Advantan Fettsalbe 0.1 % 30 G

Advantan Fettsalbe 0.1 % 30 G

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Methylprednisoloni aceponas.

Hilfsstoffe

Crème: Antiox.: Butylhydroxytoluol (BHT, E 321); Conserv.: Alcohol benzylicus; Excip. ad ung.

Salbe, Fettsalbe: Excip. ad ung.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Crème/Salbe/Fettsalbe: Methylprednisoloni aceponas 1 mg (0,1%) pro 1 g.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Atopische Dermatitis (endogenes Ekzem, Neurodermitis), Kontaktekzem, degeneratives, dyshidrosiformes, nummuläres, unklassifiziertes Ekzem, Ekzeme bei Kindern.

Dosierung/Anwendung

Die dem Krankheitszustand angemessene Advantan-Zubereitung wird im Allgemeinen 1× täglich auf die erkrankten Hautpartien dünn aufgetragen.

Die Anwendungsdauer sollte bei Erwachsenen 12 Wochen, bei Kindern 4 Wochen nicht überschreiten.

Anwendung bei Kindern

Aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und/oder Wirksamkeit wird die Anwendung von Advantan in folgenden Fällen nicht empfohlen:

Creme: nicht bei Kindern unter 4 Monaten anwenden.

Salbe: nicht bei Kindern unter 2 Jahren anwenden.

Fettsalbe: nicht bei Kindern unter 3 Jahren anwenden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Bakteriell verursachte Hautläsionen wie tuberkulöse oder luetische Prozesse im Behandlungsbereich; Viruserkrankungen (z.B. Varicellae, Herpes zoster), Rosazea, periorale Dermatitis, Ulzera, Acne vulgaris, atrophische Hauterkrankungen und postvakzinale Hautreaktionen im Behandlungsbereich.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Glukokortikoide wie Advantan dürfen nur in der kleinstmöglichen Dosierung, insbesondere bei Kindern, angewendet werden und nur so lange wie unbedingt erforderlich zur Erzielung und Erhaltung des gewünschten therapeutischen Effekts.

Bei bakteriell infizierten Hautkrankheiten und/oder Pilzbefall ist zusätzlich eine spezifische Therapie erforderlich. Lokale Hautinfektionen können durch die topische Anwendung von Glukokortikoiden verschlimmert werden.

Wenn unter längerer Anwendung von Advantan-Crème die Haut zu stark austrocknet, sollte auf eine fetthaltigere Zubereitung (Advantan-Salbe oder Advantan-Fettsalbe) übergegangen werden.

Bei Anwendung von Advantan-Crème, Advantan-Salbe oder Advantan-Fettsalbe ist darauf zu achten, dass Advantan nicht in die Augen oder in die Nähe der Augen, tiefe offene Wunden oder Schleimhäute gelangt.

Nach einer 22-stündigen Anwendung von Advantan Salbe auf 60% der Hautoberfläche unter okklusiven Bedingungen konnte bei gesunden, erwachsenen Freiwilligen eine Unterdrückung der Plasma-Cortisol-Spiegel und ein Einfluss auf den zirkadianen Rhythmus festgestellt werden.

Bei der Behandlung grösserer erkrankter Hautflächen (40–60% der Hautoberfläche) mit Advantan ist eine partielle Suppression der Hypophysen-Nebennieren-Achse nachweisbar, wobei sich die Plasmakortisolwerte innerhalb der Norm bewegen. Deshalb sollte bei der Behandlung solcher grösserer Flächen die Anwendungszeit so kurz wie möglich gehalten werden, da die Möglichkeit einer erhöhten Resorption gegeben ist und deshalb systemische Wirkungen (NNR-Suppression) nicht völlig ausgeschlossen werden können.

Extensive Anwendung topischer Kortikoide auf grossen Flächen des Körpers oder für einen längeren Zeitraum, hauptsächlich unter geschlossenen Verbänden, kann das Risiko von Nebenwirkungen signifikant erhöhen. Eine Behandlung unter okklusiven Bedingungen sollte vermieden werden falls nicht explizit indiziert.

Es ist zu beachten dass Intertrigoregionen und Windeln Okklusivbedingungen darstellen können.

Wie bei allen Glukokortikoiden kann eine unsachgemässe Anwendung von Advantan klinische Symptome maskieren.

Wie von systemischen Kortikoiden bekannt, kann sich ein Glaukom auch bei Gebrauch lokaler Kortikoide entwickeln (z.B. nach hochdosierter oder ausgedehnter Anwendung über einen verlängerten Zeitraum, okklusiven Verbandstechniken oder Anwendung auf der Haut rund um die Augen).

Zwei Hilfsstoffe in Advantan Crème (Cetylstearylalkohol und Butylhydroxytoluol) können lokale Hautreaktionen hervorrufen (z.B. Kontaktdermatitis). Butylhydroxytoluol kann ausserdem Irritationen der Augen und Schleimhäute verursachen.

Interaktionen

Keine bekannt

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Daten zum Gebrauch von Advantan Crème, Salbe und Fettsalbe bei schwangeren Frauen vor.

Tierexperimentelle Studien mit Methylprednisolon aceponat haben embryotoxische und/oder teratogene Wirkungen gezeigt (vgl. «Präklinische Daten»). Als allgemeine Regel gilt, dass topische Präparate, die Kortikoide enthalten, nicht während des ersten Schwangerschaftstrimesters angewendet werden sollten.

Epidemiologische Studien legen nahe, dass es möglicherweise ein gesteigertes Risiko für Gaumenspalten bei Neugeborenen geben könnte, deren Mütter mit systemischen Glukokortikosteroiden während des ersten Schwangerschaftstrimesters behandelt wurden.

Bei Schwangeren und Stillenden sollte Advantan nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Insbesondere die grossflächige oder verlängerte Anwendung oder Okklusionsverbände müssen vermieden werden.

Stillende Mütter sollen nicht im Bereich der Brüste behandelt werden.

Es wurde berichtet, dass systemisch verabreichte Corticosteroide in der Muttermilch wiederzufinden sind, aber es ist nicht bekannt, ob Methylprednisolon aceponat in die Muttermilch übergeht. Es ist nicht bekannt, ob bei der topischen Anwendung von Advantan Crème, Salbe und Fettsalbe genügend Methylprednisolon aceponat systemisch absorbiert wird, um nachweisbare Mengen in die Muttermilch abzugeben. Daher ist Vorsicht geboten, falls Advantan Crème, Salbe und Fettsalbe bei stillenden Frauen angewendet wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine diesbezüglichen Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

In klinischen Studien waren bei Advantan Crème und Salbe die am häufigsten auftretenden unerwünschten Wirkungen Brennen und Juckreiz an der Applikationsstelle, bei Advantan Fettsalbe kamen Follikulitis und Brennen an der Applikationsstelle am häufigsten vor.

Die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen (sehr häufig ≥1/10, häufig ≥1/100 bis <1/10, gelegentlich ≥1/1000 bis <1/100, selten ≥1/10'000 bis <1/1000, sehr selten <1/10'000, unbekannt (Häufigkeit kann aus den vorliegenden Daten nicht bestimmt werden)) wurden im Rahmen der klinischen Studien beobachtet:

Advantan Crème

Infektionen und Infestationen

Selten: Pilzinfektionen der Haut.

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeit auf einen Bestandteil der Zubereitung.

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Pyoderma, Hautfissuren, Teleangiektasen, Hautatrophie, Pilzinfektionen der Haut, Akne.

Einzelfälle (Häufigkeit unbekannt): Striae, periorale Dermatitis, Hautverfärbung,  allergische Hautreaktionen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Brennen und Juckreiz an der Applikationsstelle.

Gelegentlich: Trockenheit, Erythem, Bläschen, Follikulitis, Rash und Parästhesie an der Applikationsstelle.

Selten: Ödem, Cellulitis, Irritationen an der Applikationsstelle.

Einzelfälle (Häufigkeit unbekannt): Hypertrichosis.

Advantan Salbe

Infektionen und Infestationen

Einzelfälle (Häufigkeit unbekannt): Pilzinfektionen der Haut

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautatrophie, Ekchymose, Impetigo, fettige Haut.

Einzelfälle (Häufigkeit unbekannt):  Akne, Teleangiektasen, Striae, periorale Dermatitis, Hautverfärbung, allergische Hautreaktion, Hypertrichosis, Folliculitis.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Brennen und Juckreiz an der Applikationsstelle.

Gelegentlich: Trockenheit, Erythem, Bläschen, Irritationen, Ekzeme und Papeln an der Applikationsstelle sowie periphere Ödeme.

Advantan Fettsalbe

Störungen des Immunsystems

Einzelfälle (Häufigkeit unbekannt): Überempfindlichkeit auf einen Bestandteil der Zubereitung.

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautfissuren und Teleangiektasen.

Einzelfälle (Häufigkeit unbekannt): Akne, Hautatrophie, Striae, periorale Dermatitis, Hautverfärbung, allergische Hautreaktionen, Hypertrichosis.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Brennen und Follikulitis an der Applikationsstelle.

Gelegentlich: Pusteln, Erythem, Bläschen, Juckreiz, Schmerzen und Papeln an der Applikationsstelle.

Bei der Anwendung corticoidhaltiger Zubereitungen kann es durch Absorption zu systemischen Wirkungen kommen.

Überdosierung

Die Ergebnisse akuter Toxizitätsstudien deuten nicht darauf hin, dass bei einmaliger Anwendung einer Überdosis auf die Haut (grossflächige Anwendung unter resorptionsbegünstigenden Bedingungen) oder versehentlichem Schlucken mit einem Risiko einer akuten Vergiftung zu rechnen ist.

Sollten infolge topischer «Überdosierung» Symptome einer Hautatrophie auftreten, ist die Behandlung abzusetzen. Im Allgemeinen bilden sich dann diese Symptome innerhalb von 10–14 Tagen zurück.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D07AC14

Methylprednisolonaceponat ist ein stark wirksames (Stärkeklasse 3) nicht-halogeniertes Glukokortikoid. Advantan hemmt nach lokaler Anwendung entzündliche, allergische und mit Hyperproliferation einhergehende Hautreaktionen und führt zur Rückbildung der objektiven Symptome (Rötung, Ödem, Infiltration, Lichenifikation) und der subjektiven Beschwerden (Juckreiz, Brennen, Schmerz).

Bekannt ist, dass Methylprednisolonaceponat selber an den intrazellulären Glukokortikoid-Rezeptor bindet; in noch höherem Masse gilt dies für den Hauptmetaboliten 6α-Methylprednisolon-17-propionat, der nach Spaltung in der Haut gebildet wird.

Der Steroid-Rezeptor-Komplex bindet an bestimmte Bereiche der DNA und löst dadurch eine Reihe biologischer Effekte aus.

Durch die Bindung des Steroid-Rezeptor-Komplexes kommt es zur Induktion der Macrocortinsynthese. Macrocortin hemmt die Freisetzung von Arachidonsäure und damit die Entstehung von entzündungsfördernden Substanzen wie Prostaglandinen und Leukotrienen.

Die immunsupressive Wirkung der Glukokortikoide kann erklärt werden durch die Hemmung der Zytokinsynthese und einer mitosehemmenden Wirkung, welche bisher noch nicht vollständig ergründet ist.

Die Hemmung der Synthese gefässerweiternder Prostaglandine oder die Potenzierung der gefässverengenden Wirkung von Adrenalin resultiert schliesslich in der gefässverengenden Wirkung der Glukokortikosteroide.

Die jeweiligen Grundlagen sind von grosser Bedeutung für den therapeutischen Effekt der Advantan-Formulierungen.

Advantan-Crème

Advantan-Crème eignet sich als fettarme Zubereitung mit einem hohen Wassergehalt besonders für akute und nässende Ekzemstadien, für sehr fettige Haut sowie zur Anwendung auf unbedeckten oder behaarten Körperstellen.

Advantan-Salbe

Hautzustände, die weder nässend noch sehr trocken sind, verlangen eine Grundlage mit ausgewogenem Fett- und Wasseranteil. Advantan-Salbe fettet die Haut leicht auf, ohne Wärme und Flüssigkeit zu stauen. Advantan-Salbe hat von den drei Zubereitungen den weitesten Anwendungsbereich.

Advantan-Fettsalbe

Sehr trockene Erscheinungsformen und chronische Stadien verlangen eine wasserfreie Grundlage. Der Okklusiveffekt der Fettsalbengrundlage fördert den Heilungsverlauf.

Pharmakokinetik

Absorption

Methylprednisolonaceponat (MPA) wird aus allen Formulierungen (Crème, Salbe, Fettsalbe) in der Haut verfügbar. Die Konzentration in Hornschicht und lebender Haut nimmt von aussen nach innen hin ab.

Das Ausmass der perkutanen Resorption hängt von verschiedenen Faktoren ab: der chemischen Struktur des Wirkstoffs, der Zusammensetzung der Zubereitung, der Wirkstoffkonzentration in der Zubereitung, den Applikationsbedingungen (Behandlungsbereich, Expositionsdauer, offen oder okklusiv und dem Hautzustand (Art und Schwere der Krankheit, anatomischer Bereich).

Distribution

Methylprednisolonaceponat wird in Epidermis und Dermis zum Hauptmetaboliten 6α-Methylprednisolon-17-propionat hydrolisiert. Dieser bindet stärker an den Kortikoidrezeptor, was auf eine «Bioaktivierung» in der Haut hinweist.

Metabolismus

Nach dem Erreichen der systemischen Zirkulation wird das primäre Hydrolyseprodukt von MPA, 6α-Methylprednisolon-17-propionat, rasch mit Glukuronsäure konjugiert und dadurch inaktiviert.

Elimination

Die Metabolite von Methylprednisolonaceponat (Hauptmetabolit: 6α-Methylprednisolon-17-propionat-21-glukuronid) werden hauptsächlich über den Harn mit einer Halbwertszeit von ca. 16 Stunden ausgeschieden. Nach i.v. Applikation war die Exkretion der 14C-markierten Substanzen mit Harn und Stuhl innerhalb von 7 Tagen vollständig. Eine Anreicherung von Wirkstoff oder Metaboliten im Organismus findet nicht statt.

Präklinische Daten

In systemischen Verträglichkeitsstudien nach wiederholter subkutaner und dermaler Verabreichung zeigte MPA das Wirkungsprofil eines typischen Glukokortikoids. Aus diesen Ergebnissen lässt sich ableiten, dass nach therapeutischer Anwendung von Advantan selbst unter extremen Bedingungen wie dem grossflächigen Auftragen und/oder Okklusion nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen ist, die über die typischen systemischen Glukokortikoideffekte hinausgehen.

Embryotoxozität

Embryotoxizitätsstudien mit Advantan ergaben die für Glukokortikoide typischen Resultate, d.h. embryoletale und/oder teratogene Effekte werden in geeigneten Testsystemen induziert. Im Hinblick auf diese Befunde sollte besonders sorgfältig vorgegangen werden, wenn Advantan während der Schwangerschaft verschrieben wird. Die Ergebnisse der epidemiologischen Studien sind zusammengefasst im Abschnitt «Schwangerschaft/Stillzeit».

Genotoxizität

Weder in-vitro Untersuchungen zur Erfassung von Genmutationen in Bakterien- und Säugetierzellen noch in-vitro und in-vivo Untersuchungen zur Erfassung von Chromosomen- und Genmutationen ergaben Hinweise eines genotoxischen Potentials von MPA.

Tumorigenität

Spezifische Tumorigenitätsstudien mit MPA wurden nicht durchgeführt.

Der Kenntnisstand über die Struktur, den pharmakologischen Wirkmechanismus und die systemischen Verträglichkeitsstudien für Langzeitanwendung deutet nicht auf ein gesteigertes Risiko für das Auftreten von Tumoren hin.

Da eine systemisch wirksame immunsuppressive Exposition bei dermaler Anwendung von Advantan unter den empfohlenen Anwendungsbedingungen nicht erreicht wird, ist kein Einfluss auf das Auftreten von Tumoren zu erwarten.

In Untersuchungen zur lokalen Verträglichkeit von MPA und Advantan-Formulierungen auf der Haut und der Schleimhaut wurden keine Befunde, ausser den für die Glukokortikoide bekannten topischen Nebenwirkungen, festgestellt.

MPA zeigte kein Sensibilisierungspotential auf der Meerschweinchenhaut.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Advantan-Salbe und -Crème nicht über 25 °C und nicht im Kühlschrank aufbewahren.

Advantan-Fettsalbe nicht über 30 °C und nicht im Kühlschrank sowie ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

51177, 51178, 51179 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, 8045 Zürich.

Stand der Information

April 2013.

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