Indapamid Mepha Kaps 30 Stk

Indapamid Mepha Kaps 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Indapamidum hemihydricum ut Indapamidum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro capsula.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Kapsel enthält: Indapamidum hemihydricum 2,5 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Essentielle Hypertonie.

Im Falle einer hartnäckigen Hypertonie kann Indapamid-Mepha mit einem Betablocker, einem zentralen Antihypertensivum oder einem ACE-Hemmer kombiniert werden.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Eine einzige Kapsel zu 2,5 mg Indapamid pro Tag, unabhängig von der Schwere der Hypertonie. Wegen der Wirkungsweise von Indapamid-Mepha ist keine strenge salzfreie Diät nötig.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Höhere Dosen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die blutdrucksenkende Wirkung, während jedoch die diuretische Wirkung verstärkt wird und die Nebenwirkungen zunehmen. Insbesondere hängt die Frequenz von Hypokaliämien von der Tagesdosis von Indapamid ab. Daher ist eine Dosiserhöhung nicht sinnvoll.

Über die Anwendungssicherheit und Wirksamkeit in der Pädiatrie ist nichts bekannt.

In der Geriatrie wird die übliche Dosierung empfohlen.

Bei niereninsuffizienten Patienten wird die übliche Dosierung empfohlen.

Kontraindikationen

Schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz.

Hepatische Encephalopathie, Hypokaliämie.

Kürzlich aufgetretene cerebrovaskuläre Zwischenfälle.

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe sowie Sulfonamiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine regelmässige Kontrolle der Elektrolytwerte (Kalium, Natrium, Kalzium) ist angezeigt.

Kaliämie

Kaliumdepletion mit Hypokaliämie ist das bedeutendste Risiko von Indapamid. Der Entstehung von Hypokaliämie (<3,4 mmol/l) muss in den entsprechenden Risikopopula-tionen (ältere und/oder unterernährte Patienten, Patienten unter Polymedikation, Zirrhotiker mit Ödemen und Ascites, Koronarpatienten sowie Patienten mit Herzinsuffizienz) vorgebeugt werden. In diesen Fällen verschlimmert eine Hypokaliämie die kardiotoxischen Wirkungen von Digita­lispräparaten und erhöht das Risiko von Rhythmusstörungen.

Gefährdet sind auch Patienten mit einer kongenitalen oder iatrogenen Verlängerung des QT-Intervalls. Hypokaliämie wirkt hier ebenso wie Bradykardie als risikoerhöhender Faktor, der das Auftreten von schweren Rhythmusstörungen, insbesondere potentiell letalen torsades de pointes, begünstigt.

In all diesen Fällen sind häufigere Kontrollen der Serumkaliumwerte indiziert, wobei die erste Kontrolle im Laufe der ersten Woche nach Behandlungsbeginn erfolgen soll.

Falls eine Hypokaliämie festgestellt wird, muss diese korrigiert werden.

Kalzämie

Indapamid kann die urinäre Ausscheidung von Kalzium vermindern und somit zu einer leichten, vorübergehenden Erhöhung der Serumkalziumwerte führen. Eine deutliche Hyperkalzämie kann im Zusammenhang mit einem unerkannten Hyperparathyreoidismus stehen.

Vor einer Prüfung der Nebenschilddrüsenfunktion ist die Medikation abzusetzen.

Natriämie

Die Serumnatriumwerte sind vor Beginn der Behandlung zu kontrollieren; anschliessend sollen die Kontrollen in regelmässigen Abständen wiederholt werden. Jede Diuretika-Behandlung kann zu einer Hyponatriämie mit potentiell schwerwiegenden Folgen führen. Da der Abfall des Serumnatriumspiegels zunächst asymptomatisch verlaufen kann, sind regelmässige Laborkontrollen unerlässlich; häufigere Kontrollen sind namentlich bei bestimmten Risikopatienten (ältere Patienten und Zirrhotiker) angezeigt (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Überdosierung»).

Eine beeinträchtigte Leberfunktion kann eine hepatische Encephalopathie hervorrufen, das Arzneimittel ist in diesen Fällen unverzüglich abzusetzen.

Bei Gichtkranken kann die Neigung zu Gichtanfällen verstärkt werden.

Die Blutglucosewerte müssen bei Diabetikern regelmässig überprüft werden.

Die aufgrund der durch Hypokaliämie und Hyponatriämie hervorgerufenen Hypovolämie verursachte Abnahme der glomerulären Filtrationsrate kann zu Beginn der Behandlung zu einem Anstieg der Serumharnstoff- und Serumkreatininwerte führen. Bei normaler Nierenfunktion ist diese Funktionsbeeinträchtigung der Niere harmlos, bei bereits bestehender Niereninsuffizienz kann diese verschlimmert werden.

Niereninsuffiziente Patienten (siehe «Pharmakokinetik»).

Bei Ansteigen der Azotämie oder Auftreten von Oligurie wird das Arzneimittel abgesetzt.

Interaktionen

Lithium

Ansteigen des Lithiumspiegels mit Überdosierungssymptomen. Eine strikte Kontrolle der Lithiumserumwerte und Anpassung der Dosierung ist angezeigt.

Diuretika

Auf die Kombination mit anderen Diuretika soll wegen möglicher Hypokaliämie verzichtet werden.

Digitalispräparate

Die toxischen Effekte der Digitalispräparate können durch Hypokaliämie manifest werden.

Medikamente, die torsades de pointes hervorrufen können, wie Ia-Antiarrhythmika, Amiodaron, Sotalol, Erythromycin i.v., Pentamidin, Vincamin

Risikofördernde Faktoren sind Hypokaliämie, Bradykardie und Verlängerung des QT-Intervalls.

NSAR, hochdosierte Salicylate, Kortikoide, Tetracosactid

Verminderung der antihypertensiven Wirkung.

Baclofen, trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika

Verstärkung der antihypertensiven Wirkung.

Kaliumsenkende Medikamente wie Amphotericin B, Kortikoide, Tetracosactid, Laxativa

Hypokaliämie (additive Wirkung).

Kaliumerhöhende Medikamente und kaliumsparende Diuretika

Hyperkaliämie (insbesondere bei niereninsuffizienten Patienten oder Diabetikern).

ACE-Hemmer

Aufgrund einer evtl. vorhandenen Hyponatriämie besteht das Risiko einer abrupten arteriellen Hypotonie und/oder akuten Niereninsuffizienz.

Bei essentieller Hypertonie soll bei Patienten, bei denen eine vorausgegangene Diuretika-Behandlung möglicherweise eine Natriumdepletion hervorgerufen hat, entweder das Diuretikum 3 Tage vor Beginn der Therapie mit dem ACE-Hemmer abgesetzt und im Bedarfsfall ein kaliumsenkendes Diuretikum eingeführt werden, oder der ACE-Hemmer soll in kleinen Initialdosen verabreicht und die Dosis langsam gesteigert werden.

Bei kongestiver Herzinsuffizienz soll die Behandlung mit einer sehr kleinen ACE-Hemmer-Dosis, eventuell nach Reduktion der Dosis des gleichzeitig verabreichten kaliumsenkenden Diuretikums, begonnen werden.

In jedem Falle ist in den ersten Wochen der ACE-Hemmer-Therapie eine Überwachung der Nierenfunktion (Bestimmung des Serumkreatinins) erforderlich.

Metformin

Eine mögliche, durch ein Diuretikum ausgelöste funktionelle Niereninsuffizienz kann eine Laktazidose induzieren.

Metformin soll nicht angewendet werden, wenn die Serumkreatininwerte 15 mg/l (135 µmol/l) beim Mann und 12 mg/l (110 µmol/l) bei der Frau überschreiten.

Jod-Röntgenkontrastmittel

Durch eine möglicherweise bestehende Dehydratation ist das Risiko einer akuten Niereninsuffizienz erhöht, insbesondere bei hohen Dosen.

Kalzium

Risiko einer Hyperkalzämie.

Ciclosporin

Risiko der Erhöhung der Serumkreatininwerte.

Schwangerschaft/Stillzeit

In den Reproduktionsversuchen am Tier ist kein Risiko für den Foetus nachgewiesen worden, aber es liegen bei schwangeren Frauen keine kontrollierten Studien vor.

Eine Anwendung von Indapamid während der Schwangerschaft darf nur erfolgen, wenn dies eindeutig erforderlich ist. Indapamid kann eine foeto-placentare Ischämie, verbunden mit dem Risiko einer foetalen Hypotrophie, hervorrufen.

Laktation: Da Indapamid in die Muttermilch übertritt, soll Indapamid-Mepha von stillenden Frauen nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund individueller Reaktionen auf die Blutdrucksenkung kann die Fähigkeit, Maschinen oder Fahrzeuge zu bedienen, beeinträchtigt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Folgende Nebenwirkungen, meist dosisabhängig, wurden beobachtet:

Blut- und Lymphsystem

Häufig: Kaliumdepletion mit schwerer Hypokaliämie. In bestimmten Risikopopulationen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») wird Hypokaliämie als besonders schwerwiegend erachtet.

Gelegentlich: Hyponatriämie mit Hypovolämie und dadurch verursachte Dehydratation und orthostatische Hypotonie sowie kompensatorische metabolische Alkalose aufgrund des gleichzeitigen Chloridverlustes; Erhöhung der Serumharnstoff- und Serumglucosewerte.

Selten: Blutbildstörungen wie Thrombozytopenie, Leukopenie, Agranulozytose, medulläre Aplasie, hämolytische Anämie; Hyperkalzämie.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich: Insbesondere Hautreaktionen (z.B. Hautrötung, Pruritus, Urtikaria, evtl. mit Fieber), bei allergisch bzw. asthmatisch prädisponierten Patienten.

Immunsystem

Selten: Evtl. Verstärkung eines bestehenden akuten systemischen Lupus erythematodes.

Nervensystem

Häufig: Schwindel, Asthenie, Parästhesien, Kopfschmerzen.

Herz und Gefässe

Gelegentlich: Dehydratationsbedingte orthostatische Hypotonie.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Obstipation, Mundtrockenheit,

Selten: Pankreatitis.

Leber und Galle

Selten: Hepatische Encephalopathie bei bestehender Leberinsuffizienz.

Haut

Makulopapulöse Ausschläge, Purpura, Möglichkeit einer Exazerbation eines vorbestehenden akuten systemischen Lupus erythematodes. Einzelfälle von Erythema multiforme, epidermaler Nekrolyse und Stevens-Johnson Syndrom sind beschrieben.

Überdosierung

Indapamid-Mepha ist in Dosen bis zu 40 mg, d.h. dem 16fachen der therapeutischen Dosis, geprüft worden. Bei diesen Dosen wird eine starke diuretische Wirkung festgestellt. Daher müssen die Natrium- und Kaliumspiegel kontrolliert werden.

Intoxikationszustände äussern sich vor allem durch Störungen des Elektrolytgleichgewichts (Hyponatriämie, Hypokaliämie). Mögliche klinische Symptome sind Nausea, Erbrechen, arterielle Hypotonie, Krämpfe, Schwindel, Somnolenz, Verwirrtheit, Polyurie oder Oligurie bis zur Anurie (infolge Hypovolämie).

Bei Patienten mit Leberzirrhose könnte eine Überdosierung ein Leberkoma beschleunigt herbeiführen. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel.

Massnahmen im Notfall: Künstliches Erbrechen oder Magenspülung und geeignete symptomatische Behandlung (Herstellung des Wasser-Elekrolyt-Gleichgewichtes).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C03BA11

Wirkungsmechanismus

Indapamid-Mepha ist ein Sulfonamid mit Indolkern, das nicht zur Thiazidgruppe gehört und sich beim Hypertoniker durch einen langdauernden antihypertensiven Effekt auszeichnet.

In Untersuchungen des Dosis-Wirkungs-Verhältnisses wurde nachgewiesen, dass bei maximalem antihypertonischem Effekt die diuretische Wirkung zurückhaltend ist und sich normalerweise klinisch nicht äussert. Höhere Dosen haben keinen wesentlichen Einfluss auf die blutdrucksenkende Wirkung, während die diuretische Wirkung verstärkt wird. Oberhalb einer bestimmten Dosis erreicht die antihypertonische Wirkung von Indapamid ein Plateau, während die unerwünschten Nebenwirkungen zunehmen. Bei Therapieversagen soll deshalb nicht versucht werden, die Dosis zu erhöhen.

Bei der antihypertensiven Tagesdosis von 2,5 mg verringert Indapamid-Mepha beim Hypertoniker die Hyperreaktivität der Gefässe auf Noradrenalin sowie die totale periphere Resistenz und die Resistenz der Arteriolen.

An der antihypertensiven Wirkung von Indapamid-Mepha ist ein extrarenaler Wirkungsmechanismus mitbeteiligt. Objektiviert wird dieser durch das Fortbestehen der antihypertensiven Wirkung bei funktionell anephrischen ­Hypertonikern. Am vaskulären Wirkungsmechanismus scheint eine reduzierte Kontraktilität der glatten Muskelfasern der Gefässe mitbeteiligt zu sein. Diese hängt mit einer Änderung des transmembranalen Ionenaustausches, zum grössten Teil von Calciumionen, und einer Stimulierung der Synthese des gefässerweiternden und blutdrucksenkenden Prostaglandins PGE2 zusammen. Ausserdem ist nachgewiesen worden, dass Indapamid beim Hypertoniker den Lipidstoffwechsel, d.h. Triglyzeride, LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin, sowie den Kohlenhydratstoffwechsel – auch bei diabetischen Patienten – kurz-, mittel- und langfristig unbeeinflusst lässt.

Pharmakokinetik

Absorption

Resorption: erfolgt im Verdauungstrakt rasch und vollständig.

Max. Plasmaspiegel: ca. 1–2 Std. nach oraler Gabe.

Distribution

Scheinbares Verteilungsvolumen: 1,6 l/kg (aufgrund der Plasmakonzentration).

Plasmaproteinbindung: ca. 71–79%.

Bindung an Erythrozyten: hoher Anteil (Bindung an Erythrozyten-Carboanhydrase).

Metabolismus

Metabolisierungsrate zum Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration: ca. 25%. Im Urin sind nur 5% unverändertes Indapamid auffindbar. Die Kinetik bleibt durch die wiederholte Gabe von Indapamid unverändert; daher besteht keine Kumulationsgefahr.

Elimination

Die Elimination von Indapamid aus Blut und Plasma ist biexponentiell, d.h. es liegt ein offenes Zweikompartiment-System vor.

Halbwertszeit (langsame Phase): 15–18 Std.

Ausscheidung: 60% der verabreichten Menge erfolgt mit dem Urin.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Beim niereninsuffizienten Patienten kumuliert Indapamid-Mepha auch unter Hämodialyse nicht, und die antihypertensive Wirkung bleibt erhalten.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen zur Mutagenität von Indapamid liegen nicht vor.

Studien an Mäusen und Ratten mit Dosen von 10–100 mg/kg täglich über 21 bzw. 24 Monate ergaben keinen Hinweis auf ein kanzerogenes Potential von Indapamid.

Reproduktionstoxizität

Die pränatale Exposition von Indapamid führte in Studien an Ratten und Kaninchen zu erhöhten Resorptionsraten und Wachstumsretardierungen. Ab 25 mg/kg KG wurden bei Ratten vermehrt Hydronephrosen beobachtet. Es ergaben sich keine Hinweise auf ein teratogenes Potential von Indapamid.

Analog zu den Thiaziddiuretika kann angenommen werden, dass Indapamid in die Muttermilch übertritt und die Laktation hemmen kann. Es liegen keine Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung von Indapamid während der Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Nach Anwendung von Thiaziddiuretika sind Thrombozytopenien aufgetreten. Da Indapamid strukturelle Ähnlichkeit mit diesen Substanzen aufweist, ist ein entsprechendes Risiko nicht auszuschliesssen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel ist bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum verwendbar.

Besondere Lagerungshinweise

Indapamid-Mepha Kapseln sind trocken in der Originalverpackung und bei Raumtemperatur (15–25 °C) zu lagern.

Zulassungsnummer

53304 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Aesch/BL.

Stand der Information

September 2009.

Verwendung dieser Informationen

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