Zinacef Trockensub 1.5 G I.v. Monovial

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cefuroximum (ut Cefuroximum natricum).

Hilfsstoffe: keine.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Stechampulle und Monovial zu 750 mg und 1,5 g Cefuroxim (resp. 789 mg und 1,578 g Cefuroxim-Natrium) Trockensubstanz.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zinacef ist zur Behandlung von Infektionen indiziert, welche durch Cefuroxim-empfindliche Erreger verursacht werden, wie:

  • Oberer Respirationstrakt: Sinusitis, Tonsillitis, Pharyngitis und Otitis media
  • Unterer Respirationstrakt: Akute und chronische Bronchitis, infizierte Bronchiektasen, bakterielle Pneumonie, Lungenabszess und postoperative Infektionen
  • Harnwege: Akute und chronische Pyelonephritis und Zystitis
  • Weichteile: Erysipel und Wundinfektionen
  • Knochen und Gelenke: Osteomyelitis und septische Arthritis
  • Gynäkologie: Infektionen im Bereich des Beckens
  • Gonorrhoe (besonders, wenn Penicillin nicht verwendet werden kann)
  • Andere Infektionen: auch Sepsis, Meningitis und Peritonitis.

Wo immer möglich sollte die Keimempfindlichkeit geprüft werden. In Notfallsituationen kann die Therapie mit Zinacef vor Eintreffen des Antibiogrammes eingeleitet werden.

Zinacef eignet sich auch zur Infektionsprophylaxe bei operativen Eingriffen mit erhöhtem Infektionsrisiko (Operationen im Bereich Speiseröhre-Magen-Darm, Becken, Herz, Lungen, Gefässe, Gelenke und Knochen).

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Anwendung

Zinacef kann intramuskulär oder intravenös verabreicht werden.

Die Monovial dienen ausschliesslich zur Herstellung von Infusionslösungen.

Intramuskulär sollten maximal 750 mg Zinacef an einer Verabreichungsstelle injiziert werden.

Meist wird die Behandlung mit Zinacef allein erfolgreich sein, doch kann Zinacef auch, wenn angezeigt, mit einem Aminoglykosid-Antibiotikum kombiniert werden (aber nicht in der gleichen Spritze oder Infusionslösung mischen: vgl. «Inkompatibilitäten» und «Hinweise für die Handhabung»). Allerdings ist sorgfältig auf die Nierenfunktion zu achten (vgl. «Interaktionen»).

Zur Prophylaxe bei gynäkologischen Eingriffen oder Darmoperationen kann Zinacef auch mit Metronidazol kombiniert werden (orale, rektale oder parenterale Darreichungsform).

Dosierung

Die Dosis und die Art der Verabreichung richten sich nach dem Schweregrad der Infektion, der Empfindlichkeit des Erregers und dem Zustand des Patienten, die Dauer der Behandlung nach dem Ansprechen der Erreger und dem klinischen Bild.

Übliche Dosis für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren:

Art der Infektion

EinzeldosisDosierungsintervallTagesdosis
Bei unkomplizierten Fällen mit sensiblen Erregern750 mg i.v./i.m.alle 8 Std.2,25 g
Bei schweren Infektionen oder mässig sensiblen Erregern1,5 g i.v.alle 8 oder 6 Std.4,5-6,0 g

Kinder ab 3 Monaten:

Je nach Schwere der Infektion 30-100 mg/kg KG/Tag, meist 60 mg/kg KG/Tag, aufgeteilt in 3 (-4) Einzeldosen.

Neugeborene:

Die empfohlene Dosis beträgt 30-100 mg/kg KG/Tag, aufgeteilt in 2 (-3) Einzeldosen (siehe «Pharmakokinetik»). Bei Neugeborenen sind unter Berücksichtigung der 3-5× niedrigeren Nierenclearance die Dosierungsintervalle auf (8-) 12 Std. zu verlängern.

Gonorrhoe:

Erwachsene: Einmalige Gabe von 1,5 g Zinacef i.m. (2× je 750 mg an verschiedenen Stellen).

Meningitis:

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren: 3× tägl. 3 g i.v. (alle 8 Std.).

Kinder ab 3 Monate: Initialdosis 150-250 mg i.v./kg KG/Tag, jedoch nicht mehr als die Erwachsenendosis, nach klinischer Besserung noch 100 mg i.v./kg KG/Tag aufgeteilt in 3 (-4) Einzeldosen.

Neugeborene: Initialdosis 150 mg i.v./kg KG/Tag, nach klinischer Besserung noch 50 mg i.v./kg KG/Tag aufgeteilt in 2 (-3) Einzeldosen.

Prophylaxe:

Die übliche Dosis im Falle von Abdominal-, Becken- und orthopädischen Operationen beträgt 1,5 g i.v. bei Narkoseeinleitung; je eine weitere Dosis von 750 mg i.m. können nach 8 resp. 16 Std. gegeben werden. Bei Herz-, Lungen-, Oesophagus- und Gefässoperationen werden 1,5 g i.v. bei der Narkoseeinleitung gegeben, gefolgt von weiteren i.m.-Injektionen von 750 mg 3× täglich für 1-2 Tage.

Bei totalem Gelenkersatz kann 1,5 g Zinacef Pulver trocken mit dem Methylmethacrylatzement-Polymer gemischt werden, bevor das flüssige Monomer hinzugefügt wird.

Alternative Dosierung:

Leichte bis mittelschwere, ausserhalb des Spitals erworbene Pneumonie: 2× tägl. 1,5 g Zinacef i.v. oder i.m. für 48-72 Std., gefolgt von 2× tägl. 500 mg Zinat (Cefuroximaxetil) oral für 7-10 Tage.

Akute Exazerbationen von chronischen Bronchitiden: 2× tägl. 750 mg Zinacef i.v. oder i.m. für 48-72 Std., gefolgt von 2× tägl. 500 mg Zinat (Cefuroximaxetil) oral für 5-10 Tage.

Der Zeitpunkt des Wechsels von der parenteralen auf die orale Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Infektion, dem klinischen Zustand des Patienten und der Empfindlichkeit des Keimes. Falls innerhalb von 72 Std. keine klinische Besserung eingetreten ist, darf nicht auf die orale Behandlung mit Zinat umgestellt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Cefuroxim wird praktisch ausschliesslich über die Nieren ausgeschieden.

Sowohl tierexperimentelle als auch klinische Ergebnisse zeigen eine sehr gute Nierenverträglichkeit von Cefuroxim. Trotzdem sollte bei Patienten mit offensichtlich eingeschränkter Nierenfunktion die Dosis reduziert werden, um eine verlangsamte Ausscheidung kompensieren zu können. Es gelten folgende Richtlinien:

Bei einer Kreatinin-Clearance unter 20 mL/min sind die Dosen zu reduzieren:

Beim Erwachsenen mit einer Kreatinin-Clearance von 10-20 mL/min werden 2× täglich 750 mg empfohlen, bei <10 mL/min 1× täglich 750 mg.

Dialyse-Patienten sollten nach jeder Dialyse eine zusätzliche Dosis von 750 mg erhalten. Zusätzlich zur parenteralen Applikation kann Cefuroxim im Peritonealdialysat gelöst werden (im Allgemeinen 125 mg für 1 L Dialysat).

Für Patienten mit Nierenversagen an kontinuierlicher Hämodialyse oder High-Flux-Hämofiltration auf der Intensivstation wird eine Dosierung von 2× täglich 750 mg empfohlen. Bei Low-Flux-Hämofiltration ist die Dosierung der Nierenfunktion anzupassen. Es gelten die gleichen Dosierungsempfehlungen wie bei eingeschränkter Nierenfunktion.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Cephalosporin-Antibiotika.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist bei Penicillin-Allergie geboten, besonders bei Anaphylaxie in der Anamnese, wegen möglicher Kreuzallergie.

Bei Patienten mit Bronchialasthma, Heuschnupfen oder Urtikaria ist bei der Anwendung von Zinacef besondere Vorsicht geboten, da bei diesen Patienten Überempfindlichkeitsreaktionen häufiger auftreten. Es wird empfohlen, vor der Behandlung die Reaktion dieser Patienten durch einen Intrakutantest abzuklären.

Beim Auftreten von allergischen Reaktionen ist Zinacef abzusetzen und eine entsprechende Therapie einzuleiten. Bei akuten, schweren Überempfindlichkeitsreaktionen sollten Adrenalin, Antihistaminika oder Kortikosteroide zur Anwendung kommen.

Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine antibiotikabedingte pseudomembranöse Kolitis zu denken, die lebensbedrohlich sein kann. In diesen Fällen ist Zinacef sofort abzusetzen und die Therapie mit einem gegen Clostridium spp. wirksamen Antibiotikum (z.B. Vancomycin) einzuleiten. Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.

Antibiotika sollten bei Patienten, die in der Vergangenheit an gastrointestinalen Erkrankungen, im Besonderen an Kolitis litten, mit Vorsicht verabreicht werden.

Wie bei anderen Antibiotika kann bei Behandlung mit Cefuroxim ein gesteigertes Wachstum von Candida vorkommen. Bei längerer Behandlung kann ebenfalls ein gesteigertes Wachstum von nicht empfindlichen Keimen (z.B. Enterokokken, Clostridium difficile) vorkommen, was eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich machen kann. Eine genaue Beobachtung des Patienten ist daher wesentlich. Tritt während der Behandlung eine Superinfektion auf, sind entsprechende Massnahmen zu ergreifen.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosierung von Zinacef dem Schweregrad der Niereninsuffizienz entsprechend angepasst werden (vgl. «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Bei Kombination hoher Dosen von Cephalosporinen mit stark wirksamen Diuretika und/oder Aminoglykosiden ist Vorsicht geboten, da dadurch die Nierenfunktion ungünstig beeinflusst werden könnte (vgl. «Interaktionen»).

Bei Patienten unter Kombinationstherapie sowie bei Patienten mit vorbestehender Nierenschädigung und allgemein bei älteren Patienten sollte die Nierenfunktion während der Therapie laufend überwacht werden.

Bei der Meningitis-Behandlung mit Zinacef wurde bei wenigen Kindern eine leichte bis mittlere Beeinträchtigung des Hörvermögens festgestellt. Zudem wurden in der Zerebrospinalflüssigkeit nach 18-36 Stunden positive Kulturen von Haemophilus influenzae nachgewiesen, wobei jedoch die klinische Bedeutung dieses Phänomens noch nicht bekannt ist.

Das Auftreten von Diarrhö während oder nach der Behandlung mit Zinacef, besonders wenn diese schwer, anhaltend und/oder blutig verläuft, kann ein Symptom für eine Infektion mit Clostridium difficile sein. Die schwerste Verlaufsform ist die pseudomembranöse Kolitis. Sollte der Verdacht auf eine derartige Komplikation bestehen, so ist die Behandlung mit Zinacef unverzüglich abzubrechen und der Patient sollte eingehend untersucht werden um allenfalls eine spezifische Antibiotikatherapie (z.B. Metronidazol, Vancomycin) einzusetzen. Der Einsatz von peristaltikhemmenden Mitteln ist in dieser klinischen Situation kontraindiziert.

Bei längerer Behandlung sollten die üblichen Kontrollen von Blutbild, Leber- und Nierenfunktion durchgeführt werden.

Interaktionen

Die Kombination von Zinacef mit einem Aminoglykosid-Antibiotikum zeigt in vitro zumeist eine additive, gelegentlich sogar eine synergistische Wirkung. Hohe Dosen von Cephalosporin-Antibiotika sollten jedoch nur mit grosser Vorsicht zusammen mit Aminoglykosiden und/oder stark wirksamen Diuretika wie Furosemid gegeben werden, da diese Kombinationen eine ungünstige Wirkung auf die Nierenfunktion haben können.

Wird Zinacef mit einem Aminoglykosid-Antibiotikum kombiniert, sollen die beiden Präparate getrennt verabreicht werden, da Cephalosporine die Aminoglykoside in einer Mischlösung zum Teil inaktivieren.

Wie andere Antibiotika auch, kann Cefuroxim die Darmflora beeinträchtigen, was zu verminderter Oestrogen-Resorption und Wirksamkeit von kombinierten oralen Kontrazeptiva führen kann.

Selten wurde ein Antagonismus mit Cefoxitin, Imipenem und Chloramphenicol nachgewiesen. Die klinische Relevanz dieser In-vitro Ergebnisse ist nicht bekannt.

Probenecid verzögert die Ausscheidung von Zinacef durch die Nieren. Es erhöht dadurch die Konzentration und verlängert die Verweildauer von Zinacef im Organismus.

Bakteriostatika können mit der bakteriziden Wirkung von Cephalosporinen interferieren.

Zur Bestimmung von Glukose im Blut/Plasma und Urin sollten enzymatische Methoden (Glukoseoxydase- oder Hexokinase-Methode) verwendet werden. Interferenzen mit dem Reduktionsverfahren (Benedikt, Fehling, Clinitest) wurden beobachtet.

Für die Kreatinin-Bestimmung sollte das alkalische Pikrat-Verfahren (Jaffé-Probe) verwendet werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Im Tierversuch ergaben sich keine Hinweise auf Teratogenität oder Embryotoxizität. Trotzdem sollte Zinacef während der Schwangerschaft nur in zwingenden Fällen verabreicht werden.

Zinacef tritt in geringer Menge in die Muttermilch über. Beim gestillten Säugling ist die Möglichkeit einer Sensibilisierung, von Durchfällen und einer Sprosspilzbesiedlung nicht auszuschliessen. Während der Behandlung mit Zinacef soll nur in zwingenden Fällen gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es existieren keine Studien zur Auswirkung von Zinacef auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Bei den Häufigkeitskategorien, in welche die unerwünschten Reaktionen nachfolgend eingeordnet werden, handelt es sich um Schätzungen, da für die meisten solchen Reaktionen nur unzureichendes Datenmaterial zur Berechnung der Inzidenz zur Verfügung steht. Ausserdem könnte die Inzidenz von unerwünschten Reaktionen im Zusammenhang mit Cefuroxim Natrium von Indikation zu Indikation schwanken.

Die Häufigkeit der sehr häufigen bis seltenen unerwünschten Effekte wurde dem Datenmaterial der klinischen Studien entnommen. Die Häufigkeiten aller anderen unerwünschten Reaktionen (d.h. Reaktionen mit einer Inzidenz <1/10'000) stammen vorwiegend aus den Daten der Erfahrungsberichte (Post-Marketing Reports) und entsprechen daher der Meldehäufigkeit anstatt der tatsächlichen Auftretenshäufigkeit.

Bei der Klassifikation der Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen wurden die folgenden Definitionen verwendet:

sehr häufig ≥1/10,

häufig ≥1/100 und <1/10,

gelegentlich ≥1/1000 und <1/100,

selten ≥1/10'000 und <1/1000,

sehr selten <1/10'000.

Infektionen und Infestationen

Häufig: Gesteigertes Wachstum von Candida. Gesteigertes Wachstum von nicht empfindlichen Erregern (z.B. Enterokokken) bei einer Langzeitanwendung.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Häufig: Neutropenie, Eosinophilie.

Gelegentlich: Leukopenie, Absinken der Hämoglobinkonzentration, positiver Coombs-Test.

Selten: Thrombozytopenie.

Sehr selten: Hämolytische Anämie.

Cephalosporine als Wirkstoffklasse neigen dazu, sich an die Membranoberfläche der roten Blutkörperchen anzulagern und mit Antikörpern, welche gegen das Medikament gerichtet sind, zu reagieren, was einen positiven Coombs' Test und sehr selten eine hämolytische Anämie bewirkt. Die serologische Kreuzprobe kann beeinflusst werden.

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen, u.a.

Gelegentlich: Makulopapulöse und urtikarielle Hautausschläge, Pruritus.

Selten: Arzneimittelfieber.

Sehr selten: Interstitielle Nephritis, anaphylaktischer Schock, kutane Vaskulitis.

Der anaphylaktische Schock erfordert sofortige Gegenmassnahmen.

Siehe auch unter «Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes» und «Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege».

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Gastrointestinale Störungen (Nausea, Erbrechen und Diarrhea).

Sehr selten: Colitis pseudomembranacea (durch Clostridium difficile verursacht; kann während oder nach der Behandlung auftreten, siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Häufig: Vorübergehende Erhöhung der Serumwerte von Leberenzym.

Gelegentlich: Vorübergehende Erhöhung des Bilirubinwerts.

Vorübergehende Steigerungen der Leberenzym- oder Bilirubinwerte im Serum können auftreten, insbesondere bei Patienten mit vorbestehenden Lebererkrankungen, doch liegen keine Hinweise auf eine Schädigung der Leber vor.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: Erythema multiforme, toxische epidermale Nekrolyse und Stevens-Johnson-Syndrom.

Siehe auch «Störungen des Immunsystems».

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Sehr selten: Erhöhung der Serum-Kreatininwerte, Erhöhungen des BUN (Blut-Harnstoff-Stickstoffes) im Blut und Verminderung der Kreatinin-Clearance (vgl. auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Siehe auch «Störungen des Immunsystems».

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle, einschliesslich Schmerz und Thrombophlebitis. Thrombophlebitis lässt sich allerdings durch langsames Injizieren (über 3-5 Minuten) weitgehend vermeiden.

Bei höheren Dosierungen treten Schmerzen an der intramuskulären Injektionsstelle mit grösserer Wahrscheinlichkeit auf. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Behandlung wegen dieser Störung abgebrochen wird.

Überdosierung

Eine Überdosierung parenteraler Cephalosporine kann Krämpfe verursachen (Dosierungsanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion beachten). Treten Krämpfe auf, sollte Zinacef sofort abgesetzt werden. Eine Behandlung mit Antikonvulsiva kann angebracht sein. Bei starker Überdosierung kann eine Hämodialyse sinnvoll sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC Code: J01DC02

Wirkungsmechanismus/Bakteriologie

Cefuroxim ist ein halbsynthetisches Cephalosporin der 2. Generation zur parenteralen Applikation. Die bakterizide Wirksamkeit von Cefuroxim ergibt sich aus der Hemmung der Zellwandsynthese.

Die Prävalenz erworbener Resistenzen schwankt in Abhängigkeit von der geographischen Region sowie im Zeitverlauf und kann bei bestimmten Spezies sehr hoch sein.

Informationen zur Resistenz in der jeweiligen Region sind vorteilhaft, insbesondere bei der Behandlung schwerer Infektionen.

In vitro-Empfindlichkeit der Erreger gegenüber Cefuroxim

* Klinische Wirksamkeit gegenüber Cefuroxim wurde in klinischen Studien belegt.

+ alle methicillin-resistenten Staphylococcus spp. sind resistent gegen Cefuroxime.

Üblicherweise empfindliche Keime:

Grampositive Aerobier:

Streptococcus pyogenes* (und andere β-hämolysierende Streptokokken)

Staphylococcus aureus (methicillin-empfindliche Isolate) +

Koagulase-negative Staphylokokken (methicillin-empfindliche Isolate)

Gramnegative Aerobier:

Haemophilus influenzae (inkl. ampicillinresistente Stämme)*

Haemophilus parainfluenzae*

Moraxella catarrhalis*

Neisseria meningitidis

Shigella spp.

Grampositive Anaerobier:

Peptostreptococcus spp.

Propionibacterium spp.

Spirocheten:

Borrelia burgdorferi*

Spezies, bei denen eine erworbene Resistenz ein Problem darstellen kann.

Grampositive Aerobier:

Streptococcus pneumoniae*

Streptococcus-viridans-Gruppe

Gramnegative Aerobier:

Bordetella pertussis

Citrobacter spp. ohne C. freundii

Enterobacter spp. ohne E. aerogenes und E. cloacae

Escherichia coli*

Klebsiella spp. inkl. K. pneumoniae*

Neisseria gonorrhoea* (penicillinase- und nicht penicillinasebildende Stämme)

Proteus mirabilis

Proteus spp. ohne P. penneri und P. vulgaris

Providencia spp.

Salmonella spp.

Grampositive Anaerobier:

Clostridium spp. ohne C. difficile

Gramnegative Anaerobier:

Bacteroides spp. ohne B. fragilis

Fusobacterium spp.

Von Natur aus resistente Spezies:

Grampositive Aerobier:

Enterococcus spp. inkl. E. faecalis und E. faecium

Listeria monocytogenes

Gramnegative Aerobier:

Acinetobacter spp.

Burkholderia cepacia

Campylobacter spp.

Citrobacter freundii

Enterobacter aerogenes

Enterobacter cloacae

Morganella morganii

Proteus penneri

Proteus vulgaris

Pseudomonas spp. inkl. P. aeruginosa

Serratia spp.

Stenotrophomonas maltophilia

Grampositive Anaerobier:

Clostridium difficile

Gramnegative Anaerobier:

Bacteroides fragilis

Andere Mikroorganismen:

Chlamydia species

Mycoplasma species

Legionella species

Bei durch mässig empfindliche Keime verursachten Infektionen ist die Durchführung eines Empfindlichkeitstestes zu empfehlen, um eine eventuelle Resistenz ausschliessen zu können. Die Empfindlichkeit auf Zinacef kann anhand von standardisierten Verfahren, wie sie beispielsweise vom Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) empfohlen werden, mit Disk- oder Verdünnungsmethoden bestimmt werden. Dabei werden vom CLSI die folgenden Parameter als Empfindlichkeitskriterien empfohlen:

Disktest (30 µg)Durchmesser (mm)

VerdünnungstestMHK (mg/L)

sensibel

≥18

≤16

intermediär

15-17

17-32

resistent

≤14

>32

Die Laborresultate im Dilutionstest oder im standardisierten Disk-Diffusionstest sollten nach folgenden Kriterien beurteilt werden:

Mässig empfindliche Keime sind empfindlich bei hoher Dosierung oder wenn die Infektion auf Gewebe und Flüssigkeiten begrenzt ist, in denen hohe Antibiotikaspiegel erreicht werden.

Eine bakterielle Resistenz kann natürlich oder erworben sein.

Der am häufigsten beobachtete Resistenzmechanismus beruht auf der Produktion von β-Lactamasen.

Die Ausbildung von sekundären bakteriellen Resistenzen erfolgt in der Regel langsam (Vielschrittmechanismus).

Eine Kreuzresistenz kann, wie bei anderen Penicillinen und Cephalosporinen, innerhalb derselben Antibiotikaklasse auftreten.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach einer i.m.-Injektion von 750 mg bzw. 1000 mg Cefuroxim bei gesunden Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion werden die höchsten Serumkonzentrationen nach 15-60 Minuten erreicht und liegen zwischen 26-35 µg/mL resp. 32-40 µg/mL.

Nach einer i.v.-Injektion einer Einzeldosis von 500 mg bzw. 1000 mg über 3 Minuten beträgt die Serumkonzentration unmittelbar nach der Injektion 66 µg/mL resp. 99 µg/mL.

Bei einer i.v.-Infusion über 30 Minuten von 500 mg bzw. 750 mg Cefuroxim werden Serumkonzentrationen von 38 µg/mL resp. 52 µg/mL erreicht.

Distribution

Nach einer i.m.- oder i.v.-Injektion wird das Antibiotikum in den meisten Körperflüssigkeiten und Geweben verteilt. Das Verteilungsvolumen liegt bei gesunden Erwachsenen zwischen 9,3 und 15,8 L/1,73 m2. Die Eiweissbindung beträgt 33-50%, je nach Bestimmungsmethode.

Hohe Wirkstoffkonzentrationen werden in den Nieren, Herz, Gallenblase, Leber, Prostata, Ovarien, Uterus, Knochen, Fettgewebe, Speichel, Bronchialsekret, Wundexsudaten, Kammerwasser, Synovialflüssigkeit, Perikardialflüssigkeit, Peritonealflüssigkeit und Pleuralflüssigkeit nachgewiesen. Cefuroxim passiert die Blut-Hirnschranke nur bei entzündeten Meningen.

Cefuroxim passiert die Plazentaschranke. 3-5,5 Stunden nach einer Einzeldosis von 750 mg i.m. kann in der Amnionflüssigkeit eine Cefuroximkonzentration von 18 µg/mL gemessen werden.

Cefuroxim geht in die Muttermilch über.

Metabolismus

Cefuroxim wird nicht metabolisiert und im Laufe von 24 Stunden unverändert über die Nieren ausgeschieden.

Elimination

Die Serumhalbwertszeit nach i.m. oder i.v. Injektion beträgt 1-2 Stunden. 90-100% einer Dosis werden im Laufe von 24 Stunden in antibiotisch wirksamer Form mit dem Urin ausgeschieden, die Hauptmenge in den ersten 6 Stunden. Die Ausscheidung erfolgt etwa zu gleichen Teilen mittels tubulärer Sekretion und glomerulärer Filtration.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen wird die Serumhalbwertszeit verlängert. Die Verweildauer der Substanz im Organismus hängt vom Schweregrad der Nierenfunktionsstörung ab. Bei anurischen Patienten wurden Halbwertszeiten von 15-22 Stunden gemessen.

Pädiatrie: Beim Neugeborenen verhält sich die Halbwertszeit umgekehrt proportional zum Alter. Beim 3 Tage alten Neugeborenen (oder jünger) wurden Serumhalbwertszeiten von 5-6 Stunden gemessen.

Dialyse: Cefuroxim kann durch Haemo- oder Peritonealdialyse aus dem Serum entfernt werden.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Anwendung von Zinacef relevanten präklinischen Daten vorhanden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Zinacef darf nicht zu einer Natriumhydrogencarbonat-Lösung gegeben werden.

Das Arzneimittel darf nur mit den unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Unter Behandlung mit Zinacef kann der direkte Coombs-Test gelegentlich positiv ausfallen. Die serologische Kreuzprobe kann dadurch beeinflusst werden.

Zur Bestimmung von Glukose im Blut/Plasma und Urin sollten enzymatische Methoden (Glukoseoxydase- oder Hexokinase-Methode) verwendet werden. Interferenzen mit dem Reduktionsverfahren (Benedikt, Fehling, Clinitest) wurden beobachtet.

Für die Kreatinin-Bestimmung sollte das alkalische Pikrat-Verfahren (Jaffé-Probe) verwendet werden.

Haltbarkeit

Haltbarkeit der Trockensubstanz:

Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Haltbarkeit der zubereiteten Zinacef-Lösungen:

Es sollten wenn immer möglich nur frisch zubereitete Lösungen verwendet werden. Wässrige Suspensionen für i.m.-Injektion und wässrige Lösungen für direkte i.v.-Injektion sind bei 25 °C 5 Stunden und bei 4 °C 48 Stunden haltbar. Stärker verdünnte Lösungen (1,5 g in 50 mL Aqua ad iniect.) bleiben bei 25 °C 24 Stunden, bei 4 °C bis 72 Stunden stabil (vgl. auch «Hinweise für die Handhabung»). Die Farbintensität der hergestellten Suspensionen und Lösungen kann sich innerhalb dieser Zeitspannen vertiefen, ohne dass sich Wirkung und Verträglichkeit ändern.

Besondere Lagerungshinweise:

Die Stechampullen und die Monovial sind bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor Licht geschützt in der Originalpackung aufzubewahren.

Hinweise für die Handhabung

Intramuskuläre Injektion: Der 750 mg-Stechampulle werden 3 mL Aqua ad iniect. beigefügt. Leicht schütteln, bis eine milchige Suspension entsteht. Der Zusatz eines Lokalanästhetikums ist nicht erforderlich.

Intravenöse Injektion: Der 750 mg-Stechampulle müssen mindestens 6 mL Aqua ad iniect. zugefügt werden, der 1,5 g-Stechampulle 15 mL, um eine klare Lösung zu erhalten. Diese Lösungen können langsam (in 3-5 Minuten) direkt i.v. injiziert werden.

Kurzinfusion (bis zu 30 Minuten):

a) Stechampullen:

1,5 g Zinacef Trockensubstanz werden in 20 mL Aqua ad iniect. gelöst und zu 50-100 mL Infusionslösung (kompatible Infusionslösungen unten angegeben) hinzugefügt.

b) Monovial:

Bitte separate Gebrauchsanweisung beachten.

Wird die Infusion intermittierend über ein Y-Stück gegeben, sollte während der Infusion von Zinacef die Zufuhr der anderen Lösung unterbrochen werden.

Dauertropfinfusion: Bei Zugabe zu einer Dauertropfinfusion werden 1,5 g Zinacef in 20 mL Aqua ad iniect. gelöst und in erforderlicher Menge der Infusionslösung beigegeben.

Infusionslösungen:

Zinacef ist mit folgenden Infusionslösungen kompatibel:

NaCl 0,9%; Glukose 5% und 10%; Glukose 4%+NaCl 0,18%; Glukose 5%+NaCl 0,9%; Glukose 5%+NaCl 0,45%; Glukose 5%+NaCl 0,225%; Ringer und Ringer-Laktat; 1/6 M Natriumlaktat; Hartmann.

In einer Konzentration von 5 mg/mL ist Zinacef auch in 5%iger und 10%iger Xylitlösung stabil.

Arzneistofflösungen:

1,5 g Zinacef gelöst in 15 mL Aqua ad iniect. ist mit folgenden Arzneistofflösungen kompatibel:

Metronidazol-Lösung (500 mg/100 mL); Azlocillin (1 g/15 mL oder 5 g/50 mL); Hydrocortison-Natriumphosphat in 0,9% NaCl oder in 5% Glukose; wässrige Lidocain-Lösungen bis zu 1%; Heparin 10 IE/mL oder 50 IE/mL in 0,9% NaCl; Kaliumchlorid 10 oder 40 mEq/L in 0,9% NaCl.

Die Haltbarkeit der Mischungen mit den erwähnten Infusionslösungen und Arzneistofflösungen beträgt bei Temperaturen unter 25 °C 24 Stunden.

Ausnahme: Azlocillin- und Lidocain-Gemische sind bei Raumtemperatur nur 5 Stunden stabil; Azlocillin-Gemische sind bei 4 °C 24 Stunden haltbar.

Wenn immer möglich sollten nur frisch zubereitete Lösungen verwendet werden. Sie sind gelblich und können beim Stehen nachdunkeln, ohne dass Wirkung oder Verträglichkeit sich kurzfristig ändern (vgl. «Sonstige Hinweise/Haltbarkeit»).

Zulassungsnummer

41940 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.

Stand der Information

Juni 2015.

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