Viskaldix Tabl 100 Stk

Viskaldix Tabl 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Clopamidum et Pindololum.

Hilfsstoffe: Lactosum, Excip. pro compr.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Viskaldix: Eine Tablette enthält 5mg Clopamidum und 10mg Pindoldum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Behandlung von Hypertonie.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Die übliche Dosierung für Viskaldix beträgt eine Tablette/Tag. Falls nach 2-4 Wochen keine ausreichende Blutdrucksenkung erreicht wurde, kann eine Erhöhung der Dosis bis zu maximal zwei Tabletten/Tag erwogen werden. Diese sollten auf zwei Dosen verteilt werden (eine Tablette nach dem Frühstück, eine Tablette nach dem Mittagessen).

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Nieren-/Leberinsuffizienz

Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nieren- bzw. Leberinsuffizienz können normalerweise mit den üblichen Dosen behandelt werden. Bei Patienten mit schwerer Nieren- bzw. Leberinsuffizienz ist die Einnahme von Viskaldix kontraindiziert.

Kinder

Da die Wirksamkeit und Sicherheit von Viskaldix in Kindern bisher nicht untersucht wurde, ist Viskaldix ungeeignet für die Anwendung in Kindern.

Ältere Personen

Die Behandlung älterer Patienten mit Viskaldix sollte mit Vorsicht und unter sorgfältiger Kontrolle hinsichtlich unerwünschter Wirkungen erfolgen. Altersbedingte Faktoren (z.B. Niereninsuffizienz, Mangelernährung) können die notwendige Dosierung oder Verträglichkeit beeinflussen.

Verabreichungsart

Die Dragées sollen nach einer Mahlzeit eingenommen werden.

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber Clopamid, Sulphonamiden oder deren Derivate, gegenüber Pinolol, anderen Betablockern oder einem der Inhaltsstoffe
  • Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Bronchospasmus in der Anamnese
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Cor pulmonale
  • Bradykardie (normalerweise <45-50 bpm)
  • Sick Sinus-Symdrom
  • atrioventrikulärer Block 2. oder 3. Grades
  • Prinzmetal-Angina (vasospastische Angina)
  • Kardiogener Schock
  • Schwere Niereninsuffizienz
  • Schwere Leberinsuffizienz
  • Spätstadien von Durchblutungsstörungen der Gliedmassen
  • Hypotonie einschliesslich hypotoner Kollapszustände
  • Schwere oder therapieresistente Hypokaliämie
  • Unbehandeltes Phäochromozytom
  • Schwangerschaft und Stillzeit (s. «Schwangerschaft/Stillzeit»).
  • Hyperkalzämie
  • Gicht
  • Stark eingeschränkte Harnproduktion (Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min oder Serum-Kreatinin über 1.8 mg/100 ml) und akute Glomerulonephritis
  • Morbus Addison
  • Azidose
  • Hyponatriämie

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anaphylaktische Reaktionen

Anaphylaktische Reaktionen, die durch andere Arzneimittel ausgelöst werden, können bei Patienten unter einer Therapie mit Betablockern (insbesondere nicht-selektiven Betablockern) besonders schwer verlaufen; sie sprechen unter Umständen auf die üblichen Dosen von Adrenalin nicht an. Bei Patienten, die ein erhöhtes Risiko für anaphylaktische Reaktionen aufweisen, sollte eine Therapie mit Betablockern wenn immer möglich vermieden werden. Überempfindlichkeitsreaktionen auf andere Arzneimittel aus der Thiazidklasse (z.B. Hydrochlorothiazid) treten bei Patienten mit Allergien und Asthma häufiger auf.

Kardiovaskuläres System

Anders als bei Betablockern ohne intrinsisch-sympathomimetische Aktivität (ISA), ist nach abrupter Beendigung einer Pindolol-Langzeitbehandlung eine Betaadrenoceptor-Stimulation und folglich eine wiederkehrende Hypertonie, weniger wahrscheinlich.

Falls eine Unterbrechung der Behandlung als notwendig betrachtet wird, ist eine schrittweise Reduktion der Viskaldix-Dosis ratsam.

Patienten mit beginnender oder manifester Herzinsuffizienz müssen vor der Behandlung mit Pindolol adäquat kompensiert werden. Viskaldix ist für die Behandlung einer Herzinsuffizienz ungeeignet.

Ältere Patienten

Ältere Patienten sollten mit Vorsicht behandelt werden. Ein übermässiger Abfall des Blutdrucks oder der Herzfrequenz kann die Blutversorgung lebenswichtiger Organe auf ein ungenügendes Niveau reduzieren.

Patienten mit Diabetes mellitus

Patienten mit Diabetes, insbesondere mit insulinabhängigem Diabetes, sollten gewarnt werden, dass Beta-Blocker bestimmte Zeichen und Symptome einer Hypoglykämie (z.B. Palpitationen, Tachykardie und Tremor) maskieren können, wohingegen das Schwitzen nicht gehemmt wird. Die gleichzeitige Anwendung von Beta-Blockern und Antidiabetika sollte stets überwacht werden, um die Aufrechterhaltung einer guten Diabeteskontrolle zu gewährleisten (s. «Interaktionen»).

Co-Medikation mit Kalziumkanalblockern

Aufgrund des Asystolierisikos dürfen Patienten, die mit Betablockern behandelt werden, keine Verapamil- oder Diltiazem-artigen Kalziumkanalblocker erhalten.

Anästhesie

Muss bei einem Patienten, der mit einem Beta-Blocker behandelt wird, eine Allgemeinnarkose durchgeführt werden, so ist eine sorgfältige Überwachung der Herz- und Kreislauffunktionen erforderlich. Wird die Therapie vor einer Allgemeinnarkose unterbrochen, sollte die Viskaldix-Dosis schrittweise reduziert werden.

Periphere Gefässerkrankungen

Unter der Therapie mit Beta-Blockern können sich die Symptome einer vorbestehenden peripheren Gefässerkrankung oft verschlimmern. Dank der sympathomimetischen Eigenwirkung von Pindolol (über vaskuläre Beta2-Rezeptoren vermittelte Vasodilatation) kommt es allerdings unter Viskaldix nur selten zu peripheren Durchblutungsstörungen (kalte Extremitäten).

Psoriasis

Da es unter Betablockern zur Verschlimmerung einer Psoriasis kommen kann, sollte Viskaldix bei Patienten mit einer Psoriasis in der Vorgeschichte nur nach sorgfältiger Abwägung der Nutzen und Risiken zur Anwendung kommen.

Hyperthyreose

Betablocker können klinische Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion (wie z.B. Tachykardie) maskieren. Die Schilddrüsenfunktion der Patienten sollte daher sorgfältig überwacht werden.

Phäochromozytom

Bei Phäochromozytom-Patienten sollte zu Beginn der Behandlung ein Alphablocker verabreicht werden und erst danach ein Betablocker.

Okulomukokutanes Syndrom

Die Entwicklung eines ausgeprägten, unter der Behandlung mit Practolol beschriebenen okulomukokutanen Syndroms wurde unter der Behandlung mit Pindolol nicht beschrieben. Einige Merkmale dieses Syndroms, wie trockene Augen und Hautausschlag, wurden jedoch beobachtet. In den meisten Fällen kam es nach Abbruch der Behandlung zu einer Rückbildung der Symptome. Bei Auftreten dieser Symptome sollten ein Abbruch der Gabe von Pindolol und der Wechsel auf ein anderes Arzneimittel erwogen werden.

Elektrolyte

Thiazid-Diuretika können eine Hypokaliämie verursachen oder eine vorbestehende Hypokaliämie verschlimmmern. Bei Erkrankungen, welche mit erhöhtem Kaliumverlust einhergehen, sollten Thiazide nur mit Vorsicht und unter regelmässiger Kontrolle des Serumkaliums gegeben werden.

Vor Beginn einer Behandlung mit Thiaziden wird die Korrektur einer Hypokaliämie empfohlen. Ein gleichzeitig bestehender Magnesiummangel kann die Korrektur einer Hypokaliämie erschweren. Die Kalium- und Magnesiumkonzentrationen sollten regelmässig kontrolliert werden. Alle Patienten, die Thiazid-Diuretika erhalten, sollten hinsichtlich Imbalancen der Elektrolyte überwacht werden.

Thiazid-Diuretika können das Auftreten einer Hyponatriämie auslösen oder eine vorbestehende Hyponatriämie verschlimmern. Diese kann mit neurologischen Symptomen (Erbrechen, Verwirrtheit, Apathie) einhergehen. Thiazid-Diuretika sollten nur nach Korrektur einer vorbestehenden Hyponatriämie begonnen werden. Eine regelmässige Überwachung der Natriumkonzentrationen im Serum wird empfohlen.

Thiazid-Diuretika verringern die Kalziumausscheidung im Urin und können eine Erhöhung des Serumkalziums verursachen. Thiazid-Diuretika sollten nur nach Korrektur einer vorbestehenden Hyperkalzämie bzw. nach Behandlung der dafür verantwortlichen Erkrankung begonnen werden. Eine regelmässige Überwachung der Kalziumkonzentrationen im Serum wird empfohlen.

Metabolische Effekte

Thiazid-Diuretika können die Glukosetoleranz stören und eine diabetische Stoffwechsellage verschlechtern, vor allem bei Langzeitbehandlung, hoher Dosierung und zusätzlichen Risikofaktoren (Adipositas, bestehender Diabetes mellitus).

Thiazid-Diuretika können auf Grund einer verminderten Harnsäure-Clearance die Serumkonzentration von Harnsäure erhöhen und Hyperurikämie verursachen bzw. verschlimmern sowie bei disponierten Patienten Gichtschübe auslösen.

Volumenmangel

Bei Patienten mit Volumenmangel kann nach Beginn der Behandlung mit einem Diuretikum, beispielsweise Clopamid, eine symptomatische Hypotonie auftreten. Ein bestehender Volumenmangel soll vor Beginn der Behandlung ausgeglichen werden.

Laktose

Viskaldix enthält Laktose.

Patienten mit seltenen erblich bedingten Problemen einer Galaktoseunverträglichkeit, einem Lapp-Laktasemangel oder einer Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Sonstiges

Substanzen, die eine Erhöhung der Plasmareninaktivität bewirken, beispielsweise Diuretika, können die antihypertensive Wirkung von ACE-Hemmern, Angiotensin II-Rezeptor Blockern oder Direkten Renin-Inhibitoren verstärken. Die Kombination dieser Substanzen sollte mit besonderer Vorsicht erfolgen. Insbesondere sollte ein Volumenmangel vorgängig behoben sein.

Interaktionen

Pindolol

  • Barbiturate können zu einer erniedrigten Plasmakonzentration von Pindolol führen.
  • Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer: Die Kombination mit Beta-Blockern ist nicht zu empfehlen. Theoretisch kann bis zu 14 Tagen nach dem Absetzen des MAO-Hemmers eine klinisch signifikante Hypertonie auftreten.
  • Antidiabetika: Betablocker können die normale hämodynamische Antwort auf eine Hypoglykämie beeinflussen und zu einem Blutdruckanstieg in Verbindung mit ausgeprägter Bradykardie führen. Betablocker, insbesondere solche ohne Beta1-Selektivität, können die Normalisierung des Blutzuckers nach Behandlung einer Hypoglykämie verzögern. Betablocker sollten bei Patienten mit unzureichend kontrolliertem Diabetes mellitus mit Neigung zu hypoglykämischen Episoden vermieden werden. (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
  • Kalziumkanalblocker: Die gleichzeitige Anwendung von oral verabreichten Beta-Blockern und Kalzium-Antagonisten vom Dihydropyridin-Typ hat sich bei der Behandlung von Hypertonie oder Angina Pectoris als nützlich erwiesen. Der Kalzium-Antagonist darf jedoch wegen einer möglichen Beeinflussung der Herzkontraktilität und der Reizleitung nicht i.v. verabreicht werden. Aus dem gleichen Grund ist bei gleichzeitiger oraler Gabe eine sorgfältige Überwachung des Patienten erforderlich.
  • Die Verabreichung von Beta-Blockern zusammen mit Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ sollte vermieden werden.
  • Die Möglichkeit einer schweren Hypotonie und akuter kardialer Dekompensation nach gleichzeitiger Anwendung von Pindolol und Dihydropyridin-Derivaten wie Nifedipin bei Patienten mit latenter Herzinsuffizienz kann nicht ausgeschlossen werden.
  • Antiadrenergika: Die antihypertensive Wirkung von Alphablockern wie Doxazosin oder Urapidil und Antisympathotonika wie Guanethidin, Reserpin, Alpha-Methyldopa oder Clonidin kann durch Beta-Blocker verstärkt werden. Betablocker können die orthostatische Dysregulation, die bei einer Erstdosis von Alphablockern auftreten kann, verstärken.
  • Wenn die Therapie bei Patienten, die gleichzeitig einen Betablocker und Clonidin erhalten haben, beendet wird, sollte der Betablocker schrittweise ausgeschlichen werden, ehe dann einige Tage danach die Therapie mit Clonidin beendet wird; auf diese Weise kann das Risiko einer hypertensiven Krise infolge Clonidin-Entzugs vermindert werden.
  • NSAR: Die antihypertensive Wirkung von Viskaldix kann in Kombination mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) inklusive COX-2 Hemmern vermindert werden. Dieser Effekt wird möglicherweise über eine Hemmung der renalen Prostaglandinsynthese sowie eine durch NSAR ausgelöste Natrium- und Wasserretention vermittelt.
  • Phenothiazine: Die gleichzeitige Verwendung mit Betablockern kann zu einer erhöhten Plasmakonzentration beider Arzneimittel führen.
  • Sympathomimetika: Die gleichzeitige Verabreichung von Sympathomimetika wie Adrenalin, Noradrenalin, Isoprenalin, oder Ephedrin mit einem nicht-selektiven Betablocker kann die Blutdrucksteigerung durch antagonistische Effekte verstärken.
  • Anästhetika: Betablocker und gewisse Anästhetika können eine additive kardiodepressorische Wirkung aufweisen. Die Weiterführung einer vorbestehenden Therapie mit Betablockern während einer Anästhesie reduziert jedoch das Risiko für kardiale Arrhythmien und eine Hypertonie (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Anästhetika, die kardiodepressorisch wirken (wie Cyclopropan und Trichlorethylen), sollten vermieden werden.
  • Antiarrhythmika: Die gleichzeitige Anwendung von Betablockern mit Antiarrhythmika der Klasse I (wie z.B. Disopyramid, Tocainid, Flecainid) oder Klasse III (z.B. Amiodaron) kann eine potenzierende Wirkung auf die atriale Überleitungszeit haben sowie negative inotrope Effekte aufweisen. Auch wenn dieser Effekt für Pindolol gering ist, kann die Möglichkeit einer Interaktion mit Antiarrhythmika nicht ausgeschlossen werden.
  • Digitalisglykoside: Betablocker und Digitalisglykoside können sich in ihrer dämpfenden Wirkung auf die kardiale Erregungsleitung, insbesondere im atrioventrikulären Knoten, gegenseitig verstärken, was zu Bradykardien oder teilweiser bis vollständiger Blockierung der Erregungsleitung führen kann.
  • Ergotalkaloide: Die gleichzeitige Anwendung mit Betablockern kann die vasokonstriktorische Wirkung von Ergotalkaloiden verstärken und periphere Ischämien verursachen.
  • Cimetidin: Cimetidin ist ein moderater Hemmer multipler Cytochrom-Enzyme wie z.B. CYP2D6, CYP3A4, CYP2C19, CYP2E1, CYP2C9 und CYP1A2. Die gleichzeitige Anwendung von Cimetidin kann den hepatischen Metabolismus von Pindolol hemmen, was zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Pindolol führen kann.

Clopamid

  • Arzneimittel mit Einfluss auf den Natriumspiegel im Serum: Die hyponatriämische Wirkung von Diuretika kann durch die gleichzeitige Verabreichung von Arzneimitteln wie Antidepressiva, Antipsychotika, Antiepileptika etc. verstärkt werden. Beim Langzeitgebrauch dieser Arzneimittel ist Vorsicht geboten.
  • Digitalis-Glykoside: Eine durch Thiazidwirkung ausgelöste Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie kann digitalisbedingte Herzrhythmusstörungen begünstigen.
  • NSAID und COX-2-selektive Wirkstoffe: Die gleichzeitige Verabreichung von NSAID (z.B. Salizylsäure-Derivate, Indomethacin) oder COX-2-selektiven Wirkstoffen kann die diuretische und antihypertensive Aktivität von Diuretikaabschwächen. Eine gleichzeitige Hypovolämie kann ein akutes Nierenversagen induzieren.
  • Alkohol, Barbiturate oder Narkotika: Die gleichzeitige Verabreichung von Thiazid-Diuretika mit Alkohol, Barbituraten oder Narkotika kann eine orthostatische Hypotonie verstärken.
  • Blutdrucksteigernde Amine: Thiazid-Diuretika können das Ansprechen auf blutdrucksteigernde Amine wie beispielsweise Noradrenalin reduzieren. Die klinische Relevanz dieser Wirkung reicht jedoch für einen Ausschluss ihrer Anwendung nicht aus.
  • Medikamente, die die QT-Zeit verlängern: Besondere Vorsicht muss bei gleichzeitiger Anwendung von Thiaziden mit Medikamenten gelten, welche die QT-Zeit verlängern. Hierzu zählen unter anderem verschiedene Antiarrhythmika, Antipsychotika, Antihistaminika, Medikamente gegen Malaria und Antibiotika.
  • Lithium: Diuretika können die renale Clearance von Lithium verringern. Deswegen sollte bei Patienten, welche gleichzeitig Viskaldix und Lithium erhalten, der Lithium-Spiegel sorgfältig überwacht werden.
  • Arzneimittel mit Einfluss auf die Kaliumwerte im Serum: Die hypokaliämische Wirkung von Clopamid kann durch die gleichzeitige Einnahme von zum Beispiel anderen kaliuretischen Diuretika, Kortikosteroiden, ACTH, Amphotericin B, Laxantien, Penicillin G, Antiarrhythmika und Salicylaten verstärkt werden.
  • Orale Antikoagulantien: Die gleichzeitige Anwendung von Thiaziden mit oralen Antikoagulantien kann deren gerinnungshemmende Wirkung herabsetzen.
  • Antidiabetika: Eine Anpassung der Dosierung von Insulin und oralen Antidiabetika mit Diuretika vom Thiazidtyp kann erforderlich sein.
  • ACE-Hemmer: Der hypotensive Erstdosiseffekt von ACE-Hemmern wie Captopril ist bei Patienten mit einer durch Diuretika verursachten Natrium- oder Volumendepletion besonders ausgeprägt. Captopril sollte zur Reduktion des Risikos in einer geringeren Startdosis verabreicht werden.
  • Relaxantien der Skelettmuskulatur: Diuretika können zu einer verlängerten Wirkdauer und verstärkten Wirkung von Curarederivaten führen.
  • Verminderte Elimination von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln, die renal eliminiert werden: Diuretika vom Thiazidtyp können die Clearance von renal eliminierten Arzneimitteln reduzieren und auf diesem Weg zu unerwünschten Wirkungen infolge einer erhöhten Exposition gegenüber diesen Arzneimitteln führen. Es kann zum Beispiel zu Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Allopurinol kommen, die vermutlich durch die verlängerte Halbwertszeit von Oxipurinol (dem aktiven Hauptmetaboliten von Allopurinol) vermittelt werden. Es kann ebenfalls aufgrund der erhöhten Plasmakonzentrationen zu toxischen Wirkungen von Amantadin kommen. Die reduzierte renale Ausscheidung von zytotoxischen Wirkstoffen (z.B. Cyclophosphamid oder Methotrexat) kann deren myelosuppressive Wirkungen verstärken.
  • Diazoxid: Da Diuretika vom Thiazidtyp als Nebenwirkung eine Hyperglykämie auslösen können, ist eine additive Wirkung auf eine durch Diazoxid verursachte Hyperglykämie möglich.
  • Anticholinergika: Die Bioverfügbarkeit von Clopamid kann durch anticholinerge Wirkstoffe wie z.B. Propanthelin, Atropin und Biperiden gesteigert werden; dieser Effekt wird vermutlich durch die Verminderung der gastrointestinalen Motilität und eine Verzögerung der Magenentleerung vermittelt.
  • Ionenaustauscherharze: Nicht absorbierbare Ionenaustauscherharze wie Cholestyramin oder Colestipol können die Absorption von Diuretika vom Thiazidtyp vermindern. Es kann dadurch zu einer Verminderung der pharmakologischen Wirkung kommen. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung von Viskaldix mit Cholestyramin oder Colestipol vermieden werden.
  • Vitamin D und Kalziumsalze: Da Diuretika vom Thiazidtyp die Kalziumausscheidung im Urin vermindern können, kann die gleichzeitige Anwendung von Clopamid mit Vitamin D und Kalzium zu einer Potenzierung der erhöhten Kalziumkonzentrationen im Serum führen.
  • Cyclosporin: Die gleichzeitige Behandlung mit Cyclosporin kann das Risiko einer Hyperurikämie und von gichtartigen Komplikationen erhöhen.
  • Jodhaltige Kontrastmittel: Jodhaltige Röntgenkontrastmittel können ein akutes Nierenversagen auslösen. Patienten, die Diuretika einnehmen, weisen ein hohes Risiko auf; eine Rehydratation vor der Verabreichung des jodhaltigen Kontrastmittels ist daher angeraten.
  • Alkohol: Die sedierende Wirkung von Viskaldix kann dadurch verstärkt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Sobald eine Schwangerschaft bestätigt ist, sollte unverzüglich der Arzt bzw. die Ärztin informiert werden. Die Dosis von Viskaldix sollte schrittweise bis zum vollständigen Absetzen reduziert werden.

Schwangerschaft

Viskaldix ist während der Schwangerschaft kontraindiziert. Thiaziddiuretika wie z.B. Clopamid können das maternale Blutvolumen verringern und die plazentare Durchblutung beeinträchtigen, was zu fötalen Wachstumsstörungen führen kann.

Viskaldix und seine beiden Wirkstoffe (Pindolol und Clopamid) waren in Studien an Mäusen, Ratten und/oder Kaninchen bei Dosen, die mindestens dem 100-fachen der beim Menschen erwarteten Dosen von Viskaldix entsprachen, nicht teratogen. Unter Dosen von Pindolol und Clopamid von 10 mg/kg/Tag resp. 200 mg/kg/Tag (entsprechend dem 5- resp. 193-fachen der humanen Equivalenzdosis von Viskaldix) kam es zu keinen unerwünschten postnatalen Effekten (s. «Präklinische Daten»).

Stillzeit

Viskaldix darf während der Stillzeit nicht verschrieben werden, da die aktiven Wirkstoffe von Viskaldix in die Muttermilch ausgeschieden werden. Bei Säuglingen kann es zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Sulfonamiden kommen. Clopamid kann eine Verminderung der Milchproduktion und eine Dehydration des Säuglings bewirken. (s. «Kontraindikationen»).

Fertilität

Es bestehen keine Hinweise auf eine negative Beeinflussung der menschlichen Fertilität durch Viskaldix.

Bei Ratten führte Viskaldix (Pindolol und Clopamid) in Dosen von 10 und 200 mg/kg (entsprechend dem 5- resp. 193-fachen der humanen Equivalenzdosis von Pindolol resp. Clopamid bei Verabreichung von Viskaldix) zu keinen unerwünschten Wirkungen auf die Fertilität oder die Reproduktionsleistung. Auch wenn die Wirkungen bei Tieren nicht unbedingt Rückschlüsse auf die Wirkung beim Menschen zulassen, wurde bei Dosen von 30 mg/kg Pindolol und höher eine verminderte Paarungshäufigkeit von weiblichen Ratten im Vergleich zu unbehandelten Tieren beobachtet (s. «Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wie andere Antihypertonika kann Viskaldix, besonders zu Beginn der Behandlung, neurologische, psychiatrische oder generelle Symptome (z.B. Schwindel und Müdigkeit) hervorrufen. Beim Lenken von Motorfahrzeugen oder Bedienen von Maschinen ist deshalb Vorsicht geboten, bis der Patient seine individuelle Reaktion kennt.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeiten

«Sehr häufig» (>1/10), «häufig» (>1/100, <1/10), «gelegentlich» (>1/1'000, <1/100), «selten» (>1/10'000, <1/1'000), «sehr selten» (<1/10'000).

Blut- und Lymphsystem

Sehr selten: Thrombozytopenie und Leukopenie.

Psychiatrische Störungen

Selten: Mentale Störung (depressive Verstimmung, Halluzinationen).

Häufig: Schlafstörungen.

Nervensystem

Häufig: Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwitzen, Parästhesie und Kältegefühl an den Gliedmassen.

Gelegentlich: Tremor.

Augen

Gelegentlich: Einschränkung des Tränenflusses.

Sehr selten: Sehstörungen, Keratokonjunktivitis.

Herz

Gelegentlich: Palpitationen, Bradykardie, AV-Überleitungsstörungen, Herzinsuffizienz.

Sehr selten: Verstärkung von Angina-pectoris-Anfällen.

Gefässe

Gelegentlich: Hypotonie.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit, Verstopfung, Durchfall.

Gelegentlich: Mundtrockenheit.

Haut

Selten: Allergische Reaktionen (Rötung, Juckreiz).

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Muskelkrämpfe.

Reproduktionssystem und Brust

Selten: Potenzstörungen.

Auflistung von unerwünschten Wirkungen aus Spontanmeldungen nach Marktzulassung

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden anhand von Spontanmeldungen nach Marktzulassung identifiziert. Da es sich bei diesen Reaktionen um freiwillige Meldungen einer Population unsicherer Grösse handelt, ist es nicht immer möglich, verlässliche Aussage zu deren Häufigkeit zu machen.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Hypokaliämie, Hyponatriämie.

Gefässe

Orthostatische Hypotonie, Symptome peripherer Gefässerkrankungen (peripheres Kältegefühl, Raynaud-Phänomen).

Atmungsorgane

Bronchospasmus, Dyspnoe.

Gastrointestinale Störungen

Erbrechen.

Haut

Hyperhidrose, Verschlechterung der Psoriasis.

Muskelskelettsystem

Muskelschwäche.

Überdosierung

Symptome

In Fällen einer akuten Überdosierung von Viskaldix wurden die folgenden Anzeichen und Symptome beobachtet: Bradykardie, Übelkeit, Erbrechen, orthostatische Hypotonie, Synkope und Hypokaliämie. Darüber hinaus kann eine Überdosierung von Betablockern zu erheblicher Hypotonie, Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock, Reizleitungsstörungen, Herzstillstand, Dyspnoe, Bronchospasmus, Hypoglykämie, vermindertem Bewusstseinsniveau, generalisierten Krampfanfällen, Koma und Tod führen.

In seltenen Fällen kann eine Überdosierung von Betablockern mit ISA (wie Pindolol) auch zu Tachykardie und Hypertonie führen. Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol, Antihypertensiva, Antidepressiva oder Antiarrhythmika kann die Zeichen und Symptome einer Überdosierung verschlimmern.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung sind geeignete allgemeine und spezielle Behandlungsmassnahmen zu ergreifen. Die Überwachung bzw. medikamentöse Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems und anderer Vitalparameter kann erforderlich sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C07CA03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Bei Viskaldix handelt es sich um eine fixe Kombination des Beta-Blockers Pindolol und des Thiazid-Diuretikums Clopamid. Beide Komponenten senken den Blutdruck, besitzen jedoch einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus. Die Kombination ist gut verträglich; ihre Wirksamkeit übertrifft jene der beiden Einzelkomponenten.

Pindolol ist ein Beta-Adrenorezeptoren-Blocker mit einer Wirkungsdauer von über 24 h. Seine sympathomimetische Eigenwirkung (ISA: Intrinsic Sympathomimetic Activity) sorgt am Herzen für eine genügende basale Stimulation, die etwa derjenigen bei normaler Sympathikusaktivität in Ruhe entspricht. Das Risiko einer Bradykardie ist somit gering, und das normale Herzzeitvolumen wird nicht vermindert. Die membranstabilisierende Wirkung ist ohne klinische Bedeutung.

Neben der blockierenden Wirkung auf Beta-Rezeptoren besitzt Pindolol eine vasodilatatorische Aktivität, welche auf seiner sympathomimetischen Eigenwirkung beruht. Bei arterieller Hypertonie senkt Pindolol den peripheren Gefässwiderstand, ohne die Durchblutung von Geweben und Organen zu beeinträchtigen; in manchen Fällen wird die Durchblutung sogar verbessert.

Die sympathomimetische Eigenwirkung von Pindolol auf die glatte Bronchialmuskulatur verringert ausserdem das Risiko von Bronchospasmen bei nicht-asthmatischen Patienten mit obstruktiver Erkrankung des Bronchialsystems.

Clopamid, ein Thiazid-Diuretikum aus der Gruppe der Sulfonamid-Derivate, hemmt die Rückresorption von Natrium und Chlorid in den Nierentubuli und steigert dadurch die renale Ausscheidung von NaCl und Wasser. Die antihypertone Wirkung von Clopamid dürfte mit einer Reduktion des Blutvolumens, daneben aber auch mit einer dilatierenden Wirkung auf die Arteriolen in Zusammenhang stehen. Die diuretische Wirkung von Clopamid tritt 1-2 h nach der Einnahme ein und erreicht nach 3-6 h ihr Maximum. Die durchschnittliche Wirkungsdauer beträgt 12-18 h. In der bei Viskaldix verwendeten Dosierung trägt Clopamid zur Blutdrucksenkung bei, ohne eine übermässige Diurese zu verursachen.

Durch die Kombination mit Pindolol wird ein übermässiger Kalium- und Magnesiumverlust vermieden.

Die antihypertone Wirkung der Kombination setzt schon nach wenigen Tagen ein; der volle therapeutische Effekt wird nach 2-3wöchiger Behandlung erreicht.

Das Verhältnis zwischen Lipoproteinen hoher Dichte (HDL) und Lipoproteinen niedriger Dichte (LDL) bleibt während einer Langzeittherapie mit Viskaldix konstant.

Pharmakokinetik

Absorption

Pindolol

Pindolol wird nach oraler Verabreichung schnell und fast vollständig (≥95%) aus dem Gastrointestinaltrakt absorbiert; der First-pass-Effekt ist vernachlässigbar (<13%). Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit nach oraler Verabreichung beträgt etwa 87-92%. Plasmakonzentrationen von 10 bis 30 Nanogramm (ng)/ml gehen mit therapeutischer Wirksamkeit einher. Nach Verabreichung einer Einzeldosis von 5 mg Pindolol betrug die mittlere maximale Plasmakonzentration (Cmax) von Pindolol 33.1 ± 5.2 ng/ml (SEM; SD: 18.16 ng/ml) (Tmax 1-2 h).

Clopamid

Clopamid wird nach oraler Verabreichung schnell und fast vollständig (≥90%) aus dem Gastrointestinaltrakt absorbiert; der First-pass-Effekt ist vernachlässigbar. Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit nach oraler Verabreichung beträgt etwa 85%. Nach Verabreichung einer Einzeldosis von 5 mg Clopamid betrug die mittlere maximale Plasmakonzentration (Cmax) von Clopamid 63 ± 9 ng/ml (Tmax 1-2 h).

Distribution

Pindolol

Pindolol verteilt sich rasch und extensiv im Körper; das mittlere Verteilungsvolumen beträgt 2-3 l/kg. Ungefähr 40% des Arzneimittels werden an Plasmaproteine gebunden. Die Eliminationskinetik wird generell als eine mono-exponentielle Abklingfunktion bei Anwendung eines pharmakokinetischen Ein-Kompartiment-Modells beschrieben. Pindolol überwindet die Plazentaschranke und geht in geringem Masse in die Muttermilch über. Die transplazentare Distribution von Pindolol ist nicht stereoselektiv. Eine Schwangerschaft kann die pharmakokinetische Disposition von Pindolol verändern, am ehesten durch eine Zunahme des Verteilungsvolumens und der Gesamtclearance.

Clopamid

Clopamid verteilt sich rasch im Körper; das mittlere Verteilungsvolumen beträgt 1.5 l/kg. Ungefähr 46% des Arzneimittels werden an Plasmaproteine gebunden.

Metabolismus

Pindolol

Ungefähr 60 bis 70% des Pindolols wird in der Leber zu inaktiven Metaboliten hydroxyliert, die über Nieren und Leber als Glukuronide und ätherische Sulfate ausgeschieden werden.

Clopamid

Clopamid wird zu ca. 29% mittels Hydroxylierung metabolisiert.

Elimination

Pindolol

Die Eliminationshalbwertszeit von Pindolol beträgt 3 bis 4 Stunden; das Arzneimittel weist eine systemische Clearance zwischen 400 und 500 ml/min auf. Nach oraler Verabreichung werden 30 bis 40% des Arzneimittels unverändert im Urin ausgeschieden. Die inaktiven polaren Metaboliten werden mit einer Eliminationshalbwertszeit von 8 Stunden ausgeschieden. Die in die Galle ausgeschiedene Fraktion beträgt etwa 6-8%.

Clopamid

Die Eliminationshalbwertszeit von Clopamid beträgt etwa 6 Stunden; das Arzneimittel weist eine systemische Clearance von etwa 165 ml/min auf. Nach oraler Verabreichung werden etwa 33% des Arzneimittels unverändert im Urin ausgeschieden. Die Exkretion des Arzneimittels erfolgt zu etwa gleichen Anteilen über Niere und Leber.

Dosisabhängigkeit

Im Dosierungsintervall zwischen 5 und 20 mg wurde für beide Komponenten eine dosisproportionale Zunahme der Exposition beobachtet.

Einfluss des Geschlechts

Es bestehen keine Hinweise auf einen Unterschied in der Elimination von Pindolol oder Clopamid zwischen männlichen und weiblichen Patienten..

Einfluss der Nahrung

Die Absorption von Pindolol wird von einer gleichzeitigen Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst. Da es jedoch durch Clopamid zu Magenbeschwerden kommen kann, wird die Einnahme des Kombinationspräparates nach dem Essen empfohlen (s. «Dosierung/Anwendung»).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten kann es (z.B. durch die Kombination aus vermindertem Metabolismus der Wirkstoffe, verminderter Leberdurchblutung und verminderter renaler Ausscheidung) zu höheren Plasmakonzentrationen von Pindolol und Clopamid kommen.

Niereninsuffizienz

Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Nierenfunktion können üblicherweise mit den normalen Dosen behandelt werden. Viskaldix ist jedoch bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert. Die Plasmahalbwertszeit ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in Abhängigkeit vom Schweregrad auf bis zu 11.5 Stunden verlängert.

Leberinsuffizienz

Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Leberfunktion können üblicherweise mit den normalen Dosen behandelt werden. Viskaldix ist jedoch bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion kontraindiziert. Die Plasmahalbwertszeit ist bei Patienten mit Leberzirrhose in Abhängigkeit vom Schweregrad auf bis zu 30 Stunden verlängert.

Ethnik

Der Einfluss der ethnischen Zugehörigkeit auf die Pharmakokinetik von Pindolol und Clopamid wurde nicht systematisch untersucht; es ist jedoch nichts über eine Beeinflussung des Metabolismus von Pindolol oder Clopamid durch genetische Faktoren bekannt.

Präklinische Daten

Toxizität bei wiederholter Dosierung

Bei Studien zur Toxizität nach wiederholter oraler Aufnahme (3 Monate bis 5 Jahre) an Ratten, Hunden und Affen wurden folgende Zielgewebe/-organe für die Pindololkomponente von Viskaldix ermittelt:Hoden und Uterus (Ratte), Haut, kardiovaskuläres System, Erbrechen, Krämpfe (Hund); Leber (Ratte und Hund); Thymus (Hund und Affe). Die ermittelten nicht-toxischen Dosen entsprechen der 1- bis 2.5-fachen humanen Equivalenzdosis von Pindolol in Viskaldix. Die Clopamidkomponente von Viskaldix (Zielgewebe/-organe. Urogenitaltrakt, Elektrolytspiegel und Muskulatur) war bei oralen Toxizitätsstudien an Ratten, Hunden und Affen (bis 1 Jahr) nur bei einer systemischen Exposition toxisch, die so weit über der maximalen menschlichen Exposition lag (100- bis 150-fache humane Tagesmaximaldosis von Clopamid in Viskaldix), dass eine fehlende Relevanz für die klinische Verwendung angenommen werden kann.

Darüber hinausgehende Toxizität wurde bei Studien mit oraler Gabe von der Kombination beider Substanzen in Viskaldix (Ratte und Hund, 1 Monatsstudien) nicht beobachtet (Zielgewebe/-organe: Haut, Hoden, Hypokaliämie beim Hund und Urogenitaltrakt bei beiden Spezies). Die ermittelten nicht-toxischen Dosen (58 mg/kg/Tag Ratte, 6 mg/kg/Tag Hund) entsprechen dem 18- und 6-fachen der humanen Equivalenzdosis von Viskaldix bei Ratten respektive Hunden.

Mutagenität und Karzinogenität

Weder Viskaldix noch seine Komponenten Pindolol und Clopamid wiesen in vitro oder in vivo ein genotoxisches Potential auf. In 2 Jahre dauernden oralen Studien zur Karzinogenität bei Ratten und Mäusen unter Dosen bis maximal 98 mg/kg/Tag bzw. 124 mg/kg/Tag (entsprechend ungefähr dem 245- bzw. 310-fachen der maximal empfohlenen Dosis beim Menschen) kam es unter Pindolol zu keinen neoplastischen, präneoplastischen oder nicht-neoplastischen pathologischen Läsionen. Für Clopamid oder Viskaldix liegen keine Karzinogenitätsstudien vor.

Reproduktionstoxizität

Fertilität

Clopamid zeigte bei Ratten in einer Dosis von 200 mg/kg/Tag (entsprechen ungefähr der 60-fachen humanen Equivalenzdosis von Viskaldix) keine Auswirkungen auf die Fertilität oder die frühe embryo-fötale Entwicklung. In Untersuchungen zur Fertilität und zur allgemeinen Reproduktionsleistung bei Ratten kam es unter Pindolol in einer Dosis von 10 mg/kg/Tag (entsprechen ungefähr der 5-fachen humanen Equivalenzdosis von Viskaldix) zu keinen unerwünschten Wirkungen. Die Paarungsfrequenz von männlichen und weiblichen Ratten nahm erst ab einer wiederholten Dosis von ≥ 30 mg/kg/Tag Pindolol ab. Nur beim Hund führten wiederholte Gaben von mehr als 2 mg/kg/Tag Viskaldix (entsprechen ungefähr der 2-fachen humanen Equivalenzdosis) zu degenerativen testikulären Veränderungen, welche sich innerhalb von 11-13 Wochen nahezu komplett zurückbilden.

Embryofetale Entwicklung

In Studien an Mäusen, Ratten und Kaninchen waren Pindolol und Clopamid bis zu Dosierungen, die dem 15-fachen (Pindolol) oder 480-fachen (Clopamid) der humanen Equivalenzdosis entsprechen ohne teratogene Wirkung. In Dosen von ≥ 3 mg/kg/Tag (ungefähr 4-fache humane Equivalenzdosis) zeigte Pindolol bei Ratte und Hund, nicht aber bei Maus oder Kaninchen, Zeichen von durch maternale Toxizität bedingter Embryotoxizität. Konzentrationen von 30 µg/ml Viskaldix + Endralazin (12 µg Pindolol + 6 µg Clopamid + 12 µg Endralazin/ml) waren ohne Einfluss auf Wachstum und Differenzierung in einer in vitro- Studie (entsprechend ungefähr der 100- bis 14-fachen maximalen Plasmakonzentration für Pindolol oder Clopamid beim Menschen). Erst hohe Konzentrationen von ≥ 100 µg/ml führten zu Deformationen im Kopf- und Rumpfbereich der untersuchten Rattenembryos.

Prä- und postnatale Entwicklung

Wiederholte hohe Dosen von ≥ 30 mg/kg/Tag Pindolol (ungefähr 12-fache humane Equivalenzdosis) erhöhten die Inzidenz prä- und postnataler Todesfälle bei der Ratte. Der No-Observed-Adverse-Effect Level lag bei 10 mg/kg/Tag (entsprechend ungefähr der 25-fachen Dosis von Viskaldix beim Menschen) für diese Substanz. Clopamid wies unter Dosen von bis zu 200 mg/kg/Tag (ungefähr dem 1'000-fachen der Dosis beim Menschen) keine Auswirkungen auf die prä- und postnatale Entwicklung auf. Für Viskaldix liegen keine prä- oder postnatalen Untersuchungen an Tieren vor (s. «Schwangerschaft/Stillzeit, Frauen im gebärfähigen Alter, Fertilität»).

Juvenile Toxizität

Studien zur juvenilen Toxizität liegen weder für Pindolol noch für Clopamid oder die gemeinsame Kombination in Viskaldix vor.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Viskaldix bei Raumtemperatur (15-25°C) aufbewahren.

Arzneimittel müssen für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

41011 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Mai 2013.

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