Nevanac Susp Opht 3 Mg/ml Fl 3 Ml

Fachinformationen

* Ein Warenzeichen von Novartis

Zusammensetzung

Wirkstoff: Nepafenacum.

Hilfsstoffe: Benzalkonii chloridum, Excipiens ad suspensionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Augentropfensuspension (Augentropfen).

Gleichmässige hellgelbe bis kräftig orange Suspension, pH-Wert von ca. 6,8.

1 ml Augentropfensuspension enthält 3 mg Nepafenac.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prophylaxe und Therapie von postoperativen Schmerzen und Entzündungen im Zusammenhang mit einer Katarakt-Operation.

Dosierung/Anwendung

Bei erwachsenen Patienten:

Einmal täglich 1 Tropfen Nevanac 3 mg/ml in den Bindehautsack des betroffenen Auges oder der betroffenen Augen gegeben: beginnend am Tag vor der Kataraktoperation, dann am Tag der Operation und bis zu 2 Wochen nach der Operation. Zusätzlich einen weiteren Tropfen 30 bis 120 Minuten vor der Operation eintropfen.

Anwendung bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Zur Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sind keine Studien durchgeführt worden. Nepafenac wird primär nach Biotransformation ausgeschieden. Die systemische Verfügbarkeit nach topischer Anwendung am Auge ist sehr gering. Bei diesen Patienten erscheint eine Dosisanpassung nicht erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Wirksamkeit von Nevanac 3 mg/ml bei Kindern und Jugendlichen wurden nicht nachgewiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Anwendung am Auge.

Patienten sollten angewiesen werden, die Flasche vor Gebrauch gut zu schütteln. Nach dem ersten Öffnen der Verschlusskappe ist der Anbruchschutzring lose und sollte vor der ersten Anwendung entfernt werden (wenn vorhanden).

Wird mehr als ein topisches ophthalmisches Arzneimittel verabreicht, müssen die einzelnen Anwendungen mindestens 5 Minuten auseinander liegen. Augensalben sollten zuletzt angewandt werden.

Um Kontaminationen von Tropferspitze und Lösung zu vermeiden, dürfen weder das Augenlid noch die Augenumgebung oder andere Oberflächen mit der Tropferspitze der Flasche in Berührung kommen. Patienten sollten angewiesen werden, die Flasche bei Nichtgebrauch fest zu verschliessen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der Hilfstoffe oder Überempfindlichkeit gegen sonstige nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAID).

Patienten, bei denen Acetylsalicylsäure oder sonstige NSAID Asthma, Urtikaria oder eine akute Rhinitis hervorrufen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nicht zur Injektion oder oralen Einnahme bestimmt.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension ist an Kindern und Jugendlichen nicht untersucht worden. Die Anwendung von Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension ist bei Patienten unter 18 Jahren nicht empfohlen, solange keine Daten vorliegen.

Patienten sollen angewiesen werden, direktes Sonnenlicht während der Behandlung mit Nevanac 3 mg/ml zu vermeiden.

Zur Verminderung des Risikos postoperativer Makulaödeme in Zusammenhang mit Kataraktoperationen bei Diabetikern sollte Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension nicht eingesetzt werden, da für diese Stärke Wirksamkeit und Sicherheit nicht untersucht wurden.

Okuläre Wirkungen

Topische NSAID können eine Keratitis verursachen. Bei entsprechend disponierten Patienten kann der wiederholte Gebrauch topischer NSAID zu Epithelschäden, Hornhautverdünnung, Hornhauterosion, Hornhautulcera oder Hornhautperforation führen und dadurch das Sehvermögen gefährden. Sollten bei einem Patienten Schäden des Hornhautepithels auftreten, sollte Nevanac 3 mg/ml unverzüglich abgesetzt werden und der Hornhautzustand des Patienten engmaschig kontrolliert werden.

Topische NSAIDs können die Wundheilung verlangsamen oder verzögern. Auch topisch angewandte Kortikosteroide sind für diesen Effekt bekannt. Die gleichzeitige Anwendung von topischen NSAID und topischen Steroiden kann die Möglichkeit für Wundheilungsstörungen erhöhen.

Postmarketing-Erfahrungen mit topischen NSAID lassen vermuten, dass bei Patienten mit komplizierten oder innerhalb kurzer Zeit wiederholten Eingriffen am Auge sowie bei Patienten mit Denervierung der Hornhaut, Hornhautepitheldefekten, Diabetes mellitus, Krankheiten der Augenoberfläche (z.B. trockenes Auge) oder rheumatoider Arthritis ein erhöhtes Risiko für corneale Nebenwirkungen besteht, welche das Sehvermögen gefährden könnten. Topische NSAID sollten bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Wiederholte oder längere Verwendung von topischen NSAID kann das Risiko für das Auftreten und die Schwere von cornealen Nebenwirkungen erhöhen.

Es wurde berichtet, dass ophthalmische NSAID im Zusammenhang mit einer Augenoperation eine Verlängerung der Blutungszeit von Augengewebe (inklusive Hyphämata) verursachen können. Daher wird empfohlen, Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension bei Patienten mit Blutungsneigung oder bei Verwendung von blutungsfördernden Arzneimitteln mit Vorsicht anzuwenden.

Eine akute Augeninfektion kann durch topische Entzündungshemmer maskiert werden. NSAID haben keine antimikrobiellen Eigenschaften. Bei okulären Infektionen sollten sie nur mit Vorsicht zusammen mit Antiinfektiva angewendet werden.

Hinsichtlich der gleichzeitigen Anwendung von Prostaglandinanaloga und Nevanac sind nur sehr begrenzt Daten verfügbar. Unter Berücksichtigung der Wirkmechanismen dieser Substanzen ist die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel nicht empfehlenswert.

Es liegen Berichte vor, dass Benzalkoniumchlorid, ein häufiges Konservierungsmittel in ophthalmologischen Produkten, Keratitis punctata und/oder toxische, ulcerative Keratopathie verursachen kann. Da Nevanac Benzalkoniumchlorid enthält, ist bei häufigem oder langfristigem Gebrauch eine genaue Überwachung erforderlich.

Hinweis für Kontaktlinsenträger

Nevanac enthält Benzalkoniumchlorid, welches Augenirritationen hervorrufen und bekanntermassen weiche Kontaktlinsen verfärben kann. Zudem ist das Tragen von Kontaktlinsen während der postoperativen Periode nach der Kataraktoperation nicht zu empfehlen. Deshalb sollten während der Behandlung mit Nevanac keine Kontaktlinsen getragen werden.

Kreuzsensitivität

Nepafenac kann Kreuzsensitivitäten gegenüber Acetylsalicylsäure, Phenylacetylsäurederivaten und sonstigen NSAID bewirken.

Interaktionen

In vitro Studien haben ein sehr geringes Potential für Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln aufgezeigt (siehe «Pharmakokinetik»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Nevanac 3 mg/ml sollte von Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht angewendet werden.

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Nepafenac bei schwangeren Frauen liegen keine hinreichenden Daten vor. Tierstudien zeigten reproduktionstoxische Effekte (siehe «Präklinische Daten»). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist unbekannt. Die systemische Verfügbarkeit nach der Behandlung mit Nevanac 3 mg/ml wird für nicht schwangere Frauen als unbedeutend eingeschätzt, daher wird das Risiko während der Schwangerschaft als möglicherweise gering erachtet. Da jedoch eine Inhibierung der Prostaglandinsynthese die Schwangerschaft, die embryonale/fötale Entwicklung, die Geburt und/oder die postnatale Entwicklung beeinträchtigen könnte, sollte Nevanac 3 mg/ml während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Nepafenac in die Muttermilch übertritt. Tierstudien haben gezeigt, dass Nepafenac in die Muttermilch von Ratten übergehen kann.

Zur Entscheidung über die Fortsetzung oder Beendigung des Stillens respektive der Nevanac 3 mg/ml-Therapie sollte der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Nevanac 3 mg/ml-Therapie für die Mutter abgewogen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nevanac 3 mg/ml hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Vorübergehend kann es zu Verschwommensehen oder anderen Sehbeeinträchtigungen kommen, die die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen erschweren können. Wenn diese Beeinträchtigungen nach dem Eintropfen auftreten, sollten Patienten erst wieder am Strassenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen, wenn die Beeinträchtigungen abgeklungen sind.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

In klinischen Studien mit über 1300 Patienten, die Nevanac 3 mg/ml Augentropfen erhielten, wurden bei 3 Patienten (0,2%) drei Nebenwirkungen erfasst (je 1 Fall von Augenschmerzen, Keratitis punctata und Überempfindlichkeit), für die ein Kausalzusammenhang mit der Nevanac-Behandlung angenommen wurde. 1 Patient (0,1%) schied aus der Studie aufgrund der Nebenwirkung (Überempfindlichkeit) aus, während es in den gleichen Studien unter den mit Placebo behandelten Patienten keine Studienabbrecher aufgrund einer Nebenwirkung gab.

Bei der Anwendung von Nevanac 1 mg/ml Augentropfen traten weitere Nebenwirkungen auf, die auch bei Nevanac 3 mg/ml auftreten können.

In klinischen Studien mit 2314 Patienten, die Nevanac 1 mg/ml Augentropfen erhielten, waren die häufigsten Nebenwirkungen Keratitis punctata, Fremdkörpergefühl und Augenlidrandverkrustungen, die bei 0,4% bis 0,2% der Patienten auftraten.

Die unten aufgeführten Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen und nach Häufigkeit aufgelistet und werden wie folgt definiert: «sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10000), «sehr selten» (<1/10000) oder «unbekannt» (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Die Daten über Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien beobachtet oder nach Markteinführung von Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension und Nevanac 1 mg/ml Augentropfensuspension gemeldet.

Immunsystem:

Selten: Überempfindlichkeit.

Nervensystem:

Selten: Schwindelgefühl.

Nicht bekannt: Kopfschmerzen.

Augen:

Gelegentlich: Keratitis, Keratitis punctata, Defekt des Hornhautepithels, Iritis, choroidale Leckage, Hornhautablagerungen, Augenschmerzen, Fotophobie, okuläre Missempfindung, Verschwommensehen, okulärer Pruritus, trockenes Auge, Augensekret, allergische Konjunktivitis, Fremdkörpergefühl, Verkrustungen des Lidrandes, erhöhte Tränenproduktion, konjunktivale Hyperämie.

Selten: Blepharitis.

Nicht bekannt: Verzögerte Heilung (Hornhaut), Kornealopazität, Narbe der Hornhaut, verminderte Sehschärfe, Augenreizung, Schwellung des Auges, ulzerative Keratitis, Hornhautverdünnung.

Gefässe:

Gelegentlich: arterielle Hypertonie.

Gastrointestinale Störungen:

Selten: Übelkeit.

Nicht bekannt: Erbrechen.

Haut:

Selten: Cutis laxa (Dermatochalasis), allergische Dermatitis.

Untersuchungen:

Nicht bekannt: Blutdruck erhöht.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei Patienten mit Verdacht auf gravierende Epithelschäden der Hornhaut sollte Nevanac 3 mg/ml sofort abgesetzt und der Zustand der Hornhaut eingehend überwacht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nach Markteinführung von Nevanac 1 mg/ml Augentropfensuspension wurde über Fälle berichtet, in denen es zu Defekten/Störungen des Hornhautepithels kam. Der Schweregrad dieser Fälle variierte zwischen nicht schwerwiegenden Auswirkungen auf das Hornhautepithel und schwerwiegenderen Ereignissen, bei denen chirurgische Eingriffe und/oder eine medikamentöse Therapie erforderlich waren, um das Sehvermögen wiederherzustellen.

Die Erfahrungen nach Markteinführung topischer NSAID legen nahe, dass für Patienten mit komplizierten Augeneingriffen, Hornhautdenervationen, Epitheldefekten der Hornhaut, Diabetes mellitus, Erkrankungen der Augenoberfläche (z.B. Trockenes-Auge-Symptomatik), rheumatoider Arthritis oder wiederholten augenchirurgischen Eingriffen innerhalb kurzer Zeit ein erhöhtes Risiko für corneale Nebenwirkungen besteht, die das Sehvermögen beeinträchtigen können.

Kinder und Jugendliche

Sicherheit und Wirksamkeit von Nevanac 3 mg/ml bei Kindern und Jugendlichen sind nicht nachgewiesen.

Überdosierung

Sowohl bei einer Überdosierung am Auge als auch im Falle des versehentlichen Verschluckens sind toxische Effekte unwahrscheinlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: S01BC10

Wirkungsmechanismus

Nepafenac ist ein nichtsteroidales antiphlogistisch und analgetisch wirkendes Prodrug. Nach dem Eintropfen in das Auge penetriert Nepafenac die Hornhaut und wird von Hydrolasen des Augengewebes in Amfenac, einen nichtsteroidalen entzündungshemmenden Wirkstoff, umgewandelt. Amfenac inhibiert die Prostaglandin-H-Synthase (Cyclooxygenase), ein Enzym, das für die Prostaglandinproduktion erforderlich ist.

Sekundärpharmakologie

Am Kaninchen wurde nachgewiesen, dass Nepafenac den Zusammenbruch der Blut-Retina-Schranke verhindert; gleichzeitig unterdrückt es die PGE2-Synthese.

Im Ex-vivo-Ansatz inhibiert eine Dosis Nepafenac, die einer Anwendung am Auge entspricht, die Prostaglandinsynthese in Iris und Ciliarkörper (85%-95%) bis zu 6 Stunden und in Retina bzw. der Chorioidea (55%) bis zu 4 Stunden lang.

Pharmakodynamik

Entsprechend des Gehalts an vaskularisiertem Gewebe findet die Hydrolyse vorwiegend in Retina und Chorioidea statt, gefolgt von Iris und Ziliarkörper sowie der Hornhaut.

Klinische Studien zeigen, dass Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension den Augeninnendruck nicht signifikant verändert.

Klinische Wirksamkeit

Prophylaxe und Behandlung postoperativer Schmerzen und Entzündungen im Zusammenhang mit Katarakteingriffen

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension zur Verhütung und Behandlung postoperativer Schmerzen und Entzündungen wie nach Kataraktoperation wurden in zwei doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Studien mit insgesamt 1339 Patienten untersucht. In der ersten Studie wurde zusätzlich gegen 3× täglich einen Tropfen Nepafenac 1 mg/ml verglichen, in der zweiten Studie gegen 1× täglich einen Tropfen Nepafenac 1 mg/ml. Als Placebo wurde die Suspension ohne den Wirkstoff Nepafenac verwendet. In beiden Studien wurde mit der täglichen Verabreichung der Studienmedikation am Tag vor der Operation begonnen, diese wurde am Tag der Operation fortgesetzt und für 14 Tage nach dem Eingriff beibehalten. Ein zusätzlicher Tropfen wurde 30 bis 120 Minuten vor der Operation appliziert. Primärendpunkt war in beiden Studien die Heilungsrate am Tag 14 nach der Operation. «Heilung» war definiert als keine Zellen und kein Tyndalleffekt (Flare) in der Vorderkammer (je Score 0).

Die Heilungsraten am Tag 14 betrugen in der ersten Studie 68.4% unter Nepafenac 3 mg/ml 1× täglich, 70.0% unter Nepafenac 1 mg/ml 3× täglich. Nepafenac 3 mg/ml war Nepafenac 1 mg/ml nicht unterlegen (Behandlungsdifferenz = -1.6; 95% Cl = -5.73, 3.17). Die Heilungsraten unter dem Nepafenac 3 mg/ml-Vehikel und dem 1 mg/ml-Vehikel betrugen 34.0% resp. 35.6%. Der Unterschied zum jeweiligen Vehikel war für beide Nepafenac-Behandlungen statistisch signifikant.

In der zweiten Studie betrugen die Heilungsraten 64.6% für 1× täglich einen Tropfen à 3 mg/ml, 65.3% für 1× täglich einen Tropfen à 1 mg/ml. Der Unterschied zwischen den beiden Behandlungen war statistisch nicht signifikant (Behandlungsdifferenz = -0.67; 95%CI = -6.57, 5.23). Die Heilungsrate unter dem Nepafenac 3 mg/ml-Vehikel betrug 25.0%. Die Differenz zum Vehikel war für 1× täglich Nepafenac 3 mg/ml statistisch signifikant.

In einer Studie, bei welcher der Anteil der schmerzfreien Patienten am Tage 14 nach der OP als Sekundärendpunkt bewertet wurde, war der kumulative Anteil der schmerzfreien Patienten nach 14 Tagen in der Nepafenac 3 mg/ml-Gruppe signifikant höher als in der Vehikel-Gruppe (91.0% vs 49.7%; p<0.0001). In der anderen Studie, bei welcher der Anteil der schmerzfreien Patienten als unterstützender Endpunkt erfasst wurde, war der Anteil der schmerzfreien Patienten am Tage 14 nach der OP in der Nepafenac 3 mg/ml-Gruppe numerisch höher als in der Vehikel-Gruppe (89.1% vs 40.1%;).

Pharmakokinetik

Absorption

Bei täglicher Gabe eines Tropfens Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension in beide Augen über 4 Tage wurden in den meisten Patienten 2 bzw. 3 Stunden nach Applikation geringe, aber quantifizierbare Plasmakonzentrationen von Nepafenac und Amfenac festgestellt. Nach der Applikation am Auge betrug die mittlere steady-state Plasmakonzentration Cmax für Nepafenac 0,847 ± 0,269 ng/ml und für Amfenac 1,13 ± 0,491 ng/ml.

Distribution

Amfenac hat eine hohe Affinität zu Serumalbuminproteinen. In vitro waren an Rattenalbumin 98,4%, an Humanalbumin 95,4% und an Humanserum 99,1% gebunden.

Untersuchungen an der Ratte zeigen, dass sich nach einfacher wie nach mehrfacher oraler Gabe von 14C-markiertem Nepafenac die radioaktiv markierte Wirksubstanz im gesamten Organismus verteilt.

In 25 Kataraktoperationspatienten wurden die Kammerwasserkonzentrationen 15, 30, 45 und 60 Minuten nach einer einzelnen Gabe von NEVANAC 1 mg/ml gemessen. Es zeigte sich, dass maximale Kammerwasserkonzentrationen im Mittel nach einer Stunde erreicht wurden (Nepafenac 177 ng/ml, Amfenac 44,8 ng/ml). Diese Resultate weisen auf eine rasche corneale Penetration hin. Nach Verabreichung von Nevanac 3 mg/ml wurden keine Messungen der Kammerwasserkonzentrationen gemacht.

Metabolismus

Die Umwandlung von Nepafenac zu Amfenac erfolgt relativ schnell durch intraokuläre Hydrolasen. In der Folge unterliegt Amfenac einem ausgeprägten Metabolismus hin zu polareren Stoffwechselprodukten. Durch Hydroxylierung des aromatischen Rings entstehen konjugierte Glukuronide.

Radiochromatografische Analysen vor und nach der Hydrolyse durch ss-Glukuronidase weisen darauf hin, dass alle Metaboliten bis auf Amfenac als konjugierte Glukuronide vorliegen. Amfenac war im Plasma der Hauptmetabolit und repräsentierte 13% der gesamten Plasmaradioaktivität. Der zweithäufigste Plasmametabolit war 5-Hydroxy-Nepafenac, das bei Cmax ungefähr 9% der Gesamtradioaktivität repräsentiert.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln: in Konzentrationen bis zu 3000 ng/ml inhibieren weder Nepafenac noch Amfenac die metabolische Aktivität der wichtigsten menschlichen Cytochrom-P450-Enzyme (CYP1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4). Deshalb sind Wechselwirkungen mit gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln über den CYP-vermittelten Metabolismus unwahrscheinlich. Auch über Eiweissbindung hervorgerufene Wechselwirkungen sind unwahrscheinlich.

Elimination

Untersuchungen an gesunden Probanden zeigten, dass nach oraler Gabe von 14C-Nepafenac die meiste Radioaktivität über den Urin ausgeschieden wird (85% der Gesamtmenge), während über die Fäzes ungefähr 6% der Dosis ausgeschieden wurden. Nepafenac und Amfenac waren im Urin nicht quantifizierbar.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität bei wiederholter Gabe und zur Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Es wurden keine Langzeitstudien zur Kanzerogenität von Nepafenac durchgeführt.

In Reproduktionsstudien an Ratten waren die für Muttertiere toxischen Nepafenac-Dosierungen von ≥10 mg/kg assoziiert mit Dystokie, erhöhten Postimplantationsverlusten, verringertem fötalen Gewicht/Wachstum und geringeren Überlebensraten der Föten. Bei trächtigen Kaninchen führte eine den Muttertieren verabreichte Dosis von 30 mg/kg zu leichten toxischen Wirkungen an den Muttertieren und einem statistisch signifikanten Anstieg der Missbildungshäufigkeit bei den Würfen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Nevanac 3 mg/ml Augentropfensuspension sollte 4 Wochen nach dem erstmaligen Öffnen des Behälters verworfen werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern. Flasche vor Licht geschützt (in der Faltschachtel) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

65711 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Alcon Switzerland SA, Risch.

Stand der Information

Juni 2016.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.