Tranxilium Trockensub 50 Mg/2.5ml C Sol Amp 5 Stk

Tranxilium Trockensub 50 Mg/2.5ml C Sol Amp 5 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Lyophilisat

Wirkstoff: dikalii clorazepas.

Hilfsstoffe: Mannitol, Kaliumkarbonat.

Solvens

Kalium-Dihydrogenphosphat, aqua ad injectionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Praeparatio cryodesiccata: Dikalii clorazepas 50 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Anxiolytikum und Sedativum mit raschem Wirkungseintritt, das indiziert ist:

  • als Prämedikation vor Endoskopien, Katheterisierung, vor neuroradiologischen Untersuchungen,
  • als Prämedikation vor Allgemeinnarkose und vor kleinen Eingriffen in Lokal- resp. Leitungsanästhesie,
  • bei psychomotorischer Unruhe und Verwirrtheitszuständen (Beispiel: Prädelir und Delirium tremens),
  • als Zusatz zur Infusionsbehandlung mit Antidepressiva.

Dosierung/Anwendung

Verabreichungsart

Verabreichungswege: i.m. oder i.v. als langsame Injektion.

Bei direkter i.v.-Injektion soll die Injektion langsam in eine grosse Vene erfolgen. Es muss Ausrüstung für künstliche Beatmung zur Verfügung stehen.

Therapiedauer

In der Regel wird Tranxilium Injektionslösung nur über einen kurzen Zeitraum verabreicht (bei akuten Störungen auch einige Tage).

Bei längerer Behandlung muss das Risiko einer Abhängigkeit berücksichtigt werden (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» in der Fachinformation für die oralen Formen von Tranxilium).

Übliche Tagesdosierung

Erwachsene:

Unruhe- und Verwirrtheitszustände (vorzugsweise i.v., aber auch i.m.): Initial 1-2 Ampullen Tranxilium 50 mg (entsprechend dem zuerst vorgefundenen Krankheitsbild), nach Bedarf alle 2, dann alle 4-6 Stunden wiederholt, bis die klinischen Symptome für mindestens 24 Stunden verschwinden. Dann geht man auf orale Behandlung mit 3-5 Einheiten Tranxilium 20 mg/24 Stunden über.

Als Prämedikation

  • i.v. als langsame Injektion: 1 Ampulle etwa 15 Minuten vor dem Eingriff
  • i.m.: 1 Ampulle 30-45 Minuten vor dem Eingriff

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder von 10 bis 15 Jahren

Als Prämedikation: 1 mg/kg Körpergewicht (siehe «Kontraindikationen»).

Ältere und/oder niereninsuffiziente Patienten

Es wird empfohlen, die Dosierung zu verringern. Beispielsweise kann die Hälfte der üblicherweise verwendeten Dosis ausreichend sein.

Leberinsuffizienz

Die kleinste wirksame Dosis ist zu verwenden.

Modalitäten des Behandlungsabbruchs

Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Kontraindikationen

  • Bekannte Benzodiazepin-Allergie oder Überempfindlichkeit gegen andere Inhaltsstoffe
  • Schwere dekompensierte Atmungsinsuffizienz
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom
  • Myasthenia gravis
  • Kinder unter 10 Jahren

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

  • Die gleichzeitige Verwendung von Benzodiazepinen und Natriumoxybat sollte vermieden werden, da sich hierdurch das Risiko einer Atemdepression erhöhen kann.
  • Harnretention und Engwinkelglaukom.
  • Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz. Bei Patienten mit Ateminsuffizienz muss der dämpfende Effekt der Benzodiazepine berücksichtigt werden (eine Verschlechterung der Hypoxie kann Angst und innere Unruhe auslösen, welche die Aufnahme des Patienten in eine Intensivpflegeabteilung rechtfertigen).
  • Kinder unter 10 Jahren: Es liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen bei Kindern unter 10 Jahren vor. Von der Verabreichung von Clorazepat wird in diesen Fällen daher abgeraten.
  • Kinder ab 10 Jahren und ältere Patienten: Bei Verabreichung eines Benzodiazepins an Kinder und ältere Patienten ist Vorsicht geboten wegen des Risikos unerwünschter Nebenwirkungen auf das Zentralnervensystem, welches häufiger als bei anderen Patienten besteht (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»). Dabei sind ältere Patienten empfindlicher gegenüber unerwünschten Reaktionen wie z.B. Somnolenz, Schwindel oder Muskelschwäche, die zu Stürzen mit schwerwiegenden Folgen bei dieser Bevölkerungsgruppe führen können. Dementsprechend empfiehlt sich eine Reduzierung der Dosis.
  • Leberinsuffizienz: Durch Verabreichung eines Benzodiazepins bei Leberinsuffizienz kann eine hepatische Enzephalopathie ausgelöst werden. Clorazepat darf daher in diesem Zusammenhang nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Die kleinste wirksame Dosis ist zu verwenden.
  • Niereninsuffizienz und ältere Patienten: Eine Dosisanpassung kann erforderlich sein (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).
  • Depressive Zustände: Es wird nicht empfohlen, bei depressiven Patienten und für die ängstliche Komponente der Depression ausschliesslich Benzodiazepine zu verwenden.
  • Von Alkoholgenuss während der Behandlung muss ausdrücklich abgeraten werden.
  • Die Kombination mehrerer Benzodiazepine ist zwecklos und kann unabhängig von der Indikation das Risiko einer Abhängigkeit erhöhen.
  • Bei Behandlungsabbruch kann es zum Entzugssyndrom kommen. (Siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» in der Fachinformation für die oralen Formen von Tranxilium).
  • Eine anterograde Amnesie kann besonders bei Einnahme der Arzneimittel vor dem Schlafengehen und kurzdauerndem Schlaf auftreten (z.B. vorzeitiges Erwachen durch eine äussere Störung).
  • Psychiatrische und paradoxe Reaktionen: Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Aggressivität, Sinnestäuschungen, Wutanfällen, Albträumen, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenem Verhalten und zu anderen unerwünschten Wirkungen auf das Verhalten führen. Die Behandlung ist beim ersten Auftreten entsprechender Symptome auszusetzen. Die genannten Reaktionen treten bei Kindern und älteren Patienten häufiger auf.

Interaktionen

  • Additive Wirkung (Synergie) mit neuromuskulären Inhibitoren (Curarimimetika, Myorelaxanzien).
  • Erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Entzugssyndroms bei Kombination von Benzodiazepinen, die als Anxiolytika oder Hypnotika verschrieben werden.

Abzuraten ist von der Kombination mit:

  • Alkohol: Von alkoholhaltigen Getränken und alkoholhaltigen Medikamenten während der Behandlung und während der Tage nach der letzten Verabreichung ist abzuraten, da der sedierende Effekt der Benzodiazepine durch Alkohol verstärkt wird.

Kombinationen, bei denen besondere Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind:

  • das Zentralnervensystem hemmende Medikamente: Morphinderivate einschliesslich Buprenorphin (Analgetika und Antitussiva), Barbiturate, Antidepressiva, sedierende Antihistaminika, andere Tranquilizer als Benzodiazepine, Neuroleptika, Clonidin und verwandte Substanzen.Die zentrale Dämpfung wird verstärkt mit erhöhtem Risiko einer Atemdepression bis hin zum Atemstillstand.
  • CYP 3A4-Inhibitoren: Diese Medikamente können die Verstoffwechselung des wirksamen Metaboliten von Clorazepat (N-Desmethyldiazepam) verringern. Bei gleichzeitiger Behandlung mit einem mässig starken oder starken CYP 3A4-Inhibitor und Clorazepat sind die Patienten zu überwachen.
  • Cimetidin und Disulfiram: mögliche Potenzierung der Tranxilium-Wirkungen. Von der gleichzeitigen Gabe wird abgeraten.
  • Clozapin: erhöhtes Risiko von Kollaps mit Atem- und/oder Herz-Stillstand.
  • Omeprazol und andere Inhibitoren des CYP 2C19: diese Produkte können den Metabolismus von Nordiazepam (N-Desmethyldiazepam, aktiver Metabolit) hemmen, was sich als Erhöhung der Serumspiegel dieses Produktes auswirkt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Foetus, aber der therapeutische Nutzen für die Mutter kann überwiegen.

Die Verwendung von Benzodiazepinen während des letzten Drittels der Schwangerschaft kann bei der Geburt beim Neugeborenen muskuläre Hypotonie, Hyperthermie und Atemnot verursachen.

Im Alter von wenigen Tagen bis einigen Wochen kann ein Entzugssyndrom auftreten. Hauptsymptome sind übermässige Erregbarkeit, Tremor, Krämpfe und Hypertonie.

Unter diesen Umständen sollte Tranxilium nur bei vitaler Indikation oder schweren Erkrankungen verordnet werden, bei denen es keine therapeutische Alternative mit geringerem Risiko gibt.

Stillzeit

Da N-Desmethyldiazepam in die Muttermilch übergeht, wird von der Verwendung von Tranxilium während der Stillzeit abgeraten. Hauptsymptome beim Kind, die bei einer Verabreichung von Clorazepat während der Stillzeit auftreten können, sind: Hypoaktivität, Gewichtsabnahme, Anorexie, Atemdepression und Apnoe.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wachsamkeit, Reaktionsvermögen: Benzodiazepine können die Vigilanzschwelle stören.

Besondere Vorsicht ist geboten im Strassenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen, da durch die Einnahme des Arzneimittels Somnolenz, Amnesie, Konzentrations- und Muskelfunktionsstörungen verursacht werden können.

Wegen der langen Halbwertszeit von Desmethyldiazepam muss eine durch Tranxilium verursachte Sedierung besonders bei Patienten berücksichtigt werden, bei denen ambulante Untersuchungen oder Eingriffe vorgenommen werden.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen von Tranxilium hängen von der Dosis und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten ab. Ihre Häufigkeit ist wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. makulopapulöse und pruriginöse Exantheme.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Bradyphrenie.

Gelegentlich: Bei bestimmten Patienten (v.a. bei Kindern und älteren Menschen) kommt es zu paradoxen Reaktionen wie Reizbarkeit, Aggressivität, Erregung, Oneirismus oder Halluzinationen.

Selten: Beim Absetzen der Behandlung kann ein Rebound-Effekt auftreten, der sich als Verschlimmerung der Angst äussert, wegen der die Behandlung begonnen wurde.

Eine längerfristige Anwendung – die mit der injizierbaren Form selten vorkommt – kann insbesondere bei hoher Dosierung eine physische Abhängigkeit hervorrufen. In diesen Fällen führt das Absetzen zum Entzugssyndrom (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Diese Wirkung kann schneller mit Benzodiazepinen mit kurzer Halbwertszeit, als mit Benzodiazepinen mit langer Halbwertszeit (mehrere Tage) erscheinen.

Störungen des zentralen Nervensystems

Sehr häufig: Somnolenz (insbesondere bei älteren Menschen).

Häufig:

  • Muskuläre Hypotonie und Ataxie, insbesondere bei älteren Menschen.
  • Gefühl des Berauscht seins.
  • Kognitive Störungen wie Gedächtnisstörungen (Anterograde Amnesie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)), Aufmerksamkeitsstörungen und Sprachstörungen.

Kardiovaskuläre Störungen

Hypotonie, Bradykardie.

Respirationstrakt

Atemdepression.

Haut und Subkutis

Selten: Makulopapulöses oder pruriginöses Exanthem.

Allgemeine Störungen und unerwünschte Erscheinungen am Applikationsort

Häufig: Asthenie.

Phlebitiden.

Stürze.

Unerwünschte Wirkungen der gesamten Klasse der Benzodiazepine:

Emotionale Taubheit, verringerte Aufmerksamkeit, Kopfschmerzen, Ataxie, Diplopie, gastrointestinale Störungen, Störungen der Libido, Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, die mit unangemessenem Verhalten verbunden sein können.

Psychiatrische und paradoxe Reaktionen: Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Aggressivität, Sinnestäuschungen, Wutanfälle, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenes Verhalten und andere unerwünschte Wirkungen auf das Verhalten.

Eine bereits vor der Behandlung vorhandene Depression kann während der Behandlung mit Benzodiazepinen wieder in Erscheinung treten.

Ferner kann es zu psychischer Abhängigkeit kommen.

Es wurden bereits Fälle von Benzodiazepin-Missbrauch dokumentiert.

Überdosierung

Die Symptome einer Überdosierung zeigen sich im Wesentlichen an tiefem Schlaf, der je nach verabreichter Dosis bis zum Koma gehen kann.

Die Prognose ist in der Regel günstig, falls keine Kombination mit anderen Psychopharmaka stattfand und der Patient behandelt wird.

Bei zu schneller Injektion oder gleichzeitiger Überdosierung von anderen zentralnervös dämpfenden Mitteln ist das Risiko einer Atemdepression bis hin zum Atemstillstand hoch.

Zu überwachen sind in einer spezialisierten Abteilung hauptsächlich die Atem- und Herzfunktion. Die Entwicklung ist in der Regel günstig.

Die Verabreichung von Flumazenil kann für die Diagnose und/oder Behandlung einer absichtlichen oder versehentlichen Überdosierung von Benzodiazepinen nützlich sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05BA05

Wirkungsmechanismus:

Die Wirksubstanz von Tranxilium ist Dikaliumclorazepat, ein lang wirksames Benzodiazepinderivat. Tranxilium als Injektionspräparat ist ein Anxiolytikum und Sedativum mit rascher Wirkung gegen Angstzustände und Unruhe. Wie alle Benzodiazepine hat Tranxilium auch eine muskelrelaxierende und krampf­lösende Komponente sowie eine amnestische Wirkung.

Ausser dem anxiolytischen Effekt kann man auch eine Sedierung erreichen, deren Ausmass dosisabhängig ist.

Diese Wirkungen hängen mit einer spezifischen agonistischen Wirkung auf einen zentralen Rezeptor zusammen, der Teil des Komplexes der «makromolekularen GABA-OMEGA-Rezeptoren» ist (auch BZD1 und BZD2 genannt), wodurch die Öffnung des «Chlor»-Kanals verändert wird.

Diese Eigenschaften wurden experimentell erarbeitet und dann in klinischen Versuchen bestätigt.

Bei Tier und Mensch kann eine Arzneimittelabhängigkeit beobachtet werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach parenteraler Verabreichung von Tranxilium 50 mg wird der maximale Blutspiegel von Dikaliumclorazepat bei i.m.-Injektion nach einer halben oder ganzen Stunde erreicht, nach i.v.-Injektion ist diese Frist viel kürzer.

Die maximalen Plasmakonzentrationen erreichen Werte in der Grössenordnung von 2'800 ng/ml nach i.m.-Injektion und 3'600 ng/ml, wenn das Produkt intravenös verabreicht wird.

Dikaliumclorazepat, dessen Halbwertszeit nach parenteraler Verabreichung etwa 2 Stunden beträgt, wird allmählich in N-Desmethyldiazepam umgewandelt. Der Plasma-Peak dieses aktiven Metaboliten wird nach etwa 12 Stunden erreicht.

Distribution

Dikaliumclorazepat und N-Desmethyldiazepam binden sich zu über 95% an Plasma-Eiweiss. Das Verteilvolumen von N-Desmethyldiazepam beträgt 90 l.

Diese Substanzen überschreiten die Plazentarschranke und gehen in die Muttermilch über.

Eine Untersuchung des Übergangs von Dikaliumclorazepat und N-Desmethyldiazepam in die Plazenta - beispielsweise nach einer Injektion während der Wehen - zeigt, dass die Konzentration zwischen Foetus und Mutter nach 4 Stunden ausgeglichen ist, wobei die fetale Konzentration 25% der mütterlichen Konzentration zum Zeitpunkt des Plasmapeaks beträgt.

Metabolismus und Elimination

Clorazepat und seine aktiven Metabolite (N-Desmethyldiazepam, Oxazepam) werden in der Leber metabolisiert und hauptsächlich im Urin in Form der unwirksamen konjugierten Derivate von Oxazepam, N-Desmethyldiazepam und Clorazepat ausgeschieden.

Die Halbwertszeit des N-Desmethyldiazepam bewegt sich zwischen 30 und 150 Stunden.

Der Metabolismus des N-Desmethyldiazepam erfolgt vor allem durch die Isoformen CYP 3A4 und CYP 2C19.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Es sind keine Studien zu Patienten mit leichter, mittelschwerer oder schwerer Niereninsuffizienz verfügbar. Bei niereninsuffizienten Patienten in Dialysebehandlung ist die Proteinbindung von N-Desmethyldiazepam vermindert und die Zunahme der freien Fraktion mit einer Verringerung der entsprechenden Clearance verbunden.

Leberinsuffizienz

Spezifische Studien über die Kinetik von Clorazepat bei Leberinsuffizienz liegen nicht vor. Allerdings scheinen sich die Serumkonzentrationen von N-Desmethyldiazepam bei einer leichten Leberschädigung nicht signifikant zu ändern. (Bezüglich Enzephalopathierisiko siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».)

Präklinische Daten

Akute/chronische/subchronische Toxizität

Benzodiazepine sind als gering toxisch einzuschätzen.

Untersuchungen zur subchronischen und chronischen Toxizität wurden an verschiedenen Tierarten (Ratte, Kaninchen, Hund, Rhesusaffe) durchgeführt. Am Hund traten nach hohen Dosen hepatotoxische Effekte (Anstieg von Lebergewicht, alkalischer Phosphatase, Serumcholesterin und SGPT) auf. Da bei keiner anderen Tierart hepatogene Effekte beobachtet wurden, kann von einer besonderen Speziesempfindlichkeit ausgegangen werden. Ein geringer Abfall der Leukozytenzahlen trat bei weiblichen Rhesusaffen nach hohen Dosen auf. Alle anderen Untersuchungsbefunde wichen nicht von der Norm ab.

Mutagenes und karzinogenes Potenzial

Dikaliumclorazepat wurde nicht bezüglich mutagener Wirkungen geprüft. Für Benzodiazepine liegen bisher keine relevanten Anhaltspunkte für eine Induktion von Gen- oder Chromosomenmutationen vor. Langzeituntersuchungen auf ein Tumor-erzeugendes Potenzial von Dikaliumclorazepat liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Tierexperimentelle Studien ergaben keinen offenbaren Hinweis für ein teratogenes Potenzial von Dikaliumclorazepat. Das Missbildungsrisiko bei Einnahme therapeutischer Dosen von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft scheint gering zu sein, obwohl einige epidemiologische Studien Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko des Auftretens von Gaumenspalten ergaben und einige Fallberichte über Fehlbildungen und geistige Retardierung pränatal exponierter Kinder nach Überdosierung und Vergiftung vorliegen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten:

Mischungen mit mehreren Medikamenten in derselben Spritze sind zu vermeiden.

Haltbarkeit:

Nach dem auf dem Behälter mit «Exp» bezeichneten Datum nicht mehr verwenden.

Besondere Lagerungshinweise:

Tranxilium als Injektionspräparat ist unterhalb 25 °C aufzubewahren.

Hinweise für die Handhabung:

Die Zubereitung der Injektionslösung darf nur mit dem spezifischen Lösungsmittel erfolgen und die zubereitete Lösung muss sofort verwendet werden.

Zulassungsnummer

41624 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

November 2015.

Verwendung dieser Informationen

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