Vermox Tabl 500 Mg 100 Stk

Vermox Tabl 500 Mg 100 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Mebendazolum 500 mg.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weisse bis schwach creme-farbene runde, abgeflachte Tabletten.

1 Tablette enthält 500 mg Mebendazol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von intestinalem Wurmbefall

Zystische Echinokokkose, verursacht durch Echinococcus granulosus (Hundebandwurm).

Alveoläre Echinokokkose, verursacht durch Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm).

Die medikamentöse Behandlung der Echinokokkose mit Vermox 500 mg kann zur Stabilisierung von Echinococcus-granulosus-Zysten (zystische Echinokokkose) führen und vermag bei alveolärer Echinokokkose (E. multilocularis) die Progression der Krankheit günstig zu beeinflussen, ohne aber die Parasiten zuverlässig abzutöten. Vermox 500 mg ist deshalb indiziert zur perioperativen Metastasenprophylaxe in Verbindung mit chirurgischen Eingriffen (besonders bei E. granulosus), bei chirurgisch nicht vollständig sanierten Fällen sowie bei inoperablem Krankheitsbild (besonders bei E. multilocularis).

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahre

Echinokokkose

Richtdosen für den Therapiebeginn:

1. Woche: 3× 1 Tablette täglich.

2. Woche: 3× 2 Tabletten täglich.

Ab 3. Woche: 3× 3 Tabletten täglich.

Die Erhaltungsdosis muss, ausgehend von Plasmaspiegelbestimmungen, sorgfältig individuell festgelegt werden (Zielplasmaspiegel: 250 nmol/l, gemessen 4 Std. nach Einnahme der Morgendosis). Tagesdosen von mehr als 12 Tabletten (6 g Mebendazol) sind erfahrungsgemäss selten notwendig.

Zwecks besserer Resorption empfiehlt es sich, Vermox 500 mg zusammen mit fettreicher Nahrung einzunehmen.

Zu Beginn der Behandlung sowie in mehrwöchigen Abständen während einer Langzeittherapie sind die Blutparameter und die Leberfunktion zu kontrollieren.

Die perioperative Prophylaxe beginnt üblicherweise kurz vor dem Eingriff und wird während bis zu 3 Monaten nachher fortgesetzt.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Mebendazol oder einem der Hilfsstoffe.

Kinder unter 1 Jahr.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da bei Kindern unter 1 Jahr zu wenig Erfahrungen vorliegen und in seltenen Fällen Berichte über Konvulsionen beschrieben wurden, sollte Vermox 500 mg in dieser Altersgruppe nicht eingesetzt werden.

Bei der Langzeittherapie der Echinokokkose ist die Mitüberwachung der Behandlung durch einen Spezialisten empfehlenswert.

In seltenen Fällen wurden reversible Leberfunktionsstörungen, Hepatitis und Neutropenie bei Patienten berichtet, welche mit Mebendazol in der Standarddosierung behandelt wurden. Diese Vorkommnisse wurden, nebst Glomerulonephritis, auch bei wesentlich höheren Dosierungen als den empfohlenen und bei Behandlung über einen längeren Zeitraum festgestellt. Während der Behandlung sollten die Leber- sowie die Nierenparameter regelmässig kontrolliert werden.

Bei Patienten mit Leber- oder Gallenwegstörungen (hepatozellulärer Insuffizienz, Cholestase) müssen Initial- und Erhaltungsdosis reduziert werden. Während einer Langzeitbehandlung ist bei diesen Patienten eine besonders engmaschige Kontrolle der Mebendazol-Plasmaspiegel und der Leberfunktion notwendig.

Zur Anwendung von Vermox 500 mg bei Kindern unter 14 Jahren liegen nur wenig Erfahrungen vor.

Bei Diabetikern kann Vermox 500 mg den Insulinbedarf senken, weshalb der Blutzuckerspiegel bei dieser Patientengruppe engmaschig überwacht werden sollte.

Ergebnisse einer Case-Control Studie, welche den Ausbruch des Stevens-Johnson Syndrom/toxisch epidermalen Nekrolyse (SJS/TEN) untersuchte, deuten darauf hin, dass ein möglicher Zusammenhang zwischen SJS/TEN und der gleichzeitigen Verabreichung von Mebendazol und Metronidazol besteht. Es existieren keine weiteren Daten, die auf eine solche Arzneimittel-Interaktion hinweisen. Deshalb soll die gleichzeitige Verabreichung von Mebendazol und Metronidazol vermieden werden.

Interaktionen

Enzyminduzierende Arzneimittel, wie z.B. Phenytoin und Carbamazepin, können die Plasma- und Gewebekonzentrationen von Mebendazol erniedrigen.

Bei Diabetikern kann Vermox 500 mg den Insulinbedarf senken, weshalb der Blutzuckerspiegel bei dieser Patientengruppe engmaschig überwacht werden sollte.

Die gleichzeitige Behandlung mit Cimetidin kann den Metabolismus von Mebendazol in der Leber behindern, was höhere Plasmaspiegel von Mebendazol zur Folge hat. Vor allem bei längerer Behandlungsdauer sind Plasmaspiegelbestimmungen empfohlen und eventuell die Dosis anzupassen. Die gleichzeitige Verabreichung von Mebendazol und Metronidazol soll vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

In Ratten und Mäusen besitzt Mebendazol teratogene und embryotoxische Eigenschaften. Klinische Erfahrungen bei schwangeren Frauen sind beschränkt. Mebendazol darf während der Schwangerschaft, insbesondere während des ersten Trimesters nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Mebendazol in die Muttermilch übergeht. Bei der Anwendung von Vermox 500 mg während der Stillzeit wird empfohlen, abzustillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Vermox 500 mg hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Daten aus klinischen Studien

Die Sicherheit von Vermox 500 mg wurde bei 6276 Personen in 39 klinischen Studien bei der Behandlung parasitärer Einzel- oder Mischerkrankungen des Magendarmtraktes untersucht. In diesen 39 klinischen Studien traten bei den mit Vermox 500 mg behandelten Patienten keine unerwünschten Wirkungen mit einer Häufigkeit ≥1% auf.

Tabelle 1 führt die unerwünschten Wirkungen auf, die bei <1% der mit Vermox 500 mg behandelten Patienten auftraten.

Tabelle 1. Unerwünschte Wirkungen, die bei den in 39 klinischen Studien mit Vermox behandelten Patienten selten bis gelegentlich auftraten

SystemorganklasseHäufigkeitskategorieUnerwünschte Wirkung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

GelegentlichSchmerzen und Beschwerden im Bauchraum, Diarrhö, Blähungen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

SeltenAusschlag

Daten nach Markteinführung

Tabelle 2 enthält die unerwünschten Wirkungen, die im Rahmen der Marktüberwachung von Vermox (Mebendazol) erstmals aufgetreten sind.

Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert:

Sehr häufig (≥1/10).

Häufig (≥1/100, <1/10).

Gelegentlich (≥1/1000, <1/100).

Selten (≥1/10'000, <1/1000).

Sehr selten (<1/10'000), Einzelberichte eingeschlossen.

Tabelle 2. Im Rahmen der Anwendungsbeobachtung von Vermox aufgetretene unerwünschte Wirkungen nach Häufigkeitskategorie (auf Basis der Spontanmeldequoten geschätzt)

Systemorganklasse HäufigkeitskategorieUnerwünschte Wirkung

Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems

Sehr seltenNeutropenie, Agranulozytose

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr seltenÜberempfindlichkeit, einschliesslich anaphylaktischer und anaphylaktoider Reaktionen

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr seltenKonvulsionen, Schwindelgefühl

Affektionen der Leber und Gallenblase

Sehr seltenHepatitis, abnormale Leberfunktionswerte

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr seltenToxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Exanthem, Angioödem, Urtikaria, Alopezie

Überdosierung

Bei Patienten, die mit erheblich höheren Dosen als den empfohlenen, oder die über längere Zeiträume hinweg behandelt wurden, sind in seltenen Fällen folgende unerwünschte Wirkungen aufgetreten: Alopezie, reversible Leberfunktionsstörungen, Hepatitis, Agranulozytose, Neutropenie und Glomerulonephritis. Mit Ausnahme von Glomerulonephritis sind diese Reaktionen auch bei Patienten aufgetreten, die mit Mebendazol in Standarddosierung behandelt worden sind.

Symptome

Nach der Einnahme sehr hoher Dosen Mebendazol können Magen-Darm-Krämpfe, Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten.

Behandlung

Es gibt kein spezifisches Antidot. Wenn es für angemessen erachtet wird, kann Aktivkohle verabreicht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: P02CA01

Wirkungsmechanismus

Bei therapeutischer Anwendung interferiert Mebendazol mit dem Mikrotubulussystem im Darmlumen der Würmer. Mebendazol bindet spezifisch an die Tubuli und verursacht ultrastrukturelle degenerative Veränderungen in deren Darm.

Dies führt zu einer Unterbrechung der Glukose-Aufnahme und der verdauungsfördernden Funktionen beim Wurm. In der Folge kommt es zu autolytischen Prozessen.

Die Glucoseaufnahme in Säugetierzellen sowie die Blutglucosekonzentration beim Menschen werden durch Mebendazol nicht beeinflusst.

Bei der Trichinose kann ein parasitentötender Effekt angenommen werden. Der Einfluss auf manifeste Echinococcus-Zysten besteht vorwiegend in einer Wirkung auf die Keimschicht und damit einer Wachstums- und Metastasierungshemmung; unverkapselte Protoscolices werden abgetötet (Metastasenprophylaxe). Zysten des Echinococcus granulosus können auch abgetötet werden. Die Wirkung von Vermox 500 mg bei der Behandlung der Zystizerkose ist nicht belegt.

Pharmakokinetik

Absorption

Wegen unvollständiger Absorption und einem starken First-pass Effekt (prä-systemischer Metabolismus) erreichen nach oraler Einnahme bis ca. 20% der verabreichten Dosis die systemische Zirkulation. Maximale Plasmaspiegel werden im Allgemeinen 2–4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Wirksame Plasmakonzentrationen, welche zur Behandlung von Gewebeparasitosen wie Echinokokkosen und Trichinosen erzielt werden müssen, liegen bei etwa 250 nmol/l (= 73,8 ng/ml). Die gemessenen Plasmaspiegel weisen jedoch grosse inter- und intraindividuelle Unterschiede auf. Konzentrationen ab 2000 nmol/l (= 590 ng/ml) lagen im Tierversuch im toxischen Bereich.

Wenn die Einnahme gleichzeitig mit der Nahrungsaufnahme erfolgt, wird die Resorption durch den fetthaltigen Anteil der Nahrung verbessert.

Distribution

Die Plasma-Proteinbindung von Mebendazol beträgt 90–95%. Das Verteilungsvolumen beträgt 1–2 l/kg, was darauf hindeutet, dass Mebendazol in Bereiche ausserhalb des vaskulären Raumes penetriert. Diese Schlussfolgerung wird durch Daten bei Patienten unter chronischer Mebendazol Therapie (z.B. 40 mg/kg pro Tag für 3–21 Monate) gestützt, welche Wirkstoffspiegel im Gewebe zeigen. Die Konzentration ungebundenen Wirkstoffs ist in den Echinokokkus-Zysten und im Plasma vergleichbar hoch.

Metabolismus

Oral verabreichtes Mebendazol wird extensiv metabolisiert vor allem in der Leber. Schätzungsweise 85% des resorbierten Wirkstoffs werden bei der ersten Passage durch das Darmepithel und die Leber metabolisiert. Die scheinbare Halbwertszeit liegt bei normaler Leberfunktion bei 2,5–5,5 Std. Eine beeinträchtigte Leberfunktion, eine beeinträchtigte Metabolisierung oder eine verminderte Gallenausscheidung kann zu höheren Mebendazol-Konzentrationen im Plasma führen. Die Hauptmetaboliten von Mebendazol (Amino- und Hydroxymetabolit) weisen höhere Plasmakonzentrationen als der Wirkstoff auf, sind jedoch nur von unbedeutender pharmakologischer Aktivität.

Elimination

Die Metaboliten sowie unveränderter Wirkstoff werden grösstenteils konjugiert über die Galle und über den Urin ausgeschieden, wobei teilweise ein enterohepatischer Kreislauf stattfindet. Im Urin werden nach Einmalgabe von 100 mg innerhalb von 48 Std. 2–10% der Dosis vor allem metabolisiert wiedergefunden. Die Eliminations-Halbwertszeit nach einer oralen Dosis bewegt sich bei den meisten Patienten zwischen 3–6 Stunden.

Steady-State Pharmakokinetik

Während der chronischen Verabreichung (z.B. 40 mg/kg pro Tag während 3–21 Monaten) sind die Plasmakonzentrationen von Mebendazol und seinen Hauptmetaboliten im Steady-State Bereich um ungefähr das 3-fache höher als nach Einmaldosierung.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Während sich die kinetischen Parameter bei nierengeschädigten Patienten nicht wesentlich verändern dürften, muss bei hepatozellulärer Insuffizienz oder Cholestase wegen der verlangsamten Ausscheidung mit erhöhten Plasmakonzentrationen gerechnet werden.

Präklinische Daten

Mutagenität/Kanzerogenität

Bei Mäusen und Ratten wurde keine karzinogene Wirkung beobachtet. In in vitro Gen-Mutagenitäts Studien wurde keine mutagene Aktivität festgestellt. In vivo Tests zeigten keine strukturellen Beschädigungen der Chromosomen. Beim Micronukleus-Test wurden aneugenische Effekte in den somatischen Säugetierzellen über der grenzwertigen Plasmakonzentration von 115 ng/ml beobachtet.

Reproduktionstoxizität

Bei maternal toxischen Dosen von einer Einzeldosierung von 10 mg/kg KG und mehr wurden embryotoxische und teratogene Aktivitäten bei trächtigen Ratten festgestellt. Teratogene und fötotoxische Effekte wurden bei Mäusen beobachtet nach der Gabe von maternal toxischen Dosen von 10 mg/kg und mehr. Bei anderen getesteten Tierspezies wurden keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität gefunden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel ist in der verschlossenen Originalpackung an einem trockenen Ort bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufzubewahren.

Zulassungsnummer

38853 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Juni 2015.

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