Lorasifar Tabl 2.5 Mg 50 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lorazepamum

Hilfsstoffe:

Lorasifar Tabletten zu 1,0 mg: Lactose, Excipiens pro compresso

Lorasifar Tabletten zu 2,5 mg: Lactose, Color.: E 104, Excipiens pro compresso

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 1,0 mg und 2,5 mg

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Benzodiazepine sollten nur dann eingesetzt werden, wenn die Beschwerden von klinisch signifikantem Schweregrad sind oder den Patienten in seinem Verhalten stark beeinträchtigen.

Schlaflosigkeit oder Angstzustände können Symptome physischer oder psychischer Krankheiten sein. Daher sollten bei Schlafstörungen oder Angstzuständen allfällige ursächliche Grundkrankheiten erkannt und spezifisch behandelt werden.

Lorasifar ist bei den meisten Zuständen bei denen Angst eine wichtige Rolle spielt therapeutisch wirksam:

Zur symptomatischen Behandlung von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen;

Behandlung von Angstzuständen als komplizierendem Faktor bei organischen Erkrankungen (z.B. gastrointestinale Störungen – siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»);

Zusatzbehandlung von Angstzuständen bei Depressionen und Schizophrenien;

Kurzzeitbehandlung von angst- und spannungsbedingten Schlafstörungen;

Sedierung vor diagnostischen und operativen Eingriffen.

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung sollte den Bedürfnissen jedes einzelnen Patienten individuell angepasst werden.

Die niedrigste wirksame Dosis ist zu verwenden, und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu wählen.

Das Risiko für Entzugssymptome sowie Rebounderscheinungen ist grösser bei abruptem Absetzen der Therapie. Demzufolge sollte der Abbruch der Behandlung mit Lorasifar graduell erfolgen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In der allgemeinen Praxis: Je nach Schweregrad der Symptomatik, der Dauer der Behandlung und entsprechend dem individuellen Bedarf, 1 mg Lorazepam 2- bis 3-mal täglich.

Bei Schlafstörungen in der Regel 1 mg Lorazepam 1/2 Stunde vor dem Schlafengehen.

In der Psychiatrie: 3 bis 7,5 mg Lorazepam pro Tag verteilt auf 3 bis 4 Einzelgaben.

Zur präoperativen Sedierung: 1 bis 2 mg Lorazepam am Vorabend der Operation und/oder etwa 1 – 2 Stunden vor dem Eingriff.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Für ältere oder geschwächte Patienten wird eine Reduzierung der Anfangsdosis um etwa 50% empfohlen. Die Dosierung kann je nach Ansprechen und Verträglichkeit angepasst werden.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion benötigen eine regelmässige medizinische Beobachtung. Die Dosierung muss der Reaktion des Patienten entsprechend angepasst werden, da gegebenenfalls geringere Dosen genügend wirksam sind. Dieselben Empfehlungen gelten auch für Patienten mit chronisch-respiratorischer  Insuffizienz.

Kinder unter 12 Jahren: siehe «Kontraindikationen».

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer ist so kurz wie möglich zu wählen und sollte im Allgemeinen einen Zeitraum von 2 – 3 Monaten nicht überschreiten. Im Falle einer Langzeittherapie sollte regelmässig die Notwendigkeit einer Weiterführung der Behandlung abgeklärt werden.

Wegen möglicher Entzugssymptome sollte die Behandlung mit Lorasifar nicht schlagartig abgesetzt werden, die Dosierung ist schrittweise zu reduzieren.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine oder einen der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Myasthenia gravis.

Schwere respiratorische Insuffizienz.

Schlafapnoesyndrom.

Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz.

Schock, Koma, Kollapszustände.

Medikamenten-, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.

Akute Vergiftung mit Alkohol, Schlafmitteln, Schmerzmitteln und Psychopharmaka.

Kindern unter 12 Jahren darf Lorasifar nicht verordnet werden, da die klinische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in dieser Altersgruppe nicht genügend belegt ist.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Lorasifar dient nicht zur primären Behandlung endogener Depressionen und psychotischer Erkrankungen und sollte nicht als Monotherapeutikum verabreicht werden, wenn der zu behandelnde Patient an Depressionen leidet. Jedoch kann, wenn die Grundbehandlung mit Antidepressiva bzw. Neuroleptika bestehende Angstzustände oder Schlaflosigkeit nicht ausreichend kontrolliert, Lorazepam vorübergehend als Zusatzmedikation angewendet werden («Interaktionen» beachten). Bei depressiven Angstzuständen soll die Möglichkeit eines Suizids in Betracht gezogen und deshalb grössere Mengen von Lorasifar nicht verschrieben werden.

Angst- oder Spannungszustände, ausgelöst durch Stress des täglichen Lebens, erfordern üblicherweise keine Behandlung mit einem Anxiolytikum.

Wie alle Präparate mit zentraldämpfender Wirkung können Benzodiazepine bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz eine Enzephalopathie auslösen.

Lorazepam kann, wie alle Benzodiazepine, eine lebensbedrohliche respiratorische Depression auslösen. Besondere Vorsicht ist daher geboten bei Patienten mit eingeschränkter respiratorischer Funktion (z.B. COPD).

Unter Anwendung von Benzodiazepinen wurde über schwere anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen berichtet. Nach Einnahme der ersten Dosis oder weiteren Dosen von Benzodiazepinen wurden Fälle eines Angioödems mit Beteiligung von Zunge, Glottis oder Larynx berichtet. Bei manchen Patienten kam es unter Einnahme von Benzodiazepinen zu weiteren Symptomen wie Dyspnoe, Zuschwellen des Rachens oder Übelkeit und Erbrechen. Manche Patienten mussten als medizinischer Notfall behandelt werden. Falls ein Angioödem unter Beteiligung von Zunge, Glottis oder Larynx auftritt, kann ein Verschluss der Atemwege auftreten und tödlich verlaufen. Bei Patienten, bei denen unter Behandlung mit einem Benzodiazepin ein Angioödem auftritt, sollte eine erneute Exposition gegenüber dem Arzneimittel unterlassen werden.

Über paradoxe Reaktionen wurde gelegentlich bei der Einnahme von Benzodiazepinen insbesondere bei Älteren berichtet. Die Einnahme sollte beim Auftreten dieser Reaktionen unterbrochen werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Bei Zerebralsklerotikern und Kranken mit reduziertem Allgemeinzustand sollen, wenn überhaupt, nur geringe Dosen angewandt werden.

Ältere Patienten, Patienten mit chronisch-respiratorischer Insuffizienz, Leber- oder Nierenleiden: siehe «Dosierung/Anwendung, Spezielle Dosierungsanweisungen».

Obwohl Hypotension als Nebenwirkung nur selten beobachtet wurde, sollte Lorasifar bei Patienten, bei denen ein Blutdruckabfall zu kardiovaskulären oder zerebrovaskulären Komplikationen führen könnte, mit Vorsicht eingesetzt werden. Dies gilt besonders bei älteren Patienten.

Wenn aus medizinischen Gründen eine Langzeittherapie notwendig ist, werden regelmässige Blutbildkontrollen und eine regelmässige Überwachung der Leberfunktion empfohlen.

Suchtgefährdete Personen, wie Alkoholiker und Drogensüchtige, sollten unter Benzodiazepin-Medikation sorgfältig überwacht werden.

Eine Verminderung der Aufmerksamkeit kann, z.B. bei älteren Personen, bei reduziertem Allgemeinzustand, bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Medikamenten oder infolge einer Schwächung durch Operationen - auch länger anhalten.

Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten mit akutem Engwinkelglaukom geboten.

Bei stark sedierten Patienten kann es zu einer partiellen Verlegung der Atemwege kommen.

Abhängigkeit

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer psychischen oder physischen Abhängigkeit führen. Dieses Risiko ist erhöht bei längerer Einnahme, hoher Dosierung, bei prädisponierten Patienten, Alkoholikern, Patienten mit Medikamenten-Abusus oder klinisch relevanten Persönlichkeitsstörungen. Das Abhängigkeitspotential ist bei adäquater Dosiseinstellung und Behandlungsdauer vermindert.

Die Entzugssymptomatik tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und besteht aus Tremor, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Verwirrtheit, Schwindel, Reizbarkeit, Depression, Angst, Kopfschmerzen, Verspannungen, Rebounderscheinungen, Dysphorie, Realitätsverlust, Persönlichkeitsstörungen, Hyperakusis, Kribbeln und Taubheit der Extremitäten, Licht- und Lärmüberempfindlichkeit, Empfindungs- und Wahrnehmungsstörungen, unwillkürlichen Bewegungen, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses und Konzentrationsschwäche, Hyperthermie. Es können aber auch Symptome wie Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Appetitverlust, Palpitationen und Tachykardie, Hyperreflexie, Muskel- und Bauchkrämpfe, Wahrnehmungsstörungen sowie in seltenen Fällen Delirien, Halluzinationen, Panikattacken, zerebrale Krampfanfälle und Konvulsionen auftreten. Krampfanfälle und Konvulsionen können öfters bei Patienten mit vorangehenden konvulsiven Störungen oder Patienten, die gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen, die eine Herabsetzung der Krampfschwelle bewirken (z.B. Antidepressiva), auftreten.

Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.

Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum zum Beispiel in der Regel nicht länger als vier Wochen) eingenommen werden. Eine kontinuierliche Gabe von Lorazepam wird nicht empfohlen. Ob eine Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden. Eine längere Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (z.B. Panikzustände) indiziert und der Nutzen im Vergleich zu Risiken weniger klar.

Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Falle ein ausschleichendes Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patienten erforderlich.

Es finden sich Hinweise dafür, dass es bei der Behandlung mit Benzodiazepinen zu einer Toleranzentwicklung kommt.

Das Abhängigkeitspotential von Lorazepam kann bei bestehender Alkohol- und Drogenabhängigkeit ausgeprägter sein.

Amnesie, psychiatrische und «paradoxe» Reaktionen: siehe «Unerwünschte Wirkungen».

Lorasifar Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactoseintoleranz, schwerem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Lorasifar Tabletten nicht einnehmen.

Interaktionen

Von gleichzeitigem Alkoholgenuss wird abgeraten. Eine Potenzierung des sedativen Effekts wird beobachtet, wenn das Präparat zusammen mit Alkohol eingenommen wird.

Mögliche Potenzierung der zentraldämpfenden Wirkung, mit erhöhtem Risiko einer Atemdepression, bei gleichzeitiger Einnahme von Antipsychotika (Neuroleptika, z.B. Clozapin), Hypnotika, Anxiolytika/Sedativa, Antidepressiva, Antiepileptika, Betäubungsmitteln, Anästhetika und Antihistaminika mit sedierender Wirkung.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Betäubungsmitteln (namentlich Opiaten) kann eine mögliche Potenzierung der euphorischen Wirkung zu einer verstärkten psychischen Abhängigkeit führen.

Benzodiazepine können die Wirkung von Muskerelaxanzien potenzieren.

Eine gleichzeitige Einnahme von Clozapin und Lorazepam kann zu einer ausgeprägten Sedierung, zu übermässigem Speichelfluss und zu einer Ataxie führen.

Wird Lorazepam zusammen mit Valproat gegeben, kann eine Zunahme der Plasmakonzentration und Abnahme der Clearance von Lorazepam erfolgen. In diesem Fall sollte die Dosis von Lorazepam etwa auf 50% reduziert werden.

Die gleichzeitige Gabe von Lorazepam und Probenecid führt durch eine verlängerte Halbwertszeit und eine verminderte Totalclearance zu einem schnelleren Wirkungseintritt oder einer verlängerten Wirkung von Lorazepam. In diesem Fall sollte die Dosis von Lorazepam etwa auf 50% reduziert werden.

Eine zusätzliche Gabe von Theophyllin/Aminophyllin kann die sedative Wirkung der Benzodiazepine, einschliesslich Lorazepam, reduzieren.

Lorazepam hat keinen Einfluss auf die Aktivität des Cytochrom-P450-Systems. Somit erfolgt keine Interaktion zwischen Lorasifar und den von diesem Enzym metabolisierten Arzneimittel.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt klare Hinweise auf Risiken für den menschlichen Fötus durch  Benzodiazepine. Lorazepam darf während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden.

Blutproben aus der Nabelschnur des Menschen zeigen, dass Benzodiazepine und deren Glucuronidmetaboliten die Plazentaschranke passieren.

Die Anwendung von Benzodiazepinen während der Spätphase der Schwangerschaft oder während der Entbindung kann zu neonatalen Symptomen führen. Symptome wie z.B. Hypotonie, Hypothermie, Atemdepression, Apnoe, verminderte Aktivität, Probleme beim Stillen oder Trinken und gestörte metabolische Effekte im Zusammenhang mit Kälte sind bei Säuglingen festgestellt worden, deren Mütter in der Spätphase der Schwangerschaft oder während der Entbindung Benzodiazepine eingenommen hatten.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen aufgefordert werden, bei gewünschter oder vermuteter Schwangerschaft ihren Arzt zu benachrichtigen, um mit ihm einen Abbruch der Behandlung zu erwägen.

Da Benzodiazepine und deren Metaboliten in die Muttermilch übertreten, soll Lorazepam in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Schläfrigkeit und Trinkfaulheit des Säuglings wurden bei Müttern beobachtet, die während des Stillens Benzodiazepine eingenommen hatten. Kleinkinder solch stillender Mütter sollten hinsichtlich pharmakologischer Effekte von Benzodiazepinen (wie Sedation und Reizbarkeit) überwacht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Lorasifar kann das Reaktionsvermögen soweit ändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Masse bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol.

Wie bei allen zentraldämpfenden Medikamenten sollten Patienten, die Lorasifar verordnet bekommen, davor gewarnt werden, gefährliche Maschinen oder Fahrzeuge zu bedienen, bevor sichergestellt ist, dass das Medikament bei ihnen weder Schläfrigkeit noch Schwindelanfälle hervorruft.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeitsangaben

Sehr selten: <0,01%; selten: ≥0,01%–<0,1%; gelegentlich: ≥0,1%–<1%; häufig: ≥1%–<10%; sehr häufig: ≥10%.

Blut- und Lymphsystem

Ohne Häufigkeitsangabe: Thrombopenie, Agranulozytose, Panzytopenie.

Immunsystem

Ohne Häufigkeitsangabe: Überempfindlichkeitsreaktionen, anaphylaktische / anaphylaktoide Reaktionen / Angioödeme.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Ohne Häufigkeitsangabe: Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH), Hyponatriämie.

Psychiatrische und «paradoxe» Reaktionen

Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitiertheit, Angst, feindselige Haltung, Wutausbrüche, Erregbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Manie, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, Fehlverhalten und andere unerwünschte Verhaltensformen wurden nach Einnahme von Benzodiazepinen und ähnlichen Substanzen beobachtet.

Eine vorbestehende Depression kann während einer Benzodiazepinbehandlung manifest werden.

Zentralnervensystem

Sehr häufig: Sedierung, Erschöpfung, Schläfrigkeit.

Häufig: Ataxie, Verwirrtheit, Depression, manifeste Depression, Benommenheit.

Gelegentlich: Veränderung der Libido, Impotenz, Ausbleiben des Orgasmus.

Ohne Häufigkeitsangabe: extrapyramidale Symptome, Tremor, Vertigo, Sehstörungen (Doppelsehen, verschwommenes Sehen), Dysarthrie/undeutliche Sprache, Kopfschmerzen, Krämpfe/Anfälle, Amnesie, Enthemmung, Euphorie, Koma, Suizidvorstellungen/-versuch, eingeschränkte Aufmerksamkeit/Konzentration, Gleichgewichtsstörungen.

Im Zusammenhang mit Benzodiazepinen wurde über vorübergehende anterograde Amnesie oder Gedächtnisstörungen berichtet. Diese treten insbesondere bei höheren Dosierungen auf und sind in bestimmten Fällen erwünscht (siehe «Indikationen/ Anwendungsmöglichkeiten»).

Herz

Ohne Häufigkeitsangabe: Hypotonie, Blutdruckabfall.

Atemwege

Ohne Häufigkeitsangabe: Ateminsuffizienz, Apnoe, Verschlechterung der Schlafapnoe, Verschlechterung der obstruktiven Lungenerkrankungen. Die Ausprägung der Symptome ist dosisabhängig.

Magen-Darm-Trakt

Gelegentlich: Übelkeit.

Ohne Häufigkeitsangabe: Verstopfung.

Leber und Galle

Ohne Häufigkeitsangabe: erhöhtes Bilirubin, Gelbsucht, Zunahme der Transaminasen und der alkalinen Phosphatase in der Leber.

Haut

Ohne Häufigkeitsangabe: allergische Reaktionen, Haarausfall.

Körper allgemein

Häufig: Muskelschwäche, Asthenie.

Ohne Häufigkeitsangabe: Hypothermie.

Überdosierung

Bei der Behandlung einer Überdosis eines jeden Präparates muss in Betracht gezogen werden, dass möglicherweise mehrere Medikamente eingenommen wurden.

Wie mit anderen Benzodiazepinen ist eine Überdosierung in der Regel nicht lebensgefährlich, ausser wenn Lorazepam mit anderen zentraldämpfenden Präparaten (inkl. Alkohol) kombiniert wird.

Eine Überdosierung von Benzodiazepinen führt gewöhnlich zu einer Depression des Zentralnervensystems, deren Symptome sich je nach schweregrad  als Benommenheit bis hin zu komatösen Zuständen äussern können.

Bei ausschliesslicher Einnahme von Lorazepam, umfassen die Symptome in leichten Fällen Benommenheit, Verwirrtheitszustände, paradoxe Reaktionen und Lethargie. In schwereren Fällen können Ataxie, verminderter Muskeltonus, Hypotonie, Herzkreislauf- und Atemdepression auftreten, in seltenen Fällen kommt es zum Koma, nur in Ausnahmefällen zum Tod.

Die Behandlung einer Überdosierung ist hauptsächlich unterstützender Art,  bis zur Elimination des Medikamentes.

Vitalfunktionen und Flüssigkeitsbilanzbilanz müssen sorgfältig überwacht werden. Es ist für ein Offenhalten der Atemwege zu sorgen und falls notwendig muss eine unterstützende Beatmung eingeleitet werden.

Nach einer Überdosierung mit oralen Benzodiazepinen muss Erbrechen induziert werden, falls der Patient bei Bewusstsein ist. Bei bewusstlosen Patienten wird eine Magenspülung mit entsprechendem Schutz der Atemwege durchgeführt. Ist die Entleerung des Magens nicht möglich muss Aktivkohle gegeben werden, um die Absorption zu verringern.

Besteht ein Aspirationsrisiko ist vom induzierten Erbrechen abzusehen.

Lorazepam ist wenig dialysierbar.

Zur Aufhebung zentraler Effekte von Benzodiazepinen bei Arzneimittelüberdosierung, kann in der Intensivpflege Flumazenil (Anexate) eingesetzt werden (um Spontanatmung und Bewusstsein wieder herbeizuführen, damit keine Intubation vorgenommen werden muss, beziehungsweise der Patient extubiert werden kann).

Hierbei muss man sich versichern, dass Flumazenil als Antidot und nicht als Benzodiazepinersatz wirkt. Daher muss bei der Antidotbehandlung mit Flumazenil auf ein höheres Risiko von Krampfanfällen geachtet werden. Dies gilt besonders für Patienten, deren Anamnese längerfristige Behandlungen mit Benzodiazepinen oder trizyklischen Antidepressiva aufweist.

Bei Hypotonie und Atemdepression ist nach den allgemeinen Behandlungsmethoden der Notfallmedizin vorzugehen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

N05BA06

Wirkungsmechanismus

Der Wirkstoff Lorazepam gehört zur Gruppe der Benzodiazepine. Es handelt sich um einen Tranquilizer von mittleren Wirkungsdauer, der bereits in einem niedrigen Dosierungsbereich therapeutisch wirksam ist.

Die anxiolytische Wirkung, und in höheren Dosierungen die antikonvulsive Wirksamkeit von Lorazepam, sind ausgeprägt, während die sedierenden und insbesondere die muskelrelaxierenden Wirkungen vergleichsweise schwach sind.

Durch die Dämpfung oder Ausschaltung emotionaler Faktoren beseitigt Lorasifar die Entstehungsbedingungen emotional und reaktiv verursachter Krankheiten.

Als Einzeldosis am Abend verabreicht wirkt es schlaffördernd.

Die pharmakologische Wirkung der Benzodiazepine wird durch die hohe Bindungsaffinität an spezifische Rezeptoren im GABA-ergen Überträgersystem vermittelt. Benzodiazepine verstärken dabei die Wirkung von GABA auf die Öffnung von Chloridkanälen in der Zellmembran und erhöhen so die hemmende Wirkung des GABA-ergen Transmittersystems.

Pharmakokinetik

Absorption

Lorazepam wird nach oraler Anwendung nahezu vollständig (95%) resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden nach 2-3 Stunden erreicht. Nach einer Einzeldosis von 1 mg beträgt der maximale Plasmaspiegel etwa 10 bis 15 ng/ml.

Die erreichten Serumspiegel sind den jeweiligen Dosen proportional.

Distribution

Lorazepam wird zu etwa 90% an Plasmaproteine gebunden.

Das Verteilungsvolumen beträgt für Proteingebundenes Lorazepam etwa 0,3 bis 1,3 l/kg, für ungebundenes Lorazepam 10,4 l/kg KG bei jüngeren, und 8,6 l/kg KG bei älteren Probanden.

Lorazepam passiert die Plazentaschranke, und geringe Mengen finden sich auch in der Muttermilch.

Metabolismus

Lorazepam wird zu über 90% durch Kopplung an die Glucuronsäure inaktiviert. Diese Metabolite sind pharmakologisch inaktiv.

Lorazepam wird nur geringfügig hydroxyliert und unterliegt keiner N-Desalkylierung durch Enzyme des Cytochrom-P450-Sytems.

Elimination

Das Lorazepamglucuronid wird zu über 85% renal eliminiert. Etwa 1% der Dosis erscheint unverändert im Urin. In geringen Mengen erfolgt die Elimination von Lorazepam und Lorazepamglucuronid in den Fäces. Die Eliminationshalbwertszeit von Lorazepam beträgt im Mittel etwa 12-16 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Kinetik im Alter: Studien an betagten und jungen Probanden haben gezeigt, dass die Pharmakokinetik von Lorazepam altersunabhängig ist.

Elimination bei eingeschränkter Leberfunktion: Bei Patienten mit Leberleiden (Hepatitis, alkoholische Zirrhose) wurden keine Veränderungen der pharmakokinetischen Parameter beobachtet.

Elimination bei eingeschränkter Nierenfunktion: Bei bestehender Niereninsuffizienz bleiben die metabolische Clearance von Lorazepam sowie die Plasmaspiegel des nicht proteingebundenen Lorazepams im Normalbereich.

Die Eliminationshalbwertszeit für das Lorazepamglucuronid ist jedoch verlängert, was zu einer Akkumulation dieses inaktiven Metabolits führt.

Bei subchronischer Verabreichung wird die Elimination von unkonjugiertem Lorazepam auch beeinträchtigt.

Präklinische Daten

Der Hauptmetabolit von Lorazepam, Lorazepamglucuronid, zeigte bei Tieren keine ZNS-Aktivität.

Bei Ratten und Mäusen wurde während einer 18-monatigen Studie mit oralem Lorazepam kein Hinweis auf ein karzinogenes Potential gefunden.

Bei einer Studie von Lorazepam mit Drosophila melanogaster gab es keinen Hinweis auf mutagene Eigenschaften.

Sonstige Hinweise

Hinweise zur Lagerung

Lorasifar 1 mg: Das Arzneimittel ist in der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufzubewahren, ausserhalb der Reichweite von Kindern.

Lorasifar 2,5 mg: Das Arzneimittel ist in der Originalverpackung, bei Raumtemperatur zwischen 15-30 °C aufzubewahren, ausserhalb der Reichweite von Kindern.

Das Arzneimittel nicht nach dem auf der Packung unter «Exp» aufgedruckten Datum verwenden.

Zulassungsnummer

52267 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Siphar SA, 6900 Lugano

Stand der Information

Februar 2014

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