Trandate Inj Loes 100 Mg/20ml 5 Amp 20 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Labetaloli hydrochloridum.

Hilfsstoffe

Tabletten: Color.: E 110 (Gelborange S), Excipiens pro compresso.

Ampullen: Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 100 mg und 200 mg (mit Filmüberzug).

Ampullen zu 100 mg/20 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Tabletten

Alle Formen und Schweregrade von Hypertonie.

Normalerweise lässt sich der erhöhte Blutdruck mit Trandate allein unter Kontrolle halten. Die gleichzeitige Einnahme anderer blutdrucksenkender Mittel kann den Gesamteffekt erhöhen. Wenn erwünscht, kann die Trandate-Therapie mit einer diuretischen Behandlung kombiniert werden.

Injektionslösung

Die Injektionslösung ist angezeigt, wenn eine rasche Senkung des Blutdruckes bei Patienten mit schwerer Hypertonie erforderlich ist und unmittelbar nach der akuten Phase eines Myokardinfarktes sowie zur kontrollierten Blutdrucksenkung bei chirurgischen Eingriffen.

Dosierung/Anwendung

Tabletten

Die Tabletten sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit möglichst nach den Mahlzeiten einzunehmen.

Erwachsene

Initial: 2× 200 mg/Tag. Anpassung der Dosierung: Bei ungenügender Blutdruckkontrolle Dosis nach 2 Wochen stufenweise um jeweils 200 mg/Tag steigern. Die meisten Patienten können mit einer Dosierung von 2–3× 200 mg/Tag eingestellt werden. Die Maximaldosis beträgt 2400 mg/Tag.

Falls erwünscht, z.B. bei Patienten mit niedrigem Körpergewicht, kann die Behandlung auch mit 2–3× 100 mg/Tag eingeleitet werden. Bei ungenügender Blutdruckkontrolle nach 2 Wochen wird die Initialdosis verdoppelt.

Folgt eine orale Trandate-Therapie einer parenteralen Trandate-Gabe, so sollte die Initialdosis 2× täglich 100 mg betragen.

Eine additive Wirkung ist zu erwarten, wenn Trandate Tabletten mit anderen Antihypertonika (z.B. Diuretika oder Methyldopa) kombiniert werden. Bei einer Umstellung von anderen blutdrucksenkenden Mitteln auf Trandate sollte die Trandate-Therapie mit 2× täglich 100 mg eingeleitet und gleichzeitig die vorhergehende Therapie schrittweise abgesetzt werden. Ein abruptes Absetzen von Clonidin oder β-Blockern sollte vermieden werden.

Ältere Patienten: Die Initialdosis zu Beginn einer oralen blutdrucksenkenden Therapie mit Trandate Tabletten ist üblicherweise 2× täglich 100 mg. Eine zufriedenstellende Blutdruckkontrolle kann möglicherweise mit einer tieferen Erhaltungsdosis als bei jüngeren Patienten erreicht werden.

Eingeschränkte Leberfunktion: Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion können geringere Dosen von Trandate Tabletten erforderlich sein (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Injektionslösung

Trandate Injektionslösung ist für die intravenöse Anwendung bei hospitalisierten Patienten bestimmt. Der Patient sollte bei der Verabreichung immer auf dem Rücken oder auf der linken Seite liegen. Innerhalb von 3 Stunden nach i.v.-Applikation dürfen die Patienten nicht aufstehen (Gefahr eines orthostatischen Blutdruckabfalls).

Dosierung

Erwachsene

i.v.-Injektion

Hypertensive Notfälle: Wenn eine rasche Senkung des Blutdrucks unbedingt nötig ist, so wird eine Dosis von 50 mg Trandate langsam, das heisst während mindestens 1 Minute, intravenös injiziert. Bei Bedarf kann diese Dosis nach jeweils 5 Minuten Wartezeit wiederholt werden, bis sich ein zufriedenstellendes Ergebnis zeigt. Die Gesamtmenge sollte 200 mg nicht überschreiten. Nach der ganzen Injektion tritt die stärkste Wirkung gewöhnlich innerhalb von 5 Minuten ein, und die tatsächliche Wirkungsdauer beträgt gewöhnlich rund 6 Stunden, sie kann sich aber auch bis auf 18 Stunden erstrecken.

Infusion

Als weitere Möglichkeit kann Trandate auch als intravenöse Tropfinfusion verabreicht werden. Dazu wird der Inhalt von 2 Ampullen (200 mg Trandate) mit 160 ml einer kompatiblen Infusionslösung (s. unter «Sonstige Hinweise: Inkompatibilitäten») verdünnt. Diese Infusionslösung enthält 1 mg/ml Trandate. Zur Verabreichung wird ein Infusionsbesteck für Kinder verwendet, an das zur besseren Dosierung eine Mass-Bürette von 50 ml angeschlossen wird.

Nicht schwangerschaftsbedingte Hypertonien

Die Infusionsgeschwindigkeit sollte etwa 2 mg (2 ml Infusionslösung)/min betragen.

Sobald ein befriedigendes Ergebnis erreicht ist, soll die Infusion unterbrochen werden. Die dazu notwendige Dosis bewegt sich zwischen 50 und 200 mg, je nach Schwere der Hypertonie. Bei den meisten Patienten genügen 200 mg völlig, doch kann auch ausnahmsweise eine Dosis von 300 mg nötig sein, namentlich bei Patienten mit Phäochromozytom. Je nach der Reaktion des Patienten kann die Infusionsgeschwindigkeit vom Arzt angepasst werden.

Schwangerschaftshypertonien

Zur Senkung einer Schwangerschaftshypertonie wird die Infusion mit einer Geschwindigkeit von 20 mg/h begonnen, dann kann diese Dosis alle 30 Minuten verdoppelt werden, bis eine genügende Blutdrucksenkung erreicht ist, oder bis zu einer Dosis von 160 mg/h (s. auch «Schwangerschaft»).

Hypertoniekrisen nach einem akuten Myokardinfarkt

Die initiale Infusionsgeschwindigkeit sollte 15 mg/h betragen und schrittweise, je nach Ansprechen des Patienten, bis zu einem Maximum von 120 mg/h erhöht werden.

Kontrollierte Blutdrucksenkung während Operationen

Für die kontrollierte Blutdrucksenkung während Operationen beträgt die Anfangsdosis 10–20 mg i.v. während 30 Sekunden. Jüngere Patienten und solche, welche kein Halothan erhalten, brauchen eine etwas höhere Dosis (25–30 mg). Halothan verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung von Trandate, deshalb sollte die Halothan-Konzentration nicht über 1 bis 1,5% betragen. Wenn innert 5 Minuten die angestrebte Blutdrucksenkung nicht eingetreten ist, können nochmals 5–10 mg Trandate gegeben werden, bis das gewünschte Resultat erreicht ist.

Die durchschnittliche Dauer der Blutdrucksenkung beträgt nach 20–25 mg Trandate Injektionslösung 50 Minuten. Die Blutdrucksenkung kann rasch rückgängig gemacht werden, wenn Halothan abgesetzt und 0,6 mg Atropin i.v. gegeben werden. Es ist dabei zu beachten, dass die intermittierende Überdruckbeatmung (IPPV) die durch Trandate und/oder Halothan hervorgerufene Blutdrucksenkung zusätzlich verstärken kann.

Überwachung

Während der Infusion soll der Blutdruck mit einem Monitor laufend überwacht werden. Ferner ist eine Monitor-Überwachung der Herztätigkeit nach der Injektion und während der Infusion zu empfehlen. Bei den meisten Patienten tritt eine leichte Senkung der Herzfrequenz auf; eine schwere Bradykardie tritt selten auf, sie kann mit 1–2 mg Atropin intravenös behoben werden. Die Atemfunktion soll bei Patienten mit vermuteter oder schon bestehender Atmungsinsuffizienz sorgfältig überwacht werden.

Erhaltungstherapie

Sobald eine angemessene Blutdrucksenkung erzielt worden ist, kann eine Erhaltungstherapie mit Trandate Tabletten fortgesetzt werden (s. oben unter «Tabletten»).

Kinder und Jugendliche

Es liegen zu wenig klinische Erfahrungen vor, um Trandate bei Kindern und Jugendlichen empfehlen zu können.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Dosierung bei Niereninsuffizienz

Bei Niereninsuffizienz muss die Dosis von Trandate nicht generell reduziert werden, hingegen ist besonders sorgfältig auf Nebenwirkungen zu achten.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit auf Labetalol oder einen Hilfsstoff von Trandate. Bei AV-Block 2. und 3. Grades, kardiogenem Schock und anderen Zuständen mit schwerer, langandauernder Hypotonie oder mit schwerer Bradykardie. β-Blocker, auch solche mit einer scheinbaren Kardioselektivität, sollten bei Asthma oder obstruktiver Atemwegserkrankung in der Anamnese nicht verwendet werden.

Wenn eine periphere Vasokonstriktion auf ein geringes Herzminutenvolumen hindeutet, darf Trandate nicht zur kontrollierten Blutdrucksenkung bei hypertensiven Krisen nach einem akuten Myokardinfarkt verwendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Spezielle Vorsicht ist bei Patienten mit Herzversagen oder Linksherzinsuffizienz angezeigt. Eine Herzinsuffizienz sollte vor Beginn der Trandate-Therapie in geeigneter Weise behandelt werden.

Ein abruptes Absetzen bzw. Unterbrechen der Therapie mit β-Blockern ist, insbesondere bei ischämischen Herzerkrankungen, zu vermeiden. Trandate ist schrittweise abzusetzen.

Vor einer Narkose braucht Trandate nicht abgesetzt zu werden, die Patienten sollten aber vorher Atropin intravenös erhalten. Die Wirkung von Halothan auf den Blutdruck wird durch Trandate verstärkt.

In seltenen Fällen wurde über erhöhte Leberfunktionswerte, Ikterus (verursacht durch Störung der Leberfunktion oder Cholestase), Hepatitis oder Lebernekrose berichtet. Die Symptome bilden sich gewöhnlich nach Absetzen von Labetalol zurück. Sie traten sowohl nach Kurz- als auch nach Langzeitbehandlung auf.

Bei ersten Anzeichen einer Leberfunktionsstörung sollten geeignete Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Wenn die Laborwerte auf eine Leberschädigung hinweisen oder der Patient einen Ikterus entwickelt, ist die Behandlung mit Trandate sofort abzubrechen und darf auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht wieder aufgenommen werden.

Weist die Anamnese eines mit β-Blockern behandelten Patienten auf schwere, durch eine Vielzahl von Allergenen verursachte anaphylaktische Reaktionen hin, ist bei einer Reexposition mit β-Blockern besondere Vorsicht geboten. Solche Patienten können auf die bei der Behandlung allergischer Reaktionen übliche Dosierung von Adrenalin nicht ansprechen.

Trandate sollte bei Patienten mit peripheren Gefässerkrankungen mit Vorsicht angewendet werden, da es zu einer Exazerbation der bestehenden Symptome kommen kann.

Die Dosierung von Trandate sollte bei Patienten, die eine symptomatische Bradykardie entwickeln, reduziert werden.

Aufgrund einer erhöhten AV-Überleitungszeit von β-Blockern, sollte Trandate bei Patienten mit AV-Block 1. Grades mit Vorsicht angewendet werden.

Wie andere β-Blocker, kann Trandate die Symptome einer Hyperthyreose und einer Hypoglykämie bei Diabetikern überdecken.

Falls Patienten, die bereits Labetalol erhalten zusätzlich eine Therapie mit Adrenalin benötigen, sollte die Dosis an Adrenalin reduziert werden, da die gleichzeitige Verabreichung von Labetalol und Adrenalin zu Bradykardie und Hypertonie (siehe «Interaktionen») führen kann.

Bei Patienten mit Phäochromozytom könnte Labetalol erst verabreicht werden, nachdem eine adäquate Alpharezeptorblockade erreicht worden ist.

Tabletten

Unter Therapie mit β-Blockern wurde über Hautausschläge und/oder trockene Augen berichtet. Die Inzidenz berichteter Fälle ist gering und in den meisten Fällen verschwanden die Symptome nach Abbruch der Therapie. Falls für das Erscheinen dieser Reaktionen keine anderweitigen Erklärungen beigezogen werden können, sollte eine ausschleichende Absetzung des Arzneimittels in Erwägung gezogen werden.

Trandate sollte bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden, da Labetalol bei dieser Patientengruppe langsamer als bei gesunden Probanden metabolisiert wird. Geringere Dosen können erforderlich sein (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Injektionslösung

Trandate kann die physiologischen Kompensationsreaktionen des Körpers auf eine plötzliche Hämorrhagie maskieren (Tachykardie und Vasokonstriktion). Deshalb sollte bei der Anwendung während Operationen sorgfältig auf Blutverluste geachtet werden.

Trandate sollte bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden, da Labetalol bei dieser Patientengruppe langsamer als bei gesunden Probanden metabolisiert wird.

Das Auftreten eines intraoperativen Floppy Iris Syndroms (IFIS, einer Variation des Small Pupil Syndroms) wurde im Rahmen einer Katarakt-Operation bei einigen Patienten beobachtet, die aktuell mit Tamsulosin behandelt wurden oder dieses Medikament vorgängig erhalten hatten. Vereinzelte Berichte wurden auch mit anderen Alpha-1-Adrenozeptorenblockern erhalten und die Möglichkeit eines Klasseneffekts kann nicht ausgeschlossen werden. Da IFIS zu vermehrten eingriffsbedingten Komplikationen während Kataraktoperationen führen könnte, sollte eine aktuelle oder vorgängige Behandlung mit Alpha-1- Adrenozeptorenblockern dem ophthalmologischen Chirurgen vor der Operation mitgeteilt werden.

Interaktionen

β-Blocker sollen im Allgemeinen nicht zusammen mit folgenden Arzneimitteln verabreicht werden: Klasse-I-Antiarrhythmika (wie Chinidin und Chinidin-ähnliche Substanzen, Lidocain und Lidocain-ähnliche Substanzen) und Klasse-IV-Antiarrhythmika (Calcium-Antagonisten vom Verapamil-Typ).

Die gleichzeitige Einnahme von trizyklischen Antidepressiva kann ein häufigeres Auftreten von Tremor zur Folge haben.

Cimetidin kann die Bioverfügbarkeit von Labetalol bei oraler Einnahme erhöhen.

Prostaglandin-Synthese-Hemmer wie Ibuprofen und Indometacin können die antihypertensive Wirkung von Labetalol vermindern. Somit kann die antihypertensive Wirkung von Trandate bei der gleichzeitigen Verabreichung mit Prostaglandin-Synthese-Hemmern (z.B. NSAIDs) vermindert werden, wodurch eine Dosisanpassung erforderlich sein kann.

Es wurde aufgezeigt, dass Labetalol die Aufnahme von MIBG (Metaiodobenzylguanidin)-Radioisotopen vermindert. Daher sind die bei der MIBG-Szintigraphie erhaltenen Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren.

Die Herzfrequenz-vermindernde Wirkung von Digoxin kann durch die Gabe von Labetalol verstärkt werden.

Die gleichzeitige Verabreichung von Labetalol mit Adrenalin kann zu einer Bradykardie und Hypertonie führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Obwohl in kontrollierten Studien bei Tieren keine teratogenen Wirkungen nachgewiesen werden konnten, sollte Trandate im 1. Trimenon der Schwangerschaft nur mit Vorsicht angewendet werden.

Beim Menschen passiert Labetalol die Plazentaschranke und demzufolge sollten die möglichen Folgen einer α- und β-Adrenorezeptoren-Blockade auf den Fötus und Neugeborenen berücksichtigt werden. Selten wurde über perinatale und neonatale Bradykardie, Hypotonie, Atemdepression, Hypoglykämie und Hypothermie berichtet. Manchmal tauchten diese Symptome ein oder zwei Tage nach der Geburt auf.

Trandate geht in geringen Mengen in die Muttermilch über (ca. 0,004% der mütterlichen Dosis). In sehr seltenen Fällen wurde bei gestillten Neugeborenen über unerwünschte Ereignisse (plötzlicher Kindstod, Durchfall, Hypoglykämie) berichtet, der Kausalzusammenhang ist jedoch nicht bekannt. Deshalb sollte Trandate bei stillenden Müttern nicht verordnet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Trandate kann das Reaktionsvermögen des Patienten beim Lenken eines Fahrzeuges oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Für dieses Arzneimittel besteht keine neue klinische Dokumentation zur Aufführung der unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und absoluter Häufigkeit. Das Auftreten wird bezeichnet als «sehr häufig» (>1/10), «häufig» (>1/100 und <1/10), «gelegentlich» (>1/1000 und <1/100), «selten» (>1/10'000 und <1/1000), «sehr selten» (<1/10'000).

Mit dem Stern (*) bezeichnete unerwünschte Wirkungen sind nur vorübergehend und treten meistens in den ersten Wochen der Behandlung auf.

Tabletten

Immunsystem

Sehr häufig: Krankheitsunabhängige, positive antinukleäre Antikörper.

Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Sehr selten: Systemischer Lupus erythematodes.

Überempfindlichkeitsreaktionen manifestieren sich als Hautausschläge (flechtenartige, reversible Hautausschläge), Pruritus und Dyspnoe sowie sehr selten als Quincke-Ödem und Fieber.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Depressive Stimmungslage*.

Nervensystem

Gelegentlich: Schwindel*, Kopfschmerzen*, Kribbeln in der Kopfhaut*.

Sehr selten: Tremor während der Schwangerschaft.

Augen

Häufig: Verschwommenes Sehen.

Sehr selten: Trockene Augen.

Berichte über verschwommenes Sehen konnten nicht unbedingt eindeutig mit Trandate in Verbindung gebracht werden.

Herz

Häufig: Kongestives Herzversagen.

Selten: Bradykardie.

Sehr selten: Herzblock.

Gefässe

Häufig: Orthostatische Hypotonie*.

Sehr selten: Exazerbation der Symptome des Raynaud-Syndroms.

Orthostatische Hypotonie ist bei sehr hohen Dosen häufiger oder falls die Initialdosis zu hoch ist und/oder die Dosissteigerung zu schnell erfolgt.

Atmungsorgane

Häufig: Verstopfte Nase*.

Gelegentlich: Bronchospasmen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Nausea.

Gelegentlich: Erbrechen, epigastrische Schmerzen.

Leber und Galle

Häufig: Erhöhte Leberfunktionswerte.

Sehr selten: Lebernekrose, Hepatitis, Ikterus (hepatozellulärer und cholestatischer Natur).

Die Leber-Nebenwirkungen sind im Allgemeinen reversibel, wenn Trandate abgesetzt wird.

Haut

Gelegentlich: Schwitzen*.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Krämpfe.

Sehr selten: Toxische Myopathie.

Über Krämpfe wurde berichtet, diese konnten jedoch nicht unbedingt mit Trandate in Verbindung gebracht werden.

Nieren und Harnwege

Häufig: Miktionsbeschwerden.

Sehr selten: Akute Urinretention.

Reproduktionssystem und Brust

Gelegentlich: Ejakulationsprobleme.

Häufig: Erektile Dysfunktion.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Lethargie*.

Sehr selten: Knöchelödeme*.

Injektionslösung

Immunsystem

Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Überempfindlichkeitsreaktionen manifestieren sich als Hautausschläge (flechtenartige, reversible Hautausschläge), Pruritus und Dyspnoe sowie sehr selten als Quincke-Ödem und Fieber*.

Herz

Häufig: Kongestives Herzversagen.

Selten: Bradykardie.

Sehr selten: Herzblock.

Gefässe

Häufig: Orthostatische Hypotonie*.

Sehr selten: Exazerbation der Symptome des Raynaud-Syndroms.

Orthostatische Hypotonie ist bei sehr hohen Dosen häufiger oder falls die Initialdosis zu hoch ist und/oder die Dosissteigerung zu schnell erfolgt.

Atmungsorgane

Häufig: Verstopfte Nase*.

Gelegentlich: Bronchospasmen.

Leber und Galle

Häufig: Erhöhte Leberfunktionswerte.

Sehr selten: Lebernekrose, Hepatitis, Ikterus (hepatozellulärer und cholestatischer Natur).

Die Leber-Nebenwirkungen sind im Allgemeinen reversibel, wenn Trandate abgesetzt wird.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Erektile Dysfunktion.

Überdosierung

Bei Überdosierung kann Trandate zu starkem Absinken von Blutdruck und Herzfrequenz führen. Der Patient wird hingelegt, und seine Beine werden hochgelagert. Man verabreicht ihm sofort 3 mg Atropin i.v. Nach einer Überdosierung von Trandate-Tabletten sollte das weitere Vorgehen nach klinischer Indikation oder gemäss Empfehlung des nationalen toxikologischen Zentrums gewählt werden.

Bei Herzversagen sind Glykoside und ein Diuretikum, bei Bronchospasmen die inhalative Form eines β2-Sympathomimetikums wie Salbutamol einzusetzen.

Wenig ist bei massiver Überdosierung von Trandate beim Menschen bis jetzt bekannt geworden, doch sind tiefgehende kardiovaskuläre Störungen zu erwarten. Mit Atropin kann die Bradykardie eingeschränkt werden. Falls weitere Massnahmen zur Erhaltung einer ausreichenden Funktion des Kreislaufs nötig werden, so ist Noradrenalin i.v. dem Isoprenalin vorzuziehen. Der Grund dafür liegt in den Untersuchungen, die in den Forschungslaboratorien der Glaxo Research & Development Ltd. mit Überdosierung von Trandate bei Hunden gemacht worden sind, in welchen Noradrenalin zur Wiederherstellung der Kreislauffunktion wirksamer war als Isoprenalin.

Beim Menschen beträgt die empfohlene Dosis 5–10 µg Noradrenalin zu Beginn als intravenöse Injektion, bei Bedarf je nach der Reaktion des Patienten zu wiederholen. Eine andere Möglichkeit besteht in der intravenösen Infusion von 5 µg Noradrenalin pro Minute, bis sich ein befriedigendes Ergebnis einstellt.

Bei massiver Überdosierung ist möglicherweise Glukagon i.v. vorzuziehen: einer initialen Bolusinjektion von 5–10 mg Glukagon (in Glukose oder NaCl-Lösung) soll eine Infusion von 5 mg/h folgen.

Es wurde über oligurisches Nierenversagen bei massiver oraler Überdosierung mit Labetalol berichtet. In einem Fall könnte das Nierenversagen durch Verabreichung von Dopamin zur Blutdrucksteigerung verschlimmert worden sein.

Durch Hämodialyse wird weniger als 1% Labetalol aus dem Plasma entfernt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C07AG01

Wirkungsmechanismus

Trandate besitzt sowohl α- wie β-blockierende Eigenschaften. Trandate senkt den arteriellen Blutdruck durch Blockierung der α-adrenergen Rezeptoren in den peripheren Arteriolen (Vasodilatation). Der periphere Widerstand wird dadurch vermindert. Gleichzeitig blockiert Trandate die β-adrenergen Rezeptoren (Betablockade). Diese β-Rezeptorenblockade schützt das Herz vor einer reflektorischen Sympathikus-Wirkung, wie sie durch eine, auf dem Wege der α-Blockade verursachte periphere Vasodilatation ausgelöst werden kann. Dadurch wird eine Blutdrucksenkung ohne kardiale Stimulation erzielt. Labetalol besitzt eine geringe intrinsische β-sympathomimetische Aktivität.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Resorption von Labetalol nach oraler Verabreichung erfolgt rasch, normalerweise wird die höchste Plasmakonzentration innert 2 Stunden erreicht.

Distribution

Die Proteinbindung beträgt ca. 50%.

Metabolismus

Es besteht ein signifikanter Leber-first-pass-Effekt, der eine Bioverfügbarkeit von ca. 25% bewirkt.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit von Labetalol beträgt ca. 4 Stunden (in der Schwangerschaft etwas weniger lang). Labetalol und seine Metaboliten werden rasch sowohl mit den Fäzes wie auch mit dem Urin ausgeschieden. Innert 24 Stunden werden nach oraler Verabreichung 55–60% Labetalol in metabolisierter Form (hauptsächlich glukuronidierte Konjugate) und weniger als 4% in freier Form mit dem Urin ausgeschieden. Die normale extrarenale Dosisfraktion Q0 beträgt 0,95.

Die totale Plasma-Clearance von Labetalol beträgt nach intravenöser Infusion 15–37 ml/min/kg.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Schwangerschaft/Plazenta-Passage: Das Verhältnis der Labetalol-Konzentration im Nabelschnurblut des Neugeborenen zur Konzentration im Blut der Mutter beträgt 0,5–0,8.

Stillzeit: Die Muttermilch enthält 22–45% des Labetalol-Blutspiegels der Mutter.

Im Tierversuch passieren nur geringe Mengen des Wirkstoffes die Bluthirnschranke.

Eingeschränkte Leberfunktion: Oral verabreichtes Labetalol untersteht einem signifikanten aber variablen First-pass Metabolismus. In einer Studie mit 10 Patienten mit historisch belegter Zirrhose war die Exposition gegenüber oral verabreichtem Labetalol im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen ungefähr um das Dreifache erhöht. Die interindividuelle Variabilität war sowohl bei den Patienten als auch den Kontrollen hoch (ungefähr 2,5-fach). Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion können geringere Dosen von Trandate Tabletten benötigen (siehe «Dosierung/Anwendung», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Mutagenität: In den in-vitro und in-vivo durchgeführten Studien zeigten sich keine Hinweise auf mutagene Eigenschaften.

Kanzerogenität: In Langzeitstudien an Mäusen und Ratten waren keine kanzerogenen Wirkungen von Labetalol nachweisbar.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Trandate Injektionslösung darf nicht mit einer Natriumhydrogenkarbonatlösung gemischt werden.

Trandate Injektionslösung ist jedoch kompatibel mit NaCl 0,9%, Glukose 5% und Mischungen von NaCI und Glukose sowie mit Ringer-Lösung, Ringer-Laktat-Lösung, Mischungen von Ringer und Ringer-Laktat mit Glukose.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Labetalol fluoresziert in alkalischer Lösung bei einer Wellenlänge von 334 nm und 412 nm und kann daher Assays gewisser fluoreszierender Substanzen (z.B. Katecholamine) stören.

Die Anwesenheit von Labetalol-Metaboliten im Harn kann zu falsch erhöhten Werten von Katecholaminen, Metanephrin, Normetanephrin und Vanillinmandelsäure führen, wenn photometrische oder fluorimetrische Messverfahren eingesetzt werden.

Bei der Untersuchung von Patienten, die unter Labetalol-Behandlung stehen und bei denen der Verdacht auf Phäochromozytom besteht, sollte eine spezifische Messmethode zur Bestimmung der Katecholaminwerte eingesetzt werden, wie z.B. die HPLC.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Tabletten: Unter 30 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Injektionslösung: Unter 30 °C und vor Licht geschützt aufbewahren.

Hinweis für die Handhabung

Injektionslösung: Nicht aufgebrauchte Mischungen sind nach 24 Stunden wegzuwerfen.

Zulassungsnummer

41530, 41529 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Aspen Pharma Schweiz GmbH, Baar.

Stand der Information

Mai 2010.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten.