Toujeo Solostar Inj Loes 300 E/ml Pen 3 X 1.5 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Insulinum Glarginum DCI ([Gly (A21), L-Arg (B31, B32)] humanum insulinum analogum, GT).

Hilfsstoffe: Glycerolum, Conserv.: Metacresolum 2.7 mg, Zinci chloridum, Natrii hydroxidum, Acidum hydrochloridum, Aqua qs ad solutionem 1 ml.

Insulin glargin ist ein Insulinanalogon, das mittels gentechnologischer Methoden unter Verwendung von Escherichia coli (K12-Stämme) hergestellt wird.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung: 1 ml enthält 10,91 mg Insulin glargin entsprechend 300 Einheiten. Der Fertigpen enthält 1,5 ml Injektionslösung entsprechend 450 Einheiten Insulin glargin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Diabetes mellitus bei Erwachsenen.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Anweisung

Toujeo ist ein Insulinanalogon mit einer lang anhaltenden Wirkdauer. Es wird einmal täglich zu einer beliebigen Zeit, jedoch vorzugsweise jeden Tag zur gleichen Zeit, subkutan verabreicht. (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Zur Titration, um das Risiko von Hypoglykämie herabzusetzen, muss die Toujeo Dosis in einem 3-4 Tagesintervall angepasst werden.

Die Dosierung und Applikationszeitpunkte aller Antidiabetika, einschliesslich des Insulins Toujeo, sowie die anzustrebenden Blutzuckerspiegel müssen individuell festgelegt und abgestimmt werden. Da die Blutzuckerspiegel nicht immer mit den pharmakokinetischen Daten korrelieren, sollten sie zu Beginn der Therapie während mehrerer Tage häufig überprüft werden.

Beim Basis-Bolus-Therapieschema werden gewöhnlich 40-60% der Tagesdosis als Insulin Toujeo verabreicht, um den basalen Insulinbedarf zu decken.

Um die Rückverfolgbarkeit von Biotech-Medikamenten zu gewährleisten, sollte für jede Behandlung der Handelsname und die Chargennummer dokumentiert sein.

Therapiebeginn bei insulinnaiven Patienten

Diabetes mellitus Typ 1

Die empfohlene Initialdosis Toujeo bei insulinnaiven Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 entspricht etwa 1/3 bis ½ der Gesamttagesdosis Insulin. Der Rest der Gesamttagesdosis Insulin sollte als schnell wirkendes Insulin verabreicht und auf alle Mahlzeiten im Verlauf des Tages verteilt werden. Prinzipiell können 0,2 bis 0,4 Einheiten Insulin pro kg Körpergewicht verwendet werden, um die anfängliche Tagesdosis bei insulinnaiven Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 zu berechnen.

Die maximale blutzuckersenkende Wirkung einer Dosis Toujeo stellt sich unter Umständen erst innerhalb von bis zu 5 Tagen vollständig ein. Zudem ist die erste Dosis Toujeo unter Umständen nicht ausreichend, um die Stoffwechselbedürfnisse in den ersten 24 Stunden der Anwendung zu decken. Um die Risiken, die mit einer möglicherweise unzureichenden Insulintherapie während des Beginns der Therapie mit Toujeo einhergehen, zu minimieren, sollten Sie den Blutzuckerspiegel täglich kontrollieren. Titrieren Sie Toujeo gemäss den Anweisungen und passen Sie die begleitenden blutzuckersenkenden Therapien an.

Diabetes mellitus Typ 2

Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 beträgt die empfohlene tägliche Anfangsdosis 0,2 Einheiten/kg, gefolgt von einer individuellen Dosisanpassung.

Bei Aufnahme der Behandlung mit Toujeo kann eine Anpassung der Dosierung anderer Antidiabetika erforderlich sein, um das Hypoglykämierisiko zu minimieren.

Therapiebeginn bei Patienten, die wegen Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 bereits mit Insulin behandelt wurden

1. Umstellung von Lantus (Insulin glargin 100 Einheiten/ml) oder einem anderen Basalinsulin auf Toujeo

Die Initialdosis von Toujeo sollte abhängig von den gewünschten Blutzuckerspiegeln individuell festgelegt werden.

Wird von einem Behandlungsschema mit einem intermediär oder lang wirkenden Insulin auf ein Schema mit Toujeo umgestellt, kann eine Dosisanpassung des Basalinsulins sowie der antihyperglykämischen Begleitmedikation (Dosierung und Applikationszeitpunkte von zusätzlich verabreichten schnell wirkenden Insulinen oder schnell wirkenden Insulinanaloga bzw. die Dosierung von anderen antihyperglykämischen Arzneimitteln) erforderlich werden.

Die Umstellung von einem einmal täglich verabreichten Basalinsulin auf einmal täglich verabreichtes Toujeo kann eins zu eins auf Basis der Einheiten der bisherigen Basalinsulindosis erfolgen.

Bei der Umstellung von Lantus (Insulin glargin, 100 Einheiten/ml) wird möglicherweise eine höhere Dosis von Toujeo benötigt, um den gleichen Blutzucker-Zielbereich zu erreichen.

Die Umstellung von Insulin glargin 100 Einheiten/ml auf Toujeo kann eins zu eins auf Basis der Einheiten erfolgen, es wird jedoch möglicherweise eine höhere Dosis von Toujeo (etwa 10–18%) benötigt, um den Blutzucker-Zielbereich zu erreichen.

Bei Umstellung von Toujeo auf Insulin glargin 100 Einheiten/ml, sollte die Dosis reduziert werden (etwa um 20%), um das Risiko einer Hypoglykämie zu verringern.

Bei Umstellung von zweimal täglich verabreichtem Basalinsulin auf (einmal täglich verabreichtes) Toujeo beträgt die empfohlene Anfangsdosis von Toujeo 80% der Gesamttagesdosis des abgesetzten Basalinsulins.

Wie auch bei anderen Insulinanaloga können Patienten, die aufgrund von Antikörperbildung gegen Humaninsulin hohe Insulindosen benötigen, auf die Behandlung mit Toujeo wesentlich besser ansprechen.

Während der Umstellung und in den ersten Wochen danach wird eine engmaschige Stoffwechselüberwachung empfohlen.

Bei einer verbesserten Stoffwechsellage und der daraus resultierenden Zunahme der Insulinempfindlichkeit kann eine weitere Dosisanpassung erforderlich werden. Eine Dosisanpassung kann auch dann notwendig werden, wenn sich zum Beispiel das Gewicht, die Lebensweise des Patienten oder der Zeitpunkt der Insulinverabreichung ändert oder wenn sich andere Umstände ergeben, die eine verstärkte Neigung zu Hypo- oder Hyperglykämien bedingen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

2. Umstellung von Toujeo 300 Einheiten/ml auf ein Basalinsulin 100 Einheiten/ml

Während der Umstellung und in den ersten Wochen danach wird ärztliche Kontrolle mit einer engmaschigen Stoffwechselüberwachung empfohlen. Bitte beachten Sie die Fachinformation des Arzneimittels, auf das der Patient umgestellt wird.

Anwendung

Toujeo wird subkutan verabreicht; es darf nicht intravenös verabreicht werden.

Die verlängerte Wirkdauer von Insulin glargin hängt von dessen Injektion in subkutanes Gewebe ab. Die intravenöse Verabreichung der üblichen subkutanen Dosis kann zu einer schweren Hypoglykämie führen.

Es gibt keine klinisch relevanten Unterschiede in der Resorption von Insulin glargin nach subkutaner Injektion in Bauchwand, Oberschenkel oder Deltamuskel. Wie bei allen Insulinen muss die Injektionsstelle bei jeder Injektion innerhalb des gewählten Injektionsbereichs gewechselt werden.

Mit dem Toujeo SoloStar-Fertigpen kann pro Injektion eine Dosis von 1-80 Einheiten in Schritten von 1 Einheit injiziert werden.

Das Dosisfenster zeigt die Anzahl der Toujeo-Einheiten an, die injiziert werden. Der Toujeo SoloStar-Fertigpen wurde speziell für Toujeo entwickelt, daher muss die Dosis nicht umgerechnet werden.

Toujeo darf auf keinen Fall aus der Patrone des SoloStar-Fertigpens in eine Spritze aufgezogen werden.

Die Patienten müssen angewiesen werden, die Nadeln nur einmal zu verwenden. Vor jeder Injektion muss eine neue sterile Nadel befestigt werden. Die Wiederverwendung von Nadeln erhöht das Risiko, dass diese verstopfen. Dies kann zu Unter- oder Überdosierung führen. Die Verwendung einer neuen sterilen Nadel bei jeder Injektion ermöglicht, das Risiko der Kontamination oder der Infektion zu minimieren.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten (≥65 Jahre)

Toujeo kann bei älteren Patienten verwendet werden. Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels wird empfohlen und die Insulindosis muss individuell angepasst werden.

Bei älteren Patienten kann eine fortschreitende Verschlechterung der Nierenfunktion zu einer stetigen Abnahme des Insulinbedarfs führen (siehe «Unerwünschte Wirkungen», «Pharmakodynamik» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Toujeo bei Kindern und Jugendlichen (Patienten unter 18 Jahren) ist nicht erwiesen.

Niereninsuffizienz

Toujeo kann bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion angewendet werden. Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels wird empfohlen und die Insulindosis muss individuell angepasst werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann der Insulinbedarf aufgrund des verminderten Insulinstoffwechsels verringert sein (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Pharmakodynamik»).

Es liegen keine spezifischen Studien bei Patienten mit Niereninsuffizienz vor, die eine Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Toujeo erlauben würden. Jedoch haben auf dem Status der Nierenfunktion (gemäss den Kategorien der geschätzten glomerulären Funktion <60 oder ≥60 ml/min/1.73 m2) basierende Subgruppenanalysen, die im Rahmen kontrollierter klinischer Studien (n=3096, safety population) durchgeführt wurden, hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit keinen Unterschied zwischen Toujeo und Lantus gezeigt.

Leberinsuffizienz

Toujeo kann bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion angewendet werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann der Insulinbedarf aufgrund der verringerten Glukoneogenese-Kapazität und des verminderten Insulinstoffwechsels herabgesetzt sein (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Pharmakodynamik»). Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels wird empfohlen und die Insulindosis muss individuell angepasst werden.

Es liegen keine spezifischen Studien bei Patienten mit Leberinsuffizienz vor, die eine Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Toujeo erlauben würden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Toujeo ist nicht das Insulin der Wahl für die Behandlung der diabetischen Ketoazidose. In diesen Fällen wird stattdessen die intravenöse Gabe eines Normalinsulins empfohlen.

Toujeo darf nicht mit einem anderen Insulin gemischt oder verdünnt werden. Mischen oder Verdünnen kann das Zeit-Wirk-Profil verändern. Mischen kann zu Ausfällungen führen.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann der Insulinbedarf infolge des verminderten Insulinabbaus verringert sein. Bei älteren Patienten kann eine fortschreitende Verschlechterung der Nierenfunktion zu einer stetigen Abnahme des Insulinbedarfs führen.

Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion kann der Insulinbedarf aufgrund der reduzierten Kapazität zur Glykoneogenese und des verminderten Insulinabbaus vermindert sein.

Die Insulintherapie erfordert grundsätzlich eine entsprechende Fähigkeit des Patienten zum selbständigen Umgang mit der Diabeteserkrankung, wie Überwachung des Blutzuckerspiegels, Erlernen der richtigen Injektionstechnik und angemessenes Verhalten bei hypo- und hyperglykämischen Stoffwechselsituationen. Die Patienten müssen für diese selbständig durchzuführenden Massnahmen geschult werden. Sie müssen ausserdem über das richtige Verhalten in Ausnahmesituationen aufgeklärt werden, wie sie durch unzureichende oder ausgelassene Insulingaben oder durch versehentlich zu hohe Insulindosen, unzureichende Nahrungsaufnahme oder ausgelassene Mahlzeiten entstehen können.

Vor der Anwendung des Toujeo SoloStar muss die beigepackte Bedienungsanleitung des Pens sorgfältig gelesen werden. Die Injektionspräparate müssen wie in diesen Hinweisen zur Handhabung beschrieben angewendet werden.

Zur Vermeidung einer möglichen Übertragung von Krankheiten darf jeder Pen nur von einer einzigen Person benutzt werden.

Die Behandlung mit Insulin erfordert ständige Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Hyper- oder Hypoglykämien. Patienten und ihre Angehörigen müssen wissen, welche korrigierenden Massnahmen ergriffen werden müssen, wenn eine Hyper- oder Hypoglykämie auftritt oder vermutet wird, und wann ein Arzt zu informieren ist.

Bei ungenügender Stoffwechseleinstellung oder Neigung zu Hyper- oder Hypoglykämien müssen die Einhaltung des Therapieschemas durch den Patienten, die gewählten Injektionsstellen und die Injektionstechnik, die Handhabung des Pens sowie alle anderen relevanten Faktoren überprüft werden, bevor eine Dosisanpassung in Erwägung gezogen wird.

Die Umstellung auf ein anderes Insulinpräparat darf nur unter strenger ärztlicher Aufsicht und Einhaltung genauer Anweisungen erfolgen. Desgleichen darf das Behandlungsschema nur nach Rücksprache mit dem Arzt bzw. entsprechend dessen Angaben verändert werden.

Hypoglykämie

Beim insulinbehandelten Diabetiker besteht grundsätzlich das Risiko leichter oder schwerer Hypoglykämien. Dies kann seine Aufmerksamkeit und insbesondere die Sicherheit beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Dies gilt besonders zu Beginn der Behandlung, bei Präparatewechsel, unregelmässigen Insulininjektionen oder unregelmässiger Nahrungsaufnahme, sowie allgemein bei nicht optimaler Einstellung, wo es zu starken Blutzuckerschwankungen v.a. Hypoglykämien kommen kann. Der Patient muss über dieses erhöhte Risiko der Hypoglykämie informiert werden.

Als Ursachen einer Hypoglykämie kommen in Frage: Auslassen einer Mahlzeit, Erbrechen, Durchfall, aussergewöhnliche körperliche Anstrengung, Insulinüberdosierung, endokrine Krankheiten wie Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypothyreose, gleichzeitige Verabreichung bestimmter anderer Arzneimittel, Wechsel des Injektionsbereichs, Verbesserung der Insulinempfindlichkeit (zum Beispiel nach Ausschaltung von Stressfaktoren).

Ebenso ist bei bereits vorausgegangenen schweren Hypoglykämien das Risiko grösser, dass sich diese wiederholen.

Um einer Hypoglykämie frühzeitig begegnen zu können, ist der Patient zu instruieren, immer Traubenzucker, Würfelzucker o.ä. mit sich zu führen. Er soll auch seinen Diabetikerausweis mit sich führen.

Der Zeitpunkt des Auftretens einer Hypoglykämie hängt vom Wirkprofil der verwendeten Insuline ab und kann sich daher bei Umstellung des Behandlungsschemas ändern.

Besondere Vorsicht sowie eine verstärkte Überwachung des Blutzuckers ist bei Patienten geboten, bei denen hypoglykämische Episoden von besonderer klinischer Bedeutung sein können, wie z.B. bei Patienten mit signifikanten Stenosen der Koronararterien oder der hirnversorgenden Blutgefässe (Risiko kardialer oder zerebraler Komplikationen bei Hypoglykämie) sowie bei Patienten mit proliferativer Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist (Gefahr der vorübergehenden Erblindung infolge Hypoglykämie).

Wenn normale oder erniedrigte Werte für glykosyliertes Hämoglobin vorliegen, muss auch die Möglichkeit wiederholter unerkannter (insbesondere nächtlicher) Hypoglykämien in Betracht gezogen werden.

Die Symptome einer Hypoglykämie sind:

Neurovegetative Zeichen: Schwitzen, Hungergefühl, Zittern (neurovegetative Warnsymptome), Blässe, Herzklopfen, Kopfschmerzen.

Neuroglykopenische Zeichen: Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Verwirrtheit u.a.), Bewusstseinsstörungen, Koordinations-, Seh- und Sprachstörungen. Diese können über Benommenheit und Somnolenz bis zur Bewusstlosigkeit fortschreiten. Die Hypoglykämie kann auch zu epileptischen Anfällen führen oder sich wie ein zerebraler Insult, z.B. mit (meist vorübergehender) Hemiparese, Aphasie, positivem Babinskizeichen, manifestieren.

Abgeschwächte/veränderte Warnsymptome: Besonders bei Einstellung auf tiefe Blutzuckerwerte (z.B. bei Mehrfachinjektionen nach dem Basis-Bolus-Prinzip), aber auch bei lang bestehendem Diabetes (u.U. mit Polyneuritis), bei älteren Patienten oder bei Präparatewechsel können die Warnsymptome der Hypoglykämie verändert und die neurovegetativen Symptome abgeschwächt sein oder erst spät auftreten.

β-Blocker können die üblichen Hypoglykämie-Warnsymptome abschwächen bzw. maskieren.

Der insulinbehandelte Diabetiker und seine Umgebung sind darüber zu informieren, dass sich eine Hypoglykämie auch überraschend und als erstes durch neuroglykopenische Zeichen wie Konzentrationsstörungen, Unruhe, Verhaltensauffälligkeiten und Bewusstseinsstörungen ankündigen kann, weshalb er eventuell nicht früh genug mit der Einnahme von Zucker reagiert.

Alkoholkonsum kann die Hypoglykämie-Gefahr erhöhen (Hemmung der hepatischen Glukoneogenese). Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Kohlenhydratgehalt alkoholischer Getränke auch einen Anstieg des Blutzuckerspiegels verursachen könnte.

Therapie der Hypoglykämie: siehe unter «Überdosierung».

Nach jeder schweren Hypoglykämie ist die Diabeteseinstellung zu überprüfen. Der Patient ist anzuweisen, den Arzt so bald als möglich über jede erlebte schwere Hypoglykämie zu informieren.

Hyperglykämie

Ein Anstieg des Blutzuckerspiegels, Hyperglykämie, Ketoazidose und Hyperosmolarität können auftreten, wenn z.B. die Insulindosis im Hinblick auf die Kohlenhydratzufuhr zu niedrig ist, die Wirkung des Insulins nachgelassen hat (z.B. infolge falscher Lagerung), die körperliche Aktivität reduziert wird, die Insulinempfindlichkeit infolge emotionalen oder körperlichen Stresses (z.B. bei Verletzungen, Operationen, fieberhaften Infektionen oder anderen Erkrankungen) verringert ist oder gleichzeitig Arzneimittel mit blutzuckersteigernder Wirkung gegeben werden (siehe «Interaktionen»).

Zeichen einer hyperglykämischen Stoffwechselentgleisung sind: Durst, Polyurie, Glucosurie, Ketonurie, Müdigkeit, trockene Haut, Gesichtsrötung, Appetitlosigkeit, Hypotonie und Tachykardie. Insbesondere bei Symptomen wie Erbrechen, Bauchschmerzen, schnelle tiefe Atmung, Somnolenz oder Koma muss immer auch an eine begleitende Ketoazidose gedacht werden. Eine schwere Hyperglykämie und Ketoazidose kann lebensbedrohlich werden. Eine Ketoazidose kann sich in Abhängigkeit von der Insulinverfügbarkeit innerhalb von Stunden bis Tagen entwickeln. Sobald mögliche Anzeichen einer Hyperglykämie oder Ketoazidose bemerkt werden, müssen Blutzucker und Keton im Urin bestimmt und gegebenenfalls unverzüglich Gegenmassnahmen eingeleitet werden.

Marihuana-Konsum kann möglicherweise eine Verschlechterung der Glukosetoleranz bewirken. (Andere illegale Substanzen wurden nicht getestet; andere Interaktionen siehe Abschnitt «Interaktionen».)

Interkurrente Erkrankungen

Interkurrente Erkrankungen erfordern eine verstärkte Stoffwechselüberwachung. In vielen Fällen sind Ketonbestimmungen im Urin angezeigt und häufig ist eine Anpassung der Insulindosis erforderlich. Oft ist der Insulinbedarf erhöht.

Patienten mit einem Typ-1-Diabetes müssen regelmässig zumindest kleine Mengen Kohlenhydrate zu sich nehmen, auch wenn sie nicht oder nur wenig essen können, erbrechen o.ä., und sie dürfen das Insulin nie ganz weglassen.

Insulin-Antikörper

Durch die Verabreichung von Insulin kommt es unter Umständen zur Bildung von Insulin-Antikörpern. In seltenen Fällen kann das Vorhandensein von Insulin-Antikörpern die Anpassung der Insulindosis erforderlich machen, um eine Neigung zu Hyper- bzw. Hypoglykämien auszugleichen.

Vermeidung von Anwendungsfehlern

Die Bezeichnung des Insulins muss stets vor jeder Injektion überprüft werden, um Verwechslungen zwischen Toujeo und anderen Insulinen, inbesondere mit solchen mit einer kurzen Wirkdauer, zu vermeiden. Es wurde über Anwendungsfehler oder Verwechslungen mit anderen Insulinen berichtet. Insbesondere wurden versehentlich schnell wirksame Insuline anstelle von Insulin mit langer Wirkdauer verabreicht.

Um Dosierungsfehler und eine potenzielle Überdosierung zu vermeiden, müssen die Patienten angewiesen werden, niemals eine Spritze zu verwenden, um das in dem Fertigpen enthaltene Produkt zu entnehmen (siehe «Anwendung» und «Überdosierung»).

Die Patienten müssen angewiesen werden, die Nadeln nur einmal zu verwenden. Vor jeder Injektion muss eine neue sterile Nadel befestigt werden.

Die Wiederverwendung von Nadeln erhöht das Risiko, dass diese verstopfen. Dies kann zu Unter- oder Überdosierung führen. Wenn die Nadel verstopft ist, muss der Patient die in der Bedienungsanleitung des Pens beschriebenen Anweisungen befolgen.

Wie bei allen anderen Insulin-Pens müssen die Patienten die Anzahl der ausgewählten Einheiten auf der Dosisanzeige des Pens überprüfen.

Interaktionen

  1. Der Insulinbedarf kann vermindert sein in Gegenwart von Substanzen, welche die Insulinwirkung verbessern (Insulinsensitivität erhöhen), die Insulinsekretion steigern, die hepatische Glukoneogenese hemmen oder die intestinale Glukoseaufnahme beeinflussen. Bei gleichbleibender Insulinmenge besteht somit erhöhte Hypoglykämie-Gefahr bei gleichzeitiger Einnahme von:oralen Antidiabetika; Alkohol; ACE-Hemmern (z.B. Captopril und Enalapril); Antiarrhythmika wie Disopyramid; α-Blockern und Clonidin; SSRI; Fenfluramin; MAO-Hemmern; trizyklischen Antidepressiva; Salicylaten und (selten) anderen NSAIDs; Fibraten; Tetracyclinen; Pentamidin (Hypoglykämie, gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie); Malariamitteln (Chinin, Chloroquin, Mefloquin); Sulfonamiden (z.B. Cotrimoxazol); Cimetidin und Ranitidin.
  2. Der Insulinbedarf kann erhöht sein bei gleichzeitiger Anwendung der folgenden Substanzen bzw. Substanzgruppen:oralen Kontrazeptiva und anderen Oestrogen- oder Progestagen-Präparaten; Kortikosteroiden und ACTH; GH (Somatotropin); Danazol; Schilddrüsenhormonen; Sympathikomimetika (vor allem β2-Sympathikomimetika wie Ritodrin, Salbutamol, Terbutalin, aber auch α-selektiven Sympathikomimetika, sowie nicht selektiven wie Epinephrin); Diazoxid; Nikotinsäure und -Derivate; Chlorpromazin (vor allem in hohen Dosen) und anderen Phenothiazin-Derivaten; Diuretika (z.B. Thiazid-Diuretika, Indapamid und Furosemid); anti-retroviralen Substanzen; Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus), atypischen Neuroleptika (wie etwa Clozapin und Olanzapin).
  3. Bei Anwendung der folgenden Substanzen kann die Insulinwirkung je nach Dosis verstärkt bzw. abgeschwächt werden:Octreotid-Derivaten, Salicylsäure-Derivaten, Lithium-Salzen (selten).β-Blocker können zu einer Verstärkung der Insulinresistenz aber auch, in gewissen Fällen zu einer Hypoglykämie führen. Ausserdem können die Hypoglykämie-Warnsymptome abgeschwächt bzw. maskiert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Aus Fallstudien mit einer mässig umfangreichen Anzahl von Schwangerschaften unter Lantus (mehr als 1000 Schwangerschaften) im Rahmen der Nachmarktkontrolle lassen sich keinerlei Hinweise auf eine schädliche Wirkung von Insulin glargin auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus bzw. des Neugeborenen ableiten. Andere relevante epidemiologische Daten stehen bislang nicht zur Verfügung. Es liegen keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Toujeo bei Schwangeren vor. Toujeo kann erforderlichenfalls während der Schwangerschaft verordnet werden.

Tierstudien haben keine direkten schädigenden Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, intrauterine Entwicklung, Geburtsverlauf oder postnatale Entwicklung gezeigt (siehe «Präklinische Daten»).

Für Patientinnen mit vorbestehender Diabeteserkrankung oder einem Schwangerschaftsdiabetes ist eine gute Stoffwechselkontrolle während der gesamten Schwangerschaft besonders wichtig, um die mit einer Hyperglykämie verbundenen gesundheitsschädlichen Wirkungen zu vermeiden. Der Insulinbedarf kann während des ersten Trimenons abfallen und steigt in der Regel während des zweiten und dritten Trimenons wieder an. Unmittelbar nach der Entbindung fällt der Insulinbedarf rasch ab (erhöhtes Hypoglykämierisiko). Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels ist bei dieser Patientinnengruppe daher besonders wichtig. Diabetespatientinnen sollten ihren Arzt über eine bestehende oder geplante Schwangerschaft informieren.

Darüber hinaus kann bei stillenden Frauen eine Anpassung der Insulindosis und der Ernährung notwendig werden. Es ist nicht bekannt, ob Insulin glargin in die Muttermilch übergeht. Eine Wirkung von Insulin glargin auf den Stoffwechsel des Neugeborenen/Säuglings ist nicht zu erwarten, da es – wie alle Peptide – im Gastrointestinaltrakt in Aminosäuren aufgespalten wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten kann aufgrund einer Hypo- oder Hyperglykämie oder z.B. aufgrund von Sehstörungen beeinträchtigt sein. Dies kann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z.B. beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen) ein Risiko darstellen.

Den Patienten ist zu raten, Vorsichtsmassnahmen zu treffen, um Hypoglykämien beim Führen von Kraftfahrzeugen zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig bei Patienten mit verringerter oder fehlender Wahrnehmung von Hypoglykämie-Warnsymptomen oder häufigen Hypoglykämie-Episoden. In diesen Fällen ist zu überlegen, ob das Führen eines Kraftfahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen ratsam ist.

Unerwünschte Wirkungen

Es wurde über Anwendungsfehler oder Verwechslungen mit anderen Insulinen berichtet. Insbesondere wurden versehentlich schnell wirksame Insuline anstelle von Insulin mit langer Wirkdauer verabreicht.

Die Häufigkeiten der unerwünschten Wirkungen werden wie folgt angegeben: «sehr häufig» (>10%), «häufig» (>1%, <10%), «gelegentlich» (>0,1%, <1%), «selten» (>0,01%, <0,1%) und «sehr selten» (<0,01%).

Störungen des Immunsystems

Selten: Allergische Reaktionen.

Allergische Reaktionen vom Soforttyp auf Insulin sind selten. Allergische Reaktionen auf Insulinpräparate (einschliesslich Insulin glargin) bzw. deren Hilfsstoffe können zum Beispiel mit generalisiertem Hautausschlag, Angioödem, Bronchospasmus, Blutdruckabfall oder Schock einhergehen und lebensbedrohliche Formen annehmen.

Durch die Verabreichung von Insulin kann es zur Bildung von Insulin-Antikörpern kommen. In klinischen Studien zum Vergleich von Toujeo und Lantus war die Bildung von Insulin-Antikörpern in beiden Behandlungsgruppen ähnlich häufig. In seltenen Fällen kann das Vorhandensein von Insulin-Antikörpern die Anpassung der Insulindosis erforderlich machen, um eine Neigung zu Hyper- bzw. Hypoglykämien auszugleichen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypoglykämie.

Zu einer Hypoglykämie, einer häufigen bis sehr häufigen Nebenwirkung der Insulintherapie, kann es kommen, wenn die Insulindosis den Insulinbedarf überschreitet. Schwere Hypoglykämien, insbesondere wenn sie wiederholt auftreten, können zu neurologischen Schäden führen. Anhaltende oder schwere Hypoglykämien können lebensbedrohlich sein (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Störungen des Nervensystems

Sehr selten: Geschmacksstörung.

Augenleiden

Selten: Sehstörungen.

Eine deutliche Veränderung der Blutzuckereinstellung kann vorübergehende Sehstörungen verursachen, die durch eine vorübergehende Veränderung des Quellungszustandes und damit der Brechkraft der Augenlinse bedingt sind. Eine über einen längeren Zeitraum verbesserte Blutzuckereinstellung mindert das Risiko des Fortschreitens einer diabetischen Retinopathie. Eine Intensivierung der Insulintherapie mit abrupter Normalisierung des Blutzuckerspiegels kann jedoch zu einer vorübergehenden Verschlechterung einer diabetischen Retinopathie führen. Bei Patienten mit proliferativer Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist, kann eine schwere Hypoglykämie zur vorübergehenden Erblindung führen.

Selten: Retinopathie.

Eine Intensivierung der Insulintherapie mit abrupter Normalisierung des Blutzuckerspiegels kann jedoch zu einer vorübergehenden Verschlechterung einer diabetischen Retinopathie führen. Bei Patienten mit proliferativer Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist, kann eine schwere Hypoglykämie zur vorübergehenden Erblindung führen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Lipohypertrophie.

Selten: Lipoatrophie.

Wie bei jeder Insulintherapie kann es an der Injektionsstelle zu einer Lipodystrophie kommen, die die Insulinresorption im betroffenen Bereich verzögert. In klinischen Studien, in denen unter anderem Toujeo verabreicht wurde, entwickelten 0,1% der Patienten eine Lipohypertrophie, jedoch nur wenige eine Lipoatrophie.

Ein ständiger Wechsel der Einstichstelle im gegebenen Injektionsbereich kann helfen, diese Reaktionen abzuschwächen oder zu vermeiden.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes

Sehr selten: Myalgie.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Reaktionen an der Einstichstelle.

In klinischen Studien, in denen unter anderem Toujeo verabreicht wurde, kam es häufig zu Reaktionen an der Einstichstelle. Diese können sich in Form von Rötung, Schmerz, Juckreiz, Quaddeln, Schwellung oder Entzündung äussern. Die meisten leichteren Reaktionen auf Insulin bilden sich in der Regel innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen zurück.

In klinischen Studien mit Toujeo bei erwachsenen Patienten war die Inzidenz von Reaktionen an der Injektionsstelle bei mit Toujeo (2,5%) und Lantus (2,8%) behandelten Patienten vergleichbar.

Selten: Ödeme.

Insulin kann eine Natriumretention und Ödeme verursachen, insbesondere wenn zuvor eine schlechte Stoffwechseleinstellung durch Intensivierung der Insulintherapie verbessert wird.

Pädiatrische Population

Das Sicherheitsprofil von Toujeo wurde bei Patienten unter 18 Jahren nicht untersucht.

Überdosierung

Überdosierung von Insulin kann zu einer schweren, unter Umständen lang anhaltenden und lebensbedrohlichen Hypoglykämie führen. Die verlängerte Wirkung von Toujeo kann die Erholung von einer Hypoglykämie verzögern.

Leichte hypoglykämische Episoden können in der Regel durch die orale Zufuhr von Kohlenhydraten ausgeglichen werden. Es kann aber auch eine Anpassung der Insulindosis, der Ess- oder Sportgewohnheiten erforderlich werden.

Schwerere Hypoglykämien mit diabetischem Koma, Krampfanfällen oder neurologischen Ausfällen können mit intramuskulären/subkutanen Glukagongaben oder intravenösen Gaben von konzentrierter Glukoselösung behandelt werden. Wiederholte Kohlenhydrataufnahme und eine Überwachung können erforderlich sein, da die Hypoglykämie nach scheinbarer klinischer Erholung erneut auftreten kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A10AE04

Wirkmechanismus:

Insulin glargin unterscheidet sich von Humaninsulin durch die Aminosäure Glycin anstelle von Asparagin an der Position A21 und zwei zusätzliche Arginine am c-terminalen Ende der B-Kette.

Insulin glargin hat eine geringe Löslichkeit im neutralen pH-Bereich. Im sauren pH-Bereich der Toujeo Injektionslösung (pH 4) ist es vollständig löslich. Nach der Injektion ins Subkutangewebe wird die saure Lösung neutralisiert, was zur Bildung von Mikropräzipitaten führt, aus denen konstant geringe Mengen von Insulin glargin freigesetzt werden. Dies hat ein gleichmässiges, berechenbares Konzentrations-Zeit-Profil ohne Spitzen und eine lang anhaltende Wirkdauer zur Folge.

Insulin glargin wird in die zwei aktiven Metaboliten M1 und M2 verstoffwechselt.

Insulinrezeptorbindung: in vitro-Untersuchungen zeigen, dass Insulin glargin und seine Metaboliten M1 und M2 eine ähnliche Affinität zum Humaninsulinrezeptor haben wie Humaninsulin.

IGF-1-Rezeptorbindung (Insulin-like Growth Factor oder insulinartiger Wachstumsfaktor) in vitro: Die Affinität von Insulin glargin zum Human-IGF-1-Rezeptor ist acht Mal grösser als die von Humaninsulin, wohingegen M1 und M2 mit etwas geringerer Affinität an den IGF-1-Rezeptor binden als Humaninsulin.

Die primäre Wirkung von Insulin, einschliesslich Insulin glargin, ist die Regulation des Blutzuckers. Insulin und seine Analoga senken den Blutzuckerspiegel durch eine Stimulierung der peripheren Glukoseaufnahme, insbesondere durch die Skelettmuskulatur und Fettgewebe, sowie durch eine Hemmung der Glukoneogenese in der Leber. Insulin hemmt die Lipolyse in den Fettzellen, hemmt die Proteolyse und fördert die Proteinsynthese.

Pharmakodynamik

In klinischen pharmakologischen Studien konnte gezeigt werden, dass intravenös verabreichtes Insulin glargin und Humaninsulin die gleiche Wirkstärke besitzen, wenn sie in identischen Dosen verabreicht werden. Wie bei allen Insulinen kann der zeitliche Wirkverlauf von Insulin glargin durch körperliche Aktivität und andere Parameter beeinflusst werden.

Klinische Wirksamkeit

Die Gesamtwirksamkeit und -sicherheit von Toujeo und Lantus hinsichtlich der glykämischen Kontrolle bei einmal täglicher Gabe wurde in offenen, randomisierten, aktiv kontrollierten Parallelgruppen-Studien über bis zu 26 Wochen verglichen. An den Studien haben 546 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und 2474 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 teilgenommen (klinisches Programm EDITION).

Die Ergebnisse aus allen klinischen Studien mit Toujeo zeigten vom Ausgangswert bis zum Ende der Studie eine Nichtunterlegenheit gegenüber Lantus hinsichtlich HbA1c-Senkung.

Die glykämische Kontrolle bei einmal täglicher Gabe von Toujeo am Morgen oder am Abend war vergleichbar.

Bei mit Toujeo behandelten Patienten wurde eine mittlere Veränderung des Körpergewichts von weniger als 1 kg am Ende des 6-monatigen Behandlungszeitraums beobachtet.

Subgruppenanalysen haben gezeigt, dass die Verbesserung des HbA1c-Werts durch Toujeo nicht von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Alter, Dauer des Diabetes (<10 Jahre und ≥10 Jahre), HbA1c-Ausgangswert (<8% oder ≥8%) oder Body-Mass-Index (BMI) zu Studienbeginn beeinflusst wurde.

Diabetes mellitus Typ 1 bei Erwachsenen

In einer offenen kontrollierten Studie (EDITION 4/EFC12456) wurden Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 (n=546) in eine Basal-Bolus-Behandlungsgruppe mit Toujeo oder Lantus randomisiert und 26 Wochen lang behandelt. Toujeo und Lantus wurden einmal täglich, am Morgen (Zeitraum von vor dem Frühstück bis vor dem Mittagessen) oder Abend (Zeitraum von vor dem Abendessen bis zum Schlafengehen), verabreicht. Ein schnell wirkendes Insulinanalogon wurde vor jeder Mahlzeit verabreicht.

Die Senkung des HbA1c-Werts war unter Toujeo und Lantus vergleichbar.

Die unterschiedlichen Zeitpunkte der Verabreichung (Morgen oder Abend) von Toujeo hatten keine Auswirkung auf den HbA1c-Wert.

Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen

Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 wurden drei Studien mit Toujeo durchgeführt:

1. Eine Studie befasste sich mit Toujeo als Basistherapie in Verbindung mit Mahlzeiteninsulin +/- oralen Antidiabetika (EDITION 1/EFC 11628).

In der kontrollierten offenen Studie über 26 Wochen (n=804) wurden Erwachsene mit Diabetes mellitus Typ 2 in zwei Gruppen randomisiert, in denen sie einmal täglich (abends) jeweils Toujeo oder Lantus erhielten. Ergänzend wurden schnell wirkende Mahlzeiteninsuline verabreicht, mit oder ohne Metformin. Toujeo führte zu einer Senkung des HbA1c-Werts, die mit der unter Lantus vergleichbar war.

2. Zwei weitere Studien befassten sich mit Toujeo als Basisbehandlung in Verbindung mit nicht insulinhaltigen Antidiabetika

In den beiden Studien (n=1670) wurden Erwachsene mit Diabetes mellitus Typ 2 in zwei Gruppen randomisiert, in denen über 26 Wochen einmal täglich jeweils Toujeo oder Lantus verabreicht wurde, ergänzt durch nicht insulinhaltige Antidiabetika. Zum Zeitpunkt der Randomisierung wurden 808 Patienten seit mehr als 6 Monaten mit Basalinsulin behandelt (EDITION 2/EFC11629), 862 waren Patienten insulinnaiv (EDITION 3/EFC 12347).

Toujeo bewirkte eine Senkung der HbA1c-Werte, die mit der unter Lantus vergleichbar war.

Hypoglykämie

In klinischen Studien mit Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes wurden Toujeo und Lantus hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Hypoglykämierisiko verglichen.

Bei Patienten mit Typ-1-Diabetes, die mit Toujeo oder Lantus behandelt wurden, war das Hypoglykämierisiko vergleichbar.

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes war den Studien zufolge die Inzidenz bestätigter Hypoglykämien (nachts sowie je 24 Stunden) sowie die Inzidenz dokumentierter symptomatischer Hypoglykämien unter Toujeo geringer als unter Lantus.

Die Überlegenheit von Toujeo gegenüber Lantus hinsichtlich der Reduktion des Risikos für bestätigte nächtliche Hypoglykämien wurde bei Patienten, die zuvor mit oralen Antidiabetika (23% Risikoreduktion) oder Mahlzeiteninsulin (21% Risikoreduktion) behandelt wurden, ab Woche 9 bis zum Ende der Studie bestätigt.

Bei Patienten, die zuvor mit Insulin behandelt wurden, sowie bei insulinnaiven Patienten wurde eine Verringerung des Hypoglykämierisikos beobachtet.

Subgruppenanalysen zufolge war die Wirkung von Toujeo hinsichtlich des Hypoglykämierisikos unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Alter, Body-Mass-Index (BMI) zu Studienbeginn oder Dauer des Diabetes (<10 Jahre und ≥10 Jahre).

Zusammenfassung der hypoglykämischen Episoden der klinischen Studie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2:

DiabetikerpopulationDiabetes mellitus Typ 1Patienten, die zuvor mit Basalinsulin behandelt wurdenEDITION 4 (EFC 12456)Diabetes mellitus Typ 2Patienten, die zuvor mit Basalinsulin behandelt wurdenEDITION 1 (EFC 11628)Diabetes mellitus Typ 2Zuvor insulinnaive Patienten oder Patienten, die mit Basalinsulin behandelt wurdenEDITION 2 und 3 (EFC 11629/EFC 12347)
Behandlung in Kombination mitMahlzeiteninsulinanalogonMahlzeiteninsulinanalogon +/- MetforminNicht insulinhaltige antihyperglykämische Arzneimittel
ToujeoIGlarToujeoIGlarToujeoIGlar

Inzidenz (%) schwerera Hypoglykämien (n/n gesamt)

Gesamte Studiendauere6,6(18/274)9,5(26/275)5,0(20/404)5,7 23/402)1,0(8/838)1,2(10/844)
RR*: 0,69 [0,39; 1,23]RR: 0,87 [0,48; 1,55]RR: 0,82 [0,33; 2,00]

Inzidenz (%) bestätigterb nächtlicherc Hypoglykämien (n/n gesamt)

Von Woche 9 bis Ende der Studiendauer59,3(162/273)56,0(153/273)36,1(146/404)46,0(184/400)18,4(154/835)22,5(188/835)
RR: 1,06 [0,92; 1,23]RR: 0,79 [0,67; 0,93]RR: 0,82 [0,68; 0,99]

Inzidenz (%) bestätigterb Hypoglykämien (n/n gesamt)

Gesamte Studiendauer93,1(255/274)93,5(257/275)81,9(331/404)87,8(353/402)57,6(483/838)64,5(544/844)
RR: 1,00 [0,95; 1,04]RR: 0,93 [0,88; 0,99]RR: 0,89 [0,83; 0,96]

Inzidenz (%) dokumentierter symptomatischerd Hypoglykämien (n/n gesamt)

Gesamte Studiendauer85,0233/274)83,6(230/275)70,0(283/404)77,9(313/402)39,7(333/838)46,2(390/844)
RR: 1,02 [0,95; 1,09]RR: 0,90 [0,83; 0,98]RR: 0,86 [0,77; 0,96]

IGlar: Insulin glargin 100 Einheiten/ml

a Schwere Hypoglykämie: Episode, die die Unterstützung einer anderen Person erfordert, um aktiv Kohlenhydrate oder Glukagon zu verabreichen oder andere Wiederbelebungsmassnahmen zu ergreifen.

b Bestätigte Hypoglykämie: Jede schwere Hypoglykämie und/oder durch einen Blutzuckerwert ≤3,9 mmol/l bestätigte Hypoglykämie.

c Nächtliche Hypoglykämie: Episode, die zwischen 0.00 Uhr und 05.59 Uhr aufgetreten ist.

d Dokumentierte symptomatische Hypoglykämie: Jede Episode, während der die typischen Symptome der Hypoglykämie zusammen mit einem Blutzuckerwert ≤3,9 mmol/l aufgetreten sind.

e 6-monatiger Behandlungszeitraum.

* RR: geschätztes Risikoverhältnis; [95%iges Konfidenzintervall].

Flexibilität beim Zeitpunkt der Dosierung

In zwei offenen, randomisierten klinischen Studien wurden auch die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Toujeo bei einem festen oder flexiblen Dosierzeitpunkt über drei Monate untersucht. Patienten mit Typ-2-Diabetes (n=194) erhielten Toujeo einmal täglich am Abend, entweder stets zur gleichen Zeit (fester Zeitpunkt der Anwendung) oder innerhalb von 3 Stunden vor oder nach dem üblichen Zeitpunkt der Anwendung (flexibler Dosierzeitpunkt).

Die Anwendung mit einem flexiblen Dosierzeitpunkt hatte keinen Einfluss auf die glykämische Kontrolle und die Inzidenz von Hypoglykämien. Die Studienergebnisse haben gezeigt, dass Toujeo in Ausnahmesituationen, wenn die Verabreichung zur gleichen Tageszeit nicht möglich ist, bis zu 3 Stunden vor oder nach dem gewohnten Verabreichungszeitpunkt gegeben werden kann.

Insulin-Antikörper

Ergebnisse aus Studien zum Vergleich von Toujeo und Lantus zeigten hinsichtlich der Entwicklung von Insulin-Antikörpern keinen Unterschied in Bezug auf Wirksamkeit, Sicherheit oder Dosierung des Basalinsulins zwischen Patienten, die mit Toujeo und Lantus behandelt wurden.

Langzeitdaten

Die ORIGIN*-Studie (Outcome Reduction with Initial Glargine INtervention) wurde bei 12 537 Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko (KV) und einem gestörter Nüchternglukose, Glukoseintoleranz oder Typ-2-Diabetes im Frühstadium durchgeführt. Die Studienteilnehmer erhielten randomisiert Insulin glargin oder eine Standardtherapie zur Hyperglykämiebehandlung. Die mediane Beobachtungszeit betrug rund 6,2 Jahre. Erster koprimärer Wirksamkeitsendpunkt war die Zeit bis zum ersten KV-bedingten Todesfall, nicht tödlichen Myokardinfarkt oder nicht tödlichen Schlaganfall. Der zweite koprimäre Wirksamkeitsendpunkt war die Zeit bis zum Auftreten eines Ereignisses des ersten koprimären Wirksamkeitsendpunkts oder bis zur Durchführung eines Revaskularisierungsverfahrens (des Herzens, der Karotis oder peripher) oder einer Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz.

* The ORIGIN Trial Investigators - Basal Insulin and Cardiovascular and Other Outcomes in Dysglycemia – N Engl J Med 2012; 367:319-328 July 26, 2012 DOI: 10.1056/NEJMoa1203858.

Bei den beiden wichtigsten Co-Kriterien zur Wirksamkeit konnte kein Unterschied zwischen Insulin glargin und der Standardtherapie festgestellt werden.

Insulin glargin veränderte das relative Sterberisiko und das KV-bedingte Sterberisiko im Vergleich zur Standardtherapie nicht.

Der mediane HbA1c-Wert unter Therapie lag während der gesamten Beobachtungszeit zwischen 5,9% und 6,4% in der mit Insulin glargin behandelten Gruppe sowie zwischen 6,2% und 6,6% in der Standardtherapie-Gruppe. Die Rate schwerer Hypoglykämien (betroffene Teilnehmer pro 100 Patientenjahre) lag in der mit Insulin glargin behandelten Patientengruppe bei 1,05 und in der Standardtherapie-Gruppe bei 0,30.

Im Verlauf der sechsjährigen Studiendauer trat bei 42% der mit Insulin glargin behandelten Patienten überhaupt keine Hypoglykämie auf. Die Gesamtinzidenz von Krebs (alle Arten) oder krebsbedingten Todesfällen war in beiden Studiengruppen vergleichbar.

Retinopathie

Der Einfluss von Insulin glargin 100 Einheiten/ml (einmal täglich) auf eine diabetische Retinopathie wurde in einer offenen, fünfjährigen NPH-kontrollierten Studie (NPH zweimal täglich) an 1024 Typ- 2-Diabetikern untersucht, bei denen eine Verschlechterung ihrer Retinopathie um 3 oder mehr Stufen auf der Skala der Early Treatment Diabetic Retinopathy Study (ETDRS) mithilfe der Fundusfotografie bestimmt wurde. Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Insulin glargin 100 Einheiten/ml und NPH-Insulin in Bezug auf eine Progression der diabetischen Retinopathie.

Besondere Patientengruppen

Geschlecht, ethnische Herkunft

In klinischen Studien mit Erwachsenen (n=3096, «safety population»*) gaben Subgruppenanalysen nach Geschlecht und ethnischer Herkunft keinen Hinweis auf einen Unterschied bezüglich der Wirksamkeit und Sicherheit von Toujeo und Lantus.

Ältere Patienten

Insgesamt 716 der in klinischen Studien untersuchten Patienten (23% der «safety population»*) mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes waren ≥65 Jahre und 97 (3%) ≥75 Jahre.

Hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit wurde zwischen diesen und jüngeren Patienten kein Unterschied beobachtet.

Die Wahl von Initialdosis, Dosissteigerungen und Erhaltungsdosis sollte bei älteren Patienten mit Diabetes mit Vorsicht erfolgen, um hypoglykämischen Reaktionen vorzubeugen.

Hypogykämien sind bei älteren Personen mitunter schwer zu erkennen. Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels wird empfohlen und die Insulindosis muss individuell angepasst werden (siehe «Dosierung/Anwendung», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

* «Safety population»: Randomisierte Patienten, die mindestens eine Dosis Toujeo oder Lantus (unabhängig von der Dosierung) erhalten haben.

Niereninsuffizienz

Es liegen keine spezifischen Studien bei Patienten mit Niereninsuffizienz zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Toujeo vor. Jedoch haben auf dem Status der Nierenfunktion (gemäss den Kategorien der geschätzten glomerulären Filtratiosrate <60 ou ≥60 ml/min/1.73 m2) basierende Subgruppenanalysen, die im Rahmen kontrollierter klinischer Studien (n=3096*, «safety population») durchgeführt wurden, hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit keinen Unterschied zwischen Toujeo und Lantus gezeigt.

Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels wird empfohlen und die Insulindosis muss individuell angepasst werden (siehe «Dosierung/Anwendung», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Leberinsuffizienz

Es liegen keine spezifischen Studien bei Patienten mit Leberinsuffizienz zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Toujeo vor.

Adipositas

In klinischen Studien gaben Subgruppenanalysen nach BMI (bis zu 63 kg/m2) keinen Hinweis auf einen Unterschied bezüglich der Wirksamkeit und Sicherheit von Toujeo und Lantus.

Pharmakokinetik

Bei einmal täglicher Injektion von Toujeo wird nach 3-4 Tagen ein Steady-State-Spiegel im therapeutischen Bereich erreicht.

Nach subkutaner Injektion von Toujeo war die intraindividuelle Variabilität, definiert als Variationskoeffizient für die Insulinexposition über 24 Stunden, im Steady State gering (17,4%).

Metabolismus:

Nach subkutaner Injektion bei 34 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 wurde Insulin glargin 100 Einheiten/ml rasch am Carboxy-Ende der Beta-Kette abgebaut, wodurch die zwei aktiven Metaboliten M1 (21A-Gly-Insulin) und M2 (21A-Gly-des-30B-Thr-Insulin) entstanden.

Im Plasma zirkuliert als Hauptbestandteil der Metabolit M1. Der M1-Spiegel steigt mit der verabreichten Insulin-glargin-Dosis. Die pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Daten zeigen, dass die Wirkung der subkutanen Injektion von Insulin glargin 100 Einheiten/ml in erster Linie auf der M1-Exposition beruht. Insulin glargin und der Metabolit M2 waren bei der überwältigenden Mehrheit der Personen nicht nachweisbar, und wenn sie nachweisbar waren, dann waren ihre Konzentrationen unabhängig von der verabreichten Dosis des Insulin glargin.

Kinetik bei bestimmten Patientengruppen:

In klinischen Studien gaben Subgruppenanalysen (nach Alter und Geschlecht) keinen Hinweis auf einen Unterschied bezüglich der Verträglichkeit und Wirksamkeit zwischen mit Insulin glargin behandelten Patienten und der gesamten Studienpopulation.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktionstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Toujeo darf nicht mit einem anderen Insulin oder anderen Medikamenten gemischt oder verdünnt werden. Mischen oder Verdünnen kann das Zeit-Wirk-Profil verändern. Mischen kann zu Ausfällungen führen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Toujeo SoloStar sollte vor der Anwendung im Kühlschrank (2-8 °C) gelagert werden. Nicht einfrieren. Der Fertigpen in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Kontakt von Toujeo SoloStar mit dem Gefrierfach oder Kühlelementen vermeiden. Falls die Injektionslösung gefroren war, darf sie nicht mehr verwendet werden.

Hinweise für die Lagerung

In Gebrauch befindliches sowie als Reserve mitgeführtes Toujeo SoloStar kann bei Raumtemperatur bis zu 30 °C maximal 6 Wochen lang aufbewahrt werden. Nicht im Kühlschrank lagern. Den Pen vor Licht geschützt aufbewahren. Nach 6 Wochen der Lagerung bei Raumtemperatur darf das Arzneimittel, unabhängig davon, ob es angebrochen wurde oder nicht, nicht mehr verwendet werden.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Toujeo vor Gebrauch genau prüfen. Es darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar und farblos ist, keine sichtbaren Partikel enthält und von wasserähnlicher Konsistenz ist. Da Toujeo eine Lösung ist, ist ein Resuspendieren vor Gebrauch nicht erforderlich.

Vor dem ersten Gebrauch muss Toujeo SoloStar mindestens 1 Stunde bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Vor der Anwendung des Toujeo SoloStar-Fertigpens muss die in der Packungsbeilage enthaltene Bedienungsanleitung sorgfältig gelesen werden. Leere Pens dürfen nicht wieder verwendet werden und müssen vorschriftsgemäss entsorgt werden.

Die Bedienungsanleitung des Pens ist gewissenhaft zu befolgen. Wenn der Insulinpen beschädigt ist oder nicht einwandfrei funktioniert (aufgrund eines mechanischen Defekts), muss er entsorgt und ein neuer Pen verwendet werden. Der Patient sollte stets einen zweiten Pen bei sich führen, für den Fall, dass er erste nicht funktioniert.

Zur Vermeidung einer möglichen Übertragung von Krankheiten darf jeder Pen nur von einer einzigen Person benutzt werden.

Zulassungsnummer

65453 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) sa, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

April 2015.

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