Krenosine Inj Loes 6 Mg/2ml 6 Amp 2 Ml

Krenosine Inj Loes 6 Mg/2ml 6 Amp 2 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Adenosinum.

Hilfsstoffe: Natrii chloridum 18 mg, Aqua ad solutionem pro 2 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Stechampullen zu 2 ml à 6 mg Adenosinum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Rasche Umkehr von paroxysmalen supraventrikulären Tachykardien – einschliess­lich derjenigen bei akzessorischen Bahnen (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) – in einen normalen Sinusrhythmus.

Dosierung/Anwendung

Krenosin ist für den Spitalbereich mit Monitoring sowie kardiorespiratorischen Reanimations-Einrichtungen bestimmt, die unmittelbar verfügbar sind. Es sollte durch eine rasche intravenöse Bolusinjektion direkt in eine Vene oder in ein i.v.-System appliziert werden. Im letzteren Fall muss dies so venennah wie möglich erfolgen und mit einem physiologischen Kochsalzbolus nachgespült werden.

Patienten, bei denen nach der ersten Dosis gewisse unerwünschte Wirkungen auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), sollen keine zusätzlichen Dosen erhalten.

Erwachsene

Erstdosis: 6 mg als schnelle intravenöse Bolusinjektion (während 2 Sekunden).

Zweitdosis: Eliminiert die Erstdosis die supraventrikulären Tachykardie nicht inner­halb von 1-2 Minuten, sollten weitere 12 mg ebenfalls als schnelle intravenöse Bolusinjektion gegeben werden.

Zusätzliche oder höhere Dosen werden nicht empfohlen.

Spezielle Dosierungsanweisungen:

Kinder und Jugendliche

Es liegt keine kontrollierte pädiatrische Studie vor. In offenen Studien bei Kindern waren Dosen zwischen 0,10 und 0,25 mg/kg Körpergewicht wirksam.

Ältere Patienten

Ältere Patienten erhalten die gleiche Dosis wie Erwachsene.

Leber und Niereninsuffizienz

Es ist nicht zu erwarten, dass eine Leber- oder Niereninsuffizienz die Wirkung von rasch intravenös verabreichtem Krenosin beeinflusst, da weder Leber noch Niere am Abbau des exogen zugeführten Adenosins beteiligt ist.

Kontraindikationen

Krenosin ist kontraindiziert bei Patienten mit:

  • Aurikulo-ventrikulärem (AV) Block zweiten oder dritten Grades (gilt nicht für Patienten mit künstlichem Herzschrittmacher)
  • Sick-Sinus-Syndrom, symptomatische Bradykardie (ausgenommen bei Patienten mit künst­lichem Herzschrittmacher)
  • Bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Adenosin
  • Chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (Asthma bronchiale).
  • Langem QT-Syndrom (LQTS)
  • Schwerer Hypotonie; dekompensierter Herzinsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Hypotonien

Unter der Behandlung mit Adenosin können (schwere) Hypotonien auftreten. In Einzelfällen waren diese Hypotonien mit cerebrovaskulären Ereignissen (TIA, Schlaganfall) assoziiert. Wegen des Risikos einer signifikanten arteriellen Hypotonie muss Krenosin bei Patienten mit einer Koronarstenose des Hauptstammes links, unbehandelter Hypovolämie, Herzklappenstenose, Perikarditis oder Perikarderguss, Links-Rechts Shunt, Karotisstenose mit cerebrovaskulärer Insuffizienz und/oder einer Funktionsstörung des autonomen Nervensystems mit Vorsicht verwendet werden.

Patienten, bei welchen es nach Erstdosis zu einer symptomatischen arteriellen Hypotonie kommt, sollten keine weitere Dosis Krenosin erhalten.

Schwere Bradykardien und Asystolien

In seltenen Fällen wurde über schwere Bradykardien/Asystolien unter der Anwendunq von Adenosin berichtet:

in einigen Fällen trat sie bei Patienten nach kürzlich erfolgter Herztransplantation (HTx) und Patienten mit latenter SA-Erkrankung auf. Patienten nach kürzlich (<1 Jahr) erfolgter HTx können eine erhöhte Sensitivität gegenüber Adenosin aufweisen. Atropin kann eine durch Adenosin ausgelöste Bradykardie nicht aufheben. Eine durch Adenosin induzierte Bradykardie kann zu weiteren ventrikulären Erregungs­bildungs­störungen (Kammerflimmern, Torsades de pointes) disponieren.

Patienten, bei welchen es nach Erstdosis zu einer schweren Bradykardie/Asystolie kommt, sollten keine weitere Dosis Krenosin erhalten.

Weitere Herzrhythmusstörungen und Reizleitungsstörungen

Die Gabe von Adenosin kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen sowie vorbestehende Herzrhythmusstörungen und Reizleitungsstörungen aggravieren.

Sowohl bradykarde als auch tachykarde Herzrhythmusstörungen wurden berichtet, einschliesslich solche mit hämodynamischer Relevanz.

Bei Patienten mit vorbestehenden Reizleitungsstörungen (AV-Block 1. Grades, Schenkelblock) sollte Krenosin deswegen mit Vorsicht angewendet werden. Patienten, bei welchen es nach Erstdosis zu höhergradingen Herzrhythmusstörungen/Reizleitungsstörungen kommt, sollten keine weitere Dosis Krenosin erhalten.

Bei Patienten mit Vorhofflimmern und akzessorischen Ventrikelerregungen kann die Leitung über die aberrierende Erregung bevorzugt werden (vergl. Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»).

Pectanginöse Beschwerden, Myokardischämie

Die Gabe von Krenosin kann das Risiko für das Auftreten einer Myokardischämie einschliesslich Myokardinfarkt erhöhen, insbesondere bei Patienten mit vorbestehender ischämischer Kardiopathie.

Allergische Reaktionen

Die Anwendung von Krenosin erhöht das Risiko für allergische Sofortreaktionen, einschliesslich Anaphylaxie, Angioödem, Urtikaria und Hautauschlag.

Bronchospasmus

Die Gabe von Krenosin kann das Risiko für das Auftreten eines Bronchospasmus erhöhen.

Die Gabe von Krenosin bei COPD, Asthma bronchiale sowie sonstigen Bronchopneumopathien ist kontraindiziert. Fälle von tödlich verlaufender respiratorischer Insuffizienz, Bronchospasmus und Atemstillstand/Apnoe wurden berichtet.

Epilepsie

Bei einer Vorgeschichte mit Krämpfen/Anfälle, sollte die Anwendung von Adenosin sorgfältig überwacht werden.

Kombination mit Dipyridamol

Dipyridamol kann als bekannter Inhibitor der Adenosin-Aufnahme dessen Wirkung potenzieren. Die gleichzeitige Anwendung von Krenosin und Dipyridamol ist daher nicht angezeigt. Ist die Gabe von Krenosin unbedingt notwendig, muss dessen Dosierung reduziert werden (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Dipyridamol inhibiert die zelluläre Aufnahme und den Metabolismus von Adenosin und verstärkt dadurch die Wirkung von Adenosin. In einer Studie wurde gezeigt, dass Dipyridamol die Adenosin-Wirkung vervierfachen kann. Ist die Gabe von Krenosin unbedingt notwendig, muss die Dipyridamolbehandlung 24 Stunden zuvor abgebrochen werden oder die Dosierung von Krenosin deutlich reduziert werden.

Die kompetitiven Adenosinantagonisten Aminophyllin, Theophyllin und andere Xanthine dürfen 24 Stunden vor der Verwendung von Krenosin nicht verabreicht werden.

Der Verzehr von xanthinhaltigen Speisen und Getränken (Tee, Kaffee, Schokolade und Colagetränke) muss mindestens 12 Stunden vor der Verwendung von Krenosin vermieden werden.

Carbamazepin kann die durch Adenosin hervorgerufene Beeinträchtigung der kardialen Reizleitung potenzieren.

Eine Interaktion zwischen Adenosin und Arzneimitteln, welche die Herzleitung beeinträchtigen, ist möglich. Daher sollten solche Kombinationen vermieden werden bzw. mit besonderer Vorsicht erfolgen. Krenosin wurde in Kombination mit Digitalis, Betablockern und Calciumantagonisten verwendet.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar.

Adenosin ist eine Substanz, die natürlicherweise in verschiedenen Formen in allen Zellen des Körpers vorkommt, so dass keine Wirkung auf den Foeten erwartet wird. Da jedoch diesbezüglich keine klinischen Daten vorliegen, sollte Krenosin während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation angewendet werden.

Stillzeit: Wegen der kurzen Halbwertszeit von Adenosin (<10 Sekunden) sind bei Anwendung während der Stillzeit keine Probleme zu erwarten. Da jedoch keinerlei klinische Erfahrungen mit Krenosin während der Stillzeit vorliegen, sollte es nur bei unbedingter Notwendigkeit angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Krenosin wird im Spitalbereich angewandt. Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit und das Bedienen von Maschinen sind deswegen nicht zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Diese sind nach Organklassen und Häufigkeit gegliedert und werden wie folgt angegeben: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000) und sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht angegeben werden).

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit.

Gelegentlich: Kopfdruck.

Sehr selten: vorübergehende, spontan und rasch reversible Zunahme des intra­kraniellen Drucks.

Verlust des Bewusstsein/Synkope.

Epileptische Anfälle, besonders bei Patienten mit Anfallsleiden in der Vorgeschichte.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Angstgefühl.

Wahrnehmungsstörungen

Gelegentlich: verschwommenes Sehen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit.

Gelegentlich: Geschmacksstörungen.

Erbrechen.

Funktionsstörungen des Herzens

Sehr häufig: Bradykardie, Asystolie, Sinuspause, AV-Block, aurikuläre Extrasystolen, ventrikuläre Erregungsbildungsstörungen (z.B. ventrikuläre Extrasystolen, nicht anhaltende ventrikuläre Tachykardie)

Sehr häufig: Sinustachykardie (20%).

Gelegentlich: Herzklopfen.

Sehr selten: Vorhofflimmern, schwere Bradykardie, die vorübergehend einen Schrittmacher erfordern kann, ventrikuläre Erregbarkeit einschliesslich Torsade de pointes und Kammerflimmern.

Asystolie/Herzstillstand (manchmal tödlich verlaufend) besonders bei Patienten mit vorbestehender ischämischer Kardiopathie.

Häufigkeit unbekannt : Myokardinfarkt

Funktionsstörungen der Gefässe

Sehr häufig: Flush im Gesicht (18%).

Gelegentlich: Hypotonie, manchmal schwer; Schlaganfall/transitorisch ischämische Attacke (TIA) in Verbindung mit der hämodynamischen Wirkung von Adenosin sowie der Hypotonie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Respiratorische Funktionstörungen

Sehr häufig: Dyspnoe (12%).

Gelegentlich: Hyperventilation.

Sehr selten: Bronchospasmus.

Respiratorische Insuffizienz.

Atemstillstand/Apnoe.

Allgemeine Störungen

Häufig: thorakales Druckgefühl, Schmerzen in der Brust, Gefühl von Brennen.

Gelegentlich: Kopfdruck, Schweregefühl in den Armen, Schmerzen in den Armen/im Nacken/im Rücken, Schwitzen.

Sehr selten: Unwohlsein.

Reaktionen an der Injektionsstelle

Reaktionen an der Injektionsstelle treten sehr selten auf.

Störungen des Immunsystems

Häufigkeit unbekannt: Allergische Sofortreaktionen, einschliesslich Anaphylaxie, Angioödem, Urtikaria, Hautausschlag

Überdosierung

Da die Halbwertszeit von Adenosin im Blut sehr kurz ist, würden eventuelle Nebenwirkungen von Krenosin bei Abbruch der Infusion in der Regel rasch zurückgehen.

Die i.v.-Verabreichung von Aminophyllin oder Theophyllin kann jedoch erforderlich sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C01EB10

Adenosin ist ein Purinnukleosid, das in allen Körperzellen vorkommt. Pharmakologische Studien an verschiedenen Tierarten zeigten, dass Adenosin eine negativ-dromotrope Wirkung am atrioventrikulären (AV)-Knoten aufweist.

Wird Krenosin (Adenosin) beim Menschen rasch intravenös injiziert, verlangsamt es die Überleitung am AV-Knoten. Diese Wirkung kann Re-entry Mechanismen am AV-Knoten unterbrechen und bei Patienten mit paroxysmaler supraventrikulärer Tachy­kardie den Sinusrhythmus wiederherstellen.

Eine einmalige Unterbrechung dieser Mechanismen ist üblicherweise ausreichend, um Tachykardien zu beseitigen.

Da bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern der AV-Knoten nicht beteiligt ist, ist Adenosin hier nicht wirksam.

Durch vorübergehende Verlangsamung der AV-Überleitung ist die Vorhofaktivität im EKG einfacher zu bewerten und deshalb kann der Einsatz von Adenosin die Diagnose einer supraventrikulären Tachykardie erleichtern, unabhängig davon, ob der QRS-Komplex verbreitert oder normal ist.

Adenosin kann bei elektrophysiologischen Studien hilfreich sein, um einen AV-Block zu lokalisieren oder um in einigen Fällen von Präexzitation zu bestimmen, ob die Überleitungsstörung durch eine akzessorische Bahn oder via AV-Knoten verursacht wird.

Pharmakokinetik

Adenosin kommt in verschiedener Form in allen Zellen des Körpers vor. Exogen zugeführtes Adenosin wird über den physiologischen Nukleotidstoffwechsel, primär in den Erythrozyten und Endothelzellen der Blutgefässe abgebaut.

Die Halbwertszeit in vitro wird auf <10 Sekunden geschätzt, die Halbwertszeit in vivo kann sogar noch kürzer sein.

Es entstehen Harnsäure und cAMP als physiologische Metaboliten von Adenosin.

Präklinische Daten

Die toxikologischen Studien an mehreren Tierarten waren gezielt auf die Einschätzung der Nebenwirkungen bei der Gabe hoher Dosen in der Akutbehandlung ausgerichtet.

Die Dosen in Toxizitätsstudien bei der Maus und der Ratte, waren weder toxisch noch tödlich. Die Dosen bei wiederholter Gabe bei der Ratte und beim Hund führten zu keinen toxischen Erscheinungen.

Bei Prüfung der lokalen Verträglichkeit ergaben sich keine relevanten Veränderungen, die auf eine schlechte Gefässverträglichkeit hinweisen.

Die chronische Toxizität ist nicht überprüft worden, da Adenosin nur in der Akutbehandlung eingesetzt wird. In In-vitro-Studien konnte nachgewiesen werden, dass Adenosin nicht genotoxisch ist. Wegen des physiologischen Vorkommens von Adenosin sind In-vivo-Studien nicht gerechtfertigt.

Studien zur Kanzerogenität und Reproduktionstoxizität sind wegen des physiologischen Vorkommens nicht durchgeführt worden.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Über Inkompatibilitäten mit anderen Arzneimitteln ist nichts bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. In der Stechampulle verbleibende Reste müssen vernichtet werden.

Krenosin darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Zulassungsnummer

51567 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Juni 2015.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.