Pethidin Hcl Amino 100 Mg/2ml 10 Amp 2 Ml

Fachinformationen

Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe

Zusammensetzung

Wirkstoff: Pethidini hydrochloridum.

Hilfsstoff: Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung; 50 mg/ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Starke Schmerzen verschiedener Genese wie postoperative Schmerzen, Tumorschmerzen, therapieresistente Schmerzzustände des Bewegungsapparates/Nervenschmerzen, Koliken der abführenden Gallenwege und des Urogenitalsystems, Gefässspasmen. In der Gynäkologie zur Erleichterung und Beschleunigung der Geburt bei Rigidität und Spasmen des Muttermundes, Krampfwehen und Durchtrittsschmerzen.

Dosierung/Anwendung

I.m. und s.c. Injektion: 25–100 mg (½–2 ml).

Wiederholungsgaben sind individuell anzupassen. Im Allgemeinen werden nach 3–4 Stunden 25–100 mg injiziert.

Bei akuten Koliken oder Schmerzzuständen 25–50 mg (½–1 ml) langsam (1–2 Minuten) i.v., evtl. in 10 ml 10%iger Glucose- oder physiologischer NaCl-Lösung. Bei schwächlichen Patienten, bei denen i.v. Applikation wegen der Schwere der Schmerzen unbedingt erforderlich ist, injiziert man am besten 1 ml Pethidin mit Glucose- oder physiologischer NaCl-Lösung verdünnt i.v. und 1 ml i.m.

Maximale Tagesdosis: 500 mg.

Da entsprechende Studien bei Kindern fehlen, soll Pethidin nur bei Erwachsenen angewendet werden.

Kontraindikationen

Pethidin HCl Injektionslösung ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegenüber Pethidin sowie bei Patienten, welche mit MAO-Hemmern behandelt werden.

Kontraindikationen bestehen während der Stillphase und bei Säuglingen, bei Krankheiten (wie Asthma, Cor pulmonale), bei denen eine dosisabhängige Dämpfung des Atemzentrums vermieden werden muss, bei erhöhtem intrakranialem Druck, bei schweren Leberstörungen, bei Pankreatitis.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Pethidin kann nach längerer Anwendung zu psychischer und physischer Abhängigkeit führen (Entzugssyndrom beachten)! Vorsicht bei supraventrikulärer Tachykardie, Krampfneigung, Leber- und Nierenfunktionsstörungen.

Interaktionen

Pethidin darf nicht bei gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern verabreicht werden. Dies gilt besonders auch für neuere MAO-Hemmer wie das Parkinson-Mittel Selegilin; auch bei gleichzeitiger Behandlung mit neueren, als Antidepressiva eingesetzten MAO-Hemmern soll Pethidin nicht verwendet werden.

Die sedierende und atemdepressive Wirkung des Pethidins wird durch zentraldämpfende Pharmaka wie Sedativa-Hypnotika, Psychopharmaka (Phenothiazine, Reserpin, trizyklische Antidepressiva) sowie durch Alkohol verstärkt. β-Blocker können die zentralen Effekte von Pethidin potenzieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten:

Obwohl Pethidin sehr rasch im Blut der Nabelschnur nachzuweisen ist, sind bislang bei therapeutischer Anwendung in der Schwangerschaft über keine nachteiligen Wirkungen auf die Föten berichtet worden. Wird das Medikament jedoch vor bzw. während der Geburt gegeben, kann es zu Atmungsdepression beim Neugeborenen führen. Wie bei allen Narcotica kann auch bei der Verabreichung von Pethidin über längere Zeit und insbesondere in höheren Dosen bei Schwangeren, wie auch bei Föten eine Abhängigkeitsentwicklung mit möglichen Entzugserscheinungen auftreten.

Stillzeit

Da Pethidin in die Muttermilch übergeht, soll es bei stillenden Frauen nicht verwendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Reaktionsfähigkeit kann beeinträchtigt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Die vor allem nach i.v.-Injektionen auftretenden Nebenwirkungen vorwiegend vagotroper Art können durch kleine Gaben von Atropin rasch beseitigt werden.

Zentralnervensystem

Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Sedation, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit.

Magen-Darm-Trakt

Gelegentlich: Obstipation.

Herz-Kreislaufsystem

Häufig: Vasodilatation, leichte Hypotonie mit Neigung zu orthostatischen Beschwerden.

Gelegentlich: Bradykardie, Venenentzündungen (nach i.v.-Injektion), Herzklopfen, Tachykardie.

Atemzentrum

Dosisabhängige Atemdepression.

Allergische Reaktionen

Selten: Allergische Hauterscheinungen (Exanthem).

Uro-Genitalsystem

Harnretention.

Überdosierung

Bei Überdosierung treten folgende Symptome auf:

Schwindel, rauschähnliche Zustände, Mundtrockenheit, Mydriasis, Muskelzittern, Krampfanfälle, Kreislaufkollaps mit Cyanose, Koma mit Atemdepression. Antidot sind Morphinantagonisten wie Levallorphan, Nalorphin oder Naloxon.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02AB02

Pethidin gehört zur Gruppe der stark wirksamen Analgetika vom Opiat-Typ und ist etwa 5–10 mal schwächer wirksam als Morphin. Pethidin bindet sich selektiv an opioid-spezifische Rezeptoren im Gehirn und reguliert die Schmerzleitung und Schmerzempfindung durch Stimulation des endogenen schmerzhemmenden Systems. Zentrale Wirkungen sind ferner Euphorie, Sedierung, Atemdepression, Erbrechen sowie Antidiurese. Pethidin besitzt neben analgetischen noch papaverin-ähnliche und parasympatholytische Wirkungen. So werden die peripheren Gefässe erweitert.

Pharmakokinetik

Pethidin wird zu 40% an Plasmaproteine gebunden. Pethidin durchdringt auch die Plazentaschranke. Die Metabolisierung erfolgt in der Leber. Nur 5% der Substanz wird unverändert durch den Harn ausgeschieden. Die Halbwertszeit liegt bei 3,5 Stunden. Die Elimination ist bei saurem Harn erhöht.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Leberzirrhose kann die Halbwertszeit verlängert werden, bei Niereninsuffizienz kommt es zu Akkumulation insbesondere des Metaboliten Norpethidin. Dies kann zu Symptomen der Überdosierung führen.

Präklinische Daten

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen zum Nachweis von Genmutationen liegen nicht vor. In-vivo-Untersuchungen ergaben deutliche Hinweise auf chromosomenbrechende Eigenschaften von Pethidin. Daher besteht der Verdacht auf einer mutagenen Wirkung beim Menschen.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Information

Das Medikament unterliegt dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe.

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern, vor Licht schützen.

Zulassungsnummer

13369 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Amino AG, Gebenstorf.

Stand der Information

April 2006.

Verwendung dieser Informationen

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