Soldactone Trockensub 200 Mg C Solv 6 Amp 2 Ml

Soldactone Trockensub 200 Mg C Solv 6 Amp 2 Ml

Fachinformationen

Zusammensetzung

Wirkstoff: Kaliumcanrenoat

Hilfsstoffe: Trometamol

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lyophilisat: Kaliumcanrenoat 200 mg (Flacon).

2 ml Aqua ad iniectabilia (Ampulle).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Soldactone ist bei nachfolgenden Situationen und in Anwesenheit eines Hyperaldosteronismus und eines einhergehenden Kaliummangels indiziert: Ödeme bei Herzinsuffizienz sowie Leberzirrhose mit Aszites. Soldactone soll vor allem dann zum kurzfristigen Einsatz kommen, wenn eine orale Zugabe erschwert bzw. ausgeschlossen ist.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: Im allg. täglich 200-600 mg i.v. als Injektion oder Infusion.

Maximaldosis: 600 mg/Tag i.v. Die grösste Einzeldosis soll 400 mg i.v. nicht übersteigen. Den Inhalt eines Flacons während mindestens 3 Minuten langsam injizieren.

Die Anwendung und Sicherheit von Soldactone, Injektionspräparat ist bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht geprüft worden.

Kontraindikationen

Bei akuter Niereninsuffizienz, schnell fortschreitender Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Anurie, Hyperkaliämie und aldosteronunabhängigen Ödemen ist eine Anwendung von Soldactone kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Natriumspiegel unter 130 mEq stellen keine Kontraindikation für Soldactone dar; NaCl-Zufuhr sollte jedoch in diesen Fällen in Erwägung gezogen werden. Periodische Elektrolytbestimmungen sind aufgrund der Hyperkaliämie- oder Hyponaträmie-Gefahr und des vorübergehenden Anstiegs des Harnstoffes stets angezeigt, vor allem bei Nierenfunktionsstörungen, die mit einer glomerulären Filtrationsrate unter 25-30 ml/Min. bzw. Serum-Kreatininwerten von 2 mg/100 ml und höher einhergehen.

Interaktionen

Soldactone potenziert die Wirkung anderer Diuretika (Furosemid und Etacrynsäure z.B.). Daher sollte deren Dosis um mindestens 50% reduziert werden, falls Soldactone gleichzeitig verabreicht wird. Nachträglich kann eine Dosisanpassung vorgenommen werden.

Eine zusätzliche Verabreichung von Kalium oder kaliumsparenden Medikamenten ist nicht angezeigt, da diese Massnahmen zu Hyperkaliämie führen können.

Acetylsalicylsäure und ihre Salze setzen die aldosteronantagonisierende Wirkung von Canrenoat herab.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren. Tierexperimentelle Studien mit Kaliumcanrenoat zeigten eine Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»). Canrenoat passiert die Plazentaschranke und kann schädliche pharmakologische Wirkungen auf den Föten ausüben. Während der Schwangerschaft darf das Medikament nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Canrenon, ein Hauptmetabolit von Soldactone, kann in die Muttermilch gelangen. Es wird daher empfohlen, nicht zu stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden im Zusammenhang mit einer Soldactone-Therapie beobachtet:

Blut- und Lymphsystem

Selten: Thrombozytopenie, Eosinophilie bei Patienten mit Leberzirrhose.

In Einzelfällen: Agranulozytose.

Endokrine Störungen

Häufig: Gesteigerte Berührungsempfindlichkeit der Mamillen sowie Gynäkomastie bzw. Mastodynie bei Mann und Frau. Diese Nebenwirkungen bilden sich bei manchen Patienten auch nach Absetzen des Präparates nicht zurück.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Reversibler Anstieg stickstoffhaltiger harnpflichtiger Stoffe (bei klinisch gesunder und bei geschädigter Niere möglich), Erhöhung des Harnsäurespiegels.

Selten: Hyperkaliämie (insbesondere bei Nierenfunktionsstörungen; kann sich durch kardiale Arrhythmien, Müdigkeit sowie Muskelschwäche äussern), Hyponatriämie (vor allem nach ausgiebiger Flüssigkeitszufuhr; kann sich durch Schwindel, Kollaps und Muskelschmerzen äussern).

Soldactone kann eine hyperchlorämische metabolische Azidose induzieren oder verstärken.

Nervensystem

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit (Lethargie), Ataxie.

Unter Soldactone in hoher Dosierung (1000 mg und darüber) wurde vereinzelt ein passageres Verwirrtheitssyndrom beobachtet, das nach Verringerung der Dosis oder vorübergehender Unterbrechung der Therapie abklang.

Herz

Bei stark erniedrigtem Blutdruck kann es zu einem weiteren Absinken des Blutdrucks kommen.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Übelkeit (auch während der Injektion), Erbrechen, Diarrhoe, Krämpfe.

Selten: Magen- oder Darmulcera (auch mit Blutungen).

Leber und Galle

In Einzelfällen: Hepatotoxizität mit Hepatitis.

Haut

Gelegentlich: Hirsutismus.

In Einzelfällen: Hautreaktionen (Rötung, Urtikaria, Exantheme, Vaskulitis, Erythema anulare, Lupus erythematodes- und Lichen-ruber-planus-ähnliche Hautveränderungen), Alopezie.

Muskelskelettsystem

In Einzelfällen: Osteomalazie

Reproduktives System

Gelegentlich: Menstruationsstörungen, Postmenopausenblutungen, Potenz- und Libidostörungen beim Mann

Selten: Amenorrhoe

Reaktionen an der Applikationsstelle

Gelegentlich: Schmerzen an der Injektionsstelle während der Injektion.

Sonstige unerwünschte Wirkungen

Selten: Stimmveränderungen (Heiserkeit, Vertiefung der Stimmlage bei Frauen, Erhöhung der Stimmlage bei Männern), welche in einigen Fällen auch nach Absetzen des Präparates nicht zurückgehen. Deshalb ist die therapeutische Notwendigkeit gegenüber dem Risiko abzuwägen, insbesondere bei Berufen, bei denen die Stimme eine besondere Bedeutung hat (z.B. Theater-, Lehrberufe).

Überdosierung

Symptome: Somnolenz, Verwirrtheit, Hautausschläge, Nausea, Erbrechen und Diarrhoe. Selten Hyponatriämie und Hyperkaliämie.

Massnahmen: Aussetzen der Medikation, Behebung der evtl. vorhandenen Elektrolytstörungen. Reduktion der Kalium-Einnahme, Verabreichung von i.v. Glukose und Insulin oder oralen Ionenaustauschern bei Hyperkaliämie.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C03DA02

Soldactone ist die i.v. injizierbare Form eines Aldosteron-Antagonisten, der mit dem seit Jahren in der Therapie eingeführten Aldactone chemisch verwandt ist. Im Gegensatz zu Aldactone ist Soldactone gut wasserlöslich und daher zur Injektion geeignet. Seine Wirkung ist im Prinzip der des Aldactone ähnlich.

Soldactone hemmt kompetitiv die Aldosteronwirkung im distalen Tubulusabschnitt und somit die Natrium- und Wasserrückresorption unter Schonung der Kaliumausscheidung. Die diuretische Wirkung tritt mindestens ebenso rasch und ausgiebig ein wie bei oraler Aldactone-Medikation. Bei der Anwendung von Soldactone im Bereich der Chirurgie und der Intensivmedizin liegt der Akzent auf der Anti-Aldosteronwirkung und der Erhaltung des Kaliums, vor allem, wenn die orale Zugabe ausgeschlossen bzw. unerwünscht ist.

Pharmakokinetik

Absorption

Unabhängig von der Zuführgeschwindigkeit und der infundierten Menge lässt sich in einer ersten Phase eine Halbwertszeit von 5-13 Stunden abschätzen. Bei längerer Beobachtungszeit und zunehmender Sättigung tieferer Kompartimente nimmt diese Grösse zu und erreicht Werte von 18-24 Stunden und mehr. Entsprechend darf bei täglicher Anwendung während 4-8 Tagen mit einer Kumulation gerechnet werden.

Distribution

Das Canrenon steht in dynamischem Gleichgewicht mit dem Canrenoat. Spezifische Bindungsorte der Wirksubstanz sind die Nieren und das Darmepithel. Die Passage der Blut-Liquor-Schranke und der Plazentaschranke ist dosisabhängig.

Metabolismus

Bei intravenöser Applikation von Soldactone entsteht unter Bildung eines Laktonringes der primäre Metabolit Canrenon, der auch nach oraler Applikation von Spironolakton im Plasma gefunden wird. Das Canrenon ist somit der hauptsächliche, primäre Metabolit nach Applikation beider Spirolakton-Verbindungen und wahrscheinlich eine der wirksamen Formen, in der der Aldosteron-Antagonist im Organismus vorliegt. Die Menge Canrenon, die aus Soldactone entsteht, entspricht ungefähr der Menge, die aus einer gleichen Dosis von Spironolakton freigesetzt wird.

Elimination

Canrenon und Canrenoat werden nur in geringen Mengen (1%) unverändert im Urin ausgeschieden. Hauptausscheidungsprodukte sind die entsprechenden Glukuronsäureester. Nach intravenöser Verabreichung von tritiummarkiertem Kaliumcanrenoat wurden innert 5 Tagen ca. 47% der Radioaktivität im Urin und 14% in den Faeces gefunden.

Präklinische Daten

Karzinogenität

In Langzeitstudien mit Ratten wurde Kaliumcanrenoat in Dosen von 50-270 mg/kg/Tag mit einer erhöhten Häufigkeit für Neoplasmen, inklusive Mamma Neoplasmen, thyroider Tumore, Leydig Zell Adenomen, granulärer (myeloischer) Leukämie und Leber Tumore assoziiert. Im Gegensatz zu den Ergebnissen in Ratten wurden in Makaken, bei einer wenigstens 4-jährigen Gabe von 60 mg/kg/Tag keine Tumore beobachtet.

Mutagenität

Kaliumcanrenoat zeigte keine mutagene Aktivität in Tests mit Bakterien und Hefe.

In einem Hypoxanthine-Guanin Phosphoribosyltransferase assay (HPRT) mit CHO-Zellen (Chinese Hamster Ovary) wurden mutagene Effekte nur bei deutlich zytotoxischen Konzentrationen gezeigt. In einem Maus-Lymphoma Thymidine-Kinase assay war Kaliumcanrenoat nur bei gleichzeitiger metabolischer Aktivierung mutagen. Chromosomale oder DNA-Schäden in Folge von Kaliumcanrenoat wurden für CHO-Zellen mit und ohne metabolischer Aktivierung, sowie für Ratten- und humane Hepatozyten, jedoch nicht für humane Lymphozyten beobachtet. Im Kontrast zu diesen in vitro Ergebnissen, zeigte Kaliumcanrenoat in vivo keine genotoxischen Effekte.

Der Wirkmechanismus der oben beschriebenen kanzerogenen Wirkung ist daher ungeklärt.

Reproduktionstoxizität

Der potenzielle Effekt von Kaliumcanrenoat auf die Fertilität und frühe embryonale Entwicklung wurde in Ratten untersucht. Elterliche Toxizität (verminderte Gewichtszunahme) wurde bei 650 mg/kg/Tag über den gesamten Behandlungszeitraum für beide Geschlechter beobachtet. Die Fertilität wurde nicht beeinflusst.

Der potenzielle Effekt von Kaliumcanrenoat auf die embryonale-fötale Entwicklung wurde in Mäusen, Ratten und Kaninchen untersucht. Kaliumcanrenoat war in keiner der drei Spezies teratogen. Für trächtige Tiere wurde Entwicklungstoxizität für ≥60 mg/kg/Tag bei Mäusen, für 650 mg/kg/Tag bei Ratten und für 125 mg/kg/Tag bei Kaninchen festgestellt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht mit anderen Lösungen mischen, da es zur Ausfällung des Produktes kommen kann.

Haltbarkeit

Flacons und Ampullen sind bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt zu lagern und bis zum Verfalldatum («EXP»), das auf der Packung angegeben ist, haltbar.

Hinweise für die Handhabung

Die Injektionslösung darf erst kurz vor der Verabreichung zubereitet werden. Längeres Stehenlassen verursacht eine Trübung. Eine geringe Opaleszenz der Injektionslösung beeinträchtigt die Wirkung und die Verträglichkeit von Soldactone nicht. Hingegen darf beim Auftreten einer deutlichen Trübung oder gar einer Ausflockung die Lösung nicht injiziert werden.

Soldactone liegt in einem Injektionsflacon als Lyophilisat vor. Der Inhalt dieses Flacons wird unmittelbar vor der Anwendung in 2 ml Aqua dest. pro injectione unter leichtem Schütteln gelöst und mindestens 2-3 Minuten langsam intravenös injiziert oder mit 5%iger Glukose bzw. physiologischer Kochsalzlösung verdünnt infundiert.

Zulassungsnummer

37528 (Swissmedic)

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich

Stand der Information

März 2014

LLD DE V002

Verwendung dieser Informationen

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