Depo Medrol Inj Susp 40 Mg/ml 25 Durchstf 1 Ml

Depo Medrol Inj Susp 40 Mg/ml 25 Durchstf 1 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Methylprednisoloni acetas.

Hilfsstoffe: Macrogolum 3350, Natrii chloridum; Conserv.: N-Myristyl-gamma-picolinii chloridum (0,2 mg/ml), Aqua ad injectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 ml sterile Suspension enthält 40 mg Methylprednisoloni acetas.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Intramuskuläre Verabreichung:

Endokrinologische Erkrankungen

Primäre und sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz (NNR-Insuffizienz) bei gleichzeitiger Therapie mit einem Mineralocorticoid (Hydrokortison oder Kortison ist das Mittel der Wahl. Im Kindesalter kommt der Substitution mit Mineralocorticoiden besondere Bedeutung zu).

Akute NNR-Insuffizienz, Schock als Folge einer NNR-Insuffizienz bzw. Schock im Falle eines Nichtansprechens auf eine konventionelle Therapie, weil möglicherweise eine NNR-Insuffizienz besteht. (Hydrokortison oder Kortison ist das Mittel der Wahl. Die Zugabe eines Mineralcorticoids ist bei Totalausfall der NNR-Funktion unerlässlich.)

Granulomatöse (subakute nicht-eitrige) Riesenzellthyreoiditis.

Hyperkalzämie im Rahmen maligner Erkrankungen.

Rheumatische Erkrankungen

Als kurzfristige Zusatztherapie (während einer akuten Phase oder Exazerbation) bei: posttraumatischer Arthrose, Synovitis bei Arthrose, chronischer Polyarthritis einschliesslich der juvenilen chronischen Polyarthritis (ausgewählte Fälle können eine niedrige Erhaltungsdosis benötigen), akuter und subakuter Bursitis, Epikondylitis, akuter unspezifischer Tendosynovitis, akuter Gichtarthritis, Arthritis bei Psoriasis, Spondylitis ankylopoetika.

Kollagenerkrankungen

Während einer Exazerbation oder als Erhaltungstherapie bei gewissen Fällen von: systemischem Lupus erythematodes, systemischer Dermatomyositis (Polymyositis), akuter rheumatischer Karditis.

Hautkrankheiten

Pemphigus, schweres Erythema exsudativum multiforme (Stevens-Johnson-Syndrom), exfoliative Dermatitis, Mycosis fungoides, bullöse Dermatitis herpetiformis, schwere seborrhoische Dermatitis, schwere Psoriasis.

Allergien

Kontrolle von schweren oder invalidisierenden allergischen Zuständen, welche auf korrekte Behandlungsversuche mit konventionellen Mitteln nicht ansprechen: Serumkrankheit, akutes nichtinfektiöses Larynxödem (Adrenalin ist das Mittel der ersten Wahl), urtikarielle Transfusionsreaktionen, Arzneimittel-Überempfindlichkeitsreaktionen, Asthma bronchiale, Kontaktdermatitis, atopische Dermatitis, saisonale oder chronische allergische Rhinitis, allergische Konjunktivitis.

Augenkrankheiten

Schwere akut oder chronisch verlaufende allergische und entzündliche Erkrankungen des Auges wie: Herpes zoster ophthalmicus (nur bei intakter Korneaoberfläche), Iritis, Iridozyklitis, Chorioretinitis, diffuse Uveitis posterior, Optikusneuritis, Entzündung der vorderen Augenkammer, allergische Hornhautrand-Ulcera, Keratitis.

Magen-Darm-Erkrankungen

Zur unterstützenden Behandlung von Patienten während einer kritischen Phase bei: Colitis ulcerosa, Enteritis regionalis.

Erkrankungen der Atmungsorgane

Symptomatische Sarkoidose, allergische Alveolitis, fulminante oder disseminierte Lungentuberkulose unter adäquater tuberkulostatischer Therapie, auf konventionelle Therapie nicht ansprechende idiopathische eosinophile Pneumopathie (Löffler-Syndrom), Aspirationspneumonie.

Hämatologische Erkrankungen

Erworbene (autoimmune) hämolytische Anämie, sekundäre Thrombozytopenie beim Erwachsenen, Erythroblastopenie (pure red cell aplasia), kongenitale (erythroide) hypoplastische Anämie.

Neoplastische Erkrankungen

Zur palliativen Behandlung von: Leukämien und Lymphomen, akuter Leukämie im Kindesalter.

Nephrotisches Syndrom

Bei ödematösen Zuständen zur Diurese-Einleitung und zur Induktion einer Remission der Proteinurie bei nephrotischem Syndrom ohne Urämie vom idiopathischen Typ oder bei Lupus erythematodes.

Erkrankungen des Nervensystems

Akute Exazerbation einer multiplen Sklerose.

Verschiedene Erkrankungen

Tuberkulöse Meningitis mit manifestem oder drohendem subarachnoidalem Block unter adäquater tuberkulostatischer Therapie, Trichinose mit systemischen allergischen Reaktionen (Angioödem, Urtikaria) und/oder neurologischer Beteiligung oder Befall des Myokards.

Intrasynoviale, periartikuläre, intrabursale Administration sowie Weichteilinfiltration

Als zusätzliche Kurzzeitbehandlung (in einer akuten Phase oder Exazerbation) von: Synovitis bei Arthrose, chronischer Polyarthritis, akuter und subakuter Bursitis, akuter Gichtarthritis, Epikondylitis, akuter unspezifischer Tendosynovitis, posttraumatischer Arthrose.

Direkte Injektion in Läsionen

Keloide, örtlich begrenzte hypertrophische, infiltrierte, entzündliche Läsionen bei: Lichen planus, psoriatischen Plaques, Granuloma annulare und Lichen simplex chronicus, Lupus erythematodes discoides, diabetischer Lipoidnekrobiose, Alopezia areata, eventuell auch von Nutzen bei zystischen Tumoren einer Aponeurose oder Sehne (Ganglion).

Intrarektale Instillation

Colitis ulcerosa.

Dosierung/Anwendung

Die Corticosteroidtherapie ergänzt in der Regel eine Basistherapie, ersetzt diese aber nicht. Die Dosierung sollte dem Schweregrad der Erkrankung und der Reaktion des Patienten angepasst werden. Zur Verminderung unerwünschter Wirkungen und sobald es der Zustand des Patienten erlaubt, sollte die Dosierung herabgesetzt und auf eine orale Behandlung mit Glukocorticoiden umgestellt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Dosierung schrittweise reduziert wird, wenn die Behandlung mehr als einige Tage angedauert hat.

Wegen möglicher physikalischer Inkompatibilitäten soll Depo-Medrol nicht mit anderen Flüssigkeiten vermischt werden.

Die sterile Suspension von Depo-Medrol ist nicht zur Mehrfachdosierung geeignet. Nach Entnahme der benötigten Dosis muss die restliche Suspension vernichtet werden.

Zur Erreichung eines systemischen Effekts

Beim Wechsel von peroraler auf intramuskuläre Verabreichung von Steroiden lässt sich die einmal wöchentlich zu injizierende Dosis durch die Multiplikation der täglich verabreichten oralen Dosis mit dem Faktor 7 ermitteln.

Die erforderliche Dosis ist individuell verschieden und von der zu behandelnden Erkrankung sowie vom Ansprechen des Patienten abhängig.

Wenn bei einer chronischen Erkrankung eine Spontanremission eintritt, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Für die i.m. Verabreichung gelten folgende Dosierungsempfehlungen:

ErkrankungDosierungIntervallBemerkungen
Adrenogenitales Syndrom40 mgalle 2 Wochen
Rheumatoide Arthritis40-125 mgwöchentlichzur Erhaltung
Dermatologische Läsionen40-120 mgwöchentlichWährend 1-4 Wochen
Akute schwere Dermatitis, z.B. durch Giftefeu80-120 mgeine DosisWirkung nach 8-12 Std.
Kontaktdermatitis40-120 mg5-10 Tagemehrmals
Seborrhoische Dermatitis80 mgwöchentlich
Asthma80-120 mgeine DosisWirkung nach 6-48 Std., anhaltend bis zu 2 Wochen
Heuschnupfen80-120 mgeine DosisWirkung nach 6 Std., anhaltend bis zu 3 Wochen

Befindet sich der Patient in einer Stress-Situation, soll die Dosierung erhöht werden. Wenn ein schneller Wirkungseintritt notwendig ist, wird die Verabreichung eines Corticosteroids mit nicht-protrahierter Wirkung empfohlen, wobei die Äquivalenzdosen zu beachten sind.

Lokale Injektionen bei chronischer Polyarthritis und Arthrosen

Die intraartikulär zu verabreichende Dosis variiert individuell je nach Grösse des zu behandelnden Gelenkes und der Schwere der Erkrankung. Für eine chronische Behandlung werden die Injektionen im Abstand von 1–5 oder mehr Wochen wiederholt, abhängig von der Besserung, die die Erstinjektion herbeigeführt hat.

Die Dosen in der folgenden Tabelle gelten als Richtlinien:

Grösse des GelenkesBeispielDosisbereich
GrossKnie-, SprunggelenkSchulter20-80 mg
MittelEllbogenHandgelenk10-40 mg
KleinMetakarpophalangealInterphalangealSternoklavikularAkromioklavikular4-10 mg

Bursitis, Ganglion, Tendinitis, Epikondylitis

Zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungen von Sehnen und Bursen variiert die Dosis zwischen 4–30 mg. Bei rezidivierenden oder chronischen Fällen können sich wiederholte Injektionen als notwendig erweisen.

Direkte Injektion bei dermatologischen Erkrankungen

Nach Desinfektion der Läsion (z. B. mit 70% Alkohol) werden 20–60 mg der Suspension injiziert. Bei grossen Läsionen können mehrere Injektionen von Dosen zwischen 20 und 40 mg erforderlich sein. Die Injektion zu hoher Steroiddosen kann die Haut bleichen und eine kleine Verschorfung bewirken. Je nach Läsion und Anhalten des nach der Erstinjektion erzielten Heileffektes sind üblicherweise ein bis vier Injektionen notwendig.

Intrarektale Verabreichung

40–120 mg Depo-Medrol in 30–300 ml Wasser werden drei- bis siebenmal wöchentlich als Retentionsklistier oder Dauertropf verabreicht. Die Durchführung dieser Behandlung während zwei oder mehr Wochen hat sich bei einigen Patienten mit Colitis ulcerosa als günstig erwiesen. Viele Patienten können mit 40 mg Depo-Medrol in 30–300 ml Wasser, abhängig von Grad und Ausdehnung der entzündeten Schleimhaut, stabil gehalten werden. Andere etablierte therapeutische Methoden sollen ebenfalls angewendet werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Pädiatrie

Zur Behandlung von Kleinkindern und Kindern werden üblicherweise geringere Dosen verwendet. Die Dosis sollte sich mehr nach der Schwere der Erkrankung richten als nach Alter, Körpergewicht oder Körperoberfläche. Da das Wachstum von Kindern unter Langzeittherapie mit Corticosteroiden verzögert wird, soll die Anwendung auf schwere Fälle beschränkt werden. Die Wachstumshemmung kann gewöhnlich durch eine alternierende Therapie verhindert oder zumindest gemildert werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist im Falle einer längerdauernden Corticosteroidtherapie das Risiko für eine Osteoporose sowie für eine Flüssigkeitsretention (eventuell mit daraus resultierender Hypertonie) potentiell erhöht. Ältere Patienten sollten daher mit Vorsicht behandelt werden.

Niereninsuffizienz

Bei Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung notwendig.

Leberinsuffizienz, Hypothyreose

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz oder mit Hypothyreose ist die Metabolisierung von Methylprednisolon verzögert und die Wirkung kann verstärkt sein. Es kann erforderlich sein, die Dosis dementsprechend zu verringern.

Kontraindikationen

Systemische Pilzinfektionen.

Intravenöse Verabreichung.

Intrathekale oder epidurale Verabreichung.

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe (siehe «Zusammensetzung»).

Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder abgeschwächten Lebendimpfstoffen ist bei Personen, die immunsuppressive Dosen von Corticosteroiden erhalten, kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Depo-Medrol sollte nicht mittels anderer als der unter «Indikationen» erwähnten Verabreichungsarten appliziert werden. Es ist dabei unerlässlich, dass Depo-Medrol mittels adäquater Applikationstechniken an die gewünschten Stellen verabreicht wird.

Bei intrathekaler oder epiduraler Applikation von Depo-Medrol wurde über teils schwerwiegende unerwünschte Wirkungen berichtet, wie Arachnoiditis, Meningitis, Paraparese/Paraplegie, Konvulsionen, Sensibilitätsstörungen, Kopfschmerzen, Blasenbeschwerden sowie funktionelle gastrointestinale Störungen. Die intrathekale oder epidurale Applikation ist daher kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Angemessene Massnahmen sind zu ergreifen, um eine intravaskuläre Injektion zu vermeiden.

Da Komplikationen einer Steroidbehandlung von der Dosis und Behandlungsdauer abhängen, muss eine Nutzen-Risiko-Beurteilung betreffend Dosis und Behandlungsdauer individuell erfolgen.

Bei einer längeren Therapie sollten regelmässig Bestimmungen bestimmter Laborwerte, wie Urinanalyse, 2-Stunden-Blutzucker, Blutdruck und Gewicht sowie eine Röntgenaufnahme der Lunge durchgeführt werden. Bei Patienten mit Magenulcera oder Dyspepsien in der Anamnese sollten auch Röntgenbilder des oberen Verdauungstraktes gemacht werden.

Bei Vorliegen akuter Infektionen soll die intrasynoviale, intrabursale oder die Verabreichung in die Sehnenscheide unterlassen werden.

Falls rasch maximale Hormonwirkungen erforderlich sind, ist die intravenöse Verabreichung eines geeigneten Präparates angezeigt, wobei die Äquivalenzdaten zu beachten sind.

Es wurde berichtet, dass Patienten unter Corticosteroidtherapie ein Kaposi-Sarkom entwickelten. Bei einigen dieser Patienten bildete sich das Sarkom nach Absetzen der Corticosteroidbehandlung vollständig zurück.

Endokrine Effekte

Pharmakologische Dosierungen von Corticosteroiden, die über einen längeren Zeitraum verabreicht werden, können zu einer hypothalamisch-hypophysär-adrenalen Suppression (sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz) führen. Das Ausmass und die Dauer einer adrenokorticalen Insuffizienz variiert von Patient zu Patient und ist abhängig von Dosis, Frequenz, Zeitpunkt der Verabreichung und Dauer einer Glucocorticoidtherapie. Dieser Effekt kann durch eine alternierende Therapie verringert werden.

Bei ungewöhnlichen Belastungen (z.B. schwere Erkrankung, grössere Operationen, schweres Trauma, etc.) muss bei Patienten, welche unter einer längerfristigen Therapie mit Corticosteroiden stehen, kurzfristig vor, während und nach der Belastungssituation die Dosis schnell wirksamer Corticosteroide erhöht werden.

Bei abruptem Absetzen von Glucocorticoiden kann es zu einer NNR-Insuffizienz (unter Umständen mit letalem Ausgang) kommen. Daher sollten Steroide nicht abrupt abgesetzt, sondern die Dosis allmählich reduziert werden.

Eine relative NNR-Insuffizienz kann noch Monate nach dem Absetzen der Therapie persistieren. Kommt es in diesem Zeitraum zu besonderen Belastungssituationen (z.B. schwere Erkrankungen, grössere Operationen etc.), so sollte die Hormontherapie wieder aufgenommen werden. Da auch die Mineralcorticoidsekretion eingeschränkt sein kann, sollten zusätzlich auch Salz und/oder ein Mineralcorticoid begleitend verabreicht werden.

Ein «Steroid-Absetzsyndrom», welches unabhängig von einer NNR-Insuffizienz zu sein scheint, kann ebenfalls bei abruptem Absetzen von Glucocorticoiden auftreten. Dieses Syndrom zeigt Symptome wie: Anorexie, Nausea, Erbrechen, Lethargie, Kopfschmerzen, Fieber, Gelenkschmerzen, Hautschuppung, Myalgie, Gewichtsverlust und/oder Hypotonie.

Bei Patienten mit Hypothyreose ist die Wirkung extern zugeführter Glucocorticoide verstärkt.

Nach systemischer Verabreichung von Corticosteroiden wurde über Phäochromozytom-Krisen berichtet, teilweise mit letalem Ausgang. Corticosteroide sollten daher bei Patienten mit bekanntem oder vermutetem Phäochromozytom nur nach entsprechender Evaluierung des Risiko/Nutzen-Verhältnisses verabreicht werden.

Treten bei einem Patienten unter Behandlung mit Depo-Medrol potentielle Symptome einer Phäochromozytom-Krise wie hypertensive Krise, Herzversagen, Tachykardie, Kopf-, Abdominal- und/oder Thoraxschmerzen auf, sollte an die Möglichkeit eines bisher unbekannten Phäochromozytoms gedacht werden.

Da Glucocorticoide ein Cushing-Syndrom hervorrufen oder verschlechtern können, sollten Glucocorticoide bei Patienten mit Morbus Cushing vermieden werden.

Immunsuppressive Effekte/Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Infektionen

Corticosteroide können die Anzeichen einer beginnenden Infektion maskieren oder latente Infektionen aktivieren (einschliesslich solcher durch Parasiten), ebenso können während der Corticosteroidtherapie neue Infektionen auftreten. So kann bei Corticosteroidanwendung die Resistenz gegenüber Erregern vermindert und die Lokalisierung einer Infektion erschwert sein. Solche Infektionen können leicht, aber auch schwer und manchmal letal verlaufen. Mit steigenden Corticosteroid-Dosen steigt die Rate infektiöser Komplikationen. Bei schweren Infektionskrankheiten ist für einen ausreichenden antibiotischen bzw. chemotherapeutischen Schutz zu sorgen.

Die Bedeutung von Corticosteroiden bei der Behandlung des septischen Schocks ist umstritten. Die routinemässige Anwendung bei septischem Schock wird nicht empfohlen.

Varizellen und Masern, die während einer systemischen Behandlung mit Corticosteroiden auftreten, können eine schwere Verlaufsform annehmen und insbesondere bei Kindern tödlich enden. Varizellen erfordern eine sofortige Behandlung, z.B. mit Aciclovir i.v. Bei Risikopatienten ist eine Prophylaxe mit Aciclovir oder eine passive Immunprophylaxe mit Varizella-zoster-Immunglobulin angezeigt.

Patienten, die Corticosteroide erhalten, sollten nicht gegen Pocken geimpft werden.

Depo-Medrol darf bei Tuberkulosepatienten nur bei aktiver fulminanter Tuberkulose oder Miliartuberkulose und nur in Kombination mit einer geeigneten tuberkulostatischen Therapie eingesetzt werden. Bei Patienten mit latenter Tuberkulose oder Tuberkulinreaktivität ist eine engmaschige Kontrolle erforderlich, da eine Reaktivierung der Erkrankung erfolgen kann. Bei einer Corticosteroid-Langzeittherapie sollten diese Patienten eine Chemoprophylaxe erhalten.

Effekte auf Herz/Kreislauf

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz sollten systemische Corticosteroide mit Vorsicht und nur wenn absolut notwendig eingesetzt werden.

Bei Patienten mit vorbestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren, die über einen längeren Zeitraum höhere Dosen erhalten, können unerwünschte Wirkungen von Glucocorticoiden wie Hypertonie oder Dyslipidämie das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse weiter erhöhen. Daher sollten Corticosteroide bei diesen Patienten sowie bei Patienten mit frischem Myokardinfarkt nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Gegebenenfalls ist eine Risikomodifizierung anzustreben und/oder ein zusätzliches kardiales Monitoring durchzuführen.

Steroide sollten mit Vorsicht bei Patienten mit Hypertonie eingesetzt werden.

Effekte auf die Psyche

Unter Corticosteroidbehandlung kann es zu potentiell schwerwiegenden psychiatrischen Störungen kommen, die von Euphorie über Insomnie, Stimmungsschwankungen und Persönlichkeitsveränderungen bis hin zu schweren Depressionen und manifesten Psychosen reichen. Auch können sich eine bereits bestehende emotionale Labilität oder psychotische Tendenzen durch Corticoideinwirkung verschlimmern.

Die Symptome treten meist innerhalb von Tagen oder Wochen nach Behandlungsbeginn auf.

Die meisten Reaktionen verschwinden nach Dosisreduktion oder Absetzen, trotzdem kann eine spezifische Behandlung notwendig sein. Unerwünschte psychische Effekte wurden auch nach Absetzen von Corticosteroiden berichtet.

Patienten und Angehörige sollten aufgefordert werden, bei Auftreten psychischer Symptome unter der Therapie bzw. während oder nach dem Ausschleichen / Absetzen den Arzt zu kontaktieren, insbesondere, wenn depressive Stimmung oder suizidale Absichten vermutet werden.

Effekte auf das Nervensystem

Bei Patienten mit Anfallsleiden sollten Corticosteroide nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

In kontrollierten klinischen Studien führten Corticosteroide in hohen Dosierungen zu einer Verkürzung akuter Schübe einer Multiplen Sklerose. Krankheitsverlauf und Prognose werden jedoch nicht beeinflusst.

In Zusammenhang mit der Anwendung von Corticosteroiden, vor allem bei der langfristigen Anwendung in hohen Dosen, wurde über Fälle von epiduraler Lipomatose berichtet.

Muskuloskeletale Effekte

Prinzipiell sollten Corticosteroide bei Patienten mit Myasthenia gravis nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

In Zusammenhang mit der Anwendung hoher Corticosteroid-Dosen wurden akute Myopathien beobachtet, die am häufigsten auftraten bei Patienten mit Störungen der neuromuskulären Transmission (z.B. Myasthenia gravis) oder bei Patienten, die gleichzeitig neuromuskuläre Blocker erhielten. Solche akuten Myopathien verlaufen generalisiert, können die Augen- und die Atemmuskulatur einbeziehen und zu einer Tetraparese führen. Die Kreatinkinase-Werte können steigen. Die klinische Besserung oder Heilung nach Absetzen der Corticosteroide kann Wochen bis Jahre dauern.

Die Langzeitanwendung von Corticosteroiden kann zu einer Osteoporose führen, insbesondere bei geriatrischen Patienten oder bei postmenopausalen Frauen.

Okuläre Effekte

Bei Patienten mit Herpes-Simplex-Infektionen des Auges sollten Corticosteroide wegen der Gefahr der Hornhautperforation besonders vorsichtig und nur bei intakter Korneaoberfläche angewendet werden.

Mögliche unerwünschte Wirkungen bei längerdauernder Anwendung von Corticosteroiden sind Exophthalmus, Katarakt (besonders bei Kindern) und erhöhter intraokulärer Druck. Letzterer kann zu einem manifesten Glaukom mit Schädigung des Sehnervs führen. Eine periodische augenärztliche Untersuchung ist daher in Erwägung zu ziehen.

Ausserdem kann eine Behandlung mit Glucocorticoiden Sekundärinfektionen des Auges mit Viren oder Pilzen begünstigen.

Eine Corticosteroidtherapie wurde auch mit dem Auftreten einer zentralen serösen Chorioretinitis, die zur Netzhautablösung führen kann, in Verbindung gebracht.

Lokale Reaktionen

Obwohl die Anwesenheit von Steroidkristallen in der Unterhaut entzündliche Reaktionen unterdrücken kann, können sie zelluläre Bestandteile auflösen und in der Grundsubstanz des Bindegewebes physiochemische Veränderungen bewirken. Diese selten auftretenden Veränderungen von Cutis und/oder Subcutis können zu Einbuchtungen der Haut an der Injektionsstelle führen. Die Schwere dieses Syndroms hängt von der applizierten Corticosteroidmenge ab. Der Hautzustand regeneriert sich entweder nach wenigen Monaten oder nach der Resorption aller Steroidkristalle.

Um das Auftreten dermaler und subdermaler Atrophien zu reduzieren, ist darauf zu achten, dass die empfohlenen Dosen nicht überschritten werden. Falls immer möglich, sollen jeweils mehrere kleine Injektionen in die Läsion gemacht werden. Bei intrasynovialen und intramuskulären Injektionen müssen eine intradermale Injektion bzw. das Auslaufen in die Dermis vermieden werden. Injektionen in den Musculus deltoideus sollen aufgrund der hohen Inzidenz subkutaner Atrophien unterlassen werden.

Überempfindlichkeitsreaktionen

In seltenen Fällen können nach Gabe von Corticosteroiden allergische Reaktionen auftreten wie Hautreaktionen, Angioödeme und/oder anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen. Deshalb sollten, insbesondere bei Patienten mit bekannter Arzneimittelallergie, vor der Anwendung entsprechende Vorsichtsmassnahmen getroffen werden. Allergische Hautreaktionen können auch durch die Hilfsstoffe von Depo-Medrol verursacht werden.

Andere Erkrankungen, bei welchen Corticosteroide nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden sollten

  • Aktive oder latente peptische Ulcera: Glucocorticoide können die Symptome peptischer Ulcera maskieren, sodass es zu einer weitgehend asymptomatischen Perforation oder zu akuten gastrointestinalen Blutungen kommen kann. Das Risiko für peptische Ulzera steigt durch die Kombination von Corticosteroiden mit nicht-steroidalen Antiphlogistika
  • Pankreatitis: Hohe Corticosteroid-Dosierungen können eine akute Pankreatitis auslösen.
  • Stoffwechsel: Corticosteroide können den Blutglukosespiegel erhöhen, einen bestehenden Diabetes verschlechtern und bei Langzeittherapie das Risiko für einen Diabetes mellitus erhöhen.
  • Wasser-Elektrolyt-Haushalt: Corticosteroide können, insbesondere in mittleren und hohen Dosen, zu einer Salz- und Flüssigkeitsretention sowie zu einer erhöhten Kaliumausscheidung führen. Eventuell kann eine Kochsalz-Restriktion bzw. eine Kaliumsubstitution notwendig werden.
  • Gleichzeitige Behandlung mit nicht-steroidalen Antiphlogistika: Acetylsalicylsäure und andere nicht-steroidale Antiphlogistika sollten nur mit Vorsicht zusammen mit Corticosteroiden angewendet werden. Insbesondere ist im Falle einer Hypoprothrombinämie bei der gleichzeitigen Gabe von Acetylsalicylsäure Vorsicht geboten.
  • Andere Erkrankungen: Vorsicht ist auch geboten bei Abszessen oder anderen eitrigen Entzündungen, unspezifischer ulzeröser Kolitis (insbesondere bei drohender Perforation), Divertikulitis, frischen intestinalen Anastomosen, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, Thromboseneigung oder Migräne in der Anamnese.

Anwendung in der Pädiatrie

Bei Kindern und Jugendlichen können unter langzeitiger Glucocorticoidbehandlung Wachstum und Entwicklung gehemmt werden. Eine solche Behandlung erfordert daher eine äusserst strenge Indikationsstellung.

Bei einer längerdauernden Corticosteroidtherapie besteht bei Kindern ein Risiko für eine Erhöhung des intrakraniellen Druckes.

Die folgenden Vorsichtsmassnahmen betreffen spezifisch die parenterale Verabreichung von Corticosteroiden:

Intramuskuläre Applikation

Die gegenüber der intravenösen Applikation langsamere Resorption nach intramuskulärer Verabreichung ist zu berücksichtigen.

Intraartikuläre Applikation

Zur Vermeidung von Infektionen und Kontamination ist eine aseptische Arbeitsweise unabdingbar.

Lokale Injektionen in bereits infizierte Gelenke sind zu vermeiden.

Um eventuelle septische Prozesse auszuschliessen, muss allfällige Gelenkflüssigkeit sachgemäss untersucht werden.

Deutlich vermehrte Schmerzen mit lokalen Schwellungen, weiterer Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit, Fieber sowie allgemeines Unwohlsein deuten auf eine septische Arthritis hin. Falls eine Sepsis bestätigt wird, muss eine adäquate antimikrobielle Therapie eingeleitet werden.

Intrasynoviale Injektionen können neben ihrer lokalen Wirkung eine systemische Wirkung entfalten.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Methylprednisolon

Methylprednisolon wird hauptsächlich durch das CYP450-Enzym CYP3A4 metabolisiert. Interaktionen an diesem Enzym können daher die Wirksamkeit und/oder die unerwünschten Wirkungen von Methylprednisolon beeinflussen.

Enzyminhibitoren: Bei gleichzeitiger Verabreichung von mässigen bis starken CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Protease-Inhibitoren, Azol-Antimykotika, Makrolide, Diltiazem, Isoniazid, Verapamil) wird die Metabolisierung von Methylprednisolon verlangsamt, und sowohl Wirksamkeit als auch unerwünschte Wirkungen können verstärkt sein. Eine Reduktion der Methylprednisolon-Dosis kann erforderlich sein, um eine Steroidtoxizität zu vermeiden. Auch Grapefruitsaft stellt einen CYP3A4-Inhibitor dar.

Auch Sexualhormone (z.B. Ethinylestradiol, Norethisteron) können die Clearance von Glucocorticoiden beeinflussen. Insbesondere können Östrogene die Wirkung von Corticosteroiden verstärken. Bei therapeutischen Dosierungen dieser Hormone (z.B. in hormonalen Kontrazeptiva) ist jedoch eine klinisch relevante Inhibition von CYP-Enzymen durch Sexualhormone unwahrscheinlich.

Enzyminduktoren: Bei gleichzeitiger Verabreichung von CYP3A4-Induktoren (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin sowie Präparate, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten) wird die Metabolisierung von Methylprednisolon beschleunigt, wodurch die Wirksamkeit reduziert werden kann. Eine Erhöhung der Methylprednisolon-Dosis kann daher notwendig sein.

CYP3A4-Substrate: Auch durch gleichzeitige Verabreichung anderer CYP3A4-Substrate (z.B. Benzodiazepine, Cyclophosphamid, Tacrolimus, Aprepitant, Fosaprepitant, Diltiazem) kann die hepatische Clearance von Methylprednisolon beeinflusst und eine Dosisanpassung erforderlich werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Methylprednisolon und Ciclosporin wird der Metabolismus gegenseitig inhibiert. Deshalb können unerwünschte Wirkungen beider Substanzen verstärkt auftreten. Insbesondere wurden unter gleichzeitiger Gabe von Methylprednisolon und Ciclosporin vermehrt Konvulsionen beobachtet.

Einfluss von Methylprednisolon auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Glucocorticoide können CYP3A4 sowohl induzieren als auch inhibieren und dadurch die Plasmakonzentrationen anderer CYP3A4-Substrate erhöhen oder erniedrigen. Beispiele hierfür sind: Aprepitant, Fosaprepitant, Ethinylestradiol, Norethisteron, Protease-Inhibitoren (wie Amprenavir, Indinavir, Lopinavir, Ritonavir und Saquinavir).

Die Clearance und Acetylierungsrate von Isoniazid kann durch Methylprednisolon erhöht werden.

Glucocorticoide können bei längerdauernder hoher Dosierung die Elimination von Salicylaten beschleunigen und dadurch deren Wirksamkeit reduzieren. Umgekehrt kann bei Reduktion der Corticosteroid-Dosis die Toxizität von Salicylaten verstärkt sein.

Acetylsalicylsäure soll bei Patienten mit Hypoprothrombinämie nur mit Vorsicht zusammen mit Corticosteroiden angewendet werden.

Pharmakodynamische Interaktionen

NSARs: Bei gleichzeitiger Gabe von Corticosteroiden und NSARs kann die Inzidenz von Ulzera und Blutungen im Gastrointestinaltrakt erhöht sein.

Immunsuppressiva: Methylprednisolon wirkt synergistisch mit anderen Immunsuppressiva wie z.B. Methotrexat. Daher kann bei gleichzeitiger Gabe mit solchen Immunsuppressiva eine niedrigere Corticosteroid-Dosis ausreichend sein.

Aromatase-Inhibitoren: Länger andauernde Glucocorticoid-Behandlung kann eine Aminoglutethimid-induzierte Nebennierensuppression verstärken.

Anticholinergika: Atropin und andere Anticholinergika können einen bereits durch Methylprednisolon gesteigerten Augeninnendruck weiter erhöhen.

Sympathomimetika: Corticosteroide erhöhen die Wirkung sowie die Toxizität von Sympathomimetika wie Salbutamol.

Neuromuskuläre Blocker: Corticosteroide können die Wirkung von nicht-depolarisierenden neuromuskulären Blockern wie z.B. Vecuronium beeinflussen. Berichtet wurde über eine Antagonisierung der neuromuskulären Blockade sowie bei gleichzeitiger Anwendung hoher Dosen über akute Myopathien (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Cholinesterasehemmer: Corticosteroide können die Wirkung von Cholinesterasehemmern bei Myasthenia gravis reduzieren. Bei gleichzeitiger Anwendung von Methylprednisolon mit Cholinesterasehemmern wie Neostigmin oder Pyridostigmin kann eine Myasthenie-Krise auftreten.

Antikoagulantien: Die Wirkung von Heparin oder oralen Antikoagulantien kann erhöht oder erniedrigt sein. Die Blutgerinnung ist daher zu kontrollieren und ggf. die Antikoagulantien-Dosis anzupassen.

Herzglykoside: Die Toxizität von Digitalis-Glykosiden wird durch die gleichzeitige Gabe von Corticosteroiden potenziert.

Antidiabetika: Aufgrund des diabetogenen Effekts der Glucocorticoide müssen bei Diabetikern die Glucosespiegel überwacht werden. Gegebenenfalls ist die Dosierung der Antidiabetika anzupassen.

Antihypertonika: Die antihypertensive Wirkung wird durch den mineralcorticoiden Effekt der Corticoide teilweise reduziert, was zu erhöhten Blutdruckwerten führen kann.

Arzneimittel mit Einfluss auf den Kaliumhaushalt: Bei Verabreichung von Corticosteroiden zusammen mit Arzneimitteln, welche die Kaliumausscheidung steigern (z.B. Furosemid, Hydrochlorothiazid, Amphotericin B, Betasympathomimetika oder Xanthin-Derivaten), besteht ein erhöhtes Risiko einer Hypokaliämie. Bei diesen Patienten sollten daher die Kaliumspiegel überwacht werden.

Psychopharmaka: Die Wirkung von Anxiolytika und Antipsychotika kann vermindert werden. Gegebenenfalls ist die Dosis dieser Substanzen anzupassen.

Zytostatika: Die Wirkung von Cyclophosphamid kann reduziert sein.

Impfstoffe: Lebendvirus-Impfstoffe wie z.B. Poliomyelitis-, BCG-, Mumps-, Masern- und Röteln-Impfstoffe können wegen der immunsuppremierenden Wirkung der Corticosteroide verstärkt toxisch sein. Disseminierte virale Infektionen können auftreten.

Bei Totvirus-Impfstoffen kann die Impfantwort reduziert sein.

Es wird empfohlen, auch die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel zu konsultieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierstudien haben unerwünschte Wirkungen auf den Foeten gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Es existieren keine kontrollierten Humanstudien, und bis heute sind keine Auswirkungen von Corticosteroiden auf den Geburtsvorgang bekannt. Retrospektive Studien an Neugeborenen von 17 Frauen, welche während 34 Schwangerschaften unterschiedliche Dosen verschiedener Glucocorticoide erhalten hatten, ergaben keine Hinweise auf teratogene Effekte der Arzneimittel. Wie alle Glucocorticoide passiert jedoch auch Methylprednisolon die Plazentaschranke. Deshalb sollte Depo-Medrol während der Schwangerschaft (insbesondere in den ersten drei Monaten) nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig.

Eine retrospektive Studie zeigte eine erhöhte Inzidenz eines geringen Geburtsgewichtes bei Neugeborenen, deren Mütter Corticosteroide erhielten. Ausserdem wurden bei Neugeborenen, deren Mütter eine Langzeitherapie mit Corticosteroiden erhielten, Katarakte beobachtet.

Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft höhere Steroiddosen erhalten haben, sollen sorgfältig auf Zeichen einer NNR-Insuffizienz überwacht werden, ggf. ist eine ausschleichende Substitutionsbehandlung erforderlich.

Stillzeit

Da Methylprednisolon in die Muttermilch übertritt und u.a. die Nebennierenrindenfunktion und das Wachstum des Säuglings beeinträchtigen kann, sollte während der Anwendung von Depo-Medrol nicht gestillt werden.

Fertilität

In Tierversuchen wurde gezeigt, dass Corticosteroide die Fertilität beeinträchtigen (siehe «Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Wirkung von Corticosteroiden auf die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen wurde nicht untersucht. Unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Schwindelgefühl, Sehstörungen und Müdigkeit können unter Behandlung mit Corticosteroiden auftreten. Betroffene Patienten sollten kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen von Methylprednisolon sind von Dosis und Behandlungsdauer sowie von Alter, Geschlecht und Grundkrankheit des Patienten abhängig.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organklasse und, wo möglich, nach Häufigkeit aufgeführt, welche für systemisch applizierte Corticosteroide typisch sind und demzufolge auch unter Depo-Medrol auftreten können. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (Häufigkeit kann auf der Basis der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden).

Infektionen

Häufig: Infektionen.

Nicht bekannt: opportunistische Infektionen. 

Blut- und Lymphsystem

Nicht bekannt: Leukozytose.

Immunsystem

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (inklusive anaphylaktoider oder anaphylaktischer Reaktionen wie z.B. Angioödem oder Kreislaufkollaps), abgeschwächte Reaktionen auf Hauttests.

Endokrine Störungen

Häufig: Cushing-Syndrom.

Nicht bekannt: Hypopituitarismus; Steroid-Absetz-Syndrom, Auslösung einer Phäochromozytom-Krise bei Patienten mit vorbestehendem (auch latentem) Phäochromzytom.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Natrium- und Flüssigkeitsretention, Hypokaliämie.

Nicht bekannt: Appetitzunahme (welche zu Gewichtszunahme führen kann), verminderte Glucosetoleranz, Dyslipoproteinämie, negative Stickstoffbilanz infolge Eiweisskatabolismus, hypokaliämische Alkalose, Lipomatose.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Affektive Störungen wie depressive und euphorische Stimmung.

Nicht bekannt: Stimmungsschwankungen, Affektlabilität, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, mentale Störungen, abnormes Verhalten, Verwirrtheitszustände, Persönlichkeitsveränderungen, psychische Abhängigkeit, psychotische Störungen (wie Manie, Wahnvorstellung, Halluzination, Schizophrenie oder deren Verschlechterung), Suizidgedanken.

Nervensystem

Nicht bekannt: Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Amnesie, kognitive Störungen, erhöhter intrakranieller Druck (mit Papillenödem [benigne intrakranielle Hypertonie]), Konvulsionen, epidurale Lipomatose.

Augen

Häufig: posteriore subkapsuläre Katarakt.

Nicht bekannt: erhöhter intraokulärer Druck, Glaukom, Exophthalmus, zentrale seröse Chorioretinitis, vereinzelte Fälle von Blindheit nach intraläsionaler Applikation im Bereich des Gesichtes und des Kopfes.

Ohr und Innenohr

Nicht bekannt: Vertigo.

Herz

Nicht bekannt: Herzinsuffizienz bei prädisponierten Patienten, Arrhythmien.

Gefässe

Häufig: Hypertonie.

Nicht bekannt: Hypotonie, thromboembolische Ereignisse.

Atmungsorgane

Nicht bekannt: Singultus.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: peptische Ulzera (mit möglicher Blutung oder Perforation).

Nicht bekannt: Bauchschmerzen, abdominelles Spannungsgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Dyspepsie, Ösophagitis (einschliesslich ulzerativer Ösophagitis), gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis (auch bei Kindern), Darmperforation, Peritonitis.

Leber und Galle

Nicht bekannt: Erhöhung von Transaminasen und/oder alkalischer Phosphatase.

Haut

Häufig: Hautatrophie, Akne, Ekchymosen.

Nicht bekannt: Erythem, Hautausschlag, Hyperhiderose, Pruritus, Striae, Pigmentierungsstörungen, Hirsutismus, Petechien, Urtikaria, sterile Abszesse.

Muskelskelettsystem

Häufig: Muskelschwäche, Osteoporose.

Nicht bekannt: Arthralgie, Myalgie, Myopathie, Muskelatropie, neuropathische Arthropathie, Sehnenriss (insbesondere der Achillessehne), Wirbelkompressionsfrakturen, pathologische Frakturen, Osteonekrose.

Reproduktionssystem und Brust

Nicht bekannt: Menstruationsstörungen, Potenzstörungen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: periphere Ödeme, Wundheilungsstörungen.

Nicht bekannt: Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Erythem, Pruritus, Ausschlag oder Urtikaria), Infektionen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Unwohlsein.

Pädiatrie

Das Sicherheitsprofil von Methylprednisolon bei Kindern und Jugendlichen entspricht im Wesentlichen jenem bei Erwachsenen. Darüber hinaus wurden bei Kindern folgende unerwünschte Wirkungen beobachtet:

Endokrine Störungen

Häufig: Wachstumsretardierung.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, abnormes Verhalten.

Nervensystem

Häufig: Schlaflosigkeit.

Überdosierung

Berichte über eine akute Toxizität nach Überdosierung mit Corticosteroiden sind selten, ein klinisches Syndrom einer akuten Überdosierung ist nicht bekannt. Im Fall einer Überdosierung ist kein spezifisches Antidot verfügbar. Die Therapie ist supportiv und symptomatisch. Methylprednisolon ist dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H02AB04

Depo-Medrol ist eine sterile wässerige Suspension, die als Wirkstoff Methylprednisolonacetat enthält, ein Glucocorticosteroid mit einer stark antiinflammatorischen und langanhaltenden Wirkung. Methylprednisolonacetat besitzt dieselben qualitativen Eigenschaften wie Methylprednisolon bei verlängerter Wirksamkeit. Diese wird durch die geringere Löslichkeit und den verzögerten Metabolismus des Moleküls bedingt. Die therapeutische Wirksamkeit hält noch lange nach dem Abfall der Plasmaspiegel unter die Nachweisgrenze an.

Methylprednisolonacetat hat antiinflammatorische und immunsuppressive Wirkungen mit geringen mineralcorticoiden Eigenschaften.

Die Wirkung von Methylprednisolon beruht wie bei allen Glukocorticoiden auf der Anregung der Synthese spezifischer Proteine in der Zelle. Diese sind biologisch aktiv und für die eigentlichen systemischen Wirkungen verantwortlich. Aufgrund des Wirkmechanismus setzt die Wirkung auch bei parenteraler Verabreichung verzögert ein.

Die Dauer der antiinflammatorischen Wirkung der Glucocorticoide entspricht etwa der Dauer der Hypothalamus-Hypophysen-NNR-Depression.

Die antiinflammatorische Wirkung von 4 mg Methylprednisolon entspricht jener von 5 mg Prednisolon, 4 mg Triamcinolon, 0,6 mg Betamethason oder 0,75 mg Dexamethason.

Pharmakokinetik

Methylprednisolonacetat wird in vivo rasch zum freien Methylprednisolon hydrolysiert.

Absorption

Intramuskuläre Applikation:

Serumspitzenwerte von Methylprednisolon werden nach intramuskulärer Verabreichung von 40 mg innert ca. 7,3 ± 1 Stunde erreicht.

Nach einer einmaligen Verabreichung von 40–80 mg i.m. kann Methylprednisolon für die Dauer von 10–18 Tagen im Serum nachgewiesen werden.

Nach einmaliger Applikation einer Dosis von 40 mg Methylprednisolonacetat lagen die maximalen Methylprednisolon-Konzentrationen (Cmax) im Serum im Bereich von 15 ng/ml, die durchschnittliche AUC bei 1354,2 ± 424,1 ng*h/ml.

Intraartikuläre Applikation:

Serumspitzenwerte von Methylprednisolon werden nach intraartikulärer Verabreichung von 80 mg Methylprednisolonacetat innerhalb von 4–8 Stunden gemessen. Nach intraartikulärer Verabreichung diffundiert Methylprednisolonacetat während ca. 7 Tagen aus dem Gelenk in das Blut.

Nach einmaliger Applikation einer Dosis von 80 mg Methylprednisolonacetat liegen die maximalen Methylprednisolon-Konzentrationen (Cmax) im Serum bei ca. 160 ng/ml.

Distribution

Methylprednisolon wird weitgehend in die Gewebe verteilt. Das Verteilungsvolumen liegt bei ungefähr 1,4 l/kg. Methylprednisolon wird zu etwa 77% an Plasmaproteine gebunden.

Zur Diffusion von Methylprednisolon in die Synovialflüssigkeit nach i.m. Gabe sind keine Daten verfügbar.

Methylprednisolon passiert sowohl die Blut-Hirn- als auch die Plazentaschranke und tritt in die Muttermilch über.

Metabolismus

Der Metabolismus von Methylprednisolon in der Leber verläuft qualitativ ähnlich wie bei Cortisol. Die Hauptmetaboliten sind 20α-Hydroxymethylprednisolon und 20β-Hydroxy-6α-methylprednisolon.

Elimination

Die totale Clearance von Methylprednisolon liegt bei 5-6 ml/min/kg, die mittlere Eliminationshalbwertszeit beträgt 1.8-5.2 Stunden.Die Plasmahalbwertszeiten von Steroiden sind in der Regel im Vergleich zur biologischen Halbwertszeit kurz (die scheinbare Halbwertszeit nach i. m. Verabreichung von 40 mg Methylprednisolonacetat beträgt 70 Stunden). Die Metaboliten werden im Urin als Glukuronide, Sulfate und nicht konjugierte Verbindungen ausgeschieden. Minimale Methylprednisolon-Mengen werden auch über die Faeces ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrie: Bei Neugeborenen ist die Plasmaclearance niedriger als bei Kindern und Erwachsenen.

Niereninsuffizienz: Methylprednisolon ist dialysierbar.

Leberinsuffizienz: Bei schwerer Leberinsuffizienz ist die Metabolisierung von Methylprednisolon verzögert, sodass erwünschte und unerwünschte Wirkungen verstärkt sein können.

Hypoalbuminämie/Hyperbilirubinämie: Es können unerwünscht hohe Konzentrationen an nicht proteingebundenem Methylprednisolon auftreten.

Präklinische Daten

Auf der Basis konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie und zur Toxizität nach wiederholter Gabe wurden keine unerwarteten Risiken identifiziert. Die Toxizitäten, die in Studien mit wiederholter Gabe beobachtet wurden, entsprachen jenen, die bei kontinuierlicher Exposition gegenüber exogenen Nebennierenrindensteroiden zu erwarten sind. Methylprednisolon zeigte keine Hinweise auf ein sensibilisierendes Potenzial im Test an Meerschweinchen.

Kanzerogenität, Mutagenität

Aus in vitro Untersuchungen mit oder ohne metabolischer Aktivierung liessen sich keine Anzeichen eines mutagenen Potenzials ableiten.

Langzeitstudien zur Bestimmung des Krebsrisikos an Tieren wurden nicht durchgeführt. Es gibt keine Hinweise darauf das Corticosteroide karzinogen sind.

Reproduktionstoxizität

Bei Verabreichung von Corticosteroiden an männliche Ratten wurden Veränderungen an den Sexualorganen und eine verminderte Kopulationsfähigkeit beobachtet. In unbehandelten Weibchen war nach Kopulation mit behandelten Männchen die Anzahl der Implantationsstellen und der lebenden Foeten reduziert. Die fertilitätsmindernde Potenz der einzelnen Corticosteroide ist sehr unterschiedlich, weshalb eine quantitative Risikoabschätzung für Methylprednisolon nicht möglich ist. Die Verabreichung von Corticosteroiden in humanäquivalenten Dosen hat sich bei vielen Tierspezies als teratogen erwiesen. In entsprechenden Studien wurde gezeigt, dass Glucocorticoide wie Methylprednisolon Fehlbildungen (Gaumenspalten, Fehlbildungen des Skeletts, Anenzephalie, ventrikuläre Defekte, Spina bifida) sowie intrauterine Wachstumsverzögerungen induzieren.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Zur Vermeidung von eventuellen physikalischen Inkompatibilitäten sollte Depo-Medrol nicht mit anderen Injektionslösungen verdünnt oder gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die Injektionslösung sollte vor der Verabreichung visuell auf das Vorhandensein von Partikeln oder Verfärbungen überprüft werden.

Bei der Verwendung von Lokalanästhetika sollen die Vorsichtsmassnahmen der entsprechenden Fachinformation beachtet werden.

Lokale Injektionen bei chronischer Polyarthritis und Arthrosen

Für eine intraartikuläre Injektion nicht geeignet sind anatomisch schwer erreichbare Gelenke wie die im Bereich der Wirbelsäule und sakroiliakal gelegenen.

Für die intraartikuläre Injektion sind die folgenden Gelenke geeignet: Knie, Sprunggelenk, Handgelenk, Ellbogen, Schulter, Hüfte und Interphalangealgelenke. Bei der Injektion in das Hüftgelenk muss darauf geachtet werden, dass keine grossen Blutgefässe getroffen werden.

Die Gelenkanatomie soll vor jeder intraartikulären Injektion untersucht werden. Zur Erreichung der vollen antiinflammatorischen Wirkung muss die Injektion in den Synovialspalt erfolgen. Die Kautelen aseptischer Injektionstechnik sind zu beachten. Eine sterile Injektionsnadel (Kaliber 20–24 Gauge) auf einer leeren Spritze wird rasch in den Synovialspalt eingeführt, dabei ist eine Lokalanästhesie empfehlenswert. Zur Verifizierung werden ein paar Tropfen Synovialflüssigkeit aspiriert. Bei jedem Gelenk soll an jener Stelle injiziert werden, wo der Synovialspalt nahe der Oberfläche liegt und am wenigsten grosse Gefässe und Nerven aufweist. Während die Kanüle am Injektionsort verbleibt, wird die Aspirationsspritze durch eine zweite Spritze mit der gewünschten Menge Depo-Medrol ersetzt. Zur Kontrolle, dass sich die Kanüle noch immer im Synovialspalt befindet, wird der Spritzenkolben ein wenig zurückgezogen, um Synovialflüssigkeit zu aspirieren. Nach der Injektion wird das Gelenk einige Male sanft bewegt, um eine Vermischung der Suspension mit der Gelenkflüssigkeit zu bewirken.

In instabile Gelenke soll nicht injiziert werden. Die wiederholte intraartikuläre Injektion kann in einigen Fällen zu instablilen Gelenken führen. Wenn notwendig, soll das Gelenk mittels Röntgenbild auf allfällige Veränderungen untersucht werden.

Nach einer intraartikulären Corticosteroid-Therapie soll das Gelenk auch nach einer symptomatischen Verbesserung nicht überbelastet werden. Eine Überbelastung könnte das Gelenk schädigen und den Nutzen einer Steroidinjektion mehr als aufheben.

Ein Behandlungsmisserfolg resultiert oftmals aus einer unsachgemässen Injektionstechnik, indem der Gelenkspalt verfehlt wurde. Die Injektion ins umliegende Gewebe zeigt geringen oder keinen Nutzen. Falls Aspiration von Gelenkflüssigkeit das Erreichen des Gelenkspaltes bewiesen hat und ein Behandlungserfolg dennoch ausbleibt, führen auch wiederholte Injektionen kaum zu therapeutischen Erfolgen.

Bursitis

Nach Desinfektion des Injektionsortes wird eine 1%ige Procain-HCl-Lösung infiltriert. Eine sterile Nadel vom Kaliber 20–24 Gauge auf einer leeren Spritze wird in die Bursa eingebracht und die Flüssigkeit aspiriert. Während die Kanüle am Injektionsort verbleibt, wird die Aspirationsspritze durch eine zweite Spritze mit der gewünschten Menge Depo-Medrol ersetzt. Nach der Injektion wird die Nadel entfernt und ein kleiner Verband angelegt.

Ganglion, Tendinitis, Epikondylitis

Bei der Behandlung von Tendinitis oder Tendosynovitis darf die Injektion von Corticosteroid-Suspensionen keinesfalls in die Sehne selbst erfolgen. Die Sehne kann nach Ausstrecken gut ertastet werden. Bei Epikondylitis wird die Suspension an den Ort der stärksten Empfindlichkeit infiltriert. Bei Ganglia von Sehnenscheiden wird die Suspension direkt in die Zyste injiziert. Oftmals bewirkt eine einzelne Injektion eine merkliche Verminderung der Grösse des zystischen Tumors und kann ihn zum Verschwinden bringen. Die üblichen Kautelen steriler Injektionstechnik sind selbstverständlich zu beachten.

Zulassungsnummer

25915 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

März 2015.

LLD V005

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