Syntocinon Spr 40 E/ml 5 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Oxytocinum.

Hilfsstoffe:

Konz. f. Inf. Lsg./Inj. Lsg: Natrii acetas, Ethanolum, Conserv.: Chlorobutanolum hemihydricum 5 mg, Aqua q.s. ad solutionem pro 1 ml.

Nasalspray: Conserv.: E216, E218, Chlorobutanolum hemihydricum, Excip. ad solutionem pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Konz. f. Inf. Lsg./Inj. Lsg: 1 ml enthält 5 I.E. Oxytocin.

Nasalspray: 1 ml enthält 40 I.E. Oxytocin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Konz. f. Inf. Lsg./Inj. Lsg zur parenteralen Verabreichung

Präpartal:

Geburtseinleitung aus medizinischen Gründen, z.B. bei Übertragung, vorzeitigem Blasensprung, Schwangerschaftshypertonie (Präeklampsie).

Wehenverstärkung in ausgewählten Fällen von Wehenschwäche.

Syntocinon kann auch in früheren Schwangerschaftsstadien als Adjuvans zur Behandlung eines nicht vermeidbaren, unvollständigen oder verhaltenen Abortes indiziert sein.

Postpartal:

Während eines Kaiserschnittes, jedoch erst nach der Entbindung des Kindes.

Prophylaxe und Therapie einer postpartalen Uterusatonie/-hämorrhagie.

Nasalspray

Förderung der Milchentleerung und Mastitis-Prophylaxe.

Dosierung/Anwendung

Konz. f. Inf. Lsg./Inj. Lsg zur parenteralen Verabreichung

Syntocinon kann je nach Indikation intravenös (i.v. – als Infusion oder Kurzinfusion) oder intramuskulär (i.m.) appliziert werden.

1. Dauerinfusion zur Geburtseinleitung oder Wehenverstärkung

Syntocinon wird als intravenöse Tropfinfusion oder, vorzugsweise, mittels einer Infusionspumpe mit variabler Geschwindigkeit verabreicht. Zur Herstellung der Dauerinfusion siehe «Hinweise zur Handhabung».

Eine genaue Kontrolle der Infusionsgeschwindigkeit ist unerlässlich. Anfangs soll sie 1-2 milli-I.E./min = 0.1-0.2 ml/min (2-4 Tropfen/min) betragen. Sie kann unter sorgfältiger Überwachung der foetalen Herzfrequenz sowie der Wehenfrequenz und Wehendauer in Intervallen von nicht weniger als 20 min und in Schritten von nicht mehr als 1-2 milli-I.E./min gesteigert werden, bis ein mit einer spontanen Wehentätigkeit vergleichbares Kontraktionsmuster vorliegt. Am oder kurz vor dem Geburtstermin wird dies häufig mit einer Infusion von weniger als 10 milli-I.E./min = 1 ml/min (20 Tropfen/min) erreicht. Die empfohlene maximale Infusionsgeschwindigkeit beträgt 20 milli-I.E./min = 2 ml/min (40 Tropfen/min). Sollten ausnahmsweise höhere Infusionsdosen erforderlich sein, wie z.B. bei intra-uterinem Fruchttod oder zur Geburtseinleitung in einem früheren Schwangerschaftsstadium, wenn der Uterus weniger gut auf Oxytocin anspricht, empfiehlt sich die Anwendung einer höher konzentrierten Syntocinon-Lösung, z.B. 2× 5 I.E. in 500 ml (= 20 milli-I.E./ml).

Wird anstelle der Tropfinfusion eine Pumpe mit variablen Infusionsgeschwindigkeiten verwendet, muss die für den vorgesehenen Dosisbereich geeignete Konzentration der Lösung den Spezifikationen der Pumpe entsprechend berechnet werden.

Während der ganzen Infusionsdauer müssen Häufigkeit, Stärke und Dauer der Kontraktionen sowie die foetale Herzfrequenz sorgfältig überwacht werden. Sobald eine angemessene Wehentätigkeit erreicht ist, kann die Infusionsgeschwindigkeit vermindert werden. Bei übermässiger Wehentätigkeit und/oder Anzeichen für «fetal distress» ist die Infusion sofort abzubrechen.

Wenn bei Frauen am oder kurz vor dem Geburtstermin nach einer Infusion von insgesamt 5 I.E. keine regelmässigen Wehen auftreten, ist es ratsam, den Versuch der Geburtseinleitung abzubrechen; er kann am nächsten Tag mit einer anfänglichen Infusionsgeschwindigkeit von wiederum 1-2 milli-I.E./min wiederholt werden.

Nicht-vermeidbarer, unvollständiger oder verhaltener Abort

5 I.E. als i.v.-Infusion über 5 min infundieren oder 5-10 I.E. i.m. nötigenfalls gefolgt von einer i.v.-Infusion von 20-40 milli-I.E./min.

2. Kurzinfusion zur postpartalen Anwendung (Zur Herstellung der Kurzinfusion siehe «Hinweise zur Handhabung»).

Sectio caesarea

5 I.E. unmittelbar nach der Entbindung des Kindes während 5 Minuten intravenös infundieren.

Prophylaxe postpartaler Uterusblutungen

Die übliche Dosis beträgt 5 I.E. und wird nach Ausstossung der Plazenta als i.v.-Infusion über 5 min verabreicht. Alternativ können 5-10 I.E. intramuskulär verabreicht werden. Bei Frauen, denen Syntocinon zur Geburtseinleitung oder Wehenstimulation verabreicht worden ist, soll die Infusion während der Plazentarperiode und für wenige Stunden danach bei erhöhter Einlaufgeschwindigkeit (20-40 milli-I.E./min) fortgesetzt werden.

Therapie postpartaler Uterusblutungen

5 I.E. als i.v.-Infusion über 5 min oder 5-10 I.E. i.m., in schweren Fällen gefolgt von einer i.v.-Infusion, wobei 5-20 I.E. Oxytocin in 500 ml einer elektrolythaltigen Lösung mit einer Geschwindigkeit infundiert werden, die nötig ist, um die Uterusatonie zu beherrschen.

Hinweis: Eine versehentliche paravenöse Infusion von Oxytocin ist harmlos.

Nasalspray

1 Sprühstoss (0.1 ml Nasalspray Lösung zu 4 I.E. Oxytocin) in eine der beiden Nasenöffnungen 5 min vor dem Stillen oder Abpumpen der Milch.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Pädiatrische Patientinnen: Syntocinon wurde ausschliesslich bei Frauen ab 18 Jahren untersucht. Bei Kindern vor der Pubertät besteht keine Indikation. Für die Anwendung im Rahmen von Schwangerschaften bei Jugendlichen <18 Jahre können mangels spezifischer Daten keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Ältere Patientinnen: Bei Frauen nach der Menopause besteht keine Indikation.

Niereninsuffizienz: Es wurden keine Studien bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz durchgeführt. Aufgrund der renalen Elimination von Oxytocin sowie seiner antidiuretischen Eigenschaften ist jedoch bei eingeschränkter Nierenfunktion mit einer Akkumulation zu rechnen. Syntocinon sollte daher bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz mit besonderer Vorsicht angewendet werden.

Leberinsuffizienz: Es wurden keine Studien bei Patientinnen mit Leberinsuffizienz durchgeführt. Daher können keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden.

Anwendungsweise: s. «Sonstige Hinweise, Hinweise für die Handhabung».

Kontraindikationen

Hypertone Wehentätigkeit; «fetal distress» (sofern die Geburt nicht unmittelbar bevorsteht).

Schwere Toxämie; Prädisposition für Fruchtwasserembolie (intra-uteriner Fruchttod, Abruptio placentae).

Alle Situationen, bei welchen aus foetalen oder mütterlichen Gründen auch eine spontane Wehentätigkeit vermieden werden muss und/oder eine vaginale Geburt kontraindiziert ist: z.B. erhebliches Kopf/Becken-Missverhältnis, Lageanomalien; Placenta praevia, Vasa praevia, Abruptio placentae, Nabelschnurumschlingung oder Vorfall; Überdehnung oder verminderte Resistenz des Uterus (Ruptur-Risiko) wie bei Mehrlingsschwangerschaft, Hydramnion, Multipara mit mehr als 4 Geburten, ältere Multipara, und bei Vorliegen einer Uterusnarbe nach grösseren operativen Eingriffen, einschliesslich klassischer Sectio caesarea.

Syntocinon darf nicht innerhalb von 6 Stunden nach vaginaler Prostaglandin-Applikation verabreicht werden (s. «Interaktionen»).

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Bei Patientinnen mit einer Wehenschwäche, die auf Oxytocin ungenügend anspricht, und bei Patientinnen mit schwerer Präeklampsie oder schweren kardiovaskulären Störungen soll Syntocinon nicht über lange Zeit infundiert werden.

Syntocinon Nasalspray ist für die Anwendung während der Schwangerschaft und Geburt kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung von Oxytocin soll nur in der Klinik und unter qualifizierter ärztlicher Leitung erfolgen.

Eine i.v.-Bolusinjektion soll vermieden werden, da dies zu einer akuten kurzandauernden Hypotonie begleitet von Flushing und Reflextachykardie führen kann, sowie zu einer QT-Verlängerung.

Eine schnelle i.v.-Injektion von Syntocinon in Dosen von mehreren I.E. kann das Risiko für Arrhythmien und Herzstillstand erhöhen. In einer Studie wurde gezeigt, dass eine schnelle i.v. Oxytocin-Bolus-Injektion in Dosen von mehreren I.E. eine vorübergehende asymptomatische QT-Verlängerung hervorrufen kann. Es ist nicht bekannt, ob die beobachteten QT-Verlängerungen in einem Kausalzusammenhang mit der Oxytocin-Behandlung stehen oder durch gleichzeitig verabreichte Komedikationen verursacht wurden. Daten über einen möglichen pathophysiologischen Mechanismus liegen nicht vor.

Bei Patientinnen mit kardiovaskulären Erkrankungen in der Anamnese (wie z.B. hypertropher Kardiomyopathie, Herzklappenerkrankung, koronarer Herzerkrankung oder Koronarspasmen) sollte Syntocinon unter besonderer Vorsicht angewendet werden, um grössere Veränderungen von Herzfrequenz und Blutdruck zu vermeiden.

Bei Patientinnen mit bekannten «langem QT-Syndrom» oder anderen Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung (einschliesslich Komedikation mit Arzneimitteln, für welche das Risiko einer QT-Verlängerung bekannt ist) sollte Syntocinon nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden (s. «Interaktionen»).

Bei der Anwendung von Syntocinon zur Geburtseinleitung oder zur Wehenverstärkung ist folgendes zu beachten:

  • Die Geburtseinleitung mittels Oxytocin bedarf einer fundierten medizinischen Indikation und sollte nicht aus Gründen der Bequemlichkeit durchgeführt werden.
  • Syntocinon darf nur als intravenöse Dauerinfusion und niemals als subkutane, intramuskuläre oder intravenöse Einzelinjektion verabreicht werden.
  • Die Verabreichung von Oxytocin in übermässigen Dosen bewirkt eine Uterusüberstimulation, welche fetal distress, Asphyxie und intrauterinen Kindstod bewirken oder zu uterinem Hypertonus, tetanischen Kontraktionen und zur Uterus-Ruptur führen kann. Sehr wichtig ist die sorgfältige Überwachung der kindlichen Herztöne und der Wehenqualität (Häufigkeit, Stärke und Dauer der Kontraktionen), damit die Infusionsgeschwindigkeit den jeweiligen Verhältnissen angepasst werden kann.
  • Besondere Vorsicht ist geboten bei Vorliegen eines Borderline-Kopf/Becken-Missverhältnisses, bei Patientinnen mit sekundärer Wehenschwäche, leichter oder mittelschwerer Hypertonie, kardialen Störungen, Status nach Sectio caesarea im unteren Uterinsegment und bei Patientinnen im Alter über 35 Jahren.
  • In seltenen Fällen erhöht sich durch die pharmakologische Weheninduktion mit uterotonen Wirkstoffen (inkl. Oxytocin) das Risiko einer postpartalen disseminierten intravasalen Gerinnung (DIG). Die pharmakologische Induktion als solche und nicht ein besonderer Wirkstoff birgt dieses Risiko, das insbesondere dann erhöht ist, wenn bei der schwangeren Frau zusätzliche Risikofaktoren für eine DIG vorliegen, z.B. Alter über 35 Jahre, Komplikationen während der Schwangerschaft oder Gestationsalter über 40 Wochen. Bei diesen Frauen sind Oxytocin und andere entsprechende Arzneimittel mit Vorsicht zu verwenden, und der Arzt sollte auf Zeichen einer DIG achten.
  • Bei intrauterinem Fruchttod und/oder bei Vorliegen von mekoniumhaltigem Fruchtwasser muss in Hinblick auf das Risiko einer Fruchtwasserembolie eine forcierte Wehentätigkeit vermieden werden.

Bei Behandlung von postpartalen atonischen Uterusblutungen in Kombination mit Sulproston und/oder Methylergometrin ist Vorsicht geboten (s. «Interaktionen»).

Störungen des Wasser-Elektrolyt-Gleichgewichtes

Weil Oxytocin eine, wenn auch geringe, antidiuretische Aktivität besitzt, kann es bei langdauernder, hochdosierter intravenöser Infusion in Verbindung mit exzessiver Flüssigkeitszufuhr (z.B. im Rahmen einer Therapie bei einem nicht vermeidbaren/verhaltenen Abort oder der Behandlung einer postpartalen Hämorrhagie) zu einer Wasserintoxikation mit Hyponatriämie (sowohl bei der Mutter als auch beim Neugeborenen) kommen. Die Kombination von antidiuretischer Wirkung des Oxytocins und i.v.-Flüssigkeitszufuhr kann zu Hypervolämie mit einer hämodynamischen Form des akuten Lungenödems ohne Hyponatriämie führen.

Um diese seltenen Komplikationen zu vermeiden, sind, wenn hohe Oxytocin-Dosen über einen längeren Zeitraum verabreicht werden, die folgenden Vorsichtsmassnahmen zu beachten:

Es sollte eine elektrolythaltige Infusionslösung (keine Glukoselösung!) verwendet, das infundierte Flüssigkeitsvolumen möglichst niedrig gehalten (d.h. Oxytocin in höherer Konzentration infundiert), die orale Flüssigkeitszufuhr eingeschränkt, die Flüssigkeitsbilanz überwacht und bei Verdacht auf Elektrolytveränderungen die Serum-Elektrolyte bestimmt werden.

Bei Patientinnen mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen besteht ein erhöhtes Risiko für eine Wasserretention oder eine Akkumulation von Oxytocin. Bei der Behandlung solcher Patientinnen ist daher besondere Vorsicht geboten.

Die gleichzeitige Verabreichung von Syntocinon parenteral und Syntocinon Nasalspray ist zu unterlassen.

Interaktionen

Mögliche pharmakokinetische Interaktionen von Oxytocin wurden nicht untersucht. Über die nachfolgend beschriebenen pharmakodynamischen Interaktionen wurde unter Anwendung von Syntocinon Infusion bzw. -Injektion berichtet.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakodynamik von Oxytocin

Inhalationsanästhesie: Inhalationsanästhetika (z.B. Cyclopropan, Halothan, Sevofluran, Desfluran) üben eine relaxierende Wirkung auf den Uterus aus, wodurch die wehenstimulierende Wirkung von Oxytocin vermindert werden kann.

Arzneimittel, die das QT Intervall verlängern: Wird Oxytocin zusammen mit Arzneimitteln verabreicht, für welche eine potentielle Verlängerung des QT-Intervalles bekannt ist, besteht ein erhöhtes Risiko für eine QT-Verlängerung (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Wechselseitige Interaktionen

Prostaglandine bzw. Prostaglandin-Analoga: Prostaglandine und ihre Analoga fördern ebenfalls die Kontraktion des Myometriums und können daher die uterusstimulierende Wirkung von Oxytocin verstärken und umgekehrt. Syntocinon darf daher nur mit einem Zeitabstand von mindestens 6 Stunden nach Prostaglandin-Gabe angewendet werden (s. «Kontraindikationen»).

Andere Uterotonika: Bei Behandlung von postpartalen atonischen Uterusblutungen gibt es Berichte über ventrikuläre Tachykardie/Kammerflimmern sowie Myokardinfarkt/Herzstillstand mit teilweise fatalem Verlauf bei gleichzeitiger Verabreichung von Sulproston und/oder Oxytocin und/oder Methylergometrin.

Einfluss von Oxytocin auf die Pharmakodynamik anderer Arzneimittel

Regionalanästhesie: Wenn Oxytocin während oder nach einer Kaudalanästhesie verabreicht wird, kann es die blutdrucksteigernde Wirkung von sympathomimetischen Vasokonstriktoren potenzieren. Über mögliche Wechselwirkung zwischen Syntocinon und Sympathomimetika bei der Epidural- oder Spinalanästhesie liegen keine ausreichenden Daten vor.

Vasokonstriktoren/Sympathomimetika: Oxytocin kann die blutdrucksteigernde Wirkung von Vasokonstriktoren und Sympathomimetika verstärken. Dies gilt auch für Vasokonstriktoren, welche in Arzneimitteln zur Lokalanästhesie enthalten sind.

Antihypertonika: Unter Oxytocin kann die Wirkung von Antihypertonika gesteigert sein. Daher müssen Patientinnen bei gleichzeitiger Verabreichung besonders sorgfältig überwacht werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Ausser zur medizinisch indizierten Geburtseinleitung und Wehenverstärkung und zur Anwendung beim spontanen oder indizierten Abort gibt es für Oxytocin keine Indikation in der Schwangerschaft.

Es gibt klare Hinweise auf Risiken für den menschlichen Foetus, wie Bradykardie, Arrhythmien, ZNS- und/oder Hirnschäden oder Fruchttod.

Es wurden keine Reproduktionsstudien mit Oxytocin an Tieren durchgeführt.

Syntocinon Nasalspray ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.

Oxytocin tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über; unerwünschte Wirkungen beim gestillten Kind sind nicht zu erwarten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Syntocinon kann Wehen auslösen. Da Frauen mit Uteruskontraktionen kein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen sollten, ist nach der Anwendung von Syntocinon entsprechende Vorsicht geboten. Ausserdem kann die Fähigkeit zum Lenken von Fahrzeugen und zur Bedienung von Maschinen durch mögliche unerwünschte Wirkungen von Oxytocin, wie Veränderung von Herzfrequenz und Blutdruck, eingeschränkt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen von Oxytocin werden in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort).

Bei der Geburtseinleitung oder Wehenverstärkung mittels i.v.-Infusion bewirken zu hohe Dosen eine unerwünscht starke Uterusstimulation. Diese kann zu einer foetalen Notlage («fetal distress») und im Extremfall zur foetalen Asphyxie mit intrauterinem Kindstod oder zu uterinem Hypertonus, tetanischen Kontraktionen und zur Uterus-Ruptur führen.

Unabhängig von der Verabreichungsart wurde über folgende unerwünschte Wirkungen bei der Mutter berichtet:

Häufigkeitsangaben

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1'000, <1/100), «selten» (≥1/10'000, <1/1'000), «sehr selten» (<1/10'000); «nicht bekannt»: basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystem

Nicht bekannt: disseminierte intravasale Gerinnung.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen (verbunden mit Dyspnoe, Hypotonie), anaphylaktischer/anaphylaktoider Schock.

Sollten solche Reaktionen auftreten, muss die Verabreichung sofort abgebrochen werden.

Nicht bekannt: Angioödem (bisher nur bei parenteraler Applikation beobachtet).

Nasalspray: allergische Dermatitis.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt: Wasserintoxikation, maternale Hyponaträmie.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Herzerkrankungen

Häufig: Tachykardie, Bradykardie.

Gelegentlich: Arrhythmien (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Nicht bekannt: myokardiale Ischämie, QTc-Verlängerung.

Gefässerkrankungen

Sehr selten: Hypertonie.

Nicht bekannt: Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt: Nasenbeschwerden akutes Lungenödem.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Häufig: Übelkeit, Erbrechen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Hautausschlag.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Nasalspray: abnorme Uteruskontraktionen.

Nicht bekannt: uterine Hypertonizität, tetanische Kontraktionen, Uterusruptur.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Nicht bekannt: Hitzewallungen.

Unerwünschte Wirkungen beim Foeten bzw. Neugeborenen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt: neonatale Hyponatriämie.

Herzerkrankungen

Nicht bekannt: «fetal distress», Asphyxie (bis hin zu letalem Ausgang).

Überdosierung

Die Symptome einer Überdosierung und ihre Folgen entsprechen den oben beschriebenen Nebenwirkungen. Zusätzlich wurde über einige Fälle von Abruptio placentae und/oder Fruchtwasser-Embolie berichtet.

Therapie: Wenn während einer i.v.-Infusion von Syntocinon Anzeichen einer Überdosierung auftreten, muss die Infusion sofort abgebrochen werden. Die Therapie der Überdosierung ist symptomatisch, ein spezifisches Antidot existiert nicht. Es wird empfohlen, der Patientin Sauerstoff zu verabreichen. Im Fall einer Wasserintoxikation ist es wichtig, die Flüssigkeitszufuhr zu beschränken, die Diurese zu fördern und Elektrolyt-Verschiebungen zu korrigieren. Ausserdem sollten die Patienten auf das mögliche Auftreten von Konvulsionen überwacht werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H01BB02

Wirkungsmechanismus

Das in Syntocinon enthaltene Oxytocin, ein synthetisches Nonapeptid, ist mit dem physiologischen Hypophysenhinterlappen-Hormon identisch. Oxytocin wird v.a. gegen Ende der Schwangerschaft sowie postpartal aus der Neurohypophyse freigesetzt, wobei die Sekretion durch das kindliche Saugen an den Mamillen stimuliert wird.

Da die Zahl der Oxytocin-Rezeptoren des Uterus im Laufe der Schwangerschaft zunimmt, stimuliert Oxytocin die glatte Muskulatur des Uterus vor allem gegen Ende der Schwangerschaft, während der Wehentätigkeit und unmittelbar nach der Geburt.

Bei intravenöser Dauerinfusion während des Geburtvorgangs bewirkt Oxytocin rhythmische Kontraktionen im oberen Uterinsegment, welche jenen bei spontaner Wehentätigkeit in Häufigkeit, Stärke und Dauer ähnlich sind.

Oxytocin besitzt einen raschen Wirkungseintritt. Die Latenzzeit beträgt bei i.v.-Injektion weniger als 1 min und bei i.m.-Applikation 2-4 min.

Nach einer i.m.-Injektion hält der Effekt von Oxytocin 30-60 min an; nach i.v.-Gabe kann er kürzer sein.

Wenn Syntocinon in den zur Geburtseinleitung oder Wehenverstärkung geeigneten Dosen als intravenöse Infusion verabreicht wird, setzt die Reaktion des Uterus allmählich ein und erreicht gewöhnlich nach 20-40 min das mit der jeweiligen Infusionsgeschwindigkeit erzielbare gleichbleibende Niveau. Die dabei bestehenden Oxytocin-Plasmaspiegel sind mit jenen vergleichbar, die bei spontaner Wehentätigkeit in der Eröffnungsphase gemessen werden.

Nach Abbruch der Infusion oder nach erheblicher Verminderung der Infusionsgeschwindigkeit, z.B. bei Überstimulation, geht die Uterusaktivität schnell zurück. Sie kann sich auf einem geeigneten niedrigeren Niveau fortsetzen.

In vitro wurde bei verlängerter Exposition eine Desensibilisierung der Oxytocin-Rezeptoren beobachtet.

Neben seiner Wirkung am Uterus erzeugt Oxytocin eine Kontraktion der myoepithelialen Zellen, welche die Alveolen der Brustdrüse umgeben. Damit wird der Milchaustritt gefördert und das Stillen erleichtert. Oxytocin besitzt jedoch keine galaktopoietische Wirkung.

Synthetisches Oxytocin enthält kein Vasopressin, besitzt aber trotzdem eine schwache intrinsische Vasopressin-ähnliche antidiuretische Aktivität.

Darüber hinaus führt Oxytocin zu einer kurz dauernden Relaxation der glatten Gefässmuskulatur. Dies kann, insbesondere bei schneller intravenöser Injektion hoher Dosen, zu Blutdruckabfall, Flush und Reflextachykardie führen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Pharmakokinetik

Absorption

Oxytocin wird nach i.m.-Applikation rasch aus dem Muskelgewebe absorbiert. Nach intravenöser Infusion zu 4 milli-I.E./min an schwangere Frauen beim Geburtstermin betrug der Oxytocin-Plasmaspiegel 2 bis 5 mikro-I.E./ml.

Oxytocin (Spray) wird schnell und ausreichend gut durch die Nasenschleimhaut resorbiert.

Distribution

Das bei 6 gesunden Männern nach intravenöser Injektion bestimmte Verteilungsvolumen im Fliessgleichgewicht betrug 12.2 l (5.8-20.7 l) oder 0.17 l/kg.

Die Plasmaproteinbindung von Oxytocin ist sehr gering. Oxytocin passiert die Plazentaschranke in beiden Richtungen. Es kann in geringen Mengen in der Muttermilch nachgewiesen werden.

Metabolismus

Während der Schwangerschaft wird Oxytokinase, eine Glykoprotein-Aminopeptidase, produziert und erscheint im Plasma. Sie wird sowohl von der Mutter wie auch vom Foeten produziert. Oxytokinase ist das hauptverantwortliche Enzym für die Metabolisierung von Oxytocin, welche überwiegend in Leber und Nieren erfolgt.

Die metabolische Clearance beläuft sich bei der schwangeren Frau auf ca. 20 ml/kg/min.

Elimination

Die Plasmahalbwertszeit von Oxytocin liegt im Bereich von 3-20 min. Oxytocin wird überwiegend in Form der Metaboliten mit dem Urin ausgeschieden, nur weniger als 1% als unveränderte Substanz.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Oxytocin wurde bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es ist jedoch bekannt, dass Oxytocin renal eliminiert wird. Aufgrund der anti-diuretischen Eigenschaften von Oxytocin kann es daher zu einer Akkumulation von Oxytocin mit entsprechender Verstärkung bzw. Verlängerung der Wirkung kommen.

Leberinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Oxytocin wurde bei Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen nicht untersucht. Da das für den Metabolismus verantwortliche Enzym jedoch ubiquitär vorhanden ist (einschliesslich einer relevanten Aktivität in der Plazenta), ist bei leichter und mässiger Leberinsuffizienz ein wesentlicher Einfluss auf die Pharmakokinetik von Oxytocin nicht zu erwarten. Bei schwerer Leberinsuffizienz siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten für Oxytocin zeigen aufgrund herkömmlicher Studien der akuten Toxizität nach Einzeldosis, der Genotoxizität und Mutagenität kein spezielles Risiko für den Menschen.

Mutagenität, Karzinogenität

Es wurde eine in-vitro-Studie zur Genotoxizität und Mutagenität von Oxytocin durchgeführt. Die Tests ergaben ein negatives Resultat für chromosomale Aberration und Austausch von Schwesterchromatiden in Kulturen peripherer humaner Lymphozyten. Es zeigte sich keine signifikante Veränderung des Mitose-Index, und Oxytocin hatte keine genotoxischen Eigenschaften. Das genotoxische Potential von Oxytocin wurde nicht in vivo bestimmt.

Es liegen keine Studien zum kanzerogenen Potenzial vor.

Reproduktionstoxizität

Die Behandlung von Ratten mit Oxytocin im Frühstadium der Trächtigkeit mit einer Dosis, die über der beim Menschen empfohlene Maximaldosis lag, führte in einer Studie zum Verlust von Embryonen.

Zu Oxytocin gibt es keine Standardstudien zur Teratogenität und Fertilität.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Nasalspray: Nach Anbruch der Flasche darf diese nicht länger als 1 Monat verwendet werden. Daher wird empfohlen das Anbruchsdatum auf der Etikette der Flasche zu notieren.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Konz. f. Inf. Lsg./Inj. Lsg: Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern.

Nasalspray: Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern.

Nach dem Öffnen soll die Flasche bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahrt werden.

Hinweise für die Handhabung

Nasalspray: Der Spray wird vorzugsweise im Sitzen appliziert.

Schnappdeckel abnehmen, dann soll die Dosierpumpe vor der ersten Anwendung etwa 3 Mal betätigt werden, bis Lösung austritt. Den Sprühkopf in senkrechter Stellung in eine der Nasenöffnungen halten und die Dosierpumpe betätigen, dabei leicht durch die Nase einatmen.

Herstellung der Dauerinfusion

Für die Dauerinfusion werden 5 I.E. Syntocinon in 500 ml einer physiologischen Elektrolytlösung (wie z.B. NaCl 0.9%) verdünnt. Diese Lösung enthält 10 milli-I.E./ml. Bei Patientinnen, die kein Natriumchlorid erhalten dürfen, kann stattdessen 5%ige Glukoselösung verwendet werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Um eine gleichmässige Durchmischung der Infusionslösung sicherzustellen, ist die Flasche oder der Beutel vor der Anwendung mehrmals zu kippen.

Herstellung der Kurzinfusion

Für die Kurzinfusion werden 5 I.E. Syntocinon in 50 ml (bis maximal 100 ml) einer physiologischen Elektrolytlösung (wie z.B. NaCl 0.9%) verdünnt. Diese Lösung enthält 100 (bzw. 50) milli-I.E./ml. Bei Patientinnen, die kein Natriumchlorid erhalten dürfen, kann stattdessen 5%ige Glukoselösung verwendet werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Um eine gleichmässige Durchmischung der Infusionslösung sicherzustellen, ist die Flasche oder der Beutel vor der Anwendung mehrmals zu kippen.

Zulassungsnummer

22114, 25644 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Mai 2016.

Verwendung dieser Informationen

Die Informationen auf dieser Seite sind für Fachpersonal gedacht. Bei Fragen lassen Sie sich von einer Fachperson (z.B. Arzt oder Apotheker) beraten und lesen Sie die Packungsbeilage auf unserer Produktseite.