Lisvy Matrixpfl 9 Stk

Lisvy Matrixpfl 9 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Gestodenum, Ethinylestradiolum.

Hilfsstoffe: Polyethylen, Polyisobutylen-Kleber, Bemotrizinol, Polyethylen terephthalat, silikonisiertes polyethylen terephthalat, Antiox.: pentaerythritol tetrakis (3-(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyphenyl)propionate).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Transdermales Matrixpflaster mit einer Fläche von 11 cm².

Ein transdermales Pflaster enthält 0.55 mg Ethinylestradiol und 2.10 mg Gestoden.

Jedes transdermale Pflaster setzt 60 Mikrogramm Gestoden über 24 Stunden und 13 Mikrogramm Ethinylestradiol (entspricht oralen Dosen von 20 Mikrogramm) über 24 Stunden frei.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hormonale Kontrazeption.

Bei der Entscheidung Lisvy zu verschreiben, sollten die aktuellen, individuellen Risikofaktoren der einzelnen Frau, insbesondere im Hinblick auf venöse Thromboembolien (VTE), berücksichtigt werden. Auch sollte das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Lisvy mit jenem anderer kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (CHC) verglichen werden (vgl. «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Dosierung/Anwendung

CHC wie Lisvy sollten nur von einem Arzt, bzw. einer Ärztin mit entsprechender Erfahrung verordnet werden, welche in der Lage sind, eine umfassende Aufklärung der Patientin über die Vor- und Nachteile sämtlicher verfügbarer Kontrazeptionsmethoden sowie neben einer allgemeinen auch eine gynäkologische Untersuchung durchzuführen.

Die Verordnung eines CHC sollte grundsätzlich unter Beachtung der jeweils aktuellen Richtlinien der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erfolgen.

Das Lisvy Pflaster wird in 28-tägigen (4-wöchigen) Zyklen angewendet (1 Pflaster pro Woche in den ersten 3 Wochen, gefolgt von einem 1-wöchigen (7-tägigen) pflasterfreien Intervall).

Es darf immer nur 1 Pflaster getragen werden.

Während 3 aufeinanderfolgenden Wochen (21 Tagen) wird jede Woche das gebrauchte Pflaster entfernt und sofort ein neues Pflaster aufgeklebt. In der 4. Woche wird kein Pflaster getragen. In dieser Zeit ist mit dem Einsetzen einer Entzugsblutung zu rechnen. Eine Woche nach Entfernen des letzten Pflasters beginnt mit dem Aufkleben eines neuen Pflasters (am selben Wochentag wie vorher, dem «Pflasterwechseltag») ein neuer 4-wöchiger Zyklus, unabhängig davon, ob die Entzugsblutung noch andauert oder bereits aufgehört hat.

Das pflasterfreie Intervall zwischen den Zyklen darf niemals länger sein als 7 Tage.

Wird über einen Zeitraum von mehr als 7 Tagen kein Pflaster getragen, ist der Konzeptionsschutz nicht gewährleistet. Sobald bemerkt wird, dass der normale Starttermin für einen neuen Zyklus verpasst wurde, muss der Start durch Aufkleben eines neuen Pflasters nachgeholt und während der nächsten 7 Tage zusätzlich eine nicht-hormonale Kontrazeptionsmethode (z.B. Kondome) angewendet werden. Fand während eines solchen verlängerten pflasterfreien Intervalls Geschlechtsverkehr statt, muss mit der Möglichkeit einer Schwangerschaft gerechnet werden.

Zum Ausbleiben der Entzugsblutung siehe «Verhalten bei Blutungsunregelmässigkeiten».

Das genaue Schema für das Aufkleben/Entfernen der Pflaster entnehmen Sie bitte dem Abschnitt «Pflasterwechseltag».

Korrekte Anwendung (siehe auch «Hinweise für die Anwendung/Handhabung»)

Lisvy soll auf eine saubere, trockene, intakte, gesunde und möglichst unbehaarte Hautstelle an Bauch, Gesäss oder der Aussenseite der Oberarme aufgeklebt werden (siehe Abbildung). Lisvy soll nicht auf eine fettige, gerötete, gereizte, durch eine Schnittwunde oder auf andere Weise verletzte Haut aufgeklebt werden.

Das Pflaster darf nicht auf die Brüste geklebt werden.

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Bereiche, wo das Pflaster weggerieben werden kann (z.B. durch den Bund eines Kleidungsstücks), sollten nicht gewählt werden.

Damit die Klebefähigkeit von Lisvy nicht beeinträchtigt wird, sollen auf den Hautbereich, auf den das Pflaster aufgeklebt ist oder werden soll, weder Make-up, noch Cremes, Lotionen, Puder oder andere topisch anzuwendenden Produkte aufgetragen werden.

Die Applikationsstelle für das nächste Pflaster sollte jedes Mal gewechselt werden, wobei der anatomische Bereich derselbe bleiben kann. Die Pflaster können beispielsweise abwechselnd auf der linken und der rechten Bauchseite oder der linken und der rechten Gesässhälfte oder dem linken und dem rechten Oberarm aufgeklebt werden. Ebenso kann jede Woche eine andere Region gewählt werden (z.B. in der ersten Woche die Aussenseite des Oberarms, in der nächsten Woche der Bauch etc.). Sollte das Pflaster eine unangenehme Hautreizung an der Klebestelle verursachen, ist es abzunehmen und ein neues Pflaster an einer anderen Stelle aufzukleben. Das neue Pflaster wird bis zum nächsten planmässigen «Pflasterwechseltag» getragen.

Um sicherzustellen, dass das Pflaster noch fest anhaftet, wird die tägliche visuelle Überprüfung empfohlen.

Das Pflaster muss beim Baden, Duschen, Saunabesuch etc. nicht entfernt werden. Für den Fall, dass sich das Pflaster zu lösen beginnt, siehe «Verhalten bei abgelöstem Pflaster»). Das transparente Pflaster besitzt einen UV-Schutz.

Beginn der Anwendung

Frauen, die im letzten Monat keine hormonalen Kontrazeptiva angewendet haben

Das erste Pflaster muss am ersten Tag des natürlichen Zyklus der Frau (d.h. am ersten Tag ihrer Menstruationsblutung) aufgeklebt werden. Ein Behandlungsbeginn ist auch an den Tagen 2-5 möglich, wobei in diesem Fall während der ersten 7 Tage, an denen das erste Pflaster getragen wird, die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode erforderlich ist.

Wechsel von einem kombinierten hormonalen Kontrazeptivum (kombiniertes orales Kontrazeptivum (COC), Vaginalring oder anderes transdermales Pflaster)

Das Lisvy Pflaster sollte vorzugsweise einen Tag nach der letzten wirkstoffhaltigen Tablette des bisherigen COC, spätestens jedoch am Tag nach dem üblichen einnahmefreien Intervall bzw. der Placebophase aufgeklebt werden. Bei Umstellung von einem anderen transdermalen Pflaster oder von einem Vaginalring sollte das Lisvy Pflaster am Tag der Entfernung aufgeklebt werden, spätestens aber an jenem Tag, an welchem die nächste Anwendung des bisherigen Pflasters bzw. des Vaginalrings fällig gewesen wäre. Wurden diese Intervalle überschritten, könnte es bereits zu einer Ovulation gekommen sein, und vor Beginn der Anwendung von Lisvy sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Wechsel von einem Gestagen-Monopräparat (Minipille, Injektion, Implantat), oder von einem Gestagen-freisetzenden Intrauterinsystem (IUS)

Die Umstellung von der Minipille kann an jedem beliebigen Tag erfolgen (von einem Implantat oder IUS am Tag der Entfernung, von einem Injektionspräparat zum Zeitpunkt, an dem die nächste Injektion fällig wäre). In all diesen Fällen ist während der ersten 7 Tage, an denen das Lisvy Pflaster getragen wird, zusätzlich eine Barrieremethode anzuwenden.

Beginn nach einem Abort im 1. Trimenon

Mit der Anwendung des Lisvy Pflasters kann sofort begonnen werden. Zusätzliche Kontrazeptionsmassnahmen sind in diesem Fall nicht erforderlich.

Nach einem Abort im 2. Trimenon oder nach einer Geburt

Bei der Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt nach einer Geburt bzw. nach einem Abort im 2. Trimenon (wieder) mit der Anwendung eines CHC wie Lisvy begonnen werden kann, ist zu berücksichtigen, dass postpartal das Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse erhöht ist (während bis zu 12 Wochen; vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In jedem Fall sollte nach einer Geburt bzw. einem Abort im 2. Trimenon mit der Anwendung von Lisvy frühestens zwischen dem 21. und dem 28. Tag begonnen werden. Bei einem späteren Beginn wird an den ersten 7 Tagen der Anwendung die zusätzliche Anwendung nicht- hormonaler Kontrazeptionsmethoden empfohlen. Hat in der Zwischenzeit bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden, ist vor dem Aufkleben des ersten Lisvy Pflasters eine Schwangerschaft auszuschliessen oder die erste Monatsblutung abzuwarten.

Pflasterwechseltag

Der Wochentag, an welchem das erste Pflaster aufgeklebt wird (Tag 1 des Zyklus), legt die nachfolgenden Tage fest, an welchen das Pflaster jeweils gewechselt werden muss (Zyklustage 8 und 15). Dieser Tag wird im Folgenden als «Pflasterwechseltag» bezeichnet und entspricht jede Woche demselben Wochentag. Wenn beispielsweise das erste Pflaster an einem Sonntag aufgeklebt wird, müssen alle weiteren Pflaster ebenfalls an einem Sonntag aufgeklebt werden. An Tag 22 wird das gebrauchte Pflaster entfernt, ohne es durch ein neues zu ersetzen.

Der Pflasterwechsel kann zu jeder Tageszeit vorgenommen werden. Die weiteren Zyklen beginnen an demselben «Pflasterwechseltag» nach Ablauf des 7-tägigen pflasterfreien Intervalls (Tage 22-28).

Pflasterfreie Tage

Von Tag 22 (nach dem Entfernen des dritten Pflasters) bis Tag 28 einschliesslich (Woche 4) wird kein Pflaster getragen.

Verhalten bei abgelöstem Pflaster

Wenn sich das Pflaster teilweise oder vollständig ablöst und abgelöst bleibt, ist die Wirkstoffaufnahme ungenügend bzw. unterbrochen. Entsprechend sollten im Falle einer Ablösung folgende Massnahmen ergriffen werden, auch wenn es sich nur um eine teilweise Ablösung (z.B. an den Rändern) handelt:

Ablösung seit weniger als 1 Tag (bis zu 24 Stunden)

Es sollte versucht werden, das Pflaster an derselben Stelle wieder festzukleben, oder es sollte sofort durch ein neues ersetzt werden. Zusätzliche kontrazeptive Massnahmen sind in diesem Fall nicht erforderlich. Der «Pflasterwechseltag» ändert sich nicht, d.h. das nächste Pflaster sollte am gewohnten Pflasterwechseltag aufgeklebt werden.

Ablösung seit mehr als 1 Tag (24 Stunden oder länger) oder wenn unklar ist, wann sich das Pflaster gelöst hat

Die kontrazeptive Wirkung kann beeinträchtigt sein.

Der aktuelle Zyklus sollte beendet und durch Aufkleben eines neuen Pflasters sofort ein neuer Zyklus begonnen werden. In diesem Fall gibt es einen neuen «Tag 1» und damit einen neuen «Pflasterwechseltag». Während der ersten 7 Tage ist zusätzlich eine nicht-hormonale Kontrazeptionsmethode (z.B. Kondome) anzuwenden.

Ein Pflaster sollte nicht wieder aufgeklebt werden, wenn es nicht mehr richtig haftet, wenn es an sich selbst oder an einer anderen Fläche klebt, anderes Material an ihm klebt oder wenn es sich bereits früher gelöst hat oder abgefallen ist. In diesen Fällen sollte sofort ein neues Pflaster aufgeklebt werden.

Lisvy darf nicht mit anderen Klebstoffen oder Verbänden fixiert werden.

Verhalten bei vergessenem Pflasterwechsel (d.h. versäumtem oder nicht ersetztem Pflaster)

Zu Beginn eines Pflaster-Zyklus (bei Vergessen des Aufklebens eines neuen Pflasters unmittelbar nach der pflasterfreien Woche; Woche 1/ab Tag 1)

Die kontrazeptive Wirkung kann beeinträchtigt sein.

Das Aufkleben des ersten Pflasters des neuen Zyklus ist nachzuholen, sobald das Versäumnis bemerkt wird. Jetzt gilt ein neuer «Tag 1» und damit ein neuer «Pflasterwechseltag». In den ersten 7 Tagen des neuen Zyklus muss zusätzlich eine nicht-hormonale Kontrazeptionsmethode (z.B. Kondome) angewendet werden. Falls während der verlängerten Anwendungspause Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, muss die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Erwägung gezogen werden.

In der Mitte eines Pflaster-Zyklus (Woche 2/ab Tag 8 oder Woche 3/ab Tag 15)

Für 1 oder 2 Tage (bis zu 48 Stunden)

Es sollte sofort ein neues Pflaster aufgeklebt werden, das am gewohnten «Pflasterwechseltag» durch das nächste Pflaster ersetzt wird. Zusätzliche kontrazeptive Massnahmen sind nicht erforderlich.

Für mehr als 2 Tage (länger als 48 Stunden)

Die kontrazeptive Wirkung kann beeinträchtigt sein. Der aktuelle Zyklus sollte beendet und sofort durch Aufkleben eines neuen Pflasters ein neuer vierwöchiger Zyklus begonnen werden. Jetzt gilt ein neuer «Tag 1» und damit ein neuer «Pflasterwechseltag». Während der nächsten 7 Tage sind zusätzliche nicht-hormonale Kontrazeptionsmethoden (z.B. Kondome) erforderlich.

Am Ende des Pflaster-Zyklus (Woche 4/ab Tag 22)

Wenn das Entfernen des Pflasters an Tag 22 vergessen wurde, sollte dies schnellstmöglich nachgeholt werden, nachdem das Versäumnis bemerkt wird (spätestens an Tag 28). Der nächste Zyklus muss mit dem Aufkleben eines neuen Pflasters am gewohnten «Pflasterwechseltag» (d.h. am Tag nach Tag 28) begonnen werden, niemals später. Zusätzliche kontrazeptive Massnahmen sind nicht erforderlich.

Verlegung des «Pflasterwechseltags»

Wenn eine Verlegung des «Pflasterwechseltags» auf einen anderen Wochentag gewünscht wird, sollte der aktuelle Zyklus beendet und das dritte Pflaster am korrekten Tag entfernt werden. Während der pflasterfreien Woche kann durch früheres Aufkleben eines neuen Pflasters der «Pflasterwechseltag» auf den gewünschten Wochentag vorverlegt werden. Je kürzer das pflasterfreie Intervall ist, desto unwahrscheinlicher kommt es zu einer Entzugsblutung bzw. desto häufiger treten während der Anwendung der neuen Pflasters Schmier- oder Durchbruchblutungen auf. Auf keinen Fall darf das pflasterfreie Intervall 7 Tage überschreiten.

Verhalten bei Blutungsunregelmässigkeiten

Unter allen kombinierten hormonalen Kontrazeptiva kann es, insbesondere während der ersten Monate der Anwendung, zu unregelmässigen Blutungen (Schmier- bzw. Durchbruchblutungen) kommen. Daher ist eine diagnostische Abklärung unregelmässiger Blutungen erst nach einer Anpassungsphase von ca. 3 Zyklen sinnvoll.

Persistieren die Blutungsunregelmässigkeiten oder treten sie erstmals nach zuvor regelmässigen Zyklen auf, müssen auch nichthormonal bedingte Ursachen in Betracht gezogen werden. Demnach sind entsprechende diagnostische Massnahmen zum Ausschluss einer Schwangerschaft oder einer malignen Erkrankung angezeigt. Diese Abklärungen können eine Kürettage einschliessen.

Die Entzugsblutung kann während der Anwendungspause ausbleiben. Falls Lisvy entsprechend der Dosierungsanweisungen angewendet wurde, ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich. Wurde Lisvy allerdings vor der ersten ausgebliebenen Entzugsblutung nicht vorschriftsgemäss angewendet oder sind zwei Entzugsblutungen ausgeblieben, muss vor der weiteren Anwendung eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Lisvy wurde an Frauen ab einem Alter ab 18 Jahren untersucht. Für Jugendliche wird, falls indiziert, die gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen empfohlen.

Ältere Patientinnen

Lisvy ist nach der Menopause nicht indiziert.

Leberinsuffizienz

Lisvy ist bei Frauen mit schweren Lebererkrankungen kontraindiziert.

Niereninsuffizienz

Zur Anwendung von Lisvy bei Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion liegen keine Daten vor. Es können daher keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Kontraindikationen

  • Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)
    • Venöse Thromboembolie – bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antikoagulanzien) oder VTE in der Anamnese (z.B. tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie)
    • Vorliegen starker Risikofaktoren für venöse thromboembolische Ereignisse wie
      • hereditäre oder erworbene Prädisposition für venöse thromboembolische Ereignisse, wie z.B. APC-Resistenz (einschliesslich Faktor-V-Leiden-Mutation), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel oder Protein-S-Mangel
    • Gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für venöse thromboembolische Ereignisse, wie sie in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben sind.
  • Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)
    • bestehende oder vorausgegangene arterielle thromboembolische Ereignisse und deren Prodromi (z.B. Angina pectoris, Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke, zerebrovaskulärer Insult)
    • Vorliegen starker Risikofaktoren für arterielle thromboembolische Ereignisse wie
      • Diabetes mellitus mit Gefässkomplikationen
      • schwere arterielle Hypertonie
      • schwere Dyslipoproteinämie
      • Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen (auch in der Anamnese)
      • hereditäre oder erworbene Prädisposition für eine arterielle Thromboembolie, wie z.B. Hyperhomocysteinämie oder Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper, Lupusantikoagulans)
    • Gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Risikofaktoren für arterielle thromboembolische Ereignisse, wie sie in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben sind.
  • Bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankung, solange abnorme Leberfunktionsparameter bestehen;
  • Bestehende oder vorausgegangene benigne oder maligne Lebertumore;
  • Bestehende oder vermutete maligne Erkrankungen der Genitalorgane oder der Mammae, wenn diese sexualhormonabhängig sind;
  • Ungeklärte vaginale Blutungen;
  • Vermutete oder bestehende Schwangerschaft;
  • Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe von Lisvy.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung eines CHC erhöht das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) und für arterielle Thromboembolien (ATE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen, welche nachfolgend beschrieben werden, müssen vor jeder Verschreibung berücksichtigt werden (vgl. «Risiko für venöse Thromboembolien [VTE]» und «Risiko für arterielle Thromboembolien [ATE]»). Es ist wichtig, die Patientin auf die Informationen zu venösen und arteriellen thromboembolischen Ereignissen hinzuweisen, insbesondere auf die möglichen Symptome von VTE und ATE und die bekannten vaskulären Risikofaktoren sowie darauf, was im Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe Venenthrombose und Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»).

Der Nutzen einer Anwendung eines CHC wie Lisvy sollte gegen die nachfolgend aufgeführten Erkrankungen/Risiken - unter Berücksichtigung des Schweregrades jedes einzelnen oder dem Aufeinandertreffen mehrerer Faktoren – abgewogen und mit jeder Patientin besprochen werden, bevor man sich zur Anwendung von Lisvy entschliesst (siehe auch «Kontraindikationen»). Die Patientin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin gegebenen Ratschläge zu befolgen.

Medizinische Untersuchung

Vor Beginn oder Wiederaufnahme der Anwendung eines CHC wie Lisvy soll eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese erhoben, sowie unter Beachtung der «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» eine gründliche allgemeine und gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden, um behandlungsbedürftige Erkrankungen sowie deren Risikofaktoren feststellen und eine Schwangerschaft ausschliessen zu können. Diese Untersuchungen schliessen im Allgemeinen Blutdruck, Mammae, Abdomen, Beckenorgane (inkl. Zervixzytologie) und relevante Laboruntersuchungen ein.

Während der Anwendung des CHC müssen diese Untersuchungen in regelmässigen Abständen wiederholt werden, wobei Häufigkeit und Art auf die individuelle Anwenderin abgestimmt werden und sich an den Richtlinien der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) orientieren sollten. Bei diesen Kontrollen sollten die Kontraindikationen (z.B. eine transitorische ischämische Attacke) und Risikofaktoren (z.B. Familienanamnese venöser oder arterieller Thrombosen, vgl. «Risikofaktoren für VTE» und «Risikofaktoren für ATE») erneut überprüft werden, da diese während der Anwendung eines CHC zum ersten Mal auftreten können.

Es soll darüber aufgeklärt werden, dass CHC keinen Schutz vor HIV- Infektionen (AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bieten.

Gründe für das sofortige Absetzen

Die Anwenderin muss darüber informiert werden, dass sie bei Auftreten einer der oben genannten Kontraindikationen sowie bei Eintreten einer der nachfolgenden Situationen schnellstmöglich einen Arzt/eine Ärztin konsultieren muss, der/die dann über die weitere Anwendung des CHC entscheiden wird:

  • Erstmaliges Auftreten oder Exazerbation migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen;
  • plötzliche Seh-, Hör-, Sprach- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen;
  • erste Anzeichen von thromboembolischen Ereignissen («Symptome einer VTE [tiefe Venenthrombose und Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»);
  • mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während einer Immobilisation (z.B. nach Unfall oder Operation);
  • klinisch relevanter Blutdruckanstieg (bei wiederholter Messung);
  • Auftreten von Ikterus, Hepatitis oder generalisiertem Pruritus;
  • starke Oberbauchschmerzen oder Lebervergrösserung;
  • Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.

Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

Die Anwendung jedes CHC erhöht das Risiko für VTE im Vergleich zur Nichtanwendung. Arzneimittel, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten, sind mit dem geringsten Risiko für eine VTE verbunden. Bisher ist nicht bekannt, wie hoch das Risiko mit Lisvy im Vergleich zu diesen Arzneimitteln mit geringerem Risiko ist.

Die Entscheidung, das Arzneimittel anzuwenden, sollte nur nach einem Gespräch mit der Patientin getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht:

  • Das Risiko für VTE bei Anwendung von Lisvy.
  • Wie beeinflussen ihre vorbestehenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko?
  • Stärkste Risikoerhöhung für VTE im allerersten Anwendungsjahr (insbesondere während der ersten 3 Monate).
  • Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko sowohl bei der erstmaligen Anwendung eines CHC als auch bei der erneuten Anwendung des gleichen oder eines anderen CHC besteht (nach einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden anwendungsfreien Intervall).
  • Lisvy ist ein Arzneimittel. Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs muss die Anwenderin die behandelnden Ärzte darüber informieren, dass sie Lisvy anwendet.

Ungefähr 2 von 10'000 Frauen, die kein CHC anwenden und nicht schwanger sind, erleiden im Verlauf eines Jahres eine VTE. Bei der einzelnen Frau kann das Risiko jedoch in Abhängigkeit von ihren zugrundeliegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).

Aufgrund der vorliegenden epidemiologischen Daten wird geschätzt, dass im Verlauf eines Jahres 9-12 von 10'000 Frauen, die ein Gestoden-haltiges CHC anwenden, eine VTE erleiden; im Vergleich hierzu kommt es pro Jahr bei 5-7 von 10'000 Frauen, die ein Levonorgestrel-haltiges CHC anwenden, zu einer VTE.

In beiden Fällen ist die Anzahl an VTE pro Jahr geringer als die erwartete Anzahl während einer Schwangerschaft oder in der postpartalen Phase.

VTE verlaufen in 1-2% der Fälle tödlich.

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Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über venöse Thrombosen ausserhalb der Extremitäten berichtet, z.B. Sinusvenenthrombosen oder Thrombosen in hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen Venen.

Risikofaktoren für VTE

Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC kann deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, insbesondere wenn mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen (siehe Tabelle). Insbesondere ist bei der Nutzen-Risiko-Abwägung zu berücksichtigen, dass das Risiko venöser thromboembolischer Ereignisse überadditiv erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall muss das Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden. Lisvy ist kontraindiziert, wenn bei einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die sie insgesamt einem hohen Risiko für eine Venenthrombose aussetzen.

Tabelle: Risikofaktoren für VTE

Risikofaktor

Anmerkung

Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²)

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.

Längere Immobilisierung, grössere chirurgische Eingriffe, jeder Eingriff an Beinen oder Hüfte, neurochirurgischer Eingriff oder schweres Trauma

In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung der Tablette/des Pflasters/des Rings zu unterbrechen (bei einer geplanten Operation mindestens vier Wochen vorher) und frühestens zwei Wochen nach vollständiger Mobilisierung wieder aufzunehmen. Ggf. ist eine andere Kontrazeptionsmethode anzuwenden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe muss erwogen werden, wenn Lisvy nicht vorab abgesetzt wurde.

Positive Familienanamnese (jede venöse Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, z.B. jünger als 50 Jahre).

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung von Lisvy getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie ergibt, ist die Anwendung von Lisvy kontraindiziert.

Andere Erkrankungen, die mit einem erhöhten VTE-Risiko assoziiert sind

Systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch urämisches Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), Sichelzellanämie, maligne Erkrankungen

Zunehmendes Alter

Insbesondere älter als 35 Jahre

Hinweis: Eine vorübergehende Immobilisierung wie beispielsweise eine Flugreise von >4 Stunden Dauer kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Patientinnen mit weiteren Risikofaktoren.

Über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns oder Fortschreitens einer Venenthrombose besteht kein Konsens.

Es muss beachtet werden, dass das Risiko thromboembolischer Ereignisse in der postpartalen Phase erhöht ist. Es gibt Daten, die darauf hindeuten, dass das Thromboserisiko bis 12 Wochen nach der Entbindung erhöht sein kann.

Symptome einer VTE (tiefe Venenthrombose und Lungenembolie)

Der Patientin ist anzuraten, bei Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie Lisvy anwendet.

  • Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose können sein
    • unilaterale Schwellung in einem Bein oder entlang einer Vene im Bein;
    • Spannungsgefühl oder Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder Gehen spürbar sind;
    • Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.
  • Symptome einer Lungenembolie können sein
    • plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen oder Atemnot; Anstrengungsintoleranz;
    • plötzliches Auftreten von Husten, eventuell mit blutigem Sputum;
    • plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei tiefer Atmung verstärken kann;
    • starke Benommenheit, Schwindel, oder Angstgefühl;
    • Tachykardie oder Arrhythmien.

Einige dieser Symptome (z.B. Kurzatmigkeit oder Husten) sind nicht spezifisch und können als häufige oder weniger schwere Ereignisse (z.B. Atemwegsinfektionen) missdeutet werden.

Risiko für arterielle Thromboembolien (ATE)

Epidemiologische Studien haben ausserdem die Anwendung hormonaler Kontrazeptiva mit einem erhöhten Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse (wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacken) in Verbindung gebracht. Bevor die Entscheidung getroffen wird, Lisvy zu verordnen, ist die Patientin über dieses Risiko sowie insbesondere auch darüber aufzuklären, wie eventuell vorbestehende individuelle Risikofaktoren dieses Risiko zusätzlich erhöhen können.

Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über Thrombosen in anderen Blutgefässen (wie z.B. hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen Arterien) berichtet.

Risikofaktoren für ATE

Ein erhöhtes Risiko für einen zerebrovaskulären Insult oder andere arterielle thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC besteht v.a. bei Frauen, die bereits Risikofaktoren für solche Erkrankungen aufweisen (siehe Tabelle). Insbesondere muss bei der Nutzen-Risiko-Abwägung beachtet werden, dass das Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse überadditiv erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall muss das Gesamtrisiko für eine ATE betrachtet werden. Bei Patientinnen, die aufgrund eines schwerwiegenden oder des Vorliegens mehrerer Risikofaktoren ein hohes Risiko für eine ATE aufweisen, ist Lisvy kontraindiziert.

Tabelle: Risikofaktoren für ATE

Risikofaktor

Anmerkung

Zunehmendes Alter

Insbesondere älter als 35 Jahre

Rauchen

Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn sie ein CHC wie Lisvy anwenden möchten. Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, ist dringend zu empfehlen, eine andere Kontrazeptionsmethode anzuwenden.

Arterielle Hypertonie

Diabetes mellitus

Bei Diabetikerinnen mit bereits bestehenden Gefässkomplikationen ist die Anwendung von CHC kontraindiziert.

Dyslipoproteinämie

Herzklappenerkrankungen

Vorhofflimmern

Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m²)

Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu.

Besonders wichtig bei Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren.

Positive Familienanamnese (jede arterielle Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, d.h. jünger als 50 Jahre).

Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung von Lisvy getroffen wird.

Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie ergibt, ist die Anwendung von Lisvy kontraindiziert.

Migräne

Ein Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads einer Migräne während der Anwendung von Lisvy kann ein Prodromalsymptom eines zerebrovaskulären Ereignisses darstellen und Grund für ein sofortiges Absetzen sein.

Andere Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für ATE assoziiert sind

Hyperhomocysteinämie, Systemischer Lupus erythematodes, Sichelzellanämie, maligne Erkrankungen.

Symptome einer ATE

Der Patientin ist anzuraten, beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie Lisvy anwendet.

  • Symptome eines zerebrovaskulären Insults können sein
    • plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer Körperhälfte;
    • plötzliche Verwirrtheit;
    • undeutliche Aussprache oder Verständnisprobleme;
    • plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;
    • plötzliche Gehstörungen;
    • Schwindel;
    • Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen;
    • plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;
    • Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.
  • Symptome eines Myokardinfarktes können sein
    • Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder Spannungsgefühl in der Brust, im Arm oder hinter dem Brustbein;
    • Beschwerden, welche in Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlen;
    • Völlegefühl, Magenbeschwerden oder Würgereiz;
    • Schwitzen, Nausea, Erbrechen oder Schwindel;
    • extremes Schwäche-, oder Angstgefühl oder Kurzatmigkeit;
    • Tachykardie oder Arrhythmien.
  • Andere Symptome eines vaskulären Verschlusses können sein
    • Plötzlicher Schmerz, Schwellung oder leichte Cyanose einer Extremität;
    • akutes Abdomen.

Verdacht auf hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische Komplikationen

Bei Verdacht auf eine hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische Komplikationen ist eine gerinnungs-physiologische Abklärung durch einen Spezialisten angezeigt, welcher ggf. eine Bestimmung bestimmter hämostatischer Parameter veranlassen wird.

Tumorerkrankungen

In einigen epidemiologischen Untersuchungen wurde über ein erhöhtes Zervixkarzinom-Risiko bei Langzeitanwendung von CHC (>5 Jahre) berichtet. Es wird jedoch nach wie vor kontrovers diskutiert, in wie weit dieses Ergebnis durch andere Faktoren wie eine Infektion durch humane Papillomaviren (HPV) (stärkster Risikofaktor), die Frequenz der Teilnahme am Zervix-Screening oder das Sexualverhalten beeinflusst wird.

Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien hat ergeben, dass das relative Risiko (RR) der Diagnosestellung eines Mammakarzinoms bei Frauen, die CHC anwenden, geringfügig erhöht ist (RR = 1,24). Nach Absetzen des CHC sinkt das erhöhte Risiko kontinuierlich ab und ist nach 10 Jahren nicht mehr nachweisbar. Da Mammakarzinome vor dem 40. Lebensjahr selten sind, ist bei Frauen, die ein CHC anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben, die zusätzlich diagnostizierte Anzahl an Mammakarzinomen im Verhältnis zum Mammakarzinom-Gesamtrisiko gering. Diese Studien liefern keine Hinweise auf eine Kausalität. Die beobachtete Risikoerhöhung kann sowohl auf eine bei Anwenderinnen von CHC frühzeitigere Erkennung, als auch auf biologische Wirkungen von CHC oder auf beide Faktoren gemeinsam zurückzuführen sein. Mammakarzinome bei Frauen, die ein CHC angewendet haben, waren zum Zeitpunkt der Diagnosestellung tendenziell weniger weit fortgeschritten als bei Frauen, die nie ein CHC angewendet hatten.

In seltenen Fällen wurden unter Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Lisvy enthält, gutartige, noch seltener bösartige, Veränderungen an der Leber beobachtet, zu deren möglichen Komplikationen lebensbedrohliche intraabdominale Blutungen gehören. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung oder Hinweise auf intraabdominale Blutungen auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen miteinbezogen werden.

Sonstige Vorsichtsmassnahmen

Wenn wiederholt persistierende Hautreizungen auftreten (z.B. persistierendes Erythem oder anhaltender Pruritus an der Stelle, wo das Pflaster aufgeklebt wurde), obwohl die Applikationsstelle vorschriftsmässig gewechselt wurde, sollte eine Beendigung der transdermalen Behandlung in Betracht gezogen werden.

Frauen, die ein hormonales Kontrazeptivum anwenden, sollen nicht gleichzeitig mit Johanniskrautpräparaten (Hypericum) behandelt werden, da die kontrazeptive Wirkung beeinträchtigt sein kann. Über Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften wurde berichtet (vgl. auch «Interaktionen»).

Obwohl unter der Anwendung von CHC relativ häufig über einen geringfügigen Blutdruckanstieg berichtet wird, sind klinisch relevant erhöhte Blutdruckwerte selten. Kommt es unter Anwendung von Lisvy zu einer klinisch relevanten Blutdruckerhöhung (bei wiederholter Messung), sollte dieses abgesetzt werden. Wo es angezeigt erscheint, kann die erneute Anwendung von Lisvy erwogen werden, wenn sich die Blutdruckwerte (unter Behandlung) normalisiert haben.

Bei Frauen mit bestehender oder familiärer Hypertriglyzeridämie ist unter der Anwendung von CHC möglicherweise mit einem erhöhten Pankreatitis-Risiko zu rechnen.

Die folgenden Erkrankungen können sowohl während einer Schwangerschaft, als auch während der Anwendung eines CHC auftreten oder ungünstig beeinflusst werden, doch lassen die verfügbaren Daten keine eindeutigen Schlüsse auf einen Kausalzusammenhang mit der Anwendung eines CHC zu: cholestatischer Ikterus und/oder Pruritus; Cholelithiasis; Porphyrie; systemischer Lupus erythematodes; hämolytisch-urämisches Syndrom; Chorea minor (Sydenham); Herpes gestationis; Otosklerose-bedingter Hörverlust. Die Anwendung von CHC wurde ausserdem auch mit dem Auftreten von Enteritis regionalis Crohn sowie Colitis ulcerosa assoziiert.

Bei Frauen mit hereditärem und/oder erworbenem Angioödem kann die Gabe von exogenen Östrogenen ein Angioödem induzieren oder die Symptome verstärken.

Akute oder chronische Störungen der Leberfunktion können das Absetzen von Lisvy erforderlich machen, bis sich die Leberfunktionswerte normalisiert haben (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Kontraindikationen»).

Bei Wiederauftreten eines cholestatischen Ikterus, der erstmalig während einer Schwangerschaft oder während einer früheren Anwendung von Sexualsteroidhormonen aufgetreten ist, muss die Anwendung von Lisvy beendet werden.

Obwohl es unter Anwendung von CHC zu einer Beeinflussung der peripheren Insulinresistenz und der Glukosetoleranz kommen kann, scheint eine Änderung des Therapieschemas bei Diabetikerinnen, die niedrig dosierte CHC (<0,05 mg Ethinylestradiol) anwenden, nicht erforderlich. Dennoch sollten Diabetikerinnen während der Anwendung von CHC, insbesondere während der ersten Monate, sorgfältig überwacht werden.

Bei prädisponierten Frauen (insbesondere solchen mit Chloasma gravidarum in der Anamnese) kann ein Chloasma auftreten, das durch intensive Sonnenbestrahlung noch verstärkt wird. Prädisponierte Frauen sollten sich daher während der Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva keiner zu starken UV-Strahlung aussetzen.

Interaktionen

Wichtig: Um potentielle Interaktionen zu identifizieren, muss auch die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel konsultiert werden.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Lisvy

Enzyminduktoren

Interaktionen zwischen hormonalen Kontrazeptiva und Arzneimitteln, die mikrosomale Enzyme induzieren und dadurch eine erhöhte Clearance von Sexualhormonen verursachen können, können zu Durchbruchblutungen führen und/oder ein Versagen der Kontrazeption zur Folge haben. Dies gilt z.B. für Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Felbamat, Modafinil, Oxcarbazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Topiramat sowie für Arzneimittel, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten.

Eine Enzyminduktion kann bereits nach wenigen Tagen beobachtet werden und kann während mindestens 4 oder mehr Wochen nach Absetzen dieser Arzneimittel andauern. Frauen, die mit solchen Arzneimitteln behandelt werden, sollten dazu aufgefordert werden, vorübergehend zusätzlich zu Lisvy eine nicht-hormonale Kontrazeptionsmethode (z.B. Kondome) anzuwenden oder eine andere Art der Kontrazeption zu wählen. Die Barrieremethode sollte während der gleichzeitigen Anwendung der Arzneimittel und für weitere 28 Tage nach Absetzen der Behandlung verwendet werden. Wird die gleichzeitige Einnahme eines Enzyminduktors über das Ende der aktuellen Packung des CHC fortgesetzt, sollte sofort die nächste Packung des CHC begonnen werden, also ohne Einhaltung des gewohnten pflasterfreien Intervalls.

Bei Langzeitbehandlung mit Arzneimitteln, welche zu einer Enzyminduktion in der Leber führen, sollten alternative Kontrazeptionsmethoden angewendet werden.

Darüber hinaus ist bekannt, dass verschiedene Inhibitoren der HIV/HCV-Protease und der Nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase zu einer Erniedrigung oder einer Erhöhung der Plasmakonzentrationen von Östrogenen oder Gestagenen führen können. Diese Veränderungen können in manchen Fällen klinisch relevant sein.

Insbesondere sind Proteaseinhibitoren wie Ritonavir oder Nelfinavir (einschliesslich deren Kombinationen) zwar als starke Inhibitoren von CYP3A4 bekannt, können jedoch bei gleichzeitiger Anwendung mit Steroidhormonen enzyminduzierende Eigenschaften aufweisen und dadurch die Plasmaspiegel von Östrogenen und Gestagenen reduzieren.

Enzyminhibitoren

Starke und moderate CYP3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin, Erythromycin), Diltiazem, Verapamil und Grapefruitsaft können die Plasmaspiegelkonzentrationen von Östrogenen und/oder Gestagenen erhöhen und dadurch zum vermehrten Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.

In zwei Studien zum Einfluss von CYP3A4-Inhibitoren (Ketoconazol, Erythromycin) wurden die Ethinylestradiol-Serumkonzentrationen im Steady-State von keinem der beiden Inhibitoren beeinflusst. Hingegen stieg die AUC von Gestoden bei gleichzeitiger Verabreichung von Ketoconazol um 11%, bei gleichzeitiger Gabe von Erythromycin um 34% an. Diese Veränderungen werden klinisch nicht als relevant erachtet.

Interferenz mit dem enterohepatischen Kreislauf

Bei gleichzeitiger kurzdauernder (bis zu 10 Tagen) Anwendung von Antibiotika, welche keine Interaktionen mit dem CYP3A4-Enzymsystem aufweisen, ist nicht mit pharmakokinetischen Interaktionen zu rechnen. Bei der Beratung der Patientin sollte jedoch berücksichtigt werden, dass unter Umständen die Grunderkrankung (z.B. Geschlechtskrankheiten), deretwegen das Antibiotikum eingesetzt wird, die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode nahelegen kann.

Über mögliche Interaktionen bei längerfristiger Komedikation mit Antibiotika (z.B. bei Borreliose oder Osteomyelitis) liegen keine ausreichenden Daten vor. Soll eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden, wird in solchen Fällen während der Antibiotikatherapie sowie in den ersten 7 Tagen nach Absetzen die zusätzliche Verwendung einer Barrieremethode empfohlen.

Einfluss kombinierter hormonaler Kontrazeptiva auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Hormonale Kontrazeptiva können – durch verschiedene Interaktionsmechanismen – auch die Pharmakokinetik einiger anderer Arzneimittel beeinflussen. Sie können die hepatischen mikrosomalen Enzyme hemmen oder die hepatische Konjugation, hauptsächlich die Glucuronidierung, induzieren. Entsprechend können die Plasma- und Gewebskonzentrationen anderer Arzneimittel entweder erhöht (z.B. Cyclosporin) oder gesenkt (z.B. Lamotrigin, siehe unten) werden. Weiter kann auch die pharmakologische Wirkung folgender Arzneimittelklassen beeinflusst werden: Analgetika, Antidepressiva, Antidiabetika, Antimalariamittel, einige Benzodiazepine, β-Blocker, Kortikosteroide, orale Antikoagulantien und Theophyllin.

Nicht in allen Fällen sind die aus diesen Interaktionen resultierenden Veränderungen der Plasmaspiegel klinisch relevant.

In einer Studie zum Einfluss von Lisvy auf eine Einmaldosis des CYP3A4-Substrats Midazolam wurde kein klinisch relevanter Anstieg der Plasmakonzentrationen von Midazolam beobachtet (Anstieg der AUC nur um 7%, der Cmax um 14%).

Lamotrigin

Eine Interaktionsstudie mit dem Antiepileptikum Lamotrigin und einem kombinierten oralen Kontrazeptivum (30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel) zeigte eine klinisch relevante Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der Lamotrigin-Plasmaspiegel, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig verabreicht wurden. Eine derartige Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen. Es ist nicht bekannt, inwieweit diese Befunde auf andere kombinierte Kontrazeptiva mit anderer Gestagenkomponente und/oder anderer Östrogendosis übertragbar sind. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Präparate ein vergleichbares Interaktionspotential aufweisen.

Beginnt eine Patientin, welche Lamotrigin einnimmt, neu mit der Anwendung von Lisvy, kann daher eine Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich sein, und die Lamotrigin-Konzentration sollte zu Beginn der Therapie engmaschig überwacht werden. Hierbei ist insbesondere auch zu beachten, dass es zu einem deutlichen Anstieg des Lamotriginspiegels (unter Umständen in den toxischen Bereich) kommen kann, wenn das hormonale Kontrazeptivum abgesetzt wird (sowie unter Umständen während des 7-tägigen pflasterfreien Intervalles).

Schwangerschaft/Stillzeit

Lisvy ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der Anwendung des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Tritt während der Anwendung von Lisvy eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, muss das Pflaster entfernt, die weitere Anwendung beendet und ein Arzt/eine Ärztin konsultiert werden.

Es gibt Hinweise auf fetale Risiken, basierend auf tierexperimentellen Untersuchungen (siehe «Präklinische Daten»). Die meisten bis heute durchgeführten epidemiologischen Studien haben jedoch keine eindeutigen Hinweise auf eine embryotoxische oder teratogene Wirkung ergeben, wenn Kombinationen aus Östrogenen und Gestagenen versehentlich während der Schwangerschaft angewendet wurden.

Das Arzneimittel sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, da die Milchproduktion reduziert und die Milchqualität verändert sein kann und geringe Wirkstoffkonzentrationen in der Milch gemessen werden können. Wenn möglich, sollten bis zum vollständigen Abstillen des Kindes nichthormonale Kontrazeptionsmethoden angewendet werden.

Zum postpartalen Risiko thromboembolischer Ereignisse bei der Mutter siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen wurden nicht durchgeführt. Bei Anwenderinnen kombinierter hormonaler Kontrazeptiva sind bisher keine derartigen Auswirkungen bekannt.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva sind in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort). Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind insbesondere arterielle und venöse Thromboembolien.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Lisvy sind Reaktionen an der Applikationsstelle. Diese wurden insgesamt bei über 20% der Anwenderinnen beobachtet. Häufigste Reaktionen waren dabei Erythem (3.9%), Ausschlag (3.8%), Pruritus (3.5%) und Irritation (3.2%).

Die Häufigkeitskategorien sind definiert als: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100) und selten (≥1/10'000 bis <1/1'000).

Immunsystem

Selten: (Systemische) Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel und Ernährung

Häufig: Gewichtszunahme.

Selten: Gewichtsabnahme, Flüssigkeitsretention.

Psychiatrische Störungen

Häufig: emotionale Labilität.

Gelegentlich: Depression/depressive Verstimmung, Verminderung bzw. Verlust der Libido, Stimmungsschwankungen.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Migräne.

Herz/Gefässe

Gelegentlich: Blutdruckanstieg.

Selten: venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie), arterielle thromboembolische Ereignisse (z.B. transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall, Myokardinfarkt).

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: uterine Blutungen (z.B. Metrorrhagien, Menorrhagien), Schmerzen der Brüste.

Gelegentlich: Empfindlichkeit der Brüste, Fluor vaginalis, Unterleibsschmerzen.

Selten: Amenorrhoe.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Reaktionen am Verabreichungsort (wie Erythem, Rash, Pruritus, Irritation und lokale Überempfindlichkeitsreaktionen) (>20%).

Gelegentlich: periphere Ödeme.

Bei Anwenderinnen anderer kombinierter hormonaler Kontrazeptiva wurde darüber hinaus über folgende unerwünschte Ereignisse berichtet (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»):

Mammakarzinom, Lebertumoren (benigne und maligne), Harnwegsinfektionen, vulvovaginale Mykosen, Herpes gestationis, Angioödem, Appetitveränderungen, Hypertriglyzeridämie (Anstieg des Pankreatitisrisikos unter CHC), Veränderungen der Glukosetoleranz, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Schwindel, Verschlechterung einer Epilepsie, Otosklerose-bedingter Hörverlust, Palpitationen, Hypertonie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Cholelithiasis, cholestatischer Ikterus und/oder Pruritus, Transaminasenanstieg, Porphyrie, hämolytisch-urämisches Syndrom, systemischer Lupus erythematodes, Erythema multiforme, Erythema nodosum, Verschlechterung einer Chorea minor (Sydenham), Akne, Alopezie, Hirsutismus, Chloasma, Urtikaria, Schmerzen in den Extremitäten, Dysmenorrhoe, vulvovaginale Trockenheit, Ovarialzysten, Grössenzunahme der Brüste, Galaktorrhoe.

Überdosierung

Eine Überdosierung ist bei dieser Art der Anwendung unwahrscheinlich. Auch für kombinierte orale Kontrazeptiva liegen keine Berichte über schwerwiegende Schäden in Folge von Überdosierungen vor. Mögliche Symptome einer Überdosierung sind: Übelkeit, Erbrechen und Entzugsblutung, auch bei jungen Mädchen vor der Menarche. Es gibt keine Antidote. Die zusätzlich oder unsachgemäss angewendeten Pflaster müssen von der Haut entfernt werden. Die weitere Behandlung hat ggf. symptomatisch zu erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03AA10

Wirkungsmechanismus

Wie bei allen kombinierten hormonalen Kontrazeptiva (CHC) beruht die kontrazeptive Wirkung von Lisvy auf dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren, als deren wichtigste die Ovulationshemmung und die Veränderung des Zervixsekrets anzusehen sind. Darüber hinaus bietet das Endometrium infolge der morphologischen und enzymatischen Veränderungen ungünstige Verhältnisse für die Nidation. Ausserdem führen die durch das CHC induzierten hormonellen Veränderungen zu regelmässigeren Zyklen und einer geringeren Blutungsstärke.

Durch Lisvy wurde die Ovulation vergleichbar unterdrückt wie bei oralen kombinierten Kontrazeptiva.

Sicherheitspharmakodynamik

In einer klinischen Studie wurde bei 49 Frauen nach 13 Behandlungszyklen die Histologie des Endometriums untersucht. Es wurden keine abnormen Befunde festgestellt.

Klinische Wirksamkeit

In der pivotalen Studie an insgesamt n=1694 Frauen ergab sich für Lisvy ein Pearl Index (PI) von 1.19 (mit einer Obergrenze des 95%-Konfidenzintervalles von 2.00). Der adjustierte PI (d.h. unter Berücksichtigung ausschliesslich von Methodenfehlern) lag bei 0.82 (Obergrenze des 95%-Konfidenzintervalles 1.55).

Blutungsmuster und Zykluskontrolle wurden in der pivotalen Studie (über 13 Behandlungszyklen) sowie in zwei weiteren Studien über jeweils sieben Zyklen untersucht. Unter Lisvy wiesen in den ersten Behandlungszyklen 91,2% bis 93,7% der Frauen Entzugsblutungen auf, danach lag dieser Anteil bei 94,3% bis 97,6%. Nur etwa 1% der Frauen waren amenorrhoeisch. Insgesamt war das Blutungsprofil unter Anwendung von Lisvy jenem unter oralen kombinierten Kontrazeptiva vergleichbar.

Pharmakokinetik

Gestoden

Absorption

Gestoden wird praktisch vollständig durch die Haut resorbiert. Die mittleren maximalen Gestoden-Konzentrationen wurden etwa 1-1.5 Tage nach Aufkleben des Pflasters erreicht und lagen im Bereich von 4,7-7,5 µg/l. Danach sanken die Serumkonzentrationen auf mittlere Minimalwerte im Bereich von 2,6-4,0 µg/l am Ende der 1-wöchigen Applikationsdauer des Pflasters. In Woche 3 lag die durchschnittliche Konzentration im Bereich von 3,6-5,7 µg/l.

Unter dem Einfluss von Hitze, Feuchtigkeit oder körperlicher Anstrengung (z.B. Sauna, Whirlpool, Schwimmen, sportliche Aktivitäten) wurde kein statistisch signifikanter oder klinisch relevanter Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Gestoden beobachtet.

Die durchschnittliche Freisetzung von Gestoden im Laufe der 7-tägigen Applikationsphase führt zu einer vergleichbaren Steady State-Exposition (AUC) wie die tägliche Verabreichung eines kombinierten oralen Kontrazeptivums mit 0,02 mg Ethinylestradiol und 0,06 mg Gestoden.

Distribution

Gestoden wird in grossem Umfang sowohl an Serumalbumin als auch an SHBG gebunden. Nur etwa 0.6-2% der Gesamtkonzentration des Wirkstoffs liegt als freies Steroid vor, 50-85% sind an SHBG gebunden.

Die durch Ethinylestradiol induzierte Zunahme der SHBG-Konzentration beeinflusst die relative Bindung an Serumproteine, was zu einer Zunahme der SHBG-Bindung und zu einer Abnahme der Albumin-Bindung und der freien Fraktion führt.

Gestoden führt zu einer leichten Abnahme der SHBG-Konzentration. Nach wiederholter dermaler Applikation von Lisvy lagen die mittleren Steady-State-Serumkonzentrationen von SHBG im Bereich von 201-237 nmol/l.

Das Verteilungsvolumen von Gestoden beträgt ca. 0,7 l/kg.

Die Pharmakokinetik von Gestoden hängt von der SHBG-Konzentration ab, welche selbst wiederum beeinflusst wird von Östrogenen und Androgenen sowie von Gestoden selbst. Nach wiederholter dermaler Applikation von Lisvy stiegen die SHBG-Konzentrationen auf das 3- bis 4-fache im Vergleich zu den typischen Ausgangswerten. Dementsprechend unterscheiden sich die Steady-State-Serumspiegel von Gestoden von denen nach einmaliger Verabreichung. Aufgrund dieser SHBG-abhängigen Veränderungen ist die Pharmakokinetik von Gestoden über die Zeit nicht-linear.

Metabolismus

Gestoden wird durch Reduktion der 3-Keto-Gruppe und der Δ-4-Doppelbindung, sowie durch eine Anzahl von Hydroxylierungsschritten vollständig metabolisiert. Aktive Metaboliten sind nicht beschrieben. Neben CYP3A4 könnten eine Reihe weiterer Cytochrom-P450-Enzyme zum Abbau von Gestoden, allerdings in geringerem Umfang, beitragen.

Interaktionen mit dem gleichzeitig applizierten Ethinylestradiol wurden nicht beobachtet.

Elimination

Gestoden wird nicht in unveränderter Form ausgeschieden. Seine Metaboliten werden im Verhältnis von ca. 6:4 über die Nieren bzw. mit der Galle eliminiert. Die Elimination erfolgt biphasisch, die mittlere terminale Halbwertszeit beträgt rund 26 Stunden.

Ethinylestradiol

Absorption

Ethinylestradiol wird praktisch vollständig durch die Haut resorbiert. Mittlere maximale Serumkonzentrationen von Ethinylestradiol wurden etwa einen Tag nach dem Aufkleben des Pflasters erreicht und lagen im Bereich von 36-51 ng/l. Danach sanken die Serumkonzentrationen auf mittlere Minimalwerte im Bereich von 15-23 ng/l am Ende der 1-wöchigen Applikationsdauer des Pflasters. Die durchschnittliche Konzentration in Woche 3 lag im Bereich von 22-33 ng/l.

Ethinylestradiol weist im Dosisbereich von 20-100 µg eine lineare Pharmakokinetik auf.

Die durchschnittliche Freisetzung von Ethinylestradiol im Laufe der 7-tägigen Applikationsphase führt zu einer vergleichbaren Steady State-Exposition (AUC) wie die tägliche Verabreichung eines kombinierten oralen Kontrazeptivums mit 0,02 mg Ethinylestradiol und 0,06 mg Gestoden.

Distribution

Ethinylestradiol wird stark, aber unspezifisch, an Serumalbumin (ca. 98,5%), aber nicht an SHBG gebunden. Es induziert einen starken Anstieg der SHBG-Konzentration im Serum.

Das Verteilungsvolumen von Ethinylestradiol beträgt 3-9 l/kg.

Metabolismus

Ethinylestradiol wird in der Leber durch Phase-I-Metabolismus (Hauptmetaboliten: 2-Hydroxyethinylestradiol und 2-Methoxyethinylestradiol) und Konjugation abgebaut. Cytochrom 3A4 ist am Metabolismus in erheblichem Ausmass beteiligt, daneben in geringerem Ausmass auch CYP2C und CYP2E. Die metabolische Clearance liegt im Bereich von 2-7 ml/min/kg.

Ethinylestradiol und seine oxidativen Metaboliten werden anschliessend hauptsächlich mit Glucuroniden oder Sulfaten konjugiert.

Elimination

Ethinylestradiol wird nur in Form seiner Metaboliten mit Faeces und Harn in einem Verhältnis von ca. 6:4 ausgeschieden. Die Ethinylestradiol-Konzentrationen sinken nach Entfernung des Pflasters biphasisch mit einer terminalen Halbwertszeit von ca. 16 Stunden.

Die Glucuronsäure- und Sulfatkonjugate von Ethinylestradiol und seinen Phase I-Metaboliten unterliegen einem enterohepatischen Kreislauf.

Zwei Tage nach Entfernung des Pflasters waren die Konzentrationen im Allgemeinen nicht mehr quantifizierbar.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Lisvy wurde bei Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht untersucht. Die Elimination von Ethinylestradiol und Gestoden erfolgt jedoch nur zu einem geringen Anteil über die Nieren (siehe «Metabolismus» und «Elimination»).

Leberinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Gestoden oder Ethinylestradiol wurde bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion nicht untersucht. Bei schweren Lebererkrankungen ist Lisvy kontraindiziert.

Körpergewicht bzw. BMI

Unter Anwendung von Lisvy zeigten die Serumkonzentrationen von Gestoden und Ethinylestradiol eine Abhängigkeit von Körpergewicht bzw. BMI. Bei adipösen Frauen mit einem BMI >35 kg/m2 lagen die durchschnittlichen Serumkonzentrationen von Ethinylestradiol und Gestoden um 24% bzw. 30% niedriger als bei Frauen mit normalem BMI (≤30 kg/m2). Bis zu einem BMI von ca. 50 kg/m2 sind diese Unterschiede aber vermutlich klinisch nicht relevant; für stärker adipöse Frauen liegen keine ausreichenden Daten vor.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktionstoxizität, Genotoxizität, lokaler Verträglichkeit und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten der einzelnen in Lisvy enthaltenen Wirkstoffe keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Jedoch können Sexualsteroide das Wachstum bestimmter hormonabhängiger Gewebe und Tumoren fördern. Bei Versuchstieren zeigte Ethinylestradiol bereits in relativ geringer Dosierung einen embryoletalen Effekt, welcher als speziesspezifisch erachtet wird; Missbildungen des Urogenitaltraktes und Feminisierung männlicher Feten wurden beobachtet. Die Übertragung dieser tierexperimentellen Resultate auf den Menschen ist umstritten.

Biokompatibilitätsstudien zu dem Pflaster und seinen Materialien in präklinischen Modellen ergaben keine besonderen Risiken im Zusammenhang mit dem vorgesehenen Anwendungszweck des Pflasters beim Menschen.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Kontrazeptive Steroide können die Ergebnisse gewisser Labortests beeinflussen, wie biochemische Parameter der Leber, Schilddrüse, Nebennieren- und Nierenfunktion, Plasmaspiegel von (Carrier-)Proteinen (z.B. des kortikosteroidbindenden Globulins) und Lipid-/Lipoproteinfraktionen, Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels sowie der Blutgerinnung und Fibrinolyse. Diese Änderungen bewegen sich im Allgemeinen innerhalb des entsprechenden Normalbereichs.

Hinweise für die Anwendung/Handhabung

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Eine Packung Lisvy enthält jeweils 3, 9 oder 18 versiegelte Beutel mit je einem Lisvy transdermalen Pflaster sowie eine Patienteninformation.

Das Pflaster ist rund und transparent:

Auf seiner klebenden Seite ist das Pflaster durch eine zweiteilige, quadratische, glänzende, klare Folie geschützt. Die Folie schützt die Wirkstoffe, die auf der klebenden Seite des Pflasters enthalten sind, und sie sorgt dafür, dass die klebende Fläche bis zur Anwendung funktionsfähig bleibt.

Auf der Rückseite ist das Pflaster von einer milchig weissen, quadratischen Abdeckfolie bedeckt, die verhindert, dass das Pflaster im Beutel kleben bleibt.

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Der Beutel wird entlang der Oberkante mit den Fingern aufgerissen. Die Kerben erleichtern das Erkennen der richtigen Richtung beim Reissen.

Beim Öffnen des Beutels darf keine Schere benutzt und das Pflaster nicht zerschnitten, beschädigt oder in sonstiger Weise verändert werden, da die kontrazeptive Wirkung dadurch beeinträchtigt werden kann.

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Das kreisförmige Pflaster befindet sich zwischen der glänzenden, klaren Schutzfolie und der milchig weissen Abdeckfolie. Es ist wichtig, dass das Pflaster mit beiden Folien zusammen aus dem Beutel genommen wird.

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Das Pflaster ist nach dem Öffnen des Beutels sofort wie folgt aufzukleben:

Zuerst wird die einteilige, milchig weisse, quadratische Abdeckfolie von der Aussenseite des Pflasters abgezogen und entsorgt.

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Anschliessend wird eine Hälfte der zweiteiligen, quadratischen, glänzenden, klaren Schutzfolie von der (klebenden) Unterseite des kreisförmigen transparenten Pflasters abgezogen. (Die klebende Seite enthält die Wirkstoffe.) Die klebende Fläche des Pflasters darf dabei nicht berührt werden, damit die Haftfähigkeit nicht beeinträchtigt wird.

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Während das Pflaster an der Kante, die noch durch die zweite Hälfte der Schutzfolie bedeckt ist, gehalten wird, wird es an der Stelle, an der es getragen werden soll, auf der Haut positioniert.

Die eine Hälfte des Pflasters wird nun vorsichtig auf die Applikationsstelle geklebt und von der zweiten Hälfte die Schutzfolie entfernt.

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Mit der flachen Hand wird das Pflaster 30 Sekunden lang fest angedrückt, so dass die Ränder gut ankleben.

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Entsorgung der Lisvy Pflaster

Nach dem Gebrauch enthält das Pflaster noch immer erhebliche Wirkstoffmengen. Die im Pflaster verbliebenen aktiven Hormone können schädliche Wirkungen haben, wenn sie in den Wasserkreislauf gelangen. Die gebrauchten Pflaster sollten daher nicht in der Toilette heruntergespült oder über sonstige Abwassersysteme entsorgt werden, sondern unter Beachtung der folgenden Hinweise sachgemäss entsorgt werden.

Nach der Entfernung sollte das gebrauchte Patch mit der Klebeseite nach innen umgefaltet werden, so dass die Wirkstoffmembran nicht freiliegt.

Das Pflaster ist sicher und für Kinder und Haustiere unzugänglich zu entsorgen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Pflaster im Schutzbeutel in der Originalverpackung aufbewahren. Nicht einfrieren. Nicht über 30 °C lagern.

Zulassungsnummer

63163 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Gedeon Richter (Schweiz) AG, 6330 Cham.

Stand der Information

September 2015.

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