Unifyl Continus Ret Tabl 600 Mg 30 Stk

Unifyl Continus Ret Tabl 600 Mg 30 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Theophyllinum.

Hilfsstoffe: Excip. pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten retard mit Bruchrille zu 200 mg, 400 mg und 600 mg Theophyllinum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Belegte Indikationen

Reversible Bronchialobstruktion bei Asthma bronchiale oder chronisch obstruktiver Pneumopathie (COPD).

Dosierung/Anwendung

Unifyl Continus kann bei Erwachsenen 1× täglich – abends- oder 2× täglich – morgens und abends – angewendet werden. Der Einnahmerhythmus richtet sich nach dem Zeitpunkt des Auftretens der Asthmaprobleme. Bei Patienten mit Problemen, die dominierend nachts und in den frühen Morgenstunden auftreten, empfiehlt sich die 1× tägliche, abendliche Dosierung, unmittelbar vor dem Schlafengehen. Damit überschneidet sich der Zeitpunkt des grössten Bedarfs an bronchospasmolytischer Wirkung mit dem Zeitraum der höchsten Theophyllin-Serumspiegel. Bei Patienten mit keinem zeitlichen Schwerpunkt des Auftretens von Asthmaepisoden empfiehlt sich die 2× tägliche Verabreichung morgens und abends. Mit einer höheren Dosierung abends kann auch bei dieser Patientengruppe die Biorhythmik der Asthmasymptomatik berücksichtigt werden.

Übliche Dosierung

Wegen grosser interindividueller Schwankungen in der Pharmakokinetik muss die Dosis im Einzelfall angepasst werden, evtl. mittels Bestimmung der Plasmaspiegel (therapeutischer Bereich: 8–20 µg/ml).

Zur Bestimmung der Initialdosis ist eine eventuelle Vormedikation mit Theophyllin-Derivaten zu berücksichtigen.

Zur Verminderung von Nebenwirkungen ist bei Patienten, die neu Unifyl Continus erhalten, eine einschleichende Dosierung zu empfehlen, z.B. Therapiebeginn mit ½ Unifyl Continus 200 mg Tablette retard abends, dann in 2–3tägigen Abständen bei guter Toleranz Erhöhung der Tagesdosis um ½ Unifyl Continus 200 mg Tablette retard bis zum Erreichen eines ausreichenden Effektes, respektive der Zieldosis (vgl. Tabelle unten).

Nach 3tägiger Verabreichung der Zieldosis sollte der Plasmaspiegel kontrolliert und dann die Erhaltungsdosis entsprechend fixiert werden.

Unifyl Continus Tabletten retard sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einzunehmen. Um die Einnahme zu erleichtern, können die Retardtabletten halbiert werden, ohne dass dadurch Wirkungsdauer oder -stärke beeinflusst werden. Die Retardtabletten sind immer unter denselben Bedingungen einzunehmen, d.h. immer vor oder immer nach dem Essen (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»). Die drei Dosisgrössen sind bioäquivalent und lassen sich somit untereinander kombiniert anwenden.

Als angenäherte Richtlinien für die tägliche Theophyllin-Erhaltungsdosis (wasserfreies Theophyllin) gelten aus allgemeiner Erfahrung folgende Angaben:

Erwachsene (Nichtraucher): 9–13 mg/kg/Tag;

Erwachsene (Raucher): 12–20 mg/kg/Tag;

Ältere Patienten oder solche mit Cor pulmonale: 6 mg/kg/Tag;

Patienten mit Herzinsuffizienz oder Leberschaden: 2–4 mg/kg/Tag;

Kinder 9–16 Jahre (28–55 kg): 12–20 mg/kg/Tag;

Kinder 2–9 Jahre (12–28 kg): 16–24 mg/kg/Tag.

Dies führt in etwa zu folgenden Empfehlungen:

Erhaltungsdosis (mg)

Erwachsene (Nichtraucher)

Körper-        1× täglich           2× täglich      
gewicht (kg)   abends*              morgens/abends* 
<50            200–500              100–300         
50–70          400–900              200–500         
>70            600–                 300–            

* Einnahme unmittelbar vor dem Schlafengehen.

Erhaltungsdosis (mg)

Kinder

Alter          Körpergewicht        2× täglich      
(Jahre)        (kg)                 morgens/abends* 
2–9            12–28                100–300         
9–16           28–55                200–500         

* Einnahme unmittelbar vor dem Schlafengehen.

Die Maximaldosis hängt davon ab, wie das Kind auf das Medikament anspricht.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Starke Raucher haben im Durchschnitt einen um 30–50% höheren Wirkstoffbedarf.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz, akutem Lungenödem, Cor pulmonale und Leber- und ausgeprägter Niereninsuffizienz sind wegen der stark eingeschränkten Ausscheidungsleistung niedrigere Dosen notwendig (2–6 mg/kg). Die Erhaltungsdosis ist vorsichtig zu titrieren.

Wenn die oben aufgeführten Dosen überschritten werden, sowie bei schlechter Wirkung oder bei Nebenwirkungen wird eine Kontrolle der Plasmaspiegel empfohlen (therapeutischer Bereich: 8–20 µg/ml).

Oberhalb eines Plasmaspiegels von 20 µg/ml muss mit der Gefahr einer Intoxikation gerechnet werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff (Theophyllin bzw. verwandte Substanzen wie Aminophyllin, Xanthine allgemein) oder einem der Hilfsstoffe.

Akuter Myokardinfarkt (akuter Koronarverschluss), Arrhythmien.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerem Sauerstoffmangel, eingeschränkter Leberfunktion, schwerer Niereninsuffizienz, Lungenentzündung, Virusinfektion (insbesondere Influenza, fraglich auch nach Grippeschutzimpfungen) sowie bei höherem Lebensalter ist die Theophyllinausscheidung sehr häuftig verlangsamt.

Bei älteren männlichen Patienten mit vorher existierender partieller Abflussbehinderung wie Prostatahyperplasie ist aufgrund des Risikos einer Harnretention Vorsicht geboten.

Theophyllin kann Arrhythmien verursachen oder vorbestehende verschlimmern.

Bei Kindern unter 1 Jahr und bei älteren Patienten über 60 Jahren muss der Nutzen von Theophyllin gegen die Risiken abgewogen werden und die Serumspiegel müssen sorgfältig überwacht werden.

Theophyllin sollte nur bei strenger Indikation und mit Vorsicht angewendet werden bei: instabiler Angina pectoris, Neigung zu tachykarden Arrhythmien, schwerem Bluthochdruck, hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie, Hyperthyreose, Epilepsie, Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwür, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Leberfunktionsstörungen, Porphyrie.

Patienten mit viralen Infektionen der Atemwege und anhaltendem Fieber sollen niedrigere Dosen erhalten.

Patienten mit migräneartigen Kopfschmerzen können erhöhte Frequenzen von Kopfschmerzattacken haben.

Vorsichtige Anwendung bei Kleinkindern.

Interaktionen

Theophyllin wirkt additiv mit anderen xanthinhaltigen Medikamenten (z.B. Coffein) und mit Beta-Sympathomimetika.

Da Theophyllin über das Cytochrom P-450-System der Leber metabolisiert wird, sind zahlreiche Interaktionen mit Medikamenten, die diese Enzyme entweder induzieren oder hemmen, möglich.

Beschleunigter Theophyllin-Abbau und verminderte Wirksamkeit können bei Rauchern auftreten und/oder bei gleichzeitiger Medikation mit Barbituraten, besonders Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Primidon, Sulfinpyrazon, Aminoglutethimid und pflanzlichen Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten. Eine Erhöhung der Theophyllin-Dosis ist evtl. angezeigt.

Verzögerter Abbau und/oder Erhöhung des Theophyllin-Plasmaspiegels mit einer erhöhten Überdosierungsgefahr und vermehrtem Nebenwirkungsrisiko können bei gleichzeitiger Behandlung mit folgenden Arzneimitteln auftreten: oralen Kontrazeptiva, Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin), Calcium-Antagonisten (z.B. Verapamil, Diltiazem), Chinolonen (z.B. Ciprofloxacin, Norfloxacin), Cimetidin, Isoniazid, Fluvoxamin, Disulfiram, Allopurinol, Propranolol und Interferon. Hierbei kann eine Dosisreduktion von Theophyllin indiziert sein.

Folgende Medikamente führen zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Theophyllin bei z.T. nicht genau bekanntem Mechanismus: Propafenon, Mexiletin, Pentoxifyllin, Tacrin, Ticlopidin (und evtl. auch Clopidogrel), Furosemid.

Theophyllin hemmt die hämodynamischen Effekte von Adenosin, so dass dessen Dosis eventuell erhöht werden muss.

Die Wirkung von Lithiumcarbonat und Beta-Blockern kann durch gleichzeitige Gabe von Theophyllin abgeschwächt werden.

Theophyllin verstärkt die harntreibende Wirkung von Diuretika.

Die Anwendung von Halothan kann bei Patienten, die Theophyllin erhalten, zu schweren Herzrhythmusstörungen führen.

Antazida vermindern die Geschwindigkeit, nicht aber das Ausmass der Absorption.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar.

Theophyllin passiert die Plazentaschranke. Während der Schwangerschaft darf deshalb das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Theophyllin geht auch in die Muttermilch über. Unifyl Continus darf daher während der Stillzeit nur bei dringender Indikation für die Mutter gegeben werden. Gestillte Kinder von Müttern, die mit Theophyllin behandelt werden, sind sorgfältig auf Theophyllin-Wirkungen zu überwachen, da therapeutische Serum-Konzentrationen möglich sind. Das Stillen sollte möglichst unmittelbar vor der Gabe von Unifyl Continus erfolgen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unifyl Continus hat einen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn sowie bei Zusammenwirken mit Alkohol, Beruhigungs- oder Schlafmitteln. Die Reaktionen sind individuell unterschiedlich.

Unerwünschte Wirkungen

Die bekannten unerwünschten Wirkungen sind nachfolgend nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind eingeteilt in «häufig» (≥1/100, <1/10) und «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100).

Erkrankungen des Immunsystems

Allergische Reaktionen wie generalisiertes papulöses Ekzem, Kontaktdermatitis oder exfoliative Dermatitis wurden beschrieben.

In zwei Fällen trat ein anaphylaktischer Schock auf. In einem Fall wurde ein Stevens-Johnson-Syndrom beschrieben.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Fälle von Hyperurikämie wurden beschrieben.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Unruhe, Erregungszustände, Schlaflosigkeit.

Fälle mit Angstzuständen wurden beschrieben.

Erkrankung des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor.

Epileptische Anfälle: diese sind in der Regel dosisabhängig. Prädisponierende Faktoren sind oft vorhanden: Lebererkrankungen, Herzinsuffizienz, Cor pulmonale.

Herzerkrankungen

Häufig: Tachykardie, Arrhythmien, Hypotonie, Palpitationen.

Theophyllin kann Arrhythmien verursachen oder vorbestehende verschlimmern.

Erkrankungen des gastrointestinaltrakts

Häufig: Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

Gelegentlich: Orales und intravenöses Theophyllin erhöhen die Magensäuresekretion. Patienten mit peptischem Ulkus sind daher gefährdet.

Selten: Ösophageale Ulzerationen wurden beschrieben.

Fälle von Abdominalschmerzen oder gastroösophagealem Reflux wurden beschrieben.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Fälle mit Pruritus oder Hautausschlag wurden beschrieben.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Fälle mit verstärkter Diurese oder Harnretention wurden beschrieben. Theophyllin kann eine Harnretention bei älteren männlichen Patienten mit vorher existierender partiel­ler Abflussbehinderung auslösen.

Da das Auftreten von Nebenwirkungen meist durch eine individuelle Überdosierung verursacht wird, führt in diesen Fällen eine Herabsetzung der Dosis zu einer besseren Verträglichkeit. In gewissen Fällen ist es angezeigt, die Theophyllin-Serumspiegel zu bestimmen (Überdosierung falls Theophyllin-Konzentration im Plasma über 20 µg/ml).

Bei Kindern kann in seltenen Fällen eine coffeinähnliche Theophyllin-Unverträglichkeit festgestellt werden, die sich in Veränderungen des Verhaltens und Abnahme der schulischen Leistungen äussert. Es wird dem behandelnden Arzt empfohlen, sich bei Patient und Eltern über das Auftreten solcher Symptome zu orientieren. Ein Absetzen von Unifyl Continus ist in solchen Fällen in Erwägung zu ziehen.

Überdosierung

Symptome: Die Frequenz und Schwere der Theophyllin-Toxizität nimmt mit Serum-Konzentrationen >20 µg/ml zu.

Die toxischen Zeichen sind: Anorexie, Nausea, Erbrechen, Schlaflosigkeit, zunehmende Unruhe, Erregungszustände, Reizbarkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Hypotonie, Tachykardie, Herzarrhythmie, Delirium, Dehydratation, Fieber, Konvulsionen, Benommenheit und Koma.

Bei Überdosierungen wurden Hypokaliämie, Hyperglykämie, Leukozytose sowie respiratorische Alkalose, Hypophosphatämie und Hypomagnesiämie beobachtet. Da diese Symptome auch Ausdruck des Krankheitsgeschehens sein können, ist eine Theophyllin-Serumspiegelbestimmung in dieser Situation zu empfehlen.

Behandlung: Bei Überdosierungen sollten folgende Einzelmassnahmen in Betracht gezogen werden: Magenspülung, wiederholte Gabe von Aktivkohle, Kontrolle der Vitalfunktionen, Stabilisierung des Blutdrucks und ausreichende Hydrierung des Patienten, Sauerstoff (evtl. Intubation), Diazepam i.v. oder i.m., keine Barbiturate.

Im Allgemeinen wird Theophyllin ausreichend schnell vom Patienten metabolisiert. Liegt der Blutspiegel über 50 µg Theophyllin/ml Serum bzw. besteht der Verdacht auf eine ungenügende Metabolisierung des Theophyllins, ist eine Hämoperfusion in Betracht zu ziehen.

Es ist zu bedenken, dass die Retardtabletten den Wirkstoff im Magen-Darm-Trakt noch über Stunden abgeben.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R03DA04

Theophyllin wird zur Behandlung und Prophylaxe von Asthma, nächtlichem Asthma und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen eingesetzt.

Unifyl Continus hat eine bronchodilatierende Wirkung. Mehrere Wirkungsmechanismen werden diskutiert:

Erhöhung des cAMP durch Hemmung der Phosphodiesterase;

Blockierung der Wirkung von Adenosin;

Beeinflussung der zellulären Calciumverteilung.

In letzter Zeit wird für Theophyllin auch eine entzündungshemmende Wirkung postuliert.

Theophyllin hat neben der glatten Muskulatur der Bronchien weitere Angriffspunkte wie die glatte Muskulatur der Gefässe, die Zilien, den Herzmuskel, die Nieren, das Diaphragma und das ZNS.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Plasmaspiegel und Wirksamkeit. Therapeutischer Bereich: 8–20 µg/ml.

Pharmakokinetik

Absorption

Theophyllin, der Wirkstoff von Unifyl Continus, wird vollständig resorbiert. Die Resorption kann durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme beschleunigt werden, was zu höheren maximalen Konzentrationen und zu einer geringeren Retardierung führen kann.

Durch das Matrix-Retardprinzip (Continus), welches eine pH-unabhängige Freisetzung des Wirkstoffes bewirkt, bleiben die Blutspiegel im steady state, bei einer 1–2× täglichen Gabe 24 Stunden lang meist innerhalb des therapeutischen Bereiches (8–20 µg/ml). Das Maximum des Blutspiegels wird 7–10 Stunden nach Tabletteneinnahme erreicht. Damit werden nach der abendlichen Einnahme die kritischen Morgenstunden optimal überbrückt.

Distribution

Theophyllin hat eine Plasmabindungsrate von 53–65%, die im Krankheitsfall von 36–82% variieren kann. Bei Neugeborenen und Erwachsenen mit Leberinsuffizienz beträgt sie ca. 40%. Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 0,5 l/kg Körpergewicht, wobei Theophyllin nicht in das Fettgewebe verteilt wird.

Mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft kann das Verteilungsvolumen von Theophyllin ansteigen, die Plasmaproteinbindung und die Clearance abnehmen, was eine Dosisreduzierung zur Vermeidung unerwünschter Wirkungen notwendig machen kann.

Aufgrund der physikalisch-chemischen Eigenschaften von Theophyllin ist eine Penetration der Blut-Hirn-Schranke zu erwarten.

Theophyllin ist plazentagängig.

Theophyllin geht verzögert in die Muttermilch über. Der Milch/Plasma-Quotient variiert zwischen 0,6 und 0,9. Da die Halbwertszeit beim Säugling länger ist als beim Erwachsenen, kann eine Theophyllinkumulation in Abhängigkeit von der Stillfrequenz zustande kommen.

Metabolismus

Die Metabolisierung von Theophyllin erfolgt hauptsächlich durch mikrosomale Enzyme der Leber (Cytochrom P-450). Die Ausscheidung verläuft im wesentlichen über die Nieren, wobei ca. 8% unverändert, ca. 40% als Dimethylharnsäure, ca. 36% als 3-Methylxanthin und ca. 16% als 1-Methylharnsäure eliminiert werden. 3-Methylxanthin besitzt 20–50% der Wirksamkeit von Theophyllin. Die Theophyllin-Metabolisierung schwankt beträchtlich interindividuell, so dass Clearance, Serumkonzentrationen und Eliminationshalbwertszeiten erheblich variieren.

Elimination

Die Elimination von Theophyllin erfolgt durch Biotransformation in der Leber und renale Exkretion. Beim Erwachsenen werden etwa 10% der Substanz unverändert im Harn ausgeschieden. Beim Neugeborenen werden hingegen ca. 50% unverändert und erhebliche Teile in Form von Coffein eliminiert.

Die Theophyllin-Halbwertszeit schwankt interindividuell beträchtlich und ist auch vom Alter abhängig. Sie beträgt für Kinder unter 12 Jahren ca. 3–5 Stunden und für Erwachsene 7–9 Stunden. Bei Neugeborenen liegt die Halbwertszeit wesentlich höher, nämlich bei ungefähr 30 Stunden. Bei Herzinsuffizienz, akutem Lungenödem, Cor pulmonale, Nieren- und Leberschädigungen ist die Halbwertszeit länger (bis zu 24 Stunden), bei starken Rauchern kürzer (4–5 Stunden).

Die Eliminationsgeschwindigkeit ist ferner dosisabhängig, so dass bei hohen Serumkonzentrationen schon geringe Dosiserhöhungen einen überproportionalen Anstieg des Theophyllin-Spiegels infolge reduzierter Clearance verursachen können.

Die Gesamtkörperclearance beträgt 40–60 ml/kg/Std.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion

Nur ca. 10% Theophyllin werden unverändert renal ausgeschieden. Bei leichter Niereninsuffizienz ist daher keine Dosisanpassung notwendig.

Eingeschränkte Leberfunktion

Einschränkungen der Leberfunktion jeglicher Art haben einen erheblichen Einfluss auf die Elimination von Theophyllin. Bei Patienten mit Leberzirrhose kann die Halbwertszeit bis zu 30 Std. sein. Die Dosierung ist in diesen Fällen streng am klinischen und laborchemischen Befund zu orientieren.

Andere besondere Situationen

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerem Sauerstoffmangel, Lungenentzündung, Virusinfektion (insbesondere Influenza, fraglich auch nach Grippeschutzimpfung) sowie bei höherem Lebensalter ist die Theophyllinausscheidung sehr häufig verlangsamt.

Präklinische Daten

Es sind keine relevanten präklinischen Daten vorhanden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

45007 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Mundipharma Medical Company, Hamilton/Bermuda, Zwiegniederlassung Basel.

Stand der Information

Juli 2010.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.