Bisolvon Lösung 40ml

Bisolvon Lösung 40ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Bromhexini hydrochloridum.

Hilfsstoffe:

Bisolvon Tabletten: Excipiens pro compresso.

Bisolvon Lösung: Conserv.: E 218, Excipiens ad solutionem.

Bisolvon Hustensirup: Aromatica, Conserv.: Benzoesäure (E 210), Excip. ad sirup. pro 5 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Bisolvon Tabletten

1 Tablette enthält: Bromhexini hydrochloridum 8 mg.

Bisolvon Lösung

1 ml (ca. 15 Tropfen) Lösung enthält: Bromhexini hydrochloridum 2 mg.

Bisolvon Hustensirup

5 ml Hustensirup enthalten: Bromhexini hydrochloridum 8 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bei übermässiger Bildung von Schleim bei Erkältungshusten. Auf ärztliche Verschreibung auch bei chronischen Atemwegserkrankungen mit Bildung von zähem Sekret und erschwertem Sekrettransport.

Dosierung/Anwendung

Allgemein

Patienten sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass während der Behandlung mit Bisolvon eine erhöhte Sekretion zu erwarten ist. Bei akuten Atmungsbeschwerden ist ein Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen, wenn sich die Symptome nicht schnell verbessern.

Tabletten

Erwachsene und Kinder über 10 Jahre: 3× täglich 2 Tabletten. Bisolvon Tabletten sind für Kinder unter 10 Jahren nicht bestimmt.

Lösung

Die Lösung kann eingenommen oder inhaliert werden. Jeder Tropfflasche ist ein kleiner Messbecher mit einer Graduierung von 1‑6 ml beigelegt.

Lösung zur Einnahme:

Bisolvon Lösung ist zur Einnahme mit einem kalten oder warmen Getränk wie Wasser, Tee, Fruchtsaft, Milch usw. geeignet.

Erwachsene und Kinder über 10 Jahre: 3× täglich 4-8 ml.

Kinder 5-10 Jahre: 3× täglich 2-4 ml.

Kleinkinder über 2 Jahre: 3× täglich 12 Tropfen.

Kinder unter 2 Jahren: Bisolvon Lösung darf von Kindern unter 2 Jahren nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Lösung zur Inhalation (mit einem Aerosolgerät):

Die Lösung ist 1:1 mit physiologischer Kochsalzlösung zu verdünnen, evtl. ist sie vorgängig auf Körpertemperatur zu erwärmen (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»). Um ein Ausfällen zu vermeiden, sollte die Lösung unverzüglich nach dem Mischen inhaliert werden.

Erwachsene und Kinder über 10 Jahre: 2-3× täglich 2 ml.

Kinder 5-10 Jahre: 2× täglich 1 ml (15 Tropfen).

Kleinkinder über 2 Jahre: 2× täglich 10 Tropfen.

Kinder unter 2 Jahren: siehe «Kontraindikationen».

Hustensirup

Jeder Flasche ist ein graduiertes Messgefäss (1,25; 2,5 und 5 ml) beigelegt.

Erwachsene und Kinder bzw. Jugendliche über 10 Jahre: 5‑10 ml 3× täglich.

Kinder 5-10 Jahre: 2,5‑5 ml 3× täglich.

Kleinkinder über 2 Jahre: 1,25 ml 3× täglich.

Das Präparat ist nicht für Kinder unter 2 Jahren bestimmt. Bisolvon Hustensirup enthält keinen Zucker und ist für Diabetiker geeignet.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder schweren Leberfunktionsstörungen ist die Erhaltungsdosierung herabzusetzen oder das Dosisintervall zu verlängern.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Bromhexin oder gegenüber einem anderen Inhaltsstoff gemäss Zusammensetzung. Bei seltenen erblichen Unverträglichkeiten gegenüber einem Hilfsstoff des Arzneimittels (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») ist Bisolvon kontraindiziert.

Bisolvon Lösung: Bei Kindern unter 2 Jahren nicht zur Inhalation. Gestörte Bronchomotorik, z.B. beim (seltenen) malignen Ziliensyndrom.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit aktuellen oder früheren Magengeschwüren. Die Hemmung des Hustenreflexes durch gleichzeitige Verabreichung von Codein oder einem anderen Antitussivum kann bei Patienten mit starker Sekretbildung evtl. zu einem Sekretstau führen, der mit dem Risiko eines Bronchospasmus und – wegen der Hemmung der Selbstreinigung der Atemwege – einer Atemwegsinfektion behaftet ist.

Bei Verdacht auf eine schwere Atemwegserkrankung (z.B. höheres Fieber über 3 Tage oder Husten über mehr als eine Woche) soll ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden, um die zugrunde liegende Krankheit abzuklären und eine maligne Pathologie auszuschliessen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder schweren Leberfunktionsstörungen: siehe «Dosierung/Anwendung».

Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Behandlung sofort abzubrechen und gegebenenfalls ein Arzt bzw. eine Ärztin zu Rate zu ziehen.

Bei der Gabe von schleimlösenden Substanzen wie Bromhexin wurde über sehr seltene Fälle von zeitlich assoziierten schwerwiegenden Hautschädigungen wie Stevens Johnson Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN, Lyell's Syndrom) berichtet. In den meisten Fällen konnten diese mit dem Schweregrad der zugrunde liegenden Krankheit oder der gleichzeitigen Gabe eines weiteren Arzneimittels erklärt werden. Im Frühstadium von solchen schweren Hautreaktionen können zunächst nur unspezifische grippeähnliche Symptome, wie z.B. Fieber, Gliederschmerzen, Schnupfen, Husten und Halsschmerzen, auftreten.

Wenn neu Haut- oder Schleimhaut-Schädigungen auftreten, sollte unverzüglich medizinischer Rat eingeholt werden und die Behandlung mit Bromhexin als Vorsichtsmassnahme abgebrochen werden.

Bisolvon Lösung kann bei Inhalation bei Patienten mit Asthma bronchiale und asthmoiden Symptomen einen Bronchospasmus auslösen. Zur Vermeidung ist die Vorgabe eines Bronchospasmolytikums zu empfehlen. Sollte trotz der Verabreichung eines Bronchospasmolytikums ein Bronchospasmus auftreten, ist die Inhalation abzusetzen.

Bisolvon Tabletten enthalten 444 mg Laktose bei der maximal empfohlenen täglichen Dosierung. Patienten mit einer seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, z.B. einer Galactosämie, sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Bisolvon Lösung enthält den Hilfsstoff Methyl-para-Hydroxybenzoat (E 218), der allergische Reaktionen, möglicherweise verzögert, auslösen kann.

Bisolvon Hustensirup enthält 15 g Maltitol bei der maximal empfohlenen täglichen Dosierung. Patienten mit einer seltenen erblichen Fruktose-Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen. Dieses Arzneimittel kann eine milde abführende Wirkung haben.

Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung nicht steroidaler Entzündungshemmer (z.B. Diclofenac, Ibuprofen, Salicylate) kann eine gegenseitige Verstärkung der magenschleimhautreizenden Wirkung verursachen.

Gleichzeitige Verabreichung von Codein oder anderen Antitussiva: siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Die gleichzeitige Anwendung von Bisolvon und gewissen Antibiotika (z.B. Erythromycin) verbessert den Übertritt der Antibiotika in das Lungengewebe.

Nach Anwendung von Bromhexin werden die Konzentrationen der Antibiotika Amoxicillin, Erythromycin und Oxytetracyclin im Sputum und im Bronchialsekret gesteigert.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Im Tierversuch ergaben sich keine direkten oder indirekten gesundheitsschädlichen Effekte auf die Trächtigkeit, die embryofötale Entwicklung, die Geburt oder die postnatale Entwicklung (siehe «Präklinische Daten»). Die bisherige klinische Erfahrung hat keine Zeichen gesundheitsschädlicher Effekte auf den Fötus während der Schwangerschaft gezeigt. Wegen des ungeklärten Risikos für den Fötus sollte Bromhexin jedoch in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig.

Stillzeit

Da Bromhexin in die Muttermilch übergeht, sollte Bisolvon während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Ein Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, ist jedoch eher unwahrscheinlich.

Unerwünschte Wirkungen

Definition der verwendeten Häufigkeiten: häufig (<10%->1%), gelegentlich (<1%->0,1%), selten (<0,1%). Bei unerwünschten Wirkungen welche nicht in klinischen Studien sondern nur nach der Markteinführung spontan gemeldet wurden ist die Häufigkeit als «nicht bekannt» bezeichnet.

Störungen des Immunsystems

Selten: Überempfindlichkeit.

Häufigkeit nicht bekannt: anaphylaktische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Häufigkeit nicht bekannt: Bronchospasmus (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

Diese sollten nach Absetzen der Therapie rasch abklingen.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Hautausschlag.

Häufigkeit nicht bekannt: Angioödem, Urtikaria, Pruritus.

Die Inhalation von Bisolvon Lösung kann bei empfindlichen Patienten Hustenreiz auslösen. Durch vorherige Erwärmung der Lösung auf Körpertemperatur kann dem Auftreten des Hustenreizes vorgebeugt werden.

Überdosierung

Über spezifische Symptome einer Überdosierung wurde bisher nicht berichtet. Die Symptome, die in Folge von unbeabsichtigten Überdosierungen und/oder Therapiefehlern berichtet wurden, stimmen mit den bekannten unerwünschten Wirkungen mit Bisolvon zu den empfohlenen Dosierungen überein und sollten symptomatisch behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R05CB02

Bisolvon enthält das Bronchosekretolytikum Bromhexin. Diese Substanz ist ein synthetisches Derivat des pflanzlichen Wirkstoffes Vasicin, der in einer indischen Heilpflanze, der Adhatoda vasica, vorkommt.

Bromhexin wirkt im Bereich des Bronchialtraktes sekretolytisch und sekretomotorisch und verflüssigt auf diese Weise zähen und gestauten Bronchialschleim. Die Erleichterung des Abhustens der Sekrete führt zu einer Linderung des Hustenreizes und zu einer Befreiung der Atemwege.

Pharmakokinetik

Absorption

Bromhexin zeigt eine dosisproportionale Pharmakokinetik im Bereich zwischen 8‑32 mg nach oraler Gabe.

Es wird schnell und vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Nach oraler Anwendung zeigen feste und flüssige Formulierungen ähnliche Bioverfügbarkeiten. Die absolute Bioverfügbarkeit von Bromhexinhydrochlorid liegt bei 22,2 ± 8,5% für die Tabletten und bei 26,8 ± 13,1% für die Lösung.

Die First-Pass-Metabolisierung beträgt etwa 75-80%.

Die gleichzeitige Aufnahme von Nahrungsmitteln führt zu einer Steigerung der Plasmakonzentrationen von Bromhexin.

Distribution

Nach intravenöser Verabreichung wird Bromhexin schnell und weitgehend in den Körper verteilt mit einem Verteilungsvolumen (VSS) von bis zu 1209 ± 206 l (19 l/kg). Die Verteilung in das bronchiale und parenchymale Lungengewebe wurde nach oraler Gabe von 32 und 64 mg Bromhexin untersucht. 2 Stunden nach oraler Verabreichung waren die Konzentrationen im Lungengewebe 1,5‑4,5‑mal höher im Gewebe der Bronchien sowie Bronchiolen und zwischen 2,4 und 5,9‑mal höher im Lungenparenchym im Vergleich zu Plasmakonzentrationen. Unverändertes Bromhexin ist zu 95% an Plasmaproteine gebunden. Dabei handelt es sich um eine non-restriktive Bindung. Bromhexin passiert die Plazenta.

Metabolismus

Bromhexin wird fast vollständig zu mehreren hydroxylierten Metaboliten und zu Dibromanthranilsäure abgebaut. Alle Abbauprodukte und Bromhexin selbst sind am wahrscheinlichsten in Form von N-Glucuroniden und O-Glucuroniden konjugiert. Es gibt keine aussagekräftigen Hinweise für eine Veränderung des Metabolitenmusters und der Elimination von Bromhexin durch Sulfonamide, Oxytretracylin oder Erythromycin. Deshalb sind relevante Interaktionen, bezogen auf Bromhexin Plasmaspiegel, mit CYP 450 2C9 oder 3A4 unwahrscheinlich.

Elimination

Bromhexin ist ein Wirkstoff mit einer hohen Extraktionsrate nach intravenöser Gabe im Bereich der hepatischen Blutversorgung (843‑1073 ml/min), was zu einer hohen inter- und intraindividuellen Variabilität (CV >30%) führt. Nach der Anwendung von mit Radioisotopen markiertem Bromhexin wird ca. 97,4 ± 1,9% der Radioaktivität im Urin wiedergefunden, davon waren weniger als 1% unveränderte Muttersubstanz.

Der Abfall der Plasmaspiegel von Bromhexin ist mehrphasig. Nach Gabe von einzigen oralen Dosen zwischen 8‑32 mg lag die terminale Halbwertszeit zwischen 6,6 und 31,4 Stunden. Die relevante Halbwertszeit zur Abschätzung der Pharmakokinetik bei Mehrfachdosierung liegt bei etwa 1 Stunde. Deshalb wurde bei der Mehrfachgabe keine Dosisakkumulation beobachtet (Akkumulationsfaktor 1,1).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Zur Pharmakokinetik von Bromhexin bei älteren Patienten oder bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz liegen keine Daten vor. Niereninsuffizienz und schwere Leberfunktionsstörungen können aus theoretischen Erwägungen die Elimination verzögern (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Die Pharmakokinetik von Bromhexin wird nicht nennenswert beeinflusst bei gleichzeitiger Gabe von Ampicillin oder Oxytetracyclin. Ein historischer Vergleich konnte keine relevante Wechselwirkung zwischen Bromhexin und Erythromycin aufdecken.

Zur Wechselwirkung mit oralen Antikoagulanzien oder Digoxin wurden keine Studien durchgeführt. Das Fehlen von Berichten zu relevanten Interaktionen in der langen Zeit seit der Markteinführung ist ein Hinweis, dass es wahrscheinlich keine wesentliche Interaktion mit diesen Arzneimitteln gibt.

Präklinische Daten

Allgemeine Toxizität

Die akute Toxizität von Bromhexinhydrochlorid ist gering. Toxizitätsstudien mit wiederholter oraler Dosis über 2 Jahre bestätigten, dass Dosen bis zu 100 mg/kg gut toleriert werden, während 400 mg/kg bei einigen Ratten sporadisch Konvulsionen auslösten. Hunde tolerierten 100 mg/kg (NOAEL) oral über 2 Jahre gut.

Mutagenität und Kanzerogenität

Bromhexinhydrochlorid erwies sich im bakteriellen Mutationstest und in einem Mikronukleustest an der Maus als nicht mutagen. Bromhexinhydrochlorid zeigte kein tumorerzeugendes Potenzial in zweijährigen Studien an Ratten bei einer Dosierung bis zu 400 mg/kg und an Hunden bei einer Dosierung bis zu 100 mg/kg.

Reproduktionstoxizität

Bromhexinhydrochlorid war bei oralen Dosen von bis zu 300 mg/kg an Ratten und 200 mg/kg an Kaninchen weder embryotoxisch noch teratogen (Segment II). Die Fertilität (Segment I) war bei Dosen von bis zu 300 mg/kg nicht beeinträchtigt. Während der peri- und postnatalen Entwicklung (Segment III) lag der NOAEL bei 25 mg/kg.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15‑25 °C) lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

31937, 31936, 54619 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Basel.

Stand der Information

April 2015.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.