Entocort Enema Klistier Loesung + Tabletten 7 Stk

Entocort Enema Klistier Loesung + Tabletten 7 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Budesonidum 2,3 mg.

Hilfsstoffe: Color.: Riboflavin-5-phosphat (E 106); Excipiens pro compresso.

Das Lösungsmittel enthält:

Conserv.: Propylis parahydroxybenzoas (E 216); Methylis parahydroxybenzoas (E 218); Aqua ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Kombinationseinheit enthält 1 auflösbare Tablette in einem Aluminiumblister und das Lösungsmittel (115 ml) in einer Polyethylenflasche mit Rektalkanüle.

Das fertige Klistier umfasst 115 ml und enthält 2 mg Budesonid per 100 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Leichte bis mittelschwere Colitis ulcerosa des Rectums sowie des Colon sigmoideum.

Dosierung/Anwendung

Während 4 Wochen jeweils abends vor dem Schlafengehen 1 Entocort Enema verabreichen.

Die volle Wirkung tritt gewöhnlich nach 2–4 Wochen ein. Die Behandlung kann bis zu 8 Wochen verlängert werden, falls nach 4 Wochen keine Remission eintritt.

Kinder

Die Erfahrung mit Entocort Enema bei Kindern ist limitiert. In einer einfach-blinden, randomisierten und multizentrischen Studie an 47 Patienten (6 bis 15 Jahre) mit aktiver ulzerativer Kolitis, konnte gezeigt werden, dass in der Wirksamkeit nach 4 Wochen kein statistisch signifikanter Unterschied bestand zwischen Entocort Enema und Prednisolon Enema. Die verabreichte Dosis war 2 mg Entocort Enema und 25 mg Prednisolon Enema jeweils 1× täglich. Die primäre Wirksamkeitsvariable, Remissionsrate, definiert als Endoskopie Score, zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied (Entocort 50%; Prednisolon 71%; p= 0,15). In beiden Gruppen wurde die adrenale Funktion gehemmt, jedoch bei Prednisolon Enema signifikant höher im Vegleich zu Entocort Enema (p= 0,0008). Die Inzidenz und das gesamte Profil der unerwünschten Wirkungen war bei beiden Behandlungsgruppen ähnlich.

Ältere Patienten

Es gelten die gleichen Dosierungen wie für Erwachsene.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Budesonid oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Besondere Vorsicht ist während der Umstellung von einer konventionellen Steroid-Behandlung mit einer grösseren systemischen Wirkung zu Entocort Enema geboten. Diese Patienten können eine adrenokortikale Suppression haben. Deshalb ist bei diesen Patienten die adrenokortikale Funktion aufmerksam zu überwachen und die Dosis der systemischen Steroide müssen vorsichtig reduziert werden.

Einige Patienten fühlen sich während der Absetzphase auf eine unspezifische Art unwohl. Es treten zum Beispiel Symptome wie Muskel- und Gelenkschmerzen auf. Eine allgemein ungenügende Glucokortikoid-Wirkung sollte dann in Betracht gezogen werden, falls Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen in der Absetzphase auftreten. In einem solchen Fall kann eine vorübergehende Dosiserhöhung eines systemischen Glucokortikoids notwendig sein.

Wird eine Behandlung mit Glucokortikoiden mit höherer systemischer Wirkung durch Entocort ersetzt, können Allergien, wie zum Beispiel Rhinitis oder Ekzeme wieder auftreten, die vorher durch die hohe systemische Wirkung maskiert wurden.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit lokalen und/oder systemischen Infektionen, inklusive latenter Tuberkulose oder bei Patienten mit positiver Tuberkulinreaktion.

In-vivo Studien haben gezeigt, dass die orale Verabreichung von Ketoconazol eine erhöhte systemische Aufnahme von Budesonid bewirkt. Ketoconazol ist ein CYP3A4 Inhibitor der in der Leber und in der Darmschleimhaut aktiv ist (siehe «Interaktionen»).

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch die gleichzeitige Anwendung von Entocort Enema und Ketoconazol eine erhöhte, systemische Aufnahme von Bude­sonid bewirkt (siehe «Interaktionen»).

Entocort Enema enthält die Hilfsstoffe Methyl- und Propyl-Parahydroxybenzoat. Vorsicht ist somit angezeigt bei Patienten, welche allergisch reagieren können.

Interaktionen

Östrogene, orale Kontrazeptiva: Bei Frauen, die gleichzeitig mit Budesonid Östrogene oder orale Kontrazeptiva erhielten, wurde über eine Erhöhung des Plasmaspiegels und eine erhöhte Wirkung von Kortikosteroiden berichtet. Dennoch hatten niedrigdosierte kombinierte Kontrazeptiva, welche die Plasmakonzentration von oralem Prednisolon mehr als verdoppelte, keine signifikante Wirkung auf die Plasmakonzentration von oral verabreichtem Budesonid.

Die Metabolisierung von Budesonid erfolgt in erster Linie durch das Enzym Cytochrom P450 3A (CYP3A4), einer Untergruppe des Cytochroms 450. Eine Hemmung durch Budesonid auf den CYP3A4-vermittelten Metabolismus von anderen Medikamenten ist unwahrscheinlich, da Budesonid nur eine geringe Affinität zu diesem Enzym hat. Die Hemmung dieses Enzyms z.B. durch Ketoconazol und Grapefruitsaft kann jedoch die systemische Aufnahme von Budesonid erhöhen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Cytochrom P450-Inhibitoren: Starke Inhibitoren des Cytochroms P450 3A (Hauptstoffwechselenzym von Kortikosteroiden) wie Ketoconazol, Erythromycin und Clarithromycin können aufgrund der Hemmung der Metabolisierung den Plasmaspiegel von oral verabreichtem Budesonid erhöhen.

Cytochrom P450-Induktoren: Cytochrom P450 Induktoren (z.B. Rifampicin, Phenytoin, Barbiturate) können die Kortikosteroidwirkung vermindern.

Gleichzeitig verabreichtes Cimetidin, oral oder intravenös, hat einen geringen, aber klinisch unbedeutenden Einfluss auf oral verabreichtes Budesonid.

Omeprazol in empfohlener Dosierung hat keinen pharmakokinetischen Einfluss bei oral verabreichtem Budesonid.

Weitere Interaktionen

Herzglykoside: Kaliummangel kann die Wirkung der Herzglykoside verstärken.

Diuretika: eine erhöhte Kaliumausscheidung ist möglich.

Antidiabetika: Verminderung der blutzuckersenkenden Wirkung ist möglich.

Cumarinderivate: Abschwächung der antikoagulierenden Wirkung ist möglich.

Nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika: mögliche Erhöhung der gastrointestinalen Blutungs- und Ulkusgefahr.

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Fetus gezeigt (Teratogenität, Embryotoxizität o.a.), und es existieren keine kontrollierten Humanstudien. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Während der Schwangerschaft darf das Medikament nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Budesonid tritt in die Muttermilch über. Basierend auf Daten von inhaliertem Budesonid wird jedoch angenommen, dass die Belastung für das gestillte Kind unter therapeutischen Entocort Enema Dosen klein ist.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Das Führen und Lenken von Maschinen wird durch Entocort Enema nicht beeinträchtigt.

Unerwünschte Wirkungen

Immunsystem

Sehr selten: Anaphylaktische Reaktion.

Endokrines System

Selten: Systemische Steroidnebenwirkungen, wie Unterfunktion der Nebennierenrinde. Diese hängen wahrscheinlich von der Dosierung, der Behandlungsdauer und der individuellen Sensitivität ab.

Nervensystem

Gelegentlich: Agitiertheit, Schlaflosigkeit.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: Flatulenz, Nausea, Diarrhö.

Haut

Häufig: Exanthem, Pruritus.

Überdosierung

Berichte über akute Toxizität und/oder Tod als Folge einer Überdosierung mit Glucokortikosteroiden sind selten. Somit sind bei akuter Überdosierung mit Entocort Enema, selbst bei übermässiger Dosierung, keine klinischen Probleme zu erwarten. Bei akuter Überdosierung steht kein Antidot zur Verfügung.

Bei chronisch übermässigen Dosierungen können systemische Kortikosteroid-Wirkungen wie Hyperkortizismus und Suppression der Nebennierenfunktion auftreten.

Aufgrund der kinetischen und galenischen Eigenschaften von Entocort Enema ist eine Überdosierung mit toxischen Folgeschäden eher unwahrscheinlich.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A07EA06

Wirkungsmechanismus

Entocort Enema enthält mikronisiertes Budesonid in einer isotonischen, wässerigen Suspension, welche mittels einer Kunststoffflasche mit Rektalkanüle verabreicht wird.

Budesonid ist ein halogenfreies Glucokortikosteroid mit lokal entzündungshemmender Wirkung bei gleichzeitig geringer systemischer Steroidwirkung. Die Steroidwirkung bleibt hauptsächlich auf das Zielorgan begrenzt, so dass schon geringe Dosen zu guten therapeutischen Ergebnissen führen.

Pharmakodynamik

Der genaue Wirkungsmechanismus von Glucokortikoste­roiden in der Behandlung der Colitis ulcerosa ist noch nicht vollständig geklärt.

Entzündungshemmende Wirkmechanismen wie die Hemmung der Freisetzung von Entzündungsmediatoren und die Hemmung der Zytokinin vermittelten Immunantwort spielen wahrscheinlich eine wichtige Rolle.

Unerwünschte systemische Kortikoid-Wirkungen wie bei oralen und parenteralen Kortikoid-Präparaten werden bei der Anwendung von Entocort Enema weitgehend vermieden.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Bioverfügbarkeit von Budesonid nach rektaler Anwendung ist sehr gering (15%). Während der ersten Leberpassage werden bereits 90% metabolisiert.

Distribution

Mit der empfohlenen Dosierung wird der Plasmakortisolspiegel durch Budesonid nicht oder nur wenig gesenkt. Die durchschnittliche maximale Plasmakonzentration nach rektaler Verabreichung von 2 mg Budesonid beträgt 2–3 nmol/l (Bereich 1–9 nmol/l) und wird innerhalb von 1,5 Stunden erreicht.

Die Kinetik von Budesonid ist dosis-linear (bewiesen mit einer dosis-proportionalen Steigerung von Cmax und AUC nach oraler Gabe von 3,9 und 15 mg Budesonid als Entocort Kapseln).

Metabolismus

Budesonid unterliegt einer ausgedehnten Biotransformation in der Leber zu Metaboliten von niedrigerer Glucokortikosteroid-Aktivität. Während der ersten Leberpassage (First-pass-Effekt) werden bereits 90% metabolisiert.

Die Glucokortikosteroid-Aktivität der Hauptmetaboliten, 6β-Hydroxybudesonid und 16α-Hydroxyprednisolon, beträgt weniger als 1% jener von Budesonid.

Budesonid wird in erster Linie durch das Enzym CYP3A4, einer Untergruppe des Cytochroms 450, metabolisiert.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit für in den Kreislauf gelangtes Budesonid ist kurz. Sie ist nach rektaler Anwendung praktisch identisch mit jener von 2–3 Stunden nach i.v. Gabe.

Die Elimination erfolgt renal wie auch durch die Faeces.

Kinetik in speziellen klinischen Situationen

Eine beeinträchtigte Leberfunktion führt zu einem reduzierten Metabolismus. Die Pharmakokinetik von Budesonid ist nach intravenöser Applikation bei Patienten mit einer Leberzirrhose gleich wie bei gesunden Probanden. Nach oraler Einnahme von Budesonid ist die systemische Bioverfügbarkeit bei beeinträchtigter Leberfunktion wegen vermindertem First-pass-Effekt erhöht.

Präklinische Daten

Die potentielle gastrointestinale Toxizität von Entocort wurde an Cynomolgusaffen in Dosen bis zu 5 mg/kg (ungefähr 25mal die empfohlene Tagesdosis beim Menschen) nach wiederholter oraler Verabreichung über einen Zeitraum bis zu 6 Monaten untersucht. Im Gastrointestinaltrakt konnten keine Wirkungen beobachtet werden weder bei allgemeinpathologischer noch bei histopathologischer Untersuchung.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

Haltbarkeit

Entocort Enema soll nicht über 30 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Entocort Enema darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung und Verabreichung des Klistiers

1. Die Rektalkanüle mit der Schutzkappe von der Flasche entfernen.

2. Tablette der Aluminiumpackung entnehmen und in die Flasche geben.

3. Die Rektalkanüle wieder auf die Flasche setzen und sich versichern, dass die Schutzkappe fest sitzt.

Die Flasche während mindestens 10 Sekunden kräftig schütteln, bis sich die Tablette aufgelöst hat.

Die fertige Lösung (leicht gelbliche Flüssigkeit) ist zum sofortigen Gebrauch bestimmt. Ein Plastikhandschutz ist für die Anwendung des Klistiers beigelegt.

4. Der Patient legt sich auf die linke Seite.

Die Hand in die Schutzhülle stecken und die Flasche vor dem Entfernen der Schutzkappe nochmals kräftig schütteln.

Schutzkappe entfernen und die Rektalkanüle ins Rektum einführen.

Den Inhalt der Flasche langsam und mit leichtem Druck in den Darm entleeren.

Den Plastikhandschutz von der Hand streifen und über die Flasche ziehen.

5. Auf den Bauch rollen und während 5 Minuten in dieser Position bleiben.

6. Eine angenehme Stellung zum Schlafen suchen und versuchen, das Klistier solange wie möglich, am besten die ganze Nacht, im Darm zu behalten.

Da bei der Anwendung ein Restvolumen von ungefähr 15 ml zurückbleibt, beträgt die verabreichte Dosis für den Patienten 2 mg Budesonid.

Die Form sowie die leichte Handhabung von Entocort Enema erlauben dem Patienten sich mühelos selbst zu behandeln. Das gewählte Volumen kann gut zurückgehalten werden.

Zulassungsnummer

52042 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Tillotts Pharma AG, CH-4310 Rheinfelden.

Stand der Information

Juni 2009.

Verwendung dieser Informationen

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