Asacol Filmtabl 800 Mg 48 Stk

Asacol Filmtabl 800 Mg 48 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: mesalazinum (= 5-Aminosalicylsäure = 5-ASA).

Hilfsstoffe: Mannitol, Povidon K 30, Povidon K 90, Carboxymethylamylum natricum A, Magnesii stearas, Silica colloidalis anhydrica, Talcum, Methacrylsäure-Copolymer 1:2, Triethylcitrat, Eisenoxidrot, Eisenoxidgelb, Macrogol 6000.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten: 400 mg und 800 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Filmtabletten

Zur Akutbehandlung oder Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa (Colitis, Rektosigmoiditis und Proktitis).

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Bei Colitis ulcerosa, Proktitis, Rektosigmoiditis

Akuter Schub: 1 Asacol Filmtablette zu 800 mg morgens, mittags und abends.

Bei besonders schweren Krankheitsbildern und bei therapieresistenten Fällen kann die Tagesdosis bis auf 6 Tabletten zu 800 mg erhöht werden.

Asacol Filmtabletten können mit den Asacol Klysmen kombiniert verabreicht werden.

Rezidivprophylaxe: während der anfallfreien Phase um Rezidive zu vermeiden, ist eine Langzeitbehandlung angezeigt: 1 Asacol Filmtablette zu 400 mg morgens, mittags und abends.

Die Langzeitbehandlung mit Asacol sollte auch in der Rezidivprophylaxe konsequent durchgeführt werden.

Kinder

Es wurden keine Studien in der Pädiatrie durchgeführt, so dass es keine Dosierungsempfehlungen beim Kind gibt. Daher ist die Verabreichung an Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Wenn sich eine Behandlung bei Kindern von 2 bis 12 Jahren als notwendig herausstellt, wird empfohlen eher gebrauchsfertige Asacol Klysmen in Form von Rektalschaum zu benützen.

Kontraindikationen

Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen.

Peptisches Ulkus.

Allergien gegen Salizylate.

Krankhaft erhöhte Blutungsneigung.

Bei Kindern unter 2 Jahren nicht anwenden.

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Rezidive können sowohl nach Absetzen der Therapie als während der Therapie auftreten. Bei eventuellem Auftreten von allergischen Reaktionen ist die Therapie abzusetzen.

Bei Patienten, die mit Asacol behandelt wurden, sind Fälle von interstitieller Pneumopathie einschliesslich Lungenfibrose beobachtet worden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Lungensymptome wie Husten und Dyspnoe können Anzeichen einer Lungentoxizität wie einer interstitiellen Pneumopathie sein. Bei einem entsprechenden Verdacht muss die Behandlung mit Asacol unterbrochen werden.

Interaktionen

Patienten, die gleichzeitig mit Mesalazin und Thiopurinen wie Azathioprin oder 6-Mercaptopurin behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für Knochenmarksdepression/Leukopenie, die mit den Thiopurinen im Zusammenhang steht. Es sollte ein Blutbild gemacht und eine Anpassung der Thiopurindosis erwogen werden.

Möglicherweise kann Mesalazin die Resorption von Digoxin verhindern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Bei der Anwendung während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.

Es stehen jedoch zwei kleine, unkontrollierte Studien zur Verfügung über die orale Verabreichung von Asacol an schwangeren Frauen, bei denen die Schwangerschaft zu Ende gebracht werden konnte und keine Anomalien am Foetus festgestellt wurden.

Bei oraler Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin (einer Vorstufe von Mesalazin) passieren sowohl Mesalazin als auch N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure die Plazentaschranke. Allerdings sind die Mesalazin-Konzentrationen in der Nabelschnur und im Fruchtwasser sehr gering. Ob Mesalazin die Plazentaschranke im Anschluss an eine rektale Applikation passiert, ist nicht bekannt.

Nach Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin wurden von Mesalazin geringe Konzentrationen und von seinem acetylierten Metaboliten höhere Konzentrationen in der Muttermilch gemessen.

Deshalb soll das Präparat in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nur bei strenger Indikation verordnet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Nicht zutreffend.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen werden nach ihrer Häufigkeit in folgende Kategorien eingeteilt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 und <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 und <1/100), selten (≥1/10'000 und <1/1'000), sehr selten (<1/10'000) und Häufigkeit unbekannt (Postmarketing).

Störungen der Blut- und Lymphzirkulation

Thrombozytopenie, Neutropenie und Leukopenie, aplastische Anämie mit Knochenmarkdepression oder Panzytopenie wurde in der neueren Literatur berichtet.

Störungen des Immunsystems

Selten: dosisunabhängige Überempfindlichkeitsreaktionen wie allergische Exantheme, Fieber und Bronchospasmen. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Perikarditis, Myokarditis, Alveolitis wurden beobachtet.

Störungen des Nervensystems

Selten: Kopfschmerzen.

Atmungsorgane

Unbekannt: interstitielle Pneumopathie einschliesslich Lungenfibrose.

Funktionsstörungen der Nieren und der Harnwege

Selten: interstitielle Nephritis.

Gastrointestinale Störungen

Selten: Nausea, Erbrechen, Bauchschmerzen, Pankreatitis.

Überdosierung

Bedingt durch die galenischen Eigenschaften von Asacol Filmtabletten sowie durch die substanzspezifischen pharmakokinetischen Eigenschaften von Mesalazin, stehen nur geringe Mengen des Wirkstoffes für eine systemische Wirkung zur Verfügung. Somit ist auch bei Einnahme von sehr hohen Dosen nicht mit Intoxikationserscheinungen zu rechnen.

Prinzipiell müssten ähnliche Symptome auftreten wie sie bei Salizylatvergiftungen bekannt sind: gemischte Azidose-Alkalose, Hyperventilation, Lungenödem, Dehydratation durch Schwitzen und Erbrechen, Hypoglykämie.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A07EC02

Wirkungsmechanismus

Asacol wirkt entzündungshemmend im akuten Schub chronisch-entzündlicher Dickdarmerkrankungen und verhindert Rückfälle in der anfallsfreien Zeit. Eine genügend hohe Konzentration des Wirkstoffes im Darm hemmt die Biosynthese der Prostaglandine E2, der Thromboxane B2 und der Leukotriene, welche in den Darmschleimhäuten bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in stark erhöhten Konzentrationen vorkommen (bioptisch gesichert).

Asacol Filmtabletten sind resistent im Magen und im Dünndarm bei einem pH-Wert unterhalb von 7. Die spezielle Umhüllung mit Eudragit-S garantiert eine Freisetzung der Wirksubstanz erst ab pH 7, d.h. im terminalen Ileum und im Kolon, wodurch eine direkte Wirkung am Ort der Entzündung gewährleistet ist. Die Umhüllung Eudragit S wird nicht resorbiert.

Pharmakodynamik

Siehe Wirkungsmechanismus.

Klinische Wirksamkeit

Pharmakokinetik

Absorption

In Form von magensaftresistenten Filmtabletten eingenommen, wird Mesalazin (Asacol) bei oraler Verabreichung im Ileum terminale und im Kolon freigesetzt; bei rektaler Verabreichung im distalen Kolon und im Rectum.

Es wird nur ein geringer Teil der aktiven Substanz resorbiert.

Oral verabreichtes Mesalazin, in Form von Filmtabletten (Asacol), wird zu ca. 20% (14% bis 31%) resorbiert und innert 24 Stunden im Urin ausgeschieden, der Rest bleibt für eine topische Wirkung verfügbar, um dann in den Fäzes ausgeschieden zu werden. Bei Applikation einer Einzeldosis von 2400 mg (= 6 Asacol-Filmtabletten zu 400 mg) per os erreicht Mesalazin nach 6 Stunden einen Plasmapeak von 1,3 µg/ml. Sein Metabolit N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure ist dann in einer Konzentration von 2,3 µg/ml vorhanden.

Distribution

Die Verteilung von Mesalazin im menschlichen Körper ist nicht vollständig geklärt. Mesalazin wird beim Tier im Anschluss an eine Applikation per os oder i.v. und beim Menschen nach oraler Abgabe hauptsächlich durch den Urin ausgeschieden. Verabreicht man einem Erwachsenen rektal eine Mesalazin-Suspension, findet ein Übergang der Substanz vom Rectum in den Kolon statt. Mit Hilfe der Szintigraphie geführte Studien haben ergeben, dass Mesalazin Suppositorien im Rectum und teilweise im rektosigmoiden Bereich des distalen Kolons (20 cm vom Anus) verteilt werden. Das scheinbare Verteilungsvolumen (Vd) von Mesalazin beim Erwachsenen beträgt ungefähr 0,2 l/kg.

In vitro bindet sich Mesalazin zu 42% und sein acetylierter Metabolit zu 78% an Plasmaproteine.

Bei oraler Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin (einer Vorstufe von Mesalazin) passieren sowohl Mesalazin als auch N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure die Plazentaschranke. Allerdings sind die Mesalazin-Konzentrationen in der Nabelschnur und im Fruchtwasser sehr gering.

Ob Mesalazin die Plazentaschranke im Anschluss an eine rektale Applikation passiert, ist nicht bekannt.

Nach Verabreichung von Sulfasalazin, wurden von Mesalazin geringe Konzentrationen und von seinem acetylierten Metaboliten höhere Konzentrationen in der Muttermilch gemessen.

Metabolismus

Die resorbierte Fraktion wird in der Darmschleimhaut und in der Leber rasch zu Acetylmetaminosalicylsäure (N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure) biotransformiert.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit (t½) von Mesalazin und seinem Hauptmetaboliten N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure beträgt – bei oraler oder rektaler Verabreichung – im Falle von Mesalazin 0,5-1,5 Std. und im Falle seines Metaboliten 5-10 Std.

Im Anschluss an eine Applikation per os werden ca. 20% (14% bis 31%) der verabreichten Dosis im Urin ausgeschieden, und zwar hauptsächlich im Form von N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure.

Bei rektaler Verabreichung einer Mesalazin-Suspension werden der Wirkstoff selbst und sein Metabolit N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure in erster Linie in den Fäzes ausgeschieden. Der resorbierte acetylierte Metabolit wird rasch von den Nieren eliminiert und im Urin ausgeschieden (90% in 24 Std.). Die nichtresorbierte Fraktion, welche den grössten Teil der aktiven Substanz ausmacht, wird im Stuhl ausgeschieden.

Über die renale Clearance von Mesalazin liegen keine Daten vor. Bei oraler Verabreichung von Mesalazin an Patienten mit gutem Gesundheitszustand beträgt die scheinbare renale Clearance von N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure ca. 2,8 bis 4,3 ml/min. pro kg (Bandbreite: 1 bis 6,5 ml/Min. pro kg). Die renale Clearance dieses Metaboliten kann im Falle von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn herabgesetzt sein.

Präklinische Daten

Es sind keine präklinischen Daten verfügbar.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Nicht über 30 °C lagern. Vor Licht schützen. Verfallsdatum beachten.

Zulassungsnummer

46062 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

August 2015.

Verwendung dieser Informationen

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