Metoprolol Mepha Depotabs 25 Mg 100 Stk

Metoprolol Mepha Depotabs 25 Mg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Metoprololi succinas.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Metoprololi succinas 23,75 mg, 47,5 mg, 95 mg resp. 190 mg entsprechend 25 mg, 50 mg, 100 mg resp. 200 mg Metoprololi tartras pro Depotabs.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Arterielle Hypertonie;

Angina pectoris (zur Langzeitprophylaxe);

Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen II und III als Ergänzung zur Standardtherapie;

Herzrhythmusstörungen, insbesondere supraventrikuläre Tachyarrhythmien;

Funktionelle Herzkreislaufstörungen mit Palpitationen;

Migräneprophylaxe.

Dosierung/Anwendung

Metoprolol-Mepha Depotabs werden einmal täglich mit einem Glas Wasser eingenommen. Die Einnahme kann mit oder ohne Mahlzeiten erfolgen. Die Metoprolol-Mepha Depotabs haben eine Bruchrille und können zur Dosisanpassung leicht geteilt werden. Sie dürfen weder zerkaut noch zerdrückt werden.

Es gelten folgende Dosierungsrichtlinien:

Hypertonie

Patienten mit schwacher oder mittelmässiger Hypertension: 1-mal täglich morgens Metoprolol-Mepha 50.

Bei Patienten, welche auf die Dosierung Metoprolol-Mepha 50 nicht ansprechen kann 1-mal täglich Metoprolol-Mepha 100 bzw. Metoprolol-Mepha 200 verabreicht werden. Wenn nötig kann ein weiteres Antihypertonikum mitverordnet werden.

Antihypertensive Langzeitbehandlung mit 100–200 mg Metoprolol-Mepha 1× täglich zeigten eine Reduktion der Mortalität einschliesslich plötzlichem Herztod, eine Verminderung der Schlaganfälle und koronaren Ereignisse bei hypertensiven Patienten (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Angina pectoris

1-mal täglich Metoprolol-Mepha 100 oder Metoprolol-Mepha 200.

In schweren Fällen kann die Dosis in einer einmal täglichen Gabe weiter erhöht werden.

Chronische Herzinsuffizienz

Die Dosierung von Metoprolol-Mepha soll bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz unter Standardtherapie individuell angepasst werden.

Initialdosis: 1-mal täglich 1 Depotabs à 25 mg während 2 Wochen.

Es wird empfohlen, dass Patienten mit einer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III während der ersten Therapiewoche mit einer Dosis von 1-mal täglich 12,5 mg (½ Depotabs à 25 mg) beginnen. Die Dosis kann anschliessend jede zweite Therapiewoche verdoppelt werden, bis zu einer maximalen Dosis von 1-mal täglich 200 mg. Während der Langzeittherapie wird eine maximale Dosis von 1-mal täglich 200 mg (oder die individuell höchste verträgliche Dosis) empfohlen.

Bei jeder Dosissteigerung muss die Therapieverträglichkeit sorgfältig überprüft werden. Im Falle einer Hypotonie ist eine Senkung der Begleitmedikation notwendig. Eine anfängliche Hypotonie bei Therapieeinstieg bedeutet nicht notwendigerweise eine Unverträglichkeit in der Langzeittherapie. Der Patient muss jedoch in diesem Fall eine niedrigere Dosis einnehmen, bis sein Zustand stabilisiert ist.

Herzrhythmusstörungen

1-mal täglich Metoprolol-Mepha 100 oder Metoprolol-Mepha 200.

Wenn nötig kann die Dosis in einer einmal täglichen Gabe weiter erhöht werden.

Funktionelle Herzkreislaufstörungen mit Palpitationen

1-mal täglich Metoprolol-Mepha 100.

Wenn nötig kann die Dosis in einer einmal täglichen Gabe weiter erhöht werden.

Migräne Prophylaxe

1-mal täglich Metoprolol-Mepha 100 oder Metoprolol-Mepha 200.

Ein Absetzen der Behandlung sollte besonders bei Patienten mit Erkrankung der Herzkranzgefässe und nach längerer Anwendung nicht abrupt sondern ausschleichend erfolgen (siehe Warnhinweise und «Vorsichtsmassnahmen»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Niereninsuffizienz

Eine Dosierungsanpassung ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen nicht notwendig.

Leberfunktionsstörung

Normalerweise ist bei Patienten mit einer leichten Leberfunktionsstörung aufgrund der geringen Plasmaproteinbindung (5-10%) von Metoprolol keine Dosierungsanpassung notwendig. Bei Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung (z.B. Shunt-operierte Patienten) sollte jedoch die Dosierung entsprechend angepasst werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosierungsanpassung notwendig.

Kinder und Jugendliche

Bei hypertonischen Patienten >6 Jahre beträgt die empfohlene Anfangsdosierung 1,0 mg/kg Metoprolol, jedoch maximal 50 mg pro Tag. Diese Dosis wird einmal täglich verabreicht und den Tablettenstärken von Metoprolol-Mepha angenähert. Bei Patienten, die nicht auf 1,0 mg/kg ansprechen, kann die Dosis auf maximal 2,0 mg/kg erhöht werden. Dosen über 200 mg einmal täglich wurden bei Kindern und Jugendlichen nicht geprüft.

Wirksamkeit und Sicherheit für die Anwendung bei Kindern <6 Jahre wurde nicht geprüft.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Metoprolol, anderen β-Rezeptor-Blockern und verwandten Derivaten oder einem der Hilfsstoffe.

Atrioventrikulärer Block 2. und 3. Grades, dekompensierte Herzinsuffizienz, (pulmonales Ödem, Hypoperfusion oder Hypotonie), gleichzeitige kontinuierliche oder intermittierende inotropische Behandlung mit β-Agonisten, klinisch manifeste Sinusbradykardie, Sinusknotensyndrom, (ausgenommen bei Patienten mit einem permanenten Herzschrittmacher), schwere periphere arterielle Durchblutungsstörungen, kardiogener Schock, Hypotonie, Bradykardie (Puls <50 Schläge/min), unbehandeltes Phäochromozytom (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Metoprolol-Mepha sollte bei vermutetem akuten Myokardinfarkt nicht eingenommen werden, solange eine Herzfrequenz <45 Schläge/min, ein PQ-Intervall >0,24 s, oder ein systolischer Blutdruck <100 mmHg vorliegt. Ebenso darf Metoprolol-Mepha nicht bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse IV) eingenommen werden.

Schweres Bronchialasthma oder starker Bronchospasmus in der Anamnese.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten, die mit β-Rezeptor-Blockern behandelt werden, sollten keine intravenösen Verabreichungen von Calciumantagonisten des Verapamil-Typs erhalten.

Im Allgemeinen sollten wegen Bluthochdruck behandelte Patienten mit gleichzeitiger obstruktiver Atemwegserkrankung keine β-Rezeptor-Blocker erhalten. In Fällen, in denen entsprechende andere Medikamente z.B. Diuretika, nicht vertragen werden oder unwirksam sind, kann Metoprolol-Mepha aufgrund seiner Kardioselektivität verabreicht werden. Dabei ist die geringste noch wirksame Dosis zu wählen und die Dosierung des β2-Stimulators neu einzustellen.

Metoprolol-Mepha kann bei genetisch bedingtem Debrisoquin-Polymorphismus bei langsamen Metabolisierern zu einer erhöhten Plasmakonzentration führen.

Metoprolol beeinflusst die Freisetzung von Insulin und den Kohlenhydratstoffwechsel in geringerem Masse als nichtselektive Betablocker. Im Gegensatz zu nichtselektiven β-Rezeptor-Blockern werden die Symptome einer Hypoglykämie bei Diabetikern durch Metoprolol nur teilweise verdeckt. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Diabetische Patienten sind darauf hinzuweisen, dass β-Rezeptor-Blocker die bei Hypoglykämie auftretende Tachykardie abschwächen können; andere Zeichen einer Hypoglykämie wie Schwindel oder Schwitzen werden unter Umständen nicht wesentlich unterdrückt, Schwitzen kann sogar verstärkt werden.

Bei Patienten mit bestehender Herzdekompensation sollte diese vor und während der Metoprolol-Therapie behandelt werden.

Eine AV-Überleitungsstörung mässigen Grades kann zunehmen (bis zum AV-Block).

Metoprolol kann periphere arterielle Durchblutungsstörungen verstärken, hauptsächlich aufgrund seiner blutdrucksenkenden Wirkung.

Wird Metoprolol Patienten gegeben, bei denen ein Phäochromozytom bekannt ist, ist gleichzeitig ein α-Rezeptor-Blocker zu verabreichen (siehe «Kontraindikationen»).

Bei Leberzirrhose kann die Bioverfügbarkeit der β-Rezeptor-Blocker zunehmen, was zu höheren Plasmakonzentrationen führt.

Eine abrupte Unterbrechung der Therapie ist gefährlich, insbesondere bei Hochrisikopatienten und muss deshalb vermieden werden.

Die Medikation mit β-Rezeptor-Blockern sollte während einer Operation nicht unterbrochen werden. Vor einer Operation sollte der Anästhesist darüber informiert werden, dass der Patient mit Metoprolol behandelt wird.

Patienten, die sich einer Operation unterziehen, die nicht am Herzen vorgenommen wird, sollten keine akute Erstbehandlung mit hohen Metoprololdosen erhalten, da dies mit Bradykardie, Hypotonie und Schlaganfall (auch mit tödlichem Ausgang) bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren in Verbindung gebracht wurde.

Soll die Therapie mit Metoprolol-Mepha abgeschlossen werden, muss die Metoprolol-Dosis schrittweise über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen reduziert werden. Dabei wird empfohlen, jeweils die halbe Dosis (Depotabs mit geringerem Wirkstoffgehalt) einzunehmen, bis zum letzten Schritt, bei welchem eine ½ Depotabs à 25 mg eingenommen wird. Die letzte Dosierungsstufe von 12,5 mg muss während mindestens 4 Tagen eingenommen werden, bevor die Therapie beendet werden darf. Sollten während dieser Absetzphase Symptome auftreten, muss die Dosisreduktion langsamer erfolgen. Ein abrupter Therapieabbruch kann eine chronische Herzinsuffizienz verschlimmern und das Risiko eines Myokardinfarktes sowie des plötzlichen Herztodes erhöhen.

Während dieser Massnahme sind insbesondere Patienten mit einer ischämischen Herzkrankheit sorgfältig zu überwachen. Das Risiko für koronare Ereignisse, inklusive plötzlichem Herztod, kann während der Absetzphase des β-Rezeptor-Blockers erhöht sein.

Patienten, die β-Rezeptor-Blocker einnehmen, zeigen eine schwerere Verlaufsform beim anaphylaktischen Schock.

Interaktionen

Metoprolol verstärkt den Effekt anderer antihypertensiv wirkender Medikamente. Besondere Vorsicht ist bei erstmaliger Kombination eines β-Rezeptor-Blockers mit Prazosin geboten.

Patienten, die gleichzeitig Sympathikus-hemmende Medikamente, andere β-Rezeptor-Blocker (auch in Form von Augentropfen) oder MAO-Hemmer erhalten, sind zu überwachen.

Nitroglycerin kann die blutdrucksenkende Wirkung von β-Rezeptor-Blockern verstärken.

Soll eine gleichzeitige Behandlung mit Clonidin abgebrochen werden, so muss die Therapie mit dem β-Rezeptor-Blocker mehrere Tage zuvor beendet worden sein.

Bei gleichzeitiger Gabe von Calciumantagonisten (Typ Verapamil, Diltiazem) und/oder Antiarrhythmika ist auf mögliche negativ inotrope und chronotrope Wirkung zu achten. Bei Patienten, die mit β-Rezeptor-Blockern behandelt werden, soll auf die intravenöse Anwendung von Calciumantagonisten des Verapamil-Typ verzichtet werden.

β-Rezeptor-Blocker können die negativ inotrope und negativ dromotrope Wirkung von Antiarrhythmika (Chinidin-Typ und Amiodaron) verstärken.

Inhalationsnarkotika verstärken bei bestehender β-Rezeptor-Blockade die kardiodepressive Wirkung. Digitalis Glykoside in Assoziation mit β- Rezeptor-Blockern können die atrioventrikuläre Überleitungszeit erhöhen und eine Bradykardie induzieren.

Metoprolol ist ein Substrat des Cytochrom P450 Isoenzyms CYP2D6. Substanzen, welche als Enzyminduktoren und Enzyminhibitoren wirken, können darum einen Einfluss auf die Plasmaspiegel von Metoprolol haben.

Die Plasmaspiegel von Metoprolol können erhöht werden durch die gleichzeitige Verabreichung von Substanzen die durch CYP2D6 metabolisiert werden, z.B. Antiarrhythmika (z.B. Amiodaron, Chinidin), Antihistaminika (z.B. Diphenhydramin), H2-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Cimetidin), Antidepressiva (z.B. Clomipramin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRIs]), Antipsychotika (z.B. Haloperidol) und COX-2-Hemmer (z.B. Celecoxib) und Ritonavir. Die blutdrucksenkende Wirkung von Metoprolol-Mepha kann dadurch verstärkt werden.

Dies muss bei der Dosierungseinstellung von Metoprolol-Mepha berücksichtigt werden und auf mögliche Nebenwirkungen, z.B. Auftreten einer Bradykardie geachtet werden.

Die Plasmakonzentration von Metoprolol kann durch Rifampicin gesenkt werden. Die blutdrucksenkende Wirkung von Metoprolol-Mepha kann dadurch abgeschwächt werden.

Die Plasmakonzentration von Metoprolol kann durch Alkohol erhöht werden.

Gleichzeitige Behandlung mit Indometacin und einigen anderen Prostaglandinsynthesehemmern kann die antihypertensive Wirkung von Metoprolol vermindern.

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Adrenalin oder anderen sympathomimetisch wirkenden Substanzen (z.B. enthalten in Hustenmitteln, Nasen- und Augentropfen) führen kardioselektive β-Rezeptorenblocker in therapeutischen Dosen zu geringeren hypertensiven Reaktionen als nicht-selektive β-Rezeptorenblocker.

Bei der Behandlung von Diabetikern mit β-Rezeptorenblockern ist Vorsicht angezeigt. Die antidiabetische Behandlung sollte neu eingestellt werden.

Metoprolol kann die Clearance anderer Medikamente herabsetzen (z.B. von Lidocain).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Metoprolol sollte nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden, es sei denn, es ist unbedingt notwendig.

Es gibt keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.

Im Allgemeinen reduzieren β-Rezeptor-Blocker die Plazentaperfusion. Humanstudien ergaben Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Plazentaperfusion durch Metoprolol. Dies wurde mit Wachstumsverzögerung, intrauterinem Fruchttod, Abort und vorzeitigen Wehen in Verbindung gebracht. Es wird daher empfohlen bei schwangeren Frauen, welche mit Metopropol behandelt werden, eine geeignete fötomaternale Überwachung durchzuführen. β-Rezeptor-Blocker können beim Feten, bei Neugeborenen sowie bei Kleinkindern in der Stillperiode zu Bradykardie führen.

Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkte oder indirekte Toxizität mit Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung oder die Gesundheit des Feten und/oder die postnatale Entwicklung.

Wegen der Möglichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen, wie z.B. Bradykardie, Hypotonie und Hypoglykämie, beim Neugeborenen soll die Therapie mit Metoprolol 48–72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden. Ist dies nicht möglich, müssen Neugeborene 48–72 Stunden nach der Entbindung sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Stillzeit

Metoprolol sollte nicht während der Stillzeit eingenommen werden, es sei denn, es ist unbedingt notwendig. Metoprolol geht in die Muttermilch über. Zum Zeitpunkt der Geburt sind die Serumkonzentrationen von Mutter und Kind vergleichbar. In der Muttermilch erreicht Metoprolol in etwa das Dreifache der bei der Mutter gemessenen Serumkonzentration. Bei einer täglichen Einnahme von 200 mg Metoprolol werden ca. 225 Mikrogramm pro Liter Milch ausgeschieden. Obwohl die mit der Muttermilch aufgenommene Wirkstoffmenge wahrscheinlich keine Gefahr für das Kind darstellt, sollten Säuglinge auf Anzeichen einer Betablockade überwacht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Metoprolol-Mepha kann das Reaktionsvermögen des Patienten im Strassenverkehr und beim Arbeiten an einer Maschine beeinträchtigen, da häufig Schwindel und sehr häufig Müdigkeit auftreten können.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden vor allem während klinischen Studien sowie der täglichen Anwendung mit konventionellen Metoprolol-Tabletten (Metoprolol tartrat) beobachtet.

Blut- und Lymphsystem

Sehr selten: Thrombozytopenie.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Depressionen, herabgesetzte Aufmerksamkeit, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Alpträume.

Selten: Nervosität, Angstzustände.

Sehr selten: Persönlichkeitsveränderungen (wie z.B. Gefühlsschwankungen), Amnesie/Gedächtnisstörungen, Verwirrung, Halluzinationen.

Nervensystem

Sehr häufig: Müdigkeit.

Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Parästhesie, Erschöpfungszustände.

Selten: Muskelschwäche.

Augen

Selten: Sehstörungen, trockene und gereizte Augen, Konjunktivitis, verminderte Tränensekretion.

Ohr

Sehr selten: Tinnitus

Herz

Wie bei allen Antiarrhythmika kann es auch bei der Behandlung von Rhythmusstörungen mit Betablockern zu arrhythmogenen Effekten kommen.

Häufig: Bradykardie, Palpitationen.

Gelegentlich: transiente Verschlechterung der Herzinsuffizienzsymptome, kardiogener Schock bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt, AV-Block I, Ödeme, Präkordialschmerz.

Selten: Überleitungsstörungen am Herzen, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Raynaud-Syndrom.

Gefässe

Häufig: orthostatische Störungen (sehr selten mit Synkopen), kalte Hände und Füsse.

Sehr selten: Gangrän bei Patienten mit bereits bestehenden schweren Durchblutungsstörungen.

Atmungsorgane

Häufig: Belastungsdyspnoe.

Gelegentlich: Bronchospasmus, auch bei Patienten ohne anamnestisch bekannte obstruktive Lungenerkrankungen.

Selten: Rhinitis.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Leibschmerzen, Diarrhoe oder Obstipation.

Gelegentlich: Erbrechen.

Selten: Mundtrockenheit.

Sehr selten: Geschmacksveränderung.

Leber- und Galle

Selten: veränderte Leberfunktionswerte.

Sehr selten: Hepatitis.

Haut

Gelegentlich: Hautrötung, Exantheme (in Form von Urtikaria, psoriasiformen und dystrophischen Hautveränderungen), vermehrte Schweissproduktion.

Selten: Haarausfall.

Sehr selten: Photosensibilität, Verschlimmerung von Psoriasis.

Muskelskelettsystem

Sehr selten: Arthralgie.

Gelegentlich: Muskelkrämpfe.

Reproduktionssystem

Selten: Libido- und Potenzstörungen.

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Gewichtszunahme.

Überdosierung

Symptome

Symptome einer Überdosierung können Hypotonie, Herzinsuffizienz, Bradykardie/Bradyarrhythmie, kardiale Erregungsleitungsstörungen, atrioventrikulärer Block, kardiogener Schock, Herzstillstand, Bronchospasmus, Bewusstseinsstörungen (bis hin zum Koma), Nausea, Erbrechen und Zyanose sein.

Gleichzeitige Einnahme von Alkohol, Antihypertensiva, Chinidin oder Barbituraten verstärken die Anzeichen und Symptome.

Massnahmen

Im Falle einer Überdosierung sollen die klinisch erforderlichen Massnahmen zur Stabilisierung und Überwachung der Vitalfunktionen des Patienten ergriffen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C07AB02

Metoprolol-Mepha ist eine Formulierung mit kontrollierter Wirkstofffreisetzung für eine einmal tägliche orale Verabreichung.

Die Depotabs enthält den Wirkstoff Metoprolol succinat in einer Vielzahl von Pellets. Jedes Pellet ist mit einer polymeren Membran beschichtet. Nach der Einnahme löst sich die Depotabs sehr schnell auf, wobei die Pellets im Gastrointestinaltrakt verteilt werden und dort während 20 Stunden kontinuierlich Metoprolol freisetzen. Die Freisetzungsrate ist unabhängig von den physiologischen Faktoren wie pH-Wert und Peristaltik.

Metoprolol, der Wirkstoff von Metoprolol-Mepha, ist ein kardioselektiver β1-Rezeptorenblocker. Er wirkt in Dosen auf die sich vorwiegend im Herzen befindlichen β1-Rezeptoren, die niedriger sind als diejenigen, die zur Beeinflussung der vorwiegend in den Bronchien und peripheren Gefässen gelegenen β2-Rezeptoren erforderlich sind.

Metoprolol hat weder eine membranstabilisierende Wirkung noch eine partielle agonistische Aktivität (intrinsic sympathomimetic activity = ISA).

Die agonistischen Effekte der Katecholamine, die zu einer Zunahme der Herzfrequenz, des Minutenvolumens, der Kontraktionsstärke und des Blutdrucks führen, werden durch Metoprolol herabgesetzt bzw. gehemmt.

Bei hohen endogenen Adrenalinspiegeln beeinflusst Metoprolol die Blutdruckkontrolle in geringerem Masse als nicht-selektive β-Blocker.

Im Vergleich zu konventionellen Tablettenformulierungen von β1-Blockern, einschliesslich Metoprololtartrat, führt die Metoprolol-Mepha-Galenik zu einem ausgeglichenen Plasmakonzentrationsprofil bzw. zu einer gleichmässigen Wirkung (β1-Blockade) über 24 Stunden. Ausgeprägte Plasmakonzentrationsspitzen treten unter Behandlung mit Metoprolol-Mepha nicht auf, wodurch die klinische β1-Selektivität verbessert wird. Nebenwirkungen, die durch hohe Plasmakonzentrationsspitzen bedingt sind, wie z.B. Bradykardie oder müde Beine, werden somit reduziert.

Im Allgemeinen sollten wegen Bluthochdruck behandelte Patienten mit gleichzeitiger obstruktiver Atemwegserkrankung keine β-Rezeptorenblocker erhalten. In Fällen, in denen entsprechende andere Medikamente z.B. Diuretika, nicht vertragen werden oder unwirksam sind, kann Metoprolol Patienten mit obstruktiver Lungenerkrankung in Kombination mit einem β2-Agonisten verabreicht werden. Im therapeutischen Dosierungsbereich wirkt Metoprolol der durch β2-Agonisten verursachten Bronchodilatation weniger stark entgegen, als ein nicht-selektiver β-Blocker (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Metoprolol beeinflusst die Insulin-Freisetzung und den Kohlenhydrat-Stoffwechsel in geringerem Masse als nicht-selektive β-Blocker. Die kardiovaskuläre Reaktion bei Hypoglykämie wird mit Metoprolol im Vergleich mit unspezifischen β-Blockern weniger beeinflusst. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Unter der Langzeitbehandlung mit Metoprolol kann sich die Insulinempfindlichkeit verringern.

Kurzzeit-Studien zeigen, dass Metoprolol einen leichten Anstieg der Triglyceride und eine Abnahme der freien Fettsäuren im Blut bewirken kann. In einigen Fällen wurde ein leichtes Absinken der HDL-Fraktion beobachtet, allerdings in geringerem Masse als bei den nichtselektiven β-Blockern. In einer Langzeit-Studie über mehrere Jahre liess sich eine signifikante Abnahme des Cholesterinspiegels nachweisen.

Die Lebensqualität kann durch die Metoprolol-Therapie gesteigert werden. Eine Verbesserung der Lebensqualität wurde bei Patienten nach Myokardinfarkt beobachtet. Bei Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz konnte die Lebensqualität ebenfalls gesteigert werden.

Wirkung bei Hypertonie

Metoprolol senkt den erhöhten Blutdruck sowohl beim stehenden als auch beim liegenden Patienten.

Metoprolol verursacht bei Therapiebeginn zunächst einen erhöhten Widerstand in den peripheren Gefässen.

Während der Langzeit-Behandlung kann durch die Rückbildung der Hypertrophie der peripheren arteriellen Gefässe eine Verminderung des gesamten peripheren Widerstandes erreicht werden.

Unter antihypertensiver Langzeitbehandlung mit Metoprolol konnte ebenfalls eine Abnahme der linksventrikulären Hypertrophie erreicht und gleichzeitig die Ventrikelfunktion/-füllung verbessert werden.

In einer 4-wöchigen Studie mit 144 Kindern und Jugendlichen (6–16 Jahre) mit einer essentiellen Hypertonie konnte gezeigt werden, dass Metoprolol den Placebo-korrigierten systolischen Blutdruck, bei der Dosierung 1,0 und 2,0 mg/kg (4 bis 6 mmHg), senken kann. Beim diastolischen Blutdruck gab es eine tiefere Blutdrucksenkung mit der Dosis von 2,0 mg/kg (5 mmHg) im Vergleich mit den Placebos. Es wurden keine offensichtlichen Unterschiede aufgrund von Alter, Tanner Stadium, oder Rasse festgestellt.

Bei Patienten mit leichter bis mittlerer Hypertonie wurde festgestellt, dass diese unter Metoprolol-Behandlung ein reduziertes Risiko aufweisen, an einer kardiovaskulären Krankheit zu sterben, dies insbesondere aufgrund der Senkung des Risikofaktors «plötzlicher kardiovaskulärer Tod». Gleichzeitig besteht für diese Patienten ein kleineres Risiko, einen nicht-tödlichen bzw. tödlichen Myokardinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Wirkung bei Angina pectoris

Bei Patienten mit Angina pectoris reduziert Metoprolol die Anfallshäufigkeit, -dauer sowie -intensität der anginösen Attacken. Zudem steigert Metoprolol die körperliche Belastbarkeit.

Wirkung bei chronischer Herzinsuffizienz

Bei Herzinsuffizienzpatienten der NYHA-Klassen II und III mit einer Auswurffraktion ≤40% zeigt Metoprolol-Mepha als Ergänzung zur Standardtherapie eine Verbesserung der Überlebensrate sowie eine Reduktion der Anzahl Hospitalisierungen, die normalerweise aufgrund einer Herzinsuffizienz-Verschlechterung notwendig sind.

Unter Behandlung mit Metoprolol-Mepha konnten zusätzlich folgende Ziele erreicht werden:

  • Verbesserung der funktionellen NYHA-Klasse.
  • Steigerung der Lebensqualität.

Wirkung auf den Herzrhythmus

Bei supraventrikulären Tachykardien, bei Vorhofflimmern sowie bei ventrikulären Extrasystolen dient Metoprolol zur Regulierung der Herzfrequenz.

Wirkung bei funktionellen Herzbeschwerden mit Palpitationen

Metoprolol-Mepha ist geeignet zur Behandlung von funktionellen Herzstörungen mit Palpitationen.

Zusätzlich wurde die Wirkung bei Myokardinfarkt geprüft. Metoprolol führt zur Herabsetzung der Mortalität bei Patienten mit einem vermuteten oder bestätigten Myokardinfarkt, indem das Risiko des plötzlichen Herztodes verkleinert wird. Diese Wirkung beruht möglicherweise auf einem präventiven Effekt gegen Kammerflimmern. Dieser antifibrillatorischen Wirkung liegt wahrscheinlich ein dualer Mechanismus zu Grunde: einerseits wird durch eine vagale Wirkung die elektrophysiologische Stabilität des Herzens positiv beeinflusst und andererseits werden durch einen Symphatikus-induzierten, antiischämischen Effekt die Kontraktilität und Herzfrequenz verbessert und der Blutdruck stabilisiert.

Bei früher und später Intervention konnte eine Reduktion der Mortalität sowohl bei Hochrisikopatienten mit vorgängiger kardiovaskulärer Erkrankung, wie auch bei Patienten mit Diabetes mellitus und/oder kongestiver Herzinsuffizienz gezeigt werden. Ebenfalls wurde beobachtet, dass unter Metoprolol-Gabe die Häufigkeit der nicht-tödlichen Reinfarkte vermindert wird.

Metoprolol-Mepha kann als Zusatzmedikation bei Hyperthyreose eingesetzt werden.

Pharmakokinetik

Absorption/Distribution

Metoprolol wird nach oraler Verabreichung nahezu vollständig resorbiert. Infolge eines extensiven First-pass-Effektes liegt die systemische Bioverfügbarkeit nach einmaliger oraler Verabreichung bei ca. 50%. Die Bioverfügbarkeit der retardierten Depotabs (verzögerte Wirkstofffreisetzung) ist verglichen mit konventionellen Tabletten um 20-30% vermindert. Es wurde jedoch gezeigt, dass diese Reduktion klinisch nicht relevant ist, denn bezüglich Herzfrequenz ist die «Fläche unter der Wirkungskurve» («area under the effect curve» = AUEC) bei beiden Formulierungen identisch.

Metoprolol verfügt über eine geringe Plasmaproteinbindung von ungefähr 5-10%.

Eine Depotabs besteht aus mehreren hundert Pellets, die Metoprolol Succinat enthalten. Jedes Pellet ist von einer Polymermembran umgeben, wodurch die Metoprolol Succinat-Freisetzung kontrolliert wird.

Nach Einnahme zerfällt die Depotabs schnell und die Pellets werden im Gastrointestinaltrakt freigegeben. Während 20 Stunden wird kontinuierlich Metoprolol freigesetzt. Die Eliminationshalbwertszeit von Metoprolol liegt bei 3,5 Stunden (siehe «Metabolismus/Elimination»). Deshalb wird über ein Dosierungsintervall von 24 Stunden ein ausgeglichener Plasmaspiegel erreicht. Die Metoprolol Succinat-Freigabe ist unabhängig von pH und Peristaltik.

Metabolismus

Metoprolol unterliegt einem oxidativen Abbau in der Leber, hauptsächlich durch CYP2D6. Es können drei Hauptmetaboliten ohne pharmakologische Wirkung identifiziert werden.

Metoprolol-Mepha kann bei genetisch bedingtem Debrisoquin - Polymorphismus bei langsamen Metabolisierern zu einer erhöhten Plasmakonzentration führen.

Elimination

In der Regel kann ca. 95% einer oralen Metoprolol Dosis im Urin nachgewiesen werden. Ca. 5% wird in unveränderter Form im Urin ausgeschieden. In Einzelfällen kann dieser Wert bis zu 30% ansteigen. Die Plasmahalbwertszeit von Metoprolol liegt bei durchschnittlich 3,5 Stunden (Extremwerte: 1 und 9 Stunden). Die totale Clearance beträgt ca. 1 l/min.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Ältere Patienten zeigen im Vergleich zu jüngeren Patienten keine veränderte Pharmakokinetik von Metoprolol.

Kinder und Jugendliche

Das pharmakokinetische Profil von Metoprolol bei Kindern und Jugendlichen (6-16 Jahre) ist vergleichbar mit demjenigen von Erwachsenen. Die orale Clearance (CL/F) scheint linear zum Körpergewicht erhöht zu sein.

Nierenfunktionsstörungen

Die systemische Bioverfügbarkeit und die Elimination von Metoprolol bleiben bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion unverändert. Die Metaboliten-Ausscheidung ist jedoch reduziert. Eine signifikante Kumulierung von Metaboliten wurde bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von ca. 5 ml/min. beobachtet. Diese Metaboliten-Kumulierung erhöht jedoch die betablockierende Wirkung von Metoprolol nicht.

Leberfunktionsstörungen

Bei Leberzirrhose muss wegen der dann verminderten Metabolisierungsrate mit erhöhten Plasmaspiegeln an unverändertem Metoprolol gerechnet werden.

Bei Patienten mit schwerer Leberzirrhose und einem portokavalen Shunt kann die Bioverfügbarkeit von Metoprolol ansteigen und die Gesamtclearance reduziert sein. Patienten mit einer portokavalen Anastomose haben eine Gesamteliminationsrate von ca. 0,3 Liter/min und verglichen mit gesunden Probanden sechsmal höhere Werte der Fläche unter der Plasmakonzentration/Zeit Kurve (AUC).

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Metoprolol wurde keiner ausführlichen Mutagenitätsprüfung unterzogen; bisherige Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Es liegen Ergebnisse von Kanzerogenitäts Studien an Ratten und Mäusen vor, aus denen sich kein tumorerzeugendes Potenzial ableiten lässt.

Reproduktionstoxizität

Untersuchungen an zwei Tierspezies (Ratte, Kaninchen) haben keine Hinweise auf teratogene Eigenschaften von Metoprolol ergeben.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Sind bisher keine bekannt.

Haltbarkeit

Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» angegebenen Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Metoprolol-Mepha bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

66159 Swissmedic.

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

März 2015.

Interne Versionsnummer: 2.2

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.