen, die schwanger werden möchten nicht empfohlen. Bei Frauen, die Schwierigkeiten haben schwanger zu werden oder bei denen Untersuchungen zur Infertilität durchgeführt werden, sollte das Absetzen von Diclofenac in Betracht gezogen werden.

Stillzeit

NSAR treten in die Muttermilch über. Vorsichtshalber soll Diclofenac deshalb von stillenden Frauen nicht eingenommen werden. Ist die Behandlung unerlässlich, ist der Säugling auf Flaschennahrung umzustellen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten mit Schwindel oder anderen zentralnervösen Störungen, einschliesslich Sehstörungen, sollten auf das Führen eines Fahrzeuges oder die Bedienung von Maschinen verzichten.

Diclofenac kann das Reaktionsvermögen verändern, sodass die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen beeinträchtigt werden können (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Einschliesslich derer, die mit höher dosierten Formen von Diclofenac und bei Langzeitanwendung berichtet wurden.

Häufigkeit: sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100 <1/10), gelegentlich (>1/1000 <1/100), selten (>1/10’000 <1/1000), sehr selten (<1/10’000).

Blut

Sehr selten: Thrombozytopenie, Leukopenie, Agranulozytose, hämolytische Anämie, aplastische Anämie.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B. Asthma, anaphylaktische/anaphylaktoide systemische Reaktionen (einschliesslich Hypotonie).

Sehr selten: Vaskulitis, Pneumonitis.

Nervensystem

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel.

Selten: Müdigkeit.

Sehr selten: Störungen des Empfindungsvermögens einschliesslich Parästhesie, Gedächtnisstörungen, Desorientierung, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Krämpfe, Depressionen, Angstgefühle, Albträume, Zittern, aseptische Meningitis.

Augen

Sehr selten: Sehstörungen (verminderte Sehschärfe, Di­plopie).

Ohren

Sehr selten: Schwerhörigkeit, Tinnitus.

Herz

Sehr selten: Palpitationen, Brustschmerzen, Hypertonie, Herzinsuffizienz.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Schmerzen im Oberbauch, andere Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe, Dyspepsie, Blähungen, Anorexie.

Selten: gastrointestinale Blutungen (Hämatemesis, Melaena, blutiger Durchfall), Magen- oder Darmulzerationen mit oder ohne Blutung oder Perforation.

Sehr selten: aphtöse Stomatitis, Glossitis, Läsionen der Speiseröhre, diaphragmaartige intestinale Strikturen, Beschwerden im Unterbauch, z.B. unspezifische blutende Dickdarmentzündung, Exazerbation einer Colitis ulcerosa oder Enteritis regionalis, Obstipation, Pankreatitis, Störungen der Geschmacksempfindung.

Flector EP Granulat kann im unteren Darmbereich (Dünn- und Dickdarm) chronisch entzündliche Zustände mit Pseudomembranen und Strikturen erzeugen.

Leber

Häufig: Erhöhung der Serum-Aminotransferasen (SGOT, SGPT), gelegentlich in mässigem Ausmass (≥3× obere Normgrenze) bzw. deutlich (≥8× obere Normgrenze).

Selten: Hepatitis mit oder ohne Gelbsucht, in Einzelfällen fulminant.

Haut

Gelegentlich: Hautausschläge.

Selten: Urtikaria.

Sehr selten: bullöser Ausschlag, Ekzeme, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom (Epidermolysis acuta toxica), Erythrodermie (Dermatitis exfoliativa), Haarausfall, Lichtempfindlichkeit, Purpura (einschliesslich allergischer Purpura).

Nieren

Selten: Ödeme.

Sehr selten: akute Niereninsuffizienz, Hämaturie, Proteinurie, Interstitielle Nephritis, nephrotisches Syndrom, Papillennekrose.

Reproduktionssystem

Sehr selten: Impotenz (Zusammenhang mit Einnahme von Flector EP Granulat fraglich).

Überdosierung

Die Behandlung akuter Vergiftungen mit nichtsteroidalen Antiphlogistika ist im wesentlichen unterstützend und symptomatisch. Ein typisches klinisches Erscheinungsbild nach einer Überdosierung von Diclofenac ist nicht bekannt.

Die therapeutischen Massnahmen bei Überdosierung sind wie folgt: nach der Einnahme sollte die Absorption so bald wie möglich durch eine Magenspülung und Behandlung mit Aktivkohle verhindert werden.

Die Behandlung von Komplikationen wie Hypotonie, Niereninsuffizienz, Krämpfe, gastrointestinale Reizungen und Atemdepression ist unterstützend und symptomatisch.

Spezifische Therapie wie forcierte Diurese, Dialyse oder Hämoperfusion sind vermutlich für die Elimination von nichtsteroidalen Antiphlogistika wegen ihrer hohen Proteinbindung und ihrem extensiven Stoffwechsel nicht hilfreich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: M01AB05

Wirkungsmechanismus

Flector EP Granulat enthält das Epolaminumsalz von Di­clofenac, einer nichtsteroidalen Wirksubstanz mit ausgeprägten schmerzlindernden, entzündungshemmenden, antirheumatischen und fiebersenkenden Eigenschaften.

Als wesentlich für den Wirkungsmechanismus wird die Hemmung der Prostaglandin-Biosynthese angesehen, die experimentell nachgewiesen wurde. Prostaglandine sind bei der Entstehung von Entzündung, Schmerz und Fieber wesentlich beteiligt.

In Analogie zum Flector, besitzt Flector EP Granulat eine ausgeprägte analgetische Wirkung bei mittleren und schweren Schmerzzuständen. Bei posttraumatischen und postoperativen Entzündungen bewirkt Flector EP Granulat eine rasche Abnahme von Spontan- und Bewegungsschmerzen und vermindert die entzündliche Schwellung und das Wundödem.

Es kann bei primärer Dysmenorrhö die Schmerzen lindern und zudem das Ausmass der Blutung reduzieren.

Klinische Wirksamkeit

Flector EP Granulat Beutel sind aufgrund ihrer raschen Resorption geeignet zur Behandlung von akuten Schmerz- und Entzündungszuständen, bei welchen Gewicht auf einen raschen Wirkungseintritt (innerhalb 30 Minuten) gelegt wird.

Pharmakokinetik

Absorption

Diclofenac wird rasch und vollständig resorbiert.

Die resorbierte Wirkstoffmenge wird durch die Einnahme mit einer Mahlzeit nicht verringert, eventuell jedoch kann die Geschwindigkeit der Resorption leicht verlangsamt werden.

Distribution

Der Mittelwert der maximalen Plasmakonzentration von 2,3 µg/ml wird nach Einnahme von zwei Beuteln zu 50 mg nach 30–60 Minuten erreicht. Die Plasmakonzentrationen stehen in linearer Relation zur Dosis.

Diclofenac wird zu 99,7% an die Serumproteine, hauptsächlich an Albumin (99,4%) gebunden.

Metabolismus

Die Wirksubstanz wird etwa zur Hälfte während der ersten Leberpassage (First pass) metabolisiert, deshalb sind nach oraler Applikation die Flächen unter den Konzentrationskurven (AUC) etwa halb so gross wie nach parenteraler Gabe einer gleich grossen Dosis.

Die Biotransformation erfolgt teilweise durch Glukuronidierung des intakten Moleküls, aber vorwiegend durch einfache und mehrfache Hydroxylierung und anschliessender Glukuronidierung.

Relevante Unterschiede von Resorption, Metabolismus und Ausscheidung, bedingt durch das Alter der Patienten, sind nicht beobachtet worden.

Elimination

Die terminale Halbwertszeit beträgt 1–2 Stunden.

Ungefähr 60% der applizierten Dosis werden renal in Form obengenannter Metaboliten ausgeschieden, weniger als 1% als unveränderte Substanz. Der Rest der Dosis wird als Metaboliten mit der Galle in den Faeces eliminiert.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann aus der Kinetik einer Einzeldosis für das übliche Dosierungsschema keine Akkumulation von unveränderter Wirksubstanz abgeleitet werden. Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als 10 ml/min ist der theoretische Steady-state Plasmaspiegel der Metaboliten ungefähr viermal höher als bei gesunden Menschen. Dennoch werden die Metaboliten schliesslich über die Galle ausgeschieden.

Bei eingeschränkter Leberfunktion (chronische Hepatitis, kompensierte Leberzirrhose) verlaufen Kinetik und Metabolismus von Diclofenac wie bei Patienten mit gesunder Leber.

Präklinische Daten

Diclofenac hat keinen Einfluss auf die Fertilität der Elterntiere (Ratten) oder die prä-, peri- und postnatale Entwicklung der Jungtiere. An Ratten und Kaninchen wurden keine teratogenen Wirkungen festgestellt. Auch wurden weder in vitro noch in vivo mutagene Wirkungen beobachtet.

Weitere Teratogenizitätsstudien wurden mit 5, 25 und 50 mg/kg N-Oxid-Epolamin pro Tag, dem wichtigsten menschlichen Epolamin-Metaboliten, mit Ratten und Kaninchen durchgeführt. Nur bei der höchsten Dosis von 50 mg/kg pro Tag, was rund dem Siebzigfachen der therapeutischen Dosis entspricht, wurde eine Differenz der Embryotoxizität zur Kontrollgruppe beobachtet. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant und die Relevanz für die Klinik fragwürdig.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Feuchtigkeit und Wärme geschützt aufbewahren.

Zulassungsnummer

49065 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

IBSA Institut Biochimique SA, 6903 Lugano.

Stand der Information

Oktober 2010.

Verwendung dieser Informationen

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