Targocid Trockensub 400 Mg C Solv I.v./i.m. Amp

Targocid Trockensub 400 Mg C Solv I.v./i.m. Amp

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Teicoplaninum (Praeparatio cryodesiccata).

Hilfsstoff: Natrii chloridum.

Solvens: Aqua ad injectabilia 3 ml (Solvens).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung/Infusion.

Teicoplaninum (Praeparatio cryodesiccata) 200 mg bzw. 400 mg pro vitro.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Therapie von Infektionen bei Methicillin- oder Cephalosporinresistenz, die durch grampositive empfindliche Erreger verursacht wurden.

Bei Penicillin-Allergikern und Patienten, die auf Penicilline oder Cephalosporine nicht angesprochen haben.

Zur Initialtherapie bei Verdacht auf Methicillin-resistente Keime (nach Vorliegen des Ergebnisses der Empfindlichkeitstestung sollte die Therapie entsprechend angepasst werden).

Orale Anwendung zur Therapie der durch Clostridium difficile verursachten pseudomembranösen Enterokolitis.

Targocid wird unter den obgenannten Voraussetzungen verwendet bei gram-positiven Infektionen:

  • des Herzens (z.B. Endokarditis),
  • der Knochen und Gelenke (z.B. Osteomyelitis),
  • der Atemwege,
  • der Haut- und Weichteile,
  • bei Sepsis und Septikaemie,
  • zur Prophylaxe der Endocarditis bei zahnchirurgischen Eingriffen bei Penicillin-Allergie.

Es sollten jeweils Kulturen angelegt werden, um die ursächlichen Erreger und deren Empfindlichkeit gegen Teicoplanin festzustellen.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Verabreichung

  • intravenös: Injektion während 1 Minute oder Infusion während ca. 30 Minuten;
  • intramuskulär;
  • oral (zur Therapie von pseudomembranöser Enterokolitis).

Dosisintervall

Targocid wird im allgemeinen einmal täglich verabreicht.

Im Falle schwerer Infektionen kann am ersten Tag eine zweite Dosis verabreicht werden, um schneller hohe Serumspiegel zu erlangen.

Therapie

Erwachsene

Schweregrad Infektion

Dauer

Tägliche Dosierung

Mittel

1. Tag i.v.

400 mg (6 mg/kg)

ab 2. Tag i.v. oder i.m.

200 mg (3 mg/kg)

schwer

1. Tag i.v.

400 mg/12 Std. (6 mg/kg/12 h)

ab 2. Tag i.v.

400 mg (6 mg/kg)

mittel: Haut- und Weichteilinfektionen, Harnwegsinfektionen

schwer: Sepsis, Endocarditis, Osteomyelitis, sept. Arthritis, immunsupprimierte Patienten.

Zur Monotherapie bei S. aureus Endocarditis ist ab dem 2. Tag eine Erhaltungsdosis von 12 mg/kg erforderlich.

I.V. Drogenabhängige (Monotherapie bei S. aureus Endocarditis)

Die Dosierung muss individuell bestimmt und minimale Serumkonzentrationen >20 mg/l müssen eingehalten werden.

Ältere Patienten

Gleiche Dosierung wie «Erwachsene». Bei eingeschränkter Nierenfunktion siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen».

Kinder (unter 12 Jahren)

Targocid kann zur Behandlung grampositiver Infektionen bei Kindern ab 2 Monaten eingesetzt werden. (Dosierung für Neugeborene: siehe spezielle Anweisungen).

Schweregrad Infektion

Dauer

Tägliche Dosis

Mittel/schwer/Neutropenie

1. Tag

10 mg/kg/12 Std. i.v.

Mild-mittel

Ab 2. Tag

6 mg/kg i.v.

Schwer/Neutropenie

Ab. 2. Tag

10 mg/kg i.v.

Neugeborene

Dauer

Tägliche Dosis

1. Tag

16 mg/kg als Einzeldosis i.v.

Ab 2. Tag

8 mg/kg/d i.v.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Prophylaxe der Endokarditis bei zahnchirurgischen Eingriffen

Erwachsene: 400 mg intravenös bei Einleitung der Anästhesie.

Bei Patienten mit künstlichen Herzklappen wird die Kombination mit einem Aminoglykosid empfohlen.

Peritonitis bei chronisch ambulanter Peritonealdialyse (CAPD)

Tag 1 und 2: 50 mg/2 l Dialyseflüssigkeit.

ab 3. Tag: 25 mg/2 l Dialyseflüssigkeit.

Langsame Elimination von Teicoplanin aus der Peritonealflüssigkeit.

Pseudomembranöse Enterokolitis

1.-10. Tag: 2× 100 mg p.o./Tag (alle 12 Stunden).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Dosierungsänderung erst ab dem vierten Tag gemäss folgendem Schema notwendig:

Leichte Niereninsuffizienz (Creatinin-Clearance zwischen 40 und 60 ml/min): ½ der üblichen Dosierung verabreichen (entweder durch Verdoppelung des Dosierungsintervalles oder durch Halbierung der Einzeldosen)

Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unterhalb 40 ml/min oder bei Patienten unter Hämodialyse): Die Dosierung berechnet sich nach folgender Formel:

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Bei Hämodialysepatienten empfiehlt sich am ersten Tag der Behandlung eine Initialdosis von 800 mg, gefolgt von 400 mg einmal pro Woche am 8. und 15. Tag. Bei lebensbedrohlichen Infektionen kann das Dosierungsintervall verkürzt werden. Nach der Initialdosis von 800 mg können 400 mg am 2., 3., 5., 12. und, falls erforderlich, anschliessend einmal wöchentlich verabreicht werden.

Teicoplanin kann nicht durch Hämodialyse entfernt werden.

Kombinationstherapie

Kombination mit einem geeigneten bakteriziden Wirkstoff (z.B. ein Aminoglykosid, Ceftazidim oder Rifampicin) wird empfohlen, wenn eine maximale bakterizide Aktivität notwendig ist (z.B. bei Staphylokokken-Endokarditis) oder bei Erkrankungen, denen eine Mischinfektion mit gramnegativen Keimen zugrunde liegen könnte (z.B. bei empirischer Therapie von Fieber bei Neutropenie).

Therapiedauer

Die Behandlungsdauer richtet sich nach Art und Schweregrad der Infektion sowie nach dem klinischen Verlauf. Grundsätzlich sollte die Therapie bis mindestens drei Tage nach Nachlassen des Fiebers und/oder Verschwinden der Symptome dauern.

Bei Endokarditis und Osteomyelitis wird eine Therapiedauer von mindestens 3 Wochen empfohlen.

Die orale Behandlung der durch Clostridium difficile hervorgerufenen pseudomembranösen Enterokolitis sollte über einen Zeitraum von mindestens 10 Tagen erfolgen.

Targocid sollte nicht länger als 4 Monate lang verwendet werden.

Plasmakonzentrationen

Werden Bestimmungen der Targocid Serumkonzentrationen bei Erwachsenen und Kindern mit schweren Infektionen vorgenommen, sollen die minimalen Serumkonzentrationen (unmittelbar vor Applikation der nächsten Dosis) 5-15 mg/l betragen.

Bei I.V. Drogenabhängigen soll die minimale Serumkonzentration mehr als 20 mg/l betragen.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff.

Bis mehr klinische Erfahrung vorliegt, sollte Targocid nicht in den subarachnoidalen Raum injiziert werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Vancomycin darf Targocid nur mit Vorsicht angewendet werden; eine Kreuzallergie ist möglich. «Red Man Syndrome» unter Vancomycin ist keine Kontraindikation für Targocid.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis angepasst und die Therapie sorgfältig überwacht werden (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Bei überdurchschnittlich langer Therapie sollten wie üblich Blutbild, Leber-, Nieren- und Hörfunktion kontrolliert werden, v.a. bei Patienten mit Niereninsuffizienz und/oder gleichzeitiger oder aufeinanderfolgender Therapie mit neuro- und/oder nephrotoxischen Medikamenten wie Aminoglykosiden, Colistin, Amphotericin, Cyclosporin, Cisplatin, Furosemid oder Etacrynsäure. (Es gibt aber keine Hinweise für eine synergistische Toxizität bei Kombination mit Targocid.)

Interaktionen

In klinischen Studien erhielten viele Patienten Targocid gleichzeitig mit andern Antibiotika, Antihypertensiva, herzwirksamen Präparaten, Antidiabetika und Anästhetika ohne dass es Hinweise auf Interaktionen gab. Insbesondere gab es auch keine Hinweise auf synergistische Oto- oder Nephrotoxizität bei gleichzeitiger Verabreichung von Aminoglykosiden.

In Tierstudien keine Interaktionen mit Diazepam, Thiopental, Morphin, Halothan oder neuromuskulär blockierenden Substanzen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor.

Die durchgeführten Reproduktionsstudien beim Tier ergaben keine Hinweise auf eine teratogene oder fetotoxische Wirkung von Teicoplanin.

Bei gesicherter oder vermuteter Schwangerschaft sowie in der Stillzeit soll Targocid trotzdem nicht verwendet werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich.

Die Plazentar- und Milchgängigkeit ist nicht bekannt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Schwindelgefühle und Benommenheit sollten in Betracht gezogen werden.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen wurde anhand der folgenden Definition klassifiziert: «sehr häufig» (≥10%), «häufig» (≥1,0%, <10%), «gelegentlich» (≥0,1%, <1,0%), «selten» (≥0,01%, <0,1%), «sehr selten» (<0,01%).

Folgende unerwünschte Wirkungen traten während einer Targocidtherapie auf (die Prozentzahlen beziehen sich auf 1'431 Patienten):

Infektionen und Infestationen:

Unbekannt: Superinfektion (Verbreitung von nicht empfindlichen Keimen).

Störungen des Blut- und Lymphsystems:

Gelegentlich: Eosinophilie 0,8%, Thrombozytopenie 0,3%, Leukopenie 0,4%, Neutropenie, Thrombocytose.

Selten: reversible Agranulozytose.

Störungen des Immunsystems:

Siehe «Haut und Anhang».

Einzelfälle von Rigor, Bronchospasmus, Angioödem und anaphylaktischer Reaktionen/anaphylaktischer Schock.

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: Benommenheit 0.5%, Kopfschmerzen 0,3%.

Unbekannt: Krampfanfälle.

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs:

Gelegentlich: schwach ausgeprägter Gehörverlust, Tinnitus oder veränderte Vestibularis-Funktion 0,4%.

Gastrointestinale Störungen:

Gelegentlich: Nausea oder Erbrechen 0,6%, Diarrhöe 0,5%.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle:

Häufig: vorübergehende Erhöhung von Transaminasen und/oder alkalischer Phosphatase 2,0%.

Gelegentlich: cholestatische Hepatitis 0,1%.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: Exanthem, Erythem oder Pruritus 2,4%, Fieber 1,4%, Urtikaria.

Selten: Infusionsbedingte Ereignisse wie Erythema oder Flush des Oberkörpers wurden bei Patienten ohne vorangegangene Teicoplanin-Behandlung selten beobachtet. Bei Reexposition mit geringer Infusionsrate und/oder Teicoplaninkonzentration traten diese Ereignisse nicht wieder auf. Diese Ereignisse waren nicht spezifisch für irgendeine Konzentration oder Infusionsrate.

Vereinzelte Fälle: Dermatitis exfoliativa, toxisch epidermale Nekrolyse und Erythema multiforme sowie Stevens-Johnson-Syndrom.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege:

Vorübergehend erhöhtes Serumkreatinin 0,3%, sehr selten Nierenversagen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle:

Häufig: Schmerz 1,5%.

Gelegentlich: Phlebitis 0,9%, Rötung 0,3%, Abszess an der Injektionsstelle nach i.m.-Verabreichung.

Überdosierung

Die Behandlung einer Überdosierung ist symptomatisch. Targocid ist nicht dialysierbar.

Zwei Kinder von vier und acht Jahren mit Agranulozytose erhielten versehentlich mehrere Dosen zu 100 mg/kg/Tag. Trotz sehr hoher Plasmakonzentrationen (bis 300 mg/l) traten keine Symptome oder abnormale Laborwerte auf.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01XA02

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Targocid ist ein Glykopeptid mit Wirkung auf aerobe und anaerobe grampositive Bakterien.

Die antibakterielle Wirkung beruht auf einer Hemmung der Zellwandsynthese.

Mikrobiologie

Teicoplanin wirkt im Allgemeinen bakterizid. In einigen Ausnahmefällen (Enterokokken, Listeria monocytogenes und vereinzelt koagulase negative Staphylokokken) wirkt Teicoplanin bakteriostatisch.

Teicoplanin ist aktiv unter anderem gegen Staphylokokken (inklusive derjenigen Stämme, die gegen Methicillin oder andere Beta-Lactam-Antibiotika resistent sind), gegen Streptokokken, Enterokokken, Listeria monocytogenes, Microkokken, Corynebakterien der Gruppe J/K und grampositive Anaerobier inklusive Clostridium difficile.

Minimale Hemmkonzentrationen sensibler Keime:

Spezies

MHK-90 [mg/l]

Staphylococcus aureus0,39-3,12
Staphylococcus epidermidis1,5-12,5
Streptococcus pyogenes0,03-0,2
Streptococcus Gruppe B,C,E,F,G0,12-0,2
Streptococcus Gruppe D0,2-3,1
Streptococcus pneumoniae0,1-0,2
Corynebacterium JK0,8-1,6
Clostridium difficile0,12-0,8
Listeria monocytogenes0,8

Empfindlichkeits-Tests werden nach der Kirby-Bauer Methode mit 6 mm Plättchen (30 µg Teicoplanin) durchgeführt.

Folgende Hemmhöfe gelten als Standardwerte zur Interpretation (CLSI-Werte):

Hemmhof 14 mm: pathogen empfindlich

Hemmhof >10-<14 mm: pathogen mässig empfindlich

Hemmhof 10 mm: pathogen resistent

Teicoplanin ist nicht wirksam gegen gramnegative Keime.

Synergistische Wirkung in vitro mit Aminoglykosiden und mit Imipenem, additive Wirkung mit Rifampicin und Ceftazidim.

In vitro konnte keine Einschritt-Resistenz erreicht werden, eine Mehrschritt-Resistenz erst nach 11-14 Passagen. Deshalb ist eine Resistenzentwicklung während der Therapie unwahrscheinlich.

Keine Kreuzresistenz mit andern Antibiotika-Klassen (Beta-Lactam-AB, Aminoglycoside, Tetracycline, Rifampicin oder Chloramphenicol).

Pharmakokinetik

Absorption und Bioverfügbarkeit

Teicoplanin wird enteral nicht resorbiert. 40% der verabreichten Dosis wird bei enteraler Gabe in mikrobiologisch aktiver Form in den Fäzes wiedergefunden. Die Verabreichung muss für die systemische Therapie parenteral und für die Therapie der pseudomembranösen Enterokolitis oral erfolgen.

Die Bioverfügbarkeit nach einer einzelnen intramuskulären Injektion (3-6 mg/kg) beträgt mehr als 90% des Wertes nach einer intravenösen Injektion.

Distribution

Biphasischer Verlauf der Plasmakonzentration nach i.v. Verabreichung (3-6 mg/kg) mit:

Distributionshalbwertszeiten:

0.6 und 22 h

Eliminationshalbwertszeit:

70-150 h

Totale Plasmaclearance:

13.6 ml/h/kg

Renale Clearance:

10.9 ml/h/kg

Steady-state-Verteilungsvolumen:

1.2 l/kg

Steady-state Plasma-Konz.:

14 mg/l

Proteinbindung:

90-95%

Mit einer Loading dose von 6 mg/kg/12 Std. werden maximale bzw. minimale Plasmakonzentrationen von 46 bzw. 16 mg/l nach der 4. Dosis erreicht.

Schnelle Verteilung in Haut, Exsudat von Hautblasen, Myokard, Lungengewebe und Pleuraflüssigkeit, Knochen und Gelenkflüssigkeit, Leukozyten.

Dringt nicht in Erythrocyten ein. Kaum liquorgängig.

Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Muttermilch übertritt oder ob eine Passage der Placentaschranke stattfindet.

Metabolismus/Elimination

Metaboliten wurden keine identifiziert; ca. 80% einer verabreichten Dosis wird unverändert im Urin ausgeschieden.

Renale Clearance: 10,9 ml/h/kg.

Die lange Eliminations-Halbwertszeit erlaubt eine einmal tägliche Verabreichung. (Ausnahme Loading-dose).

Kinetik spezieller Patientengruppen

  • Bei Kindern unter 12 Jahren wird Teicoplanin schneller ausgeschieden.
  • I.V. Drogenabhängige:Renale Clearance: 15,4 ml/h/kg (9,3-21,7)Eliminationshalbwertszeit: 29,7-183 h
  • Niereninsuffizienz: Siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen».

Präklinische Daten

Bei Verabreichung während der Embryonalentwicklung wurden bei der Ratte unter sehr hohen Dosierungen vermehrt Totgeburten festgestellt. Erfahrungen für den Menschen liegen nicht vor.

Die durchgeführten Reproduktionsstudien ergaben keine Hinweise auf eine teratogene oder fetotoxische Wirkung von Teicoplanin. Eine Beeinträchtigung der Fertilität wurde ebenfalls nicht beobachtet.

Wie im Rahmen der Mutagenitätsprüfungen mit Hilfe prokaryonter und eukaryonter Systeme gezeigt werden konnte, besitzt Teicoplanin keine mutagene Wirkung.

Untersuchungsbefunde zur Kanzerogenität liegen nicht vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten:

Die Lösungen von Teicoplanin und Aminoglycosiden sind inkompatibel und sollten daher nicht vor der Injektion gemischt werden; hingegen sind die beiden Lösungen in Dialyse-Flüssigkeiten kompatibel und können zur Behandlung von CAPD-Peritonitis sicher eingesetzt werden.

Das Arzneimittel darf nur mit dem unter «Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit:

Vor Hitze schützen.

Bei Zimmertemperatur (15-25 °C) aufbewahren.

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die zubereitete Lösung sofort verwendet werden (maximale Aufbewahrungszeit von 24 Stunden bei 2-8 °C), ausser die Zubereitung konnte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgen. Bei nicht sofortigem Gebrauch liegen die Haltbarkeit und die Aufbewahrungsbedingungen in der Verantwortung des Anwenders. Chemische und physikalische «In-use» Stabilität wurde bis zu 48 Stunden bei Raumtemperatur und für 7 Tage bei 2-8 °C gezeigt.

Orale Anwendung: Die Lösung unmittelbar verbrauchen.

Arzneimittel sorgfältig aufbewahren.

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung:

Herstellung der Injektionslösung

Ganzen Inhalt der Wasserampulle mit einer Spritze aufziehen und langsam dem Teicoplanin-Vial beifügen. Sanft bewegen bis das Pulver vollständig gelöst ist. Schaumbildung vermeiden. Hat sich dennoch Schaum gebildet, Ampulle etwa 15 Min. stehen lassen bis der Schaum verschwunden ist.

Die fertige Lösung ist mit Plasma isotonisch und hat einen pH von 7,5. Konzentrationen: Ampullen zu 200 mg/3 ml und 400 mg/3 ml (Ampullen zu 200 mg und 400 mg).

Herstellung der Infusionslösung

Injektionslösung mit einer der folgenden Lösungen verdünnen:

0,9%ige Kochsalzlösung, Ringer-Lactat-Lösung oder Hartmann-Lösung, 5%ige Glukoselösung oder Lösung mit 0,18% Natriumchlorid und 4% Glukose (nicht länger als 24 Stunden aufbewahren).

Herstellung der Lösung zur peroralen Anwendung

Der Inhalt einer Ampulle zu 200 mg Teicoplanin kann in 30 ml Wasser gelöst, getrunken oder über eine bereits liegende Magensonde zugeführt werden.

Zulassungsnummer

49339 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

Januar 2015.

Verwendung dieser Informationen

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