Temgesic Subling Tabl 0.4 Mg 10 Stk

Fachinformationen

Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe

Zusammensetzung

Wirkstoff: Buprenorphinum ut Buprenorphini hydrochloridum.

Hilfsstoffe:

Injektionslösung: Glucosum monohydricum, Acidum hydrochloricum, Aqua ad iniectabilia.

Sublingual-Tabletten: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung: 1 Ampulle/1 ml zu 0,3 mg/ml Buprenorphin.

Sublingual-Tabletten: 1 Tablette zu 0,2 mg und 0,4 mg Buprenorphin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Temgesic ist zur Behandlung mittelstarker bis starker akuter und prolongierter Schmerzen bzw. bei ungenügender Wirksamkeit nicht-opioider Analgetika und/oder schwacher Opioide indiziert.

Erwachsene: z.B. bei chronischen Schmerzen, Tumorschmerz sowie postoperativen Schmerzen. Temgesic eignet sich gut zur Behandlung von Schmerzen, die auf Herzinfarkt zurückzuführen sind.

Kinder: z.B. prä- und postoperative Anwendung zur Schmerzlinderung. Hier meist in Form der intravenösen Applikation. Postoperative Schmerzen sowie Schmerzen bei malignen Tumoren im Kindesalter meist in sublingualer Form.

Bei Kindern unter 6 Monaten besteht keine klinische Erfahrung mit Temgesic.

Dosierung/Anwendung

Injektionslösung

Erwachsene: Empfohlene Dosierung: 0,3–0,6 mg, i.m. oder langsam i.v. injiziert, alle 6–8 Std. oder nach Bedarf.

Kinder: 3–6 µg bis zu 9 µg pro kg KG i.m. oder langsam i.v. injiziert, alle 6–8 Std. oder nach Bedarf.

Tabletten

Erwachsene: Empfohlene Dosierung: 0,4 mg sublingual, alle 6–8 Std. oder nach Bedarf.

Kinder: 35-45 kg: 0,2 mg sublingual, alle 6–8 Std. oder nach Bedarf.

Dies entspricht einer durchschnittlichen Einzeldosis von 5 µg/kg Körpergewicht.

Die Sublingual-Tabletten sind nicht teilbar.

Für Kinder unter 35 kg Körpergewicht sollte daher Temgesic Injektionslösung verwendet werden.

Das Auflösen der Tabletten kann 5 bis 10 Minuten dauern; die Tabletten dürfen nicht gekaut oder geschluckt werden.

Bei Kindern unter 6 Monaten besteht keine klinische Erfahrung mit Temgesic.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Buprenorphin, erhöhter intrakranieller Druck, schwere respiratorische Insuffizienz, schwere Leberinsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Atemdepression

Vorsicht ist empfohlen bei Patienten mit Atemdepression.

Wie bei anderen potenten Opioiden kann innerhalb des empfohlenen Dosisbereichs eine klinisch signifikante Atemdepression auftreten, bei Patienten, die therapeutische Dosen von Buprenorphin erhalten. Buprenorphin sollte mit Vorsicht verabreicht werden bei Patienten mit eingeschränkter Atemfunktion (z.B. chronische obstruktive Lungenerkrankung, Asthma, Cor pulmonale, eingeschränkte Atemreserve, Hypoxie, Hyperkapnie oder vorbestehender Atemdepression). Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Buprenorphin verabreicht wird bei Patienten, welche Arzneimittel einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, die eine dämpfende Wirkung auf das Zentralnervensystem/die Atmung haben. Bei Patienten mit den oben erwähnten physischen und/oder pharmakologischen Risikofaktoren ist eine Dosisreduktion in Erwägung zu ziehen und die Patienten müssen überwacht werden.

Abhängigkeit

Da Temgesic ein Opioid-Rezeptor-Agonist ist, kann es zu Abhängigkeit führen, ähnlich derjenigen vom Morphin-Typ. Sowohl Tierstudien als auch klinische Erfahrungen haben gezeigt, dass Buprenorphin Abhängigkeit erzeugen kann, jedoch in geringerem Grad als Vollagonisten (z.B. Morphin).

Nach chronischer Anwendung ist ein plötzliches Absetzen nicht empfohlen, weil dies zu einem Absetzsyndrom führen kann, welches verzögert eintreten kann.

Die Anwendung von Temgesic wird für Patienten, die eine körperliche Abhängigkeit von Narkotika entwickelt haben, nicht empfohlen, es sei denn, Buprenorphin wird im Rahmen einer medizinischen, sozialen und psychologischen Behandlung angewendet.

Bei anfälligen Patienten kann Abhängigkeit zu Selbst-Verabreichung des Arzneimittels führen nachdem der Schmerz nicht mehr existiert. Patienten dürfen die vom Arzt verschriebene Dosis nicht überschreiten und sie sollten aufgefordert werden, ihren Arzt zu konsultieren, wenn andere verschreibungspflichtige Arzneimittel eingenommen werden oder für künftige Anwendungen verschrieben werden.

Anwendung bei opioid-abhängigen Patienten

Aufgrund der antagonistischen Eigenschaften von Buprenorphin kann dieses bei Drogensüchtigen Entzugserscheinungen auslösen wie auch bei opioid-abhängigen Patienten, die Vollagonisten wie z.B. Methadon oder Heroin erhalten.

Ebenso ist Vorsicht geboten, wenn Buprenorphin als Schmerzmittel an Personen verschrieben wird, welche als Drogenkonsumenten bekannt sind oder in der Vergangenheit opioid-abhängig waren. Bei Patienten mit Opioid-Missbrauch in der Vergangenheit sollte der jetzige Umfang der Opioid-Abhängigkeit vor der Behandlung mit analgetischen Buprenorphin Präparaten beurteilt werden.

Leberfunktionsstörungen

Die Auswirkungen einer Einschränkung der Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin wurden in einer Studie nach der Marktzulassung beurteilt. Da Buprenorphin in erheblichem Umfang metabolisiert wird, wurden bei Patienten mit mittelgradig bzw. stark eingeschränkter Leberfunktion erhöhte Plasmakonzentrationen von Buprenorphin festgestellt. Daher ist Temgesic im Falle einer Leberfunktionsstörung mit Vorsicht anzuwenden. Die Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome für eine Toxizität oder Überdosierung durch erhöhte Buprenorphinspiegel überwacht werden. Bei schwerer Leberinsuffizienz ist Temgesic kontraindiziert.

Es hat sich gezeigt, dass Buprenorphin in gleichem Mass wie andere Opioide den Druck im Gallengang erhöhen kann, weshalb es bei Patienten mit Dysfunktion der Gallenwege mit Vorsicht angewendet werden sollte.

Nierenerkrankung

Die Ausscheidung über die Niere spielt eine relativ geringe Rolle (ca. 30%) bei der Gesamtausscheidung von Buprenorphin. Deshalb ist in der Regel keine Dosisanpassung auf Grund der Nierenfunktion nötig. Die Metaboliten von Buprenorphin akkumulieren sich bei Patienten mit Niereninsuffizienz. Bei der Verabreichung an Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) ist Vorsicht geboten.

Anwendung bei ambulant behandelten Patienten

Buprenorphin kann die mentalen und physischen Fähigkeiten beeinträchtigen, die zur Ausführung potentiell gefährlicher Tätigkeiten wie das Lenken von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen notwendig sind. Patienten sollten entsprechend vorsichtig sein.

Kardiovaskuläre Wirkungen

Buprenorphin kann bei gewissen Patienten eine leichte Senkung der Pulsrate und des Blutdrucks verursachen. Wie andere Opioide kann Buprenorphin bei ambulant behandelten Patienten eine orthostatische Hypotonie verursachen.

Akute Bauchschmerzen

Wie bei anderen μ-Rezeptor-Agonisten kann die Verabreichung von Buprenorphin die Diagnose oder den klinischen Verlauf von akuten Bauchschmerzen verschleiern.

Allgemeine Warnhinweise für die Anwendung von Opioiden

Buprenorphin soll mit Vorsicht angewendet werden bei:

Älteren oder geschwächten Patienten;

Myxödem oder Hypothyreose;

Nebenniereninsuffizienz (z.B. Morbus Addison);

ZNS Depression oder Koma;

Toxischer Psychose;

Prostatahypertrophie oder Harnröhrenstenose;

Akutem Alkoholismus;

Delirium tremens.

Interaktionen

  • Benzodiazepine: Eine Anzahl von Todesfällen und Koma sind aufgetreten bei Süchtigen, die Buprenorphin und gleichzeitig Benzodiazepine missbräuchlich intravenös eingenommen haben. Es gab Berichte von respiratorischem und kardiovaskulärem Kollaps bei Patienten, die therapeutische Dosen von Diazepam und analgetische Dosen von Buprenorphin erhalten haben. Die Dosen müssen deshalb limitiert werden und diese Kombination muss insbesondere vermieden werden, wenn ein Missbrauch-Risiko besteht. Patienten dürfen Benzodiazepine nur gleichzeitig mit Temgesic einnehmen, wenn dies so verschrieben worden ist (siehe auch unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
  • Alkohol: Buprenorphin soll nicht zusammen mit alkoholhaltigen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln eingenommen werden. Alkohol erhöht die sedative Wirkung von Buprenorphin (Siehe «Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen»).
  • Andere zentral dämpfende Medikamente: Andere Opioidderivate (z.B. Methadon, Analgetika, Phenothiazine, andere Tranquilizer und sedative Hypnotika, und Antitussiva), bestimmte Antidepressiva, sedative H1-Rezeptorantagonisten, Barbiturate, Anxiolytika ausser Benzodiazepine, Neuroleptika, Clonidin und verwandten Substanzen.Diese Kombination verstärkt die dämpfende Wirkung auf das Zentralnervensystem und kann beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen gefährlich werden (vgl. auch Rubrik «Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen»).
  • Naltrexon: Der Opioid-Antagonist Naltrexon kann die pharmakologischen Wirkungen von Buprenorphin blockieren. Patienten, die mit Naltrexon behandelt werden, erhalten möglicherweise nicht die beabsichtigte analgetische Wirkung. Patienten, die eine physische Abhängigkeit von Buprenorphin entwickelt haben, können ein plötzliches Einsetzen eines Opioidentzugssymptoms erfahren.
  • Andere Opioid Analgetika: Die analgetischen Eigenschaften von Vollagonist-Opioiden können durch den partiellen Agonisten Buprenorphin kompetitiv reduziert sein. Bei gleichzeitiger Therapie von hochdosiertem Buprenorphin als partieller µ-Opioid-Agonist mit einem reinen µ-Rezeptor-Agonisten wie Methadon oder Heroin kann sich ein akutes Entzugssyndrom entwickeln.
  • CYP3A4-Inhibitoren: Da der Metabolismus von Buprenorphin durch CYP3A4 Isoenzyme vermittelt wird, kann die gleichzeitige Verabreichung von Arzneimitteln, welche die CYP3A4 Aktivität hemmen, zu einer verminderten Clearance von Buprenorphin führen. Deshalb sollen Patienten, die Buprenorphin und gleichzeitig Inhibitoren von CYP3A4 wie z.B. Gestoden, Troleandomycin (TAO), Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin), Azol-Antimykotika (z.B. Ketoconazol), oder HIV-Proteasehemmer (z.B. Ritonavir, Indinavir und Saquinavir), engmaschig überwacht werden. Vorsicht ist geboten, wenn Buprenorphin an Patienten verabreicht wird, die diese Arzneimittel erhalten; wenn nötig, ist eine Dosisanpassung in Erwägung zu ziehen.
  • CYP3A4-Induktoren: Cytochrom P450 Induktoren wie z.B. Phenobarbital, Rifampicin, Carbamazepin und Phenytoin regen den Stoffwechsel an und können eine erhöhte Clearance von Buprenorphin verursachen. Vorsicht ist geboten, wenn Buprenorphin an Patienten verabreicht wird, die diese Arzneimittel erhalten; wenn nötig, ist eine Dosisanpassung in Erwägung zu ziehen.
  • Andere: Von Halothan ist bekannt, dass es die hepatische Clearance senkt. Da die Ausscheidung über die Leber eine relativ grosse Rolle spielt (ca. 70%) bei der Gesamtausscheidung von Buprenorphin, ist möglicherweise eine tiefere Anfangsdosis und vorsichtiges Titrieren nötig wenn Buprenorphin mit Halothan verabreicht wird.

Bisher wurde keine Interaktion mit Kokain beobachtet.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Studien in Ratten und Kaninchen haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt «Präklinische Daten»).

Temgesic darf während der Schwangerschaft nur verabreicht werden, wenn der potentielle Nutzen das potentielle Risiko für den Fötus rechtfertigt.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann Buprenorphin auch nach kurzer Anwendungsdauer eine Atemdepression beim Neugeborenen hervorrufen. Eine Langzeitanwendung von Buprenorphin während der letzten drei Schwangerschaftsmonate kann zu Entzugserscheinungen beim Neugeborenen führen (z.B. Hypertonie, neonataler Tremor, neonatale Agitation, Myoklonus oder Krämpfe). Das Syndrom tritt im Allgemeinen mit einer Verzögerung von einigen Stunden bis einigen Tagen nach der Geburt auf.

Stillzeit

Buprenorphin und seine Metaboliten gehen in die Muttermilch über. Untersuchungen an Ratten haben gezeigt, dass Buprenorphin die Laktation hemmt. Ist eine Anwendung absolut notwendig, sollte abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Temgesic kann die psychischen und physischen Fähigkeiten einschränken, die für potentiell gefährliche Tätigkeiten, wie Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen, notwendig sind. Patienten sollten solange kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, bis sie sicher sind, dass Temgesic bei ihnen solche Tätigkeiten nicht beeinträchtigt. Temgesic kann zu Benommenheit führen, insbesondere wenn es mit Alkohol oder zentral wirkenden Sedativa angewendet wird.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen, die in klinische Studien berichtet worden sind, waren Sedation, Schwindel, Benommenheit und Übelkeit.

Daten aus klinischen Studien

Nachfolgend sind die Meldungen unerwünschter Wirkungen aus klinischen Studien zusammengefasst. Diese Wirkungen sind nach Systemorganklassen und ihrer Häufigkeit aufgeführt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100, selten (≥1/10'000 bis <1/1000) und sehr selten (<1/10'000).

Tabelle 1: Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien

Erkrankungen des Immunsystem

Selten

Hypersensibilität

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten

Appetitverlust

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich

Verwirrtheit, Euphorie, Nervosität, Depression, Psychose, Halluzinationen, Depersonalisation

Selten

Dysphorie/Unruhe

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Sedierung/Schläfrigkeit (ca. 60%)

Häufig

Kopfschmerzen

Gelegentlich

undeutliche Sprache, Parästhesie, Koma, Zittern

Selten

Krämpfe, ungewöhliche Koordination.

Augenerkrankungen

Häufig

Miosis

Gelegentlich

Diplopie, Sehstörungen, Konjunktivitis

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr häufig

Schwindel (Vertigo)

Gelegentlich

Tinnitus

Herzerkrankungen

Gelegentlich

Tachykardie, Bradykardie, Zyanose, Wenckebach-Block

Gefässerkrankungen

Häufig

Hypotonie

Gelegentlich

Hypertonie, Blässe

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig

Hypoventilation

Gelegentlich

Dyspnoe, Apnoe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit

Häufig

Erbrechen

Gelegentlich

Mundtrockenheit, Obstipation, Dyspepsie, Blähungen

Selten

Diarrhö

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Schwitzen

Gelegentlich

Juckreiz, Hautausschlag

Selten

Urtikaria

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich

Harnverhalten

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich

Schwäche, Müdigkeit, Unwohlsein

Post-Marketing Daten

Nachfolgend sind die nach Markteinführung am häufigsten gemeldeten unerwünschter Wirkungen aufgeführt. Die Liste beinhaltet Ereignisse, die in mindestens 1% der Berichte von Fachpersonen erwähnt worden sind und deren Zusammenhang mit der Behandlung zumindest als möglich eingestuft worden sind. Diese Wirkungen sind nach Systemorganklassen und ihrer Häufigkeit aufgeführt. Schwerwiegende Reaktionen wie anaphylaktischer Schock, Bronchospasmus und angioneurotisches Ödem sind in unbekannter Häufigkeit aufgetreten und nachfolgend ebenfalls aufgeführt.

Tabelle 2: Spontan gemeldete unerwünschte Wirkungen

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktischer Schock

Psychiatrische Erkrankungen

Verwirrtheit

Abhängigkeit

Halluzinationen

Erkrankungen des Nervensystems

Sedierung/Schläfrigkeit

Benommenheit

Kopfschmerzen

Gefässerkrankungen

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Atemdepression

Bronchospasmus

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Juckreiz

Hautausschlag

Schwitzen

Angioneurotisches Oedem

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Arzneimittel wirkungslos

Arzneimittel-Interaktion

Müdigkeit

Bei Anwendung von hochdosiertem Buprenorphin als Substitutionstherapie bei Opiatabhängigkeit wurden ferner die folgenden unerwünschten Reaktionen beobachtet: Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Ohnmacht, orthostatische Hypotonie, Atemdepression und Lebernekrose sowie Hepatitis.

Bei Patienten mit ausgeprägter Medikamenten-/Drogenabhängigkeit kann die initiale Anwendung von Buprenorphin zu Entzugserscheinungen führen, die den unter Naloxon beschriebenen Entzugserscheinungen entsprechen.

Überdosierung

Aufgrund seiner partiellen opioidagonistischen Eigenschaften zeigt Buprenorphin eine breitere Sicherheitsgrenze als volle Agonisten.

Obwohl die antagonistische Wirkung von Buprenorphin sich bei Dosen manifestieren kann, die etwas über dem therapeutischen Bereich liegen, können unter gewissen Umständen Dosen im empfohlenen therapeutischen Bereich klinisch signifikante Atemdepression verursachen (Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Symptome

Manifestationen einer akuten Überdosierung sind Schläfrigkeit, Hypotonie, Atemdepression und Tod.

Übelkeit und Erbrechen werden beobachtet.

Das Hauptsymptom, das ein Eingreifen notwendig machen kann, ist eine Atemdepression, die zu Atemstillstand und Tod führen kann. Erbricht der Patient, so muss dafür gesorgt werden, dass es nicht zu einer Aspiration des Erbrochenen kommen kann.

Behandlung

Falls versehentlich eine Überdosierung auftritt, sollten allgemeine unterstützende Massnahmen, einschliesslich einer engen Überwachung des respiratorischen und kardialen Status, erfolgen.

Eine symptomatische Behandlung der Atemdepression und intensivmedizinische Standardmassnahmen sind einzuleiten. Der Patient sollte intubiert werden und eine assistierte oder kontrollierte Beatmung muss sichergestellt werden. Da der pharmakodynamische Effekt von Buprenorphin über 24–48 Stunden anhalten kann, sollte der Patient in ein Zentrum verlegt werden, das über vollständige Reanimationseinrichtungen verfügt.

Obwohl es sich bei Buprenorphin um einen partiellen µ-Rezeptor-Agonist/κ-Rezeptor-Antagonist handelt, ist Naloxon als Antagonist wirksam.

Da Buprenorphin eine ca. 30 mal höhere Affinität zum µ-Rezeptor hat als Morphin, sind höhere Dosierungen von Naloxon (d.h. 5–10 mg i.v.) notwendig. Bis zum Eintritt der Wirkung von Naloxon kann es 30–45 Minuten dauern, der Effekt ist aber aufgrund der Eliminierungs-Halbwertszeit von ca. 70 Minuten zeitlich begrenzt. Bei der Therapie von Patienten mit einer Buprenorphin-Überdosierung sind somit hohe Naloxon-Mengen notwendig, was Versorgungsprobleme verursachen könnte. Da die meisten beobachteten Fälle einer Buprenorphin-Überdosierung häufig mit gleichzeitigem Missbrauch anderer ZNS-dämpfenden Substanzen (Benzodiazepine, Barbiturate, Alkohol, Cannabis) verbunden waren, sollten Massnahmen ergriffen werden, die zur Behandlung einer entsprechenden Überdosierung geeignet sind.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02AE01

Wirkungsmechanismus

Temgesic ist ein hochwirksames auf das ZNS wirkendes Analgetikum zur Behandlung mittelstarker bis starker akuter und prolongierter Schmerzen bzw. bei ungenügender Wirksamkeit nicht-opioider Analgetika und/oder schwacher Opioide.

Buprenorphin ist ein partieller Opioid-Agonist mit Affinität zu den µ-Rezeptoren des Gehirns und hat antagonistische Wirkungen auf die κ-Rezeptoren.

Der Wirkungseintritt nach i.m. Injektion erfolgt nach ca. 15–30 Minuten; nach i.v. Injektion tritt die Wirkung schneller ein.

Bei sublingualer Applikation erfolgt der Wirkungseintritt etwas langsamer als bei parenteraler (i.m. oder i.v.) Verabreichung.

Sowohl präklinische als auch klinische Untersuchungen haben für die Applikation beim Menschen einen breiten Sicherheitsbereich aufgezeigt.

Buprenorphin ist eine agonistisch-/antagonistische opiatartige Substanz mit geringerem Suchtpotential als reine Opiat-Agonisten. Verminderte Wirksamkeit aufgrund von Gewöhnung bei längerer Behandlung ist nicht beobachtet worden.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach intramuskulärer Verabreichung wird Buprenorphin gut resorbiert, wobei die Bioverfügbarkeit mit derjenigen nach intravenöser Verabreichung vergleichbar ist. Die Plasmawerte sinken 24 Stunden nach der Verabreichung rasch ab.

Sublingual verabreicht wird Buprenorphin durch die Mundschleimhaut langsam absorbiert. Der Durchtritt des Wirkstoffes ins Blutplasma erfolgt langsam (Halbwertszeit 1,3 Std.) und erreicht die höchsten Werte innerhalb von 2–4 Stunden. Bei dieser Darreichungsform hat sich eine orale Wirksamkeit von annähernd 55% gezeigt.

Distribution

Bei Buprenorphin besteht eine starke Plasmaproteinbindung (96%).

Metabolismus

Bei der Leberpassage wird Buprenorphin substantiell zu einem Glukuronidkonjugat metabolisiert, das einen enterohepatischen Zyklus durchläuft.

Elimination

Das Präparat wird hauptsächlich mit den Faeces ausgeschieden, besonders als freies Buprenorphin. Letzteres stammt vom hydrolysierten Konjugat und enthält kleine Mengen des N-desalkylierten Metaboliten. Geringe Mengen dieser Verbindung werden mit dem Urin in Form von Glukuronidkonjugaten ausgeschieden.

Die Ausscheidung des Wirkstoffes nach oraler Einnahme aus dem Plasma erfolgt mit einer Halbwertszeit von 5 Stunden.

Liquorgängigkeit

Buprenorphin durchdringt die Blut-Hirn-Schranke und ist in allen Gehirnabschnitten nachweisbar. Die Konzentration ist in der Hypophyse am höchsten, im Kleinhirn und Rückenmark niedriger.

Plazentagängigkeit

Untersuchungen bei trächtigen Ratten zeigen, dass Buprenorphin die Plazentaschranke passiert. Die Buprenorphingewebespiegel des Feten entsprechen zu Beginn der Schwangerschaft den mütterlichen Plasmaspiegeln. Mit fortschreitender Schwangerschaft ist Buprenorphin teilweise im Gastrointestinaltrakt des Feten nachweisbar.

Erst kurz vor der Geburt kann Buprenorphin von der fetalen Leber abgebaut werden und wird dann in Form von Konjugaten im fetalen Magen-Darm-Trakt angetroffen.

Präklinische Daten

Reproduktionstoxikologie

Bei trächtigen Ratten und Kaninchen erzeugten Dosen von 0,05 mg/kg oder 0,5 mg/kg täglich keine ungünstigen Befunde. Die Erhöhung der täglichen Dosis auf 5 mg/kg verursachte bei beiden Spezies einen erhöhten Präimplantationsverlust und eine verringerte Gewichtszunahme der Jungen während der ersten drei Lebenstage.

In einer peri- und postnatalen Studie bekamen Ratten täglich 0,05, 0,5 oder 5,0 mg/kg Buprenorphin intramuskulär verabreicht. Es wurde ein dosisabhängiger Rückgang der Überlebensrate der Jungen beobachtet (Kontrollen 88%, niedrige Dosis 74%, mittlere Dosis 71% und höchste Dosis 37%). Bei den mit der niedrigen Dosis behandelten Tieren traten keine unerwünschten Wirkungen auf. Bei der höchsten Dosis, die etwa das 100fache der therapeutischen Dosis betrug, war die Wurfdauer verlängert und die Gewichtszunahme der Mütter nach der Geburt geringer als üblich.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Buprenorphin wurde in vivo und in vitro ausreichend bezüglich mutagener Wirkungen geprüft. Die durchgeführten Tests ergaben keinen relevanten Hinweis auf eine mutagene Wirkung.

Langzeituntersuchungen an Ratte und Maus ergaben keine für den Menschen relevanten Hinweise auf ein kanzerogenes Potential.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Der Inhalt der Temgesic Ampulle kann zu 5%iger Glukoselösung oder isotonischer Natriumchloridlösung gegeben werden. Die Kompatibilität von Temgesic Injektionslösung mit anderen Lösungen ist nicht gewährleistet. Nur klare Lösungen verwenden.

Haltbarkeit

Nach Anbruch der Ampulle ist die verbleibende Restlösung zu verwerfen.

Besondere Lagerungshinweise

Temgesic Injektionslösung nicht über 30 °C lagern. Siehe Haltbarkeitsdatum auf der Packung.

Die Ampullen in der Originalpackung vor Licht geschützt aufbewahren.

Temgesic Sublingual-Tabletten nicht über 30 °C lagern. Siehe Haltbarkeitsdatum auf der Packung.

Zulassungsnummer

41931, 44100 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Indivior Schweiz AG, 6340 Baar.

Herstellerin

Reckitt Benckiser Healthcare (UK) Ltd.

Stand der Information

September 2016.

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