Testoviron Depot Inj Loes 250 Mg I.m. Amp 3 Stk

Testoviron Depot Inj Loes 250 Mg I.m. Amp 3 Stk

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Testosteroni enantas.

Hilfsstoffe: Benzylis benzoas, Ol. ricini, q.s. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Klare, gelbliche Injektionslösung zur intramuskulären Injektion.

1 Ampulle enthält 250 mg Testosteronenanthat (entspricht 180 mg Testosteron) in 1 ml öliger Grundlage.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hypogonadismus des Mannes.

Pubertätsinduktion bei Pubertas tarda bei Knaben.

Dosierung/Anwendung

Ölige Lösungen wie Testoviron dürfen ausschliesslich intramuskulär und sehr langsam injiziert werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Injektion sollte tief in den Gesässmuskel erfolgen. Die in seltenen Fällen während oder unmittelbar nach der Injektion öliger Lösungen auftretenden, kurzdauernden Reaktionen (Hustenreiz, Atemnot, etc.) lassen sich erfahrungsgemäss durch betont langsames Injizieren vermeiden.

Die Lösung ist unmittelbar nach der Vorbereitung zu injizieren.

Die Injektionsintervalle sollten je nach Schwere des Testosteronmangels und nach klinischem Ansprechen individuell angepasst werden. Daher sollte vor Therapiebeginn sowie gelegentlich während der Behandlung (jeweils am Ende eines Injektionsintervalls) der Testosteron-Serumspiegel bestimmt werden. Aufgrund der Variabilität der Laborbefunde sollten dabei alle Testosteron-Bestimmungen stets im selben Labor durchgeführt werden.

Bei zu hohen Serumspiegeln sollte das Injektionsintervall verlängert werden (häufig genügen bis zu 6-wöchige Intervalle). Bei Serumspiegeln unterhalb des Normbereiches kann hingegen eine Verkürzung des Dosierungsintervalles notwendig sein.

Hypogonadismus des Mannes

1 Ampulle (entsprechend 250 mg Testosteronenanthat bzw. 180 mg unverestertem Testosteron) i.m.

Zu Therapiebeginn bei Erwachsenen sollten die Injektionen alle 2–3 Wochen erfolgen. Zur Erhaltung eines ausreichenden Androgeneffekts ist üblicherweise ein Injektionsintervall von 3–4 Wochen ausreichend.

Pubertätsinduktion bei Knaben mit Pubertas tarda

Empfohlen wird eine stufenweise Anhebung der Testosterondosis beginnend mit 50 mg alle vier Wochen auf bis zu 250 mg alle drei Wochen über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die Behandlung einer Pubertas tarda bei Knaben sollte nur durch einen in der pädiatrischen Endokrinologie erfahrenen Arzt erfolgen.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Pädiatrische Patienten

Testoviron Depot wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht. Bei Kindern vor dem Pubertätsalter besteht keine Indikation (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichts­massnahmen»).

Ältere Patienten

Die vorliegende, begrenzte Datenlage lässt nicht vermuten, dass die Dosierung bei älteren Patienten angepasst werden muss.

Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von Testoviron Depot bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wurden nicht durchgeführt. Testoviron Depot ist kontraindiziert bei Patienten mit vorausgegangenen oder bestehenden Lebertumoren.

Kontraindikationen

Prostatakarzinom;

Mammakarzinom des Mannes;

Hyperkalzämie bei malignen Tumoren;

vorausgegangene oder bestehende Lebertumoren;

Frauen;

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Testoviron Depot darf nur bei nachgewiesenem (hypo- oder hypergonadotropem) Hypogonadismus und nach Ausschluss anderer Ursachen, die der Symptomatik zugrunde liegen können, angewendet werden. Der Testosteronmangel muss eindeutig durch klinische Symptome (Rückbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, Veränderungen des Körperbaus, Asthenie, Abnahme der Libido, erektile Dysfunktion usw.) nachgewiesen und durch zwei getrennte Bestimmungen des Testosteron-Serumspiegels bestätigt werden.

Ölige Lösungen wie Testoviron Depot dürfen ausschliesslich intramuskulär und sehr langsam injiziert werden. Eine intravasale Injektion muss unbedingt vermieden werden.

Eine pulmonale Mikroembolie, wie sie während oder unmittelbar nach der Injektion öliger Lösungen auftreten kann, kann zu Symptomen wie Husten, Dyspnoe und Brustschmerzen führen. Vasovagale Reaktionen wie Unwohlsein, Steigerung der Schweiss-Sekretion, Schwindel, Parästhesien oder Ohnmacht können auftreten. Diese Reaktionen sind reversibel. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, z.B. durch Sauerstoffgabe.

Über altersspezifische Referenzwerte für Testosteron besteht derzeit kein Konsens. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die Testosteron-Serumspiegel physiologischerweise mit zunehmendem Alter abnehmen.

Vor Beginn der Therapie sollte eine umfassende allgemeinärztliche Untersuchung durch­geführt werden. Blutkalziumspiegel, Hämoglobin und Hämatokrit sollten bei Patienten unter Langzeittherapie regelmässig kontrolliert werden, um eine allfällige Polyglobulie zu entdecken. Bei einem Anstieg des Hämatokrits kann es erforderlich sein, die Testosteron­dosis zu reduzieren oder ggf. die Therapie abzubrechen.

Patienten, welche mit Androgenen behandelt werden, können ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Prostatahyperplasie aufweisen. Daten zum Risiko eines Prostata­karzinoms in Verbindung mit einer Testosterontherapie erlauben keine eindeutigen Aussagen über einen kausalen Zusammenhang. Androgene können jedoch das Wachstum eines bereits bestehenden Prostatakarzinoms beschleunigen. Aus diesem Grund müssen alle Patienten vor Beginn der Testosteron-Behandlung gründlich untersucht werden, um ein vorbestehendes Prostatakarzinom auszuschliessen.

Während der Testosterontherapie muss bei jedem Patienten regelmässig (mindestens einmal pro Jahr) eine Kontrolle von Prostata und Brust mit den gegenwärtig etablierten Methoden (rektal-digitale Untersuchung und Kontrolle des PSA) durchgeführt werden. Bei hypogonadalen Patienten über 40 Jahre und bei Risikopatienten (klinisch oder familiär bedingte Risikofaktoren) wird im ersten Jahr eine regelmässige Kontrolle alle drei Monate, danach jährlich empfohlen.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Ödemneigung (u.a. bei Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz oder koronarer Herzerkrankung), da eine Behandlung mit Androgenen zu einer vermehrten Natrium- und Flüssigkeitsretention führen kann, sowie bei Migräne oder Epilepsie. Falls ausgeprägte Ödeme mit oder ohne kongestive Herzinsuffizienz auftreten, muss die Behandlung unverzüglich beendet werden.

Bei Patienten mit arterieller Hypertonie sollte Testoviron Depot nur mit Vorsicht angewendet werden, da Testosteron einen Blutdruckanstieg bewirken kann.

Eine bestehende Schlafapnoe kann verstärkt werden. Dies gilt insbesondere für Risiko­patienten mit Adipositas oder chronischen Atemwegserkrankungen.

Bei Malignom-Patienten, bei welchen aufgrund von Knochenmetastasen ein Risiko für eine Hyperkalziämie und Hyperkalziurie besteht, sollten Testosteronpräparate nur mit Vorsicht angewendet werden. Es wird empfohlen, bei diesen Patienten den Kalziumspiegel im Serum regelmässig zu kontrollieren.

Der Patient ist auf das mögliche Auftreten eines Priapismus aufmerksam zu machen. Ein solcher kann zu irreversiblen Schäden des Penis führen und erfordert eine Notfalltherapie durch den Urologen. In diesen Fällen muss die Dosis reduziert oder die Therapie (vorübergehend) abgesetzt werden.

Bei Patienten unter einer Androgen-Langzeittherapie sollten auch Leberfunktionstests und Lipidprofil regelmässig kontrolliert werden. Veränderungen des Lipidprofils können eine Dosisreduktion erforderlich machen.

Bei Androgen-behandelten Patienten, die unter der Testosteron-Substitutionstherapie normale Testosteron-Plasmaspiegel erreichen, kann es zu einer verbesserten Insulin­empfindlichkeit kommen.

Nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe, wie sie Testoviron Depot enthält, wurden gutartige und (sehr selten) bösartige Lebertumore beobachtet, die zu lebensgefährlichen intraabdominalen Blutungen führen können. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen und gegebenenfalls das Präparat abgesetzt werden.

Unter höheren Testosteron-Dosen, insbesondere bei längerer Anwendung, kann es über eine Suppression der hypophysären FSH-Sekretion zu Störungen der Spermatogenese mit Oligospermie und vermindertem Ejakulationsvolumen sowie zu einer Abnahme der Hodengrösse kommen.

Der Patient sollte auf mögliche Symptome einer Überdosierung hingewiesen werden, wie Reizbarkeit, Nervosität, Gewichtszunahme, übermässig lange oder häufige Erektionen.

Bei Patienten mit angeborenen oder erworbenen Blutgerinnungsstörungen (z.B. unter Behandlung mit oralen Antikoagulatien) sollten generell keine intramuskulären Injektionen durchgeführt werden.

Bei Knaben im Wachstumsalter besteht unter Androgen-Therapie die Gefahr der Induktion einer vorzeitigen Pubertät sowie eines frühzeitigen Epiphysenschlusses mit entsprechend reduzierter Endgrösse.

Wegen der androgenen Nebenwirkungen ist bei Kindern eine besonders sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung angezeigt.

Androgene sind nicht geeignet, bei gesunden Personen den Muskelaufbau zu fördern oder die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Sportler und Athleten sollten darauf hingewiesen werden, dass dieses Arzneimittel einen Wirkstoff (Testosteron) enthält, der bei Dopingkontrollen eine positive Reaktion hervorrufen kann.

Testoviron Depot sollte bei Frauen nicht angewendet werden, da Testosteron zu Virilisierungserscheinungen wie Dysphonie, Hirsutismus, Akne vulgaris und Vergrösserung der Klitoris führen kann.

Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Testosteron

Enzym-Induktoren: Arzneimittel, die mikrosomale Enzyme induzieren (z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Johanniskraut-Präparate) können zu einer erhöhten Testosteron-Clearance führen und dadurch die Wirksamkeit von Androgenen vermindern.

Enzym-Inhibitoren: Umgekehrt kann bei gleichzeitiger Gabe potenter Inhibitoren der CYP450-Enzyme (z.B. Azol-Antimykotika, Makrolide) der Metabolismus von Testosteron reduziert sein, was zu einer Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen führen kann.

Einfluss von Androgenen auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Umgekehrt können Androgene den Metabolismus anderer Arzneimittel verändern und zu einer Erhöhung oder Erniedrigung von deren Plasma- und Gewebskonzentrationen führen.

Pharmakodynamische Interaktionen

Orale Antikoagulantien

Androgene verstärken die Wirkung von oralen Antikoagulantien vom Cumarin-Typ durch Veränderung der Synthese der Gerinnungsfaktoren in der Leber. Bei gleichzeitiger Behandlung mit solchen Arzneimitteln wird eine häufigere Kontrolle der INR empfohlen.

Antidiabetika

Androgene können die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetika verstärken. Die Dosierung der Antidiabetika muss daher unter Umständen reduziert werden.

Corticosteroide und ACTH:

Die gleichzeitige Gabe von Testosteron zusammen mit Corticosteroiden oder ACTH kann das Risiko für Ödeme erhöhen. Eine solche Kombination sollte daher nur mit Vorsicht angewendet werden, insbesondere bei Patienten mit Herz- oder Niereninsuffizienz oder mit relevanten Lebererkrankungen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Testoviron Depot ist nur zur Anwendung beim Mann bestimmt, bei Frauen besteht keine Indikation. An Frauen wurden keine klinischen Studien mit diesem Arzneimittel durchgeführt. Die Verabreichung von Testoviron während der Schwangerschaft kann zu einer Virilisierung weiblicher Feten führen. Testosteron darf daher bei schwangeren oder stillenden Frauen auf keinen Fall verabreicht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden diesbezüglich keine Studien durchgeführt. Soweit bekannt ist, hat Testosteron keinen negativen Einfluss auf die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Es ist jedoch zu beachten, dass Testoviron Depot zu unerwünschten Wirkungen wie Benommenheit, Unruhe und Schwindel führen kann, welche unter Umständen die Fahrtüchtigkeit (v.a. zu Beginn einer Behandlung) beeinträchtigen können.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen unter Behandlung mit Testoviron Depot sind Schmerzen und Erytheme an der Injektionsstelle sowie Husten und/oder Dyspnoe während oder unmittelbar nach der Injektion.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen aufgelistet, welche unter der Anwendung von Testoviron Depot in der Marktüberwachung und/oder der Literatur berichtet wurden. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: häufig: ≥1% bis <10%; gelegentlich: ≥0.1% bis <1%; selten: ≥0.01% bis <0.1%; sehr selten: <0.01%; unbekannt: basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden.

Neoplasmen

Unbekannt: Prostatakarzinom, benigne und maligne Lebertumoren.

Blut und Lymphsystem

Häufig: Polyglobulie.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Reduktion oder Steigerung der Libido.

Nervensystem

Gelegentlich: Kopfschmerzen.

Gefässe

Unbekannt: pulmonale Mikroembolie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Atmungsorgane

Gelegentlich: Husten, Dyspnoe.

Selten: Schlafapnoe-Syndrom.

Leber und Galle

Gelegentlich: Leberfunktionstest anormal.

Sehr selten: Ikterus.

Haut

Häufig: Akne.

Gelegentlich: Exanthem, Pruritus, Alopezie, Urtikaria.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Schmerzen in den Extremitäten, Muskelkrämpfe

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Mastodynie, erhöhte PSA-Werte.

Gelegentlich: Gynäkomastie (unter Umständen persistierend), Hodenschmerz.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (Erythem, Schwellung, Schmerzen, Induration, Entzündung).

Gelegentlich: Ödeme.

Klasseneffekte von Testosteronpräparaten

Unter Behandlung mit anderen Testosteron-haltigen Präparaten wurde zusätzlich über folgende unerwünschte Wirkungen berichtet:

vermehrter Appetit, Abstieg des HbA1c, Hypercholesterinämie, erhöhte Triglyzeride, Nervosität, Unruhe, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, emotionale Störungen, Feind­selig­keit/Aggressivität, Depressionen, Schwindel, Tremor, Migräne, Dysosmie, Dysgeusie, Hitzewallungen, Blutdruckanstieg, kardiovaskuläre Störungen, Dysphonie, Übel­keit, Diarrhoe, trockene Haut, Erythem, Seborrhoe, Hypertrichose, Arthralgien, Myalgien, Erhöhung der Kreatinphosphokinase im Serum, Verhärtung des Brustgewebes, erhöhte Estradiolwerte, Prostatitis, abnormer Palpationsbefund der Prostata (z.B. Verhärtung), Verringerung der Hodengrösse, häufigere Erektionen, Priapismus, Asthenie und nächtliches Schwitzen sowie bei Behandlung mit hohen Dosen und/oder über längere Zeiträume Elektrolytveränderungen.

Überdosierung

Bei Überdosierung können sich die unter «Unerwünschte Wirkungen» aufgeführten Effekte verstärken. Ein spezifisches Antidot existiert nicht. Die Behandlung erfolgt durch Absetzen des Arzneimittels oder Reduktion der Dosis.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03BA03

Wirkungsmechanismus

Testosteronenanthat ist ein Ester des natürlich vorkommenden Androgens Testosteron. Die aktive Form, Testosteron, entsteht durch Abspaltung der Seitenkette. Testosteron, ein endogenes Hormon, ist für die normale Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale unerlässlich. Testosteron wirkt auf bestimmte Stufen der Spermatogenese, auf die sekretorische Funktion der männlichen akzessorischen Geschlechtsdrüsen, auf Penis­wachs­tum, Ausbildung des männlichen Behaarungstypus und die für den Mann charakteristische Entwicklung des Kehlkopfs. Es wirkt ausserdem auf Haut, Muskeln, Skelett, Knochen­mark, Leber, Nieren und ZNS.

Bei fehlender körpereigener Androgenproduktion kann Testoviron Depot die anatomischen, funktionellen und psychischen Ausfallerscheinungen ausgleichen.

Sehr hohe Testosterondosen vermindern oder hemmen die Gonadotropinausschüttung.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach intramuskulärer Applikation wird Testosteronenanthat vollständig systemisch verfügbar.

Der Wirkstoff wird mit einer Halbwertszeit von etwa 4,5 Tagen aus dem öligen Depot resorbiert und rasch und vollständig in den wirksamen Steroidalkohol und die Enanthsäure umgewandelt. Maximale Konzentrationen von Testosteron in Plasma oder Serum von etwa 20 ng/ml werden nach 1,5–3 Tagen erreicht. Nachfolgend sinken die Testosteronspiegel monophasisch mit einer der Freigabegeschwindigkeit entsprechenden Halbwertszeit von 4,5 Tagen ab. Testosteronspiegel von ≥2 ng/ml werden für 20 Tage, Konzentrationen von ≥1 ng/ml für 26 Tage aufrechterhalten.

Die über 250 mg Testosteronenanthat zugeführte Testosterondosis beträgt 180 mg. Vier Wochen nach Behandlung ist das Depot entleert.

Distribution

Das aus Testoviron Depot freigesetzte Testosteron wird wie das endogene Hormon zu etwa 98% an Proteine (v.a. Sexualhormon bindendes Globulin (SHBG) und Albumin) gebunden.

Metabolismus

Testosteron unterliegt einem ausgeprägten hepatischen und extrahepatischen Metabolismus und wird auf dieselbe Weise wie endogenes Testosteron über die bekannten Wege des Steroid­stoff­wechsels metabolisiert. Die metabolische Clearance von aus Testosteron­enanthat freigesetztem Testosteron betrug 16±7 ml/min/kg.

Es gibt keine Hinweise auf relevante Unterschiede in der Biotransformation von Testosteron bei hypogonadalen Patienten.

Die Enanthsäure wird über β-Oxidation abgebaut.

Elimination

Die Metaboliten des Testosterons werden mit einer Halbwertszeit von 7,8 Tagen im Verhältnis 9:1 mit Urin und Stuhl eliminiert.

Steady state

Bei wiederholter Injektion von 250 mg Testosteronenanthat im Abstand von 3–4 Wochen kommt es zu keiner klinisch relevanten Akkumulation des Testosteronenanthats.

Präklinische Daten

In Untersuchungen zur Beurteilung der systemischen Verträglichkeit bei wiederholter Verabreichung traten keine Befunde auf, die gegen die Anwendung des Wirkstoffes in den für die Therapie erforderlichen Dosierungen sprechen.

Akute Toxizität

Wie mit Steroidhormonen im Allgemeinen, ist die akute Toxizität von Testosteron sehr gering.

Lokale Verträglichkeit

Hinsichtlich der lokalen Verträglichkeit nach intramuskulärer Applikation wurde in tierexperimentellen Untersuchungen keine Verstärkung der durch das Lösungsmittel allein hervorgerufenen leichten lokalen Reizwirkung festgestellt. Das Lösungsmittel in Testoviron Depot wird seit vielen Jahren in zahlreichen Formulierungen beim Menschen angewendet. Bis heute wurden keine lokal reizenden Wirkungen beobachtet, die gegen seine Verwendung sprechen.

Experimentelle Untersuchungen mit dem in Testoviron enthaltenen öligen Lösungsmittel ergaben keinen Hinweis auf eine sensibilisierende Wirkung.

Reproduktionstoxizität

Fertilitätsstudien an Nagetieren und Primaten haben gezeigt, dass die Behandlung mit Testosteron die Fertilität durch Unterdrückung der Spermatogenese dosisabhängig beeinträchtigt. Darüber hinaus wurden keine embryoletalen oder teratogenen Wirkungen bei den Nachkommen von testosteronbehandelten männlichen Ratten beobachtet. Die Verabreichung von Testosteron kann in bestimmten Entwicklungsstadien eine Virilisierung weiblicher Föten verursachen. ln embryotoxischen und speziellen teratogenen Unter­suchungen wurden jedoch keine Anzeichen für eine weitere Beeinträchtigung der Organentwicklung gefunden.

Mutagenes und tumorigenes Potential

In-vitro und in-vivo Untersuchungen auf mutagene Wirkung von Testosteron und seine Ester ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potential. Testosteron oder seine Ester fördern in Studien an Nagetieren die Entwicklung von hormonabhängigen Tumoren. Allgemein muss damit gerechnet werden, dass Geschlechtshormone das Wachstum von gewissen hormonabhängigen Geweben und Tumoren verstärken.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien vorliegen, darf das Arzneimittel nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel sind sorgfältig aufzubewahren und vor Kindern zu sichern. Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern. Zudem muss Testoviron Depot vor Licht geschützt werden.

Zulassungsnummer

17626 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

November 2015.

Verwendung dieser Informationen

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