Vibravenoes Inj Loes 100 Mg/5ml 5 Amp 5 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Doxycyclinum ut D. hyclas.

Hilfsstoffe: Magnesii chloridum, Ethanolaminum, Polyvidonum K 17, Aqua q.s. ad solutionem pro 5 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Ampulle zu 5 ml enthält 100 mg Doxycyclinum (ut D. hyclas).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Klinische Indikationen, falls der Keim im Erregerspektrum von Doxycyclin liegt.

Atemweginfektionen

Pneumonien: Lobär- und Bronchopneumonien, verursacht durch Doxycyclin-empfindliche Erreger.

Andere Infektionen des ORLBereichs und der Atemwege

Pharyngitis, Tonsillitis, Otitis media, Bronchitis und Sinusitis.

Für beta‑hämolytische Streptokokken der Gruppe A, die den Bereich des oberen Respirationstraktes infizieren, ist Penicillin das Antibiotikum der Wahl, einschliesslich für die Prophylaxe des rheumatischen Fiebers.

Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane

Pyelonephritis, Zystitis, Urethritis und nicht spezifische Urethritis (nicht gonokokkale Urethritis, Lymphogranuloma venereum). Bei Gonokokken-Infektionen ist Vibravenös als Zusatztherapie zur Behandlung vermuteter oder nachgewiesener Begleitinfektionen durch Chlamydia trachomatis indiziert.

Gastrointestinale Infektionen

(siehe antimikrobielles Spektrum in vitro.)

Vibravenös ist zur Therapie der Cholera indiziert.

Infektionen der Haut und Weichteile

Impetigo, Furunkulose, Phlegmone, Abszess, infizierte traumatische und operative Wunden, Paronychie. Bei der Behandlung von Weichteilinfektionen mit Vibravenös sollen gleichzeitig die notwendigen chirurgischen Massnahmen erfolgen.

Ophthalmologische Infektionen

Vibravenös ist beim Trachom indiziert, obwohl der Erreger – wie Immunofluoreszenz‑Untersuchungen zeigen – nicht immer beseitigt wird.

Borreliosen, Lyme Disease

Lyme Disease Stadium I und II, d.h. Hautmanifestationen mit flüchtigen Gelenkerscheinungen und flüchtigen und auf das Gesicht begrenzten neurologischen Erscheinungen. Lyme Disease Stadium II und III bei Patienten mit bekannter Beta-Lactamallergie.

Epidemisches Rückfallfieber und Läusefleckfieber

Vibravenös ist indiziert für die Behandlung des Rückfallfiebers (verursacht durch Borrelia recurrentis) und des Läusefleckfiebers (verursacht durch Rickettsia prowazekii).

Leptospirose

Vibravenös ist zur Therapie der Leptospirose indiziert.

Sonstige Infektionen

Psittakose, Prostatitis, Granuloma inguinale (verursacht durch Calymmatobacterium granulomatis), Syphilis, Frambösie (Yaws) und Plaut‑Vincent‑Angina. Malaria hervorgerufen durch Chloroquin‑resistentes Plasmodium falciparum.

Bei akuter DarmAmoebiasis kann Vibravenös eine nützliche Ergänzung zu Amoebiciden darstellen.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Zur Beachtung: Eine rasche Verabreichung ist zu vermeiden. Die i.v. Injektion soll pro 100 mg Doxycyclin mindestens 2 Minuten dauern.

Die parenterale Therapie ist nur anzuwenden, wenn die orale Verabreichung nicht indiziert ist. So bald wie möglich ist die orale Weiterbehandlung einzuleiten. Länger dauernde intravenöse Verabreichung kann zu Thrombophlebitis führen.

Dosierung und Häufigkeit der Verabreichung von Vibravenös (100 bis 200 mg/Tag) unterscheiden sich von den meisten anderen Tetracyclinen (1 bis 2 g/Tag). Überschreiten der empfohlenen Dosis kann zu häufigerem Auftreten von Nebenwirkungen führen. Die Therapie sollte mindestens während 24 bis 48 Stunden nach Nachlassen der Symptome und des Fiebers fortgesetzt werden. Bei Streptokokken-Infektionen ist die Behandlung während mindestens 10 Tagen durchzuführen, um das Auftreten von rheumatischem Fieber oder Glomerulonephritis zu verhindern.

Übliche Dosierung

Erwachsene: Die übliche Dosierung von Vibravenös bei Erwachsenen beträgt am ersten Behandlungstag 200 mg, verabreicht in 1 oder 2 Infusionen. Die nachfolgenden täglichen Dosen liegen bei 100‑200 mg, die in 1 oder 2 Infusionen verabreicht werden.

Kinder über 12 Jahre: mit einem Körpergewicht von 50 kg oder weniger erhalten am ersten Tag 4 mg/kg verabreicht in 1 oder 2 Infusionen. Die nachfolgenden Tagesdosen betragen – je nach Schweregrad der Infektion – 2 bis 4 mg/kg Körpergewicht verabreicht in 1 oder 2 Infusionen. Bei Kindern mit einem Gewicht über 50 kg ist die übliche Dosis für Erwachsene anzuwenden.

Kinder unter 12 Jahre: Die Anwendung von Vibravenös bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da in dieser Altersgruppe keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorhanden sind (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Spezielle Dosierungsanweisungen

Adnexitis (pelvic inflammatory disease «PID»)

100 mg Doxycyclin i.v. alle 12 Stunden sowie Cefoxitin 2 g i.v. alle 6 Stunden oder Cefotan 2 g i.v. alle 12 Stunden während mindestens 4 Tagen und mindestens 24 bis 48 Stunden über eine Besserung des Patienten hinaus. Danach 200 mg Doxycyclin oral pro Tag – aufgeteilt in 2 Dosen –, bis eine Gesamttherapiedauer von 14 Tagen erreicht wird.

Bei allen Infektionen mit betahämolytischen Streptokokken der Gruppe A ist die Behandlung während mindestens 10 Tagen durchzuführen.

Lyme Disease

Stadium I: 2× täglich 100 mg Vibravenös während 10‑14 Tagen.

Stadium II, III: 2× täglich 200 mg Vibravenös.

Malaria (Chloroquin‑resistente Plasmodium-falciparum‑Stämme): 200 mg täglich während mindestens 7 Tagen. Da die Infektion schwer verlaufen kann, muss ein schnell wirksames Schizontozid, z.B. Chinin, immer in Kombination mit Vibravenös verabreicht werden. Die Therapieempfehlungen sind für Chinin je nach Region unterschiedlich.

Cholera-Therapie bei Erwachsenen: 300 mg in einer einzigen Gabe.

Therapie der Leptospirose: 2× täglich 100 mg Vibravenös während 7 Tagen.

Kontraindikationen

Vibravenös ist bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Doxycyclin, einem der Hilfsstoffe von Vibravenös oder gegenüber Tetracyclinen und bei Patienten mit Myasthenia gravis kontraindiziert.

Vibravenös ist zudem kontraindiziert bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen.

Vibravenös enthält als Lösungsmittel Polyvinylpyrrolidon (PVP; K‑17). Da die Ausscheidung von PVP bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen bis zu einem gewissen Grad vermindert sein kann, soll Vibravenös bei solchen Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten nach Möglichkeit eine orale Therapie mit Doxycyclin erhalten.

Es liegen einige Berichte vor, wonach verschiedene PVP‑haltige Präparate placentagängig sind. Da der PVP‑Metabolismus im Fötus und Neugeborenen noch nicht ausreichend geklärt ist, sollte Vibravenös Neugeborenen oder schwangeren Frauen nicht verabreicht werden (vergleiche auch Kapitel «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anwendung bei Kindern

Die Anwendung von Vibravenös bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da in dieser Altersgruppe keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorhanden sind.

Wie andere Tetracycline bildet auch Vibravenös mit dem in allen knochenbildenden Geweben vorliegenden Calcium einen stabilen Calcium‑Komplex. Bei Frühgeborenen, die alle 6 Stunden oral 25 mg Tetracyclin/kg erhielten, beobachtete man ein vermindertes Wadenbein‑Wachstum. Diese Erscheinung verschwand wieder nach Absetzen der Therapie.

Odontogenese

Die Anwendung von Antibiotika der Tetracyclin‑Gruppe während der Zahnentwicklung (zweite Hälfte der Schwangerschaft, Kleinkinder und Kinder bis zu 12 Jahren) kann zu einer bleibenden gelb‑grau‑braunen Verfärbung der Zähne führen. Diese unerwünschte Wirkung tritt häufiger nach Langzeitanwendung auf, wurde aber auch schon nach wiederholten kurzfristigen Therapien beobachtet. Es liegen auch Berichte über Hypoplasie des Zahnschmelzes vor. Vibravenös sollte deshalb bei diesen Patienten nur angewendet werden, wenn andere Antibiotika nicht verfügbar, wahrscheinlich nicht wirksam oder kontraindiziert sind.

Allgemein

Eine akute, anaphylaktoide Reaktion mit Kollaps, Brustschmerzen und Blutdruckabfall wurde in seltenen Fällen nach intravenöser Injektion beobachtet. Diese Reaktion wird durch Absetzen von Vibravenös sowie durch Verabreichung von blutdrucksteigernden Aminen, Antihistaminika, Corticosteroiden und wenn nötig Sauerstoff therapiert.

Gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor Cerebri) wurde mit der Verwendung von Tetracyclinen einschliesslich Doxycyclin in Zusammenhang gebracht. Die gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor Cerebri) ist normalerweise vorübergehend, es wurde jedoch Fälle von permanentem Sehverlust als Folge von gutartiger intrakranieller Hypertonie (Pseudotumor Cerebri) unter Behandlung mit Tetracyclinen einschliesslich Doxycyclin berichtet. Falls Sehstörungen während der Behandlung auftreten, ist eine sofortige ophthalmologische Untersuchung angezeigt. Da der intrakranielle Druck auch nach Absetzen des Arzneimittels während Wochen erhöht sein kann, sollen die Patienten überwacht werden bis sie stabil sind. Es ist bekannt, dass auch Isotretinoin gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor Cerebri) auslösen kann, deshalb soll die gleichzeitige Anwendung von Isotretinoin und Doxycyclin vermieden werden (siehe Abschnitt «Interaktionen»).

Pseudomembranöse Kolitis wurde bei nahezu allen antibakteriell wirksamen Substanzen einschliesslich Doxycyclin beobachtet und reichte im Schweregrad von mild bis lebensbedrohend. Es ist wichtig, diese Diagnose bei Patienten in Betracht zu ziehen, welche nach der Verabreichung von Antibiotika an Diarrhöe leiden. Bei pseudomembranöser Kolitis sind Arzneimittel welche die Darmperistaltik hemmen kontraindiziert.

Die Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD) ist mit nahezu allen antibakteriellen Wirkstoffen einschliesslich Doxycyclin beobachtet worden und ihr Schweregrad kann von leichter Diarrhö bis zur tödlichen Kolitis reichen. Die Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen verändert die normale Flora des Dickdarms, was zum Überwuchern durch C. difficile führt.

C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entstehung der CDAD beitragen. Hypertoxin-produzierende Stämme von C. difficile bedingen eine erhöhte Morbidität und Mortalität, denn diese Infektionen können gegen antimikrobielle Therapie resistent sein, was unter Umständen eine Kolektomie erfordert. Eine CDAD ist bei allen Patienten mit Diarrhö nach antibiotischer Behandlung in Betracht zu ziehen. Es ist eine sorgfältige Anamnese zu erheben, da Fälle von CDAD mehr als zwei Monate nach antibiotischer Behandlung beschrieben worden sind.

Bei starkem Durchfall sind Peristaltikhemmer kontraindiziert.

Die Anwendung von Antibiotika kann gelegentlich zu übermässigem Wachstum unempfindlicher Keime führen (Mykosen, pseudomembranöse Kolitis). Ständige Überwachung des Patienten ist wichtig. Falls resistente Erreger auftreten, sollte man das Antibiotikum absetzen und eine entsprechende Behandlung einleiten.

Bei einigen Patienten wurde während der Einnahme von Tetracyclinen, einschliesslich Doxycyclin, eine Photosensibilisierung beobachtet. Bei diesen Patienten entsteht nach Sonnen‑ oder Ultraviolettbestrahlung ein ausgeprägter Sonnenbrand, selten auch mit Beteiligung der Nägel (Nagelablösung und –verfärbung). Patienten, die sich evtl. direkter Sonnen‑ oder UV‑Bestrahlung aussetzen, sollten über diese Tetracyclin‑Reaktion informiert werden. Die Behandlung ist bei den ersten Anzeichen einer Hautrötung abzubrechen.

Die antianabole Wirkung der Tetracycline kann einen Anstieg des Serum‑Harnstoff‑Stickstoffs verursachen. Gemäss bisherigen Untersuchungen kommt dieser antianabole Effekt mit Doxycyclin bei nierengeschädigten Patienten nicht vor.

Selten wurden Leberfunktionsstörungen beobachtet. Diese Reaktionen traten sowohl nach oraler als auch nach parenteraler Therapie mit Tetracyclinen, einschliesslich Doxycyclin, auf.

Bei Patienten mit leichten bis mittelgradigen Leberfunktionsstörungen oder bei gleichzeitiger Behandlung mit hepatotoxischen Arzneimitteln sollte Doxycyclin mit Vorsicht eingesetzt werden.

Wenn bei der Behandlung einer venerischen Erkrankung Verdacht auf eine gleichzeitige Syphilis besteht, sind geeignete diagnostische Massnahmen inklusive Dunkelfelduntersuchungen vorzunehmen; serologische Tests sind monatlich während mindestens 4 Monaten durchzuführen.

Bei Langzeittherapie sollen die Organsysteme periodisch mit Laboruntersuchungen überprüft werden (Blutbild, Nieren‑ und Leberfunktion).

Infektionen mit beta‑haemolytischen Streptokokken der Gruppe A müssen während mindestens 10 Tagen behandelt werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Doxycyclin und Methotrexat muss die Serumkonzentration von Methotrexat sorgfältig überwacht werden. (vgl. Rubrik «Interaktionen»).

Interaktionen

Die gleichzeitige Therapie mit oralen Chelatbildnern (AL3+, Fe3+ und andere) kann die Bioverfügbarkeit von intravenös verabreichten Doxycyclin signifikant senken. In einer Studie in 6 Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Aluminiumhydroxid zu einer Reduktion der AUC von 91 auf 64 mg × h/l. Diese Reduktion lässt sich am ehesten durch eine Interaktion mit Aluminiumionen und der Resorption von enterohepatischem Doxycyclin erklären.

Über Verlängerungen der Prothrombinzeit bei Patienten unter Warfarin und Doxycyclin wurde berichtet. Da unter Tetracyclinen die Plasmaprothrombin‑Aktivität gesenkt werden kann, muss bei antikoagulierten Patienten eine Dosisreduktion der Antikoagulantien in Betracht gezogen werden.

Doxycyclin kann die Wirkung von Sulfonylharnstoffen verstärken.

Da bakteriostatisch wirkende Arzneimittel bakterizid wirkende Arzneimittel beeinträchtigen können, sollte Doxycyclin im Regelfall (Ausnahme siehe z.B. im Abschnitt «Dosierung/Anwendung») nicht zusammen mit bakterizid wirkenden Arzneimitteln verabreicht werden.

Das Antibiotikum Rifampicin, induzierende Stoffe aus der Klasse der Barbiturate und andere antikonvulsiv wirksame Pharmaka wie Carbamazepin, Diphenylhydantoin und Primidon sowie chronischer Alkoholabusus können aufgrund einer Enzyminduktion in der Leber den Abbau von Doxycyclin beschleunigen, so dass unter üblicher Dosierung keine therapeutisch wirksamen Doxycyclin-Konzentrationen erreicht werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetracyclinen und Methoxyfluran wurden fatale Nierenschädigungen beobachtet.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Methotrexat kann dessen Toxizität verstärkt werden.

Durch gleichzeitige Anwendung von Doxycyclin und Ciclosporin A kann die toxische Wirkung des Immunsuppresivums erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Theophylin und Tetracyclinen kann das Vorkommen von Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt erhöhen.

Die gleichzeitige Anwendung von Isotretinoin und Doxycyclin soll vermieden werden, da beide Arzneimittel in seltenen Fällen gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor cerebri) auslösen können.

Es kann zu einer Wirkungsabnahme von oralen Kontra­zeptiva bei gleichzeitiger Tetracyclintherapie kommen.

Schwangerschaft/Stillzeit

(Siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen/Anwendung bei Kindern/Odontogenese».)

Schwangerschaft

Die Anwendung von Vibravenös bei schwangeren Frauen wurde nicht untersucht. Es bestehen indessen klare Hinweise für Risiken für den menschlichen Fötus.

Während der Schwangerschaft darf Doxycyclin nicht verabreicht werden, es sei denn es ist klar notwendig (siehe Abschnitt «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen/Anwendung bei Kindern»).

Während der Schwangerschaft besteht die erhöhte Gefahr von Leberschäden unter Tetracyclin-Anwendung.

Stillzeit

Tetracycline treten in die Muttermilch über. Doxycyclin erreicht in der Muttermilch 30-40% der mütterlichen Plasmakonzentration und soll deshalb stillenden Müttern nicht verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen/Anwendung bei Kindern»).

Ist die Anwendung von Vibravenös erforderlich, soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Wirkung von Doxycyclin auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von schweren Maschinen wurde nicht untersucht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Doxycyclin diese Fähigkeiten direkt beeinflussen könnte, jedoch können sehr selten unter Doxycyclin-Therapie unerwünschte Wirkungen (vgl. entsprechende Rubrik) auftreten, die diese Fähigkeiten teilweise schwer beeinträchtigen (z.B. anaphylaktische Reaktionen, intrakranielle Hypertonie, Doppelbilder etc.).

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden bei Patienten unter Tetracyclin‑Therapie, einschliesslich Doxycyclin, beobachtet.

Die genannten Häufigkeiten entsprechen folgenden Inzidenzen:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10'000) und sehr selten (<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Selten: Die Anwendung von Antibiotika kann zu Überwucherung von nicht-empfindlichen Keimen führen (Mykosen, pseudomembranöse Kolitis). Eine ständige Überwachung des Patienten ist unbedingt erforderlich. Falls resistente Keime auftreten, soll das Antibiotikum abgesetzt und eine angemessene Therapie eingeleitet werden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Blutgerinnungsstörung und Hämaturie.

Selten: hämolytische Anämie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Eosinophilie, Lymphozytopenien, Lymphadenopathien, atypische Lymphozyten und toxische Granulationen der Granulozyten.

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide Reaktion, Purpura Schönlein-Henoch, Hypotonie, Perikarditis, Angioödem, generalisiertes Exanthem, Exazerbation von systemischem Lupus erythematodes, Dyspnoe, Serumkrankheit, periphere Ődeme, Tachykardie und Urtikaria. Eine akute, anaphylaktoide Reaktion mit Kollaps, Brustschmerzen und Blutdruckabfall wurde in seltenen Fällen nach intravenöser Injektion beobachtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: DRESS-Syndrom (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen).

Innerhalb der Tetracyclin-Gruppe besteht eine komplette Kreuzallergie.

Endokrine Erkrankungen

Selten: Nach Langzeittherapie sollen Tetracycline zur Bildung von braunschwarzen, mikroskopisch nachweisbaren Verfärbungen in der Schilddrüse geführt haben; Untersuchungen der Schilddrüsenfunktion haben bisher keine Abweichungen von der Norm ergeben.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Selten: Vorwölbung der Fontanellen und gutartige intrakranielle Hypertonie (Pseudotumor cerebri) bei Erwachsenen. Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Doppelbilder können erste Hinweise für das Auftreten einer gutartigen intrakraniellen Hypertonie sein. Parästhesien, Tachykardien, Unruhe und Angstzustände. Selten wurden Störung bzw. der Verlust der Geruchs- und Geschmacksempfindung beschrieben, welche nur in einigen Fällen und auch nur teilweise reversibel waren.

Sehr selten: Krampfanfälle.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Selten: Tinnitus.

Gefässerkrankungen

Selten: Gesichtsrötung.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit/Erbrechen.

Gelegentlich: Dyspepsie, Mund- und Rachenschleimhautentzündungen, Heiserkeit und vereinzelt schwarze Haarzunge.

Selten: Pankreatitis, Leibschmerzen, Durchfälle, Glossitis, Schluckbeschwerden, verminderter Appetit, veränderter Geschmack, Enterokolitis, pseudomembranöse Kolitis, C. difficile Colitis sowie entzündliche Veränderungen in der Anogenitalregion, deren Ursache oft ein übermässiges Wachstum von Candida‑Stämmen ist, Oesophagitis und oesophageale Ulzerationen. Diese Reaktionen sind sowohl durch orale wie auch durch parenterale Verabreichung von Tetracyclinen verursacht worden.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Selten: Abnorme Leberfunktion, Hepatitis, Hepatotoxizität.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Photosensibilisierungsreaktion (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Ausschläge, einschliesslich makulopapulöse und erythematöse Ausschläge.

Gelegentlich: Jucken.

Selten: Exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnsons-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Photo-Onycholysis.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten: Arthralgie, Myalgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Erhöhter Blutharnstoff (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Im Zusammenhang mit Doxycyclingabe wurde selten über Nierenschädigungen, z.B. interstitielle Nephritis, akutes Nierenversagen und Anurie berichtet.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Selten: Über leichte lokale Irritationen an der Injektionsstelle wurde berichtet. Es gab einige Berichte über Empfindungen von Wärme.

Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung ist das Präparat abzusetzen, symptomatisch zu behandeln und unterstützende Massnahmen einzuleiten. Die noch nicht resorbierten Anteile der Substanz sollten durch Gabe von Antazida oder Magnesium- und Calciumsalzen zu nicht resorbierbaren Chelatkomplexen gebunden werden. Eine Dialyse verän­dert die Serum‑Halbwertszeit nicht und würde deshalb keinen Nutzen in der Behandlung einer Überdosierung bringen.

Doxycyclin ist bei einmaliger oraler Aufnahme in mehrfachen, therapeutischen Dosen nicht akut toxisch. Bei Überdosierung besteht jedoch die Gefahr einer Pankreatitis.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01AA02

Vibravenös ist die zur intravenösen Injektion und Infusion bestimmte spritzfertige Lösung von Doxycyclin (Wirkstoff von Vibravenös).

Doxycyclin, welches zur Gruppe der Tetracycline gehört, wirkt bakteriostatisch, wahrscheinlich durch Hemmung der Proteinsynthese. Vibravenös ist gegen grampositive und gramnegative Erreger wirksam. Das antimikrobielle in-vitro-Spektrum aller Tetracycline ist nahezu identisch (siehe nachste­hende Tabelle).

Das bakterielle in-vitro-Erregerspektrum

(Die Zahlen in Klammern geben die Situationen/Organe an, wo der Erreger patho­gen wirkt. Siehe Anmerkungen 1-6.)

Mehrheitlich empfindliche Erreger (MHKWert ≤4 mg/l):

MHK‑Werte (mg/l); * MHK90 (mg/l)** Durchschnittswerte oder BandbreiteAnmerkungen

Grampositive bakterielle Erreger

Staphylococcus aureus0.1*(1), (2)
Streptococcus pneumoniae(Diplococcus pneum.)0.19‑3.1**(2)

Gramnegative bakterielle Erreger

Acinetobacter sp. calcoaceticus3.2*(2)
Actinomyces sp.1.0*(5)
Bacillus anthracis0.12‑5.0**(5)
Bacteroides sp.0.25‑>8**
Borrelia burgdorferi≤0.25‑2**
Borrelia recurrentis1‑10**
Borrelia duttonii1‑10**
Moraxella catarrhalis0.25*(2)
Brucella sp.(bei gleichzeitiger Gabe von Streptomycin)0.5‑2.0**

Campylobacter fetus (Vibrio fetus)

1.56*

Chlamydia psittaci

0.03

Chlamydia trachomatis

≤0.5*

Clostridium sp.0.1‑6.2**(5)
Francisella tularensis2‑10**
Haemophilus influenzae0.5*(2)
Klebsiella pneumoniae1‑>10**
Leptotrichia sp. (Fusobacterium sp.)0.1‑25 **(5)
Listeria monocytogenes0.25‑1.0 **(5)
Neisseria gonorrhoeae1.4*(2)
Neisseria meningitidis<1.0*(5)
Rickettsiae sp.1‑10**(6)
Vibrio cholerae (Vibrio comma)1.4*
Yersinia pestis2‑10**

Andere bakterielle Erreger

Mycoplasma pneumoniae1.6
Ureaplasma urealyticum0.05‑0.2**

Teilweise empfindliche und mehrheitlich mässig empfindliche bakterielle Erreger (MHKWert >4<16 mg/l):

MHK‑Werte (mg/l); * MHK90 (mg/l)** Durchschnittswerte oder BandbreiteAnmerkungen

Grampositive bakterielle Erreger

Streptococcus pyogenes0.19‑50**(2), (3), (4)
Streptococcus faecalis<0.19‑≥125**(2), (3)

Gramnegative bakterielle Erreger

Enterobacter aerogenes(Aerobacter aerogenes)6.3‑50**(2)
Escherichia coli5‑>10**(2)
Klebsiella sp.1‑>300**(2)
Shigella sp.5‑>10**(2)

Erreger, die in der Klinik empfindlich oder mässig empfindlich reagieren und in vitro nicht oder nur schwerlich kultivierbar sind:

MHK‑Werte (mg/l); * MHK90 (mg/l)** Durchschnittswerte oder BandbreiteAnmerkungen
Leptospiren
Treponema pallidum,Treponema pertenue(5)(5)
Plasmodium falciparum(Chloroquin‑resistente Stämme)

Resistente bakterielle Erreger (MHKWert ≥16 mg/l):

Proteus sp., Pseudomonas sp., viele Klebsiella/Enterobacter sp.,

Providenzia sp.

Anmerkungen

(1) Tetracycline sind nicht Antibiotika der Wahl für die Behandlung von Staphylokokken‑Infektionen aller Art.

(2) Vibravenös ist nur zur Behandlung von Infektionen mit empfindlichen Keimen indiziert, deshalb wird empfohlen eine bakteriologische Testung und einen Kulturnachweis vorzunehmen, da viele dieser Keime eine Tetracyclin‑Resistenz zeigen.

(3) Streptococcus sp.

Streptococcus pyogenes und Streptococcus faecalis sind teilweise resistent gegenüber Tetracyclinen. Ein Therapiebeginn mit Vibravenös sollte erst bei Vorliegen einer bakteriologischen Testung mit dem Ergebnis «empfindlich» eingeleitet werden.

(4) Für Infektionen des oberen Respirationstraktes mit beta‑hämolytischen Streptokokken der Gruppe A ist Penicillin üblicherweise das Antibiotikum der Wahl, einschliesslich für die Prophylaxe von rheumatischem Fieber.

(5) Wenn Penicillin kontraindiziert ist, ist Vibravenös eine Alternativtherapie.

(6) Rocky Mountain spotted fever, Typhus fever, Q‑fever, Rickettsialpox und Tick fevers.

Die Empfindlichkeit gegen Doxycyclin lässt sich mittels Dilutionstests oder Disk-Diffusionstests ermitteln, wobei standardisierte Techniken für die Empfindlichkeitsprüfung Anwendung finden, wie diejenigen, welche vom Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) empfohlen werden.

Laborresultate in Dilutionstests oder im standardisierten Disk-Diffusionstest sollten nach folgenden Kriterien interpretiert werden:

empfindlichmässig empfindlichresistent

Dilutionstest:

Hemmkonzentrationen≤4 µg/ml8 µg/ml≥16 µg/ml

Diffusionstest (Disk mit 30 µg Doxycyclin):

Hemmhofdurchmesser≥16 mm13-15 mm≤12 mm

Mässig empfindliche Keime sind empfindlich bei hoher Dosierung oder wenn die Infektion auf Gewebe und Flüssigkeiten begrenzt ist, in denen hohe Antibiotikaspiegel erreicht werden.

Die Empfindlichkeit der Mikroorganismen gegenüber Doxycyclin sollte geprüft werden. Es hat sich bei in-vitro-Tests gezeigt, dass Doxycyclin gegen gewisse Stämme wirksam ist, die gegen andere Tetracycline resistent sind.

Resistenz

Obwohl Tetracycline in vitro auch gegen einige Stämme von Acinetobacter, Bacteroides, Enterobacter aerogenes, Escherichia coli und Klebsiella aktiv sind, ist ein grosser Prozentsatz dieser Stämme resistent gegen Tetracycline. Fast alle Stämme von Proteus, Serratia und Pseudomonas aeruginosa sind gegen Tetracycline resistent.

Obwohl Tetracycline in vitro und in vivo auch gegen einige Staphylokokken- und Streptokokken-Stämme aktiv sind, wird in zunehmendem Masse über Tetracyclin-Resistenz dieser Bakterien berichtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Werden erwachsenen Versuchspersonen 100 mg Doxycyclin mit einer einstündigen Infusion (Konzentration: 0.4 mg/ml) verabreicht, werden maximale Plasmakonzentrationen von durchschnittlich 2.5 µg/ml erreicht. Werden 200 mg Doxycyclin mit einer zweistündigen Infusion (Konzentration 0.4 mg/ml) verabreicht, werden maximale Plasmakonzentrationen von durchschnittlich 3.6 µg/ml erreicht.

Distribution

Doxycyclin wird zu ca. 90% an Plasmaproteine gebunden.

Doxycyclin besitzt eine hohe Lipoid‑Löslichkeit und eine niedrige Affinität zu Calcium. Das Verteilungsvolumen beträgt 0.75 l/kg.

Tetracycline verteilen sich gut in den meisten Geweben (einschliesslich Nasennebenhöhlenschleimhaut) und Körperflüssigkeiten, einschliesslich Pleuraflüssigkeit, Bronchialsekret, Sputum, Speichel, Aszites, Synovialflüssigkeit, Tränen- und Glaskörperflüssigkeit und der Prostata- und Samenflüssigkeit.

Doxycyclin wird in die Galle verteilt, die Konzentration in der Galle kann das 5-15-fache der Plasmakonzentration betragen.

Tetracycline werden in den retikuloendothelialen Zellen der Leber, der Milz und des Knochenmarks, im Knochen sowie im Dentin und Schmelz der noch nicht durchgebrochenen Zähne gespeichert.

Die Konzentrationen im Liquor cerebrospinalis erreichen nur 10-30% der Plasmakonzentration.

Tetracycline passieren die Placenta.

Doxycyclin wird in die Muttermilch ausgeschieden und erreicht in dieser 30-40% der mütterlichen Plasmakonzentration.

Metabolismus

Doxycyclin wird nicht metabolisiert. Nach biliärer Ausscheidung wird Doxycyclin durch Chelatbildung im Darm inaktiviert.

Elimination

Nach einmaliger Doxycyclin‑Verabreichung beträgt die Halbwertszeit ungefähr 16 Stunden und nach wiederholter Verabreichung ungefähr 23 Stunden. Doxycyclin wird in der Leber konzentriert und über die Galle in den Intestinaltrakt ausgeschieden, von wo es reabsorbiert werden kann (entero‑hepatischer Kreislauf). Doxycyclin passiert die Leber und wird in der Gallenblase konzentriert.

Doxycyclin wird hochkonzentriert, in biologisch aktiver Form im Urin und im Faeces ausgeschieden (Q0 = 0.7). Während der ersten 48 Stunden nach Verabreichung einer Einzeldosis werden ungefähr 20% des verabreichten Doxycyclins unverändert renal und ungefähr 30% unverändert fäkal ausgeschieden.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin‑Clearance ungefähr 75 ml/Min.) werden etwa 40% der verabreichten Menge von Doxycyclin innert 72 Stunden durch die Nieren ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin‑Clearance <10 ml/Min.) kann die renale Ausscheidung von 40%/72 Stunden auf 1‑5%/72 Stunden des verabreichten Doxycyclins absinken.

Bei Patienten mit normaler bzw. stark eingeschränkter Nierenfunktion waren die Serum‑Eliminations‑Halbwertszeiten annähernd gleich. Gemäss vorliegenden Studien kumuliert Doxycyclin in üblicher Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht. Deshalb kann Doxycyclin bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in der üblichen Dosierung eingesetzt werden.

Dialyse

Hämodialyse und Peritonealdialyse verändern die Serum-Halbwertszeit von Doxycyclin nicht.

Leberfunktionsstörungen

Über pharmakokinetische Parameter bei Leberfunktionsstörungen liegen keine Angaben vor.

Geriatrie

Über pharmakokinetische Parameter bei älteren Patienten liegen keine Angaben vor.

Pädiatrie

Über pharmakokinetische Parameter bei Kindern liegen keine Angaben vor. Die Anwendung von Doxycyclin wird erst bei Kindern, die älter als 12 Jahre sind, empfohlen.

Präklinische Daten

Es wurden keine Langzeit-Tierstudien zur Evaluierung des karzinogenen Potenzials von Doxycyclin durchgeführt. Aus Studien mit den verwandten Antibiotika Oxytetracyclin und Minocyclin gibt es allerdings Beweise für eine onkogene Aktivität bei Ratten (Nebennieren- und Hypophysentumor, resp. Schilddrüsentumor).

Obschon keine Mutagenitätsstudien mit Doxycyclin durchgeführt wurden, wurde auch über positive Resultate bei in-vitro-Säugetier-Zell-Assays für verwandte Antibiotika (Tetracycline, Oxytetracycline) berichtet.

Tierversuche zeigten, dass Tetracycline durch die Placentarschranke diffun­dieren und im fötalen Gewebe nachzuweisen sind. Sie können den sich entwickelnden Fötus schädigen. Teilweise besteht ein Zusammenhang mit einer Verzögerung der Skelett‑Entwicklung. Zeichen einer Embryotoxizität beobachtete man auch bei Tieren, die während der Frühtragzeit behandelt wurden.

Orale Tagesdosen von bis zu 250 mg Doxycyclin pro kg Körpergewicht hatten keine offensichtliche Wirkung auf die Fertilität von weiblichen Ratten. Die Wirkung auf die männliche Fertilität wurde nicht untersucht.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Vibravenös ist mit Ringer-Lösung nicht kompatibel.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die Ausscheidung von PVP kann zu falsch positiven Reaktionen mit z.B. folgenden Teststreifen führen: Albustix «Ames», Uristix «Ames», Labstix «Ames», Urei, Combur Tests.

Glukosetests im Urin

Obwohl es bekannt ist, dass Tetracycline zu falsch positiven Resultaten von Urinzucker-Bestimmungen geführt haben, wenn die Kupfersulfat-Methode (Benedict, Clinitest®) verwendet wurde, so kann dieser Effekt durch die Ascorbinsäure, welche in den parenteralen Formen der Tetracycline enthalten ist, verursacht werden. Es ist auch erwiesen, dass Tetracycline falsch negative Resultate bei Urinzucker-Tests mit Glukose-Oxidase Reagenzien (z.B. Clinistix®, Tes-Tape®) verursachen.

Andere Labortests

Tetracycline interferieren generell mit fluorometrischen Bestimmungen von Harn-Katecholaminen (falsche Erhöhung der Werte).

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vibravenös ist im Kühlschrank bei 2-8 °C zu lagern; es sollte nicht direkter Sonnenbestrahlung oder übermässiger Hitze ausgesetzt und nicht eingefroren werden.

Die Lösung hat eine gelb-bräunliche Eigenfarbe (max. No 12 Gardner Color Scale). Eine stärkere Verfärbung der Lösung kann eine Wirkungseinbusse anzeigen; verfärbte Lösungen sollten nicht verwendet werden.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die zur intravenösen Injektion bestimmte Lösung soll nicht intramuskulär oder subkutan injiziert werden; eine paravenöse Injektion ist zu vermeiden.

Die Dauer der Infusion kann mit der Dosis (100 bis 200 mg täglich) variieren, liegt aber normalerweise bei 1 bis 4 Stunden. Die empfohlene Mindestdauer der Infusion für 100 mg (einer 0.5 mg/ml Lösung) beträgt eine Stunde.

Eine rasche Verabreichung ist zu vermeiden. Die i.v. Injektion soll pro 100 mg Doxycyclin mindestens 2 Minuten dauern.

Vibravenös kann direkt in die Vene injiziert werden oder in den Infusionsschlauch, der eine der nachfolgend angegebenen kompatiblen Infusionslösungen enthält. Die Ampullenlösung kann im Voraus mit der Infusionslösung gemischt werden, wenn die Lösung frisch zubereitet, vor Sonnenlicht geschützt und innerhalb 24 Stunden aufgebraucht wird.

Folgende Lösungen sind geeignet: sterile isotonische NaCl‑Lösung sowie 5%ige, 10%ige oder 20%ige Glukoselösung.

Andere Arzneimittel sollten der Ampullenlösung oder der Vibravenös‑haltigen Infusionslösung nicht zugesetzt werden.

Zulassungsnummer

36829 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

Mai 2016.

LLD V006

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