Vitarubin Depot Inj Loes 1000 Mcg/ml 10 Amp 1 Ml

Vitarubin Depot Inj Loes 1000 Mcg/ml 10 Amp 1 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Hydroxocobalamini acetas.

Hilfsstoffe: Natrii chloridum; Natrii acetas; Natrii edetas; Conserv.: E 218 1 mg, Aqua ad solutionem iniect.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Ampulle zu 1 ml enthält: Hydroxocobalamini acetas 1,0 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Vitamin-B12-Mangelzustände verschiedener Ätiologie:

Anaemia perniciosa mit oder ohne neurologische Begleiterscheinungen, makrozytäre Ernährungsanämie auf Grund von Vitamin-B12-Mangel, Macrozytenanämie nach Magenresektion, tropische und nicht-tropische Sprue.

Bei nutritivem Vitamin-B12-Mangel müssen ein Folsäuremangel, bei Magenresektion ein Folsäure- und Eisenmangel gesucht und entsprechend behandelt werden. Vor Therapiebeginn muss die Diagnose gesichert sein.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Die Injektion erfolgt intramuskulär. Eine langsame intravenöse Injektion wäre zwar möglich, wird aber nicht empfohlen.

In akuten Fällen 2-3-mal wöchentlich 1000 µg.

Für die Dauertherapie zur Behandlung der Perniziosa genügen 1000 µg alle 2-3 Monate. Die Therapie muss bei echter Perniziosa unbeschränkt fortgesetzt werden. Bei den anderen Vitamin-B12-Mangelzuständen ist die Therapie bis zur Elimination der Ursache und Auffüllung der Vitamin-B12-Depots weiterzuführen.

Das Ansprechen der Therapie ist zu überwachen. Bei ungenügendem Ansprechen kann ein latenter Folsäure- oder Eisenmangel vorliegen.

Bei mehr als 2 Jahre bestehenden Gangstörungen sind die neurologischen Symptome nicht immer voll reversibel.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung und Sicherheit von Vitarubin Depot ist bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht geprüft worden.

Kontraindikationen

Bekannte Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe, Leber'sche Optikusatrophie.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit Prädisposition zu Thrombosen besteht auf Grund der vorübergehend überschiessenden Thrombozytenproduktion die Gefahr thromboembolischer Komplikationen.

Aufgrund der durch Hydroxocobalamin gesteigerten Erythropoese nimmt auch der Kaliumbedarf der Erythrocyten erheblich zu, weshalb eine regelmässige Kontrolle des Serumkaliums angezeigt ist.

Bei Patienten mit Psoriasis kann es zu Verschlimmerung der Psoriasissymptome kommen. Bei Patienten mit Kontaktekzemen kann es zu Effloreszenzen an Händen und Füssen kommen.

Interaktionen

Durch gleichzeitige Gabe von Chloramphenicol kann der therapeutische Effekt vermindert werden (Hemmung der Erythrozyten-Reifung).

Die gleichzeitige Gabe von Methotrexat, Pyrimethamin und der meisten Antiinfektiva führt zu fehlerhaften Werten bei der diagnostischen mikrobiologischen Bestimmung der Vitamin-B12-Blutspiegel.

Schwangerschaft/Stillzeit

Für parenteral verabreichtes Vitamin B12 sind kontrollierte Studien weder mit Dosen, wie sie mit Vitarubin Depot verabreicht werden, weder bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Obschon bis heute keine ernsthaften nachteiligen Folgen bekannt sind, soll das Arzneimittel in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Der Einfluss des Präparates auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, wurde nicht speziell untersucht. Ein diesbezüglicher negativer Einfluss ist jedoch eher unwahrscheinlich. Allfällige neurologische Störungen aufgrund der Grundkrankheit sind zu berücksichtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Vorübergehender Mangel an Eisen, Folsäure sowie Hypokaliämie (durch rasch gesteigerte Erythropoese).

Immunsystem

Selten: Allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock).

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Vorübergehend akneartige Hautveränderungen. Urtikaria.

Überdosierung

Es sind keine Überdosierungserscheinungen bzw. toxische Wirkungen bekannt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B03BA03

Wirkungsmechanismus

Vitamin B12 ist in allen Geweben an lebenswichtigen, enzymatischen Reaktionen beteiligt. Der Tagesbedarf des Menschen beträgt etwa 1-2 µg. Der Gesamtbestand im Körper beläuft sich auf etwa 2-5 mg, wovon ca. 1 mg in der Leber gespeichert ist. Der Serumspiegel beträgt 0,01-0,04 µg/100 ml.

Vitarubin Depot, Hydroxocobalaminacetat, stellt eine physiologische Depotform des Vitamin B12 dar. Dieser Depoteffekt ist nicht durch eine erschwerte Löslichkeit am Injektionsort und einen dadurch verzögerten Übergang in den Blutkreislauf bedingt, sondern beruht auf einer durch den elektropositiven Charakter des Hydroxocobalamins bedingten, stärkeren Bindung an die Serum- und Gewebsproteine. Dadurch erreicht man mit Vitarubin Depot eine etwa 3-4-mal so grosse intervitale Retention wie mit Cyanocobalamin. Nach einer Behandlung von mehr als 1 Monat sind keine wesentlichen Unterschiede im Resorptions- und Retentionsverhalten zwischen Hydroxocobalamin und Cyanocobalamin feststellbar.

Da Cobalamine vom Menschen nicht selbst neu synthetisiert werden können, treten Mangelerscheinungen meist infolge von Absorptionsstörungen oder streng vegetarischer Ernährung auf. Der Ausfall des für die Absorption unerlässlichen Intrinsicfactors im Magen (z.B. bei Magenschleimhautatrophie, teilweiser oder vollständiger Gastrektomie) sowie schwere gastrointestinale Absorptionsstörungen (Malabsorptionssyndrom) führen zu Vitamin-B12-Mangelzuständen. Ein Vitamin-B12-Mangel kann sich wegen der Speicherung in der Leber und wegen des geringen täglichen Bedarfs erst nach längerer Zeit, unter Umständen erst nach 2-5 Jahren, manifestieren.

Zeichen eines Mangels sind: Störungen des hämatopoetischen Systems (megaloblastäre Anämie mit verminderter Erythrocytenzahl) sowie Störungen im Nervensystem (bei der Bildung der Myelinscheide).

Pharmakokinetik

Absorption

Hydroxocobalamin wird nach i.m.-Injektion vollständig, aber langsamer als Cyanocobalamin resorbiert.

Die maximale Plasmakonzentration wird nach 24 Stunden erreicht.

Distribution

Im Plasma ist Hydroxocobalamin an spezifische Proteine gebunden. Das Transcobalamin, eine Substanz aus der Reihe der Plasma-Beta-Globuline, dient dem Transport von Hydroxocobalamin zu den Reticulozyten und anderen Zellen. Das im Körper enthaltene Vitamin B12 ist in Depots gespeichert, von denen die Leber das wichtigste ist. Der durch den täglichen Bedarf verbrauchte Vitamin-B12-Anteil ist sehr gering und liegt bei etwa 1 µg, die Turnover-Rate bei 2,5 µg. Die Plasmahalbwertszeit von Hydroxocobalamin beträgt 5 Tage, für die in der Leber gespeicherte Menge länger als 1 Jahr.

Dabei werden 2,55 µg Vitamin B12 pro Tag oder 0,051% der Gesamtbestände des Körpers umgesetzt.

Die Blutplasma-Spiegel geben über die Höhe des Vitamin-B12-Depots im Körper Auskunft. Wird einem gesunden Organismus jegliche Vitamin-B12-Zufuhr entzogen, braucht es einen Zeitraum von 3–5 Jahren, bis kritische Werte erreicht werden, die einen Vitaminmangelzustand anzeigen.

Vitamin B12 passiert die Placenta-Schranke.

Metabolismus

Das Hydroxocobalamin wird zu Methyl- und 5-Desoxyadenosylcobalamin biotransformiert. In dieser Form wird es im Körper gespeichert.

Elimination

Vitamin B12 wird überwiegend über die Galle ausgeschieden und bis auf 1 µg wieder über den enterohepatischen Kreislauf rückresorbiert.

Der ungebunden im Serum vorliegende Teil einer Dosis wird renal eliminiert.

50 bis 90% einer intramuskulären oder intravenösen verabreichten Gabe von 0,1 bis 1 mg Cyanocobalamin werden innerhalb von 48 Stunden mit dem Urin ausgeschieden, wobei nach intravenöser Gabe die Elimination über den Urin sogar noch schneller verläuft.

Nach Applikation von Hydroxocobalamin werden dagegen länger anhaltende Serumspiegel beobachtet, wobei innerhalb von 72 Stunden lediglich 16 bis 66% der Dosis im Urin erscheinen, mit einem Maximum nach 24 Stunden.

Dieser Effekt soll jedoch bei einer Langzeitbehandlung spätestens nach einem Monat verlorengehen, so dass zwischen Hydroxocobalamin und Cyanocobalamin keine wesentlichen Unterschiede im Resorptions- und Retentionsverhalten bestehen.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Anwendung von Vitarubin Depot relevanten präklinischen Daten bekannt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Das Präparat sollte nicht mit anderen Injektionslösungen gemischt werden, da Inkompatibilitäten nicht ausgeschlossen werden können.

Stärker saure oder alkalische Substanzen, Oxidations- und Reduktionsmittel (z.B. Ascorbinsäure, Eisen(II)-Salze, Kupfer, Mangan, Thiamin, Riboflavin, Vanillin, Nicotinsäureamid usw.), sind mit Vitarubin Depot inkompatibel.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C), vor Licht geschützt und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise zur Handhabung

Nach dem Öffnen der Ampulle ist die Lösung sofort zu verwenden, Reste sind zu verwerfen. Die Ampullen sind für den Einmalgebrauch bestimmt.

Zulassungsnummer

33584 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Streuli Pharma AG, 8730 Uznach.

Stand der Information

Mai 2008.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.