Konakion Mm Paediatric 2 Mg/0.2ml 5 Amp 0.2 Ml

Konakion Mm Paediatric 2 Mg/0.2ml 5 Amp 0.2 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Phytomenadionum (= synthetisch gewonnenes Vitamin K1).

Hilfsstoffe: Acidum glycocholicum, natrii hydroxidum, lecithinum (aus gentechnisch verändertem Sojabohnenöl hergestellt), acidum hydrochloricum, aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Ampullen MM paediatric (0.2 ml) zu 2 mg.

Eine Braunglas-Ampulle enthält 0.2 ml einer klaren Mischmizellenlösung zu 2 mg Vitamin K1 (Abfüllvolumen 0.3 ml) zur oralen oder parenteralen Verabreichung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prophylaxe und Therapie des Morbus haemorrhagicus neonatorum.

Dosierung/Anwendung

Prophylaxe

Für alle gesunden Neugeborenen mit einem Gestationsalter von mindestens 36 Wochen:

2 mg oral bei der Geburt oder kurz nach der Geburt, gefolgt von einer weiteren Dosis von 2 mg 4 bis 7 Tage nach der Geburt.

Bei gestillten Säuglingen sollte eine zusätzliche Dosis von 2 mg oral nach 4 bis 6 Wochen verabreicht werden. Bei ausschliesslich mit Säuglingsnahrung gefütterten Säuglingen kann die dritte orale Dosis weggelassen werden.

Falls das Arzneimittel nicht oral gegeben werden kann, sollen Neugeborene 1 mg i.m. oder i.v. bei der Geburt oder kurz nach der Geburt erhalten.

In Fällen, in welchen eine zweite orale Gabe nach 4 bis 7 Tagen (und bei gestillten Kindern eine weitere orale Gabe nach 4 bis 6 Wochen) nicht gewährleistet werden kann, wird die einmalige intramuskuläre Gabe von 1 mg (0,1 ml) bei der Geburt oder kurz nach der Geburt empfohlen.

Bei Frühgeborenen mit einem Gestationsalter unter 36 Wochen und einem Gewicht von 2,5 kg oder mehr und bei Neugeborenen mit besonderem Risiko (zum Beispiel Frühgeborene, Geburtsasphyxie, obstruktiver Gelbsucht, Unfähigkeit zu schlucken, Anwendung von Antikoagulanzien oder Antikonvulsiva durch die Mutter): 1 mg intramuskulär oder intravenös bei der Geburt oder kurz danach. Höhe und Häufigkeit weiterer Dosen sollten auf Basis des Gerinnungsstatus festgelegt werden.

Bei Frühgeborenen mit einem Gestationsalter unter 36 Wochen und einem Gewicht unter 2,5 kg: 0,4 mg/kg (entspricht 0,04 ml/kg) intramuskulär oder intravenös bei der Geburt oder kurz danach. Diese parenterale Dosis sollte nicht überschritten werden. Höhe und Häufigkeit weiterer Dosen sollten auf Basis des Gerinnungsstatus festgelegt werden.

Tabelle 1: Dosisberechnung auf der Grundlage des Körpergewichts bei gesunden Neugeborenen und Frühgeborenen

Die Berechnungen und Messungen für die Dosis sind unbedingt in Relation zum Gewicht des Säuglings zu überprüfen (häufig wird irrtümlicherweise eine 10 mal zu hohe Dosis berechnet).

Körpergewicht

Vitamin-K-Dosis (i.m. oder i.v.)

Injektionsvolumen

1 kg

0,4 mg

0,04 ml

1,5 kg

0,6 mg

0,06 ml

2 kg

0,8 mg

0,08 ml

2,5 kg

1 mg

0,1 ml

über 2,5 kg

1 mg

0,1 ml

Es gibt Hinweise darauf, dass eine orale Prophylaxe bei Patienten mit zugrunde liegender cholestatischer Lebererkrankung und Malabsorption unzureichend ist. Die orale Gabe von Vitamin K wird daher bei solchen Patienten nicht empfohlen (siehe «Pharmakokinetik»).

Therapie

Initialdosis

1 mg i.v.; bei Bedarf weitere Gaben in Abhängigkeit des klinischen Bildes und des Gerinnungsstatus. Die Behandlung mit Konakion MM paediatric muss unter Umständen von einer direkteren, effizienten Therapie begleitet sein, wie zum Beispiel der Transfusion von Vollblut oder Blutgerinnungsfaktoren, um schwere Blutverluste sowie das verzögerte Ansprechen auf Vitamin K1 zu kompensieren.

Kinder über einem Jahr

Die optimale Dosierung sollte gemäss Indikation und Gewicht des Patienten vom behandelnden Arzt entschieden werden. Es wurde berichtet, dass eine einzelne Dosis von einem Zehntel der vollen i.v.-Dosis Vitamin K1 für Erwachsene die Aufhebung eines asymptomatischen hohen (>8) INR bei klinisch gesunden Kindern bewirken kann.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Phytomenadion oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Zum Zeitpunkt der Anwendung muss die Mischmizellenlösung in der Ampulle klar sein.

Bei Frühgeborenen mit einem Gewicht unter 2,5 kg, vor allem bei azidotischen Frühgeborenen, besteht bei der parenteralen Gabe, besonders wenn diese rasch erfolgt, die Gefahr eines Kernikterus.

Interaktionen

Dicoumarol und seine Derivate antagonisieren die Wirkung des Vitamin K1 auf die postribosomale Carboxylierung gewisser Gerinnungsfaktoren und Inhibitoren. Die Wirkung von Phytomenadion kann durch die gleichzeitige Verabreichung von Antikonvulsiva beeinträchtigt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Nicht zutreffend.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Es liegen Meldungen über Reaktionen vom anaphylaktischen Typ nach intravenöser Injektion von Konakion MM vor. An der Injektionsstelle können lokale Reizungen auftreten, dies ist aber aufgrund der geringen Injektionsmenge unwahrscheinlich. In seltenen Fällen können an der Injektionsstelle Reaktionen wie Entzündung, Atrophie und Nekrose mit möglicherweise starker Ausprägung auftreten.

Überdosierung

Eine Vitamin-K1-Hypervitaminose ist nicht bekannt. Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in Verbindung mit einer Überdosierung bei Anwendung von Konakion bei Neugeborenen und Säuglingen berichtet: Gelbsucht, Hyperbilirubinämie, erhöhte GOT- und GGT-Werte, Bauchschmerzen, Verstopfung, weiche Stühle, Unwohlsein, motorische Unruhe und Hautausschlag. Der Kausalzusammenhang ist nicht belegt. Die meisten dieser unerwünschten Wirkungen wurden als nicht schwerwiegend betrachtet und klangen ohne Behandlung wieder ab.

Die Behandlung sollte auf die Linderung der Symptome abzielen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B02BA01

Wirkungsmechanismus

Carboxylierung von Vitamin K1 ist ein gerinnungsfördernder Faktor. Als Cocarboxylase ist Phytomenadion an der Bildung von Prothrombin, Faktor VII, Faktor IX und Faktor X sowie der Gerinnungshemmer Protein C und Protein S beteiligt.

Vitamin K1 tritt nicht ohne weiteres durch die Plazentarschranke von der Mutter zum Kind und gelangt nur in geringen Mengen in die Muttermilch.

Ein Mangel an Vitamin K1 hat eine erhöhte Neigung zur hämorrhagischen Diathese des Neugeborenen (Morbus haemorrhagicus neonatorum) zur Folge. Die Verabrei­chung von Vitamin K1, das die Synthese der oben erwähnten Gerinnungsfaktoren in der Leber fördert, kann einen abnorm veränderten Gerinnungsstatus normalisieren sowie Blutungen infolge eines Vitamin-K1-Mangels beheben.

Pharmakokinetik

In der Mischmizellenlösung wird Vitamin K1 mittels eines physiologischen kolloidalen Systems aus Lecithin und Gallensäure solubilisiert.

Absorption

Die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 50%.

Distribution

Phytomenadion wird vorwiegend in der Leber angereichert; es ist bis zu 90% an Lipoproteine im Plasma gebunden und wird im Körper nur während kurzer Zeit gespeichert. Es passiert nur in geringen Mengen die Plazenta.

Metabolismus

Vitamin K1 wird in stärker polare Metaboliten wie Phytomenadion-2,3-Epoxyd umgewandelt.

Elimination

Die Eliminations-Halbwertzeit von Vitamin K1 im Plasma beträgt zirka 70 Stunden. Vitamin K1 wird in Form der Glucuronid- und Sulfatkonjugate in die Galle und den Urin ausgeschieden.

Pharmakokinetik einer oralen vs. intravenösen Vitamin-K-Prophylaxe mit einer Mischmizellenlösung bei besonderen Patientengruppen

Säuglinge mit cholestatischer Lebererkrankung

In einer randomisierten Studie mit 44 cholestatischen Säuglingen im Alter von bis zu 26 Wochen wurden die Pharmakokinetik einer oralen Prophylaxe mit Mischmizellenlösung mit 2 mg Vitamin K und jene einer intravenösen Prophylaxe mit Mischmizellenlösung mit 1 mg Vitamin K miteinander verglichen.

Die Hauptergebnisindikatoren waren die Serumkonzentrationen von Vitamin K1 und untercarboxyliertem Prothrombin (PIVKA-II) vor und bis zu 4 Tage nach einer Einzeldosis der Mischmizellenlösung mit 1 mg Vitamin K1 intravenös oder 2 mg Vitamin K1 oral. Ausserdem wurde der Vitamin-K1-Spiegel 24 Stunden nach oraler Gabe von Vitamin K1 bei den vorstehend genannten Säuglingen mit jenem bei 14 gesunden Neugeborenen nach Gabe der gleichen Dosis verglichen.

Der mediane Serumspiegel von Vitamin K1 war zum Studienbeginn in den Gruppen mit oraler bzw. intravenöser Gabe ähnlich (0,92 ng/ml vs. 1,15 ng/ml) und hatte sich sechs Stunden nach intravenöser K1-Gabe im Vergleich zur oralen Gabe um ca. das 100-fache erhöht (139 ng/ml vs. 1,4 ng/ml). In der Gruppe mit oraler Gabe war der mediane Wert niedrig, mit grosser Streuung der K1-Serumwerte, wodurch der Vergleich mit den viel höheren Werten bei gesunden Säuglingen, die dieselbe orale Dosis erhalten hatten, nachteilig ausfiel.

Die Studie lässt auf eine beeinträchtigte und gestörte intestinale Absorption bei cholestatischen Säuglingen schliessen. Die Malabsorption war so stark ausgeprägt, dass nur 17% einen stufenweisen Anstieg des Serumwerts von Vitamin K1 auf >10 ng/ml erzielten.

Präklinische Daten

Bisher wurde über keine mutagenen oder kanzerogenen Wirkungen berichtet.

Injektionen von Vitamin K1 von Tag 6 bis Tag 11 der Trächtigkeit haben bei Mäusen teratogene Effekte hervorgerufen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Die Konakion-Ampullenlösung sollte lichtgeschützt und nicht über 25 °C gelagert werden.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Die Ampullenlösung muss bei Verwendung klar sein. Bei nicht vorschriftsgemässer Lagerung kann eine Trübung oder Phasentrennung auftreten. In solchen Fällen darf die Ampulle nicht mehr verwendet werden.

Hinweise für die Handhabung

Orale Verabreichung

Mittels der Dispenser, welche der Packung beiliegen: nach Brechen der Ampulle den Dispenser senkrecht in die Ampulle stellen;

die Lösung bis zum Anschlag aufziehen (= 2 mg Vitamin K1);

den Inhalt des Dispensers direkt in den Mund des Neugeborenen spritzen.

Parenterale Verabreichung

Konakion MM paediatric sollte nicht verdünnt oder mit anderen parenteralen Arzneimitteln vermischt werden. Es kann jedoch in den unteren Teil des Infusionsbestecks injiziert werden.

Zulassungsnummer

48112 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

Mai 2016.

Verwendung dieser Informationen

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